Warum Hortensien im Frühjahr Dünger brauchen
Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden erwärmen und zarte Blätter an Ihren Hortensienknospen erscheinen, signalisiert dies den Beginn einer neuen Wachstumsperiode. In dieser Zeit ist der Nährstoffbedarf der Pflanzen besonders hoch, um kräftige Triebe zu bilden und die Grundlage für die spätere Blütenpracht zu legen. Ohne die richtige Unterstützung können Hortensien schwachwüchsig bleiben, kleinere Blüten entwickeln oder sogar anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden. Das Frühjahr ist daher die entscheidende Phase, um Ihren Hortensien die notwendigen Bausteine für ein gesundes und üppiges Jahr zu liefern.
Hortensien sind Starkzehrer, das bedeutet, sie entziehen dem Boden viele Nährstoffe, um ihre beeindruckenden Blütenbälle und ihr dichtes Laubwerk zu entwickeln. Besonders Stickstoff ist für das vegetative Wachstum unerlässlich, während Kalium die Widerstandsfähigkeit stärkt. Phosphor unterstützt die Wurzelbildung und Blütenentwicklung. Magnesium spielt eine wichtige Rolle für die Blattgrünbildung und beugt Chlorosen vor. Da der Boden im Laufe des Vorjahres durch die Pflanzenentnahme und Auswaschungen bereits ausgelaugt sein kann, ist eine gezielte Düngung im Frühjahr unerlässlich, um diesen Mangel auszugleichen und der Pflanze einen energischen Start zu ermöglichen.
Die Bodenbeschaffenheit spielt hierbei eine große Rolle. Auf sandigen Böden, die Nährstoffe schneller auswaschen, ist die Notwendigkeit einer Frühjahrsdüngung noch ausgeprägter. Auch ältere Pflanzen, die bereits viele Jahre an ihrem Standort stehen und viel Biomasse produziert haben, benötigen regelmäßige Nährstoffzufuhr. Selbst wenn Sie im Herbst bereits vorgedüngt haben, um die Pflanze auf den Winter vorzubereiten, bildet die Frühjahrsdüngung die Basis für das gesamte kommende Gartenjahr.
Die Nachfrage nach diesen essenziellen Nährstoffen beginnt mit dem Austrieb und dauert bis zur Hauptwachstumsphase an. Eine vorausschauende Düngung stellt sicher, dass die Pflanze jederzeit über die benötigten Elemente verfügt, ohne dass es zu Engpässen kommt. Dies führt zu einem gleichmäßigen Wachstum, gesunden grünen Blättern und der Entwicklung kräftiger Blütenknospen, die später ihre volle Pracht entfalten können.
- Frühjahrsdüngung versorgt Hortensien mit essenziellen Nährstoffen für Wachstum und Blüte.
- Hortensien sind Starkzehrer und benötigen regelmäßige Zufuhr von Stickstoff, Kalium und Phosphor.
- Bodenbeschaffenheit und Pflanzenalter beeinflussen die Dringlichkeit der Düngung.
- Versorgt die Pflanze über den gesamten Austrieb und die Hauptwachstumsphase.
- Legt die Grundlage für gesunde Blätter und üppige Blütenbälle.
Der optimale Zeitpunkt: Wann Sie Hortensien im Frühjahr düngen sollten
Der genaue Zeitpunkt für die erste Düngung Ihrer Hortensien im Frühjahr ist entscheidend für die Wirksamkeit. Warten Sie, bis die Gefahr von starkem Nachtfrost vorüber ist und Ihre Pflanzen bereits deutliche Lebenszeichen zeigen. Ein guter Indikator ist, wenn die Knospen anschwellen und die ersten zarten grünen Triebe sichtbar werden. Dies geschieht meist zwischen März und Mai, abhängig von Ihrer regionalen Klimazone und dem spezifischen Wetterverlauf des Jahres. Wenn Sie unsicher sind, beobachten Sie die allgemeine Natur: Wenn andere Frühlingsblüher wie Tulpen und Narzissen ihre Blütezeit beenden oder bereits im Rückschnitt sind, ist dies ebenfalls ein Zeichen, dass die Gartensaison für viele Pflanzen richtig begonnen hat.
Eine zu frühe Düngung auf noch kühlem Boden kann dazu führen, dass die Nährstoffe nicht optimal von der Pflanze aufgenommen werden können und schlimmstenfalls durch Regen ausgewaschen werden, bevor die Wurzeln sie erreichen. Zu späte Düngung im Spätsommer hingegen kann das Holz weich halten und die Pflanze anfälliger für Frostschäden im kommenden Winter machen. Daher konzentriert sich die Hauptdüngung auf das Frühjahr, um den Grundstein für das gesamte Wachstumsjahr zu legen.
Manche Gärtner teilen die Frühjahrsdüngung auch in zwei Gaben auf. Die erste Gabe erfolgt, wie beschrieben, sobald der Austrieb beginnt. Eine zweite, kleinere Gabe kann dann im späten Frühjahr oder frühen Frühsommer (etwa Juni) erfolgen, um die Blütenbildung und -entwicklung weiterhin zu unterstützen. Dies ist besonders bei sehr stark wachsenden Sorten oder auf nährstoffarmen Böden ratsam. Achten Sie jedoch darauf, nach Mitte des Sommers keine stickstoffbetonten Dünger mehr zu verwenden, um die Winterhärte nicht zu gefährden.
Für eine nachhaltige Nährstoffversorgung eignen sich vor allem Langzeitdünger, die ihre Nährstoffe über mehrere Monate hinweg langsam freisetzen. Diese sind ideal, da sie eine gleichmäßige Versorgung gewährleisten und das Risiko von Auswaschung minimieren. Bei der Anwendung dieser Dünger ist die einmalige Gabe im zeitigen Frühjahr oft ausreichend. Prüfen Sie immer die Herstellerangaben auf der Verpackung, um die korrekte Dosierung und den empfohlenen Anwendungszeitraum zu ermitteln. Die Natur gibt oft das beste Timing vor: Wenn die Bienen aktiv sind und die Bäume Blätter tragen, ist die Zeit für die Frühlingsdüngung meist reif.
Beobachten Sie Ihre Hortensien genau: Zeigen sie bereits Austrieb? Sind die Nächte frostfrei? Dies sind die wichtigsten Indikatoren, um den idealen Zeitpunkt für die erste Düngergabe im Frühjahr nicht zu verpassen.
Welcher Dünger ist der richtige für Hortensien im Frühjahr?
Die Wahl des richtigen Hortensiendüngers im Frühjahr ist entscheidend für die Gesundheit und Blütenpracht Ihrer Pflanzen. Grundsätzlich benötigen Hortensien einen Dünger, der auf ihre spezifischen Bedürfnisse abgestimmt ist. Da viele Hortensienarten, insbesondere die Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) und die Ballhortensien (Hydrangea arborescens), leicht empfindlich auf zu hohe Kalkgehalte im Boden reagieren und zu einem pH-Wert um 5,0 bis 6,0 tendieren, sind spezielle Hortensiendünger oft die beste Wahl. Diese sind typischerweise sauer reagierend oder pH-neutral und enthalten ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen.
Ein typischer Hortensiendünger für das Frühjahr zeichnet sich durch einen höheren Stickstoffanteil (N) aus, der das vegetative Wachstum fördert, gepaart mit Kalium (K) zur Stärkung der Pflanze und Phosphor (P) für die Blütenbildung. Achten Sie auf ein Verhältnis, das das Wachstum anregt, aber auch auf eine ausreichende Versorgung mit den anderen Hauptnährstoffen sorgt. Wenn Sie spezielle Dünger für blaue oder pinke Hortensien verwenden möchten, ist Vorsicht geboten: Die Blütenfarbe wird durch den pH-Wert des Bodens und die Verfügbarkeit von Aluminium-Ionen beeinflusst. Um blaue Blüten zu erhalten, muss der Boden sauer sein und Aluminium zugänglich sein. Pinke oder rote Blüten entstehen bei einem neutraleren bis alkalischen pH-Wert.
Alternativen und Hausmittel im Check:
Hortensien düngen mit Rhododendrondünger
Rhododendrondünger ist eine ausgezeichnete Alternative, da er speziell für Moorbeetpflanzen entwickelt wurde, die ähnliche Ansprüche an einen sauren Boden stellen wie viele Hortensienarten. Rhododendrondünger enthält oft schneedüngerechte Anteile und sorgt für eine gute Nährstoffversorgung im Frühjahr. Achten Sie hierbei auf einen Langzeit-Rhododendrondünger, der Ihre Hortensien über einen längeren Zeitraum versorgt.
Hortensien düngen mit Hornspänen
Hornspäne sind ein organischer Langzeitdünger, der Stickstoff langsam freisetzt. Sie sind eine gute Option für Gärtner, die auf organische Düngung setzen. Die Nährstoffe werden erst durch Bodenorganismen und Feuchtigkeit freigegeben, was zu einer schonenden und nachhaltigen Versorgung führt. Die Ausbringung erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr, bevor die Hauptwachstumszeit beginnt. Die Wirkung tritt langsamer ein als bei mineralischen Düngern, ist dafür aber langanhaltender.
Hortensien mit Kaffeesatz düngen?
Kaffeesatz kann als Bodenverbesserer und leichter Stickstofflieferant dienen und den Boden leicht ansäuern. Er sollte jedoch nie als alleiniger Dünger verwendet werden, da er nur wenige essenzielle Nährstoffe in ausreichendem Maße liefert. Als Ergänzung, gut verrottet und nur in Maßen, kann er im Frühjahr zur allgemeinen Bodenverbesserung beitragen. Frischer Kaffeesatz kann zu sauer sein und sollte vor der Ausbringung etwas abgelagert werden, um Verbrennungen der Wurzeln zu vermeiden.
Hortensien düngen mit Rhododendron-Dünger versus spezielle Hortensien-Dünger
Beide sind gut geeignet, wenn sie eine saure bis leicht saure Reaktion fördern und ein ausgewogenes Nährstoffprofil aufweisen. Rhododendrondünger ist oft leichter verfügbar und preiswerter. Spezielle Hortensien-Dünger können, je nach Marke, zusätzliche Spurenelemente enthalten, die für die Blütenbildung oder Farbintensität von Vorteil sind. Der wichtigste Faktor ist das Nährstoffverhältnis und die Bodenvorliebe Ihrer Hortensie.
Die richtige Anwendung: So bringen Sie den Dünger aus
Sobald der ideale Zeitpunkt gekommen ist und Sie den passenden Dünger gewählt haben, stellt sich die Frage nach der korrekten Ausbringung. Eine falsche Anwendung kann mehr schaden als nutzen. Bei der Verwendung von mineralischen Langzeitdüngern oder speziellen Hortensiendüngern ist die Dosierung entscheidend. Lesen Sie stets die Herstellerangaben auf der Verpackung und halten Sie sich genau daran. Eine Überdüngung kann die Wurzeln verbrennen und der Pflanze mehr schaden als eine Unterversorgung.
Der Dünger wird üblicherweise im Frühjahr einmalig um die Pflanze herum ausgebracht. Verteilen Sie ihn gleichmäßig im Wurzelbereich, aber vermeiden Sie direkten Kontakt mit dem Stamm oder den jüngsten Trieben. Arbeiten Sie den Dünger vorsichtig mit einer kleinen Harke oder den Fingern leicht in die oberste Bodenschicht ein. Anschließend ist es ratsam, die Hortensie gut anzugießen. Das Wasser hilft, die Nährstoffe aufzulösen und in den Boden zu transportieren, wo sie von den Wurzeln aufgenommen werden können. Es verhindert auch, dass der Dünger auf der Oberfläche liegt und bei Wind verweht wird.
Bei der Ausbringung von organischen Düngern wie Hornspänen ist die Vorgehensweise ähnlich. Streuen Sie die Späne auf die Erde um die Pflanze herum und arbeiten Sie sie leicht ein. Die Zersetzung und Nährstofffreigabe erfolgt dann durch Bodenorganismen und Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum. Auch hier ist anschließendes Wässern empfehlenswert, um den Prozess zu starten und den Dünger zu verankern.
Praktische Tipps für die Ausbringung:
- Gleichmäßige Verteilung: Verteilen Sie den Dünger nicht nur an einer Stelle, sondern kreisförmig um den gesamten Wurzelballen.
- Abstand halten: Lassen Sie einen kleinen Abstand zum Stamm, um Verbrennungen zu vermeiden.
- Leicht einarbeiten: Lockern Sie die oberste Bodenschicht, damit der Dünger schnell seine Wirkung entfalten kann.
- Gießkanne statt Streuer: Bei flüssigen Düngern verwenden Sie die Gießkanne, um eine präzise Dosierung und gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.
- Wetterlage beachten: Vermeiden Sie das Düngen unmittelbar vor starkem Regen, wenn Sie sicherstellen möchten, dass die Nährstoffe nicht zu schnell ausgewaschen werden, oder direkt vor einem Hitzerekord.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Hortensien wirklich Dünger benötigen, können Sie einen Bodentest durchführen. Ein einfacher Test gibt Aufschluss über den pH-Wert und den Gehalt an Hauptnährstoffen. Dies hilft Ihnen, bedarfsgerecht zu düngen und Überdüngung zu vermeiden. Die Dosis macht das Gift, aber auch die Wirkung – präzise Anwendung sichert gesunde Pflanzen.
Häufige Fehler bei der Hortensiendüngung im Frühjahr vermeiden
Auch bei guter Absicht können bei der Frühjahrsdüngung von Hortensien einige Fehler unterlaufen, die den Pflanzen schaden. Einer der häufigsten Fehler ist die Überdüngung. Zu viele Nährstoffe auf einmal können die feinen Wurzeln der Hortensie regelrecht verbrennen, was zu braunen Blattspitzen, welken Blättern und mangelndem Wachstum führt. Weniger ist hier oft mehr. Halten Sie sich strikt an die Empfehlungen auf der Düngerpackung.
Ein weiterer verbreiteter Irrtum ist die Wahl des falschen Düngertyps. Hortensien bevorzugen leicht saure bis neutrale Böden. Die Verwendung von stark alkalischen Düngern oder solchen, die den pH-Wert zu stark anheben, kann zu Nährstoffblockaden führen. Dies äußert sich oft in einer Gelbfärbung der Blätter (Chlorose), da wichtige Nährstoffe wie Eisen dann nicht mehr richtig aufgenommen werden können. Achten Sie daher auf spezielle Hortensien- oder Rhododendrondünger, die auf diese Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Der falsche Zeitpunkt kann ebenfalls problematisch sein. Düngen Sie nicht zu früh, bevor die Frostgefahr gebannt ist oder die Pflanze noch im tiefen Winterschlaf liegt. Die Nährstoffe können ausgewaschen werden, bevor die Pflanze sie aufnehmen kann. Ebenso sollten Sie im späten Sommer oder Herbst keine stickstoffbetonten Dünger mehr verwenden, da dies das Holz weich hält und die Frosthärte beeinträchtigt.
Auch die Ausbringungsmethode spielt eine Rolle. Dünger direkt auf die Blätter oder in den Stammbereich zu streuen, kann zu Verbrennungen führen. Es ist wichtig, den Dünger um den Wurzelballen herum zu verteilen und leicht in die Erde einzuarbeiten, gefolgt von gutem Wässern, um die Nährstoffe zu lösen und zu verteilen. Eine gleichmäßige Verteilung verhindert zudem, dass sich Nährstoffe an einer Stelle konzentrieren.
Manche Gärtner glauben auch, dass Hortensien mit zu viel organischem Material wie frischem Kompost oder Stallmist überversorgt werden können. Während gute organische Substanz wichtig für die Bodenstruktur ist, sollte sie als Ergänzung und nicht als Hauptdünger dienen, besonders im Frühjahr, wenn schnell verfügbare Nährstoffe benötigt werden. Der Prozess der Zersetzung von frischem Material kann zudem Stickstoff binden und dem Boden entziehen, bis er abgebaut ist.
Schließlich ist es wichtig, auf die Signale der Pflanze zu achten. Wenn Ihre Hortensie bereits kräftig wächst und gut aussieht, benötigt sie vielleicht nicht die volle Dosis oder eine zusätzliche Gabe. Umgekehrt, wenn die Blätter blass sind oder das Wachstum stockt, könnte eine Düngung nötig sein. Die richtige Düngung fördert die Vitalität, anstatt sie zu schädigen.
Hortensien düngen im Herbst: Was Sie jetzt wissen müssen
Obwohl der Fokus auf der Frühjahrsdüngung liegt, ist die Düngung im Herbst für die Gesundheit Ihrer Hortensien nicht zu vernachlässigen. Die Herbstpflege bereitet die Pflanzen auf die Wintermonate vor und legt erneut wichtige Grundlagen für das kommende Jahr. Während im Frühjahr eine nährstoffreiche Düngung für Wachstum und Blüte im Vordergrund steht, liegt der Fokus im Herbst auf der Stärkung der Pflanze und der Förderung der Winterhärte.
Ein entscheidender Unterschied ist die Art des Düngers. Für die Herbstpflege sind Dünger mit einem höheren Kaliumanteil und einem geringeren Stickstoffanteil ideal. Kalium stärkt die Zellwände, verbessert die Frostbeständigkeit und hilft der Pflanze, Wasser effizienter zu speichern. Stickstoff hingegen fördert das Weichholzwachstum, das im Herbst unerwünscht ist, da es die Frostempfindlichkeit erhöht. Daher sollten Sie nach Mitte des Sommers auf stickstoffreiche Dünger verzichten und stattdessen auf spezielle Herbstdünger für Gehölze oder Rosen zurückgreifen, die reich an Kalium und Phosphor sind.
Der richtige Zeitpunkt für die Herbstdüngung ist typischerweise von Ende August bis Ende September. Nach diesem Zeitpunkt sollte nicht mehr gedüngt werden, um der Pflanze Zeit zu geben, die Nährstoffe aufzunehmen und sich auf die Ruhephase einzustellen. Eine zu späte Düngung kann die Winterhärte beeinträchtigen und die Pflanze anfälliger für Frostschäden machen.
Die Ausbringung erfolgt ähnlich wie im Frühjahr: Der Dünger wird gleichmäßig um die Pflanze herum im Wurzelbereich verteilt und leicht in die Erde eingearbeitet. Auch hier ist ein anschließendes Wässern empfehlenswert, um die Nährstoffaufnahme zu erleichtern. Bei der Dosierung ist Vorsicht geboten; die Pflanzen benötigen weniger Nährstoffe als während der aktiven Wachstumsphase.
Der Zweck der Herbstgabe ist es, die Speicherung von Nährstoffen für den Winter zu unterstützen und den Pflanzen zu helfen, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Eine gut ernährte und gestärkte Pflanze treibt im Frühjahr kräftiger aus und ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Die Herbstpflege ist eine Investition in die Vitalität Ihrer Hortensien für das nächste Gartenjahr.
Langzeitdünger, Flüssigdünger und organische Alternativen
Bei der Wahl des richtigen Düngers für Ihre Hortensien im Frühjahr stehen Sie vor einer Auswahl an verschiedenen Formen: Langzeitdünger, Flüssigdünger und organische Alternativen. Jede Form hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Gärtnerbedürfnisse und Bodentypen.
Langzeitdünger
Langzeitdünger sind oft die bequemste Wahl für die Frühjahrsdüngung. Sie werden einmalig im zeitigen Frühjahr ausgebracht und geben ihre Nährstoffe über einen Zeitraum von mehreren Monaten (oft 3-6 Monate) kontrolliert frei. Dies sorgt für eine gleichmäßige Versorgung der Pflanze während der gesamten Hauptwachstumsphase. Der Vorteil ist, dass Sie sich nicht ständig um Nachdüngungen kümmern müssen und das Risiko der Auswaschung von Nährstoffen durch Regen reduziert wird. Achten Sie auf Produkte, die speziell für Hortensien oder säureliebende Pflanzen konzipiert sind.
Flüssigdünger
Flüssigdünger wirken schnell und sind ideal, wenn Sie Defizite schnell ausgleichen müssen oder wenn die Pflanzen gerade im Austrieb sind und sofort Nährstoffe benötigen. Sie werden meist verdünnt mit dem Gießwasser ausgebracht, was eine präzise Dosierung ermöglicht. Der Nachteil ist, dass sie häufiger angewendet werden müssen, oft alle zwei bis vier Wochen während der Wachstumsperiode. Dies erfordert mehr Aufmerksamkeit und Zeit, bietet aber auch die Möglichkeit, die Nährstoffzufuhr genau zu steuern.
Organische Alternativen
Für Gärtner, die Wert auf eine nachhaltige und umweltschonende Gartenpflege legen, sind organische Dünger wie Kompost, gut verrotteter Mist, Hornspäne oder Schafwollpellets eine ausgezeichnete Wahl. Sie verbessern nicht nur die Bodenstruktur und erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, sondern versorgen die Pflanzen auch mit Nährstoffen, die langsam und schonend freigesetzt werden. Hornspäne sind eine gute Quelle für Stickstoff, während kompostierte Materialien eine breite Palette an Nährstoffen und Mikroorganismen liefern. Diese organischen Materialien werden typischerweise im Frühjahr großzügig um die Pflanzen herum ausgebracht und leicht in den Boden eingearbeitet. Die ganzheitliche Bodenverbesserung durch organische Stoffe ist ein Eckpfeiler gesunder Pflanzen.
Welche Form Sie wählen, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben, der verfügbaren Zeit und dem Zustand Ihrer Hortensien ab. Wichtig ist in jedem Fall die richtige Dosierung und der passende Zeitpunkt, um das beste Ergebnis für Ihre Hortensien im Frühjahr zu erzielen.
Blütenfarbe beeinflussen: Was Sie über Hortensien und Dünger wissen sollten
Ein faszinierendes Merkmal vieler Hortensienarten, insbesondere der beliebten Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) und Tellerhortensien (Hydrangea serrata), ist die Fähigkeit, ihre Blütenfarbe zu ändern. Diese Farbveränderung ist keine Frage des Zufalls oder der Genetik allein, sondern wird maßgeblich durch den pH-Wert des Bodens und die Verfügbarkeit bestimmter Mineralien beeinflusst. Wenn Sie mit der Blütenfarbe Ihrer Hortensien spielen möchten, ist die richtige Düngung im Frühjahr der Schlüssel dazu.
Die allgemeine Regel lautet:
- Blaue Blüten: Um tiefblaue Blüten zu erzielen, benötigt die Hortensie einen sauren Boden (pH-Wert von etwa 4,0 bis 5,5) und Zugang zu Aluminium-Ionen. Diese können im Boden natürlich vorkommen, werden aber durch Dünger, die den Boden sauer halten und Aluminiumsalze enthalten, gefördert. Spezielle blaue Hortensiendünger enthalten oft Aluminiumsulfat, das den Boden ansäuert und Aluminium für die Pflanze verfügbar macht. Vermeiden Sie alkalische Dünger und kalkhaltige Böden, da diese die Aufnahme von Aluminium blockieren.
- Rosa, rote oder pinke Blüten: Für diese warmen Farbtöne bevorzugt die Hortensie einen neutralen bis leicht alkalischen Boden (pH-Wert von etwa 6,0 bis 6,5 oder höher). In diesem Milieu sind die Aluminium-Ionen im Boden gebunden und nicht für die Pflanze verfügbar, was zu den charakteristischen roten oder rosa Farbtönen führt. Verwenden Sie hierfür eher kalkhaltige Dünger oder solche, die den pH-Wert des Bodens nicht zu stark senken.
- Weiße Blüten: Weiße Hortensienarten wie die 'Annabelle' oder 'Limelight' behalten ihre Farbe unabhängig vom pH-Wert des Bodens bei. Bei diesen Sorten ist die Beeinflussung der Blütenfarbe durch Düngung nicht möglich.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Bodenbeschaffenheit des Standortes eine entscheidende Rolle spielt. Selbst mit dem richtigen Dünger lässt sich die Farbe nicht immer wie gewünscht beeinflussen, wenn der natürliche pH-Wert Ihres Gartens extrem ist. Geduld ist ebenfalls gefragt: Die Farbveränderung tritt nicht sofort ein, sondern zeigt sich erst mit der Zeit, wenn die Nährstoffe aufgenommen und im Pflanzengewebe umgewandelt wurden.
Der Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um die Weichen für die Blütenfarbe zu stellen. Wenn Sie die Farbe beeinflussen möchten, ist die Wahl des Düngers im Frühjahr besonders wichtig. Verwenden Sie im Frühjahr einen speziellen blauen Hortensiendünger, wenn Sie blaue Blüten wünschen, und einen speziellen rosa/roten Hortensiendünger oder einen neutralen Dünger, wenn die rosa/rote Farbe gewünscht ist. Für eine stabile Farbe über die Blütezeit hinweg, kann eine zweite Gabe im frühen Sommer sinnvoll sein. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu spät im Jahr Dünger mit starker Wirkung einsetzen, um die Winterhärte nicht zu gefährden. Die Farbe Ihrer Hortensienblüten ist ein direktes Spiegelbild der Bodenchemie, die Sie mit Bedacht beeinflussen können.
