Warum gekeimte Kartoffeln im Topf anpflanzen?
Das Pflanzen von gekeimten Kartoffeln im Topf ist eine zugängliche und befriedigende Art, frische Kartoffeln zu ernten, selbst wenn Sie nur begrenzten Platz wie einen Balkon oder eine kleine Terrasse zur Verfügung haben. Oftmals beginnen Kartoffeln, die schon länger gelagert wurden, von selbst zu keimen. Anstatt sie wegzuwerfen, können Sie diese Keime nutzen, um neue Pflanzen zu ziehen. Diese Methode ist nicht nur nachhaltig, sondern ermöglicht Ihnen auch, die Kontrolle über den Anbauprozess zu behalten und den Genuss von selbst angebautem Gemüse zu erleben. Es ist faszinierend zu beobachten, wie aus einem einfachen Keim eine stattliche Pflanze mit ertragreichen Knollen wird.
Die Vorteile, gekeimte Kartoffeln im Topf zu pflanzen, sind vielfältig. Sie minimieren Abfall, indem Sie Kartoffeln eine zweite Chance geben. Sie lernen die Grundlagen des Gartenbaus kennen, ohne viel Fläche zu benötigen. Zudem ist die Erntezeit oft flexibler, und Sie können den Prozess von der Pflanzung bis zur Ernte direkt mitverfolgen. Der Anbau im Topf bietet zudem eine bessere Kontrolle über Bodenbeschaffenheit und Schädlinge, was besonders in städtischen Umgebungen von Vorteil ist.
- Nutzen Sie bereits gekeimte Kartoffeln für den Anbau im Topf.
- Ideal für Balkone und Terrassen mit wenig Platz.
- Nachhaltige Methode zur Lebensmittelverwertung.
- Einfache Kontrolle über Boden und Schädlinge.
- Direkte Beobachtung des gesamten Wachstumsprozesses.
Wenn Sie sich fragen, ob Sie gekeimte Kartoffeln überhaupt noch essen können, bevor Sie sie pflanzen, so gilt generell: solange die Kartoffel fest ist und keine fauligen Stellen aufweist, sind die oberirdischen Keime und die Knolle selbst für den Verzehr geeignet. Allerdings sollten Sie die Keime und grüne Stellen vor dem Kochen entfernen, da diese Solanin enthalten können. Für den Anbau sind diese Keime jedoch ein klares Zeichen dafür, dass die Kartoffel bereit ist, neues Leben zu sprossen.
Die richtige Auswahl und Vorbereitung der Kartoffeln
Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, ist die sorgfältige Auswahl und Vorbereitung Ihrer gekeimten Kartoffeln entscheidend für den Erfolg. Nicht jede Kartoffel eignet sich gleich gut für den Anbau, und eine gute Vorbereitung legt den Grundstein für kräftige Pflanzen und eine üppige Ernte. Achten Sie auf die Kartoffeln, die Sie vielleicht schon eine Weile im Keller oder in der Speisekammer lagern – oft sind es gerade diese, die die stärksten Keime entwickeln und somit ideale Kandidaten für Ihr Topf-Gartenprojekt sind.
Die Ideale Kartoffel für den Topfanbau
Für den Anbau im Topf eignen sich am besten biologisch angebaute Kartoffeln oder solche, die explizit als Pflanzkartoffeln gekennzeichnet sind. Diese sind oft von Natur aus robuster und weniger anfällig für Krankheiten. Wenn Sie normale Speisekartoffeln verwenden, wählen Sie solche, die noch fest sind und keine weichen oder fauligen Stellen aufweisen. Die Keime sollten kräftig und von einer gesunden, hellbraunen bis rötlichen Farbe sein. Zu lange, dünne und blasse Keime deuten darauf hin, dass die Kartoffel ihre Energie bereits aufgebraucht hat und möglicherweise nicht mehr optimal für den Anbau geeignet ist.
Vorbereitungsschritte: Vom Keim zum Pflanzgut
Sobald Sie Ihre Kartoffeln ausgewählt haben, geht es an die Vorbereitung. Haben die Kartoffeln sehr viele, kleine Keime entwickelt, ist es ratsam, die Kartoffel in mehrere Stücke zu teilen. Jedes Stück sollte mindestens zwei bis drei kräftige Keime tragen. Lassen Sie die Schnittflächen an der Luft gut abtrocknen, idealerweise für ein bis zwei Tage an einem schattigen, gut belüfteten Ort. Dies hilft, die Bildung von Fäulnis zu verhindern und die Schnittstellen zu versiegeln. Dieser Prozess wird als „Abhärten“ oder „Krustenbildung“ bezeichnet und ist ein wichtiger Schritt, um die Widerstandsfähigkeit der Kartoffel vor dem Einpflanzen zu erhöhen.
Aussaatzeitpunkt und Lagerung von Pflanzkartoffeln
Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen von gekeimten Kartoffeln im Topf ist, sobald keine Frostgefahr mehr besteht und die Bodentemperaturen konstant über 10 Grad Celsius liegen. Dies ist in vielen Regionen Deutschlands ab Mitte Mai der Fall. Lagern Sie die vorbereiteten Pflanzkartoffeln bis zum Anpflanzen an einem kühlen, aber frostfreien und dunklen Ort, um ein weiteres unerwünschtes Keimen zu verhindern, bis Sie bereit sind, sie in die Erde zu bringen. Die richtige Vorbereitung stellt sicher, dass Ihre Kartoffelpflanzen einen starken Start haben.
Eine gute Keimung ist das A und O für eine reiche Ernte.
Der richtige Topf und das ideale Substrat
Die Wahl des richtigen Topfes und die Zusammenstellung des passenden Substrats sind entscheidend, damit Ihre gekeimten Kartoffeln im Topf gut gedeihen können. Kartoffeln benötigen Platz zum Wachsen, sowohl oberirdisch für die Blätter als auch unterirdisch für die Ausbildung der Knollen. Ein ungeeigneter Behälter oder ein falsches Substrat kann das Wachstum stark einschränken und die Ernte beeinträchtigen.
Topfgröße und Material: Was zählt?
Für den Anbau von Kartoffeln im Topf sind große Behälter unerlässlich. Ein Volumen von mindestens 20 bis 30 Litern pro Pflanze ist empfehlenswert, um den Wurzeln und den wachsenden Knollen ausreichend Raum zu bieten. Noch besser sind Gefäße mit 40 bis 50 Litern. Achten Sie darauf, dass jeder Topf über ausreichende Drainagelöcher verfügt. Diese sind essenziell, um Staunässe zu vermeiden, welche die Wurzeln faulen lassen und die Kartoffeln zum Verrotten bringen kann. Materialien wie Terrakotta oder Kunststoff sind beide geeignet, wobei Kunststoff oft leichter und feuchtigkeitsbeständiger ist. Spezielle Pflanztaschen oder Kartoffelsäcke aus Vlies sind ebenfalls eine ausgezeichnete Wahl, da sie eine gute Belüftung des Erdreichs fördern und das Gewicht reduzieren.
Die perfekte Substratmischung für Kartoffeln
Kartoffeln bevorzugen ein lockeres, gut durchlässiges und nährstoffreiches Substrat. Eine reine Gartenerde ist oft zu dicht und schwer für den Topfanbau. Eine bewährte Mischung besteht aus hochwertiger Blumenerde oder Kübelpflanzenerde, die mit etwa einem Drittel Kompost angereichert wird. Um die Drainage weiter zu verbessern und das Substrat aufzulockern, können Sie zusätzlich etwas Perlite, Sand oder Kokosfasern beimischen. Ein guter pH-Wert für Kartoffeln liegt im leicht sauren Bereich, etwa zwischen 5,0 und 6,5. Vermeiden Sie Kalk im Substrat, da dies die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen kann.
Vorbereitung des Topfes vor dem Pflanzen
Bevor Sie das Substrat einfüllen, legen Sie eine Schicht aus Blähton, Kies oder Tonscherben auf den Boden des Topfes. Dies dient als zusätzliche Drainage und verhindert, dass die Löcher verstopfen. Füllen Sie anschließend das vorbereitete Substrat locker ein. Lassen Sie am oberen Rand des Topfes etwa 10-15 cm Platz, da beim Wachsen der Kartoffelpflanzen Erde nachgefüllt werden muss, um die Knollen vor Sonnenlicht zu schützen und die Ernte zu fördern. Eine gute Vorbereitung des Topfes stellt sicher, dass Ihre Kartoffelpflanzen die besten Wachstumsbedingungen vorfinden.
Tipp: Mischen Sie ein paar Hornspäne oder einen Langzeitdünger unter das Substrat, um die Nährstoffversorgung Ihrer Kartoffelpflanzen über die gesamte Wachstumsperiode hinweg zu sichern.
Der Pflanzvorgang: Schritt für Schritt zum Erfolg
Der eigentliche Pflanzvorgang ist unkompliziert und schnell erledigt, wenn die Vorbereitungen getroffen sind. Die richtige Technik sorgt dafür, dass die Keime gut geschützt sind und die Kartoffeln optimale Bedingungen für das Wurzelwachstum und die Knollenbildung vorfinden. Selbst Anfänger können diesen Schritt mühelos meistern und den Grundstein für eine erfolgreiche Ernte legen.
Platzierung der Pflanzkartoffeln
Sobald Ihr Topf mit dem Substrat gefüllt ist und die Drainage vorbereitet wurde, ist es Zeit, die Kartoffeln einzusetzen. Legen Sie die vorbereiteten Kartoffelstücke oder ganzen Kartoffeln mit den Keimen nach oben auf das Substrat. Achten Sie darauf, dass die Keime nicht beschädigt werden. Wenn Sie mehrere Kartoffeln in einem großen Topf pflanzen, halten Sie einen Abstand von mindestens 20-30 cm zwischen den einzelnen Stücken ein, um ihnen genügend Platz zum Wachsen zu geben. Dies ist besonders wichtig, da sich die Knollen später seitlich ausbreiten werden.
Die erste Erdschicht und das Angießen
Bedecken Sie die Kartoffeln nun mit einer ersten Schicht Substrat von etwa 5-10 cm Dicke. Drücken Sie die Erde leicht an, aber verdichten Sie sie nicht zu stark. Dies erleichtert den Keimen das Durchbrechen der Erde. Gießen Sie das Substrat anschließend vorsichtig an. Verwenden Sie dabei nicht zu viel Wasser; das Substrat sollte feucht, aber nicht durchnässt sein. Ein sanftes Angießen hilft, die Erde an die Kartoffeln anzudrücken und erste Bodenerwärmung zu fördern.
Das schichtweise Auffüllen: Ein wichtiger Prozess
Der Schlüssel zum Erfolg beim Pflanzen von Kartoffeln im Topf liegt im schichtweisen Auffüllen des Topfes. Anfangs füllen Sie nur eine dünne Schicht Erde auf. Sobald die ersten grünen Triebe aus der Erde sprießen und etwa 10-15 cm hoch sind, häufeln Sie mehr Erde an. Das bedeutet, Sie füllen den Topf weiter auf, bis nur noch die obersten Blätter herausschauen. Dieser Prozess wird wiederholt, sobald die Pflanze weiterwächst, bis der Topf fast vollständig gefüllt ist. Dieses Anhäufeln schützt die heranwachsenden Knollen vor Sonnenlicht, was wichtig ist, um zu verhindern, dass sie grün werden und Solanin bilden. Es fördert zudem die Bildung neuer Knollen entlang des Stängels.
Der Prozess des Anhäufelns ist essenziell für die Knollenbildung und den Schutz vor Licht.
Pflege und Bewässerung während des Wachstums
Nachdem Ihre gekeimten Kartoffeln erfolgreich im Topf gepflanzt wurden, beginnt die Phase der Pflege, die maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Ernte entscheidet. Eine aufmerksame und bedarfsgerechte Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, kombiniert mit den richtigen Standortbedingungen, lässt Ihre Pflanzen kräftig wachsen und viele Knollen ausbilden.
Der ideale Standort für Kartoffeln im Topf
Kartoffeln lieben Sonne. Wählen Sie für Ihre Töpfe einen Standort, der mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag erhält. Ein Südbalkon oder eine sonnige Terrasse sind ideal. Achten Sie darauf, dass der Standort windgeschützt ist, da starke Winde die zarten Pflanzen beschädigen können. Eine gute Luftzirkulation ist jedoch wichtig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Bewässerung: Die richtige Menge macht's
Die Bewässerung ist im Topfanbau besonders kritisch, da das Erdreich schneller austrocknet als im Freiland. Prüfen Sie regelmäßig die Feuchtigkeit des Substrats, indem Sie Ihren Finger etwa 2-3 cm tief hineinstecken. Ist die Erde dort trocken, ist es Zeit zu gießen. Gießen Sie gründlich, bis Wasser aus den Drainagelöchern läuft, aber vermeiden Sie unbedingt Staunässe. In heißen Sommermonaten kann es notwendig sein, täglich zu gießen. Achten Sie darauf, dass Sie die Blätter der Pflanzen beim Gießen möglichst trocken halten, um die Gefahr von Krankheiten zu minimieren.
Düngung: Nährstoffe für kräftiges Wachstum
Kartoffeln sind Starkzehrer und benötigen während ihrer Wachstumsphase ausreichend Nährstoffe. Wenn Sie beim Befüllen des Topfes Kompost oder einen Langzeitdünger verwendet haben, reicht dies oft für die ersten Wochen. Sobald die Pflanzen beginnen, Blüten zu bilden, ist eine zusätzliche Düngung sinnvoll. Verwenden Sie hierfür einen speziellen Kartoffel-, Gemüse- oder Flüssigdünger, der reich an Kalium ist. Achten Sie auf die Dosierungsempfehlungen des Herstellers, um eine Überdüngung zu vermeiden. Wiederholen Sie die Düngung alle 2-4 Wochen, je nach Produkt und Bedarf der Pflanze.
Stetige Feuchtigkeit und regelmäßige Nährstoffzufuhr sind der Schlüssel für gesunde Kartoffelpflanzen im Topf.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Auch im geschützten Raum eines Topfes können Kartoffelpflanzen von verschiedenen Problemen betroffen sein. Ein wachsames Auge und schnelles Handeln sind entscheidend, um Schäden zu minimieren und eine gute Ernte zu sichern. Viele dieser Probleme lassen sich durch die richtige Pflege und vorbeugende Maßnahmen vermeiden.
Krankheiten bei Kartoffeln im Topf
Die Kraut- und Braunfäule ist eine gefürchtete Pilzkrankheit, die auch Topf-Kartoffeln befallen kann. Sie äußert sich durch braune Flecken auf Blättern und Stängeln. Vorbeugung ist hier das A und O: Achten Sie auf gute Belüftung, vermeiden Sie Staunässe und bewässern Sie möglichst nur den Boden, nicht die Blätter. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort und entsorgen Sie sie im Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Auch das frühzeitige Entfernen von sich bildenden Kartoffeln, die möglicherweise schon infiziert sind, kann helfen, die Ausbreitung zu verlangsamen. Achten Sie auf Sorten, die als widerstandsfähiger gelten.
Schädlingsbefall erkennen und bekämpfen
Der Kartoffelkäfer (Colorado-Käfer) und seine Larven sind die wohl bekanntesten Schädlinge. Sie fressen die Blätter kahl und können eine Pflanze schnell vernichten. Bei kleinerem Befall können Sie die Käfer und Larven absammeln. Bei stärkerem Befall können biologische Spritzmittel auf Basis von Neemöl oder Pyrethrum zum Einsatz kommen. Blattläuse befallen oft die zarten Triebspitzen. Ein starker Wasserstrahl kann sie oft wegspülen, alternativ hilft eine Lösung aus Wasser und Spülmittel oder biologische Insektizide. Achten Sie auf Anzeichen von Schädlingen beim täglichen Gießen.
Was tun, wenn Kartoffeln grün werden?
Werden Kartoffeln grün, liegt das daran, dass sie Licht ausgesetzt waren und Solanin gebildet haben. Dies passiert meist, wenn die Knollen nicht tief genug unter der Erde liegen oder durch das schichtweise Auffüllen nicht ausreichend bedeckt sind. Die Faustregel lautet: Sind die Kartoffeln noch klein, können Sie sie einfach wieder mit Erde bedecken. Sind die grünen Stellen jedoch großflächig oder die Kartoffeln bereits reif, sollten Sie diese Stellen großzügig wegschneiden. Größere Mengen oder stark vergrünte Kartoffeln sind nicht mehr zum Verzehr geeignet, da Solanin giftig ist. Grüne Stellen sind ein klares Zeichen dafür, dass das Anhäufeln vernachlässigt wurde.
Grüne Kartoffeln sind ein Warnsignal für unzureichenden Lichtschutz und sollten kritisch geprüft werden.
Der richtige Zeitpunkt für die Ernte
Der Moment, auf den Sie gewartet haben: die Ernte Ihrer selbst angebauten Kartoffeln. Ob Sie sich auf kleine, zarte Frühkartoffeln freuen oder auf eine reichhaltige Ernte später im Jahr, der richtige Zeitpunkt ist entscheidend für Geschmack und Qualität. Es gibt verschiedene Anzeichen, die Ihnen verraten, wann Ihre Kartoffeln erntereif sind.
Frühkartoffeln versus Spätkartoffeln
Die Erntezeit hängt stark von der Kartoffelsorte ab, die Sie gepflanzt haben. Frühkartoffeln sind in der Regel nach etwa 70-90 Tagen erntereif. Sie sind kleiner, haben eine dünnere Schale und ein besonders feines Aroma. Spätkartoffeln benötigen länger, oft 120 Tage oder mehr, und eignen sich besser zur Lagerung. Achten Sie beim Kauf der Pflanzkartoffeln auf die Angabe der Reifezeit, um den erwarteten Erntezeitpunkt besser einschätzen zu können. Wenn Sie gekeimte Speisekartoffeln verwendet haben, ist es unwahrscheinlich, dass es sich um klassische Frühkartoffeln handelt; hier ist die Beobachtung der Pflanze wichtiger.
Erntezeichen erkennen: Wann ist es soweit?
Das deutlichste Zeichen für die Reife von Kartoffelpflanzen ist das Absterben des oberirdischen Laubs. Wenn die Blätter und Stängel gelb werden und beginnen einzufallen, signalisiert dies, dass die Pflanze ihre Energie nicht mehr in das Wachstum des oberirdischen Teils, sondern in die Ausbildung und Reifung der Knollen investiert. Bei Frühkartoffeln können Sie auch schon früher ernten, indem Sie vorsichtig mit den Fingern im Topf nachschauen, ob sich bereits kleine Knöllchen gebildet haben. Graben Sie dazu nur ein wenig Erde beiseite, ohne die Pflanze stark zu beschädigen. Die größeren Kartoffeln bilden sich meist, wenn das Laub beginnt abzusterben.
Die Erntemethode im Topf
Die Ernte im Topf ist im Vergleich zum Freiland sehr einfach. Sobald das Laub abgestorben ist oder Sie sich für die Frühkartoffelernte entscheiden, können Sie beginnen. Gießen Sie den Topf am Vortag der Ernte nochmals gut, dies lockert die Erde und erleichtert die Entnahme der Kartoffeln. Kippen Sie den Topf vorsichtig über einer Plane oder einer großen Schüssel aus und zerlegen Sie die Erdklumpen behutsam mit den Händen. Achten Sie darauf, die Kartoffeln nicht zu beschädigen. Kleinere Knollen, die Sie vielleicht übersehen, können in der Erde verbleiben und im nächsten Jahr weiterwachsen, wenn der Topf erneut bepflanzt wird.
Das Absterben des Laubes ist das wichtigste Signal für die Ernte von Kartoffeln.
Nach der Ernte: Lagerung und Weiterverarbeitung
Nach der erfolgreichen Ernte Ihrer im Topf angebauten Kartoffeln stellt sich die Frage, wie Sie diese am besten lagern und für den Verzehr vorbereiten. Die richtige Nachbehandlung sorgt dafür, dass Ihre frisch geernteten Schätze ihre Qualität behalten und Sie lange Freude daran haben.
Die richtige Lagerung von Topf-Kartoffeln
Frisch geerntete Kartoffeln sollten zunächst gut trocknen. Legen Sie sie dazu an einem gut belüfteten Ort, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, für einige Stunden oder über Nacht aus. Vermeiden Sie es, sie im feuchten Zustand zu lagern, da dies Schimmelbildung begünstigt. Für die langfristige Lagerung eignen sich dunkle, kühle (ideal sind 4-10 °C) und gut belüftete Räume wie ein Keller oder eine Speisekammer. Bewahren Sie die Kartoffeln in Netzsäcken, Körben oder offenen Kisten auf, damit die Luft zirkulieren kann. Trennen Sie beschädigte oder stark verschmutzte Knollen ab und verbrauchen Sie diese zuerst. Kartoffeln, die im Topf auf Balkon oder Terrasse angebaut wurden, sind oft nicht für die sehr lange Lagerung gedacht, da sie möglicherweise nicht die gleiche Robustheit wie Lagerkartoffeln aus dem Erdbau aufweisen. Verbrauchen Sie sie idealerweise innerhalb weniger Wochen.
Verarbeitung und kulinarische Tipps
Ihre selbst angebauten Kartoffeln schmecken frisch am besten! Ob als Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, für einen Kartoffelsalat oder als Basis für Suppen und Eintöpfe – die kulinarischen Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Da Sie den Anbau selbst kontrolliert haben, können Sie sicher sein, dass keine unerwünschten Chemikalien in Ihren Kartoffeln stecken. Vor dem Kochen müssen die Kartoffeln nicht zwingend geschält werden, besonders wenn sie jung und mit dünner Schale geerntet wurden. Gut abgebürstet und gewaschen sind sie oft ein Genuss mit ihrer Schale. Denken Sie daran, dass Kartoffeln nur roh giftig sind, wenn sie stark mit Solanin (grün verfärbt) belastet sind. Gekocht oder gebraten sind sie jedoch unbedenklich.
Was tun mit übrig gebliebenen Keimen?
Sollten nach dem Pflanzen noch einige Kartoffeln mit starken Keimen übrig sein, aber Ihr Platz ist erschöpft, müssen Sie diese nicht wegwerfen. Sie könnten versuchen, eine weitere, kleinere Pflanze in einem kleineren Topf zu ziehen, um den Prozess zu wiederholen, oder die Knollen wie oben beschrieben zu lagern und zu einem späteren Zeitpunkt für den Verzehr zu verwenden, sofern sie nicht zu stark ausgetrieben sind. Generell gilt: Je mehr eine Kartoffel keimt, desto mehr Energie hat sie bereits in das Austreiben investiert, was potenziell zu einer geringeren Ernte führt, aber für den Anbau trotzdem noch möglich ist.
Die richtige Lagerung und Verarbeitung Ihrer Kartoffelernte sichert den Genuss über Wochen.
Zusammenfassung: Der Weg zur eigenen Topf-Ernte
Der Anbau von gekeimten Kartoffeln im Topf ist ein wunderbares Projekt, das Ihnen frisches Gemüse direkt auf Balkon oder Terrasse bringt. Von der Auswahl der richtigen Kartoffel über die Vorbereitung des Topfes bis hin zur Pflege und Ernte – jeder Schritt ist machbar und lohnend. Denken Sie daran, dass Geduld und Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen der Schlüssel zum Erfolg sind. Mit jeder wachsenden Pflanze lernen Sie mehr über den Kreislauf der Natur und den Wert selbst angebauter Lebensmittel.
Die Freude über die erste eigene geerntete Kartoffel ist unvergleichlich. Sie haben nicht nur einen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen geleistet, sondern auch ein Stück Natur in Ihren urbanen Lebensraum gebracht. Dieses Wissen können Sie nun nutzen, um Ihre Anbaukenntnisse zu erweitern und vielleicht sogar weitere Gemüsesorten im Kübel auszuprobieren. Der Prozess ist lehrreich und befriedigend zugleich. Die Möglichkeit, gekeimte Kartoffeln zu pflanzen, zeigt, wie aus scheinbar Verzogenem noch etwas Neues entstehen kann.
Mit dem Pflanzen von gekeimten Kartoffeln im Topf schaffen Sie eine nachhaltige Quelle für frisches Gemüse und bereichern Ihren Wohnraum.
