Was ist Bokashi und warum es sich lohnt, es selbst zu machen

Bokashi selber machen ist mehr als nur ein Trend in der nachhaltigen Gartenpflege; es ist eine clevere Methode, organische Abfälle durch Fermentation in wertvollen Kompost umzuwandeln. Im Gegensatz zum herkömmlichen Kompostieren, bei dem organische Materialien von Mikroorganismen unter aeroben (sauerstoffhaltigen) Bedingungen zersetzt werden, nutzt Bokashi einen anaeroben (sauerstofffreien) Fermentationsprozess. Dieser wird durch den Einsatz von sogenannten Effektiven Mikroorganismen (EM) angeregt, einer speziellen Mischung aus nützlichen Bakterien, Hefen und Pilzen. Das Ergebnis ist kein verrotteter Kompost im klassischen Sinne, sondern ein fermentiertes Substrat, das reich an Nährstoffen und frei von Unkraut­samen und Krankheitserregern ist. Dies macht es zu einer idealen Vorstufe für die Einbringung in Beete oder die Weiterverarbeitung im Kompost.

Die Vorteile, Bokashi selber zu machen, sind vielfältig. Erstens reduziert es die Menge an Küchenabfällen, die sonst im Restmüll landen würden – ein wichtiger Beitrag zur Müllvermeidung. Zweitens liefert es einen nährstoffreichen Flüssigdünger, den sogenannten Bokashi-Tee, der verdünnt als hervorragendes Düngemittel für Pflanzen dient. Drittens ermöglicht die fermentierte Bokashi-Masse eine schnelle und nährstoffschonende Bodenvorbereitung, da die Mikroorganismen den Zersetzungsprozess im Boden weiterführen. Dieses Verfahren ist zudem geruchsarm und kann, dank der luftdichten Eimer, auch in geschlossenen Räumen wie der Küche angewendet werden. Die Investition in die Grundmaterialien ist überschaubar, und die Methode ist, einmal verstanden, leicht in den Alltag zu integrieren.

  • Bokashi nutzt anaerobe Fermentation mit EM für nährstoffreichen Kompost.
  • Reduziert Küchenabfälle und liefert wertvollen Flüssigdünger.
  • Geruchsarm und ideal für die Anwendung in der Küche geeignet.
  • Verbessert Bodengesundheit und Nährstoffverfügbarkeit.

Grundprinzipien der Bokashi-Fermentation

Das Herzstück des Bokashi-Prozesses sind die Effektiven Mikroorganismen (EM). Diese lebendige Kultur, oft als EM-Aktiv oder Bokashi-Starter bezeichnet, enthält eine Synergie aus Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthese­bakterien. Wenn diese Kultur auf organisches Material trifft, das ausreichend Feuchtigkeit und wenig Sauerstoff vorfindet, beginnt sie, die organischen Stoffe zu fermentieren. Dabei werden Zucker und andere Kohlenhydrate in Milchsäure umgewandelt. Diese Milchsäure senkt den pH-Wert des Materials ab und schafft ein Milieu, in dem unerwünschte Fäulnis­bakterien und Krankheits­erreger kaum überleben können. Gleichzeitig bauen die EM Proteine ab und produzieren Aminosäuren sowie verschiedene Enzyme, die später im Boden weiterwirken. Der Prozess ist ein kontrollierter biologischer Abbau, der das Ausgangsmaterial nicht zersetzt, sondern konserviert und in eine leicht verdauliche Form für Bodenorganismen umwandelt.

Der richtige Feuchtigkeitsgehalt ist entscheidend für eine erfolgreiche Bokashi-Fermentation. Das Material sollte sich feucht wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen – nicht tropfnass, aber auch nicht trocken. Ist es zu feucht, kann Fäulnis entstehen; ist es zu trocken, können die Mikroorganismen nicht richtig arbeiten. Sauerstoffabschluss ist ebenso kritisch. Dies wird durch die speziellen Bokashi-Eimer gewährleistet, die mit einem luftdichten Deckel und einem Hahn zur Entnahme des Flüssigdüngers ausgestattet sind. Durch das Schließen des Deckels wird verhindert, dass Luft eindringt, was die anaeroben Bedingungen aufrechterhält und die gewünschte Fermentation fördert.

Die Essenz des Bokashi-Selbstmachens liegt in der Schaffung einer optimalen Umgebung für die Mikroorganismen.

Was Sie benötigen: Materialien für Ihr Bokashi-Projekt

Um mit Bokashi selber machen zu beginnen, brauchen Sie im Grunde nur zwei Hauptkomponenten: geeignete Behälter und die fermentierende Starterkultur. Die Behälter, die gemeinhin als Bokashi-Eimer bezeichnet werden, sind speziell dafür konzipiert, den anaeroben Prozess zu ermöglichen. Sie bestehen typischerweise aus Kunststoff, sind mit einem luftdichten Deckel und einem Ablasshahn ausgestattet, um den austretenden Flüssigdünger zu sammeln. Obwohl es fertige Bokashi-Sets zu kaufen gibt, ist das Selbermachen oft wirtschaftlicher und ermöglicht eine individuelle Anpassung. Sie können auch zwei identische Behälter verwenden, sodass während die Fermentation in einem läuft, der zweite gereinigt und bereitgestellt werden kann.

Alternative Behälter und eigene Konstruktion

Wenn Sie Bokashi selber machen und die Eimer nicht kaufen möchten, können Sie diese auch leicht selbst bauen. Am einfachsten ist es, zwei stabile, lebensmittelechte Kunststoff­eimer mit jeweils etwa 15 bis 20 Litern Fassungsvermögen zu verwenden. Wichtig ist, dass sie gut aufeinander passen und der obere Eimer luftdicht abschließt, wenn er auf den unteren gestellt oder dessen Deckel verschlossen wird. In den oberen Eimer müssen Sie einen Siebeinsatz legen, der verhindert, dass das fermentierte Material durch den Ablasshahn gespült wird. Diesen Siebeinsatz können Sie aus einem passenden Kunststoffdeckel ausschneiden oder ein grobes Plastikgitter verwenden. Bohren Sie auch am Boden des oberen Eimers kleine Löcher, damit die Flüssigkeit ungehindert in den unteren Eimer abfließen kann. Der untere Eimer dient als Auffangbehälter für den Bokashi-Tee und muss ebenfalls einen Hahn bekommen, der meist durch Bohren eines Lochs und Einkleben oder Einschrauben eines handelsüblichen Kunststoffhahns (z. B. aus dem Campingbedarf oder für Getränkespender) realisiert wird. Achten Sie darauf, dass der Hahn gut abgedichtet ist.

Die Bokashi-Starterkultur, oft als EM-Pulver oder EM-Granulat erhältlich, ist unerlässlich. Diese enthält die lebenden Effektiven Mikroorganismen, die für die Fermentation sorgen. Sie können EM-Pulver online, in Gartencentern oder spezialisierten Geschäften für ökologischen Landbau finden. Manche Gärtner stellen auch ihre eigene Starterkultur her, was jedoch anspruchsvoller ist und oft spezielle Ausgangs­materialien erfordert. Für den Anfang ist der Kauf eines handelsüblichen Bokashi-Starters empfehlenswert. Sie benötigen auch reines, chlorfreies Wasser zum Aktivieren des Starters, falls dieser in Pulverform vorliegt.

Zusätzliche Helfer für den Prozess

Neben den Eimern und der Starterkultur sind weitere Hilfsmittel nützlich. Ein kleiner Schaufel oder eine Handhacke kann beim Vermischen des organischen Materials mit dem Starter helfen. Ein Messbecher zum Abmessen des Wassers und der Startermenge ist ebenfalls praktisch. Um das Material im Eimer gut zu verdichten und Luft einzuschließen, kann ein einfacher Stampfer oder ein Stück Holz gute Dienste leisten. Ein kleiner Trichter kann hilfreich sein, wenn Sie den Bokashi-Tee aus dem unteren Eimer in eine Gießkanne umfüllen, um Verschütten zu vermeiden. Bei der Herstellung der Siebeinsätze für den Eigenbau-Bokashi-Eimer sind eventuell eine Bohrmaschine, eine Stichsäge und Schleifpapier vonnöten, um die Löcher und Kanten sauber zu gestalten.

Die Auswahl der richtigen Behälter bildet das Fundament für erfolgreiche Bokashi-Fermentation zu Hause.

Welche Art von organischer Abfall kann fermentiert werden?

Praktisch alle organischen Küchenabfälle eignen sich für das Bokashi-Verfahren. Dazu gehören Gemüsereste, Obstschalen, Kaffeesatz, Teebeutel (ohne Kunststoffanteil), gekochte und rohe Essensreste, Eierschalen, Fischgräten und kleine Knochen. Auch verdorbene Milchprodukte und sogar kleine Mengen Fleischabfälle können verarbeitet werden, was im herkömmlichen Kompost oft problematisch ist. Der Schlüssel ist, dass das Material nicht zu flüssig oder zu trocken ist und möglichst klein geschnitten wird, um den Mikroorganismen eine größere Angriffsfläche zu bieten. Vermeiden Sie große Mengen an öligen oder stark fetthaltigen Abfällen, da dies den Prozess verlangsamen kann. Auch rein pflanzliche Gartenabfälle wie Laub oder Rasenschnitt können beigemischt werden, um die Kompostierung zu fördern, sofern sie nicht zu holzig sind.

Schritt-für-Schritt: So machen Sie Bokashi selber

Bokashi selber machen erfordert ein klares Vorgehen, das die Bedingungen für die Mikroorganismen optimiert. Beginnen Sie damit, Ihre organischen Abfälle (Küchenabfälle, Essensreste etc.) vorzubereiten. Zerkleinern Sie größere Stücke, damit die Fermentation schneller und gleichmäßiger abläuft. Dies erleichtert den Mikroorganismen die Arbeit und sorgt dafür, dass der Eimer effizienter gefüllt werden kann. Ein gut zerkleinerter Abfall bedeutet eine bessere Nährstoffverfügbarkeit für die EM.

Vorbereitung und erste Schicht

Nehmen Sie nun Ihre Bokashi-Starterkultur (EM-Pulver oder -Granulat) und mischen Sie sie nach Anweisung des Herstellers mit lauwarmem, chlorfreiem Wasser. Lassen Sie die Mischung oft eine Weile stehen, damit sich die Mikroorganismen aktivieren können. In der Zwischenzeit legen Sie den Siebeinsatz in Ihren sauberen Bokashi-Eimer und geben eine dünne Schicht des vorbereiteten organischen Materials hinein. Darauf verteilen Sie nun eine dünne Schicht der aktivierten EM-Lösung. Achten Sie darauf, dass die Lösung das organische Material gut benetzt. Dies ist die erste Schicht, die den Fermentationsprozess einleitet.

Schichtweise Befüllung und Verdichtung

Fahren Sie fort, abwechselnd Schichten von organischem Material und EM-Lösung hinzuzufügen. Streben Sie ein Verhältnis von etwa 1:10 an – also auf 10 Teile organischen Abfalls kommt 1 Teil Flüssigkeit (EM-Lösung). Bei jedem Befüllen ist es wichtig, das Material gut zu verdichten, um so viel Luft wie möglich herauszudrücken. Dies kann mit einem Stampfer oder einfach mit der Hand erfolgen. Eine gute Verdichtung ist entscheidend, um die anaeroben Bedingungen aufrechtzuerhalten. Wenn Sie nach einer Schicht feststellen, dass das Material zu trocken ist, sprühen Sie es leicht mit Wasser an, bis es sich feucht wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt. Sie sollten keine unangenehmen Gerüche wahrnehmen; ein leicht säuerlicher oder pilzartiger Geruch ist normal.

Der Fermentationsprozess und die Bokashi-Tee-Gewinnung

Sobald der Eimer zu etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln gefüllt ist, verschließen Sie ihn fest mit dem luftdichten Deckel. Lassen Sie das Material nun für etwa zwei bis vier Wochen fermentieren. Während dieser Zeit werden die Mikroorganismen den Abfall umwandeln. Überprüfen Sie regelmäßig den Hahn des unteren Eimers und lassen Sie den sich sammelnden Flüssigdünger (Bokashi-Tee) ablaufen. Dies verhindert, dass sich zu viel Flüssigkeit im oberen Eimer staut, was die Fermentation stören könnte. Der Bokashi-Tee ist ein starker Dünger und sollte vor der Anwendung im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt werden.

Das sorgfältige Schichten und Verdichten ist Ihr Schlüssel zur erfolgreichen Bokashi-Fermentation.

Nach der Fermentation: Das Ergebnis

Nach der Fermentationszeit ist das Material im Eimer deutlich reduziert und hat eine säuerliche, manchmal leicht alkoholische Note. Es ist kein fertiger Kompost, sondern ein fermentiertes Substrat, das nun im Boden weiterverarbeitet werden muss. Graben Sie das fermentierte Material in die Erde Ihres Gartens oder Hochbeetes ein. Es sollte vollständig mit Erde bedeckt sein, um den Prozess des Nachkompostierens zu unterstützen und Gerüche zu minimieren. Innerhalb weniger Wochen hat sich das Material vollständig zersetzt und bereichert den Boden mit Nährstoffen und nützlichen Mikroorganismen.

Anwendung und Weiterverarbeitung des fermentierten Materials

Das Ergebnis der Bokashi-Fermentation ist ein fermentiertes Material, das noch nicht ganz reif für die direkte Ausbringung auf empfindliche Pflanzen ist, aber eine hervorragende Grundlage für den Boden darstellt. Die Mikroorganismen haben die organischen Stoffe vorbereitet, und nun ist es an den Bodenorganismen, die eigentliche Zersetzung und Nährstofffreisetzung zu übernehmen. Das Ziel ist, das fermentierte Bokashi-Substrat so in den Boden zu integrieren, dass es von den vorhandenen Mikroben und Pilzen im Erdreich weiterverarbeitet werden kann.

Einarbeitung in den Gartenboden

Sobald der Bokashi-Eimer gefüllt und die Fermentation abgeschlossen ist (nach ca. 2-4 Wochen), ist das Substrat bereit zur Ausbringung. Graben Sie das fermentierte Material im Garten oder in Hochbeeten ein. Eine Tiefe von etwa 10-15 cm ist ideal, um sicherzustellen, dass es gut mit Erde bedeckt ist. Dies schützt das Material vor Austrocknung und vor neugierigen Tieren. Achten Sie darauf, dass keine Reste des Bokashi-Materials an der Oberfläche liegen bleiben. Der Boden selbst und seine Bewohner, wie Regenwürmer und Mikroorganismen, übernehmen nun den Zersetzungsprozess. Innerhalb von zwei bis vier Wochen sollte das fermentierte Material nahezu vollständig abgebaut sein und den Boden mit wertvollen Nährstoffen und verbessertem Humus anreichern.

Das Einarbeiten des fermentierten Materials schließt den Kreislauf und bereichert Ihren Boden nachhaltig.

Verwendung des Bokashi-Tees als Dünger

Der Bokashi-Tee, der während der Fermentation im unteren Eimer aufgefangen wird, ist ein hochkonzentrierter Flüssigdünger. Er ist reich an Nährstoffen, Mineralien und Mikroorganismen, die das Pflanzenwachstum fördern. Bevor Sie ihn verwenden, sollten Sie ihn immer verdünnen. Ein typisches Mischungsverhältnis ist 1:10 mit Wasser. Für robustere Pflanzen oder bei einem beobachteten Nährstoffmangel kann auch ein Verhältnis von 1:5 in Betracht gezogen werden. Überprüfen Sie den pH-Wert der verdünnten Lösung, um sicherzustellen, dass sie für Ihre Pflanzen verträglich ist. Der Bokashi-Tee eignet sich hervorragend für fast alle Pflanzen im Garten, auf dem Balkon oder für Zimmerpflanzen.

Die Anwendung erfolgt durch Gießen der Pflanzen oder durch Besprühen der Blätter (Blattdüngung). Achten Sie darauf, den Tee nicht bei direkter Sonneneinstrahlung auszubringen, da dies die Blätter verbrennen könnte. Idealerweise wird er morgens oder abends angewendet. Da der Bokashi-Tee lebende Mikroorganismen enthält, ist es ratsam, ihn kurz nach dem Entnehmen und Verdünnen zu verwenden, da die Mikroben nach einiger Zeit inaktiv werden könnten. Wenn Sie den Tee einmal nicht sofort verbrauchen können, lagern Sie ihn kühl und dunkel, aber er sollte nicht über mehrere Tage aufbewahrt werden.

Bokashi und der herkömmliche Kompost

Bokashi kann auch eine wertvolle Ergänzung zum herkömmlichen Komposthaufen sein. Wenn Sie das fermentierte Material in Ihren Kompost geben, beschleunigt es den dortigen Zersetzungsprozess erheblich. Die Mikroorganismen aus dem Bokashi arbeiten Hand in Hand mit den aeroben Organismen des Komposthaufens und sorgen für eine schnellere und effizientere Humusbildung. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie feststellen, dass Ihr Komposthaufen nur langsam verrottet oder bestimmte Abfälle wie Eierschalen oder kleine Knochen nur schleppend zersetzt werden. Das hinzugefügte Bokashi-Material wirkt wie ein Turbo für Ihren Kompost.

Um diesen Effekt zu erzielen, mischen Sie einfach das fertig fermentierte Bokashi-Material unter den bestehenden Komposthaufen. Achten Sie darauf, dass es gut verteilt wird. Der leicht saure pH-Wert des Bokashis stört die Kompostorganismen in der Regel nicht, sondern unterstützt sie eher, indem er unerwünschte Keime unterdrückt. Dieses Vorgehen verbindet die Vorteile der anaeroben Fermentation mit der klassischen aeroben Kompostierung und führt zu einem hochwertigen Kompostprodukt in kürzerer Zeit.

Tipps und Tricks für die erfolgreiche Bokashi-Fermentation

Auch wenn Bokashi selber machen prinzipiell einfach ist, gibt es einige Kniffe, die den Prozess optimieren und mögliche Probleme vermeiden helfen. Kleine Anpassungen und aufmerksame Beobachtung sind oft der Schlüssel, um das Beste aus Ihrem Bokashi-System herauszuholen. Denken Sie daran, dass die Mikroorganismen lebendig sind und auf ihre Umgebung reagieren.

Geruchsmanagement und Problemlösung

Ein typisches Problem bei der Fermentation kann unerwünschter Geruch sein. Wenn Ihr Bokashi-Eimer unangenehm faulig oder ammoniakartig riecht, ist das meist ein Zeichen dafür, dass zu viel Luft eingedrungen ist oder das Material zu feucht war. Überprüfen Sie den Deckel auf Dichtigkeit und stellen Sie sicher, dass der Hahn des unteren Eimers geschlossen ist, wenn Sie nicht gerade den Tee ablassen. Wenn das Material zu feucht ist, können Sie etwas trockenes Bokashi-Starter-Pulver oder Sägemehl (unbehandelt) hinzufügen, um die Feuchtigkeit zu binden. Kleinere Mengen an Kaffeesatz oder Zellulose­material können ebenfalls helfen, die Feuchtigkeit zu regulieren und die Mikroorganismen zu unterstützen. Fügen Sie immer wieder eine neue Schicht trockenen Materials hinzu, wenn die Bokashi-Flüssigkeit zu stark ist.

Sorgen Sie für eine lückenlose Abdeckung nach jeder Befüllung: Drücken Sie das neu hinzugefügte organische Material fest nach unten, um Luftblasen zu entfernen. Bei Bedarf können Sie eine dünne Schicht EM-Pulver oder Sägemehl darüber streuen, bevor Sie den Deckel schließen. Dies dient als zusätzliche Barriere gegen Luft und beugt Gerüchen vor.

Feuchtigkeitskontrolle ist entscheidend

Die richtige Feuchtigkeit ist einer der kritischsten Faktoren für die Bokashi-Fermentation. Das Material sollte sich feucht wie ein gut ausgewrungener Schwamm anfühlen. Wenn Sie eine Handvoll Material nehmen und kräftig zusammendrücken, sollten nur ein paar Tropfen Flüssigkeit austreten, aber keine ganze Pfütze entstehen. Ist das Material zu trocken, werden die Mikroorganismen nicht aktiv. Fügen Sie dann etwas chlorfreies Wasser hinzu. Ist es zu nass, kann es zu Fäulnis kommen. In diesem Fall hilft das Hinzufügen von trockenen Materialien wie Bokashi-Starter-Pulver, Kleie oder unbehandeltem Sägemehl, die Feuchtigkeit zu reduzieren.

Die Feuchtigkeitsbalance ist der stille Held erfolgreicher Bokashi-Fermentation.

Optimale Temperaturen und Lagerung

Bokashi-Mikroorganismen arbeiten am besten bei Temperaturen zwischen 15°C und 30°C. Bei kälteren Temperaturen verlangsamt sich die Fermentation erheblich. Wenn Sie Bokashi im Winter draußen lagern, sollten Sie dies in einem isolierten Bereich oder im Haus tun, um die Mikroorganismen aktiv zu halten. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, da diese das Material überhitzen kann. Stellen Sie den Bokashi-Eimer an einem dunklen, kühlen, aber nicht zu kalten Ort auf.

Verdünnung des Bokashi-Tees

Erinnern Sie sich daran, den Bokashi-Tee immer zu verdünnen, bevor Sie ihn als Dünger verwenden. Ein Verhältnis von 1:10 mit Wasser ist ein guter Richtwert. Testen Sie die verdünnte Lösung an einer einzelnen Pflanze, bevor Sie alle Ihre Pflanzen damit versorgen. Wenn Sie bemerken, dass einige Pflanzen empfindlich auf den Dünger reagieren, verdünnen Sie ihn weiter. Die Anwendung kann je nach Bedarf alle ein bis zwei Wochen erfolgen.

Variationen und erweiterte Techniken des Bokashi

Bokashi selber machen kann über die Grundmethode hinaus erweitert und angepasst werden, um unterschiedliche Bedürfnisse zu erfüllen oder den Prozess zu optimieren. Diese Variationen nutzen die Kernprinzipien der fermentativen Umwandlung, passen sie aber an spezifische Herausforderungen oder Ziele an.

Bokashi mit Kleie und seine Vorteile

Eine beliebte Variation ist die Herstellung von Bokashi-Kleie, die als direkter Booster für den Bokashi-Eimer dient oder auch separat verwendet werden kann. Hierfür wird Kleie (Weizen-, Reis- oder Hirse­kleie) mit einer aktivierten EM-Lösung und oft etwas Melasse oder Zucker vermischt. Die Mischung wird dann abgedeckt und für einige Tage fermentieren gelassen. Die so entstandene Bokashi-Kleie ist reich an aktiven Mikroorganismen und kann als "Vor-Ferment" oder als Zusatz zum normalen Bokashi-Eimer verwendet werden. Sie hilft, den Fermentationsprozess zu beschleunigen und zu stabilisieren, besonders wenn das eingefüllte Material nicht optimal ist oder wenn die Temperaturen schwanken.

Die Bokashi-Kleie fungiert als lebendiger Starter, der die Fermentation in Gang bringt und hält.

Bokashi für die Tierhaltung

Einige Landwirte und Tierhalter verwenden Bokashi-Prinzipien, um Futter zu fermentieren oder Stallmist zu behandeln. Fermentiertes Futter kann die Verdauung bei Tieren verbessern und die Nährstoffaufnahme steigern. Bei der Behandlung von Stallmist kann Bokashi helfen, unangenehme Gerüche zu reduzieren und den Abbauprozess zu beschleunigen, bevor das Material kompostiert oder im Feld ausgebracht wird. Dies ist jedoch eine fortgeschrittenere Anwendung, die spezifisches Wissen über Tierernährung und Hygiene erfordert.

Bokashi im Kleingarten und auf dem Balkon

Für Balkongärtner und Menschen mit kleinen Gärten sind die kompakten Bokashi-Systeme ideal. Die Behälter nehmen wenig Platz ein, und der Prozess ist so konzipiert, dass er auch in Innenräumen stattfinden kann. Das Ergebnis – der fermentierte Kompost und der flüssige Dünger – ist perfekt für die Pflege von Kübelpflanzen, Kräutern und Gemüsepflanzen auf engstem Raum. Die Möglichkeit, nahezu alle Küchenabfälle zu verarbeiten, macht Bokashi zu einer besonders wertvollen Methode für Haushalte, die wenig oder keinen Zugang zu einem großen Komposthaufen haben.

Kombination mit anderen Kompostmethoden

Wie bereits erwähnt, kann Bokashi wunderbar mit traditioneller Kompostierung kombiniert werden. Das fertig fermentierte Material kann auf den normalen Komposthaufen gegeben werden, um dessen Reifung zu beschleunigen. Umgekehrt können auch reife Kompostmaterialien (z. B. Laub, Rasenschnitt) dem Bokashi-Eimer beigemischt werden, um die Struktur zu verbessern und die Nährstoffe zu ergänzen. Diese hybriden Ansätze nutzen die Stärken verschiedener Methoden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Bokashi selber machen

Wie lange dauert die Fermentation im Bokashi-Eimer?

Die reine Fermentationszeit im Bokashi-Eimer beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit wandelt die EM-Kultur die organischen Abfälle in ein fermentiertes Substrat um. Entscheidend sind hierbei die Umgebungstemperatur sowie die Qualität und Menge der eingesetzten Mikroorganismen und das richtige Feuchtigkeits­management.

Was ist das Besondere am Bokashi-Tee?

Der Bokashi-Tee ist ein flüssiger Dünger, der während der Fermentation aus den organischen Abfällen austritt. Er ist reich an Nährstoffen, Mineralien und aktiven Mikroorganismen. Verdünnt (typischerweise 1:10) ist er ein exzellenter, natürlicher Dünger für fast alle Pflanzen und fördert ein gesundes Pflanzenwachstum sowie eine positive Boden­mikrobiologie.

Ist Bokashi kompostieren geruchsintensiv?

Nein, ein gut funktionierendes Bokashi-System ist praktisch geruchsfrei. Ein leicht säuerlicher oder pilzartiger Geruch ist normal und erwünscht. Sollte ein stark fauliger oder ammoniakartiger Geruch auftreten, deutet dies auf Probleme wie zu viel Luft, zu viel Feuchtigkeit oder die falsche Art von Mikroorganismen hin, was sofort behoben werden sollte.

Wie unterscheidet sich Bokashi vom herkömmlichen Kompost?

Der Hauptunterschied liegt in der Methode: Bokashi nutzt anaerobe Fermentation mit Mikroorganismen, während herkömmlicher Kompost auf aerobe Verrottung durch Bakterien und Pilze setzt. Bokashi ist schneller, geruchsärmer und kann auch Fleisch- und Milchprodukte verarbeiten. Das Ergebnis ist ein fermentiertes Substrat, das im Boden nachkompostiert, nicht fertiger Kompost.

Kann ich auch Gartenabfälle im Bokashi-Eimer verarbeiten?

Ja, das ist möglich, besonders wenn die Gartenabfälle zerkleinert sind. Große Mengen an holzigen Materialien sind jedoch weniger geeignet. Das Bokashi-Verfahren eignet sich am besten für Küchenabfälle. Werden Gartenabfälle beigemischt, sollten sie gut mit anderen organischen Materialien vermischt und nicht den Hauptteil ausmachen, um die Fermentation nicht zu stören.

Wie oft muss ich den Bokashi-Eimer leeren und reinigen?

Der Bokashi-Eimer wird nicht geleert im Sinne von Entsorgen, sondern das fermentierte Material wird entnommen, sobald der Eimer voll ist. Nach der Entnahme reinigen Sie den Eimer gründlich mit Wasser, trocknen ihn und können ihn sofort wieder befüllen. Der Auffangbehälter für den Bokashi-Tee sollte regelmäßig geleert und bei Bedarf gespült werden.

Was mache ich mit dem fermentierten Material, wenn ich keinen Garten habe?

Wenn Sie keinen eigenen Garten haben, können Sie das fermentierte Bokashi-Material an Freunde oder Familie weitergeben, die einen Garten besitzen. Eine weitere Option ist die Entsorgung über die Biotonne, wobei hier die Vorteile der Fermentation teilweise verloren gehen. Manche städtischen Kompostieranlagen nehmen das Material auch an, um es dort weiterzuverarbeiten.