Was ist Blütenendfäule und wie erkenne ich sie?
Blütenendfäule an Tomaten ist ein häufiges Problem, das zwar wie eine Krankheit wirkt, aber tatsächlich ein physiologischer Störung ist, die fast immer auf einen Mangel an Kalzium in den Früchten zurückzuführen ist. Charakteristisch sind dunkelbraune bis schwarze, eingesunkene Flecken an der Blütenseite der Tomatenfrucht, die sich mit der Zeit vergrößern und verhärten können. Besonders betroffen sind junge Früchte, aber auch reifere Tomaten können Symptome zeigen. Ein wichtiger Hinweis: Die Krankheit breitet sich nicht auf andere Pflanzen aus, sie betrifft nur die Frucht selbst. Sie tritt leider oft unerwartet auf, selbst bei sorgfältiger Pflege.
- Blütenendfäule ist eine Kalziummangelerscheinung, keine Pilzkrankheit.
- Erkennbar an schwarzen, eingesunkenen Flecken an der Blütenseite der Tomaten.
- Betrifft primär die Frucht, nicht die ganze Pflanze.
- Kann durch Wasserstress und Nährstoffungleichgewichte verschlimmert werden.
- Vorbeugung und schnelle Reaktion sind entscheidend.
Diese Flecken sind nicht nur optisch störend, sondern machen die betroffenen Früchte ungenießbar. Das Problem ist weit verbreitet und betrifft sowohl Hobbygärtner als auch kommerzielle Anbauer. Wenn Sie die ersten Anzeichen bemerken, ist schnelles Handeln gefragt, um die Ernte zu retten und zukünftige Früchte zu schützen. Die Ursache ist selten ein Mangel an Kalzium im Boden selbst, sondern vielmehr die eingeschränkte Fähigkeit der Pflanze, das verfügbare Kalzium zu den Früchten zu transportieren. Dies wird oft durch Faktoren wie unregelmäßiges Gießen, extreme Temperaturen oder eine unausgewogene Nährstoffversorgung begünstigt.
Ursachen für Blütenendfäule bei Tomaten
Die Hauptursache für Blütenendfäule bei Tomaten ist, wie bereits erwähnt, eine unzureichende Kalziumversorgung der wachsenden Früchte. Doch was hindert die Pflanze daran, das Kalzium dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird? Ein entscheidender Faktor ist unregelmäßige Wasserversorgung. Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser kann die Aufnahme und den Transport von Kalzium behindern. Bei Trockenheit ziehen die Pflanzen Wasser aus den Früchten zurück, wodurch das Kalziumkonzentrat steigt und sich ablagert. Zu viel Wasser kann dazu führen, dass andere Nährstoffe, die für die Kalziumaufnahme wichtig sind, im Boden verdrängt werden oder die Pflanze übermäßig wächst, was den Bedarf an Kalzium erhöht, der nicht gedeckt werden kann.
Weitere Faktoren, die das Problem verschärfen können, sind extreme Temperaturschwankungen, insbesondere ein schneller Wechsel zwischen Hitze und Kälte, sowie eine ungünstige Nährstoffbalance im Boden. Ein Überschuss an Stickstoff kann beispielsweise die Kalziumaufnahme negativ beeinflussen. Auch ein zu hoher Salzgehalt im Boden, etwa durch übermäßige Düngung, kann die Nährstoffaufnahme stören. Bei Tomatenpflanzen, die in Kübeln oder Gewächshäusern wachsen, kann die Belüftung eine Rolle spielen; eine schlechte Luftzirkulation kann die Verdunstung über die Blätter reduzieren, was den Wasser- und Nährstofftransport beeinträchtigt. Die richtige Bodenzusammensetzung und eine angepasste Düngung sind daher essenziell für gesunde Tomatenpflanzen.
Die Rolle von Kalzium und Wasser
Kalzium ist ein essentieller Nährstoff für den Aufbau von Zellwänden und spielt eine Schlüsselrolle bei der Fruchtentwicklung. Es muss kontinuierlich von den Wurzeln aufgenommen und zu den wachsenden Früchten transportiert werden. Dieser Transport erfolgt hauptsächlich über das Xylem, das Wasser- und Nährstoffleitungssystem der Pflanze. Wenn die Wasserversorgung schwankt, wird auch der Transport von Kalzium ungleichmäßig. Stellen Sie sich das wie eine Wasserleitung vor: Wenn der Druck schwankt, kommen die Nährstoffe nicht gleichmäßig an. Besonders kritisch ist die Phase der Fruchtbildung, in der der Bedarf an Kalzium am höchsten ist.
Die Bodenfeuchtigkeit sollte daher stets gleichmäßig gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht. Mulchen kann hierbei helfen, die Feuchtigkeit besser zu regulieren und Temperaturschwankungen im Boden zu minimieren. Auch das Ausbringen von geeigneten Düngemitteln, die reich an Kalzium sind, kann präventiv wirken. Doch Vorsicht: Eine Überdüngung mit Kalzium ist ebenso schädlich wie ein Mangel. Eine Bodenanalyse kann Aufschluss über den tatsächlichen Nährstoffgehalt geben. Oft ist es nicht der Mangel an Kalzium im Boden, sondern die mangelnde Aufnahmefähigkeit der Pflanze, die das Problem verursacht.
Bewährte Hausmittel gegen Blütenendfäule
Wenn die ersten Anzeichen von Blütenendfäule sichtbar werden, ist die Verzweiflung oft groß. Doch bevor Sie zu chemischen Mitteln greifen, gibt es eine Reihe von bewährten Hausmitteln, die helfen können, das Kalziumdefizit auszugleichen und die Pflanze zu stärken. Das Ziel ist es, schnell verfügbares Kalzium an die Frucht zu bringen.
Kalkmilch zur schnellen Kalziumzufuhr
Ein sehr effektives und altbewährtes Mittel ist die Anwendung von Kalkmilch. Diese können Sie ganz einfach selbst herstellen: Lösen Sie reinen Gartenkalk oder Branntkalk (Vorsicht bei der Handhabung von Branntkalk, er ist ätzend!) in Wasser auf. Ein gängiges Verhältnis ist etwa 100 Gramm Kalk auf 10 Liter Wasser. Lassen Sie die Mischung gut durchrühren und über Nacht stehen. Die Suspension wird dann vorsichtig über die Erde gegossen, nicht über die Blätter oder Früchte, da dies zu Verbrennungen führen kann. Ziel ist es, das Kalzium dem Wurzelbereich zuzuführen, damit die Pflanze es aufnehmen kann. Wiederholen Sie die Anwendung alle zwei bis drei Wochen, bis sich die Symptome bessern.
Eierschalen als natürliche Kalziumquelle
Eierschalen sind eine wunderbare, natürliche Quelle für Kalzium. Um sie für Ihre Tomaten nutzbar zu machen, sollten Sie sie gründlich reinigen und trocknen. Anschließend können Sie sie entweder zerkleinern oder im Ofen bei niedriger Temperatur rösten, um sie spröder zu machen und besser mörsern zu können. Feingemahlenes Eierschalenpulver kann direkt um die Tomatenpflanzen herum in die Erde eingearbeitet werden. Alternativ können Sie die pulverisierten Eierschalen auch in das Gießwasser geben. Bedenken Sie jedoch, dass das Kalzium aus Eierschalen nur langsam für die Pflanze verfügbar wird, da es organisch gebunden ist. Daher ist diese Methode eher zur Vorbeugung oder bei sehr milden Befällen geeignet und nicht als Sofortmaßnahme bei starkem Befall.
Bittersalz (Magnesiumsulfat) zur Nährstoffbalance
Auch wenn Blütenendfäule primär ein Kalziumproblem ist, spielt Magnesium eine unterstützende Rolle bei der Kalziumaufnahme und dem Transport. Bittersalz ist eine leicht verfügbare Magnesiumquelle. Ein bis zwei Esslöffel Bittersalz auf 10 Liter Wasser aufgelöst und einmalig als Gießanwendung um die Pflanzen herum ausgebracht, kann helfen, die Nährstoffbalance wiederherzustellen. Dies sollte jedoch nur bei einem nachgewiesenen Magnesiummangel oder zur allgemeinen Stärkung der Pflanze geschehen und nicht als alleinige Lösung für Blütenendfäule betrachtet werden. Die regelmäßige Zufuhr von Kalzium ist hierbei der wichtigste Faktor.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Die wirksamste Methode, um mit Blütenendfäule bei Tomaten fertig zu werden, ist die Vorbeugung. Wenn Sie von vornherein dafür sorgen, dass Ihre Tomatenpflanzen optimale Bedingungen vorfinden, minimieren Sie das Risiko, dass diese frustrierende Erscheinung auftritt. Eine gute Vorbeugung beginnt bereits bei der Auswahl des richtigen Standorts und der Erde.
Gleichmäßige Wasserversorgung sicherstellen
Der wichtigste Punkt zur Vorbeugung ist eine konstante und gleichmäßige Wasserversorgung. Vermeiden Sie es, die Pflanzen austrocknen zu lassen, nur um sie dann mit großen Mengen Wasser zu überschütten. Dies ist eine der häufigsten Ursachen für die Blütenendfäule. Gießen Sie regelmäßig, am besten morgens, und zwar direkt an die Wurzeln, um die Blätter trocken zu halten und Pilzkrankheiten vorzubeugen. Eine Mulchschicht um die Pflanzen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Temperaturschwankungen zu dämpfen. Auch Tropfbewässerungssysteme sind eine hervorragende Methode, um eine kontinuierliche Wasserzufuhr zu gewährleisten.
Wenn Sie Tomaten im Topf anbauen, achten Sie darauf, dass die Töpfe groß genug sind und das Wasser gut ablaufen kann. Überprüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig, indem Sie einen Finger etwa 2-3 cm tief in die Erde stecken. Fühlt es sich trocken an, ist es Zeit zu gießen. Bei extremer Hitze kann es notwendig sein, mehrmals täglich zu gießen.
Optimale Nährstoffversorgung und Bodengesundheit
Eine ausgewogene Düngung ist entscheidend. Tomaten benötigen neben Kalzium auch andere Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Eine Überdüngung mit Stickstoff oder ein Mangel an anderen wichtigen Nährstoffen kann die Kalziumaufnahme stören. Verwenden Sie einen speziellen Tomatendünger, der auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt ist. Achten Sie auf Produkte, die Kalzium enthalten, aber übertreiben Sie es nicht. Eine Bodenanalyse vor der Pflanzung kann Aufschluss darüber geben, welche Nährstoffe im Boden fehlen. Eine gesunde Bodenstruktur fördert die Wurzelgesundheit und damit die Nährstoffaufnahme.
Organische Dünger wie Kompost sind ebenfalls wertvoll, da sie nicht nur Nährstoffe liefern, sondern auch die Bodenstruktur verbessern und die Wasserspeicherfähigkeit erhöhen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Boden arm an Kalzium ist, können Sie im Herbst oder zeitigen Frühjahr vor dem Pflanzen etwas Gips (Calciumsulfat) oder gut verrotteten Kalk in den Boden einarbeiten. Seien Sie jedoch vorsichtig mit kalkhaltigen Düngern, wenn Ihr Boden bereits alkalisch ist.
Standortwahl und Pflanzabstand
Tomaten lieben Sonne und Wärme. Ein sonniger, windgeschützter Standort ist ideal. Ein guter Pflanzabstand von mindestens 60-80 cm zwischen den Pflanzen (je nach Sorte) ist wichtig, damit die Pflanzen genügend Licht und Luft bekommen und sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Dies verhindert auch, dass sich Krankheiten schnell ausbreiten. Das Ausgeizen bei Tomaten, das Entfernen der Seitentriebe, ist ebenfalls eine wichtige Pflegemaßnahme, die die Pflanze kräftigt und die Energie auf die Fruchtbildung konzentriert, anstatt auf übermäßiges Blattwachstum.
Was tun, wenn die Tomaten bereits befallen sind?
Wenn Sie bemerken, dass Ihre Tomatenpflanzen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Blütenendfäule zeigen, ist es wichtig, nicht die Hoffnung aufzugeben. Zuerst sollten Sie die befallenen Früchte ernten, auch wenn sie noch klein sind. Diese werden sich nicht mehr erholen und können bei weiterer Lagerung faulen, was Schimmelbildung begünstigen kann. Es ist ratsam, diese Früchte nicht auf dem Kompost zu entsorgen, um eine mögliche Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden, sondern sie separat zu entsorgen.
Danach ist es entscheidend, die Ursachen für den Befall zu identifizieren und sofort Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. Überprüfen Sie Ihre Bewässerungspraxis: Ist die Wasserversorgung konstant? Passen Sie die Gießfrequenz und -menge an die Wetterbedingungen an. Kontrollieren Sie die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig. Ein wichtiger Schritt ist auch die gezielte Kalziumzufuhr. Hier können Sie auf die bereits genannten Hausmittel wie Kalkmilch oder auch auf spezielle flüssige Kalziumdünger aus dem Fachhandel zurückgreifen. Diese flüssigen Dünger werden meist über die Blätter (Blattspritzung) oder direkt ins Gießwasser verabreicht und wirken schneller als beispielsweise gemahlene Eierschalen.
Die Bedeutung des Ausgeizens
Das Ausgeizen bei Tomaten ist eine Maßnahme, die oft unterschätzt wird, aber essenziell für die Gesundheit der Pflanze und die Qualität der Früchte ist. Indem Sie die Geiztriebe entfernen, die sich in den Blattachseln bilden, leiten Sie die Energie der Pflanze direkt in die Entwicklung der Hauptfrüchte. Dies kann auch dazu beitragen, dass die Pflanze insgesamt kräftiger wird und ihre Nährstoffe effizienter verteilt, was indirekt auch die Kalziumversorgung der Früchte unterstützen kann. Starkwüchsige Sorten benötigen diesbezüglich besondere Aufmerksamkeit.
Ein weiterer Vorteil des Ausgeizens ist die verbesserte Belüftung der Pflanze. Dies reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten und fördert ein gesünderes Wachstum. Achten Sie darauf, die Triebe mit einem sauberen Messer oder den Fingern abzubrechen, um Infektionen zu vermeiden. Regelmäßiges Ausgeizen, sobald die Triebe sichtbar sind, ist effektiver, als zu warten, bis sie zu groß geworden sind.
Langfristige Strategien für gesunde Ernten
Um zukünftige Ernten zu sichern, sollten Sie die Ursachen für die Blütenendfäule langfristig angehen. Dies bedeutet, dass Sie über den gesamten Sommer hinweg auf eine gleichmäßige Bewässerung achten und die Nährstoffversorgung Ihrer Tomatenpflanzen im Auge behalten. Überlegen Sie, ob Ihre Düngung ausgewogen ist oder ob Sie vielleicht zu viel Stickstoff verwenden. Eine Fruchtfolge im nächsten Jahr kann ebenfalls sinnvoll sein, um Bodenermüdung vorzubeugen und die Nährstoffverfügbarkeit zu optimieren. Das Beobachten Ihrer Pflanzen und das Anpassen der Pflege an ihre Bedürfnisse ist der Schlüssel zum Erfolg.
Tomaten pikieren, säen und der richtige Abstand
Der Weg zu gesunden Tomaten beginnt oft lange vor der Ernte, nämlich bei der Aussaat und dem Pikieren. Eine sorgfältige Vorbereitung legt den Grundstein für kräftige Pflanzen, die weniger anfällig für Probleme wie Blütenendfäule sind. Wenn Sie Ihre eigenen Tomaten säen, beginnen Sie idealerweise im späten Winter oder frühen Frühling in Anzuchtgefäßen.
Tomaten säen und pikieren – ein wichtiger Start
Für die Aussaat verwenden Sie am besten spezielle Anzuchterde, die nährstoffarm ist, um ein zu schnelles, vergeilendes Wachstum zu vermeiden. Die Samen werden nur leicht mit Erde bedeckt und die Anzuchtschalen an einem warmen, hellen Ort aufgestellt. Sobald die jungen Sämlinge die ersten echten Blätter entwickeln, ist es Zeit zum Pikieren. Das Pikieren bezeichnet das Vereinzeln der jungen Pflänzchen in einzelne Töpfe. Dabei werden die Wurzeln vorsichtig gestört, was das Wachstum eines kräftigeren Wurzelballens anregt. Verwenden Sie hierfür eine nährstoffreichere, aber dennoch gut durchlässige Erde.
Eine gute Wurzelentwicklung ist essenziell für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen, einschließlich Kalzium. Wenn das Wurzelsystem stark und gesund ist, kann die Pflanze ihre Nährstoffe effizienter transportieren und somit auch die Früchte besser versorgen. Achten Sie darauf, die jungen Pflanzen nach dem Pikieren gut anzugießen und sie langsam an die Außenbedingungen zu gewöhnen, bevor Sie sie ins Freiland oder in ihre endgültigen Töpfe pflanzen.
Der richtige Pflanzabstand für Tomaten
Der Pflanzabstand ist ein oft unterschätzter Faktor, der jedoch einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Tomatenpflanzen hat. Wenn Tomaten zu dicht stehen, konkurrieren sie stark um Licht, Wasser und Nährstoffe. Dies schwächt die Pflanzen und macht sie anfälliger für Krankheiten und physiologische Störungen wie die Blütenendfäule. Ein ausreichender Abstand sorgt für eine gute Luftzirkulation, was das Risiko von Pilzbefall reduziert und eine gleichmäßigere Verdunstung über die Blätter ermöglicht, die für den Nährstofftransport wichtig ist. Für die meisten gängigen Sorten wird ein Abstand von 60 bis 80 cm zwischen den Pflanzen und 40 bis 60 cm zwischen den Reihen empfohlen. Bei sehr wüchsigen oder buschigen Sorten kann ein größerer Abstand sinnvoll sein.
Der richtige Abstand erleichtert auch das Ausgeizen und die Ernte. Wenn Sie Tomaten ausgeizen, ist es wichtig, dass Sie die Pflanze nicht zu stark zurückschneiden, da sie dann möglicherweise nicht mehr genügend Energie hat, um die Früchte zu versorgen. Ein gut belüfteter und nicht überfüllter Standort ist die halbe Miete für gesunde Tomaten.
Tomaten düngen: Worauf Sie achten sollten
Die richtige Düngung ist ein Schlüssel zur Vorbeugung von Blütenendfäule und zur Förderung gesunder, ertragreicher Tomatenpflanzen. Es geht darum, die Pflanze mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen, ohne sie zu überfordern oder ein Ungleichgewicht zu schaffen. Da Blütenendfäule oft mit Kalziummangel in den Früchten zusammenhängt, spielt die Kalziumzufuhr eine besondere Rolle, muss aber im Kontext der gesamten Nährstoffversorgung betrachtet werden.
Das richtige Düngemittel wählen
Für Tomaten eignen sich spezielle Tomatendünger, die ein ausgewogenes Verhältnis von Hauptnährstoffen (Stickstoff, Phosphor, Kalium) und wichtigen Spurenelementen aufweisen. Achten Sie darauf, dass der Dünger ausreichend Kalzium enthält. Flüssigdünger können schnell über die Wurzeln oder sogar über die Blätter (Blattspritzung) aufgenommen werden und sind daher bei akuten Mangelerscheinungen oder zur schnellen Unterstützung sehr effektiv. Langzeitdünger, die in den Boden eingearbeitet werden, geben die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ab und sorgen für eine gleichmäßigere Versorgung.
Vermeiden Sie übermäßig stickstoffhaltige Dünger, besonders in der Hauptwachstumsphase der Früchte. Zu viel Stickstoff fördert zwar das Blattwachstum, kann aber die Aufnahme von Kalzium und anderen wichtigen Mineralstoffen hemmen. Ein ausgewogenes Verhältnis, bei dem der Stickstoffanteil nicht überwiegt, ist entscheidend. Organische Dünger wie Kompost oder gut verrotteter Mist liefern nicht nur Nährstoffe, sondern verbessern auch die Bodenstruktur und fördern das Bodenleben, was die Nährstoffaufnahme der Pflanzen verbessert.
Zeitpunkt und Häufigkeit der Düngung
Die Düngung sollte an die Wachstumsphase der Tomaten angepasst werden. Direkt nach dem Auspflanzen ins Freiland oder in den endgültigen Topf benötigen die Pflanzen zunächst eine Grundversorgung. Wenn die ersten Blütenansätze erscheinen und die Fruchtbildung beginnt, steigt der Nährstoffbedarf, insbesondere an Kalium und Kalzium. Zu diesem Zeitpunkt ist eine zusätzliche Düngung oft angebracht.
Die Häufigkeit hängt vom verwendeten Dünger ab. Flüssigdünger werden meist wöchentlich oder alle zwei Wochen angewendet, während Langzeitdünger nur ein- bis zweimal pro Saison ausgebracht werden müssen. Eine Überdüngung ist schädlich und kann mehr Probleme verursachen als beheben. Halten Sie sich immer an die Dosierungsempfehlungen auf der Produktverpackung. Eine langsame, stetige Versorgung ist besser als eine kurzfristige Überdüngung.
Spezielle Bedürfnisse bei Topftomaten und im Gewächshaus
Tomaten, die im Topf oder im Gewächshaus gezogen werden, haben oft spezielle Bedürfnisse. In Töpfen ist das Erdvolumen begrenzt, und die Nährstoffe können schneller ausgewaschen werden. Daher ist hier eine regelmäßige, aber angepasste Düngung unerlässlich. Achten Sie auf eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden, da diese die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt. Im Gewächshaus können höhere Temperaturen und eine intensive Sonneneinstrahlung den Nährstoffbedarf der Pflanzen erhöhen und die Wasserverdunstung beschleunigen. Eine sorgfältige Beobachtung der Pflanzen und eine entsprechende Anpassung der Bewässerung und Düngung sind hier besonders wichtig, um Problemen wie Blütenendfäule vorzubeugen.
Fazit: Gesunde Tomaten durch gezielte Pflege
Blütenendfäule bei Tomaten ist ein lösbares Problem, das mit dem richtigen Wissen und gezielter Pflege effektiv bekämpft und vor allem verhindert werden kann. Die Schlüsselfaktoren sind eine gleichmäßige Wasserversorgung, eine ausgewogene Nährstoffzufuhr mit ausreichend Kalzium und eine gute Bodengesundheit. Indem Sie die Ursachen verstehen und präventive Maßnahmen ergreifen, können Sie die Gesundheit Ihrer Tomatenpflanzen maßgeblich fördern und sich über eine reiche, gesunde Ernte freuen.
Denken Sie daran, dass jede Tomatensorte leicht unterschiedliche Bedürfnisse haben kann, und dass die Umweltbedingungen – Wetter, Bodenbeschaffenheit, Standort – eine große Rolle spielen. Eine aufmerksame Beobachtung Ihrer Pflanzen und die Bereitschaft, die Pflege anzupassen, sind daher unerlässlich. Ob Sie auf bewährte Hausmittel wie Eierschalen oder Kalkmilch setzen oder auf spezielle Dünger zurückgreifen, das Ziel bleibt dasselbe: die Bereitstellung der optimalen Bedingungen für Ihre Tomaten, damit sie gesund wachsen und gedeihen können.
Die richtige Pflege beginnt bereits bei der Aussaat und dem Pikieren, setzt sich fort im optimalen Pflanzabstand und der regelmäßigen, aber bedarfsgerechten Düngung. Auch das Ausgeizen spielt eine Rolle für die allgemeine Vitalität der Pflanze. Mit diesen Maßnahmen legen Sie den Grundstein für den Schutz Ihrer Tomaten vor Blütenendfäule und vielen anderen Krankheiten.
Wenn Sie dennoch mit dem Problem konfrontiert werden, zögern Sie nicht, die oben genannten Hausmittel und Korrekturmaßnahmen anzuwenden. Oft ist nur eine Anpassung der Pflegepraxis nötig, um die Pflanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Genießen Sie die Früchte Ihrer Arbeit – gesunde und schmackhafte Tomaten aus Ihrem eigenen Garten!
