Warum das Feigenbaum Schneiden Fehler so wichtig sind
Das Schneiden eines Feigenbaums mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch das Verständnis der grundlegenden Prinzipien ist essenziell. Fehler beim Feigenbaum schneiden können nicht nur das Aussehen des Baumes beeinträchtigen, sondern auch seine Vitalität und Fruchtbildung negativ beeinflussen. Ein falsch gesetzter Schnitt kann Krankheitserreger einladen, die Entwicklung von Ästen stören oder die Energie des Baumes in die falsche Richtung lenken. Gerade in Regionen mit kühlerem Klima ist ein durchdachter Schnitt entscheidend, um die Frosthärte zu verbessern und eine gute Ernte im Folgejahr sicherzustellen. Das Wissen, welche Fehler Sie vermeiden sollten, ist der erste Schritt zu einem gesunden, kräftigen und ertragreichen Feigenbaum.
Die richtige Schnitttechnik berücksichtigt die natürliche Wuchsform des Feigenbaums und seine spezifischen Bedürfnisse. Anders als bei vielen heimischen Obstgehölzen treibt der Feigenbaum aus alten und neuen Trieben Früchte, was besondere Schnittregeln erfordert. Werden diese Regeln ignoriert, riskiert man nicht nur eine reduzierte Ernte, sondern schwächt auch den Baum unnötig. Das Verstehen, wie und wann man eingreift, verwandelt potenziell schädliche Eingriffe in fördernde Pflegemaßnahmen. Betrachten Sie das Schneiden als eine essenzielle Form der Kommunikation mit Ihrem Baum – ein Gespräch, das ihn zu gesundem Wachstum und reicher Fruchtbildung anregt.
- Falsche Schnitte schwächen den Feigenbaum und reduzieren den Ertrag.
- Verstehen der spezifischen Schnittbedürfnisse des Feigenbaums ist entscheidend.
- Ein korrekter Schnitt fördert Frosthärte und Vitalität.
- Feigenbäume fruchten an alten und neuen Trieben, was spezielle Techniken erfordert.
Der häufigste Fehler: Zu viel auf einmal entfernen
Einer der am häufigsten gemachten Fehler beim Feigenbaum schneiden ist das Übermut – also das Entfernen von zu viel Laub und Holz in einem einzigen Schnittzyklus. Ein Feigenbaum ist ein lebendiger Organismus, der auf drastische Eingriffe oft mit Stress reagiert. Wenn Sie mehr als ein Drittel der gesamten Baummasse entfernen, kann dies zu einem starken Saftfluss führen, der den Baum zusätzlich schwächt und ihn anfälliger für Krankheiten und Schädlinge macht. Dieser übermäßige Saftfluss, auch als „Bluten“ bekannt, entzieht dem Baum wertvolle Ressourcen, die er eigentlich für neues Wachstum oder die Fruchtreifung benötigt.
Stattdessen sollten Sie sich auf einen moderaten und wohlüberlegten Rückschnitt konzentrieren. Das bedeutet, jedes Jahr nur so viel zu schneiden, wie wirklich notwendig ist. Konzentrieren Sie sich darauf, abgestorbene, kranke oder schwache Triebe zu entfernen, und lichten Sie nur aus, wenn es der Belüftung und dem Lichteinfall dient. Dies ermöglicht dem Baum, sich schrittweise an den Schnitt zu gewöhnen und seine Energieeffizienz aufrechtzuerhalten. Denken Sie daran: Weniger ist oft mehr, besonders wenn es darum geht, die Gesundheit und Langlebigkeit Ihres Feigenbaums zu sichern.
Schrittweise Vorgehensweise statt radikaler Eingriffe
Beim Feigenbaum schneiden ist Geduld gefragt. Wenn ein Baum stark eingewachsen oder vernachlässigt wurde, ist es ratsam, die notwendigen Korrekturen über zwei bis drei Jahre zu verteilen. Beginnen Sie mit den offensichtlichsten Problemen: Entfernen Sie totes Holz, gekreuzte oder nach innen wachsende Triebe, die den Luftaustausch behindern. In den Folgejahren können Sie dann weitere Auslichtungs- oder Formgebungsschnitte vornehmen. Diese Methode minimiert den Stress für den Baum erheblich und fördert eine kontinuierliche Erholung und Vitalität.
Konsistenz im Pflegeschnitt ist wichtiger als gelegentliche radikale Maßnahmen.
Haben Sie beispielsweise einen Feigenbaum, der im Herbst schon sehr dicht belaubt ist und viele kleine, unreife Früchte trägt, die eh nicht mehr ausreifen werden? Anstatt alles auf einmal abzuschneiden, entfernen Sie zuerst die offensichtlich schlechtesten Triebe. Lassen Sie dem Baum Zeit, sich anzupassen. Wenn Sie unsicher sind, wie viel Sie entfernen können, halten Sie sich an die Faustregel: Entfernen Sie nie mehr als ein Drittel des grünen Laubes und Holzes in einem Jahr. Dies schützt den Baum vor Schock und fördert nachhaltiges Wachstum.
Falscher Schnittzeitpunkt: Wann ist das Schneiden tabu?
Ein weiterer kritischer Fehler, der beim Feigenbaum schneiden häufig unterlaufen kann, ist die Wahl des falschen Zeitpunkts. Feigenbäume sind empfindlicher gegenüber Schnittmaßnahmen zu bestimmten Jahreszeiten als andere Gehölze. Ein Schnitt während der Wintermonate, wenn der Baum in voller Saftruhe ist, kann zu erheblichen Problemen führen. Das Holz ist dann besonders anfällig für Frostschäden, und die Wunden können schlecht verheilen, was Tür und Tor für Krankheitserreger öffnet. Besonders in Regionen, die für strenge Winter bekannt sind, ist dies ein Risiko, das es zu vermeiden gilt.
Auch ein Schnitt im späten Frühjahr oder Frühsommer, wenn der Baum gerade beginnt, Früchte anzusetzen oder diese trägt, sollte mit Bedacht erfolgen. Diese Phase ist energieintensiv für den Baum. Zu starkes oder ungünstiges Schneiden zu diesem Zeitpunkt kann die Fruchtentwicklung beeinträchtigen und zu Ertragsverlusten führen. Daher ist es wichtig, den Kalender im Auge zu behalten und sich an die empfohlenen Schnittzeiten zu halten, um die Gesundheit und Produktivität Ihres Feigenbaums zu maximieren.
Der ideale Zeitpunkt für den Schnitt
Der beste Zeitpunkt für den Hauptschnitt am Feigenbaum ist im späten Winter oder sehr frühen Frühjahr, typischerweise im Februar oder März, bevor der starke Saftfluss einsetzt und die neuen Triebe austreiben. Zu diesem Zeitpunkt ist die Struktur des Baumes gut sichtbar, und die Wunden können schnell trocknen und verheilen, sobald das Wachstum beginnt. Dieses Zeitfenster ist ideal, um tote, beschädigte oder erfrorene Triebe zu entfernen, die den Winter nicht überstanden haben.
Ein leichter Sommerschnitt kann jedoch auch vorteilhaft sein. Dieser dient dazu, das Wachstum zu lenken und die Belüftung zu verbessern. Dabei werden in der Regel nur junge, schwache oder nach innen wachsende Triebe entfernt, die die Luftzirkulation beeinträchtigen oder der Fruchtbildung im Weg sind. Dieser Formschnitt sollte jedoch nur moderat erfolgen und niemals das Blattwerk stark reduzieren.
Entfernen Sie erfrorene Triebspitzen im Frühjahr schrittweise, bis Sie gesundes Holz erreichen.
Das Feigenbaum schneiden sollte also stets kontextbezogen erfolgen. Ein Blick auf die Witterung und den Zustand des Baumes ist wichtiger als das strikte Einhalten von Kalenderdaten. Beobachten Sie Ihren Feigenbaum genau: Zeigt er Anzeichen von Frostschäden? Beginnt er bereits stark zu treiben? Diese Beobachtungen leiten die Entscheidung über den besten Schnittzeitpunkt.
Ungeeignetes Werkzeug: Scharfe Klingen sind ein Muss
Der Einsatz von ungeeignetem Werkzeug ist ein klassischer Fehler beim Feigenbaum schneiden, der oft unterschätzt wird. Stumpfe oder rostige Scheren und Sägen reißen das Gewebe des Baumes, anstatt es sauber zu durchtrennen. Solche Quetsch- und Risswunden sind ideale Eintrittspforten für Pilze und Bakterien. Sie verlangsamen die Wundheilung erheblich und können zu Fäulnis und Krankheiten führen, die den Baum nachhaltig schädigen. Die saubere Schnittfläche ist entscheidend für die schnelle Regeneration des Baumes.
Das Risiko, dass solche unsanften Schnitte den Baum belasten, ist hoch. Deshalb ist es unerlässlich, in scharfes und sauberes Werkzeug zu investieren. Ob Gartenschere, Astschere oder Säge – die Klingen müssen scharf sein und idealerweise aus rostfreiem Edelstahl gefertigt sein. Nach jedem Gebrauch sollten die Werkzeuge gereinigt und desinfiziert werden, um die Übertragung von Krankheiten von einem Baum auf den anderen zu verhindern. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie mehrere Pflanzen in Ihrem Garten pflegen.
Die richtige Ausrüstung für den Schnitt
Für kleinere Äste sind hochwertige Bypass-Gartenscheren ideal. Sie ermöglichen einen sauberen Schnitt, da die Klingen wie eine Schere aneinander vorbeigleiten. Für dickere Äste bis zu etwa 3-4 cm Durchmesser sind Astscheren mit längeren Griffen ratsam, um mehr Hebelkraft zu erzielen und die Schnittfläche glatt zu halten. Bei Ästen, die dicker sind, kommt eine Baumsäge zum Einsatz. Es gibt verschiedene Typen, von Handsägen bis hin zu Bügelsägen, die für saubere Schnitte konzipiert sind.
Investieren Sie in ein gutes Werkzeugset; es zahlt sich durch die Gesundheit Ihres Feigenbaums aus.
Eine wichtige Regel ist die Desinfektion des Werkzeugs vor und während des Schnitts, besonders wenn Sie zwischen verschiedenen Bäumen wechseln oder Anzeichen von Krankheiten an einem Ast feststellen. Ein einfaches Abwischen mit Desinfektionsalkohol oder einer milden Bleichlösung kann bereits ausreichen, um die Verbreitung von Erregern zu verhindern. Dies ist ein kleiner Aufwand, der große Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Feigenbaums haben kann.
Die falsche Schnitttechnik: Wo und wie schneiden?
Ein weiterer häufiger Fehler beim Feigenbaum schneiden liegt in der falschen Schnitttechnik selbst. Dies beinhaltet das Schneiden an der falschen Stelle eines Astes oder das Anlegen des Schnitts in einem ungünstigen Winkel. Wenn beispielsweise zu nah am Stamm oder an einem Seitenast geschnitten wird, kann eine große, schlecht heilende Wunde entstehen. Ebenso problematisch ist es, wenn zu weit vom Stamm entfernt geschnitten wird, was einen verbleibenden „Stummel“ hinterlässt. Dieser Stummel ist oft ein Brutplatz für Krankheiten und verlangsamt die Bildung eines Kallusgewebes, das die Wunde verschließt.
Die Schnitte sollten immer knapp über einer Knospe oder einem Seitenast angesetzt werden, der in die gewünschte Richtung weist. Dies fördert ein gesundes Nachwachsen und verhindert, dass die Knospe vertrocknet oder der Schnitt verfault. Wenn Sie einen dickeren Ast entfernen, sollten Sie die sogenannte „Drei-Schnitt-Technik“ anwenden, um ein Einreißen der Rinde zu vermeiden. Diese Technik minimiert den Schaden am Hauptstamm und am verbleibenden Ast.
Die korrekte Schnittführung
Beim Schneiden von Trieben, die über einer Knospe enden, setzen Sie die Schere oder Säge leicht schräg an, sodass das Wasser vom Schnittpunkt weg ablaufen kann. Die untere Seite des Schnitts sollte sich direkt über der Knospe befinden, während die obere Seite etwas weiter entfernt ist und schräg nach außen geneigt ist. Dies leitet das Wasser weg und verhindert, dass es auf die Knospe tropft, was Fäulnis verursachen könnte.
Bei der Entfernung von Ästen, die zu dick für eine einfache Gartenschere sind, ist die Drei-Schnitt-Technik unerlässlich:
- Erster Schnitt: Setzen Sie etwa 20-30 cm vom Stamm entfernt auf der Unterseite des Astes an und sägen Sie etwa ein Drittel des Astes durch. Dies verhindert, dass der Ast unter seinem eigenen Gewicht reißt.
- Zweiter Schnitt: Sägen Sie den Ast von der Oberseite etwa 5-10 cm weiter außen als der erste Schnitt. Der Ast bricht nun ab.
- Dritter Schnitt: Entfernen Sie den verbleibenden Stummel mit einem sauberen Schnitt knapp außerhalb des Astkragens. Der Astkragen ist die leicht verdickte Stelle am Übergang vom Ast zum Stamm und sollte nicht verletzt werden.
Das Beherrschen dieser Techniken ist entscheidend, um das Risiko von Infektionen zu minimieren und dem Feigenbaum eine schnelle Heilung zu ermöglichen.
Fehlende Berücksichtigung der Wuchsform und des Ziels
Ein grundlegender Fehler beim Feigenbaum schneiden ist die fehlende Berücksichtigung der natürlichen Wuchsform des Baumes und des übergeordneten Ziels, das Sie mit dem Schnitt erreichen möchten. Feigenbäume sind oft breit und ausladend und tragen ihre Früchte an Trieben des Vorjahres sowie an kurzen Seitentrieben des aktuellen Jahres. Wenn Sie diese Eigenarten ignorieren und beispielsweise einen zu starken Rückschnitt in die Höhe oder eine zu starke Auslichtung der Fruchtäste vornehmen, kann dies die Ernte erheblich reduzieren oder sogar das Ausbringen von Früchten für das kommende Jahr gefährden.
Jeder Schnitt sollte einen Zweck haben: Soll der Baum kleiner gehalten werden? Soll die Fruchtbildung gefördert werden? Soll die Belüftung verbessert werden? Ohne ein klares Ziel und ein Verständnis der botanischen Gegebenheiten wird der Schnitt eher zum Schaden als zum Nutzen. Das Verständnis, wie der Feigenbaum fruchtet und wie er auf Rückschnitte reagiert, ist die Basis für einen effektiven Schnitt.
Ziele definieren: Was wollen Sie erreichen?
Bevor Sie zum Werkzeug greifen, überlegen Sie sich, was Sie mit dem Schnitt bezwecken. Mögliche Ziele sind:
- Erhaltung der Form und Größe: Besonders in kleineren Gärten oder Kübeln ist es wichtig, die Ausbreitung des Feigenbaums zu kontrollieren.
- Förderung der Fruchtbildung: Hierbei geht es darum, die Bildung von gesunden, fruchttragenden Trieben zu unterstützen und die Ernte zu maximieren.
- Verbesserung der Belüftung und des Lichteinfalls: Ein gut belichteter und belüfteter Baum ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten.
- Entfernung von Schädlingen und Krankheiten: Proaktives Schneiden kann die Ausbreitung von Problemen verhindern.
Die natürliche Wuchsform des Feigenbaums bevorzugt oft eine lockere Krone. Starke Auslichtungsschnitte, die die gesamte zentrale Struktur entfernen, sind meist nicht ratsam. Stattdessen konzentriert man sich auf das Entfernen von überkreuzenden oder nach innen wachsenden Ästen, um eine gute Struktur zu erhalten.
Ein gesunder Feigenbaum ist das Ergebnis fortlaufender, wohlüberlegter Pflege, nicht nur eines einzigen Schnitterlebnisses.
Wenn Sie beispielsweise einen Feigenbaum umpflanzen möchten, ist ein Schnitt nach dem Umpflanzen oft sinnvoll, um den Verlust von Wurzeln auszugleichen. Dieser Schnitt dient der Reduzierung der Verdunstungsfläche und sollte im frühen Frühjahr erfolgen. Die Entscheidung, welche Äste entfernt werden, sollte stets im Lichte des Gesamtzieles und der spezifischen Situation des Baumes getroffen werden.
Vergessene Pflege nach dem Schnitt: Düngen und Bewässern
Ein häufig übersehener Aspekt beim Feigenbaum schneiden ist die Nachsorge. Viele Hobbygärtner denken, dass der Schnitt die einzige notwendige Maßnahme ist, vergessen aber, dass der Baum nach einem solchen Eingriff zusätzliche Unterstützung benötigt. Gerade nach einem stärkeren Rückschnitt benötigt der Feigenbaum mehr Nährstoffe und Wasser, um die Wunden zu heilen und neues, kräftiges Wachstum zu entwickeln. Das Vernachlässigen dieser Phase kann dazu führen, dass der Baum die Energie nicht optimal für die Erholung nutzt und anfälliger für Stress bleibt.
Es ist daher unerlässlich, den Feigenbaum nach dem Schneiden richtig zu versorgen. Dies bedeutet nicht nur, auf ausreichende Bewässerung zu achten, sondern auch die Düngung anzupassen. Eine gute Nachsorge stellt sicher, dass der Baum seine Kräfte bündeln kann, um schnell wieder in einen gesunden und produktiven Zustand zu gelangen. Betrachten Sie den Schnitt als Einleitung zu einer Pflegemaßnahme, die auch danach noch fortgesetzt werden muss, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Die richtige Nachsorge für Ihren Feigenbaum
Nach dem Schnitt im späten Winter oder frühen Frühjahr ist der Zeitpunkt ideal, um den Boden um den Feigenbaum herum zu verbessern und ihn mit Nährstoffen zu versorgen. Eine leichte Gabe eines ausgewogenen Langzeitdüngers, der für Obstgehölze geeignet ist, kann dem Baum helfen, seine Reserven wieder aufzufüllen. Achten Sie auf Dünger, die Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem guten Verhältnis enthalten, aber vermeiden Sie übermäßige Stickstoffgaben, die zu mastigem Wachstum ohne Fruchtbildung führen können.
Die Bewässerung ist ebenfalls von großer Bedeutung. Der Boden sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, aber Staunässe vermeiden. Dies gilt besonders, wenn der Baum in einem Kübel steht. Überprüfen Sie regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit, indem Sie einen Finger etwa 2-3 cm tief in die Erde stecken. Wenn sich die Erde trocken anfühlt, ist es Zeit zu gießen.
Mulchen Sie den Bereich um den Stamm mit organischem Material, um Feuchtigkeit zu speichern und Unkraut zu unterdrücken.
Wenn Sie Ihren Feigenbaum überwintern im freien oder in einem Kübel, sollten Sie die Düngung im Herbst einstellen, um das Holz vor dem Winter besser aushärten zu lassen. Die Bewässerung wird dann ebenfalls reduziert. Die Anpassung der Pflege an die Jahreszeiten und die spezifischen Bedürfnisse des Baumes ist ein Zeichen fortgeschrittener Gartenkunst.
Zu späte Korrektur von Wachstumsfehlern
Ein subtiler, aber entscheidender Fehler beim Feigenbaum schneiden und der allgemeinen Pflege ist das Hinauszögern der Korrektur von Wachstumsfehlern. Wenn Triebe ungünstig wachsen – zum Beispiel direkt nach innen, sich kreuzen oder einander behindern – und man wartet zu lange mit dem Entfernen, können diese Äste sich verhärten und übermäßig dick werden. Das Entfernen solcher dicken Äste zu einem späteren Zeitpunkt führt zu größeren Wunden, die schwieriger zu heilen sind und ein höheres Infektionsrisiko bergen. Prävention ist hierbei der Schlüssel.
Ein frühzeitiges Erkennen und Korrigieren von Wachstumsproblemen ist daher essenziell. Dies erfordert regelmäßige Inspektionen des Baumes, idealerweise während des Sommers und im frühen Herbst, zusätzlich zum jährlichen Schnitt. Durch proaktives Handeln können Sie die natürliche Form Ihres Feigenbaums positiv beeinflussen, die Belüftung optimieren und die Bildung von Fruchtästen fördern, ohne den Baum unnötig zu belasten. Dies ist ein Aspekt, der oft mit dem Begriff „Feigenbaum schneiden“ nicht direkt assoziiert wird, aber für die langfristige Gesundheit und Produktivität des Baumes von immenser Bedeutung ist.
Proaktives Management der Wuchsform
Die einfachste Form der Korrektur ist das frühzeitige Entfernen von jungen, unerwünschten Trieben. Wenn Sie sehen, dass ein Trieb in eine problematische Richtung wächst, zum Beispiel direkt auf einen anderen Ast zu, kann ein einfacher Fingertrieb oder ein kurzer Schnitt mit einer kleinen Schere ausreichen. Dies ist besonders wichtig bei jungen Bäumen, deren Struktur noch geformt wird.
Beobachten Sie Ihren Feigenbaum im Laufe des Jahres. Im Sommer können Sie feststellen, welche Triebe zu dicht stehen oder das Innere der Krone abschatten. Das gezielte Entfernen einzelner dieser Triebe, selbst außerhalb der Hauptschnittsaison, kann die Luftzirkulation verbessern und die Sonnenexposition für die verbleibenden Äste und Früchte erhöhen. Dies ist kein radikaler Schnitt, sondern eine feinejustierung.
Regelmäßiges Beobachten ist die halbe Miete für einen gesunden Feigenbaum.
Das Feigenbaum schneiden sollte also nicht als eine einmalige jährliche Aufgabe betrachtet werden, sondern als ein kontinuierlicher Prozess der Pflege und Formgebung. Wenn Sie einen Feigenbaum vermehren möchten, ist das Verständnis für seine Vitalität und sein Wachstumsmuster ebenfalls grundlegend, um gesunde Stecklinge zu gewinnen und den Mutterbaum nicht zu schwächen.
Übermäßiges Wässern nach dem Schnitt
Gerade im Zusammenhang mit dem Feigenbaum schneiden gibt es einen oft übersehenen Fehler: übermäßiges Wässern direkt nach dem Schnitt. Während Feigenbäume Feuchtigkeit benötigen, um sich von den Strapazen des Schnitts zu erholen, kann zu viel Wasser zu Problemen führen. Eine stark durchfeuchtete Erde, besonders in Kombination mit kühleren Temperaturen nach einem Frühlingsschnitt, kann die Wurzeln schädigen und Pilzkrankheiten fördern. Staunässe ist Gift für die Wurzeln jedes Baumes, und der Feigenbaum bildet da keine Ausnahme.
Die Folge kann eine Schwächung des Baumes sein, die seiner Regeneration entgegenwirkt. Es ist wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zu finden – ausreichend Feuchtigkeit für die Heilung und das Wachstum, aber keine Vernässung, die das Wurzelsystem angreift. Das richtige Timing und die richtige Menge an Wasser sind daher entscheidend, um die positiven Effekte des Schnitts zu unterstützen und negative Folgen zu vermeiden.
Die richtige Bewässerung nach dem Schnitt
Nach dem Schnitt im späten Winter oder frühen Frühjahr ist es ratsam, den Boden gut zu wässern, um die Heilungsprozesse zu unterstützen und die Aufnahme von Nährstoffen zu erleichtern. Der Schlüssel liegt jedoch in der Beobachtung des Bodens. Prüfen Sie regelmäßig mit dem Finger, ob die oberste Erdschicht bereits angetrocknet ist, bevor Sie erneut gießen. Ein gut durchlässiger Boden ist hierbei von Vorteil, um Staunässe zu verhindern.
Wenn Ihr Feigenbaum im Kübel steht, ist die Gefahr von Staunässe besonders hoch. Stellen Sie sicher, dass der Kübel über ausreichende Abzugslöcher verfügt und verwenden Sie eine hochwertige, durchlässige Kübelpflanzenerde. Vermeiden Sie es, den Baum einfach nach einem festen Zeitplan zu gießen. Passen Sie die Wassermenge stattdessen an die Wetterbedingungen, die Topfgröße und die Wachstumsphase des Baumes an. Im Sommer kann er mehr Wasser benötigen als im Frühjahr.
Ein gesunder Baum wurzelt in einem gut balancierten Bodenmilieu.
Das Bewässern ist ein wesentlicher Teil der Feigenbaum Pflege, ähnlich wie das Düngen oder das Überwintern im Freien. Wenn Sie Ihren Feigenbaum umpflanzen, benötigt er ebenfalls nach dem Umpflanzen eine sorgfältige Bewässerung, um die Wurzeln im neuen Substrat zu etablieren und den Schock zu minimieren. Fehler bei der Bewässerung können die Erfolge, die Sie durch sorgfältiges Feigenbaum schneiden erzielt haben, zunichte machen.
