Warum Ihr Gewächshaus Schatten braucht
Die Sonne spendet Leben, doch im Sommer kann ihre intensive Strahlung für Ihr Gewächshaus zur tödlichen Falle werden. Ohne ausreichende Beschattung steigen die Temperaturen im Inneren schnell an und überschreiten bald die Toleranzgrenzen empfindlicher Pflanzen. Temperaturen von über 40°C können bereits nach kurzer Zeit zu Hitzestress, Verbrennungen der Blätter und sogar zum Absterben der gesamten Pflanze führen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt dramatisch, was ideale Bedingungen für Schädlinge wie Spinnmilben schafft. Eine durchdachte Beschattung ist somit keine Luxusoption, sondern eine grundlegende Notwendigkeit, um ein gesundes Pflanzenwachstum zu gewährleisten und die Ernte zu sichern.
Es geht nicht darum, die Sonne komplett auszusperren. Vielmehr zielt eine gute Beschattung darauf ab, die direkte, intensive Mittagssonne abzufangen, während diffuses Licht weiterhin eindringen kann. Dieses gestreute Licht ist für die Photosynthese unerlässlich. Die Herausforderung beim Gewächshaus-Schatten liegt darin, die richtige Balance zu finden: genug Licht für die Pflanzen, aber ausreichend Schutz vor den schädlichen UV-Strahlen und der extremen Hitze. Eine professionelle Beschattung kann teuer sein, doch mit etwas handwerklichem Geschick und den richtigen Materialien lassen sich praktikable und kostengünstige Lösungen für Ihr Gewächshaus selber machen.
Selbstgemachte Beschattungen bieten zudem den Vorteil, dass Sie sie exakt an die Größe und Form Ihres Gewächshauses anpassen können. Sie können Materialien wählen, die zu Ihrem Budget und Ihren ästhetischen Vorstellungen passen. Ob es darum geht, eine dauerhafte Lösung zu integrieren oder eine flexible, saisonale Maßnahme zu ergreifen, die Möglichkeiten sind vielfältig. Bevor Sie jedoch mit der Umsetzung beginnen, ist es wichtig, die Vor- und Nachteile verschiedener Ansätze zu kennen und die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Pflanzen zu berücksichtigen.
- Hitzestress im Gewächshaus kann Pflanzen schnell schädigen.
- Beschattung reguliert Temperaturen und Luftfeuchtigkeit optimal.
- Diffuses Licht ist für Pflanzenwachstum weiterhin essenziell.
- DIY-Lösungen sind oft kostengünstiger und flexibler.
- Anpassung an Pflanzentyp und Gewächshausgröße ist entscheidend.
Vorbereitung: Was Sie vor dem Bau Ihrer Gewächshaus-Beschattung wissen sollten
Bevor Sie sich ans Werk machen, um Ihre Gewächshaus-Beschattung selber zu machen, bedarf es einer sorgfältigen Planung. Die Wahl der richtigen Methode und Materialien hängt maßgeblich von Ihrem Gewächshaustyp, den darin wachsenden Pflanzen und Ihren persönlichen Präferenzen ab. Berücksichtigen Sie zunächst die Größe Ihres Gewächshauses. Eine kleine Anzuchtstation benötigt vielleicht nur eine einfache Abdeckung, während ein großes, freistehendes Gewächshaus eine robustere und flächendeckendere Lösung erfordert. Die Ausrichtung des Gewächshauses spielt ebenfalls eine Rolle: Welche Seiten sind der direkten Mittagssonne am stärksten ausgesetzt?
Die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen sind ein weiterer entscheidender Faktor. Manche Pflanzen, wie Tomaten oder Gurken, vertragen höhere Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung besser als zarte Setzlinge oder schattenliebende Arten wie Farne oder Salat. Informieren Sie sich über die optimalen Temperaturbereiche und Lichtbedürfnisse Ihrer Kulturen. Ein allgemeiner Zielwert für die Reduzierung der Innentemperatur liegt oft bei etwa 30-50%, je nach Intensität der Sonneneinstrahlung.
Materialien für Ihre DIY-Beschattung
Die Materialauswahl bestimmt die Effektivität, Haltbarkeit und Optik Ihrer selbstgebauten Beschattung. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptkategorien unterscheiden: perforierte oder lichtdurchlässige Materialien und verdunkelnde Oberflächen.
Perforierte Materialien: Diese lassen die Luft zirkulieren und reduzieren gleichzeitig die Sonneneinstrahlung. Zu den gängigen Optionen gehören:
- Schattiergewebe (auch Schattiernetze genannt): Speziell für diesen Zweck entwickelt, bieten sie je nach Dichte (angegeben in Prozent, z.B. 50% oder 70% Schattierung) einen variablen Schutz. Sie sind leicht, UV-stabil und relativ langlebig.
- Gewebeplanen oder Markisenstoffe: Diese können ebenfalls genutzt werden, sind aber oft dichter und weniger atmungsaktiv als spezielle Schattiernetze.
- Bienenwabenplatten/Hohlkammerplatten: Wenn Ihr Gewächshaus solche Platten hat, kann eine äußere Beschattung mit einem Netz die Überhitzung verhindern.
Verdunkelnde Oberflächen: Diese blockieren das Licht stärker, erfordern aber oft eine gute Belüftung, um Hitzestau zu vermeiden.
- Stoffbahnen: Alte Bettlaken, Leinentücher oder andere dünne Stoffe können eine temporäre Lösung sein.
- Papier/Pappe: Weniger haltbar, aber für kurzfristige Anwendungen denkbar, zum Beispiel für empfindliche Jungpflanzen.
- Spezialfarben: Es gibt kalkbasierte oder mineralische Beschattungsfarben, die auf die Glasoberfläche aufgetragen werden und sich im Herbst wieder abwaschen lassen.
Befestigungsmaterialien: Denken Sie an Seile, Klemmen, Ösen, Krampen, Tackernadeln oder Draht, je nachdem, welches Material Sie wählen und wie Sie es befestigen möchten.
Werkzeuge: Eine Schere oder ein Cutter-Messer zum Zuschneiden, eine Bohrmaschine (falls nötig), Schrauben, ein Maßband und eine Leiter sind unerlässlich.
Tipp:
Schritt-für-Schritt: Verschiedene Methoden zur Gewächshaus-Beschattung
Die Kunst, eine effektive Beschattung für Ihr Gewächshaus selber zu machen, liegt in der Auswahl der passenden Methode. Jede Technik hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, aber alle zielen darauf ab, Ihre Pflanzen vor der erbarmungslosen Sommersonne zu schützen.
Methode 1: Schattiernetz als mobile Überdachung
Dies ist eine der beliebtesten und flexibelsten Methoden. Ein Schattiernetz (mit 50-70% Schattierungsgrad) wird oberhalb des Gewächshauses oder an den Seiten gespannt.
Vorbereitung
Messen Sie die Fläche aus, die Sie beschatten möchten. Berücksichtigen Sie dabei die Ausdehnung des Gewächshauses und planen Sie rundherum etwa 20-30 cm Überstand für die Befestigung ein.
Umsetzung
- Befestigungspunkte schaffen: Bringen Sie an den Ecken und Seiten des Gewächshauses oder an stabilen Pfählen in der Nähe Ösen, Haken oder Krampen an. Bei Aluminium- oder Stahlprofilen können Sie oft spezielle Klemmen verwenden, die in die Profile eingehängt werden. Bei Holzteilen schrauben Sie Haken ein.
- Netz zuschneiden: Schneiden Sie das Schattiernetz auf die benötigte Größe zu. Achten Sie darauf, dass die Kanten nicht ausfransen; viele Netze sind so gewebt, dass dies nicht schnell passiert, oder Sie können sie mit einem Feuerzeug vorsichtig versiegeln.
- Netz spannen: Befestigen Sie das Netz an den vorbereiteten Punkten. Verwenden Sie Seile, Gummispanner oder Kabelbinder, um das Netz straff zu ziehen. Eine leichte Neigung kann helfen, Regenwasser abzuleiten, falls das Netz auch bei Regen oben bleibt.
- Alternative Montage: Alternativ können Sie das Netz auch an Teleskopstangen befestigen, die Sie seitlich im Gewächshaus verankern und so eine Art „Dach“ über den Pflanzen spannen. Dies ist besonders praktisch, wenn Sie nur bestimmte Bereiche beschatten möchten.
Vorteile
Leicht zu installieren und zu demontieren, passt sich flexibel an wechselnde Bedürfnisse an, gute Luftzirkulation, schützt auch vor Hagel (je nach Netzstärke).
Nachteile
Kann bei starkem Wind flattern, erfordert stabile Befestigungspunkte, die Optik ist rein funktional.
Methode 2: Beschattungsfarbe für Glasflächen
Diese Methode ist ideal für Gewächshäuser mit Glas- oder Polycarbonatplatten, die dauerhaft oder zumindest für die gesamte Saison beschattet werden sollen. Die Farbe wird direkt auf die Außenseite der Scheiben aufgetragen und lässt sich im Herbst wieder abwaschen.
Vorbereitung
Stellen Sie sicher, dass die Glasoberflächen sauber und trocken sind. Sie benötigen die spezielle Beschattungsfarbe (oft auf Kalkbasis oder mineralisch) und ein geeignetes Werkzeug zum Auftragen.
Umsetzung
- Reinigen: Waschen Sie die Außenseiten der Gewächshausscheiben gründlich. Entfernen Sie Staub, Dreck und eventuelle Algen.
- Mischen: Bereiten Sie die Farbe gemäß den Anweisungen des Herstellers vor. Oft muss sie mit Wasser verdünnt werden, um die gewünschte Schattierung zu erzielen. Beginnen Sie mit einer geringeren Verdünnung, um die Intensität zu testen.
- Auftragen: Tragen Sie die Farbe mit einem Pinsel, einer Schaumstoffrolle oder einem Schwamm gleichmäßig auf die Außenseite der Scheiben auf. Arbeiten Sie zügig, da die Farbe schnell trocknet.
- Muster gestalten: Sie können die Farbe vollflächig auftragen oder Muster erzeugen (z.B. Streifen), um unterschiedliche Lichtintensitäten zu simulieren. Eine vollflächige Beschattung mit 50-70% Deckkraft ist meist am effektivsten.
- Trocknen lassen: Lassen Sie die Farbe vollständig trocknen.
Vorteile
Sehr kostengünstig, einfach anzuwenden, lässt sich im Herbst leicht entfernen (mit warmem Wasser und Bürste), gleichmäßige Lichtverteilung.
Nachteile
Die Beschattung ist permanent für die Saison, die Optik ist eher einfach, bei starkem Regen kann es zu leichten Streifenbildung kommen, bevor die Farbe vollständig haftet.
Methode 3: Gewächshaus aus alten Fenstern mit integrierter Beschattung
Wenn Sie ein Gewächshaus aus alten Fenstern selber bauen möchten, können Sie die Beschattung direkt in die Konstruktion integrieren. Dies erfordert mehr Planungsaufwand, führt aber zu einer ästhetisch ansprechenden und funktionalen Lösung.
Vorbereitung
Planen Sie die Konstruktion Ihres Gewächshauses so, dass Elemente für die Beschattung vorgesehen sind. Dies kann bedeuten, dass einige Fenster doppelt verglast werden, mit einem Zwischenraum, der beschattet werden kann, oder dass an bestimmten Stellen lichtdurchlässige, aber isolierende Materialien verwendet werden.
Umsetzung
- Doppelrahmen konstruieren: Bauen Sie für Fensteröffnungen Doppelrahmen. In den Zwischenraum können Sie entweder eine leichte Schattierungsfolie einlegen oder eine perforierte Platte verwenden.
- Bewegliche Elemente: Integrieren Sie schwenkbare oder verschiebbare Elemente. Dies könnten Lamellen aus Holz oder Kunststoff sein, die Sie manuell einstellen können, um den Lichteinfall zu steuern.
- Integrierte Schattierung: Verwenden Sie für einige Fensterbereiche statt klarem Glas Milchglas oder spezielle UV-filternde Platten. Dies ist eine permanente Lösung, die jedoch die Lichtmenge reduziert.
- Kombination mit außenliegendem Netz: Auch bei einem solchen Aufbau kann ein außenliegendes Schattiernetz als zusätzliche Schutzschicht dienen, besonders an den heißesten Tagen.
Vorteile
Ästhetisch ansprechend, dauerhafte Lösung, kann die Isolierung verbessern, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.
Nachteile
Aufwendiger in der Planung und Umsetzung, weniger flexibel in der Anpassung, erfordert fortgeschrittene handwerkliche Fähigkeiten.
Pro-Tipp:
Fortgeschrittene und alternative Beschattungsideen
Wer tiefer in die Materie eintaucht, um sein Gewächshaus optimal zu beschatten, entdeckt neben den klassischen Methoden noch weitere, oft clevere und kostengünstige Wege. Diese Ansätze erfordern manchmal etwas mehr Erfindergeist oder eine speziellere Anpassung, können aber hervorragende Ergebnisse liefern.
Markisen und Rollos für das Gewächshaus
Ähnlich wie bei Terrassen können Sie auch an Ihrem Gewächshaus eine ausrollbare Markise oder ein Rollo anbringen. Dies erfordert eine solide Montagevorrichtung am Gewächshausrahmen und ein wetterbeständiges Markisentuch oder ein spezielles Gewächshaus-Rollo.
Umsetzung
- Stabile Befestigung: Montieren Sie eine Trägerschiene oder eine Aufhängung am oberen Gewächshausrahmen. Achten Sie auf Stabilität, insbesondere bei größeren Flächen.
- Rollo oder Markise: Bringen Sie die Aufrollmechanik an. Dies kann ein manueller Gurtzug sein oder, für den Komfort, ein motorisierter Antrieb, der sogar mit einem Temperatursensor verbunden werden kann.
- Stoffauswahl: Verwenden Sie ein leichtes, aber UV-beständiges Gewebe, das auch einen gewissen Windwiderstand bietet. Spezielle Schattierstoffe eignen sich hierfür besonders gut.
Vorteile
Sehr flexibel, komfortabel bedienbar, schützt gezielt vor der direkten Mittagssonne.
Nachteile
Kann teuer sein, erfordert eine stabile und präzise Montage, Windanfälligkeit.
Pflanzen als natürliche Beschattung
Eine weniger bekannte, aber sehr natürliche Methode ist die Nutzung von Pflanzen zur Beschattung. Kletterpflanzen, die an einem Gerüst vor der Süd- oder Westseite des Gewächshauses wachsen, können einen kühlenden und schattierenden Effekt erzeugen.
Umsetzung
- Rankgitter oder Seilkonstruktion: Errichten Sie in einem Abstand von etwa 30-50 cm vor der Gewächshauswand eine Rankhilfe.
- Geeignete Pflanzen wählen: Setzen Sie schnellwachsende, aber nicht zu wuchernde Kletterpflanzen wie Weinreben, Clematis oder saisonale Einjährige (z.B. Zierkürbisse).
- Ganzjährige vs. saisonale Beschattung: Laubabwerfende Pflanzen beschatten im Sommer und lassen im Winter Licht durch, was vorteilhaft sein kann. Immergrüne Pflanzen bieten ganzjährigen Schutz, was im Sommer allerdings zu starker Beschattung führen kann.
Vorteile
Natürlich, ästhetisch ansprechend, verbessert das Mikroklima, kann auch Nützlinge anziehen.
Nachteile
Erfordert zusätzlichen Platz und Pflege, die Beschattung ist nicht immer perfekt steuerbar, kann bei der Errichtung des Gewächshauses berücksichtigt werden müssen.
Einsatz von Bambusmatten oder Schilfrohrmatten
Diese natürlichen Materialien bieten eine rustikale und effektive Möglichkeit, Schatten zu spenden. Sie sind relativ günstig und einfach zu handhaben.
Umsetzung
- Zuschneiden: Schneiden Sie die Matten auf die benötigte Größe.
- Befestigung: Spannen Sie die Matten vor die zu beschattenen Seiten des Gewächshauses. Sie können sie mit Kabelbindern, Draht oder Ösen an einem Rahmen oder direkt am Gewächshaus befestigen. Eine leichte Neigung ist empfehlenswert, um Regenwasser abzuleiten und Schimmelbildung zu vermeiden.
Vorteile
Umweltfreundlich, natürliche Optik, gute Schattierung bei ausreichender Dichte, günstig.
Nachteile
Weniger langlebig als Kunststoffnetze, können bei starkem Regen durchweichen und schwer werden, sind nicht immer 100% blickdicht.
Tipp:
Praktische Tipps zur Befestigung und Stabilität
Die beste Beschattung nützt wenig, wenn sie bei der ersten Böe davonfliegt oder instabil wird. Eine solide und durchdachte Befestigung ist entscheidend für die Langlebigkeit und Effektivität Ihrer DIY-Lösungen.
Sicherheit geht vor: Wahl der richtigen Befestigungsmaterialien
Die Wahl der Befestigung hängt stark vom Material Ihrer Gewächshauskonstruktion (Aluminium, Stahl, Holz, Kunststoff) und dem Gewicht des Beschattungsmaterials ab. Für Schattiernetze oder Stoffe sind folgende Materialien gut geeignet:
- Edelstahlklemmen: Ideal für Aluminiumprofile. Sie lassen sich oft werkzeuglos anbringen und bieten einen sicheren Halt.
- Spannschlösser und Seile: Ein Klassiker für Netze. Edelstahldraht oder reißfeste Seile in Kombination mit Spannschlössern ermöglichen ein straffes Spannen und justieren.
- Krampen und Haken: Gut für Holzteile. Achten Sie auf Rostfreiheit, besonders in feuchter Umgebung.
- Schwerlast-Klettbänder: Eine flexible Option, die sich gut für temporäre Lösungen eignet und keine Bohrlöcher hinterlässt.
- Ösen und Gummispanner: Für leichte Netze oder Stoffe, die an Ösen befestigt werden. Gummispanner nehmen Bewegungen auf und verhindern ein Reißen.
Pro-Tipp:
Stabilität bei Wind und Wetter
Wind kann zur größten Belastung für Ihre Beschattung werden. Ein gut gespanntes Netz flattert weniger und widersteht stärkeren Böen. Überlegen Sie, wie Sie die Kräfte verteilen:
- Flächenträgheit vermeiden: Bauen Sie die Beschattung so, dass sie nicht wie ein riesiges Segel wirken kann. Unterteilungen oder die Nutzung von senkrechten Elementen können helfen.
- Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie die Befestigungen regelmäßig, besonders nach starken Winden oder Regenfällen.
- Zusätzliche Abspannung: Bei großen Flächen ist es ratsam, zusätzliche Abspannpunkte zu schaffen, z.B. mit Seilen, die zum Boden geführt und dort verankert werden.
Die richtige Spannung des Schattiernetzes
Ein zu locker gespanntes Netz kann bei Wind stark flattern und reißen. Ein zu straff gespanntes Netz kann die Befestigungspunkte überlasten. Das Ziel ist ein straffer, aber elastischer Halt.
- Ankerpunkte verteilen: Befestigen Sie das Netz zuerst an den Eckpunkten, dann spannen Sie die Seiten und zuletzt die Mittelpunkte.
- Dehnungsspielraum einplanen: Nutzen Sie Gummispanner oder elastische Seile, um leichte Bewegungen auszugleichen und die Spannung konstant zu halten, auch bei Temperaturschwankungen.
- Testen Sie die Spannung: Wenn Sie gegen das Netz drücken und es sich nur wenig eindrücken lässt, ist die Spannung gut. Wenn es stark nachgibt oder sich kaum bewegt, müssen Sie die Spannung eventuell anpassen.
Die sorgfältige Montage sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch dafür, dass Ihre selbstgemachte Beschattung ihre Aufgabe über die gesamte Gartensaison hinweg zuverlässig erfüllt.
Pflege und Wartung Ihrer selbstgemachten Gewächshaus-Beschattung
Auch die beste selbstgemachte Beschattung benötigt regelmäßige Pflege, um ihre Funktion über Jahre hinweg zu erfüllen. Vernachlässigung kann die Lebensdauer verkürzen und die Effektivität mindern. Eine gute Wartung ist daher unerlässlich, um die Investition in Zeit und Material zu schützen.
Reinigung und Materialpflege
Die regelmäßige Reinigung ist essenziell, um die volle Lichtdurchlässigkeit und Funktionalität zu erhalten. Verschmutzungen, Algen oder Staub können die Lichtmenge reduzieren und die Wirkung der Beschattung beeinträchtigen. Bei Schattiernetzen und Stoffen empfiehlt sich eine jährliche Reinigung, idealerweise im Herbst, bevor die Beschattung abgenommen wird oder bevor die kalte Jahreszeit beginnt.
- Schattiernetze und Stoffe: Lassen Sie die Materialien am besten auf dem Gewächshaus. Spülen Sie sie gründlich mit einem Gartenschlauch ab. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen können Sie eine milde Seifenlauge und eine weiche Bürste verwenden. Spülen Sie anschließend gründlich mit klarem Wasser nach, um Seifenreste zu entfernen, die Pflanzen schädigen könnten.
- Beschattungsfarbe: Diese wird normalerweise im Frühjahr neu aufgetragen und im Herbst wieder entfernt. Die Entfernung erfolgt meist mit warmem Wasser und einer Bürste. Bei hartnäckigen Resten kann ein sanfter Reiniger helfen. Vermeiden Sie aggressive Chemikalien, die die Umwelt belasten.
- Holzelemente: Falls Sie Holzelemente wie Lamellen oder Rankgitter integriert haben, sollten diese regelmäßig auf Fäulnis oder Schädlingsbefall geprüft und gegebenenfalls mit einem geeigneten Holzschutzmittel behandelt werden.
Lagerung außerhalb der Saison
Wenn Ihre Beschattungslösung saisonal ist (z.B. ein abnehmbares Schattiernetz), ist die richtige Lagerung entscheidend für die Langlebigkeit.
- Trocknen lassen: Bevor Sie Materialien einlagern, stellen Sie sicher, dass sie vollständig trocken sind. Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung und Materialermüdung führen.
- Sauber lagern: Lagern Sie die Materialien sauber und frei von Erde oder Pflanzensaftresten.
- Schutz vor Nässe und UV-Strahlung: Bewahren Sie die Materialien an einem trockenen Ort auf, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und Nässe. Eine einfache Aufbewahrung in einer Kiste, einem Sack oder einer alten Tonne im Schuppen ist oft ausreichend.
- Vermeiden Sie Knicke: Rollen Sie Stoffe und Netze locker auf, anstatt sie stark zu falten, um dauerhafte Knicke und Beschädigungen zu vermeiden.
Regelmäßige Inspektion
Kontrollieren Sie Ihre Beschattung regelmäßig, mindestens einmal im Frühjahr vor der Saison und einmal im Herbst danach. Achten Sie dabei auf:
- Risse oder Löcher: Besonders in Schattiernetzen können kleine Risse schnell größer werden.
- Ausgefranste Kanten: Diese können verhindern, dass das Netz seine Form behält.
- Lose Befestigungen: Überprüfen Sie alle Seile, Klemmen, Haken und Ösen auf Festigkeit und Zustand.
- Materialermüdung: UV-Strahlung kann Kunststoffe spröde machen. Prüfen Sie, ob das Material noch flexibel ist.
Durch diese einfachen Pflegemaßnahmen stellen Sie sicher, dass Ihre selbstgemachte Gewächshaus-Beschattung auch in den kommenden Jahren ihre Aufgabe zuverlässig erfüllt und Ihre Pflanzen optimal schützt.
Überprüfung: Funktioniert meine selbstgemachte Beschattung?
Sie haben Zeit und Mühe investiert, um Ihre Gewächshaus-Beschattung selber zu machen. Nun ist es an der Zeit zu prüfen, ob Ihre Bemühungen Früchte tragen und Ihre Pflanzen den gewünschten Schutz erhalten. Die Überprüfung sollte nicht nur auf subjektiven Eindrücken basieren, sondern auch auf konkreten Beobachtungen.
Temperaturkontrolle: Der wichtigste Indikator
Das offensichtlichste Zeichen für eine funktionierende Beschattung ist eine Reduzierung der Innentemperatur im Vergleich zu einer unbeschatteten Periode oder einem benachbarten, unbeschatteten Gewächshaus. Platzieren Sie Thermometer an verschiedenen Stellen im Gewächshaus, um ein genaues Bild zu bekommen.
- Vergleichswerte sammeln: Wenn möglich, vergleichen Sie die Temperaturen an einem sonnigen Tag mit und ohne Beschattung, oder vergleichen Sie die Werte mit denen aus der Vorjahreszeit (sofern die Bedingungen vergleichbar sind).
- Tagesverlauf beobachten: Achten Sie darauf, wie sich die Temperatur im Laufe des Tages entwickelt. Eine gute Beschattung sollte die Spitzenwerte am Mittag und frühen Nachmittag abfangen und das Gewächshaus nicht zu stark auskühlen lassen.
- Zielwerte im Auge behalten: Die meisten Pflanzen gedeihen gut bei Temperaturen zwischen 20°C und 30°C. Vermeiden Sie es, dass die Temperatur dauerhaft über 35°C steigt.
Pflanzenzustand als Indikator
Die Reaktionen Ihrer Pflanzen sind oft die besten Anzeiger dafür, ob die Beschattung ihren Bedürfnissen entspricht.
- Keine Blattverbrennungen: Achten Sie auf braune oder weiße Flecken auf den Blättern, die auf Sonnenbrand hindeuten. Fehlen diese, ist die Beschattung wahrscheinlich ausreichend.
- Vitales Wachstum: Gesunde, kräftig grüne Blätter und ein stetiges Wachstum sind Zeichen dafür, dass die Pflanzen genügend Licht und die richtige Temperatur erhalten.
- Feuchtigkeitsmanagement: Eine gut funktionierende Beschattung hilft auch, die Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich zu halten und verhindert ein zu schnelles Austrocknen des Bodens.
Luftzirkulation nicht vergessen
Eine Beschattung, die die Luftzirkulation stark einschränkt, kann zu einem Hitzestau führen, der ebenso schädlich ist wie direkte Sonneneinstrahlung. Prüfen Sie daher:
- Bewegung der Blätter: Wenn die Luft im Gewächshaus steht und sich die Blätter nicht mehr bewegen, ist die Zirkulation mangelhaft.
- Lüftungssysteme: Stellen Sie sicher, dass Lüftungsöffnungen, Ventilatoren oder Fenster weiterhin effektiv arbeiten können und nicht durch die Beschattung blockiert werden.
Wichtig:
Anpassungen vornehmen
Basierend auf Ihren Beobachtungen können Sie Anpassungen vornehmen:
- Zu dunkel? Lockern Sie das Netz, entfernen Sie einige Streifen der Beschattungsfarbe oder öffnen Sie zusätzliche Lüftungsöffnungen.
- Immer noch zu heiß? Erhöhen Sie den Schattierungsgrad (z.B. durch ein dichteres Netz), optimieren Sie die Luftzirkulation oder ergänzen Sie die Beschattung durch andere Methoden.
- Ungleichmäßige Beschattung? Korrigieren Sie die Position des Netzes oder passen Sie die aufgetragene Farbe an, um alle Pflanzenbereiche gleichmäßig zu schützen.
Die kontinuierliche Beobachtung und Bereitschaft zur Anpassung sind der Schlüssel zu einem dauerhaft erfolgreichen Schattierungsmanagement in Ihrem Gewächshaus.
Fehlerbehebung: Was tun, wenn die Beschattung nicht funktioniert?
Selbst die sorgfältigste Planung kann manchmal zu unerwarteten Problemen führen. Wenn Ihre selbstgemachte Gewächshaus-Beschattung nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Vielmehr bietet es eine Gelegenheit, durch gezielte Anpassungen die optimale Lösung zu finden.
Problem 1: Die Temperatur sinkt nicht ausreichend
Das häufigste Problem ist, dass die Innentemperatur trotz Beschattung zu hoch bleibt. Mögliche Ursachen und Lösungen:
- Schattierungsgrad zu gering: Wenn Sie ein Netz mit geringem Schattierungsgrad (z.B. 30%) verwenden, reicht dies bei starker Sonneneinstrahlung möglicherweise nicht aus. Erwägen Sie den Einsatz eines Netzes mit höherem Grad (50-70%) oder eine Kombination aus mehreren dünnen Netzen.
- Luftzirkulation blockiert: Eine Beschattung, die die Luftzirkulation behindert, kann die Hitze im Gewächshaus stauen. Stellen Sie sicher, dass die Lüftungsöffnungen frei sind und die Luft zirkulieren kann. Falls nötig, installieren Sie zusätzliche Ventilatoren.
- Unzureichende Abdeckung: Beschatten Sie nur einen kleinen Teil des Gewächshauses? Die Sonne strahlt von verschiedenen Winkeln ein. Eine vollständige Abdeckung der Dachflächen und der nach Süden/Westen ausgerichteten Seiten ist oft notwendig.
- Beschattungsfarbe zu dünn aufgetragen: Wenn Sie Beschattungsfarbe verwendet haben, war sie vielleicht zu stark verdünnt. Eine erneute, etwas dichtere Anwendung im nächsten Jahr oder das Ergänzen mit einem Netz kann helfen.
Problem 2: Pflanzen bekommen trotzdem Sonnenbrand
Selbst mit einer Beschattung treten Verbrennungen auf. Das deutet darauf hin, dass die Intensität der Sonne immer noch zu hoch ist, oder dass bestimmte Bereiche besonders starker Strahlung ausgesetzt sind.
- Direkte Sonneneinstrahlung in kritischen Phasen: Prüfen Sie, ob die Sonne zu bestimmten Tageszeiten (z.B. sehr früh morgens oder spät nachmittags) noch direkt auf empfindliche Pflanzen trifft. Eventuell muss die Beschattung flexibler gestaltet werden.
- Ungleichmäßige Verteilung der Intensität: Manche Beschattungsmethoden (z.B. dichte Pflanzenreihen) können zu punktueller, intensiver Strahlung führen, wenn das Licht durch die Lücken fällt. Ein gleichmäßigeres Netz ist hier oft besser.
- Empfindlichkeit der Pflanzen: Manche Pflanzen sind extrem empfindlich. Hier hilft nur eine stärkere Beschattung oder das Umstellen der Pflanzen an schattigere Standorte im Gewächshaus.
Problem 3: Beschattung ist instabil oder reißt
Dies ist ein Problem der Montage und des Materials.
- Schwache Befestigungspunkte: Die Haken oder Ösen halten nicht dem Winddruck stand. Überprüfen Sie die Verankerung im Gewächshausrahmen oder im Boden. Verwenden Sie stabilere, wetterfeste Befestigungsmaterialien.
- Unzureichende Spannung: Ein flatterndes Netz reißt leichter. Spannen Sie das Netz straffer oder verwenden Sie elastische Elemente, um den Zug gleichmäßig zu verteilen.
- Materialqualität: Billige Netze oder Stoffe können schneller reißen oder spröde werden. Investieren Sie in qualitativ hochwertigere Materialien, die UV-stabil sind und für den Außeneinsatz konzipiert wurden.
- Alterung des Materials: UV-Strahlung zersetzt Kunststoffe mit der Zeit. Spröde und rissige Materialien müssen ersetzt werden.
Problem 4: Beschattung ist zu dunkel und hemmt das Wachstum
Wenn Ihre Pflanzen kümmerlich aussehen und kaum wachsen, ist die Beschattung möglicherweise zu stark.
- Zu hoher Schattierungsgrad: Ein 70%-Netz ist bei schwächerer Sonneneinstrahlung oder für lichtbedürftige Pflanzen zu viel. Wechseln Sie zu einem Netz mit geringerem Grad (z.B. 50%) oder entfernen Sie Teile der Beschattung.
- Dauerhafte Abdeckung: Bei wechselhaftem Wetter oder in kühleren Perioden kann die Beschattung zu lange aktiv bleiben. Eine abnehmbare Lösung oder eine Beschattung, die sich manuell einstellen lässt, ist hier vorteilhaft.
- Fehlendes diffuses Licht: Manche Beschattungsarten können das Licht zu stark blockieren, sodass zu wenig diffuses Licht die Pflanzen erreicht. Prüfen Sie, ob die gewählte Methode genügend gestreutes Licht durchlässt.
Die Behebung von Problemen erfordert oft Geduld und Experimentierfreude. Sehen Sie Ihre selbstgemachte Beschattung als ein System, das Sie im Laufe der Zeit optimieren können.
FAQ: Ihre Fragen zur Gewächshaus-Beschattung
Wie viel Prozent Schattierung benötige ich für mein Gewächshaus?
Der benötigte Schattierungsgrad hängt stark von den gepflanzten Sorten und dem Standort ab. Für die meisten Pflanzen sind 50-70% Schattierung ideal, um Überhitzung zu vermeiden, aber genügend Licht für die Photosynthese zu lassen. Sehr empfindliche Pflanzen benötigen eventuell mehr.
Wann sollte ich die Beschattung im Gewächshaus anbringen?
Die Beschattung wird in der Regel im Frühjahr angebracht, sobald die Sonneneinstrahlung intensiver wird und die Temperaturen im Gewächshaus zu steigen beginnen, meist ab April oder Mai. Sie bleibt bis in den Herbst hinein aktiv.
Kann ich die Beschattung auch innen anbringen?
Ja, eine Innenbeschattung ist möglich, wird aber seltener empfohlen. Sie kann die Luftzirkulation einschränken und Wärme einschließen. Außenbeschattung ist effektiver, da sie die Sonnenstrahlen abfängt, bevor sie das Gewächshaus aufheizen.
Wie entferne ich Beschattungsfarbe wieder?
Die meisten Beschattungsfarben auf Kalk- oder Mineralbasis lassen sich im Herbst mit warmem Wasser und einer Bürste oder einem Schwamm leicht abwaschen. Hartnäckige Rückstände können mit einem milden Reiniger behandelt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Schattiernetz und Sonnenschutzgewebe?
Beide Begriffe werden oft synonym verwendet. Schattiernetz (oder Sonnenschutzgewebe) bezeichnet ein textiles Material, das dazu dient, die Lichtintensität zu reduzieren und die Temperatur im Gewächshaus zu senken. Der Schattierungsgrad wird in Prozent angegeben.
Welche Pflanzen sind besonders hitzeempfindlich?
Besonders empfindlich sind zarte Jungpflanzen, viele Salatarten, Spinat, Radieschen, aber auch bestimmte Fruchtgemüse wie Paprika können bei extremer Hitze leiden. Tomaten und Gurken sind meist robuster.
Wie oft muss ich meine selbstgemachte Beschattung erneuern?
Die Lebensdauer hängt vom Material und den Umwelteinflüssen ab. Hochwertige Schattiernetze können mehrere Jahre halten. Beschattungsfarbe muss jährlich neu aufgetragen bzw. entfernt werden. Regelmäßige Inspektion hilft, den richtigen Zeitpunkt für eine Erneuerung zu erkennen.
