Ist Bambus schneiden wirklich verboten? Die Realität hinter dem Mythos
Die direkte Aussage, dass Bambus schneiden generell verboten ist, ist so pauschal nicht korrekt. Vielmehr existieren Kontexte, in denen das Schneiden eingeschränkt oder sogar untersagt sein kann. Diese Einschränkungen ergeben sich selten aus einem allgemeinen Verbot für die Pflanze selbst, sondern vielmehr aus rechtlichen Regelungen, insbesondere dem Nachbarrecht, oder aus der Notwendigkeit, die Ausbreitung invasiver Arten zu kontrollieren. Wenn Sie sich fragen, ob Sie Ihren Bambus kürzen dürfen, sollten Sie die zugrundeliegenden Gründe und die spezifischen Umstände betrachten, bevor Sie zum Werkzeug greifen.
Häufig entsteht die Sorge vor einem Verbot, wenn Bambus stark wuchert und auf Nachbargrundstücke übergreift. In solchen Fällen kann die Pflicht, den Bambus zurückzuschneiden oder seine Ausbreitung zu verhindern, sogar gerichtlich durchgesetzt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Schneiden nicht verboten, sondern manchmal sogar geboten ist, um Streitigkeiten zu vermeiden. Die Kunst liegt darin, die richtige Bambusart zu wählen, sie korrekt zu pflanzen und durch gezieltes Schneiden ihre Wuchsform zu kontrollieren.
- Ein generelles Verbot, Bambus zu schneiden, existiert in der Regel nicht.
- Einschränkungen ergeben sich oft aus Nachbarrecht und Artenschutz.
- Das Zurückschneiden kann notwendig sein, um Konflikte zu lösen.
- Die richtige Wahl und Pflege sind entscheidend.
Was ist Bambus und warum ist er so wuchsfreudig?
Bambus gehört zur Familie der Süßgräser und zeichnet sich durch sein schnelles Wachstum aus. Weltweit gibt es Tausende von Arten, die sich grob in zwei Gruppen einteilen lassen: die horstig wachsenden und die läuferbildenden Arten. Während horstig wachsende Bambusse eher kompakt bleiben und sich kaum ausbreiten, bilden läuferbildende Arten unterirdische Rhizome, die sich kilometerweit ausdehnen und oberirdisch neue Triebe bilden können. Genau diese Eigenschaft macht manche Bambusarten zu einer Herausforderung für den Gartenbesitzer und kann zu Nachbarschaftskonflikten führen, wenn sie nicht eingedämmt werden.
Diese Rhizome sind der Schlüssel zum rasanten Wachstum. Sie können innerhalb kürzester Zeit mehrere Meter pro Jahr zurücklegen und an vielen Stellen neue Halme hervorbringen. Ohne eine entsprechende Wurzelsperre oder regelmäßiges Beschneiden kann sich ein läuferbildender Bambus unkontrolliert über große Flächen ausbreiten und sogar durch Mauern oder Fundamente brechen. Die Wuchsfreudigkeit ist also genetisch bedingt und bei bestimmten Arten extrem ausgeprägt. Das Verständnis dieser Wuchsweise ist essenziell, um die Notwendigkeit und die Art des Schneidens richtig einzuschätzen.
Nachbarschaftsrecht und Bambus: Wenn der Bambus zum Problem wird
Das deutsche Nachbarrecht regelt das Verhältnis zwischen Grundstücksnachbarn und soll Konflikte vermeiden. Überhängende Äste und Wurzeln von Bäumen und Sträuchern sind hierbei ein häufiges Thema. Bei Bambus, insbesondere bei läuferbildenden Arten, kann die Ausbreitung schnell zu einer Belastung für den Nachbarn werden. Wenn Bambus über die Grundstücksgrenze wächst oder dessen Wurzeln in das Nachbargrundstück eindringen und dort Schaden anrichten, kann der Nachbar Unterlassung oder sogar Beseitigung verlangen.
In solchen Fällen ist das Schneiden des überhängenden Bambus oft nicht nur erlaubt, sondern die Pflicht des Eigentümers. Der Nachbar hat unter bestimmten Umständen sogar das Recht, den überhängenden Bambus selbst abzuschneiden. Dies sollte jedoch immer als letzter Ausweg betrachtet und idealerweise nach vorheriger Absprache mit dem Nachbarn oder sogar nach Einschaltung eines Rechtsanwalts oder Mediators erfolgen. Die Gerichte entscheiden hier oft einzelfallabhängig, wobei die Art des Bambus (läuferbildend vs. horstig) und das Ausmaß der Beeinträchtigung eine große Rolle spielen.
Was tun bei Bambus, der über die Grenze wächst?
Wenn Ihr Bambus dazu neigt, auf das Nachbargrundstück überzuwachsen, ist präventives Handeln gefragt. Dies kann durch den Einsatz einer geeigneten Wurzelsperre, die tief genug in den Boden eingelassen wird, oder durch regelmäßiges Schneiden der ausläuferbildenden Triebe geschehen. Sollte der Bambus bereits über die Grenze gewachsen sein und den Nachbarn stören, ist das erste Gebot die Kommunikation. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Nachbarn und schlagen Sie eine Lösung vor. Oftmals lässt sich eine einvernehmliche Regelung finden, bei der Sie den überhängenden Bambus zurückschneiden.
Wenn keine Einigung erzielt werden kann, sollten Sie die rechtlichen Gegebenheiten prüfen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt in den Paragraphen 862 und 1004 die Ansprüche bei Überwuchs. Grundsätzlich hat der Nachbar das Recht, den Überwuchs nach einer Fristsetzung zur Beseitigung selbst zu entfernen, wenn der Eigentümer seiner Pflicht nicht nachkommt. Dies ist jedoch mit Aufwand und möglicherweise weiteren Konflikten verbunden. Ein proaktives Schneiden und eine gute Nachbarschaftspflege sind daher immer die beste Strategie, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Halten Sie die Grundstücksgrenzen stets im Auge und greifen Sie frühzeitig ein, wenn Ihr Bambus Anstalten macht, über die Grenze zu wachsen.
Die Wahl der richtigen Bambusart: Horstig vs. Läuferbildend
Ein wesentlicher Faktor, der bestimmt, ob und wie Sie Ihren Bambus schneiden müssen, ist seine Wuchsform. Bambusse werden grob in zwei Hauptkategorien eingeteilt: horstig wachsende Arten und läuferbildende Arten. Die Entscheidung für die richtige Art ist der erste Schritt, um potenzielle Probleme und somit auch die Notwendigkeit eines strengen Reglements beim Schneiden von vornherein zu minimieren. Missverständnisse über die Wuchsform führen oft zu falschen Erwartungen und Konflikten.
Horstig wachsende Bambusse (z.B. Fargesia-Arten) entwickeln sich kompakt und bilden dichte Horste, die sich nur langsam ausdehnen. Ihre Rhizome bleiben nah am Hauptstamm und breiten sich kaum seitlich aus. Diese Arten sind ideal für kleinere Gärten, als Sichtschutz oder für Kübel, da sie kaum eine Wurzelsperre benötigen und kaum Ärger mit Nachbarn verursachen. Sie erfordern in der Regel weniger aggressives Schneiden als ihre ausbreitungsfreudigen Verwandten.
Läuferbildende Bambusse (z.B. Phyllostachys-Arten) hingegen produzieren lange, unterirdische Rhizome, die sich weit über das Pflanzbeet hinaus ausbreiten können. Ohne Schutzmaßnahmen können diese Rhizome problemlos die Grundstücksgrenze überqueren und neue Triebe bilden. Bei diesen Arten ist das Schneiden oft unerlässlich, um die Ausbreitung zu kontrollieren und eine unerwünschte „Verwaldung“ des gesamten Gartens oder gar des Nachbargrundstücks zu verhindern. Hier kann man nicht einfach sagen, Bambus schneiden sei verboten; das Gegenteil ist oft der Fall – es ist notwendig.
Wann ist eine Wurzelsperre unerlässlich?
Für fast alle läuferbildenden Bambusarten ist eine Wurzelsperre dringend zu empfehlen, wenn sie im Freiland gepflanzt werden. Diese Sperre verhindert, dass die Rhizome sich unkontrolliert ausbreiten. Eine gute Wurzelsperre sollte mindestens 60-80 cm tief sein und aus einem robusten Material wie HDPE-Kunststoff oder speziellem Vlies bestehen. Sie muss lückenlos verlegt werden, da Bambuswurzeln selbst durch kleinste Ritzen brechen können. Ein regelmäßiger Check der Wurzelsperre auf Beschädigungen ist ebenfalls ratsam.
Wenn Sie eine Wurzelsperre korrekt installiert haben, wird die Notwendigkeit des Schneidens zur reinen Formsache oder zur Reduzierung der Dichte. Die Ausbreitung wird effektiv gestoppt. Sollten Sie den Bambus ohne Wurzelsperre gepflanzt haben, wird das Schneiden zur Hauptmethode, um die Ausbreitung zumindest zu verlangsamen und überhängende Triebe zu entfernen. Dies erfordert dann deutlich mehr Aufwand und Aufmerksamkeit, um die Kontrolle zu behalten.
Wie und wann schneide ich Bambus richtig? Praktische Tipps
Das Schneiden von Bambus ist keine rein defensive Maßnahme gegen seine Ausbreitung, sondern auch eine Möglichkeit, seine Ästhetik zu formen und die Pflanze gesund zu halten. Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik sind entscheidend, um die Pflanze nicht zu schwächen und die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie und wann Bambus geschnitten werden sollte, um seine natürliche Schönheit zu erhalten und seine Wuchsfreudigkeit im Zaum zu halten.
Generell ist der späte Winter bis zum frühen Frühling (Februar bis April) die beste Zeit für einen stärkeren Rückschnitt. In dieser Periode hat die Pflanze ihre Hauptwachstumsphase noch vor sich, kann sich gut von dem Schnitt erholen und neue Triebe bilden. Entfernen Sie abgestorbene, beschädigte oder schwache Halme sowie überkreuzende und störende Triebe. Kürzen Sie die Halme auf die gewünschte Höhe, wobei Sie darauf achten sollten, nicht über ein Knotenpunkt (Nodium) zu schneiden, da dies das Austrocknen des Halms fördern kann. Wenn Sie einen Halm kürzen möchten, schneiden Sie knapp oberhalb eines solchen Knotens.
Den jährlichen Rückschnitt durchführen
Der jährliche Rückschnitt dient dazu, den Bambus vital zu halten und seine Form zu bewahren. Beginnen Sie damit, alle alten, abgestorbenen oder beschädigten Halme bodennah zu entfernen. Diese sind oft an ihrer gelblichen oder braunen Farbe und ihrer geringeren Vitalität erkennbar. Danach können Sie, falls gewünscht, die neuen Triebe einkürzen, um die Dichte zu erhöhen oder die gewünschte Höhe zu erreichen. Junge Triebe können oft noch mit einem stabilen Messer oder einer Astschere gekürzt werden, während ältere Halme einer Säge bedürfen.
Ein wichtiger Aspekt beim Schneiden von Bambus ist die Auswahl des richtigen Werkzeugs. Scharfe und saubere Werkzeuge verhindern ein Quetschen der Halme und fördern eine schnelle Heilung der Schnittstellen. Für dünnere Halme eignen sich Gartenscheren, für dickere Halme Astsägen oder spezielle Bambussägen. Achten Sie darauf, die Halme nicht zu zerreißen, sondern sauber zu durchtrennen.
Formgebende Schnitte und das Entfernen von Ausläufern
Wenn Ihr Bambus stark wuchert und keine Wurzelsperre vorhanden ist, wird das regelmäßige Entfernen von Ausläufern und das Zurückschneiden von Trieben zur Hauptbeschäftigung. Achten Sie darauf, die Ausläufer, die aus der Erde kommen und noch nicht verholzt sind, möglichst frühzeitig zu erkennen und abzuschneiden. Dies kann mit einem stabilen Spaten oder einer scharfen Klinge geschehen. Diese Maßnahme ist physisch anstrengend, aber effektiv, um die Ausbreitung zu kontrollieren, wenn die passive Methode der Wurzelsperre fehlt.
Das Schneiden der Halme selbst dient nicht nur der Höhenkontrolle, sondern kann auch die Verzweigung fördern und somit zu einem dichteren Wuchs führen. Wenn Sie die Spitzen der neuen Triebe einkürzen, regen Sie die Pflanze an, mehr Seitenknospen zu bilden. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie einen dichten Sichtschutz aus Bambus erzielen möchten. Der Schnittzeitpunkt für formgebende Maßnahmen kann flexibler gehandhabt werden, oft ist ein Schnitt im Frühsommer sinnvoll, um die Wuchsform zu verfeinern.
Nutzen Sie immer scharfe, saubere Werkzeuge, um saubere Schnitte zu erzielen und Pilzbefall oder Austrocknung zu vermeiden.
Bambus entfernen: Wenn Schneiden nicht mehr ausreicht
Manchmal ist der Bambus so starkwüchsig geworden, dass das reine Schneiden nicht mehr ausreicht, um ihn in Schach zu halten, oder Sie möchten ihn komplett aus Ihrem Garten entfernen. Das vollständige Entfernen von Bambus, insbesondere von stark läuferbildenden Arten, kann eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Die tiefe und weitreichende Verzweigung des Wurzelsystems erfordert Geduld und Durchhaltevermögen. Es ist wichtig zu verstehen, dass „Bambus schneiden verboten“ hier nicht greift, sondern die vollständige Entfernung die einzige Lösung sein kann.
Die einfachste Methode, Bambus zu entfernen, ist das Ausgraben der oberirdischen Triebe und des sichtbaren Wurzelsystems. Dabei werden die Halme möglichst bodennah abgeschnitten, um mehr Hebelwirkung zu erhalten. Anschließend wird mit einem Spaten oder einer Schaufel der Boden gelockert und versucht, möglichst viele der Rhizome und Hauptwurzeln zu entfernen. Dies ist oft ein mühsamer Prozess, bei dem man immer wieder auf neue Ausläufer stößt.
Entfernen ohne Ausgraben: Ist das möglich?
Das vollständige Entfernen von Bambus ohne ein tiefes Ausgraben ist schwierig, aber es gibt Methoden, die unterstützend wirken können. Eine Möglichkeit ist, den Bambus über mehrere Jahre hinweg immer wieder radikal zurückzuschneiden, sobald neue Triebe erscheinen. Ziel ist es, die Speicherorgane der Pflanze (die Rhizome) so weit zu erschöpfen, dass sie absterben. Dies erfordert Konsequenz und Geduld, da es Monate oder sogar Jahre dauern kann, bis die Pflanze kapituliert.
Eine weitere, oft diskutierte Methode ist die chemische Bekämpfung. Hierbei werden Herbizide eingesetzt, die in die Pflanze eindringen und die Wurzeln abtöten sollen. Die Anwendung von Herbiziden im eigenen Garten ist jedoch rechtlich eingeschränkt und umweltschädlich. Zudem ist nicht garantiert, dass alle Rhizome abgetötet werden, und es besteht die Gefahr, dass das Mittel auch andere Pflanzen schädigt. In vielen Fällen ist es ratsamer, auf mechanische Methoden zurückzugreifen.
Der sogenannte „Bambusvernichter“-Dünger, der oft im Handel angeboten wird, ist in der Regel ein stark stickstoffhaltiger Dünger, der das Wachstum ankurbelt. Dies kann paradoxerweise das Gegenteil bewirken und den Bambus weiter stärken, anstatt ihn zu schwächen. Seriöse Entfernungsmethoden setzen auf mechanische Kraft und Ausdauer.
Entsorgung von Bambusresten
Nachdem der Bambus geschnitten oder entfernt wurde, stellt sich die Frage der Entsorgung. Große Mengen an Bambus können sperrig sein. Kleinere Mengen können oft im eigenen Garten kompostiert werden, wobei zu beachten ist, dass Bambus recht lange braucht, um zu verrotten. Größere Mengen müssen möglicherweise zur Grünschnittannahmestelle gebracht oder über den kommunalen Wertstoffhof entsorgt werden. Informieren Sie sich über die örtlichen Vorschriften zur Entsorgung von Gartenabfällen.
Wichtig: Manche Gemeinden oder Entsorger haben spezielle Regeln für die Annahme von Bambus, da er schnell wachsen und sich leicht vermehren kann. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer lokalen Abfallwirtschaft.
Bambus pflanzen: Vorbeugen statt Nachsorge
Die effektivste Methode, um Probleme mit Bambus zu vermeiden und die Frage „Bambus schneiden verboten?“ gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist die sorgfältige Planung und Durchführung beim Bambus pflanzen. Indem Sie von vornherein die richtigen Entscheidungen treffen, legen Sie den Grundstein für einen unkomplizierten Bambusgenuss, der weder Sie noch Ihre Nachbarn belastet. Die Auswahl der richtigen Art und die Schaffung geeigneter Pflanzbedingungen sind hierbei entscheidend.
Wenn Sie sich für Bambus als Sichtschutz oder Gestaltungselement entscheiden, sollten Sie zunächst klären, ob Sie eine schnellwachsende, ausbreitungsfreudige Art wünschen oder ob eine langsam wachsende, kompakte Sorte ausreicht. Für die meisten Hausgärten sind horstig wachsende Sorten wie Fargesia-Arten die bessere Wahl. Sie sind pflegeleicht, wachsen kompakt und sind somit ideal für Anfänger und jene, die Streitigkeiten mit Nachbarn vermeiden wollen. Diese Arten sind quasi „selbstregulierend“ in Bezug auf ihre Ausbreitung.
Der richtige Standort und Pflanzabstand
Auch bei horstig wachsenden Bambussen ist der richtige Standort wichtig. Die meisten Arten bevorzugen einen halbschattigen bis sonnigen Platz mit gut durchlässigem Boden. Vermeiden Sie Staunässe, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Achten Sie bei der Pflanzung auf einen ausreichenden Abstand zu Gebäuden, Mauern und anderen Pflanzen, um den späteren Entwicklungsraum zu berücksichtigen. Auch wenn horstige Arten sich nicht stark ausbreiten, benötigen sie Platz, um ihre volle Pracht zu entfalten.
Wenn Sie sich doch für eine läuferbildende Art entscheiden, ist eine professionelle Wurzelsperre (wie bereits erwähnt) absolut unerlässlich. Diese sollte mindestens 60-80 cm tief in den Boden eingelassen werden und sich mindestens 10-20 cm über die Erdoberfläche erheben, um das Überlaufen der Rhizome zu verhindern. Die Wurzelsperre muss ringsum lückenlos geschlossen sein. Selbst eine kleine Lücke kann dazu führen, dass der Bambus sich unkontrolliert ausbreitet.
Die Rolle von Bambus als Sichtschutz
Bambus ist ein sehr beliebter Sichtschutz, da er schnell wächst und eine blickdichte Wand bildet. Bei der Pflanzung als Sichtschutz ist es besonders wichtig, die Ausbreitung der Pflanzen zu kontrollieren. Wenn Sie läuferbildende Sorten verwenden, ist die Wurzelsperre zwingend erforderlich. Bei dichter Pflanzung sollte der Abstand der einzelnen Pflanzen zueinander so gewählt werden, dass sie sich gut entwickeln können und ein geschlossenes Bild ergeben. Je nach Art kann dies ein Abstand von 40 cm bis 1 Meter sein.
Regelmäßiges, gezieltes Schneiden ist auch bei Sichtschutz-Bambus wichtig, um die gewünschte Höhe und Dichte zu erhalten und ein „Vergreisen“ der unteren Bereiche zu verhindern. Wenn Sie von Beginn an auf eine nicht-läuferbildende Art setzen, reduzieren Sie den Aufwand für die Pflege und die Sorge vor negativen Konsequenzen erheblich. Bambus pflanzen mit Bedacht erspart später viel unnötige Arbeit und potenzielle Konflikte.
Bambus düngen: Nährstoffe für gesundes Wachstum
Die Frage, ob Bambus schneiden verboten ist, rückt oft in den Hintergrund, wenn man sich mit der allgemeinen Pflege der Pflanze beschäftigt. Eine gut genährte und gesunde Bambuspflanze ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge und zeigt zudem ein vitaleres Wachstum. Bambus ist ein Starkzehrer, was bedeutet, dass er regelmäßige Nährstoffzufuhr benötigt, um seine beeindruckende Wuchsleistung zu erbringen.
Die Düngung sollte idealerweise im Frühjahr beginnen, wenn die neuen Triebe zu sprießen beginnen, und gegebenenfalls im Frühsommer wiederholt werden. Ein spezieller Bambusdünger ist oft die beste Wahl, da er auf die spezifischen Bedürfnisse von Bambus abgestimmt ist. Alternativ können Sie auch einen gut ausbalancierten Langzeitdünger oder organische Dünger wie Kompost oder gut verrotteten Mist verwenden. Achten Sie darauf, die Düngemittel nicht zu nah am Hauptstamm auszubringen, sondern eher im Wurzelbereich.
Welche Nährstoffe sind wichtig?
Bambus benötigt eine ausgewogene Mischung aus Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) für sein Wachstum. Stickstoff fördert die Blattbildung und das allgemeine vegetative Wachstum, Phosphor unterstützt die Wurzelentwicklung und Blütenbildung (obwohl Bambus selten blüht), und Kalium stärkt die Halme und erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Frost. Spurenelemente wie Eisen und Magnesium sind ebenfalls wichtig für die Photosynthese und die grüne Farbe der Blätter.
Eine Überdüngung sollte vermieden werden, da dies zu Verbrennungen der Wurzeln und zu einem unnatürlich schnellen, aber schwachen Wachstum führen kann. Achten Sie auf die Dosierungsanleitung auf der Verpackung des Düngers. Wenn Sie organische Materialien verwenden, stellen Sie sicher, dass sie gut abgelagert sind, um eine Verbrennung der Wurzeln zu vermeiden.
Symptome von Nährstoffmangel oder -überschuss
Ein Mangel an Nährstoffen zeigt sich oft durch gelblich werdende Blätter (Chlorose), verkümmertes Wachstum oder eine geringere Dichte der Halme. Insbesondere ein Stickstoffmangel führt zu blassen, hellgrünen Blättern und schwachen Trieben. Eisenmangel äußert sich ebenfalls in gelben Blättern, oft mit grünen Blattadern. Ein Überschuss an Dünger kann zu verbrannten Blattspitzen und -rändern führen, oder das Wachstum kann zu schnell und instabil werden.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Bambus richtig versorgt wird, beobachten Sie die Pflanze genau. Eine regelmäßige, moderate Düngung ist meist besser als seltene, aber massive Gaben. Achten Sie auf die Reaktion Ihrer Pflanze: Zeigt sie gesundes, kräftiges Wachstum, sind die Nährstoffgaben wahrscheinlich optimal. Das Schneiden wird dadurch zwar nicht überflüssig, aber die Pflanze wird widerstandsfähiger und leichter zu handhaben.
Bambus vermehren: Eigenen Nachwuchs ziehen
Während die Frage „Bambus schneiden verboten?“ oft aus Sorge vor zu starkem Wachstum oder Nachbarschaftsstreitigkeiten entsteht, ist die Vermehrung von Bambus ein Thema für alle, die ihre Pflanzensammlung erweitern oder an anderer Stelle im Garten neue Bambusbestände etablieren möchten. Bambus lässt sich auf verschiedene Weisen vermehren, wobei die Rhizomteilung die gängigste und erfolgreichste Methode für den Hausgarten ist.
Die Rhizomteilung sollte idealerweise im Frühjahr durchgeführt werden, wenn die Pflanze gerade beginnt, neue Triebe zu bilden, oder im Herbst nach dem Sommerwachstum. Zuerst wird die Mutterpflanze vorsichtig ausgegraben oder ein Teil des Wurzelballens abgetrennt. Mit einem scharfen Spaten, einer Säge oder sogar einem scharfen Messer werden die Rhizome in kleinere Stücke geteilt. Jedes Teilstück sollte mindestens einen gesunden Trieb und ausreichend Wurzelwerk aufweisen, um gut anzuwachsen.
Rhizomteilung als Standardmethode
Bei der Rhizomteilung ist es entscheidend, sauberes Werkzeug zu verwenden, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Die abgetrennten Rhizomstücke werden dann an ihren neuen Standort gepflanzt. Wenn Sie eine Wurzelsperre in der Nähe haben, muss diese beim Abstechen der Rhizome sorgfältig umgangen oder neu angepasst werden, um den gewünschten Teil zu gewinnen und die Sperre nicht zu beschädigen.
Nach der Pflanzung werden die neuen Teilstücke gut angegossen und in den ersten Wochen feucht gehalten. Bei läuferbildenden Arten ist es ratsam, auch an den neuen Standorten sofort eine Wurzelsperre zu installieren, um eine erneute unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Die Teilung verjüngt auch die Mutterpflanze und kann ihr zu neuem, kräftigerem Wachstum verhelfen. Dies ist eine Form des „Schneidens“, die der Pflanzengesundheit dient.
Bambus aus Samen und Stecklingen
Weniger gebräuchlich, aber dennoch möglich, ist die Vermehrung von Bambus aus Samen. Dies ist jedoch eine langwierige Methode, da Bambussamen oft nur kurze Zeit keimfähig sind und die Pflanzen aus Samen sehr langsam wachsen. Zudem ist das Ergebnis nicht immer genetisch identisch mit der Mutterpflanze, insbesondere bei Hybriden.
Die Vermehrung über Stecklinge ist ebenfalls möglich, aber nicht immer einfach. Junge Triebe können im Frühsommer geschnitten und zur Bewurzelung gebracht werden. Dies erfordert oft spezielle Bedingungen wie hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. Für den Hobbygärtner ist die Rhizomteilung daher die pragmatischste und erfolgreichste Methode, um Bambus zu vermehren und eigene Bestände zu schaffen oder zu ergänzen.
