Was ist falscher Mehltau und warum ist er so gefürchtet?

Ein wirksames Spritzmittel gegen falschen Mehltau zu finden, ist für jeden Gärtner eine essenzielle Aufgabe, um die Gesundheit seiner Pflanzen zu sichern. Falscher Mehltau, wissenschaftlich als Oomyceten-Befall klassifiziert, unterscheidet sich grundlegend von echtem Mehltau. Während echter Mehltau Pilze sind, die auf der Blattoberfläche wachsen und sich leicht abwischen lassen, handelt es sich bei falschem Mehltau um oomycete „Wasserpilze“, die tiefer in das Pflanzengewebe eindringen und oft unsichtbare Schäden verursachen, bevor sie in Erscheinung treten. Diese lästigen Schädlinge bevorzugen feuchte, kühle Bedingungen und können sich rasend schnell ausbreiten, wenn die Umgebungsbedingungen günstig sind. Sie greifen eine Vielzahl von Pflanzen an, darunter beliebte Gemüsesorten wie Gurken, Tomaten, Zucchini, aber auch Weinreben und Zierpflanzen. Die Folgen eines Befalls sind oft verheerend: Blattflecken, Welkeerscheinungen, Ertragsverluste und im schlimmsten Fall der Totalausfall der Pflanze. Die Bekämpfung erfordert daher nicht nur schnelles Handeln, sondern auch das Wissen um die richtigen Mittel.

Die Unterscheidung zwischen echtem und falschem Mehltau ist entscheidend für die Wahl des passenden Spritzmittels und der Bekämpfungsstrategie. Echter Mehltau äußert sich als weißer, pudriger Belag auf Blättern und Stängeln, der meist oberflächlich ist. Falscher Mehltau hingegen zeigt sich oft als gelbliche Flecken auf der Blattoberfläche, während auf der Blattunterseite ein feiner, weißlich-grauer bis violettlicher Belag sichtbar wird, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit. Diese versteckte Aggressivität macht ihn zu einem heimtückischen Gegner, der präventive Maßnahmen und zielgerichtete Behandlungen erfordert, um seine Ausbreitung einzudämmen und irreparable Schäden an Ihren kostbaren Pflanzen zu verhindern.

  • Falscher Mehltau sind oomycete Wasserpilze, kein typischer Pilz.
  • Sie befallen tief das Pflanzengewebe und sind schwerer zu bekämpfen.
  • Feuchte, kühle Bedingungen fördern die Ausbreitung des Erregers.
  • Blattunterseite zeigt oft den charakteristischen Belag.
  • Gezielte Spritzmittelwahl ist für erfolgreiche Bekämpfung essenziell.

Welche Spritzmittel gegen falschen Mehltau gibt es?

Chemisch-synthetische Fungizide: Die starke Hand

Wenn es darum geht, falschen Mehltau effektiv zu bekämpfen, greifen viele Gärtner zu chemisch-synthetischen Fungiziden. Diese Mittel wirken oft schnell und breitbandig gegen die Oomyceten. Wirkstoffe wie Kupfer, Mancozeb oder bestimmte systemische Fungizide sind hierbei gängig. Kupferpräparate beispielsweise wirken vorbeugend und heilend, indem sie die Sporenkeimung hemmen und die Zellmembranen der Erreger schädigen. Sie sind besonders bewährt, wenn es darum geht, falschen Mehltau bei Weinreben oder Kartoffeln zu kontrollieren. Systemische Mittel hingegen werden von der Pflanze aufgenommen und schützen sie von innen heraus, was sie auch bei bereits erfolgtem Befall wirksam macht. Die Anwendung sollte stets gemäß der Gebrauchsanweisung erfolgen, um Überdosierungen zu vermeiden und die Umwelt zu schonen. Achten Sie auf Zulassungen für Ihre spezifische Kulturpflanze, da nicht jedes Mittel für jede Pflanze geeignet ist.

Biologische Alternativen: Sanfter Schutz für Mensch und Natur

Für umweltbewusste Gärtner und Hobbyisten, die auf chemische Keulen verzichten möchten, stehen biologische Spritzmittel zur Verfügung. Diese basieren häufig auf natürlichen Wirkstoffen, die ebenfalls das Wachstum und die Ausbreitung von falschem Mehltau hemmen können. Bewährte Mittel sind solche auf Basis von Rapsöl, Kaliumhydrogencarbonat (Natron) oder bestimmten Mikroorganismen. Kaliumhydrogencarbonat verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche, was die Sporenkeimung erschwert. Rapsöl kann die feinen Härchen der Pilzsporen verkleben und so deren Aktivität stoppen. Präparate mit lebenden Mikroorganismen, wie bestimmten Bakterienstämmen, können den Krankheitserreger verdrängen oder ihn sogar abbauen. Diese biologischen Mittel sind oft weniger schädlich für Nützlinge und bieten eine gute Möglichkeit zur Vorbeugung und Bekämpfung in den frühen Stadien eines Befalls. Ihre Wirksamkeit kann jedoch von den Umgebungsbedingungen und dem Stadium des Befalls abhängen, was eine häufigere Anwendung oder eine Kombination mit anderen Methoden erfordern kann.

Hausmittel: Erste Hilfe aus dem Haushalt

Bevor Sie zu speziellen Mitteln greifen, können einige Hausmittel gegen falschen Mehltau Abhilfe schaffen, insbesondere bei leichten Befällen oder zur Vorbeugung. Ein klassisches Hausmittel ist eine Mischung aus Milch und Wasser im Verhältnis 1:9 (ein Teil Milch, neun Teile Wasser), die auf die befallenen Blätter gesprüht wird. Die Proteine in der Milch sollen unter Sonneneinstrahlung freie Radikale bilden, die pilzabtötend wirken. Eine weitere Option ist die Anwendung von Backpulver oder Natron, vermischt mit Wasser, da auch hier der leicht alkalische pH-Wert ungünstig für den Erreger ist. Eine kräftige Verdünnung von Essig ist ebenfalls eine oft genannte Methode, sollte aber mit äußerster Vorsicht angewendet werden, da Essigsäure die Pflanzenzellen schädigen kann. Verwenden Sie Hausmittel immer verdünnt und testen Sie sie zunächst an einer kleinen Blattfläche, um sicherzustellen, dass Ihre Pflanzen sie vertragen. Sie sind eher als unterstützende Maßnahmen oder zur Prävention geeignet und ersetzen bei starkem Befall oft keine spezialisierten Spritzmittel.

Anwendungstipps für Ihr Spritzmittel gegen falschen Mehltau

Die korrekte Anwendung eines Spritzmittels gegen falschen Mehltau ist entscheidend für dessen Wirksamkeit und die Gesundheit Ihrer Pflanzen. Beginnen Sie immer mit einer gründlichen Untersuchung der betroffenen Pflanzen, um das Ausmaß des Befalls festzustellen. Dies hilft Ihnen, das richtige Mittel und die notwendige Konzentration zu wählen. Bei chemisch-synthetischen Mitteln ist es essenziell, die Gebrauchsanweisung genau zu befolgen. Dies beinhaltet die richtige Dosierung, die empfohlene Aufwandmenge pro Quadratmeter und die Wartezeit bis zur Ernte bei Nutzpflanzen. Achten Sie darauf, die Spritzmittel nur bei trockenen Bedingungen anzuwenden, da Regen die Wirkung schnell zunichtemachen kann und die Belastung für die Umwelt erhöht wird. Idealerweise spritzen Sie am frühen Morgen oder am späten Abend, wenn die Temperaturen moderat sind und keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht, um Verbrennungen an den Blättern zu vermeiden.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Der richtige Zeitpunkt für den Einsatz eines Spritzmittels gegen falschen Mehltau ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Prävention ist hierbei besser als jede nachträgliche Behandlung. Beginnen Sie mit vorbeugenden Spritzungen, sobald die Witterungsbedingungen die Ausbreitung des Erregers begünstigen, typischerweise bei feucht-kühlen Temperaturen. Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf erste Anzeichen. Sobald Sie Symptome erkennen, sollten Sie umgehend handeln. Bei chemisch-synthetischen Mitteln gibt es oft eine Kombination aus vorbeugender und bekämpfender Wirkung. Biologische Mittel und Hausmittel wirken in der Regel am besten, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden, bevor der Befall überhandnimmt. Eine wiederholte Anwendung, wie vom Hersteller empfohlen, ist bei vielen Mitteln notwendig, um die neu austreibenden Blätter zu schützen und eventuell überlebende Erreger zu eliminieren.

Vollständige Benetzung für maximale Wirkung

Ein kritischer Punkt bei der Anwendung von Spritzmitteln gegen falschen Mehltau ist die vollständige Benetzung der Pflanzenteile. Falscher Mehltau kann sich auf beiden Seiten der Blätter und an jungen Trieben verstecken. Daher ist es unerlässlich, sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Blätter sowie die Stängel gründlich zu besprühen. Verwenden Sie eine Sprühflasche oder ein Sprühgerät, das feine Tröpfchen erzeugt und eine gleichmäßige Verteilung ermöglicht. Achten Sie darauf, dass das Mittel gut haftet. Manchmal können Netzmittel oder spezielle Haftmittel, die dem Spritzwasser zugesetzt werden, die Haftfähigkeit und Verteilung des Mittels verbessern, insbesondere bei glatten Blattoberflächen. Eine übermäßige Anwendung, die zu Läufern führt, ist jedoch zu vermeiden, da dies nicht nur das Mittel verschwendet, sondern auch das Risiko von Blattverbrennungen oder anderen Schäden erhöht.

Prävention: Der beste Schutz vor falschem Mehltau

Bevor ein Befall mit falschem Mehltau überhaupt erst entsteht, sollten Sie präventive Maßnahmen ergreifen, um Ihre Pflanzen widerstandsfähiger zu machen. Eine gute Belüftung ist entscheidend. Pflanzen Sie Ihre Kulturen nicht zu dicht und sorgen Sie für ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Dies reduziert die Luftfeuchtigkeit auf Blattoberflächen und erschwert es den Sporen, sich zu entwickeln. Entfernen Sie regelmäßig Unkraut, das ebenfalls als Nährboden oder Versteck für Krankheitserreger dienen kann. Das Entfernen befallener Pflanzenteile, sobald Sie erste Symptome bemerken, ist ebenfalls eine wichtige präventive Maßnahme, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung; übermäßige Stickstoffgaben können Pflanzen anfälliger machen. Die Wahl widerstandsfähiger Sorten, sofern verfügbar, ist eine weitere kluge Strategie, um das Risiko eines Befalls von vornherein zu minimieren und den Bedarf an Spritzmitteln zu reduzieren.

Standortwahl und Fruchtfolge

Die Wahl des richtigen Standorts spielt eine große Rolle bei der Vorbeugung von falschem Mehltau. Wählen Sie einen Standort mit guter Sonneneinstrahlung, aber auch mit ausreichender Luftbewegung. Vermeiden Sie Staunässe im Boden, da dies die Pflanzen schwächt und anfälliger für Krankheiten macht. In einem Gemüsegarten ist die Fruchtfolge ein bewährtes Mittel. Bauen Sie anfällige Kulturen wie Tomaten oder Gurken nicht jedes Jahr auf derselben Fläche an. Wechseln Sie die Standorte jährlich, um die Anreicherung von Krankheitserregern im Boden zu vermeiden. Pflanzen Sie beispielsweise nach Nachtschattengewächsen (wie Tomaten) lieber Hülsenfrüchte oder Kohlsorten, die weniger anfällig für diese spezifische Pilzkrankheit sind. Dies unterbricht den Lebenszyklus des Erregers und reduziert das Risiko eines erneuten Befalls im Folgejahr.

Der Umgang mit Wasser

Wasser ist lebensnotwendig, kann aber bei falschem Mehltau auch zum Problem werden. Gießen Sie Ihre Pflanzen möglichst am Morgen, damit die Blätter tagsüber abtrocknen können. Vermeiden Sie es, die Pflanzen von oben zu wässern, da dies die Blätter unnötig benetzt. Eine Bewässerung direkt am Wurzelhals ist daher die schonendste Methode. Wenn Sie Gewächse kultivieren, stellen Sie sicher, dass eine gute Belüftung durch Lüftungsklappen oder Lüfter gewährleistet ist, um die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten. Das Entfernen von untersten Blättern, die den Boden berühren, kann ebenfalls helfen, Spritzwasser und damit verbundene Sporenübertragung zu reduzieren. Die Vermeidung von lang anhaltender Nässe auf den Blättern ist eine der effektivsten präventiven Maßnahmen gegen die Ausbreitung von falschem Mehltau.

Nutzen Sie für die Vorbeugung vor allem biologische Spritzmittel, die das Pflanzenimmunsystem stärken, anstatt direkt Erreger abzutöten.

Wann ist ein Spritzmittel notwendig? Erkennen und Handeln

Falscher Mehltau kann sich schnell ausbreiten, besonders wenn die Witterungsbedingungen günstig sind – denken Sie an wechselnde Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit und Tau. Die ersten Anzeichen sind oft unscheinbar: gelbliche bis bräunliche Flecken auf den Blattoberseiten. Wenn Sie genau hinschauen, entdecken Sie auf der Blattunterseite, oft in den frühen Morgenstunden oder bei hoher Feuchtigkeit, einen feinen, weißlich-grauen bis leicht violettlichen Belag. Dies sind die Sporenlager des Erregers. Bei Gurken und Zucchini sind diese Flecken oft eckig begrenzt, da sie von den Blattadern eingeschlossen werden. Bei Tomaten können die Flecken größer und unregelmäßiger sein, und die Blätter beginnen zu welken und abzufallen. Wenn Sie diese Symptome beobachten, ist schnelles Handeln gefragt. Ein Spritzmittel gegen falschen Mehltau sollte nun zum Einsatz kommen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Unterscheidung von echtem Mehltau und anderen Krankheiten

Es ist wichtig, falschen Mehltau von echtem Mehltau und anderen Blattkrankheiten zu unterscheiden. Echter Mehltau zeigt sich als weißer, pudriger Belag, der sich wie Mehl anfühlt und sich relativ leicht abwischen lässt. Falscher Mehltau hingegen bildet den genannten, oft feineren und eher samtigen Belag auf der Blattunterseite, während auf der Oberseite eher Flecken zu sehen sind. Andere Krankheiten wie Blattfleckenpilze können ebenfalls Flecken verursachen, aber der charakteristische Sporenbelag des falschen Mehltaus ist ein eindeutiges Indiz. Eine genaue Diagnose hilft Ihnen, das richtige Spritzmittel auszuwählen. Wenn Sie unsicher sind, konsultieren Sie einen erfahrenen Gärtner oder eine landwirtschaftliche Beratungsstelle. Die korrekte Identifizierung ist die Grundlage für eine effektive Bekämpfung und verhindert den Einsatz falscher Mittel, die weder wirken noch die Umwelt unnötig belasten.

Der richtige Zeitpunkt zur Anwendung

Der Zeitpunkt der Anwendung eines Spritzmittels gegen falschen Mehltau ist entscheidend für den Erfolg. Idealerweise beginnen Sie mit vorbeugenden Maßnahmen, sobald die ersten günstigen Witterungsbedingungen auftreten. Dies kann bereits im Frühjahr sein, wenn die Temperaturen steigen und es oft noch feucht ist. Wenn Sie anfällige Pflanzen wie Gurken oder Weinreben anbauen, ist eine frühe Intervention ratsam. Sobald die ersten Symptome sichtbar werden – die typischen Flecken und der Belag auf der Blattunterseite – sollten Sie umgehend handeln. Warten Sie nicht, bis der Befall flächendeckend ist, denn dann sind die Pflanzen bereits stark geschwächt und die Bekämpfung wird deutlich schwieriger. Bei chemisch-synthetischen Mitteln ist es wichtig, die Anweisungen zur Wiederholung der Anwendung zu befolgen, oft sind das Intervalle von 7 bis 14 Tagen, um auch neu gewachsene Pflanzenteile zu schützen.

Spritzmittel für spezifische Pflanzen: Gurken, Tomaten und mehr

Falscher Mehltau bei Gurken bekämpfen

Gurken sind besonders anfällig für falschen Mehltau, der sich schnell auf den großen Blättern ausbreiten kann. Beginnen Sie bei Gurken frühzeitig mit vorbeugenden Maßnahmen. Regelmäßiges Gießen am Wurzelballen, gute Belüftung und das Entfernen der untersten Blätter, die Bodennässe aufnehmen, sind essenziell. Wenn erste Anzeichen auftreten, greifen Sie zu einem geeigneten Spritzmittel gegen falschen Mehltau. Kupferhaltige Mittel sind hier oft eine gute Wahl, da sie gut gegen Oomyceten wirken und auch vorbeugend eingesetzt werden können. Auch biologische Spritzmittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliumhydrogencarbonat können helfen, insbesondere in Kombination mit anderen präventiven Maßnahmen. Bei starkem Befall sollten Sie auf Produkte zurückgreifen, die speziell für den Gurkenanbau zugelassen sind, um die Effektivität zu maximieren und die Pflanzengesundheit zu erhalten.

Tomaten vor falschem Mehltau schützen

Tomatenpflanzen können ebenfalls stark unter falschem Mehltau leiden, was zu erheblichen Ernteverlusten führt. Die Krankheit zeigt sich oft erst spät, wenn die Früchte schon fast reif sind. Eine gute Durchlüftung im Gewächshaus oder Freiland ist hierbei Gold wert. Vermeiden Sie es, die Tomaten von oben zu wässern. Setzen Sie auf Sorten, die als resistenter gelten, wenn möglich. Die vorbeugende Anwendung von Spritzmitteln, insbesondere von kupferbasierten oder biologischen Mitteln, kann den Ausbruch verhindern. Sobald die ersten Flecken an den Blättern und der typische Belag auf der Blattunterseite sichtbar werden, ist ein sofortiger Einsatz eines zugelassenen Spritzmittels gegen falschen Mehltau für Tomaten ratsam. Achten Sie auf die Wartezeiten bis zur Ernte, besonders bei chemisch-synthetischen Mitteln, um sicherzustellen, dass die Früchte unbedenklich verzehrt werden können.

Weinreben und andere Kulturen

Auch Weinreben sind berüchtigt für ihren Befall mit falschem Mehltau (Peronospora). Hier sind regelmäßige Spritzungen, oft beginnend schon im Frühjahr, ein Muss. Klassische Mittel im Weinbau basieren häufig auf Kupfer, das seit Langem bewährt ist, aber auch auf umweltfreundlichere Alternativen wird zunehmend gesetzt. Achten Sie auf die Entwicklung des Wetters und die Vegetationsphase der Reben, um den optimalen Spritzzeitpunkt zu wählen. Bei Zierpflanzen wie Rosen oder Stauden, die ebenfalls anfällig sein können, sind die Prinzipien ähnlich: gute Standortwahl, Belüftung und gegebenenfalls der Einsatz von Spritzmitteln, die für die jeweilige Pflanze zugelassen sind. Hier stehen oft biologische Mittel im Vordergrund, um die Schönheit der Pflanzen zu erhalten, ohne sie durch zu aggressive Chemikalien zu belasten.

Nachhaltige Bekämpfung: Was tun gegen Mehltau im Boden?

Obwohl falscher Mehltau primär an den oberirdischen Pflanzenteilen auftritt, können seine Sporen auch im Boden überwintern und im Frühjahr neue Infektionen auslösen. Eine effektive Bekämpfung des falschen Mehltaus im Boden ist daher ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Strategie. Die regelmäßige Entfernung und Entsorgung von befallenem Pflanzenmaterial ist unerlässlich. Lassen Sie krankes Laub nicht auf den Beeten liegen, sondern entsorgen Sie es im Hausmüll oder durch Verbrennen, um eine weitere Verbreitung der Sporen zu verhindern. Eine gute Bodengesundheit ist ebenfalls entscheidend. Ein lockerer, gut durchlüfteter Boden fördert gesunde Pflanzenwurzeln, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten sind. Das Einarbeiten von Kompost oder gut verrottetem Mist verbessert die Bodenstruktur und das Bodenleben, was indirekt die Abwehrkräfte der Pflanzen stärkt.

Bodenverbesserung und Fruchtfolge als Waffe

Die Fruchtfolge, die bereits zur Vorbeugung auf den Pflanzen relevant ist, spielt auch für den Boden eine wichtige Rolle. Indem Sie anfällige Kulturen nicht wiederholt auf derselben Fläche anbauen, unterbrechen Sie den Zyklus von Krankheitserregern, die im Boden überdauern können. Stattdessen können Sie den Boden durch den Anbau von Gründüngungspflanzen, wie Senf oder Phacelia, verbessern. Diese Pflanzen lockern den Boden, reichern ihn mit Nährstoffen an und können sogar bestimmte bodenbürtige Krankheitserreger hemmen. Nach dem Abmähen werden sie in den Boden eingearbeitet und dienen als wertvoller organischer Dünger. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, ein starkes Bodenleben zu fördern, das wiederum hilft, die Sporen des falschen Mehltaus abzubauen und die allgemeine Bodengesundheit zu verbessern, was die Anfälligkeit der nachfolgenden Kulturen reduziert.

Was tun mit befallener Erde?

Wenn Sie merken, dass der Boden selbst eine Quelle für wiederkehrende Probleme mit falschem Mehltau ist, gibt es einige Optionen. Bei sehr starkem Befall im Gewächshaus kann es in Erwägung gezogen werden, die oberste Bodenschicht auszutauschen. Bei der Freilandkultur ist dies meist nicht praktikabel. Stattdessen konzentrieren Sie sich auf die Stärkung des Bodenlebens durch organische Düngung und das Einarbeiten von Kompost. Auch bestimmte biologische Mittel, die Mikroorganismen enthalten, können helfen, das Gleichgewicht im Boden wiederherzustellen und Krankheitserreger zu verdrängen. Wichtig ist hierbei eine kontinuierliche Pflege. Das Ziel ist, ein gesundes Ökosystem im Boden zu schaffen, in dem Krankheitserreger wie die Sporen des falschen Mehltaus weniger Überlebenschancen haben und von nützlichen Mikroorganismen in Schach gehalten werden.

Das Wichtigste bei der Bekämpfung des falschen Mehltaus ist die Kombination aus gezieltem Spritzmittel-Einsatz, vorbeugenden Maßnahmen und der Pflege der Bodengesundheit.

Zusammenfassung und Ausblick: Gesunde Pflanzen durch Wissen

Die Bekämpfung von falschem Mehltau erfordert ein fundiertes Verständnis der Krankheit und der verfügbaren Mittel. Ein gezielt ausgewähltes Spritzmittel, das auf die spezifische Kulturpflanze und den Grad des Befalls abgestimmt ist, bildet oft das Rückgrat der Bekämpfung. Ob Sie sich für chemisch-synthetische Fungizide, biologische Präparate oder bewährte Hausmittel entscheiden, die korrekte Anwendung zum richtigen Zeitpunkt ist entscheidend. Denken Sie daran, dass Prävention durch gute Pflanzenpflege, Standortwahl und Vorbeugung oft die wirksamste Methode ist, um den Einsatz von Spritzmitteln zu minimieren und Ihre Pflanzen gesund zu halten. Eine Kombination aus verschiedenen Strategien, von der Wahl resistenter Sorten über die Verbesserung der Bodengesundheit bis hin zum cleveren Wassermanagement, schafft langfristig widerstandsfähige Pflanzen, die Freude bereiten und gute Erträge liefern.

Die wirksamste Verteidigung gegen falschen Mehltau ist nicht nur ein gutes Spritzmittel, sondern ein ganzheitlicher Ansatz, der Prävention, rechtzeitiges Erkennen und gezielte Behandlung vereint.

Investieren Sie Zeit in das Verständnis der Bedürfnisse Ihrer Pflanzen und der Herausforderungen durch Krankheiten wie falschen Mehltau. Mit dem richtigen Wissen und den passenden Werkzeugen können Sie Ihre grünen Schätze erfolgreich schützen. Achten Sie auf die Hinweise zur Anwendung und den Schutz der Umwelt, um sowohl für Ihre Pflanzen als auch für die Natur das Beste zu erreichen. Die Freude an gesunden Pflanzen und reichen Ernten ist der Lohn für diese Mühe.