Warum Erbsen pflanzen? Mehr als nur eine grüne Delikatesse
Erbsen zu pflanzen ist eine Entscheidung, die Ihren Speiseplan bereichern und gleichzeitig Ihrem Garten eine lebendige Facette hinzufügen kann. Diese unscheinbaren Hülsenfrüchte sind nicht nur eine Quelle wertvoller Nährstoffe und ein köstlicher Bestandteil vieler Gerichte, sondern spielen auch eine wichtige Rolle im Ökosystem Ihres Gartens. Durch ihre Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft im Boden zu binden, verbessern sie dessen Fruchtbarkeit und kommen so auch nachfolgenden Kulturen zugute. Das frühe Wachstum von Erbsen im Frühjahr macht sie zu einer idealen Wahl, um die Gartensaison zu eröffnen und den Boden zu beleben, lange bevor wärmeliebende Pflanzen gesetzt werden können.
Der Anbau von Erbsen ist im Vergleich zu vielen anderen Gemüsesorten relativ unkompliziert. Mit ein wenig Vorbereitung und Aufmerksamkeit können Sie sich schon bald über eine reiche Ernte freuen. Vom knackigen Biss frischer Erbsen direkt aus der Schote bis hin zu ihrer Verwendung in Suppen, Salaten oder als Beilage – die kulinarische Vielfalt ist groß. Doch bevor es so weit ist, steht die Aussaat und Pflege. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts, des Standorts und der Sorte sind entscheidende Schritte für den Erfolg. Viele Gärtner schätzen die Erbsen auch wegen ihrer ansprechenden Blüte und der dekorativen Rankhilfen, die sie zu einem Blickfang im Gemüsebeet machen können.
Die Geschichte des Erbsenanbaus reicht weit zurück. Bereits seit Jahrtausenden werden Erbsen kultiviert und waren über lange Zeit ein Grundnahrungsmittel. Ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Klimazonen und Böden hat zu ihrer weltweiten Verbreitung beigetragen. Heute sind sie ein beliebtes Gartengemüse, das für seinen frischen Geschmack und seine gesundheitlichen Vorteile geschätzt wird. Wenn Sie sich entscheiden, Erbsen zu pflanzen, entscheiden Sie sich für ein Stück Gartenkultur, das Tradition mit Genuss verbindet.
Der Mehrwert für Boden und Tisch
Die Vorteile, die mit dem Pflanzen von Erbsen verbunden sind, sind vielfältig und betreffen sowohl den Gartenboden als auch Ihre Küche. Ein zentraler Aspekt ist die biologische Stickstofffixierung. Erbsen bilden in ihren Wurzelknöllchen Symbiosen mit Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff in für Pflanzen verwertbare Nährstoffe umwandeln. Dies reichert den Boden auf natürliche Weise an, reduziert den Bedarf an synthetischen Düngemitteln und verbessert die Bodenstruktur. Dies ist besonders wertvoll in Fruchtfolgen, da Erbsen den Boden für nachfolgende Starkzehrer wie Tomaten oder Kürbis vorbereiten können.
Darüber hinaus ist die Erntezeit im Frühsommer ein wunderbarer Anlass, frisches, lokales Gemüse zu genießen. Erbsen sind reich an Vitaminen (wie Vitamin C und K), Mineralstoffen (wie Eisen und Kalium) und Ballaststoffen. Sie sind leicht verdaulich und passen perfekt in eine gesunde Ernährung. Der Anbau im eigenen Garten garantiert Ihnen dabei maximale Frische und Aroma, da die Nährstoffe und der Geschmack unmittelbar nach der Ernte am besten sind.
Die Entscheidung, Erbsen anzubauen, ist somit eine Investition in nachhaltige Gartenpraktiken und gesunde Ernährung. Sie lernen die Zyklen der Natur kennen und erfahren die Befriedigung, eigenes Gemüse zu ziehen, das sowohl gut für den Planeten als auch für den eigenen Körper ist.
Grundlegende Prinzipien des Erbsenanbaus
Das Gelingen beim Pflanzen von Erbsen beruht auf einigen wesentlichen Prinzipien: der richtigen Bodenvorbereitung, der Wahl des Saatzeitpunkts, der ausreichenden Feuchtigkeit und der notwendigen Stützstruktur. Erbsen sind anspruchslos, aber sie danken es Ihnen, wenn Sie diese Grundlagen berücksichtigen. Ein gut durchlüfteter, humoser Boden ist ideal. Schwere, nasse Böden können zu Wurzelfäule führen, während zu sandige Böden die Feuchtigkeit nicht gut halten können. Vor dem Säen empfiehlt es sich, den Boden mit Kompost aufzuwerten und aufzulockern.
Die Bodentemperatur spielt eine entscheidende Rolle. Da Erbsen kühle Temperaturen bevorzugen, ist der frühe Frühling die ideale Zeit für die Aussaat im Freiland. Zu frühes Säen auf noch zu kaltem oder nassem Boden kann die Keimung verzögern oder zum Absterben der Sämlinge führen. Sobald die Temperaturen stabil über dem Gefrierpunkt liegen und der Boden bearbeitbar ist, kann mit dem Pflanzen begonnen werden. Eine Mulchschicht kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Sortenwahl. Es gibt zarte Zuckerschoten, schmackhafte Markerbsen und die klassischen Palerbsen. Jede Sorte hat ihre Eigenheiten bezüglich Wuchshöhe, Erntereife und optimalen Anbaubedingungen. Informieren Sie sich über die spezifischen Bedürfnisse der von Ihnen gewählten Sorte, um den Anbau gezielt darauf abzustimmen. Dies umfasst auch die benötigte Höhe und Art der Rankhilfe.
Vorbereitung ist alles: Der richtige Zeitpunkt und Standort
Bevor Sie Ihre ersten Erbsen säen, ist eine sorgfältige Planung des Zeitpunkts und der Wahl des Standorts unerlässlich für Ihren Erfolg. Erbsen sind klassische Frühjahrsgemüse und lieben kühle Temperaturen. Sie können daher relativ früh im Jahr, oft schon ab März, im Freiland ausgesät werden. Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrer Region und dem lokalen Wetter ab. Warten Sie, bis der Boden frostfrei und gut abgetrocknet ist, um Staunässe und Keimfäule zu vermeiden. Eine Bodentemperatur von mindestens 7°C ist ideal für eine zügige Keimung.
Die Standortwahl beeinflusst maßgeblich das Wachstum und den Ertrag Ihrer Erbsenpflanzen. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze. Volle Sonne fördert das Wachstum und die Blütenbildung, aber in sehr heißen Regionen kann ein halbschattiger Standort, insbesondere während der Mittagsstunden, vorteilhaft sein, um die Pflanzen vor starker Hitze zu schützen. Achten Sie darauf, dass der gewählte Platz vor starkem Wind geschützt ist, da die zarten Pflanzen leicht beschädigt werden können.
Den Boden optimal vorbereiten
Ein lockerer, durchlässiger und nährstoffreicher Boden ist die Basis für gesunde Erbsenpflanzen. Vor der Aussaat sollten Sie den Boden tiefgründig auflockern, idealerweise bis zu einer Tiefe von 20-30 cm. Entfernen Sie Unkräuter und Steine sorgfältig. Erbsen sind Leguminosen und benötigen nicht viel zusätzlichen Stickstoffdünger, da sie ihn selbst aus der Luft binden. Stattdessen profitiert die Pflanze von einer guten Versorgung mit Kalium und Phosphor, die für die Blütenbildung und Samenentwicklung wichtig sind. Eine Gabe reifen Komposts oder gut abgelagerten Stallmist vor der Pflanzung verbessert die Bodenstruktur und liefert diese wichtigen Nährstoffe.
Vermeiden Sie frischen Mist, da dieser zu einer Überdüngung mit Stickstoff führen kann, was sich negativ auf die Knöllchenbildung auswirkt. Wenn Sie im Vorjahr bereits Erbsen, Bohnen oder andere Leguminosen angebaut haben, wählen Sie für die aktuelle Saison einen anderen Standort. Dies dient der Vorbeugung von bodenbürtigen Krankheiten und der Fruchtfolge. Eine gute Drainage ist kritisch; auf nassen Böden entwickeln sich die Wurzeln schlecht und sind anfälliger für Pilzkrankheiten.
Zeitpunkt: Kälte als Freund, Hitze als Feind
Erbsen sind Kaltkeimer und profitieren von kühler Witterung während ihrer Wachstumsphase. Die Aussaat im frühen Frühling ermöglicht es den Pflanzen, sich zu etablieren, bevor die Sommerhitze einsetzt. Zu späte Aussaaten können dazu führen, dass die Pflanzen unter Hitze leiden und die Erträge geringer ausfallen. Eine Faustregel besagt, dass die Aussaat beginnen kann, sobald der Boden gut bearbeitbar ist und die Gefahr von starkem Frost vorüber ist. In milderen Regionen kann dies bereits Mitte März der Fall sein, in kälteren Gegenden eher im April. Für eine fortlaufende Ernte können Sie die Aussaat in Abständen von zwei bis drei Wochen wiederholen, bis etwa Mitte Mai.
Wenn Sie den Anbau im Herbst planen, ist dies in wärmeren Klimazonen möglich, erfordert aber eine frühere Aussaat im Spätsommer, damit die Pflanzen vor dem ersten Frost gut gedeihen können. Die sorgfältige Beobachtung der Wettervorhersage ist hierbei Ihr bester Ratgeber, um die empfindlichen Keimlinge vor späten Frösten zu schützen. Das Verständnis für die Temperaturansprüche der Erbsen ist ein Schlüssel zum Gelingen.
Tipp: Graben Sie die Saatfurchen nicht zu tief, besonders wenn der Boden noch kühl ist. Eine Aussaattiefe von 2-3 cm reicht in der Regel aus, um einen guten Bodenschluss zu gewährleisten, ohne die Keimung unnötig zu erschweren.
Schritt für Schritt: Erbsen säen und die Rankhilfe
Das Säen von Erbsen ist ein unkomplizierter Prozess, der mit der richtigen Vorbereitung schnell erledigt ist. Sie können Erbsen direkt ins Freiland säen, sobald der Boden bearbeitbar ist und die größten Fröste vorüber sind. Für die Aussaat benötigen Sie lediglich die Erbsensamen, eine Gartenschaufel oder einen Grubber und eine Möglichkeit, die Furchen zu markieren.
Beginnen Sie damit, den gewählten Bereich zu ebnen, falls nötig. Ziehen Sie dann mit einer Schaufel oder einem Grubber eine Furche. Die Tiefe sollte je nach Bodentyp und Sorte variieren, aber 2-5 cm sind ein guter Richtwert. Bei sehr leichten, sandigen Böden kann die Furche etwas tiefer sein als bei schweren, lehmigen Böden. Der Abstand zwischen den Furchen richtet sich nach der Wuchshöhe der gewählten Erbsensorte; breitere Abstände sind für höhere Sorten erforderlich, um genügend Platz für die Rankhilfe und die Belüftung zu schaffen.
Die richtige Aussaattechnik
Beim Pflanzen von Erbsen gibt es verschiedene Techniken. Die gängigste Methode ist die Reihensaat. Ziehen Sie eine Furche und legen Sie die Erbsen aufrecht oder liegend hinein. Achten Sie auf den richtigen Abstand zwischen den einzelnen Samen. Für niedrig wachsende Sorten reichen etwa 5-8 cm Abstand, während hochwachsende Sorten mehr Raum benötigen, etwa 10-15 cm. Nach dem Setzen der Samen bedecken Sie die Furche vorsichtig mit Erde und drücken sie leicht an, um einen guten Bodenschluss zu gewährleisten. Beschriften Sie die Fläche mit dem Sortennamen und dem Aussaatdatum, damit Sie den Überblick behalten.
Eine Alternative ist die Horstsaat, bei der Sie mehrere Samen in kleinen Gruppen (Horsten) in einem Abstand von etwa 20-30 cm legen. Dies kann sinnvoll sein, wenn Sie später eine stärkere Rankhilfe als Bündel nutzen möchten oder Platz sparen müssen. Achten Sie darauf, nicht zu dicht zu säen, da dies zu Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe führt und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht. Das Pflanzen von Erbsen in verschiedenen Tiefen kann ebenfalls die Keimung entzerren und so das Erntefenster verlängern.
Rankhilfe für Erbsen: Notwendigkeit und Optionen
Fast alle Erbsensorten benötigen eine Rankhilfe, da sie von Natur aus Wuchshöhen erreichen, die sie ohne Unterstützung umfallen lassen. Die Art der Rankhilfe sollte auf die gewählte Sorte abgestimmt sein. Niedrig wachsende Buschbohnen (oft auch als Erbsen bezeichnet) benötigen möglicherweise nur kleine Stützstäbe oder ein einfaches Drahtgeflecht. Höhere Sorten hingegen können bis zu 2 Meter hoch werden und erfordern stabilere Konstruktionen.
Eine klassische Methode ist die Verwendung von Hasendraht oder einem Netz, das zwischen stabilen Pfosten gespannt wird. Alternativ können Sie auch Äste oder Zweige als natürliche Rankhilfe nutzen. Viele Gärtner entscheiden sich für einfache Stöcke, an denen die Pflanzen hochgeleitet werden. Wichtig ist, dass die Rankhilfe stabil ist und dem Wind sowie dem Gewicht der vollen Fruchtstände standhält. Die Rankhilfe sollte idealerweise bereits vor der Aussaat oder kurz danach aufgestellt werden, damit die jungen Pflanzen ihre Ranken direkt anlegen können, ohne dass sie sich zuvor am Boden ausbreiten müssen. Dies erleichtert später auch die Ernte und minimiert das Risiko von Bodenschädlingen und Krankheiten.
Wichtiger Hinweis: Das Aufstellen der Rankhilfe nach dem Pflanzen kann die jungen, zarten Pflanzen beschädigen. Planen Sie dies vorausschauend ein, damit die Erbsen gleich beim Austrieb Halt finden.
Pflegeleicht zum Ziel: Bewässerung, Düngung und Unkrautbekämpfung
Nachdem Sie Ihre Erbsen erfolgreich gepflanzt haben, steht die Pflege im Vordergrund, um ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte zu gewährleisten. Glücklicherweise sind Erbsen keine besonders anspruchsvollen Pflanzen. Die wichtigsten Aspekte der Pflege sind die bedarfsgerechte Bewässerung, die richtige Düngung (die oft schon durch die Bodenvorbereitung abgedeckt ist) und die Kontrolle von Unkräutern.
Die Bewässerung ist besonders in trockenen Perioden entscheidend, vor allem während der Blüte- und Fruchtbildung. Erbsen benötigen gleichmäßige Feuchtigkeit, um üppige Schoten auszubilden. Vermeiden Sie sowohl vollständige Austrocknung als auch Staunässe. Gießen Sie am besten morgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen können. Dies reduziert das Risiko von Pilzkrankheiten, die sich auf feuchten Blättern und Stängeln rasch ausbreiten können.
Bewässerungsstrategien für Erbsen
Erbsenwurzeln sind relativ flach, daher ist eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Bewässerung ratsam. Ein trockener Boden führt zu schlechterem Wachstum, weniger Blüten und letztlich zu einer geringeren Ernte. In den ersten Wachstumsphasen ist der Wasserbedarf moderat, steigt aber deutlich während der Blüte und der Bildung der Schoten. Achten Sie auf Anzeichen von Trockenstress, wie beispielsweise hängende oder welkende Blätter.
Gießen Sie die Pflanzen direkt am Fuß, um die Blätter trocken zu halten. Mulchen Sie die Erde um die Pflanzen herum mit einer Schicht organischen Materials wie Stroh oder Rasenschnitt. Dies hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu speichern, die Bodentemperatur zu regulieren und die Konkurrenz durch Unkraut zu reduzieren. Gießt man von oben, kann dies die Nährstoffe aus dem oberen Bodenbereich wegspülen, was nicht ideal ist. Eine Tropfbewässerung ist eine effiziente Methode, um die Wurzelzone gezielt mit Wasser zu versorgen.
Düngung und Nährstoffversorgung
Wie bereits erwähnt, sind Erbsen Stickstofffixierer und benötigen daher normalerweise keinen zusätzlichen Stickstoffdünger. Eine gute Bodenqualität durch Kompost oder organische Erde vor der Pflanzung ist oft ausreichend. Wenn Ihr Boden jedoch nachweislich arm ist oder Sie unsicher sind, können Sie einen milden organischen Langzeitdünger verwenden, der reich an Phosphor und Kalium ist. Diese Nährstoffe sind wichtig für die Blüte und die Entwicklung der Erbsensamen.
Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff, sollte vermieden werden, da sie zu starkem Blattwachstum auf Kosten der Blüten- und Fruchtbildung führen kann. Auch die Bildung von Knöllchenbakterien kann beeinträchtigt werden. Eine Bodenprobe kann Aufschluss über den Nährstoffgehalt geben, ist aber für den Hobbygärtner meist nicht notwendig, wenn der Boden gut vorbereitet wurde. Die natürlichen Fähigkeiten der Erbsen zur Nährstoffaufnahme machen sie zu einer pflegeleichten Kultur.
Unkrautkontrolle und Mulchen
Unkraut konkurriert mit den Erbsenpflanzen um Wasser, Nährstoffe und Licht. Daher ist eine konsequente Unkrautbekämpfung wichtig. Da die Erbsenwurzeln eher flach sind, sollten Sie bei der Unkrautentfernung vorsichtig vorgehen, um sie nicht zu beschädigen. Das Jäten von Hand ist oft die beste Methode. Achten Sie darauf, das Unkraut frühzeitig zu entfernen, bevor es zu groß wird und sich stark ausbreitet.
Eine dicke Mulchschicht, wie oben bereits erwähnt, ist eine hervorragende Methode, um das Unkrautwachstum zu unterdrücken und gleichzeitig den Boden feucht zu halten. Wenn Sie regelmäßig mulchen, reduzieren Sie den Aufwand für das Jäten erheblich. Das Ziel ist, eine dichte, aber gut belüftete Bodenschicht zu schaffen, die den Erbsenpflanzen optimale Bedingungen bietet und gleichzeitig unerwünschte Konkurrenz minimiert.
Herausforderungen meistern: Schädlinge und Krankheiten bei Erbsen
Obwohl Erbsen generell als robust gelten, können sie dennoch von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Ein aufmerksamer Gärtner kann Probleme frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Ernte zu retten. Die meisten Probleme entstehen durch ungünstige Wachstumsbedingungen, wie Staunässe, extreme Trockenheit oder Nährstoffmangel, die die Pflanzen schwächen und anfälliger machen.
Die beste Vorbeugung ist immer, gesunde und widerstandsfähige Pflanzen zu züchten. Dies erreichen Sie durch die Wahl resistenter Sorten, die richtige Bodenvorbereitung, die Einhaltung der Fruchtfolge und eine angepasste Pflege. Wenn doch Probleme auftreten, ist es wichtig, die Ursache zu identifizieren, um die wirksamsten Maßnahmen zu ergreifen.
Häufige Schädlinge und ihre Bekämpfung
Zu den häufigsten Schädlingen zählen die Erbsenlaus (Bohnenblattlaus) und der Erbsenwickler. Erbsenläuse sind kleine, grüne oder schwarze Insekten, die sich auf den Triebspitzen und jungen Blättern ansammeln und den Saft der Pflanze saugen. Bei starkem Befall können die Pflanzen verkümmern. Der Erbsenwickler ist ein kleiner Falter, dessen Raupen die Erbsenschoten von innen anfressen, was die Ernte ungenießbar macht.
Gegen Erbsenläuse helfen oft schon Hausmittel wie das Abspritzen mit Wasser, das Abwischen mit einem feuchten Tuch oder die Anwendung von Brennnesseljauche. Natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer und Florfliegen unterstützen die biologische Schädlingsbekämpfung. Bei starkem Befall kann ein biologisches Insektizid auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis eingesetzt werden. Gegen den Erbsenwickler sind vorbeugende Maßnahmen wie eine gute Fruchtfolge und das rechtzeitige Entfernen von befallenen Pflanzenresten am wirksamsten.
Typische Krankheiten und ihre Vorbeugung
Die Erbsenpflanze ist anfällig für verschiedene Pilzkrankheiten, insbesondere wenn das Wetter feucht und kühl ist oder die Pflanzen unter Stress stehen. Dazu gehören Echter Mehltau, Falscher Mehltau und Wurzelbrand (besonders bei zu nassen und kalten Böden). Echter Mehltau äußert sich durch einen weißen, mehligen Belag auf den Blättern und Trieben, während falscher Mehltau eher graubraune Flecken verursacht.
Die beste Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten ist die Auswahl resistenter Sorten und die Vermeidung von Staunässe durch gut drainierende Böden und angepasste Bewässerung. Achten Sie auf ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Befallene Pflanzenteile sollten umgehend entfernt und entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In einigen Fällen können auch biologische Fungizide auf Basis von Kupfer oder Schwefel helfen, allerdings sollten diese nur gezielt und vorsichtig eingesetzt werden, um das ökologische Gleichgewicht nicht zu stören.
Achtung: Wenn Sie einen Befall mit Erbsenläusen oder Anzeichen von Pilzkrankheiten feststellen, überprüfen Sie sofort Ihre Bewässerungspraxis und die Luftzirkulation im Beet. Oft liegt die Ursache in diesen Pflegemaßnahmen.
Die Belohnung: Erbsen ernten und lagern
Der Moment, auf den jeder Gärtner wartet: die Ernte Ihrer selbst angebauten Erbsen. Der richtige Zeitpunkt für die Ernte hängt stark von der Erbsensorte ab, die Sie gepflanzt haben. Generell gilt: Ernten Sie, wenn die Schoten voll und prall sind, aber bevor die Samen darin zu hart werden. Frische Erbsen schmecken am besten und sind am zartesten.
Es ist wichtig zu wissen, dass Erbsen, die nicht geerntet werden, bald ihre Energie in die Samenbildung und damit in die nächste Generation stecken. Dies kann dazu führen, dass die Pflanze weniger neue Blüten bildet und die Ernteperiode sich verkürzt. Regelmäßiges Ernten fördert die Bildung neuer Schoten und verlängert somit die Erntezeit.
Wann und wie Sie Erbsen ernten
Für Markerbsen oder Palerbsen ist der beste Zeitpunkt gekommen, wenn die Schoten gut gefüllt und die Samen darin noch weich und süß sind. Wenn Sie die Schote leicht biegsam finden und die einzelnen Erbsen gut sichtbar sind, sind sie erntereif. Für Zuckerschoten gilt: Ernten Sie, wenn die Schoten flach und zart sind, bevor die Samen darin zu groß werden. Hier isst man die gesamte Schote.
Die Ernte erfolgt am besten an trockenen Tagen. Fassen Sie die Pflanze vorsichtig am unteren Teil und ziehen Sie die Schote mit der anderen Hand ab. Vermeiden Sie es, zu stark an der Pflanze zu ziehen, um diese nicht zu beschädigen. Idealerweise verwenden Sie eine kleine Gartenschere oder ein scharfes Messer, um die Schoten sauber abzuschneiden. Dies schont die Pflanze und fördert die Weiterbildung von Blüten.
Ernteteilung und Lagerung
Die meisten Erbsen werden am besten frisch verzehrt, da sie nach der Ernte schnell an Süße und Aroma verlieren. Wenn Sie eine große Menge geerntet haben und nicht alles sofort verbrauchen können, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Lagerung. Das Einfrieren ist eine gängige Methode, um die knackige Textur und den frischen Geschmack zu bewahren. Blanchieren Sie die Erbsen für 1-2 Minuten in kochendem Wasser und schrecken Sie sie dann in eiskaltem Wasser ab, bevor Sie sie in geeignete Gefrierbeutel oder -behälter verpacken.
Einige Erbsensorten eignen sich auch zum Trocknen, insbesondere die sogenannten Dörferbsen. Diese werden nach der Ernte an der Luft oder im Dörrautomat getrocknet, bis sie hart sind. Getrocknete Erbsen sind sehr lange haltbar und eignen sich gut für Suppen und Eintöpfe. Für die Lagerung im Kühlschrank sollten die geernteten Erbsen schnell verarbeitet werden, idealerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen. Bewahren Sie sie in einem leicht geöffneten Beutel auf, um Kondensation zu vermeiden.
Die kontinuierliche Ernte ist der Schlüssel zu einer langen und ertragreichen Erntezeit bei Erbsen.
Vielfalt der Sorten und kreative Verwendung
Die Welt der Erbsen ist vielfältig und bietet für jeden Geschmack und jeden Garten die passende Sorte. Von den zarten, süßen Zuckerschoten, die man mitsamt ihrer Hülse genießt, über die saftigen Markerbsen, deren glatte Körner sich perfekt für Suppen und Beilagen eignen, bis hin zu den rauen, stärkehaltigen Körnererbsen für Eintöpfe – die Auswahl ist enorm.
Die Wahl der richtigen Sorte beeinflusst nicht nur den Geschmack und die Verwendung, sondern auch die Wuchshöhe und die benötigte Rankhilfe. Einige Sorten sind von Natur aus buschig und niedrig, während andere zu wahren Kletterkünstlern werden und beeindruckende Höhen erreichen können. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die spezifischen Eigenschaften der Sorte, um sicherzustellen, dass sie Ihren Bedürfnissen und den Gegebenheiten Ihres Gartens entspricht.
Unterschiedliche Erbsentypen im Überblick
Zuckerschoten (Platterbse): Diese Sorten sind für ihre flachen, süßen Hülsen bekannt, die man roh oder kurz gedünstet verzehren kann. Sie benötigen keine aufwendige Rankhilfe und sind oft schon früh im Jahr erntereif. Beispiele sind 'Carouby' oder 'Golden Sweet'.
Kaiserschoten/Palerbsen (Rundkornerbse): Die klassische Erbsensorte, die man auch als Speiseerbse kennt. Die Samen werden aus den Hülsen gepult und sind süß und saftig. Es gibt Sorten mit glatten (früher reifend, robuster) und gerunzelten (süßer, zarter) Samen. Gerunzelte Samen sind oft ertragreicher. Beispiele sind 'Osnabrücker Markt' oder 'Kleine Rheinländerin'.
Knausererbsen/Markerbsen: Ähnlich wie Palerbsen, aber die Samen sind oft etwas süßer und enthalten mehr Zucker, der langsamer in Stärke umgewandelt wird. Dies macht sie besonders begehrt für den Frischverzehr. Sie sind oft robuster als die klassische Palerbse. Eine beliebte Sorte ist 'Meteor'.
Schnitt- oder Vigluoro-Erbsen: Diese fallen nicht eindeutig in die obigen Kategorien, sondern sind oft eine Kreuzung oder haben besondere Eigenschaften. Manche Sorten sind besonders ertragreich oder widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Kulinarische Verwendung und Anbaukombinationen
Erbsen sind unglaublich vielseitig in der Küche. Zuckerschoten eignen sich hervorragend für knackige Salate, Wok-Gerichte oder als leichte Beilage. Palerbsen und Markerbsen sind die Basis für klassische Erbsensuppen, Pürees, Risottos oder werden als Beilage zu Fleisch- und Fischgerichten serviert. Getrocknete Erbsen finden ihren Platz in herzhaften Eintöpfen, Suppen und sind die Grundlage für das traditionelle Gericht 'Erbspüree'.
Beim Anbau können Erbsen gut mit anderen Gemüsesorten kombiniert werden. Eine klassische Nachbarschaft ist die von Erbsen und Karotten. Erbsen lockern den Boden auf und reichern ihn mit Stickstoff an, was den Karotten zugutekommt. Auch mit Kohlrabi, Salat, Spinat oder Radieschen vertragen sich Erbsen gut. Vermeiden Sie jedoch den Anbau von Erbsen und Zwiebeln oder Knoblauch nebeneinander, da diese sich negativ beeinflussen können. Ebenso sollten Erbsen nicht direkt neben anderen Hülsenfrüchten wie Bohnen angebaut werden, um den Befall mit gemeinsamen Schädlingen und Krankheiten zu vermeiden.
Fazit: Egal, für welche Sorte Sie sich entscheiden, das Pflanzen von Erbsen bereichert Ihren Garten und Ihren Speiseplan auf vielfältige Weise. Mit dem richtigen Wissen über Aussaat, Pflege und Ernte steht einer erfolgreichen Gartensaison nichts mehr im Wege.
