Der entscheidende Moment: Wann ist die Zeit reif für die Überwinterung?
Der Herbst naht, und mit ihm die ersten Anzeichen von Frösteln bei Ihren sonst so üppig blühenden Geranien. Wenn die Temperaturen konstant unter 10 Grad Celsius fallen und der erste Frost droht, ist es höchste Zeit zu handeln. Das Überwintern von Geranien ist ein essenzieller Schritt, um diese beliebten Sommerblumen nicht nur zu erhalten, sondern sie im folgenden Jahr erneut in voller Blüte zu sehen. Die falsche Einschätzung des richtigen Zeitpunkts kann jedoch fatale Folgen haben, indem entweder zu früh oder zu spät gehandelt wird. Zu frühes Einräumen kann dazu führen, dass die Pflanzen unnötig Kraft in das Überleben im Dunkeln investieren, während zu spätes Handeln sie dem Frost schutzlos ausliefert.
Bevor Sie Ihre Geranien in ihr Winterquartier bringen, sollten Sie die Wettervorhersage genau im Auge behalten. Konstante Nachtfröste sind das eindeutige Signal. Ein einmaliger, leichter Frostschaden kann unter Umständen noch verkraftbar sein, doch wenn Dauerfrost angekündigt wird, ist Eile geboten. Achten Sie auf die Anzeichen an der Pflanze selbst: Die Blätter beginnen sich leicht zu verfärben oder die Blütenbildung lässt merklich nach. Diese visuellen Hinweise, kombiniert mit meteorologischen Daten, helfen Ihnen, den idealen Zeitpunkt für den Schutz Ihrer Pflanzen zu bestimmen und somit den Grundstein für eine erfolgreiche Überwinterung zu legen.
Ein verbreiteter Irrtum ist es, die Pflanzen einfach draußen zu lassen, bis sie sichtlich Schaden nehmen. Dies ist der direkte Weg zur Zerstörung der Geranien, da viele Sorten, insbesondere die als Pelargonien bekannten, nicht winterhart sind. Sie sind empfindlich gegenüber Kälte und Nässe, die im deutschen Winter allgegenwärtig sind. Das Ziel ist es, ihnen ein geschütztes Umfeld zu bieten, das ihrem natürlichen Ruhebedürfnis entspricht, ohne sie jedoch zu früh aus dem Tageslicht zu reißen, solange noch mildere Tage herrschen.
- Beginnen Sie mit dem Überwintern, sobald Nachtfröste drohen.
- Beachten Sie Temperaturen unter 10 Grad Celsius als Warnsignal.
- Prüfen Sie Wettervorhersagen und Pflanzenanzeichen für den idealen Zeitpunkt.
Die häufigsten Fehler beim Überwintern und wie Sie sie vermeiden
Beim Überwintern von Geranien lauern einige klassische Fallen, die leicht zum Verlust der Pflanzen führen können. Einer der größten Fehler ist die Wahl des falschen Winterquartiers. Geranien benötigen zwar Dunkelheit, aber sie vertragen keine völlige Kälte. Ein frostfreier, aber kühler Raum ist ideal. Keller, unbeheizte Garagen oder Gartenhäuser, die unter Null fallen, sind daher oft ungeeignet. Hier erfrieren die empfindlichen Wurzeln und Stängel.
Unterschiedliche Bedürfnisse – Unterschiedliche Quartiere
Die Feuchtigkeit spielt eine ebenso kritische Rolle. Zu viel Wasser während der Ruhephase führt unweigerlich zu Fäulnis, da die Pflanzen kaum noch transpirieren und das Wasser nicht verarbeiten können. Gleichzeitig dürfen sie aber auch nicht komplett austrocknen, denn auch hier droht das Absterben der Wurzeln. Ein weiterer häufiger Fehler ist das Überwintern in zu kleinen oder ungesäuberten Töpfen. Altes Substrat kann Krankheitserreger enthalten, und ein zu geringes Volumen für die Wurzeln schränkt die Vitalität der Pflanze zusätzlich ein. Werden die Pflanzen erst im Frühjahr zurückgeschnitten, verbrauchen sie unnötig Energie.
Die Pflege im Winterquartier selbst ist oft der Stolperstein. Viele Hobbygärtner vergessen schlichtweg, dass die Pflanzen auch in der Ruhephase eine gewisse Aufmerksamkeit benötigen. Sie wässern zu selten, was zu einem Austrocknen führt, oder zu viel, was Fäulnis begünstigt. Auch das Düngen während der Überwinterung ist ein häufiger Fehler; die Pflanze befindet sich in der Vegetationsruhe und benötigt keine Nährstoffe. Das Übersehen von Schädlingen wie Spinnmilben, die sich in trockener Heizungsluft und warmen Bedingungen prächtig vermehren können, ist ebenfalls ein Klassiker.
Das Schneiden ist ein weiterer Punkt, an dem viele scheitern. Entweder wird zu wenig geschnitten, was zu einem unkontrollierten Wuchs und einer schwachen Pflanze im Frühjahr führt, oder es wird zu radikal zurückgeschnitten, wodurch wichtige Reserven entfernt werden könnten. Die Kunst liegt darin, die Geranien auf etwa 10-15 cm zurückzuschneiden, überflüssige Triebe zu entfernen und die Pflanze auf ihre Kernstruktur zu reduzieren. Dies fördert die Verzweigung im nächsten Jahr und reduziert die Gefahr von Krankheiten durch zu dichtes, altes Laub.
Die häufigste Ursache für das Scheitern beim Überwintern von Geranien ist das Missverständnis ihrer Bedürfnisse während der Ruhephase: Sie brauchen kühl, trocken und dunkel, aber nicht tot.
Stellen Sie sicher, dass alle Werkzeuge, Töpfe und das neue Substrat vor Gebrauch gereinigt oder desinfiziert werden, um die Einschleppung von Krankheiten und Schädlingen in das Winterquartier zu verhindern.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Belüftung des Winterquartiers. Staulust und mangelnder Luftaustausch fördern die Entwicklung von Pilzkrankheiten und Fäulnis. Regelmäßiges, kurzes Stoßlüften, auch im Winter, ist essenziell, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und die Pflanzen gesund zu halten. Stellen Sie sicher, dass das Quartier gut belüftet ist, aber vermeiden Sie Zugluft, die die Pflanzen zusätzlich schwächen könnte. Die Kombination aus kühl-trockenen Bedingungen und guter Belüftung schafft die optimalen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Überwintern.
Das ideale Winterquartier: Wo Ihre Geranien am besten überwintern
Die Wahl des richtigen Winterquartiers ist entscheidend für das Überleben Ihrer Geranien. Idealerweise suchen Sie einen Ort, der kühl, dunkel und frostfrei ist. Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius sind für die meisten Geranienarten, insbesondere für die beliebten stehenden und hängenden Geranien (Pelargonien), optimal. In diesem Temperaturbereich fahren die Pflanzen ihren Stoffwechsel herunter und treten in eine echte Ruhephase ein, ohne jedoch zu erfrieren.
Keller, Garage oder Gewächshaus?
Ein kühler Kellerraum, ein unbeheizter Flur oder ein frostfreies Gartenhaus können sich als geeignete Winterquartiere anbieten. Wichtig ist, dass diese Räume nicht permanent beheizt werden. Ein Kellerfenster, das für etwas Licht sorgt, ist von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Wenn das Quartier komplett dunkel ist, muss darauf geachtet werden, die Pflanzen nur sehr sparsam zu gießen. Das Ziel ist es, sie vor dem Erfrieren zu schützen und gleichzeitig Fäulnis durch zu viel Feuchtigkeit zu vermeiden.
Ein häufiges Problem in dunklen Kellern ist die trockene Luft, die durch Heizungsrohre oder Lüftungssysteme verursacht wird. Dies kann dazu führen, dass die Pflanzen austrocknen. In solchen Fällen ist es ratsam, die Pflanzen gelegentlich leicht mit Wasser zu besprühen oder eine Schale Wasser in die Nähe zu stellen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Allerdings sollte dies mit Bedacht geschehen, um keine Bedingungen für Pilzkrankheiten zu schaffen. Das regelmäßige Prüfen auf Schädlinge wie Spinnmilben ist in diesen trockenen Umgebungen umso wichtiger.
Das Überwintern im Topf ist die gängigste Methode. Die Pflanzen werden in ihren Kübeln ins Winterquartier geräumt. Achten Sie darauf, dass die Töpfe nicht auf einem kalten, feuchten Boden stehen. Eine kleine Erhöhung, beispielsweise durch Holzklötze oder eine Unterlage, hilft, Staunässe zu vermeiden und die Wurzeln vor extremer Kälte zu schützen. Wenn Sie mehrere Pflanzen unterbringen, sorgen Sie für ausreichend Abstand, um die Luftzirkulation zu gewährleisten und die Ausbreitung von Krankheiten zu erschweren. Ein enges Gedränge führt oft zu Problemen.
Wenn Sie über ein unbeheiztes Gewächshaus verfügen, kann dieses ebenfalls als Winterquartier dienen. Hier ist das Problem oft, dass die Temperaturen trotz allem unter den kritischen Bereich fallen können. Zusätzlicher Schutz durch Vlies oder das Abdecken der Töpfe mit Laub oder Stroh kann notwendig sein. Wichtig ist auch hier die Überwachung der Temperaturen und die sparsame Bewässerung. Das Ziel bleibt stets dasselbe: Ihre Geranien sollen sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit kommen, um im Frühjahr wieder kräftig austreiben zu können.
Prüfen Sie Ihr gewähltes Winterquartier vor dem Einräumen der Pflanzen auf Schädlinge und reinigen Sie es gründlich, um eine gesunde Umgebung zu gewährleisten.
Vorbereitung ist alles: Der richtige Rückschnitt und die Pflege vor dem Einwintern
Die Vorbereitung Ihrer Geranien auf die Überwinterung ist ein kritischer Schritt, der maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Bevor die Pflanzen in ihr kühles Quartier umziehen, müssen sie gezielt auf diese Ruhephase vorbereitet werden. Dazu gehört vor allem der richtige Schnitt. Ein Rückschnitt ist unerlässlich, um die Pflanze zu verkleinern, sie buschiger zu machen und die Gefahr von Krankheiten zu minimieren. Schneiden Sie die Geranien auf etwa 10 bis 15 Zentimeter zurück. Entfernen Sie dabei alle verblühten Blütenstände, Fruchtknoten und beschädigten oder kranken Blätter.
So gelingt der ideale Schnitt
Nutzen Sie ein sauberes, scharfes Messer oder eine Gartenschere, um saubere Schnitte zu erzielen. Dies beugt Infektionen vor. Kürzen Sie die Haupttriebe und auch stärkere Seitenarme. Achten Sie darauf, nicht bis ins alte, holzige Material zurückzuschneiden, es sei denn, es ist stark verholzt und sieht krank aus. Der Schnitt sollte idealerweise über einem gesunden Auge oder einem Blattansatz erfolgen, da hier neue Triebe austreiben können. Entfernen Sie auch alle Blätter, die noch am Strauch sind, da diese im Winterquartier leicht zu faulen beginnen und Krankheiten übertragen können.
Auch die Wurzeln sollten Sie überprüfen, insbesondere wenn die Geranien in ihren Töpfen überwintern. Lockern Sie die Erde vorsichtig auf und entfernen Sie gegebenenfalls abgestorbene oder faulige Wurzelteile. Bei stark durchwurzelten Ballen kann ein leichter Wurzelschnitt sinnvoll sein, um der Pflanze Raum für neue Wurzelbildung im Frühjahr zu geben und das Umpflanzen zu erleichtern. Wenn Sie die Pflanzen aus dem Beet ausgraben, um sie im Topf zu überwintern, nehmen Sie einen möglichst großen Wurzelballen mit, damit die Pflanze gut anwächst.
Vor dem Einräumen ins Winterquartier sollten die Geranien, wenn sie noch im Freien stehen, noch einmal gründlich, aber nicht übermäßig, gegossen werden. Dies versorgt sie mit der nötigen Feuchtigkeit für die ersten Wochen der Ruhephase. Achten Sie darauf, dass das Wasser gut abläuft und keine Staunässe entsteht, denn diese ist der Hauptgrund für Wurzelfäule in der anschließenden dunklen und kühlen Periode. Nach dem Gießen sollten die Pflanzen einige Tage an einem geschützten, hellen Ort stehen bleiben, um gut abzutrocknen.
Entfernen Sie vor dem Einwintern alle verblühten Blüten und Samenstände, da diese unnötig Energie binden und faulen können.
Wichtig ist auch, die Pflanzen auf Schädlinge zu untersuchen. Befinden sich Blattläuse, Spinnmilben oder andere Schädlinge an den Blättern oder Stängeln, müssen diese vor dem Einwintern gründlich entfernt werden. Ein leichtes Abspülen mit Wasser oder gegebenenfalls die Anwendung eines milden biologischen Mittels kann hier Abhilfe schaffen. Befallene Blätter sollten umgehend entfernt werden, um eine Ausbreitung im Winterquartier zu verhindern. Die gründliche Vorbereitung minimiert das Risiko von Problemen während der Überwinterung und sorgt für gesunde, vitale Pflanzen im nächsten Frühjahr.
Die Pflege im Winterquartier: Weniger ist mehr
Das Überwintern von Geranien erfordert im Winterquartier eine zurückhaltende Pflege. Das Motto hierbei lautet ganz klar: Weniger ist mehr. Die Pflanzen befinden sich in einer Wachstumsruhe, ihr Stoffwechsel ist stark reduziert, und sie verbrauchen nur wenig Energie und Wasser. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, die Pflanzen vor dem Austrocknen zu bewahren, ohne ihnen zu viel Feuchtigkeit zuzuführen, die zu Fäulnis führen könnte.
Das richtige Maß an Wasser
Gießen Sie nur dann, wenn die Erde im Topf merklich angetrocknet ist. Im kühlen und dunklen Winterquartier verdunstet kaum Wasser. Prüfen Sie die Feuchtigkeit regelmäßig, indem Sie den Finger einige Zentimeter tief in die Erde stecken. Ist sie dort noch feucht, warten Sie mit dem Gießen. Wenn die Erde trocken ist, gießen Sie sparsam. Einmal im Monat leichtes Anfeuchten kann in den meisten Fällen ausreichend sein. Die Art des Wassers spielt ebenfalls eine Rolle; kalkarmes, zimmerwarmes Wasser wird besser vertragen als hartes, kaltes.
Düngen ist während der Überwinterung absolut tabu. Geranien benötigen in ihrer Ruhephase keine zusätzlichen Nährstoffe. Jegliche Düngergabe würde den Stoffwechsel unnötig anregen und der Pflanze mehr schaden als nutzen. Erst im Frühjahr, wenn die neuen Triebe erkennbar sind und die Tage wieder länger werden, darf langsam mit dem Düngen begonnen werden, um die erneute Blüte zu fördern.
Kontrollieren Sie Ihre Geranien regelmäßig auf Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingsbefall. Besonders Spinnmilben und Blattläuse können sich in trockener Heizungsluft oder in warmen Winkeln des Quartiers gut vermehren. Ein frühzeitiges Erkennen ermöglicht schnelles Handeln. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und, falls nötig, mit einem milden, biologischen Mittel behandelt werden. Das regelmäßige Lüften des Quartiers hilft, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und Krankheiten vorzubeugen.
Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter und Blütenreste, um die Ausbreitung von Pilzkrankheiten zu verhindern.
Wenn Ihre Geranien im Dunkeln überwintert werden, achten Sie besonders auf die Wasserzufuhr. Da sie kein Licht zur Photosynthese nutzen, ist ihr Wasserbedarf noch geringer. Bei völliger Dunkelheit kann es ratsam sein, die Pflanzen nur noch minimal feucht zu halten, quasi nur so viel, dass die Wurzeln nicht komplett vertrocknen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, den Pflanzen zumindest etwas Licht zu bieten (z.B. durch ein Fenster im Keller), können sie etwas mehr Wasser vertragen, aber immer noch deutlich weniger als im Sommer.
Das Auswintern: Den Frühling begrüßen und die Geranien wieder in Form bringen
Sobald die Gefahr von Nachtfrösten vorüber ist und die Temperaturen im Freien konstant über 10 Grad Celsius steigen, ist es Zeit, Ihre Geranien aus ihrem Winterquartier zu holen. Das Auswintern ist ein behutsamer Prozess, der die Pflanzen langsam wieder an die neuen Bedingungen gewöhnen soll. Beginnen Sie damit, die Geranien an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Ort unterzubringen. Ein kühler, heller Flur oder ein schattiger Platz auf der Terrasse sind gut geeignet, um die ersten Sonnenstrahlen zu empfangen, ohne dass die Blätter verbrennen.
Schritt für Schritt zurück ins Leben
Nachdem die Pflanzen einige Tage an ihrem hellen, kühlen Platz standen und sich akklimatisiert haben, können Sie mit dem Schnitt beginnen. Dies ist ein zweiter, kräftigerer Schnitt als der Rückschnitt vor dem Winter. Schneiden Sie die Pflanzen nun so zurück, dass sie eine schöne, kompakte Form erhalten. Entfernen Sie alle schwachen, dünnen oder nach innen wachsenden Triebe. Ziel ist es, eine buschige und gesunde Pflanzenstruktur für die kommende Saison zu fördern. Lassen Sie etwa 3 bis 5 kräftige Triebe stehen, die dann weiter austreiben.
Nun ist auch der Zeitpunkt, die Geranien umzutopfen, falls dies notwendig ist. Wenn die Wurzeln den Topf stark durchwachsen haben oder das Substrat verbraucht ist, topfen Sie die Pflanzen in frische, nährstoffreiche Kübelpflanzenerde um. Wählen Sie einen Topf, der nur unwesentlich größer ist als der alte. Zu große Töpfe können zu Staunässe führen und das Wachstum hemmen. Nach dem Umtopfen oder wenn die Pflanzen im alten Topf bleiben, wird auch wieder mit dem Wässern begonnen. Nun darf auch wieder vorsichtig gedüngt werden, um die neue Wachstumsphase zu unterstützen.
Die Umstellung auf volle Sonne sollte schrittweise erfolgen, um Sonnenbrand zu vermeiden. Stellen Sie die Geranien zunächst an einen Platz, der nur für einige Stunden direkte Sonne abbekommt, und erhöhen Sie die Sonneneinstrahlung über mehrere Tage hinweg. Beobachten Sie die Pflanzen genau. Wenn die Blätter welk oder braun werden, ist die Sonneneinstrahlung zu intensiv oder die Umstellung zu schnell erfolgt. Geduld ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg.
Säen Sie im späten Winter oder zeitigen Frühjahr neue Geranien aus oder ziehen Sie Jungpflanzen aus Stecklingen, um Ihre Sammlung zu erweitern.
Die ersten Wochen nach dem Auswintern sind entscheidend. Achten Sie auf eine gleichmäßige, aber nicht übermäßige Bewässerung. Sobald die ersten neuen Triebe sichtbar sind und die Pflanzen beginnen, kräftig auszutreiben, können Sie auch mit der Düngung beginnen. Verwenden Sie einen speziellen Geraniendünger, der auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen abgestimmt ist. Durch diesen behutsamen Übergang und die angepasste Pflege helfen Sie Ihren Geranien, sich von der Ruhephase zu erholen und sich optimal auf eine neue, blütenreiche Saison vorzubereiten.
Geranien vermehren: Der Kreislauf der Blütenpracht
Wer seine Geranien erfolgreich überwintert hat, kann sich im nächsten Jahr nicht nur an den bereits vorhandenen Pflanzen erfreuen, sondern auch den Bestand erweitern. Die Vermehrung von Geranien ist eine dankbare Aufgabe, die es ermöglicht, neue Pflanzen zu ziehen und die schönsten Exemplare zu klonen. Dies kann sowohl durch Stecklinge als auch durch Aussaat geschehen, wobei die Vermehrung durch Stecklinge die am weitesten verbreitete und zuverlässigste Methode für die meisten Geranienarten ist.
Stecklinge schneiden und ziehen
Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge von Ihren Geranien zu schneiden, ist im späten Sommer oder frühen Herbst, kurz bevor die Pflanzen ins Winterquartier kommen. Alternativ können Sie auch im späten Winter oder zeitigen Frühjahr Stecklinge von den überwinterten Pflanzen schneiden, bevor diese zu stark austreiben. Wählen Sie gesunde, kräftige Triebe aus, die nicht blühen. Schneiden Sie etwa 5 bis 10 Zentimeter lange Stücke mit mindestens zwei bis drei Blattpaaren. Entfernen Sie die unteren Blätter und kürzen Sie gegebenenfalls den oberen Trieb leicht ein, um die Verdunstung zu reduzieren.
Die Stecklinge können entweder direkt in gut durchlässige Erde gesteckt oder zunächst für einige Stunden in Wasser gestellt werden, bis sie eingepflanzt werden. Die Erde sollte leicht feucht gehalten werden, aber Staunässe unbedingt vermeiden. Ideal sind spezielle Anzuchterden oder eine Mischung aus Torf und Sand. Stellen Sie die frisch gesteckten Stecklinge an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Ort. Eine leichte Erwärmung des Substrats (etwa 20-25 Grad Celsius) fördert die Wurzelbildung. Eine kleine Plastiktüte über dem Topf kann helfen, die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten, muss aber täglich gelüftet werden, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Nach einigen Wochen sollten sich die ersten Wurzeln gebildet haben. Sie erkennen dies daran, dass die Stecklinge beginnen, kräftiger auszutreiben und bei leichtem Ziehen einen Widerstand bieten. Sobald sich ein guter Wurzelballen entwickelt hat, können die jungen Pflanzen in größere Töpfe pikiert und wie erwachsene Geranien weiterkultiviert werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Jungpflanzen kräftig heranzuziehen, damit sie im nächsten Sommer eine gute Figur machen.
Nutzen Sie die überwinterten Pflanzen, um frühzeitig im Jahr gesunde Stecklinge zu schneiden und so die besten Exemplare zu vermehren.
Die Vermehrung durch Aussaat ist bei vielen Geranienarten ebenfalls möglich, erfordert aber oft etwas mehr Geduld und die richtigen Bedingungen. Geraniensamen sind meist nicht lange keimfähig und benötigen ebenfalls Wärme und Licht. Wenn Sie sich für die Aussaat entscheiden, verwenden Sie spezielle Anzuchterde und achten Sie auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit und Temperatur. Die individuellen Eigenschaften der Elternpflanze werden bei der Aussaat nicht garantiert weitergegeben, was zu einer größeren Vielfalt führen kann, aber auch bedeutet, dass nicht jede Pflanze identisch ist.
Frostharte Geranien? Mythos und Realität
Viele Gartenfreunde fragen sich, ob es frostharte Geranien gibt, die den Winter ohne speziellen Schutz im Freien überstehen können. Die kurze Antwort darauf ist: für die allermeisten der im Handel erhältlichen und in unseren Gärten beliebten Geranienarten lautet sie nein. Die klassischen stehenden und hängenden Geranien, die wir als Sommerblumen kennen und lieben, sind botanisch gesehen Pelargonien und stammen ursprünglich aus warmen Regionen. Sie sind nicht an mitteleuropäische Winter gewöhnt und würden bei den ersten stärkeren Frösten absterben.
Die wenigen Ausnahmen und ihre Besonderheiten
Es gibt jedoch einige Ausnahmen im Geranien-Reich, die als relativ frosthart gelten. Dazu zählen einige Arten aus den Bergen, die an kühlere Bedingungen angepasst sind. Ein bekanntes Beispiel ist die Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) oder der Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum). Diese Arten sind tatsächlich winterhart und können problemlos im Garten überwintern. Sie unterscheiden sich aber optisch und in ihren Blühgewohnheiten deutlich von den klassischen Ziergeranien, die man auf Balkonen und Terrassen findet. Ihre Blüten sind oft kleiner und die Pflanzen wachsen eher bodendeckend oder buschig, aber nicht in der üppigen, oft exotischen Pracht der Pelargonien.
Die Verwirrung entsteht oft durch die Namensgebung. Im deutschen Sprachgebrauch werden sowohl die frostempfindlichen Pelargonien als auch die frostharten Storchschnäbel als 'Geranien' bezeichnet. Während die Pelargonien als 'Garten-Geranien' oder 'Edel-Geranien' bekannt sind, handelt es sich bei den winterharten Arten um 'echte' Geranien im botanischen Sinne. Wenn Sie also von 'frostharten Geranien' sprechen, meinen Sie in der Regel die Arten der Gattung Geranium, nicht die Gattung Pelargonium, die die Sommerblumen umfasst.
Wer im Garten frostharte Pflanzen mit geranienähnlicher Optik sucht, sollte sich gezielt nach Sorten wie Geranium macrorrhizum, Geranium sanguineum oder auch Geranium cantabrigiense umsehen. Diese Stauden sind robust, pflegeleicht und beleben Beete und Hänge über lange Zeiträume mit ihren Blüten und ihrem attraktiven Laub. Sie benötigen im Grunde keine spezielle Überwinterungsvorbereitung im Sinne eines Einräumens, sondern überstehen die kalte Jahreszeit im Freien.
Informieren Sie sich beim Kauf genau über die botanische Bezeichnung, um sicherzugehen, ob es sich um eine frostempfindliche Pelargonie oder eine winterharte Geranienart handelt.
Für die überaus beliebten Geranien, die wir auf dem Balkon ziehen, ist und bleibt die Überwinterung im Haus oder in einem frostfreien Quartier jedoch die einzige Möglichkeit, sie für das nächste Jahr zu erhalten. Das Wissen um den Unterschied zwischen den frostharten Storchschnäbeln und den empfindlichen Pelargonien ist essenziell, um Enttäuschungen im Garten zu vermeiden und die richtigen Pflanzen für den jeweiligen Standort und Pflegeaufwand auszuwählen.
Was tun mit Geranien, die doch Frost abbekommen haben?
Selbst dem erfahrensten Gärtner kann es passieren, dass die geliebten Geranien doch dem Frost ausgesetzt sind. Wenn die Temperaturen unerwartet fallen und Sie Ihre Pflanzen nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, ist guter Rat teuer. Doch nicht jeder Frostschaden bedeutet automatisch das Ende für Ihre Geranien. Oftmals besteht noch Hoffnung, und mit der richtigen Pflege können sich die Pflanzen erholen und im nächsten Jahr wieder blühen.
Erste Hilfe nach Frostschäden
Zuerst sollten Sie den Schaden genau begutachten. Sind nur die obersten Blätter und Blüten leicht angefroren, handelt es sich meist nur um oberflächliche Schäden. Diese verfärben sich oft schwarz oder matschig. Sind jedoch ganze Triebe oder gar der Hauptstamm betroffen und zeigen deutliche Frostschäden wie schwarze, weiche Stellen, sind die Überlebenschancen geringer. Lassen Sie die angefrorenen Pflanzenteile zunächst an der Pflanze. Durch den Frost können die Zellstrukturen beschädigt worden sein, und das Abtauen sollte langsam erfolgen, um weitere Zellschäden zu vermeiden.
Sobald die Gefahr von weiteren Frösten vorbei ist, können Sie die beschädigten Pflanzenteile vorsichtig entfernen. Schneiden Sie die erfrorenen Triebe und Blätter bis in das gesunde Holz zurück. Achten Sie darauf, dass Sie bis in das grüne Gewebe schneiden. Falls die gesamte Pflanze stark mitgenommen ist, kann es ratsam sein, sie bis auf wenige Zentimeter über dem Topfrand zurückzuschneiden. Dies regt die Pflanze an, neue Triebe aus den vorhandenen Reserven zu bilden.
Nach dem Rückschnitt ist es wichtig, die Geranien an einen geschützten Ort zu stellen. Idealerweise ist dies ein heller, kühler Platz, der etwas Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und starkem Wind bietet. Überprüfen Sie die Feuchtigkeit des Substrats regelmäßig und gießen Sie nur sparsam. Die beschädigte Pflanze hat einen geringeren Wasserbedarf. Achten Sie darauf, dass das Wasser gut abläuft, um Fäulnis zu vermeiden, da die Pflanze ohnehin geschwächt ist.
Bewahren Sie das abgeerntete, frostfreie Laub auf, um damit im späten Herbst die überwinternden Geranien im Topf abzudecken und zusätzlichen Schutz zu bieten.
Die Erholung kann einige Zeit dauern. Geduld ist hierbei entscheidend. Beobachten Sie die Pflanze aufmerksam. Wenn aus den unteren Knospen oder Trieben neues Grün austreibt, ist das ein gutes Zeichen. Sobald die Pflanze wieder kräftig wächst und neue Blätter entwickelt, können Sie beginnen, sie langsam wieder mehr zu wässern und mit dem Düngen zu starten. Es kann sein, dass die Blüte im folgenden Jahr etwas später einsetzt oder weniger üppig ausfällt, aber oft erholen sich Geranien erstaunlich gut von Frostschäden, wenn man ihnen die nötige Zeit und Pflege zukommen lässt.
Geranien giftig für Katzen? Ein wichtiger Hinweis für Tierbesitzer
Für viele Pflanzenliebhaber ist die Freude an blühenden Balkonen und Gärten untrennbar mit der Liebe zu ihren Haustieren verbunden. Wer Katzen besitzt, fragt sich oft, ob die Pflanzen, die das Zuhause schmücken, eine Gefahr für ihre Samtpfoten darstellen. Im Falle von Geranien (Pelargonien) ist die Antwort eindeutig: Ja, Geranien sind für Katzen giftig. Diese Information ist von entscheidender Bedeutung für alle, die ihre grünen Schätze mit ihren vierbeinigen Freunden teilen.
Was macht Geranien giftig?
Die Toxizität von Geranien für Katzen beruht auf bestimmten ätherischen Ölen, die in den Blättern und Blüten vorkommen. Vor allem Geraniol und Linalool sind dafür bekannt, bei Katzen Verdauungsbeschwerden und andere Symptome hervorzurufen. Diese Stoffe sind zwar in geringen Mengen vorhanden und wirken nicht tödlich, können aber bei Aufnahme zu unangenehmen Reaktionen führen. Eine Katze, die an einer Geranie knabbert, kann daher durchaus Symptome einer Vergiftung entwickeln.
Die Symptome einer Geranienvergiftung bei Katzen können vielfältig sein. Dazu gehören Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und vermehrtes Speicheln. In seltenen Fällen können auch Hautreizungen auftreten, wenn die Katze direkten Kontakt mit dem Pflanzensaft hatte. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze an einer Geranie geknabbert hat und Symptome zeigt, sollten Sie umgehend einen Tierarzt konsultieren. Es ist ratsam, immer ein Stück der Pflanze mitzubringen, damit der Tierarzt die genaue Ursache feststellen kann.
Für Katzenbesitzer, die nicht auf Geranien verzichten möchten, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen. Platzieren Sie die Geranien an Orten, die für Katzen nicht zugänglich sind, zum Beispiel auf hoch gelegenen Regalen oder in Räumen, zu denen die Katze keinen Zugang hat. Alternativ können Sie überlegen, ob Sie Ihre Balkon- oder Terrassendekoration anpassen möchten. Es gibt viele wunderschöne, ungiftige Pflanzen, die ebenfalls eine tolle Optik bieten und sicher für Ihre Haustiere sind.
Stellen Sie sicher, dass Ihre überwinterten Geranien während der gesamten Überwinterungsphase für Ihre Haustiere unerreichbar bleiben.
Die Sicherheit Ihrer Haustiere sollte immer an erster Stelle stehen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Pflanze giftig ist, informieren Sie sich im Vorfeld. Es gibt Listen von ungiftigen und giftigen Pflanzen für Haustiere, die eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl sein können. Im Zweifelsfall ist es immer besser, auf eine Pflanze zu verzichten, anstatt das Risiko einer Vergiftung für Ihr geliebtes Tier einzugehen.
