Warum eine Bambus Pflanze kaufen? Mehr als nur grüner Sichtschutz
Wenn Sie eine Bambus Pflanze kaufen möchten, öffnen Sie die Tür zu einer Welt voller faszinierender Möglichkeiten für Ihren Außenbereich. Bambus ist weit mehr als nur ein schnell wachsender Sichtschutz; er bringt exotisches Flair, beruhigendes Rascheln und eine beeindruckende Robustheit mit sich. Die Entscheidung, Bambus zu pflanzen, ist oft der erste Schritt zu einem lebendigen und dynamischen Garten, der das ganze Jahr über durch seine Präsenz besticht. Diese anmutige Pflanze bietet nicht nur Privatsphäre, sondern kann auch als architektonisches Element dienen und Akzente setzen, die den Garten aufwerten.
Was ist Bambus eigentlich? Botanisch gehört Bambus zur Familie der Süßgräser. Es gibt weltweit Tausende von Arten, die sich in Größe, Wuchsform und Widerstandsfähigkeit stark unterscheiden. Viele Menschen assoziieren Bambus sofort mit Asien, doch auch hierzulande finden sich zahlreiche Arten, die für unser Klima bestens geeignet sind. Die Vielfalt reicht von zierlichen Zwergformen bis hin zu imposanten Riesen, die mehrere Meter hoch werden können. Dieses Spektrum eröffnet unzählige Gestaltungsideen.
Viele träumen davon, einen Bambus zu kaufen, um ihren Garten in eine grüne Oase zu verwandeln. Die Entscheidung für Bambus ist oft von dem Wunsch nach schnell wachsenden, dichten Pflanzen geprägt, die unerwünschte Blicke abhalten und gleichzeitig eine natürliche Ästhetik schaffen. Ein gut gewählter Bambus kann über Jahrzehnte hinweg Freude bereiten und den Wert des Grundstücks steigern.
- Bambus bietet mehr als Sichtschutz: exotisches Flair, Robustheit und Gestaltungsvielfalt.
- Botanisch gehört Bambus zur Familie der Süßgräser mit Tausenden von Arten.
- Geeignete Arten bringen das ganze Jahr über Struktur und Leben in den Garten.
- Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend für den gewünschten Effekt und die Pflege.
Bevor Sie sich für eine bestimmte Bambuspflanze entscheiden, ist es ratsam, sich über die unterschiedlichen Arten und deren spezifische Bedürfnisse zu informieren. Nicht jeder Bambus ist gleich, und die richtige Auswahl ist der Schlüssel zu einem gesunden und gut gedeihenden Exemplar.
Den richtigen Bambus finden: Sortenwahl nach Ihren Bedürfnissen
Die Welt der Bambuspflanzen ist riesig und kann auf den ersten Blick überwältigend wirken. Wenn Sie eine Bambus Pflanze kaufen möchten, ist die sorgfältige Auswahl der Sorte der wichtigste Schritt. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Wie hoch soll der Bambus werden? Benötigen Sie einen dichten Sichtschutz? Soll die Pflanze eher als Solitär im Vordergrund stehen oder in eine bestehende Bepflanzung integriert werden? Und wie viel Pflegeaufwand möchten Sie betreiben?
Fargesia-Arten: Der zuverlässige Nicht-invasive Bambus
Für die meisten Gartenbesitzer, die einfach nur Bambus pflanzen und sich keine Gedanken über Wurzelbarrieren machen möchten, sind die Fargesia-Sorten die erste Wahl. Diese Arten wachsen horstbildend, das heißt, sie breiten sich nicht unkontrolliert im Garten aus. Sie sind ideal, wenn Sie einen dichten Sichtschutz aus Bambus pflanzen möchten, der kompakt bleibt. Fargesia-Sorten sind meist winterhart und kommen gut mit unseren Klimabedingungen zurecht. Zu den beliebtesten gehören Fargesia 'Rufa' mit ihren elegant überhängenden Halmen und Fargesia 'Jumbo' für eine höhere, blickdichte Hecke.
Phyllostachys-Arten: Die Klassiker für den Ausgeprägten Wuchs
Wenn Sie einen Bambus mit kräftigerem Wuchs und höherer Endhöhe suchen, sind Phyllostachys-Arten oft die richtige Wahl. Diese Bambussorten sind typischerweise starkwachsend und breiten sich durch Ausläufer aus. Daher ist hier die Verwendung einer Rhizomsperre absolut unerlässlich, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Ein Phyllostachys ist ein beeindruckendes Element im Garten, das mit seinen größeren Blättern und oft auffälligen Halmfarben (grün, gelb, schwarz) ein echtes Highlight darstellt. Sie eignen sich hervorragend für breite Sichtschutzhecken oder als markante Solitärpflanzen. Hierbei ist die Frage, ob Bambus Holz ist, schnell beantwortet: Ja, die Halme sind verholzt und sehr stabil.
Spezielle Bambus-Arten für besondere Ansprüche
Es gibt auch Bambusarten, die für spezifische Zwecke gezüchtet wurden. So finden Sie beispielsweise kleinwüchsige Sorten, die sich für Kübel auf Balkonen oder Terrassen eignen. Andere Arten zeichnen sich durch besonders dicke Halme aus oder sind für extreme Bedingungen wie trockene Standorte oder sogar für die Kultur im Haus geeignet. Recherchieren Sie gezielt nach Eigenschaften wie 'winterharter Bambus' oder 'Bambus für sonnige Standorte', um die Pflanze zu finden, die perfekt zu Ihrem Garten passt.
Tipp: Achten Sie bei der Auswahl auf die angegebene Endhöhe und den Ausbreitungscharakter. Ein Schild mit der lateinischen Bezeichnung hilft Ihnen, die Pflanze später genau zu identifizieren, falls Sie Fragen zur Pflege haben oder weitere Exemplare kaufen möchten.
Die Entscheidung für eine bestimmte Bambussorte beeinflusst maßgeblich das spätere Erscheinungsbild und den Pflegeaufwand. Nehmen Sie sich Zeit, um die verschiedenen Wuchsformen und Eigenschaften kennenzulernen, bevor Sie sich auf eine Sorte festlegen.
Die Wahl der richtigen Bambussorte ist entscheidend für das Endergebnis.
Der richtige Standort und die Pflanzung: Damit Ihr Bambus gut gedeiht
Haben Sie sich entschieden, welche Bambus Pflanze Sie kaufen möchten? Der nächste kritische Schritt ist die Wahl des richtigen Standorts und die fachgerechte Pflanzung. Ein gut gewählter Standort und die richtige Pflanztechnik sind essenziell, damit Ihr Bambus kräftig wächst und seine volle Pracht entfalten kann. Fast jeder Bambus wünscht sich einen geschützten Platz, der vor starkem Wind bewahrt bleibt, besonders im Winter. Direkte Mittagssonne kann im Sommer zu Sonnenbrand an den Blättern führen, während sehr schattige Plätze das Wachstum verlangsamen können.
Standortwahl: Sonne, Schatten und Windschutz
Die meisten Bambusarten bevorzugen einen hellen, aber vor starker Mittagssonne geschützten Standort. Halbschatten ist oft ideal. Einige Sorten, wie Fargesia 'Rufa', tolerieren auch mehr Sonne, solange der Boden feucht gehalten wird. Physischer Windschutz ist besonders wichtig, da Wind die Halme austrocknen und die Blätter schädigen kann. Eine Mauer, ein Zaun oder auch andere, höhere Pflanzen können als Windschutz dienen. Wenn Sie einen Bambus als Sichtschutz aus Bambus pflanzen, wählen Sie einen Standort, der die gewünschte Privatsphäre über die gesamte Länge bietet.
Bodenbeschaffenheit und Düngung
Bambus bevorzugt durchlässige, humusreiche und leicht saure bis neutrale Böden. Schwere Lehmböden sollten mit Sand und Kompost verbessert werden, um Staunässe zu vermeiden. Staunässe ist ein Hauptfeind des Bambus und kann zu Wurzelfäule führen. Eine gute Drainage ist daher unerlässlich. Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, können Sie dem Pflanzloch organischen Dünger wie Kompost beimischen. Im Frühjahr, wenn das Wachstum beginnt, freut sich Bambus über eine spezielle Bambusdüngung oder eine Gabe Langzeitdünger.
Die Wichtigkeit der Rhizomsperre (bei ausläufertreibenden Sorten)
Dies ist ein Punkt, der bei der Wahl des richtigen Bambus nicht oft genug betont werden kann: Wenn Sie eine ausläufertreibende Bambussorte (meist Phyllostachys-Arten) kaufen, ist eine Rhizomsperre unerlässlich. Ohne diese Barriere wird der Bambus schnell unkontrollierbar und breitet sich in Beete, Nachbargrundstücke oder unter Gebäude aus. Die Rhizomsperre sollte mindestens 70 cm tief in die Erde eingegraben werden, mit einem Überstand von etwa 5-10 cm über der Erdoberfläche, um ein Überwachsen zu verhindern. Prüfen Sie, ob die von Ihnen ausgewählte Bambus Pflanze bereits mit einer integrierten Sperre im Topf geliefert wird, oder planen Sie die nachträgliche Installation ein.
Der richtige Standort ist die halbe Miete für einen gesunden Bambus.
Der Pflanzvorgang: Schritt für Schritt
Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Bambuspflanze. Setzen Sie den Wurzelballen hinein und füllen Sie das Loch mit einer Mischung aus Gartenerde und Kompost auf. Achten Sie darauf, dass die Oberseite des Wurzelballens auf gleicher Höhe mit dem umliegenden Erdreich liegt. Nach dem Pflanzen gut wässern und gegebenenfalls die Rhizomsperre installieren. Bei der Pflanzung als Hecke wird ein Abstand von etwa 50-80 cm zwischen den Pflanzen empfohlen, abhängig von der Wuchsfreudigkeit der Sorte.
Trick: Wenn Sie Bambus in einem Kübel pflanzen, wählen Sie einen ausreichend großen Topf und verwenden Sie spezielle Kübelpflanzenerde, die gut drainiert. Beschränken Sie sich hierbei auf horstbildende Arten, um eine Überwucherung des Topfes zu vermeiden.
Pflege und Instandhaltung: Ihren Bambus gesund halten
Eine Bambus Pflanze zu kaufen ist die eine Sache, sie richtig zu pflegen die andere. Doch die Pflege von Bambus ist oft einfacher, als viele denken. Mit einigen grundlegenden Maßnahmen stellen Sie sicher, dass Ihr Bambus gut gedeiht und über Jahre hinweg ein Blickfang bleibt. Die wichtigsten Aspekte sind regelmäßiges Gießen, Düngen und das Entfernen von abgestorbenen Halmen.
Bewässerung: Der Schlüssel zur Vitalität
Bambus benötigt ausreichend Wasser, besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung und während trockener Perioden. Der Boden sollte konstant feucht gehalten werden, jedoch ohne Staunässe. Prüfen Sie regelmäßig mit dem Finger, ob die oberste Erdschicht bereits trocken ist, bevor Sie erneut wässern. Im Sommer kann tägliches Gießen notwendig sein, während im Herbst und Winter die Wassergaben reduziert werden. Achten Sie besonders darauf, dass der Wurzelballen im Topf nicht austrocknet, da dies bei Kübelpflanzen schnell passieren kann.
Düngen für optimales Wachstum
Eine regelmäßige Düngung unterstützt das kräftige Wachstum und die Widerstandsfähigkeit Ihres Bambus. Am besten düngen Sie im Frühjahr, wenn das neue Wachstum beginnt, und eventuell nochmals im Frühsommer. Spezielle Bambusdünger sind oft stickstoffbetont, um das Blattwachstum zu fördern. Alternativ können Sie auch einen Langzeitdünger für Gräser oder eine organische Düngung mit Kompost und Hornspänen verwenden. Zu viel Dünger, besonders im späten Sommer oder Herbst, kann den Bambus empfindlicher für Frost machen.
Schnittmaßnahmen: Formgebung und Gesundheit
Im Gegensatz zu vielen anderen Heckenpflanzen ist ein radikaler Rückschnitt bei Bambus meist nicht notwendig. Man kann abgestorbene oder vertrocknete Halme entfernen, um die Optik zu verbessern und Krankheitsbefall vorzubeugen. Dies geschieht am besten im späten Winter oder frühen Frühjahr, bevor das neue Wachstum einsetzt. Ein leichtes Auslichten kann die Luftzirkulation verbessern. Wenn Sie eine Fargesia-Art pflanzen, können Sie diese bei Bedarf auch in Form schneiden, um die gewünschte Heckenform zu erhalten. Das Entfernen von Bambus an sich kann bei hartnäckigen Sorten eine Herausforderung sein, falls man sich später doch anders entscheidet.
Die richtige Pflege sichert Ihnen langanhaltende Freude an Ihrem Bambus.
Bambus wird gelb: Ursachen und Lösungen
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Bambusblätter im Herbst oder Winter gelb werden und abfallen. Dies ist oft ein natürlicher Prozess, bei dem ältere Blätter durch neue ersetzt werden. Wenn jedoch ein Großteil der Pflanze gelb wird und die Blätter abfallen, kann dies auf andere Probleme hindeuten: Wassermangel, Staunässe, Nährstoffmangel oder auch Sonnenschäden. Überprüfen Sie Ihre Bewässerungsroutine und stellen Sie sicher, dass der Boden gut durchlässig ist. Ein Rückschnitt der gelben Halme und eine Düngung können helfen, die Pflanze zu revitalisieren.
Ein wichtiger Tipp: Bei ausläufertreibenden Sorten sollten Sie regelmäßig die Ränder Ihrer Rhizomsperre kontrollieren. Kleinere Ausläufer, die über die Sperre wachsen, lassen sich oft mit einem scharfen Spaten oder einer Harke leicht entfernen, bevor sie zu einem Problem werden.
Bambus überwintern: Schutz für kalte Monate
Wenn Sie eine Bambus Pflanze kaufen und in Regionen mit strengen Wintern leben, ist das Thema Bambus überwintern ein wichtiger Aspekt. Zwar sind viele Bambusarten von Natur aus winterhart, doch junge Pflanzen oder empfindlichere Sorten können dennoch vom richtigen Winterschutz profitieren. Die oberirdischen Teile sind meist robuster als die Wurzeln, die es vor starkem Frost zu schützen gilt.
Winterschutz für den Wurzelbereich
Der wichtigste Schutz gilt den Wurzeln. Bei ausgepflanzten Bambuspflanzen kann eine dicke Schicht Mulch (wie Laub, Rindenmulch oder Reisig) um den Stamm herum helfen, den Boden isolierend abzudecken. Dies schützt die empfindlichen Wurzelspitzen vor tiefen Temperaturen. Bei Bambus im Kübel ist der Schutz noch wichtiger, da die Wurzeln hier der Kälte stärker ausgesetzt sind. Wickeln Sie den Topf mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie ein. Stellen Sie den Kübel an einen geschützten Ort, idealerweise an eine Hauswand, und meiden Sie die pralle Nachmittagssonne, die Tauwetterperioden auslösen kann.
Schutz vor Wintersonne und Austrocknung
Besonders immergrüne Bambuspflanzen leiden im Winter unter der Kombination aus starker Sonneneinstrahlung und gefrorenem Boden. Die Blätter verdunsten weiterhin Feuchtigkeit, aber die Wurzeln können diese aus dem gefrorenen Boden nicht aufnehmen. Dies kann zu Trockenstress führen. Hier hilft ein leichter Schattiernetz oder ein Schutz aus Vlies, der über die Pflanze gespannt wird. Auch regelmäßiges, frostfreies Gießen an milden Wintertagen kann entscheidend sein, um die Pflanze vor dem Austrocknen zu bewahren. Dies gilt vor allem für Bambus in Kübeln.
Der richtige Winterschutz bewahrt Ihren Bambus vor Schäden.
Bambus im Kübel überwintern
Bambus in Kübeln sind frostgefährdeter als ausgepflanzte Exemplare. Stellen Sie sie daher an einen möglichst frostfreien, aber kühlen Platz. Ein unbeheizter Wintergarten, eine Garage oder ein schattiges Plätzchen an einer Hauswand sind gute Optionen. Bedecken Sie den Topf dick mit Isoliermaterial wie Styroporplatten, Luftpolsterfolie oder Jute. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser abfließen kann, um Wurzelfäule zu vermeiden. Gießen Sie nur an frostfreien Tagen, wenn die Erde trocken ist.
Wichtiger Hinweis: Achten Sie auf die Bezeichnung der Sorte, die Sie gekauft haben. Nicht alle Bambussorten sind gleich winterhart. Informieren Sie sich beim Kauf über die spezifischen Winterhärtezonen, für die Ihre gewählte Bambus Pflanze geeignet ist, um das Ausmaß des nötigen Schutzes besser einschätzen zu können.
Bambus vermehren: Ihr Garten wächst weiter
Nachdem Sie erfolgreich eine Bambus Pflanze gekauft, gepflanzt und gepflegt haben, denken Sie vielleicht darüber nach, wie Sie diese faszinierende Pflanze in Ihrem Garten oder sogar an anderer Stelle vermehren können. Bambus vermehren ist prinzipiell möglich, erfordert aber je nach Art und Methode etwas Geduld und das richtige Vorgehen. Insbesondere horstbildende Arten eignen sich besser für die Vermehrung als ausläufertreibende, die nur mit viel Aufwand zu kontrollieren sind.
Teilung als gängigste Methode
Die einfachste und häufigste Methode, Bambus zu vermehren, ist die Teilung des Wurzelballens. Dies empfiehlt sich bei horstbildenden Sorten wie Fargesia. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr, kurz bevor das neue Wachstum beginnt. Graben Sie die Pflanze vorsichtig aus oder teilen Sie sie direkt im Beet, falls sie sich nicht komplett ausgraben lässt. Verwenden Sie einen scharfen Spaten oder ein Schwert, um den Ballen in mehrere Stücke zu teilen. Jedes Teilstück sollte über ausreichend Wurzeln und einige junge Triebe verfügen. Setzen Sie die geteilten Pflanzen sofort wieder in die Erde und gießen Sie sie gut an.
Ausläufer-Management bei Phönix-Arten
Bei stark ausläufertreibenden Bambussorten wie Phyllostachys ist eine gezielte Vermehrung komplexer. Die Ausläufer sind oft lang und tief, und eine einfache Teilung führt nicht immer zum Erfolg. Man kann versuchen, einzelne Ausläufer mit angeschlossenen Wurzeln und Trieben abzustechen und separat einzupflanzen. Wichtig ist hierbei, dass der abgetrennte Teil genügend eigenes Wurzelsystem hat. Oft ist es einfacher und sicherer, eine neue Pflanze zu kaufen, anstatt alte Exemplare für die Vermehrung zu "zerlegen", um sicherzustellen, dass die Kontrollmöglichkeiten (Rhizomsperre) erhalten bleiben.
Mit Geduld gelingt es, Ihren Bambusbestand zu erweitern.
Anzucht aus Samen: Eher für Kenner
Die Anzucht von Bambus aus Samen ist theoretisch möglich, aber für den Hausgebrauch eher unüblich und mit viel Aufwand verbunden. Bambussamen sind oft nur kurz keimfähig und die Keimbedingungen sind anspruchsvoll. Zudem ist nicht garantiert, dass die daraus wachsenden Pflanzen die Eigenschaften der Mutterpflanze behalten. Wenn Sie nicht gerade eine sehr spezifische, seltene Art anbauen möchten, ist diese Methode meist nicht empfehlenswert. Die meisten, die eine Bambus Pflanze kaufen, tun dies, um schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen und nicht, um Experimente mit der Vermehrung zu starten.
Für Liebhaber: Wenn Sie unsicher sind, wie Sie eine bestimmte Bambussorte am besten vermehren können, konsultieren Sie spezialisierte Gärtnereien oder Pflanzenforen. Dort finden Sie oft detaillierte Anleitungen für die jeweiligen Arten.
Bambus entfernen: Was tun, wenn der Bambus überhandnimmt?
Obwohl die meisten Gartenbesitzer eine Bambus Pflanze kaufen, um von ihren Vorzügen zu profitieren, kommt es manchmal vor, dass der Bambus überhandnimmt oder einfach nicht mehr gewünscht ist. Insbesondere die stark ausläufertreibenden Arten können eine echte Herausforderung darstellen, wenn man sie wieder loswerden möchte. Das Entfernen von Bambus ohne Ausgraben ist oft nur bei sehr jungen Pflanzen oder speziellen Methoden Erfolg versprechend.
Der Klassiker: Ausgraben
Die effektivste Methode, Bambus zu entfernen, ist das vollständige Ausgraben des Wurzelballens. Dies erfordert in der Regel viel Kraft, Geduld und die richtige Ausrüstung. Bei größeren und älteren Pflanzen muss der Wurzelballen oft Stück für Stück freigelegt und durchtrennt werden. Eine Rhizomsperre kann die Ausbreitung zwar eindämmen, macht aber das Entfernen der Pflanze selbst nicht unbedingt einfacher, da man sie oft im Ganzen mit Sperre entfernen muss. Graben Sie tief genug, um alle dicken Rhizome zu erwischen, da diese neu austreiben können.
Alternative Methoden: Wenn Ausgraben nicht möglich ist
Wenn das komplette Ausgraben aufgrund von Größe, Lage oder Bodenbeschaffenheit nicht praktikabel ist, gibt es alternative Ansätze. Das ständige bodennahe Abschneiden der Halme kann die Pflanze über Jahre hinweg schwächen, da sie kontinuierlich Energie verliert, ohne Photosynthese zu betreiben. Chemische Mittel sind als letzte Option zu betrachten und sollten mit Bedacht eingesetzt werden, um die Umwelt nicht zu belasten. Manche raten dazu, die Halme anzubohren und mit einer geeigneten Substanz zu füllen, doch hier sind die Erfolgsaussichten oft variabel.
Geduld ist gefragt, wenn der Bambus entfernt werden soll.
Bambus entfernen ohne Ausgraben – Ist das realistisch?
Das vollständige Entfernen von Bambus ohne Ausgraben ist nur in seltenen Fällen und mit erheblicher Geduld möglich. Eine Methode ist die Bodenabdeckung mit einer dicken schwarzen Folie oder Plane über mehrere Jahre. Dies entzieht der Pflanze Licht und kann sie zum Absterben bringen. Hierbei ist es wichtig, dass keine Lücken entstehen, durch die Licht auf die Rhizome fällt. Bei kleinen Pflanzen kann auch ein radikaler Schnitt, gefolgt von kontinuierlichem Entfernen aller neuen Triebe, langfristig zum Erfolg führen, aber das kann Jahre dauern.
Praxis-Tipp: Wenn Sie eine Rhizomsperre im Einsatz hatten, stellen Sie sicher, dass Sie auch alle Reste der Sperre entfernen. Diese können im Boden verbleiben und bei zukünftigen Pflanzarbeiten stören.
Häufig gestellte Fragen zum Bambus kaufen
Viele Fragen tauchen auf, wenn man überlegt, eine Bambus Pflanze zu kaufen. Hier beantworten wir einige der häufigsten Anliegen, damit Sie gut informiert Ihre Entscheidung treffen können.
Ist Bambus immer ein invasives Unkraut?
Nein, nicht jeder Bambus ist invasiv. Horstartig wachsende Bambusse (z.B. viele Fargesia-Sorten) breiten sich nicht über Ausläufer aus und sind daher sicher für den Garten. Ausläufertreibende Arten (meist Phyllostachys) benötigen unbedingt eine Rhizomsperre, um ein unkontrolliertes Wachstum zu verhindern.
Wann ist die beste Zeit, Bambus zu pflanzen?
Die ideale Pflanzzeit für Bambus ist das Frühjahr oder der Frühherbst. So kann sich die Pflanze vor dem ersten Frost gut etablieren bzw. nach der Sommerhitze neu wurzeln. Eine Pflanzung im Sommer ist auch möglich, erfordert aber mehr Aufmerksamkeit beim Gießen.
Braucht Bambus wirklich eine Rhizomsperre?
Nur ausläufertreibende Bambusarten benötigen zwingend eine Rhizomsperre. Horstartige Bambusse kommen gut ohne aus und sind pflegeleichter. Überprüfen Sie die Wuchsform der Sorte, die Sie kaufen möchten.
Welcher Bambus eignet sich als Sichtschutz?
Für einen dichten Sichtschutz eignen sich sowohl horstartige als auch ausläufertreibende Sorten. Fargesia-Arten wie 'Rufa' oder 'Jumbo' wachsen buschiger. Phyllostachys-Sorten werden oft höher und breiter und erzeugen schnell eine undurchdringliche Wand, erfordern aber eine Rhizomsperre.
Wie hoch kann Bambus werden?
Die Endhöhe von Bambus variiert stark je nach Art. Kleinwüchsige Sorten bleiben unter einem Meter, während Riesenarten wie Dendrocalamus sinicus über 20 Meter hoch werden können. Für den heimischen Garten sind meist Sorten zwischen 2 und 6 Metern Endhöhe beliebt.
Ist Bambus giftig für Haustiere?
In der Regel ist Bambus für Haustiere wie Hunde, Katzen und Pferde nicht giftig. Die Blätter und Halme können zwar verdaut werden, bieten aber wenig Nährwert. Bei Unsicherheiten bezüglich spezifischer Arten sollten Sie jedoch Ihren Tierarzt konsultieren.
Kann man Bambus auch auf dem Balkon pflanzen?
Ja, viele kleinere, horstartige Bambussorten eignen sich hervorragend für die Kübelhaltung auf Balkonen und Terrassen. Achten Sie auf ausreichend große Töpfe, gute Drainage und regelmäßige Bewässerung sowie Winterschutz für die Kübel.
