Einleitung: Die verborgene Schönheit heimischer Orchideen
Heimische Orchideen sind faszinierende und oft unterschätzte Pflanzen, die in unseren heimischen Wäldern, Wiesen und Mooren wachsen. Anders als ihre exotischen Verwandten aus den Tropen sind sie an kühlere Klimazonen angepasst und besitzen eine oft subtilere, aber nicht minder bezaubernde Schönheit. Das Betrachten von Bildern heimischer Orchideen öffnet die Tür zu einer Welt voller Vielfalt, einzigartiger Anpassungen und oft auch bedrohter Arten, die dringend unseren Schutz benötigen.
- Heimische Orchideen sind an mitteleuropäische Klimazonen angepasst.
- Ihre Schönheit liegt oft in subtilen Details und einzigartigen Blütenformen.
- Viele Arten sind geschützt und auf spezielle Lebensräume angewiesen.
- Bilder helfen bei der Bestimmung und Wertschätzung dieser Pflanzen.
Viele Menschen denken bei Orchideen sofort an tropische Exoten, die in warmen Regionen wachsen und luxuriös in Blumenläden präsentiert werden. Doch die Natur hält auch vor unserer Haustür wahre Schätze bereit. Von den majestätischen Frauenschuhen bis zu den zarten Spinnen-Orchideen – die Vielfalt heimischer Orchideenarten ist erstaunlich. Sie sind Indikatoren für gesunde Ökosysteme und erfreuen Naturliebhaber mit ihrer einzigartigen Morphologie und oft auch mit überraschenden Duftnoten. Diese Bilder und Informationen sollen Ihnen helfen, diese heimlichen Schönheiten zu erkennen und ihre Bedeutung für unsere Umwelt zu verstehen.
Beginnen Sie Ihre Entdeckungsreise mit einer Lupe, um die feinen Details der Blütenblätter und Säulenapparate von heimischen Orchideen wirklich wahrzunehmen; oft entfalten sie dort ihre gesamte Komplexität.
Die Erforschung und das Verständnis heimischer Orchideen sind nicht nur eine Frage der Botanik, sondern auch des Naturschutzes. Viele dieser Arten sind durch Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft und Klimawandel gefährdet. Indem wir uns mit ihrer Erscheinung – also mit ihren Bildern – vertraut machen, entwickeln wir eine tiefere Wertschätzung und das Bewusstsein, wie wichtig der Erhalt ihrer natürlichen Standorte ist.
Was sind heimische Orchideen eigentlich?
Heimische Orchideen sind Wildpflanzen aus der Familie der Orchidaceae, die natürlicherweise in gemäßigten Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas vorkommen. Im Gegensatz zu vielen tropischen Orchideen sind sie nicht epiphytisch (aufsitzerisch auf Bäumen), sondern meist terrestrisch, das heißt, sie wachsen im Boden. Ihre charakteristischen Blüten sind oft komplex aufgebaut und zeigen ausgeklügelte Anpassungen zur Bestäubung durch spezifische Insekten. Die Blätter sind meist grün, können aber je nach Art variieren und sind oft grundständig oder wechselständig am Stängel angeordnet.
Die Anatomie einer heimischen Orchideenblüte
Jede Orchideenblüte ist ein Kunstwerk der Natur. Sie besteht typischerweise aus sechs Blütenblättern, von denen drei zu einer äußeren und drei zu einer inneren Perigonreihe geordnet sind. Eines der inneren Blütenblätter ist zur sogenannten Lippe (Labellum) modifiziert, die bei vielen Arten eine auffällige Form oder Farbe aufweist und oft als Landeplatz für Bestäuber dient. Im Zentrum der Blüte befindet sich die Säule (Gynostemium), eine verwachsene Struktur aus Staub- und Fruchtblatt, die für die Fortpflanzung unerlässlich ist. Die Frucht ist eine Kapsel, die Tausende winziger Samen enthält, deren Keimung meist eine Symbiose mit bestimmten Pilzen erfordert. Das Verständnis dieser grundlegenden Blütenstruktur hilft enorm bei der Bestimmung.
Lebensraum und Verbreitung: Wo findet man sie?
Heimische Orchideen sind wahre Spezialisten, wenn es um ihren Lebensraum geht. Man findet sie in einer Vielzahl von Biotopen: von trockenen Magerrasen und lichten Wäldern über feuchte Moore und Bruchwälder bis hin zu alpinen Matten. Jede Art hat spezifische Ansprüche an Bodenbeschaffenheit (sauer oder kalkhaltig), Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse. Beispielsweise bevorzugt das Große Knabenkraut (Kneippia) kalkreiche, feuchte Wiesen, während die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha) eher schattige Laubwälder mit humusreichem Boden besiedelt. Die Verbreitung ist oft lückenhaft, da viele Populationen stark an ihre spezifischen Umweltbedingungen gebunden sind.
Unterschiede zu tropischen Orchideen
Der Hauptunterschied liegt in der Wuchsform und den Lebensräumen. Tropische Orchideen sind oft Aufsitzerpflanzen, die Luftwurzeln ausbilden und keine Bodenberührung benötigen. Heimische Orchideen sind hingegen fast immer Bodenorchideen. Auch ihre Blütezeiten und die Intensität ihrer Farben oder Düfte sind an die gemäßigten Klimazonen angepasst. Während exotische Orchideen oft üppige, dramatische Blüten zur Schau stellen, punkten heimische Arten häufig mit filigranen Strukturen und unauffälligeren, aber faszinierenden Mustern. Ihre Überwinterung erfolgt meist unterirdisch als Knolle oder Rhizom.
Die bekanntesten heimischen Orchideenarten mit Bildern
Unsere heimischen Landschaften beherbergen eine beeindruckende Anzahl von Orchideenarten. Ihre Vielfalt reicht von zarten, unscheinbaren Vertretern bis hin zu prächtigen Exemplaren, die das Auge sofort fesseln. Die Erkennung dieser Arten ist oft nicht einfach, da sie feine Unterschiede in Blattform, Blütenfarbe und -struktur aufweisen. Bilder sind hierbei unerlässlich, um die oft geringen, aber entscheidenden Merkmale zu studieren und die Arten korrekt zu identifizieren.
Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus)
Der Frauenschuh ist zweifellos eine der auffälligsten heimischen Orchideen. Seine charakteristische, schuhförmige Lippe ist das Markenzeichen, das ihm seinen Namen gibt. Die Blütenblätter sind meist braun-rotlich und gedreht, während die Lippe leuchtend gelb ist. Diese Art wächst bevorzugt in lichten Wäldern und auf kalkreichen Böden. Sie ist extrem selten und stark gefährdet, weshalb sie unter strengem Naturschutz steht. Ihr Vorkommen ist begrenzt und wird sorgfältig überwacht, um ein weiteres Verschwinden zu verhindern. Der Anblick eines blühenden Frauenschuhs ist ein unvergleichliches Erlebnis für jeden Naturfreund.
Das Breitblättrige Knabenkraut (Kneippia latifolia)
Dieses Knabenkraut, auch als Breitblättrige Stendelwurz bekannt, ist eine weit verbreitete, aber dennoch schützenswerte Art. Seine Blüten stehen in einem dichten, zylindrischen Blütenstand und variieren stark in der Farbe von Rosa bis Violett, oft mit dunkleren Flecken und Linien. Die Lippe ist meist dreilappig und deutlich erkennbar. Man findet es häufig auf feuchten bis nassen, kalkreichen Wiesen und Weiden. Die Blütezeit erstreckt sich typischerweise über den späten Frühling und frühen Sommer. Seine Anpassungsfähigkeit an leicht unterschiedliche Bodenfeuchten ermöglicht ihm ein breiteres Vorkommen als manch andere spezialisierte Art.
Die Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
Die Fliegen-Ragwurz ist ein Meisterwerk der Tarnung und Mimikry. Ihre Blüten ähneln in Form und sogar in Duft bestimmten weiblichen Insekten, um männliche Tiere zur Bestäubung anzulocken. Die Blüten sind meist grünlich-braun und die Lippe zeigt eine dunkle, haarige Oberfläche, die einem Insektenkörper ähnelt. Man findet diese faszinierende Art auf kalkreichen, trockenen bis mäßig feuchten Böden, oft auf Magerrasen oder an Waldrändern. Die Blütezeit liegt meist im Frühsommer.
Die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha)
Die Grünliche Waldhyazinthe zeichnet sich durch ihre unauffällige, aber elegant geformten, grünlich-weißen Blüten aus, die oft einen süßlichen Duft verströmen, besonders in den Abendstunden. Die Lippe ist schmal und nach unten gerichtet, während die beiden seitlichen Blütenblätter und das oberste Blütenblatt (Helm) eine charakteristische Form bilden. Sie bevorzugt nährstoffarme, aber kalkreiche Böden in lichten Laub- und Nadelwäldern. Ihre Blütezeit ist im späten Frühling bis Frühsommer.
Die Sumpf-Herzblattblume (Hammarbya paludosa)
Diese kleine, unscheinbare Orchidee hat ihren Namen von den herzförmigen, kleinen "Brutknospen", die sich an den Blatträndern bilden und zur vegetativen Vermehrung dienen. Die Blüten sind winzig, grünlich und stehen in einem lockeren Blütenstand. Sie ist typisch für extrem nasse, kalkarme Moore und Hochmoore. Ihre geringe Größe macht sie leicht zu übersehen, doch ihre Anpassung an solch spezialisierte Lebensräume ist bemerkenswert. Ihre zarte Erscheinung macht sie zu einem besonderen Fund für aufmerksame Beobachter.
Die genaue Bestimmung dieser und vieler anderer Arten erfordert oft das Studium von Detailaufnahmen, die sowohl die Blütenstruktur als auch die Blattform und die Wuchsform zeigen. Achten Sie auf die Anzahl der Blüten, die Form der Lippe, die Anordnung der Blütenblätter und die Farbe. Auch die Art der Blätter – sind sie behaart, glatt, breit oder schmal? – sind wichtige Unterscheidungsmerkmale, die auf Bildern festgehalten werden können.
Bestimmung heimischer Orchideen: Worauf Sie achten müssen
Die Welt der heimischen Orchideen ist faszinierend, aber ihre Bestimmung kann eine Herausforderung darstellen. Da viele Arten sich ähneln, ist ein scharfes Auge für Details und die Kenntnis der wichtigsten Merkmale entscheidend. Eine präzise Bestimmung hilft nicht nur der eigenen Freude an der Natur, sondern ist auch essenziell für wissenschaftliche Beobachtungen und Naturschutzbemühungen. Bilder sind dabei Ihr wichtigstes Werkzeug, um die Merkmale zu studieren und zu vergleichen.
Schlüsselfaktoren für die Identifizierung
- Blütenform und -farbe: Dies ist oft das auffälligste Merkmal. Achten Sie auf die Form der Lippe, die Stellung der seitlichen Blütenblätter und die allgemeine Blütenfarbe. Gibt es Muster, Punkte oder Streifen?
- Blütenstand: Wie viele Blüten sind vorhanden und wie sind sie angeordnet? Ist der Blütenstand dicht und zylindrisch oder locker und rispenartig?
- Blätter: Sind die Blätter grundständig oder am Stängel verteilt? Haben sie eine deutliche Form (breit, schmal, herzförmig)? Sind sie behaart oder glatt? Haben sie eine besondere Färbung?
- Wuchsform und Größe: Wie hoch wächst die Pflanze? Ist sie eher gedrungen oder schlank? Bilden sich Nebenstängel?
- Standort und Lebensraum: Wo wächst die Pflanze? Auf trockenem Kalkmagerrasen, feuchter Wiese, im Moor oder im Wald? Der Lebensraum liefert oft wichtige Hinweise.
Häufige Verwechslungsarten und ihre Unterschiede
Viele heimische Orchideenarten können auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Beispielsweise können verschiedene Knabenkräuter (Gattung Dactylorhiza) leicht verwechselt werden. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind hier oft die Form und die Zeichnung der Blätter, die von Art zu Art variiert. Die Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes) und die Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora) ähneln der Fliegen-Ragwurz, unterscheiden sich aber in Details der Lippenform und der Zeichnung. Auch die beiden Waldhyazinthen (Platanthera bifolia und P. chlorantha) sind nur durch genaue Betrachtung der Lippe und des Winkels der beiden seitlichen Blütenblätter sicher zu trennen. Ein gutes Bild mit einer Maßstabsangabe ist hierbei von unschätzbarem Wert.
Die Rolle von Fachbüchern und Online-Datenbanken
Für eine fundierte Bestimmung sind gute Bestimmungsbücher mit detaillierten Beschreibungen und qualitativ hochwertigen Bildern unerlässlich. Daneben bieten zahlreiche Online-Portale und Datenbanken – oft von Naturschutzorganisationen oder botanischen Vereinen betrieben – wertvolle Ressourcen. Hier finden Sie oft aktuelle Verbreitungskarten, Fotos und Bestimmungshilfen, die Ihnen helfen können, Ihre Funde zu überprüfen. Naturgucker-Portale sind besonders nützlich, da sie von der Community gepflegt werden und viele reale Beobachtungen mit Fotos sammeln.
Dokumentieren Sie jeden Fund detailliert, indem Sie Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln machen (Gesamtansicht, Nahaufnahme der Blüte von der Seite und von vorne, Detail der Blätter) und den genauen Standort notieren. So können Sie später Vergleiche anstellen und Ihre Bestimmung sichern.
Wann ist professionelle Hilfe ratsam?
Wenn Sie sich trotz aller Bemühungen unsicher sind, scheuen Sie sich nicht, Experten zu fragen. Botanische Gärten, Universitätsinstitute, lokale Naturschutzvereine oder erfahrene Botaniker sind oft bereit, bei der Bestimmung zu helfen. Das Einreichen guter Fotos mit Standortangaben kann hierbei den Prozess erheblich erleichtern. Bedenken Sie, dass die korrekte Identifizierung besonders bei seltenen oder stark gefährdeten Arten wichtig ist.
Lebensraumschutz: Warum heimische Orchideen gefährdet sind
Die Pracht heimischer Orchideen ist oft an empfindliche Ökosysteme geknüpft. Viele Arten sind durch menschliche Einflüsse stark gefährdet, was ihren Schutz zu einer dringenden Aufgabe macht. Bilder zeigen uns zwar die Schönheit, aber sie verdecken nicht die Gefahren, denen diese Pflanzen ausgesetzt sind. Das Verständnis dieser Bedrohungen ist der erste Schritt, um ihr Überleben zu sichern.
Ursachen für die Gefährdung
Die Hauptursachen für die Rückgänge heimischer Orchideen sind vielfältig:
- Lebensraumverlust und -fragmentierung: Moore werden trockengelegt, artenreiche Wiesen werden überbaut oder zu intensiv landwirtschaftlich genutzt, Wälder werden aufgeforstet oder entwässert. Dies zerstört die spezialisierten Lebensräume, die diese Pflanzen zum Gedeihen benötigen.
- Intensive Landwirtschaft: Düngung und häufige Mahd auf Wiesen verändern die Bodenbeschaffenheit und fördern konkurrenzstarke Gräser, die die zarten Orchideen verdrängen.
- Klimawandel: Veränderungen in Temperatur und Niederschlagsmustern können dazu führen, dass Lebensräume für bestimmte Arten ungeeignet werden.
- Störung durch den Menschen: Das Betreten von Lebensräumen abseits befestigter Wege, das Pflücken von Blüten oder das Ausgraben von Pflanzen sind direkte Bedrohungen, die zum Rückgang lokaler Populationen führen können.
Die Bedeutung von Schutzgebieten und Renaturierung
Schutzgebiete wie Naturschutzgebiete und Nationalparks spielen eine entscheidende Rolle beim Erhalt von Orchidenlebensräumen. In diesen Zonen wird versucht, die natürlichen Bedingungen so weit wie möglich zu bewahren oder wiederherzustellen. Renaturierungsprojekte, bei denen ehemalige Moore wiedervernässt oder artenreiche Wiesen durch extensive Bewirtschaftung wiederbelebt werden, schaffen neue oder verbessern bestehende Habitate für heimische Orchideen.
Rolle bei der ökologischen Überwachung
Heimische Orchideen sind oft sogenannte Indikatorarten. Ihre Anwesenheit oder Abwesenheit gibt Aufschluss über die Qualität und den Zustand eines Ökosystems. Eine gesunde Population heimischer Orchideen deutet auf ein stabiles, wenig belastetes Umfeld hin. Ihr Rückgang signalisiert ökologische Probleme, die auch andere Arten betreffen. Daher ist der Schutz dieser Pflanzen auch ein Schutz der gesamten Biodiversität eines Lebensraums.
Die Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen. Wenn Sie bei Ihren Wanderungen heimische Orchideen entdecken, erfreuen Sie sich an ihrem Anblick, machen Sie vielleicht ein Foto für Ihre Dokumentation, aber hinterlassen Sie sie unberührt. Informieren Sie sich über lokale Schutzinitiativen und unterstützen Sie Organisationen, die sich für den Erhalt unserer heimischen Natur einsetzen.
Häufige Probleme bei heimischen Orchideen und wie man sie erkennt
Auch heimische Orchideen sind nicht immun gegen Probleme, die ihre Gesundheit und ihr Überleben beeinträchtigen können. Während man bei Zuchtorchideen oft an Schädlinge wie Wollläuse oder Trauermücken denkt, sind heimische Wildorchideen anderen Herausforderungen ausgesetzt, die mit ihren natürlichen Lebensbedingungen und Umwelteinflüssen zusammenhängen. Die Erkennung von Problemen ist entscheidend, um gegebenenfalls schützende Maßnahmen zu unterstützen.
Krankheiten und ihre Symptome
Obwohl heimische Orchideen an ihre Umwelt angepasst sind, können sie dennoch von Krankheiten befallen werden. Pilzkrankheiten sind relativ häufig. Ein Beispiel ist die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea), die zu grauen, flaumigen Belägen und Fäulnis an Blüten und Blättern führen kann, besonders bei feuchtem Wetter. Blätter, die sich gelblich verfärben (orchideen blätter gelb), können auf Nährstoffmangel, Wassermangel, Staunässe oder eine beginnende Pilzinfektion hindeuten. Solche Verfärbungen sind oft ein erstes Warnsignal, das weitere Beobachtung erfordert.
Schädlinge in natürlichen Habitaten
In ihrem natürlichen Lebensraum werden heimische Orchideen von verschiedenen Schädlingen heimgesucht. Schnecken und Nacktschnecken können junge Triebe und Blüten beschädigen, indem sie Löcher in die Blätter fressen oder ganze Blütenknospen abfressen. Blattläuse sind zwar weniger ein Problem für die gesamte Pflanze als bei Zimmerorchideen, können aber in Massen auftreten und die jungen Triebe schwächen. Spinnmilben bevorzugen trockenere Bedingungen, sind aber auf feuchten Standorten seltener. Die Bekämpfung von Schädlingen in der freien Natur ist meist nicht praktikabel und wird dem natürlichen Gleichgewicht überlassen, solange die Populationen nicht so stark sind, dass sie die Art bedrohen.
Luftwurzeln bei heimischen Orchideen?
Die Frage nach luftwurzeln bei orchideen bezieht sich oft auf die Haltung von Zimmerorchideen, die sich durch oberirdische Wurzeln an ihre epiphytische Lebensweise angepasst haben. Heimische Orchideen sind in der Regel Bodenorchideen. Sie besitzen unterirdische Wurzeln und oft auch verdickte Rhizome oder Knollen zur Speicherung von Nährstoffen und zur Überwinterung. Oberirdische, luftähnliche Wurzeln sind bei diesen Arten nicht zu erwarten, es sei denn, es handelt sich um abnormes Wachstum oder eine mechanische Verletzung, die eine Pflanze dazu veranlasst, oberirdisch zu versuchen, sich zu verankern oder Nährstoffe aufzunehmen. Ein starkes Wachstum von Luftwurzeln ist somit kein typisches Problem bei heimischen Bodenorchideen, sondern eher ein Hinweis auf eine untypische Situation.
Worauf Sie bei Beobachtungen achten sollten
Wenn Sie heimische Orchideen in der Natur beobachten, achten Sie auf:
- Verfärbte oder fleckige Blätter: Gelbe oder braune Flecken können auf Krankheiten oder Stress hindeuten.
- Verwelkte oder beschädigte Blüten: Fraßspuren von Schnecken oder Schädlingsbefall können die Blüten beeinträchtigen.
- Ungewöhnliche Wuchsformen: Stark verkümmerte Pflanzen oder ungewöhnliche Auswüchse sind ebenfalls Anzeichen für Probleme.
- Das Fehlen von Blüten: Manche Jahre sind für bestimmte Arten schlechter, aber ein konsequentes Ausbleiben von Blüten kann auf ungünstige Standortbedingungen oder geschwächte Pflanzen hinweisen.
Das Wichtigste bei der Beobachtung von Problemen ist die Unterscheidung zwischen natürlichen Prozessen und tatsächlicher Bedrohung. Da heimische Orchideen oft selten sind, sollten sie in Ruhe gelassen und nicht gestört werden. Ihre Erholung liegt im Erhalt ihres Lebensraums, nicht in direkter Intervention durch den Laien.
Häufige Fragen zu heimischen Orchideenbildern
Die Faszination für heimische Orchideen führt oft zu spezifischen Fragen, die durch Bilder und Informationen beantwortet werden können. Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um die Erkennung, den Schutz und die Lebensweise dieser besonderen Pflanzen.
Sind heimische Orchideen geschützt?
Ja, die meisten heimischen Orchideenarten stehen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern unter strengem Naturschutz. Das Pflücken, Ausgraben oder Zerstören ist verboten und kann empfindliche Strafen nach sich ziehen. Ihr Schutz ist essentiell, um ihre Bestände zu erhalten.
Wo kann ich Bilder von heimischen Orchideen finden?
Hochwertige Bilder heimischer Orchideen finden Sie in botanischen Fachbüchern, auf den Webseiten von Naturschutzorganisationen (wie NABU, BUND), in Online-Datenbanken zur Flora und auf Portalen für Naturbeobachter. Suchen Sie nach spezifischen Artennamen oder allgemeinen Begriffen wie 'wilde Orchideen Deutschland'.
Wie kann ich eine heimische Orchidee sicher bestimmen?
Zur sicheren Bestimmung sind detaillierte Bilder von Blüten, Blättern und der Wuchsform nötig. Vergleichen Sie diese mit Abbildungen in Bestimmungsbüchern oder Online-Foren. Achten Sie auf präzise Merkmale wie Blütenblattform, Lippenzeichnung, Blattstellung und Blütenstand. Oft sind auch Kenntnisse über den Lebensraum hilfreich.
Warum sind heimische Orchideen so selten geworden?
Die Hauptursachen sind Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft, Trockenlegung von Mooren und Wiesen, sowie klimatische Veränderungen. Viele Arten sind stark spezialisiert und können sich nicht an veränderte Bedingungen anpassen, weshalb ihre Bestände stark zurückgegangen sind.
Was bedeutet "Orchideenblätter gelb" bei heimischen Arten?
Gelbe Blätter bei heimischen Orchideen können auf verschiedene Probleme hindeuten: Nährstoffmangel, zu viel oder zu wenig Wasser, Staunässe oder den Beginn einer Pilzkrankheit. In der freien Natur ist dies oft ein Zeichen für ungünstige Standortbedingungen oder Stress.
Darf ich Luftwurzeln bei heimischen Orchideen abschneiden?
Heimische Orchideen sind Bodenorchideen und bilden keine typischen Luftwurzeln wie tropische Aufsitzerpflanzen. Falls Sie oberirdische Wurzelansätze sehen, sind dies keine Luftwurzeln im üblichen Sinne und sollten nicht manipuliert werden. Das Abschneiden ist in der freien Natur nicht relevant und auch nicht gestattet.
Wie kann ich heimische Orchideen am besten schützen?
Der beste Schutz besteht darin, ihre Lebensräume zu erhalten und zu schonen. Betreten Sie naturnahe Flächen nur auf Wegen, pflücken Sie keine wilden Blumen und unterstützen Sie lokale Naturschutzprojekte. Sensibilisieren Sie auch andere Menschen für die Bedeutung dieser empfindlichen Pflanzen.
