Was sind Basilikum Sorten und warum gibt es sie?
Die Welt des Basilikums ist reicher, als viele denken. Über die bekannte, fast universell geliebte Sorte hinaus existiert eine beeindruckende Vielfalt an Basilikum-Sorten, jede mit einzigartigen Aromen, Formen und Verwendungszwecken, die den heimischen Garten und die Küche bereichern. Diese genetische und aromatische Bandbreite ist das Ergebnis jahrhundertelanger Kultivierung, gezielter Züchtung und der Anpassung an unterschiedliche klimatische Bedingungen und kulinarische Vorlieben rund um den Globus.
Jede Sorte ist ein kleines Ökosystem für sich, geformt durch Erbe und Umwelt. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen – von tiefroten Blättern bis hin zu winzigen, zarten Exemplaren –, sondern vor allem in ihrem Geruch und Geschmack. Manche duften intensiv süßlich-pfeffrig, andere tragen Noten von Zitrone, Anis oder sogar Zimt. Diese Nuancen sind es, die es ermöglichen, das Potenzial des Basilikums in der Küche voll auszuschöpfen und ihm immer wieder neue Facetten zu verleihen, weit über das klassische Pesto hinaus.
- Unterschiedliche Basilikum-Sorten bieten einzigartige Aromen und Geschmacksnuancen.
- Vielfalt entsteht durch Züchtung und Anpassung an verschiedene Klimazonen und Verwendungszwecke.
- Jede Sorte hat spezifische Eigenschaften für Küche und Garten.
- Die Auswahl der richtigen Sorte erweitert kulinarische Möglichkeiten.
- Genetische Vielfalt ermöglicht Anpassungsfähigkeit und spezielle Anbaubedingungen.
Die Entdeckung und Anwendung verschiedener Basilikum-Sorten öffnet die Tür zu einer kulinarischen Reise, die von den sonnenverwöhnten Feldern Italiens bis zu den exotischen Märkten Asiens reicht. Ob Sie ein erfahrener Gärtner sind, der nach neuen Herausforderungen sucht, oder ein Hobbykoch, der seine Gerichte verfeinern möchte – die Welt der Basilikum-Sorten wartet darauf, erkundet zu werden.
Die genetische Grundlage der Vielfalt
Die Grundlage für die beeindruckende Vielfalt an Basilikum-Sorten bildet die Gattung Ocimum, die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört. Innerhalb dieser Gattung gibt es zahlreiche Arten, von denen sich der Heilige Basilikum (Ocimum sanctum oder Ocimum tenuiflorum) und der Gewöhnliche Basilikum (Ocimum basilicum) als die kommerziell und kulinarisch wichtigsten erwiesen haben. Der Gewöhnliche Basilikum (Ocimum basilicum) ist dabei die Hauptquelle für die meisten bekannten Sorten, die wir heute im Handel finden oder selbst anbauen. Durch natürliche Kreuzungen, Mutation und gezielte menschliche Auswahl sind aus dieser Art unzählige Kultivare entstanden, die sich in Blattfarbe, -form, -größe, Wuchsform und vor allem in ihrem aromatischen Profil unterscheiden.
Klimatische Anpassung und kulinarische Präferenzen
Historisch gesehen haben sich Basilikum-Pflanzen in tropischen und subtropischen Regionen Asiens, Afrikas und Amerikas entwickelt. Ihre natürlichen Lebensräume stellten unterschiedliche Anforderungen an Temperatur, Licht und Bodenfeuchte. Züchter haben diese natürlichen Eigenschaften genutzt und weiterentwickelt, um Sorten zu schaffen, die robuster gegen kühlere Temperaturen sind, sich besser im Topf auf dem Fensterbrett machen oder spezifische Geschmacksrichtungen hervorheben, die zu regionalen Küchen passen. So hat sich beispielsweise in Südostasien der Thai-Basilikum mit seinem ausgeprägten Anis-Aroma entwickelt, während in Italien der klassische Basilikum mit süßlich-würziger Note zur Ikone wurde.
Der Klassiker: Genoveser Basilikum und seine Verwandten
Wenn die meisten Menschen an Basilikum denken, visualisieren sie wahrscheinlich die Sorte 'Genovese', benannt nach der italienischen Hafenstadt Genua. Diese Sorte ist das Herzstück der klassischen italienischen Küche, unverzichtbar für Pesto alla Genovese, Tomate-Mozzarella-Salate und unzählige andere Gerichte. Ihr Aroma ist süßlich, leicht pfeffrig und wunderbar ausgewogen – eine Harmonie, die kaum zu übertreffen ist.
'Genovese' – Das Original für Pesto
Der 'Genovese' Basilikum zeichnet sich durch mittelgroße, hellgrüne, leicht blasige Blätter aus, die sich in dichten Büscheln entwickeln. Er wächst aufrecht und buschig und benötigt ausreichend Sonne sowie Wärme, um sein volles Potenzial zu entfalten. Das typische Aroma entsteht durch eine komplexe Mischung aus Linalool und Eugenol, wobei Linalool für die süßlich-blumigen Noten und Eugenol für die würzigen, nelkenartigen Anklänge verantwortlich ist. Für das authentische Pesto ist diese Sorte unverzichtbar, da ihre ätherischen Öle nicht zu dominieren, sondern die anderen Zutaten wunderbar zu ergänzen verstehen.
Ähnliche Sorten mit feinen Unterschieden
Neben dem 'Genovese' gibt es weitere Sorten, die dem klassischen Profil nahekommen, aber subtile Unterschiede aufweisen. Dazu gehört beispielsweise der 'Napolitano'-Basilikum, der oft noch größere, glattere Blätter besitzt und einen etwas milderen, aber dennoch reichen Geschmack mitbringt. Auch der 'Italian Large Leaf' ist eine beliebte Wahl für Liebhaber des süßlich-würzigen Aromas, oft mit noch kräftigerem Wuchs.
Diese Sorten sind ideal für alle, die den vertrauten Geschmack von italienischem Basilikum lieben und ihn in Salaten, Saucen oder als Garnitur verwenden möchten. Sie sind relativ einfach anzubauen, solange die Grundbedürfnisse nach Wärme, Licht und gut durchlässigem Boden erfüllt werden. Das regelmäßige Ernten fördert zudem einen buschigeren Wuchs und sorgt für eine kontinuierliche Ernte der aromatischen Blätter. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Basilikum nicht so intensiv schmeckt wie gewünscht, kann es an der Sorte liegen, aber auch an Standort und Pflege.
Pflegehinweise für klassische Sorten
Um das Beste aus Ihren klassischen Basilikum-Sorten herauszuholen, ist die richtige Pflege entscheidend. Stellen Sie sicher, dass die Pflanzen mindestens sechs Stunden Sonnenlicht pro Tag erhalten. Gießen Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Staunässe, da dies Wurzelfäule begünstigt. Ein gut durchlässiges Substrat ist daher unerlässlich. Das regelmäßige Köpfen der Triebspitzen regt die Pflanze an, mehr Seitenarme zu bilden, was zu einem buschigeren Wuchs führt und die Erntemenge erhöht. Entfernen Sie auch frühzeitig Blütenansätze, da diese die Energie der Pflanze von der Blattproduktion abziehen und das Aroma verändern können.
Exotische Aromen: Thai-Basilikum und seine asiatischen Cousins
Die Welt des Basilikums reicht weit über die mediterranen Gefilde hinaus und offenbart in Asien eine ganz eigene, faszinierende Dimension. Hier haben sich Sorten entwickelt, die mit gänzlich anderen Aromaprofilen aufwarten und Speisen eine exotische, oft leicht scharfe oder anisartige Note verleihen. Thai-Basilikum ist dabei nur der Anfang einer spannenden Entdeckungsreise.
Thai-Basilikum (Horapa) – Die Anis-Note
Der Thai-Basilikum, bekannt als 'Horapa', ist leicht an seinen grün-violetten Stielen und den oft leicht gezackten, eher schmalen Blättern zu erkennen. Sein Aroma ist deutlich anders als das seines italienischen Cousins: Es ist intensiv, mit ausgeprägten Noten von Anis und Lakritz, gepaart mit einer leichten Schärfe. Diese einzigartige Geschmackskomposition macht ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil vieler südostasiatischer Gerichte, von Currys über Suppen bis hin zu frischen Reispapierrollen. Er verträgt höhere Temperaturen besser als viele europäische Sorten und liebt volle Sonne.
Andere asiatische Varianten
Neben dem Horapa gibt es weitere bemerkenswerte asiatische Basilikum-Varianten. Der 'Thai Holy Basil' (Ocimum tenuiflorum, auch bekannt als Tulsi) ist in Indien und Südostasien heilig und hat ein noch schärferes, pfeffrigeres Aroma mit Nelken- und Zimtnoten. Er wird oft in der traditionellen Medizin und in würzigen Pfannengerichten verwendet. Der 'Lemon Basil' (eine Kreuzung, die oft als asiatisch klassifiziert wird) kombiniert das zitronige Aroma mit dem klassischen Basilikum-Geschmack und ist eine wunderbare Ergänzung für Fischgerichte, Salate und asiatische Nudelspezialitäten.
Diese exotischen Sorten bringen eine neue Dimension in Ihre Küche. Sie eignen sich hervorragend, um vertrauten Gerichten eine unerwartete Wendung zu geben oder um authentische asiatische Aromen nachzukochen. Ihre intensive Würze bedeutet oft, dass man nur eine kleine Menge benötigt, um eine große Wirkung zu erzielen. Beim Anbau ist zu beachten, dass sie ähnliche Bedürfnisse wie der klassische Basilikum haben: viel Wärme, Licht und gut drainierenden Boden. Sie sind oft etwas empfindlicher gegenüber Kälte und sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie.
Verwendung in der asiatischen Küche
Die kulinarische Anwendung von Thai-Basilikum und verwandten Sorten ist vielfältig. In Thai-Currys wie dem grünen oder roten Curry werden die Blätter oft gegen Ende der Kochzeit hinzugefügt, um ihr Aroma zu bewahren. Sie sind auch eine fantastische Ergänzung zu gebratenen Reisgerichten (Khao Pad) oder als frische Beilage zu vietnamesischen Pho-Suppen. Die schärferen Varianten wie Holy Basil eignen sich hervorragend für schnelle Pfannengerichte (Pad Krapow), bei denen das Kraut zusammen mit Fleisch, Chili und Knoblauch gebraten wird.
Farbenpracht im Beet: Roter Basilikum und seine dunklen Geschwister
Nicht nur geschmacklich, auch optisch hat Basilikum einiges zu bieten. Sorten mit roten oder dunkelvioletten Blättern bringen nicht nur Farbe in den Garten und auf den Teller, sondern bieten oft auch ein etwas anderes, intensiveres Aroma als ihre grünen Verwandten.
'Dark Opal' und 'Purple Ruffles' – Dunkle Schönheit
'Dark Opal' war eine der ersten rotblättrigen Sorten, die auf den Markt kam, und sie ist bis heute ein Favorit. Ihre Blätter sind tiefviolett bis fast schwarz und besitzen ein kräftiges, würziges Aroma mit leicht pfeffrigen Noten. Eine weitere beliebte Sorte ist 'Purple Ruffles', die sich durch stark gekrauste, tiefviolette Blätter auszeichnet und einen leicht süßlichen, würzigen Geschmack mitbringt. Beide Sorten sind nicht nur optisch ein Hingucker, sondern verfeinern auch Salate, Suppen oder als Garnitur.
'Red Rubin' – Ein kräftiges Rot
Etwas heller im Farbton, aber nicht weniger attraktiv ist 'Red Rubin'. Diese Sorte besticht durch ihre leuchtend roten Blätter und einen typischen, süßlich-würzigen Basilikum-Geschmack, der dem des Genoveser Basilikums ähnelt, aber oft als etwas intensiver empfunden wird. Sie ist eine ausgezeichnete Wahl, wenn Sie visuelles Interesse auf dem Teller wecken möchten, ohne auf den gewohnten Basilikum-Genuss verzichten zu müssen.
Der Anbau von rotem oder dunklem Basilikum unterscheidet sich kaum von dem der grünen Sorten. Sie benötigen viel Sonne, Wärme und gut durchlässige Erde. Tatsächlich kann die Sonneneinstrahlung die Intensität der Blattfarbe noch verstärken. Achten Sie darauf, die Blütenansätze zu entfernen, um das Aroma und die Blattproduktion zu fördern. Diese Sorten sind nicht nur für die Küche interessant, sondern auch für die Dekoration von Balkonkästen und Beeten, wo sie einen lebendigen Kontrast zu grünen Pflanzen bilden.
Anwendungsmöglichkeiten für farbigen Basilikum
Roter und dunkler Basilikum eignet sich hervorragend, um Gerichten eine dekorative Note zu verleihen. In Salaten setzen die dunkelvioletten Blätter faszinierende Akzente. Sie können auch fein gehackt über Pasta, Pizza oder als Bestandteil von Kräuterbutter verwendet werden. Bei der Zubereitung von Pestos ergeben rote Sorten eine wunderschöne, tiefrote Variante, die visuell und geschmacklich überzeugt. Wichtig ist, die Blätter möglichst frisch zu verwenden oder erst kurz vor dem Servieren zu den warmen Speisen hinzuzufügen, um ihr Aroma optimal zu erhalten und die Farbe nicht zu stark zu beeinträchtigen.
Kleine Blätter, großes Aroma: Buschbasilikum und Mini-Sorten
Für Liebhaber von kompaktem Wuchs und konzentriertem Geschmack sind Buschbasilikum und andere kleinblättrige Sorten die erste Wahl. Sie eignen sich perfekt für den Anbau auf kleinem Raum, wie auf der Fensterbank oder dem Balkon, und bieten oft ein überraschend intensives Aroma.
'African Blue' und 'Greek' – Kompakt und aromatisch
Der sogenannte 'African Blue' Basilikum ist eigentlich eine Hybride, die für ihren starken Wuchs und ein intensives, leicht minziges bis kampferartiges Aroma bekannt ist. Er bildet wunderschöne blau-violette Blütenstände und bleibt kompakter als viele andere Sorten. Ähnlich kompakt und beliebt ist der 'Greek' oder 'Greek Bush' Basilikum. Diese Sorte bildet dichte, buschige Pflanzen mit vielen kleinen, stark duftenden Blättern, die ein sehr reines, süßliches Basilikumaroma aufweisen. Sie ist ideal für den Anbau im Topf und für den sofortigen Gebrauch in der Küche.
'Tiny Tim' – Der Zwerg unter den Basilikumen
Für die kleinsten Anbauflächen gibt es 'Tiny Tim'. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Zwergsorte, die selbst im kleinsten Topf gut gedeiht. Trotz seiner geringen Größe von maximal 20-30 cm entwickelt 'Tiny Tim' erstaunlich viele kleine, aromatische Blätter, die ein mildes, klassisches Basilikumaroma tragen. Er ist der perfekte Begleiter für die Fensterbank über dem Küchenspülbecken, wo er jederzeit griffbereit ist.
Diese kleinwüchsigen Sorten sind ideal für Anfänger, da sie oft pflegeleichter sind und sich gut an begrenzte Platzverhältnisse anpassen. Die regelmäßige Ernte fördert ihre buschige Form und sorgt für kontinuierlichen Nachschub an frischen Blättern. Sie sind auch sehr dekorativ, wenn sie in kleinen Töpfen auf dem Tisch oder der Fensterbank platziert werden. Achten Sie bei allen kleinblättrigen Sorten darauf, die Erde feucht, aber nicht nass zu halten, und ihnen einen hellen Standort zu gönnen, um ihr volles Aroma zu entwickeln.
Der Vorteil von Topf-Basilikum
Buschbasilikum und Zwergsorten sind prädestiniert für den Anbau im Topf. Ihre kompakte Wuchsform und die oft gute Toleranz gegenüber den Bedingungen im Kübel machen sie zu idealen Pflanzen für Balkon, Terrasse oder die Fensterbank. Ein gut durchlässiges Substrat und regelmäßiges Gießen sind hierbei das A und O. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Sie können das Kraut jederzeit frisch ernten und direkt verarbeiten, was die Aromen am intensivsten zur Geltung bringt. Zudem sind sie leichter vor zu kühlen Temperaturen zu schützen, indem man sie bei Bedarf ins Haus holt.
Spezialitäten: Zitronenbasilikum und Zimtbasilikum
Abseits der klassischen und asiatischen Aromen gibt es Basilikum-Sorten, die mit ungewöhnlichen und faszinierenden Duft- und Geschmacksnoten aufwarten. Zitronenbasilikum und Zimtbasilikum sind Beispiele dafür, wie vielfältig das Spektrum des beliebten Krauts sein kann.
Zitronenbasilikum – Frische für Fisch und Salat
Zitronenbasilikum ist keine einzelne Sorte, sondern eine Gruppe von Basilikum-Typen, die ein deutliches Zitronenaroma aufweisen. Bekannte Sorten sind beispielsweise 'Lemon Basil' oder 'Lime Basil'. Diese Sorten sind eine Offenbarung für Liebhaber frischer Aromen. Ihr Duft erinnert stark an Zitrone, und ihr Geschmack ist eine exquisite Mischung aus klassischem Basilikum und spritziger Zitrusfrische. Sie sind die perfekte Ergänzung für Fisch- und Geflügelgerichte, Salate, Marinaden und sogar Desserts, wo sie eine leichte, erfrischende Komponente beisteuern.
Zimtbasilikum – Eine süßlich-würzige Überraschung
Weniger verbreitet, aber nicht weniger spannend, ist der Zimtbasilikum. Dieser hat ein deutliches Aroma von Zimt, das sich mit dem süßlich-würzigen Grundgeschmack des Basilikums vermischt. Diese Sorte eignet sich hervorragend für exotische Fruchtsalate, zum Würzen von Apfelgerichten oder sogar für winterliche Gebäckkreationen, wo sie eine ungewöhnliche, aber harmonische Note einbringt. Er ist eine echte Entdeckung für alle, die gerne mit neuen Aromen experimentieren.
Der Anbau dieser Spezialitäten erfordert die gleichen Bedingungen wie bei anderen Basilikum-Sorten: viel Licht, Wärme und gut drainierenden Boden. Ihre besonderen Aromen entfalten sich am besten, wenn die Pflanzen gesund und gut gepflegt sind. Das regelmäßige Ernten ist auch hier essenziell, um den Wuchs zu fördern und eine reiche Ernte der aromatischen Blätter zu gewährleisten. Probieren Sie diese Sorten aus, um Ihren kulinarischen Horizont zu erweitern und Ihren Gerichten eine ganz besondere Note zu verleihen.
Kreative Verwendung der Spezialitäten
Die kreative Küche profitiert enorm von den einzigartigen Aromen des Zitronen- und Zimtbasilikums. Zitronenbasilikum kann in einer Vinaigrette für einen grünen Salat, als Topping für gegrillten Fisch oder als aromatisierende Komponente in einer Zitronen-Limonade verwendet werden. Sogar in Cocktails kann es eine interessante, kräuterige Frische einbringen. Zimtbasilikum hingegen passt wunderbar zu gebackenen Äpfeln, in Obstsalate mit Beeren oder als ungewöhnliches Gewürz für Kürbisgerichte. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, um diese besonderen Aromen in Ihre Lieblingsrezepte zu integrieren.
Die richtige Pflege für alle Basilikum Sorten
Unabhängig von der gewählten Sorte gibt es grundlegende Pflegeprinzipien, die sicherstellen, dass Ihr Basilikum kräftig wächst und sein volles Aroma entwickelt. Diese Prinzipien sind universell und bilden die Basis für erfolgreichen Basilikumanbau, egal ob im Topf auf dem Fensterbrett oder im Freiland.
Standort und Lichtverhältnisse
Basilikum ist eine wärmeliebende Pflanze, die viel Licht benötigt. Wählen Sie für Ihre Pflanzen einen sonnigen Standort, der mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag bietet. Ideal sind nach Süden ausgerichtete Fensterbänke, sonnige Balkone oder gut belüftete Gewächshäuser. Während der Sommermonate können viele Sorten auch ins Freiland gepflanzt werden, sollten aber vor starkem Wind und Kälte geschützt werden. Eine gewisse Luftzirkulation ist wichtig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Bewässerung und Bodenvoraussetzungen
Die richtige Bewässerung ist entscheidend. Basilikum mag feuchten Boden, aber keine Staunässe. Gießen Sie regelmäßig, am besten morgens, und vermeiden Sie es, die Blätter direkt zu benetzen, da dies die Gefahr von Pilzbefall erhöht. Verwenden Sie am besten kalkarmes Wasser. Das Substrat sollte locker und gut durchlässig sein. Eine Mischung aus Kräutererde und etwas Sand oder Perlite ist ideal, um Staunässe zu verhindern und eine gute Belüftung der Wurzeln zu gewährleisten. Wenn Sie Basilikum im Topf ziehen, achten Sie auf Abzugslöcher.
Düngung und Ernte
Basilikum ist kein Starkzehrer, benötigt aber dennoch Nährstoffe für ein gesundes Wachstum. Eine leichte Düngung mit einem Flüssigdünger für Kräuter oder Gemüse alle vier bis sechs Wochen ist ausreichend. Überdüngen Sie nicht, da dies das Aroma beeinträchtigen kann. Die Ernte sollte regelmäßig erfolgen, indem Sie die Triebspitzen abschneiden. Dies fördert die Verzweigung und sorgt für einen buschigeren Wuchs sowie eine reiche Ernte. Schneiden Sie niemals mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal ab. Entfernen Sie zudem frühzeitig Blütenansätze, da diese die Produktion ätherischer Öle in den Blättern reduzieren und das Aroma verändern können.
Umgang mit Schädlingen und Krankheiten
Ein gesunder Basilikum ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Achten Sie auf ausreichende Belüftung und vermeiden Sie Staunässe. Gelegentlich können Blattläuse auftreten. Diese lassen sich oft mit einem Wasserstrahl oder durch den Einsatz von natürlichen Mitteln wie Neemöl bekämpfen. Bei Verdacht auf Pilzkrankheiten (z. B. durch zu feuchte Bedingungen) sollten befallene Blätter umgehend entfernt werden. Die richtige Pflege, insbesondere ein guter Standort und eine angepasste Bewässerung, ist die beste Vorbeugung.
Basilikum vermehren: Samen, Stecklinge und Teilung
Wenn Sie Ihre Lieblingssorte von Basilikum vermehren möchten oder einfach mehr von diesem wunderbaren Kraut in Ihrem Garten haben wollen, gibt es mehrere effektive Methoden. Die Vermehrung ist nicht nur kostengünstig, sondern ermöglicht es Ihnen auch, Ihre Ernte zu sichern und besondere Sorten zu erhalten.
Aussaat von Basilikum-Samen
Die gängigste Methode zur Vermehrung von Basilikum ist die Aussaat von Samen. Basilikum benötigt Wärme, um zu keimen, daher ist eine Aussaat im Haus ab März/April empfehlenswert. Verwenden Sie eine nährstoffarme Anzuchterde und säen Sie die feinen Samen nicht zu tief aus, nur leicht andrücken. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht und warm (idealerweise 20-25°C). Sobald die Sämlinge ihre ersten echten Blätter entwickeln, können sie pikiert, das heißt, in einzelne Töpfe umgesetzt werden. Ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten, können die jungen Pflanzen ins Freiland oder größere Töpfe umziehen.
Basilikum durch Stecklinge vermehren
Eine schnellere Methode, um eine bestimmte Sorte zu vermehren, ist die Anzucht aus Stecklingen. Schneiden Sie hierfür gesunde Triebe von einer Mutterpflanze ab, die noch nicht blühen. Entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Stecklinge in ein Glas mit Wasser oder direkt in feuchte Anzuchterde. Nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln. Die so vermehrten Pflanzen sind genetisch identisch mit der Mutterpflanze, was besonders bei bewährten Sorten von Vorteil ist. Diese Methode ist besonders gut geeignet, um die Lebensdauer einer Pflanze zu verlängern oder um Wintervorräte zu sichern.
Teilung von Wurzelballen (bei älteren Pflanzen)
Wenn Sie eine ältere, stark verzweigte Basilikum-Pflanze im Topf haben, können Sie diese auch durch Teilung vermehren. Graben Sie die Pflanze vorsichtig aus und teilen Sie den Wurzelballen mit einem sauberen Messer in zwei oder mehrere Teile, wobei jeder Teil mindestens einen kräftigen Trieb und ausreichend Wurzeln haben sollte. Setzen Sie die geteilten Pflanzen sofort in frische Erde und gießen Sie sie gut an. Diese Methode ist zwar nicht so verbreitet wie Aussaat oder Stecklinge, kann aber bei größeren Pflanzen eine gute Option sein.
Ernte und Pflege der Jungpflanzen
Unabhängig davon, wie Sie Ihren Basilikum vermehren, ist die richtige Pflege der jungen Pflanzen entscheidend für ihren Erfolg. Sämlinge und Stecklinge benötigen zunächst viel Licht und eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Sobald sie gut angewachsen sind und kräftige Wurzeln entwickelt haben, können sie wie ausgewachsene Pflanzen behandelt werden. Achten Sie darauf, die Jungpflanzen nicht zu überdüngen und sie langsam an die Außenbedingungen zu gewöhnen, falls sie im Haus vorgezogen wurden. Regelmäßiges Ernten fördert die Verzweigung und sorgt für eine üppige Ernte.
Basilikum ernten, lagern und nutzen
Die Ernte von Basilikum ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein fortlaufender Prozess, der die Pflanze dazu anregt, weiter zu wachsen und mehr Aroma zu entwickeln. Die richtige Handhabung nach der Ernte sichert den Genuss.
Der richtige Zeitpunkt und die Methode der Ernte
Basilikum kann geerntet werden, sobald die Pflanzen kräftig genug sind und die Blätter eine gute Größe erreicht haben. Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist der Morgen, nachdem der Tau abgetrocknet ist, da dann der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Schneiden Sie die Triebe mit einer scharfen Schere oder einem Messer knapp oberhalb eines Blattpaares ab. Dies fördert die Verzweigung und sorgt für einen buschigeren Wuchs. Entfernen Sie regelmäßig die oberen Triebspitzen, um die Bildung neuer Seitentriebe anzuregen. Vermeiden Sie es, nur einzelne Blätter abzuzupfen, da dies die Pflanze schwächen kann. Die Ernte der Blütenstände sollte vermieden werden, da sie die Energie der Pflanze von der Blattproduktion abziehen und das Aroma verändern.
Frische Lagerung: Ein kurzer Genuss
Basilikum ist eine sehr empfindliche Pflanze, was die Lagerung angeht. Am besten schmeckt er frisch vom Strauch. Wenn Sie mehr geerntet haben, als Sie sofort verbrauchen können, gibt es einige Möglichkeiten, ihn kurzzeitig frisch zu halten. Waschen Sie die geernteten Blätter vorsichtig und trocknen Sie sie gut ab. Legen Sie sie dann in einen leicht feuchten Küchenpapier oder wickeln Sie sie in ein feuchtes Tuch und bewahren Sie sie im Gemüsefach des Kühlschranks auf. Vermeiden Sie es, Basilikum im Kühlschrank in Plastiktüten aufzubewahren, da er dort schnell matschig wird und seine Aromen verliert. Kälte unter 10°C schadet den Blättern und kann zu Schwarzfärbung führen.
Trocknen und Einfrieren – Aromaverlust einkalkulieren
Das Trocknen von Basilikum ist möglich, aber mit einem erheblichen Aromaverlust verbunden. Die ätherischen Öle verflüchtigen sich schnell. Wenn Sie ihn dennoch trocknen möchten, bündeln Sie die Zweige und hängen Sie sie kopfüber an einem luftigen, dunklen und warmen Ort auf, bis sie vollständig trocken sind. Alternativ können die Blätter auf einem Backblech ausgebreitet und im Ofen bei niedrigster Temperatur (unter 40°C) getrocknet werden. Eingefrorener Basilikum bewahrt sein Aroma besser. Sie können die Blätter hacken, mit etwas Wasser oder Öl vermischen und in Eiswürfelbehältern einfrieren. Diese Basilikum-Eiswürfel können dann portionsweise Suppen, Saucen oder Eintöpfen zugegeben werden. Eine andere Methode ist das Einfrieren der ganzen Blätter auf einem Blech und das anschließende Abfüllen in Gefrierbeutel.
Basilikum in der Küche: Mehr als nur Pesto
Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Neben dem klassischen Pesto eignet sich Basilikum hervorragend für Tomatensaucen, Salate (Caprese), Bruschetta, Suppen, Aufläufe und als Garnitur für viele mediterrane Gerichte. Die verschiedenen Sorten bieten dabei jeweils eigene Nuancen: Zitronenbasilikum passt gut zu Fisch, Thai-Basilikum zu Currys und asiatischen Gerichten, und rote Sorten bringen Farbe in Salate und Pestos. Experimentieren Sie mit den verschiedenen Sorten, um Ihre Gerichte aufzuwerten.
Häufige Fragen zu Basilikum Sorten
Die Vielfalt der Basilikum-Sorten kann Fragen aufwerfen. Hier sind Antworten auf einige der häufigsten Anliegen, die Gärtner und Hobbyköche beschäftigen.
