Warum Gurken im Gewächshaus pflanzen?
Das Gewächshaus bietet Gurkenpflanzen ein ideales, geschütztes Klima, das für ihr schnelles Wachstum und ihre Fruchtbildung unerlässlich ist. Hier sind die Hauptgründe, warum dieser Standort Ihre Erntechancen deutlich erhöht: Konstante Temperaturen, Schutz vor Witterungseinflüssen und Schädlingen sowie eine verlängerte Saison. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege schaffen Sie die besten Bedingungen für üppige Erträge, selbst wenn das Wetter draußen ungemütlich ist.
Gurken lieben Wärme und benötigen eine gleichbleibende Umgebung, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Im Freiland sind sie oft den Launen des Wetters ausgesetzt – späte Fröste im Frühjahr, starker Regen oder Hagel können empfindliche Pflanzen beschädigen. Ein Gewächshaus fungiert als Pufferzone, die diese Risiken minimiert. Die höhere Luftfeuchtigkeit, die sich im Inneren aufbaut, kommt den tropischen Ursprüngen der Gurke ebenfalls entgegen. Bevor Sie jedoch mit dem eigentlichen Gurken pflanzen im Gewächshaus beginnen, ist eine sorgfältige Planung und Vorbereitung des Anbauraums entscheidend für den späteren Erfolg.
Das Gewächshaus schafft eine Umgebung, in der die Pflanzen von Anfang an optimal versorgt werden. Sie können die Bodentemperatur besser kontrollieren und somit früher mit der Pflanzung beginnen. Zudem reduziert sich das Risiko von Krankheiten, die durch feuchte Blätter über Nacht oder durch Bodenkontakt mit starkem Regen begünstigt werden. Die geschützte Atmosphäre begünstigt zudem die Bestäubung, falls Sie auf geeignete Sorten setzen oder die Bestäuber aktiv unterstützen.
Die wichtigsten Vorteile des Gewächshausanbaus für Gurken sind die kontrollierbaren Umweltbedingungen.
Die ideale Umgebung für Gurken: Wärme, Licht und Luftfeuchtigkeit
Gurken sind Starkzehrer und benötigen für ihr Wachstum viel Licht, Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ideale Tagestemperaturen liegen zwischen 20°C und 28°C, während die Nachttemperaturen nicht unter 15°C fallen sollten. Ist es kälter, wird das Wachstum stark gehemmt und die Pflanzen können gestresst werden. Das Gewächshaus ermöglicht es, diese Temperaturbereiche über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Achten Sie jedoch darauf, dass sich das Gewächshaus an heißen Sommertagen nicht zu stark aufheizt. Eine gute Belüftung ist daher essenziell, um Hitzestau zu vermeiden und gleichzeitig eine gesunde Luftzirkulation zu gewährleisten, die Pilzkrankheiten vorbeugt.
Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine große Rolle. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 60-80% ist optimal. Zu trockene Luft kann das Risiko von Spinnmilbenbefall erhöhen, während dauerhaft zu feuchte Luft die Ausbreitung von Pilzkrankheiten wie Mehltau begünstigt. Regelmäßiges Lüften, besonders morgens nach dem Tau, hilft, die Feuchtigkeit zu regulieren. Gießen Sie die Gurken bevorzugt am Morgen, sodass die Blätter bis zum Abend abtrocknen können. Die Lichtverhältnisse sind ebenfalls entscheidend; Gurken benötigen mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag. Ein heller Standort für das Gewächshaus ist daher unerlässlich.
Die richtige Balance aus Wärme, Licht und Feuchtigkeit ist der Schlüssel zum Gedeihen Ihrer Gurken im Gewächshaus.
Vorbereitung des Gewächshauses und Bodens
Bevor Sie Ihre Gurken pflanzen, ist die sorgfältige Vorbereitung des Gewächshauses und des Bodens von entscheidender Bedeutung. Ein sauberes und gut vorbereitetes Umfeld minimiert Krankheitsrisiken und schafft optimale Wachstumsbedingungen. Beginnen Sie damit, das Gewächshaus gründlich zu reinigen. Entfernen Sie alte Pflanzenreste, Unkraut und abgestorbene Blätter, die Krankheitserreger beherbergen könnten. Waschen Sie die Scheiben von innen und außen, um die Lichtdurchlässigkeit zu maximieren.
Der Boden im Gewächshaus sollte für Gurken, die Starkzehrer sind, nährstoffreich und locker sein. Idealerweise arbeiten Sie im Herbst oder einige Wochen vor der Pflanzung gut verrotteten Kompost oder Stallmist in die Erde ein. Dies verbessert die Bodenstruktur, sorgt für eine gute Drainage und liefert wichtige Nährstoffe. Wenn Sie im Frühjahr direkt pflanzen, können Sie auch spezielle Gemüsedünger verwenden, die für Starkzehrer geeignet sind. Achten Sie auf einen pH-Wert des Bodens zwischen 6,0 und 6,8, da Gurken leicht saure bis neutrale Böden bevorzugen.
Prüfen Sie das Bewässerungssystem. Falls vorhanden, stellen Sie sicher, dass es einwandfrei funktioniert. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist für Gurken essenziell. Auch die Temperatur des Bodens ist wichtig. Gurken keimen und wachsen am besten, wenn der Boden mindestens 15°C, besser noch 18-20°C hat. Wenn Sie früh pflanzen möchten, können Sie den Boden mit schwarzer Mulchfolie abdecken, um ihn schneller aufzuwärmen.
Ein sauberer, nährstoffreicher und gut erwärmter Boden bildet die Grundlage für gesunde Gurkenpflanzen.
Bodenvorbereitung für Gurken im Gewächshaus
Die Bodenvorbereitung ist ein kritischer Schritt für das erfolgreiche Gurken pflanzen im Gewächshaus. Gurken entziehen dem Boden viele Nährstoffe, daher ist eine reiche Humusversorgung unerlässlich. Mischen Sie mindestens 10 Liter gut verrotteten Kompost pro Quadratmeter unter die oberste Erdschicht. Alternativ können Sie auch gut abgelagerten Pferde- oder Kuhmist verwenden. Dies verbessert nicht nur die Nährstoffversorgung, sondern auch die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und seine Lockerheit.
Wenn Ihr Boden zu lehmig ist, empfiehlt es sich, Sand oder Perlite unterzumischen, um die Drainage zu verbessern und Staunässe zu vermeiden, die Wurzelfäule verursachen kann. Ist der Boden eher sandig, hilft der Kompost, Wasser und Nährstoffe besser zu binden. Eine Bodenprobe kann Aufschluss über den pH-Wert geben. Liegt dieser außerhalb des optimalen Bereichs, können Sie ihn mit Kalk (bei zu saurem Boden) oder saurem Torf/Schwefel (bei zu alkalischem Boden) anpassen. Vergessen Sie nicht, den Boden vor der Pflanzung gut zu lockern, idealerweise bis zu einer Tiefe von 30-40 cm, um das Wurzelwachstum nicht zu behindern.
Verwenden Sie vor der Pflanzung eine Schicht Mulch (z.B. Stroh oder Holzhackschnitzel), um die Bodenfeuchtigkeit zu halten und Unkrautwuchs zu unterdrücken.
Gurken aussäen und vorziehen
Das Aussäen und Vorziehen von Gurken für das Gewächshaus kann die Erntezeit deutlich verlängern. Beginnen Sie etwa 3-4 Wochen vor dem geplanten Auspflanztermin im Gewächshaus mit der Aussaat im Haus oder in einem beheizten Frühbeet. Verwenden Sie für jede Pflanze einen eigenen Topf, da Gurken empfindliche Wurzeln haben und Umpflanzen nur schlecht vertragen. Torfquelltöpfe oder kleine Anzuchttöpfe sind hierfür gut geeignet.
Füllen Sie die Töpfe mit einer hochwertigen Anzuchterde. Säen Sie ein bis zwei Samen pro Topf etwa 1-2 cm tief. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Stellen Sie die Töpfe an einen warmen Ort mit einer Temperatur von mindestens 20-25°C. Ein Fensterbrett über einer Heizung ist oft ideal. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, benötigen sie viel Licht. Stellen Sie sie an ein helles Fenster (Südfenster ist am besten) oder nutzen Sie eine Pflanzenlampe, um ein Vergeilen (langes, dünnes Wachstum) zu verhindern.
Wenn Sie zwei Samen pro Topf gesät haben und beide keimen, entfernen Sie den schwächeren Keimling durch Abschneiden am Wurzelhals, um die Wurzeln des stärkeren nicht zu stören. Achten Sie darauf, dass die jungen Gurkenpflanzen keine Zugluft abbekommen und vor plötzlichen Temperaturschwankungen geschützt sind. Das Abhärten der Pflanzen einige Tage vor dem Auspflanzen, indem Sie sie stundenweise ins Freie stellen (aber vor Kälte geschützt), ist ratsam, falls die Temperaturen es zulassen und keine Frostgefahr besteht.
Eine frühe Aussaat im geschützten Umfeld sichert Ihnen einen Wachstumsvorsprung für Ihre Gurken.
Der Prozess des Aussäens und der Jungpflanzenpflege
Für das Gurken pflanzen im Gewächshaus ist das Vorziehen eine bewährte Methode. Starten Sie die Aussaat im Frühjahr, typischerweise ab Mitte April, abhängig von den Außentemperaturen und der Verfügbarkeit eines warmen Anzuchtsortes. Verwenden Sie Kokoserde oder eine torffreie Anzuchterde, die gut durchlässig ist. Platzieren Sie einen Samen etwa 1,5 cm tief in einem Topf mit etwa 8-10 cm Durchmesser. Achten Sie darauf, dass die Erde leicht feucht gehalten wird, aber Staunässe vermieden wird.
Die Keimtemperatur sollte idealerweise zwischen 22°C und 28°C liegen. Ein Heizkabel oder eine Heizmatte kann hierbei sehr hilfreich sein, um konstante Temperaturen zu gewährleisten. Sobald die Sämlinge erscheinen, benötigen sie sofort viel Licht. Ein Südfenster ist gut, aber eine zusätzliche Pflanzenlampe für 12-14 Stunden pro Tag ist oft notwendig, um kräftige, kompakte Jungpflanzen zu ziehen. Wenn die Pflanzen ihr erstes richtiges Blattpaar entwickelt haben, können Sie sie vorsichtig mit einem Flüssigdünger für Jungpflanzen versorgen.
Das Umpflanzen in größere Töpfe ist nur dann notwendig, wenn die Wurzeln den Topf vollständig durchwachsen haben und die Pflanze zu groß wird. Dies sollte so spät wie möglich geschehen, um den Stress für die Pflanze zu minimieren. Achten Sie darauf, die Gurkenpflanzen nicht zu tief zu setzen; der Wurzelballen sollte auf gleicher Höhe mit der Erde sein. Vor dem Auspflanzen ins Gewächshaus sollten die Pflanzen an die Umgebungsbedingungen gewöhnt werden, indem sie tagsüber für einige Stunden ins Freie gestellt werden, geschützt vor direkter Sonne und Wind.
Gurken im Gewächshaus pflanzen: Der richtige Zeitpunkt und Abstand
Der ideale Zeitpunkt für das Auspflanzen der vorgezogenen Gurkenjungpflanzen in das Gewächshaus ist, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und die Bodentemperaturen konstant über 15°C liegen. Dies ist üblicherweise ab Mitte Mai der Fall, kann aber je nach Region variieren. Warten Sie, bis die Pflanzen mindestens zwei echte Blattpaare entwickelt haben und kräftig aussehen.
Beim Gurken pflanzen im Gewächshaus ist der richtige Abstand entscheidend für eine gute Belüftung und optimale Nährstoffaufnahme. Planen Sie mindestens 40-50 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen ein. Bei rankenden Sorten, die an Schnüren oder Gittern hochgeleitet werden, können Sie die Pflanzen dichter setzen, solange eine gute Luftzirkulation gewährleistet ist. Dies bedeutet meist 2-3 Pflanzen pro Quadratmeter. Bei bodendeckenden Sorten ist mehr Platz nötig.
Graben Sie Pflanzlöcher, die etwas größer sind als der Wurzelballen der Jungpflanze. Setzen Sie die Pflanze vorsichtig ein, idealerweise so, dass der Wurzelballen nicht auseinanderfällt. Wenn die Pflanzen leicht schief gewachsen sind, können Sie sie im Loch leicht schräg stellen, sodass der Hauptstamm etwas tiefer liegt; Gurken bilden hier neue Wurzeln. Nach dem Einpflanzen gut angießen und die Erde leicht andrücken, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Eine erste Düngung kann nach etwa zwei Wochen erfolgen, sobald sich die Pflanze etabliert hat.
Der richtige Zeitpunkt und der nötige Abstand sind essenziell für das gesunde Wachstum Ihrer Gurken.
Pflanzabstand und -tiefe im Detail
Der Pflanzabstand hängt stark von der Wuchsform der Gurkensorte ab. Buschartige oder bodendeckende Sorten benötigen mehr Raum, etwa 60-80 cm zwischen den Pflanzen. Kletternde oder rankende Sorten, die an Spalieren, Schnüren oder Netzen gezogen werden, können dichter gepflanzt werden. Ein Abstand von 40-50 cm in der Reihe und 60-80 cm zwischen den Reihen ist hierbei ein guter Richtwert. Dies ermöglicht es den Pflanzen, sich gut zu entwickeln, und sorgt für ausreichende Belüftung, was Pilzkrankheiten vorbeugt.
Die Pflanztiefe ist ebenfalls wichtig. Pflanzen Sie die Gurken nicht tiefer ein, als sie im Anzuchttopf standen. Das bedeutet, der Wurzelballen sollte mit der umgebenden Erde bündig abschließen. Eine Ausnahme bildet das Pflanzen bei leicht schiefem Wuchs: Hier kann der obere Teil des Wurzelballens leicht von Erde bedeckt werden, um die Stabilität zu fördern und die Bildung zusätzlicher Wurzeln anzuregen. Nach dem Einpflanzen ist gründliches und vorsichtiges Angießen wichtig, um einen guten Bodenschluss zu erreichen. Vermeiden Sie es, die Blätter beim Gießen nass zu machen, um Krankheiten vorzubeugen.
Denken Sie daran: Gute Belüftung ist entscheidend, um Krankheiten wie Mehltau vorzubeugen.
Pflege von Gurkenpflanzen im Gewächshaus
Nach dem erfolgreichen Gurken pflanzen im Gewächshaus beginnt die Phase der intensiven Pflege. Gurken sind anspruchsvoll und benötigen regelmäßige Aufmerksamkeit, um üppige Erträge zu liefern. Dazu gehören vor allem die richtige Bewässerung, Düngung und das Geiztriebe-Management.
Die Bewässerung muss konstant erfolgen. Der Boden sollte stets leicht feucht gehalten werden, aber Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Gießen Sie am besten morgens, damit die Blätter tagsüber abtrocknen können und das Risiko von Pilzkrankheiten minimiert wird. Verwenden Sie lauwarmes Wasser, da kalte Flüssigkeit die Pflanzen schocken kann. Eine Tropfbewässerung ist ideal, da sie das Wasser direkt an die Wurzeln bringt und die Blätter trocken hält.
Gurken sind Starkzehrer und benötigen daher regelmäßige Nährstoffzufuhr. Beginnen Sie etwa zwei Wochen nach dem Auspflanzen mit der Düngung. Verwenden Sie einen speziellen Gurkendünger oder einen ausgewogenen Gemüsedünger mit höherem Kaliumanteil. Organische Dünger wie Brennnesseljauche oder Komposttee sind ebenfalls sehr gut geeignet und fördern ein gesundes Bodenleben. Achten Sie auf Anzeichen von Nährstoffmangel, wie gelbe Blätter oder schwaches Wachstum.
Regelmäßige und angepasste Pflege ist der Schlüssel zu gesunden Gurken und reichen Ernten.
Bewässerung, Düngung und Stützsysteme
Die gleichmäßige Wasserversorgung ist für Gurken im Gewächshaus von größter Bedeutung. Schwankungen im Wassergehalt des Bodens können zu bitteren Früchten oder Blütenendfäule führen. Gießen Sie bedarfsgerecht, aber lieber seltener und dafür durchdringend, als oft nur oberflächlich. Prüfen Sie die Bodenfeuchte regelmäßig mit dem Finger. Bei heißen Temperaturen kann tägliches Gießen notwendig sein.
Die Düngung sollte auf die Wachstumsphase abgestimmt sein. In der Wachstumsphase benötigen Gurken Stickstoff für das Blattwachstum, während der Fruchtbildung Kalium und Phosphor wichtiger werden. Ein Flüssigdünger, der alle zwei Wochen angewendet wird, ist eine gute Ergänzung zur regelmäßigen Bodenpflege. Achten Sie auf die Dosierungsempfehlungen auf der Verpackung, um eine Überdüngung zu vermeiden. Gelbe Blätter deuten oft auf Eisen- oder Magnesiummangel hin, was mit einem entsprechenden Blattdünger behoben werden kann.
Für rankende Gurkensorten ist ein stabiles Stützsystem unerlässlich. Ob Schnüre, Netze oder Rankgitter – sorgen Sie dafür, dass die Pflanzen Halt finden, um nach oben zu wachsen. Dies verbessert die Luftzirkulation, erleichtert die Ernte und hält die Früchte sauber. Leiten Sie die Haupttriebe vorsichtig an den Rankhilfen empor und entfernen Sie überflüssige Geiztriebe, um die Energie der Pflanze auf die Fruchtbildung zu konzentrieren.
Gurken ausgeizen, schneiden und leiten
Das richtige Ausgeizen und Schneiden von Gurkenpflanzen im Gewächshaus ist entscheidend, um die Fruchtbildung zu fördern und die Pflanzengesundheit zu erhalten. Gurken bilden sogenannte Geiztriebe, die in den Blattachseln wachsen. Werden diese nicht entfernt, konkurrieren sie mit den Fruchtständen um Nährstoffe und können das Wachstum der Gurken verlangsamen.
Bei den meisten gängigen Gewächshaus-Gurkensorten (z.B. Schlangengurken) werden die Geiztriebe regelmäßig entfernt. Man lässt dabei oft ein bis zwei Blätter hinter dem Fruchtstand stehen, bevor der Geiztrieb abgeschnitten wird. Dies ermöglicht, dass sich die Pflanze auf die Entwicklung der Gurken konzentriert. Der Haupttrieb wird in der Regel bis zur Decke des Gewächshauses geleitet und dann kopfümmig gemacht, was die Erntezeit verlängern kann.
Es gibt jedoch auch Sorten, die weniger stark ausgegeizt werden müssen oder sogar im "natürlichen" Wuchs üppiger tragen. Informieren Sie sich daher immer über die spezifischen Empfehlungen für Ihre Gurkensorte. Die Pflanzen werden in der Regel an Schnüren oder Gittern nach oben geleitet. Achten Sie darauf, die Triebe vorsichtig zu biegen und zu befestigen, um Verletzungen zu vermeiden. Eine gute Luftzirkulation bleibt auch beim Schneiden und Leiten oberstes Gebot.
Kontrolliertes Ausgeizen lenkt die Energie der Pflanze gezielt in die Fruchtentwicklung.
Die Kunst des Geizens und Schneidens für optimale Erträge
Das Ausgeizen ist eine Technik, die bei vielen Gurkensorten angewendet wird, um die Energie der Pflanze auf die Hauptfrüchte zu lenken. Sobald Sie den ersten Fruchtansatz an der Hauptranke erkennen, entfernen Sie die kleinen Triebe, die sich in den Blattachseln darunter bilden. Bei den meisten Gewächshaussorten werden diese Geiztriebe sauber mit einer Schere oder einem scharfen Messer abgeschnitten, sobald sie etwa 5-10 cm lang sind. Lassen Sie dabei ein bis zwei Blätter hinter der ersten Gurke stehen, um die Versorgung zu sichern.
Der Haupttrieb wird so lange nach oben geleitet, bis er die Decke des Gewächshauses erreicht. Dort wird er oft in die Erde gesteckt oder um die Schnur gewickelt und nach unten geleitet. Dies nennt man Kopfümmigmachen und es kann dazu führen, dass die Pflanze noch einmal austreibt und weiter Früchte bildet. Bei dieser Methode werden auch die Blätter und Triebe im unteren Bereich der Pflanze entfernt, um die Belüftung zu verbessern und das Risiko von Krankheiten zu reduzieren.
Es ist wichtig, die spezifischen Bedürfnisse der gewählten Gurkensorte zu kennen. Einige Sorten, insbesondere Freilandgurken oder spezielle Züchtungen, benötigen möglicherweise weniger oder gar kein Ausgeizen. Lesen Sie die Empfehlungen des Saatgutherstellers genau durch. Regelmäßiges Schneiden fördert nicht nur die Fruchtbildung, sondern hilft auch, die Pflanze gesund und übersichtlich zu halten.
Häufige Gurkenkrankheiten im Gewächshaus und ihre Vorbeugung
Auch im geschützten Raum des Gewächshauses sind Gurken anfällig für Krankheiten. Vorbeugung ist hierbei das A und O, denn einmal etablierte Krankheiten können schnell den gesamten Ertrag gefährden. Die wichtigsten Krankheiten im Gewächshaus sind Mehltau (echt und falscher) und die Blütenendfäule.
Mehltau äußert sich durch weißliche oder graue Beläge auf den Blättern. Falscher Mehltau zeigt sich oft als gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und einem graubraunen Belag auf der Blattunterseite. Beide Formen werden durch ungünstige Luftfeuchtigkeit und mangelnde Belüftung begünstigt. Regelmäßiges Lüften, das Vermeiden von nassem Laub über Nacht und ein guter Abstand zwischen den Pflanzen sind daher essenziell. Bei Befall können Sie auf biologische Mittel wie Backpulver- oder Milch-Wasser-Lösungen zurückgreifen, oder auf handelsübliche Fungizide, die für den biologischen Anbau zugelassen sind.
Blütenendfäule ist ein physiologischer Mangel, der sich als dunkle, eingesunkene Stelle am Ende der Gurkenfrucht zeigt. Sie wird meist durch Kalziummangel oder ungleichmäßige Wasserversorgung verursacht. Achten Sie auf eine konstante Bodenfeuchte und eine ausreichende Kalziumzufuhr durch Düngung. Bei den ersten Anzeichen hilft es oft, die Wasserversorgung zu stabilisieren und gegebenenfalls mit einem Kalziumdünger zu unterstützen.
Prävention durch gute Belüftung und gleichmäßige Pflege ist der beste Schutz vor Gurkenkrankheiten.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzkrankheiten und Mangelerscheinungen
Um Gurkenkrankheiten im Gewächshaus vorzubeugen, ist eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen wichtig. Sorgen Sie für eine gute Luftzirkulation, indem Sie das Gewächshaus regelmäßig lüften, besonders nach dem Gießen oder bei hoher Luftfeuchtigkeit. Vermeiden Sie es, die Blätter über Nacht nass zu lassen; gießen Sie daher am besten morgens. Eine gute Hygiene im Gewächshaus ist ebenfalls entscheidend: Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile und Unkraut.
Die Wahl resistenter Sorten kann das Risiko von Krankheiten erheblich reduzieren. Informieren Sie sich beim Kauf von Saatgut über Sorten, die gegen gängige Krankheiten wie Mehltau oder Gurkenmosaikvirus (GMV) unempfindlich sind. Eine ausgewogene Düngung, die auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt ist, beugt Mangelerscheinungen wie der Blütenendfäule vor. Achten Sie auf einen ausreichenden Kaliumgehalt im Dünger, besonders während der Fruchtbildung.
Bei den ersten Anzeichen von Pilzbefall, wie leichten Mehltaubefleckchen, können Sie versuchen, diese mit Hausmitteln zu bekämpfen, bevor Sie zu chemischen Mitteln greifen. Eine Mischung aus Milch und Wasser (1:10) oder eine Lösung aus einem Teelöffel Backpulver mit einem Spritzer Spülmittel in 10 Litern Wasser kann helfen, den Befall einzudämmen. Sprühen Sie die Pflanzen gründlich ein, besonders die Blattunterseiten.
Die richtige Bodenvorbereitung und eine angepasste Düngung beugen Mangelerscheinungen effektiv vor.
Gurken ernten: Der richtige Zeitpunkt und die Lagerung
Der Moment der Ernte ist der Höhepunkt der Gurkenkultur im Gewächshaus. Die richtige Erntezeit und -weise beeinflussen nicht nur den Geschmack und die Qualität der geernteten Früchte, sondern auch die weitere Blütenbildung und Fruchtentwicklung der Pflanze.
Gurken sollten geerntet werden, sobald sie ihre gewünschte Größe erreicht haben, aber bevor sie beginnen, gelb zu werden oder ihre Kerne zu hart werden. Dies ist je nach Sorte und Pflege etwa 4-7 Wochen nach der Blüte der Fall. Regelmäßiges Ernten stimuliert die Pflanze, neue Blüten zu bilden und weiter Früchte anzusetzen. Lassen Sie zu große Gurken an der Pflanze, kann dies die Produktion neuer Früchte hemmen.
Verwenden Sie zum Abernten ein scharfes Messer oder eine Gartenschere, um die Gurke vom Stiel zu trennen. Achten Sie darauf, die Pflanze dabei nicht zu beschädigen. Wenn Sie die Gurke nur abbrechen, können Sie den Stiel verletzen, was die Pflanze anfälliger für Krankheiten macht. Geerntete Gurken sollten kühl, aber nicht eiskalt gelagert werden, da sie kälteempfindlich sind. Ideal sind etwa 10-12°C. Im Kühlschrank können sie schnell Aromen verlieren und matschig werden.
Rechtzeitiges und sorgfältiges Ernten fördert die kontinuierliche Fruchtbildung Ihrer Gurkenpflanzen.
Tipps für die Gurkenernte und Lagerung
Die Erntezeit für Gurken im Gewächshaus beginnt meist im Frühsommer und kann bei guter Pflege bis in den Herbst hinein andauern. Achten Sie auf die Größe der Früchte. Für die meisten Salatsorten gilt: Ernten Sie, wenn die Gurke die gewünschte Länge erreicht hat und noch knackig ist. Wenn Sie die Gurken zu lange an der Pflanze lassen, werden sie oft bitter und die Kerne entwickeln sich zu stark. Regelmäßiges Ernten ist daher der Schlüssel zu einer anhaltenden Ernte.
Für die Ernte empfiehlt sich eine scharfe Klinge, um die Frucht sauber vom Stiel zu trennen. Dies verhindert Verletzungen an der Pflanze und fördert die Bildung neuer Früchte. Achten Sie darauf, die umliegenden Blätter nicht zu beschädigen. Nach der Ernte sollten die Gurken schnell weiterverarbeitet oder gelagert werden. Sie halten sich im Kühlschrank (unterste Schublade, nicht direkt am Kälteelement) für etwa 7-10 Tage, aber idealerweise bei leicht kühleren Temperaturen, falls Ihr Keller diese Bedingungen bietet.
Gurken sind empfindlich gegenüber Ethylengas, das von reifendem Obst wie Äpfeln oder Tomaten abgegeben wird. Lagern Sie Gurken daher getrennt von diesen Früchten, um eine schnellere Reifung und Qualitätsminderung zu vermeiden. Für die Einlagerung über längere Zeiträume sind Einlegen oder Fermentieren gängige Methoden, die den Geschmack und die Haltbarkeit erheblich verbessern.
