Das Fundament gesunder Hortensien: Standort und Boden
Bevor Sie zur Schere greifen, legen Sie das Fundament für die Gesundheit Ihrer Hortensien. Der richtige Standort und ein gut vorbereiteter Boden sind die Grundpfeiler für kräftiges Wachstum und reiche Blütenpracht. Hortensien, insbesondere die beliebten Bauern- und Tellerhortensien (Hydrangea macrophylla und serrata), bevorzugen einen Standort, der vor starker Mittagssonne geschützt ist. Ein Platz im lichten Schatten, beispielsweise unter größeren Bäumen oder an einer Ost- bis Nordwestseite des Hauses, ist ideal. Zu viel pralle Sonne kann die Blätter verbrennen und die Blüten verfärben. Die Gartenshortensie (Hydrangea paniculata) und die Rispenhortensie (Hydrangea arborescens, wie die 'Annabelle') vertragen hingegen mehr Sonne, solange der Boden feucht gehalten wird. Ein tiefgründiger, humoser und leicht saurer bis neutraler Boden ist für die meisten Hortensienarten optimal. Er sollte gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden, aber dennoch ausreichend Feuchtigkeit speichern können. Reichern Sie den Boden vor dem Pflanzen mit Kompost an, um die Struktur zu verbessern und wertvolle Nährstoffe zuzuführen. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Laub hilft zusätzlich, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkraut zu unterdrücken.
Verbessern Sie die Bodenstruktur mit einer Schicht Kompost und einer dicken Mulchdecke, um Feuchtigkeit besser zu speichern und die Wurzeln kühl zu halten.
Die richtige Wahl des Standortes und die Vorbereitung des Bodens sind keine Nebensächlichkeiten; sie entscheiden maßgeblich darüber, ob Ihre Hortensien üppig blühen oder kümmerlich bleiben. Berücksichtigen Sie die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Sorte, um optimale Bedingungen zu schaffen. Denn auch die beste Schnitttechnik kann ein suboptimales Umfeld nicht vollständig kompensieren.
Bodenbeschaffenheit für optimales Wachstum
Hortensien lieben einen Boden, der feucht, aber nicht nass ist. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 5,0 und 6,0, was einem leicht sauren Milieu entspricht. Böden, die stark kalkhaltig sind, können dazu führen, dass sich blaue Hortensien rosa verfärben, da der Eisenmangel die Blütenfarbe beeinflusst. Achten Sie auf eine gute Drainage, besonders in schwereren Lehmböden. Mischen Sie Sand oder feinen Kies unter, um die Durchlässigkeit zu erhöhen.
Bewässerung: Der Durstlöscher für Ihre Hortensien
Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist essenziell, besonders während trockener Perioden und in der Blütezeit. Gießen Sie tief und durchdringend, anstatt häufig nur oberflächlich. Dies fördert die Entwicklung tiefer Wurzeln und macht die Pflanze widerstandsfähiger gegen Trockenstress. Vermeiden Sie es, die Blätter direkt zu gießen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Am besten wässern Sie morgens oder abends direkt am Wurzelansatz. Regenwasser ist für Hortensien oft besser verträglich als hartes Leitungswasser, da es weniger Kalk enthält.
Die Kunst der Standortwahl
Wählen Sie einen Standort, der die Tageshitze meidet und gleichzeitig ausreichend Licht für die Blütenbildung bietet. Dies ist der erste Schritt zu gesunden, vitalen Hortensien, die ihre volle Pracht entfalten können.
Das Geheimnis üppiger Blüten: Düngung zur richtigen Zeit
Eine bedarfsgerechte Düngung fördert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden Ihrer Hortensien, sondern ist auch entscheidend für die Intensität und Dauer der Blüte. Da Hortensien Starkzehrer sind und viel Energie für ihre prächtigen Blüten benötigen, ist eine regelmäßige Nährstoffzufuhr unerlässlich. Der beste Zeitpunkt für die erste Düngung ist im späten Frühjahr, wenn die neuen Triebe beginnen, sich zu entwickeln und die Vegetationsperiode einsetzt. Eine zweite Gabe im frühen Sommer, etwa bis Mitte Juli, kann die Blütenbildung weiter unterstützen. Vermeiden Sie Düngergaben nach dem Hochsommer, da dies das Holz zu spät im Jahr weich halten und die Winterhärte beeinträchtigen könnte.
Verwenden Sie am besten spezielle Hortensiendünger, die auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen abgestimmt sind. Diese enthalten oft eine ausgewogene Mischung aus Stickstoff für das Blattwachstum, Phosphor für die Blütenbildung und Kalium für die Stärkung der Pflanze. Achten Sie bei der Wahl des Düngers auf den pH-Wert-Wert. Für blaue Blüten benötigen Hortensien einen saureren Boden und spezielle Präparate, die Aluminiumsulfat enthalten. Rosa oder rote Blüten hingegen entwickeln sich am besten in einem neutraleren bis leicht alkalischen Boden, für den Sie kalkhaltige Dünger verwenden können, die den pH-Wert anheben.
Organische Dünger wie reifer Kompost oder Hornspäne sind ebenfalls eine gute Option. Sie versorgen die Pflanze über einen längeren Zeitraum mit Nährstoffen und verbessern gleichzeitig die Bodenstruktur. Hornspäne eignen sich besonders gut, da sie langsam Nährstoffe freisetzen und das Risiko von Verbrennungen minimieren. Verteilen Sie den Dünger gleichmäßig um den Wurzelbereich der Pflanze und arbeiten Sie ihn leicht in die oberste Bodenschicht ein. Gießen Sie anschließend gut an, um die Nährstoffe zu verteilen und die Aufnahme durch die Wurzeln zu erleichtern. Achten Sie stets auf die Dosierungsempfehlungen auf der Verpackung, um eine Überdüngung zu vermeiden, die zu Schäden an den Wurzeln und einer reduzierten Blüte führen kann.
Warum der richtige Dünger zählt
Die Farbintensität und Fülle der Blüten hängen stark von der Nährstoffversorgung und dem pH-Wert des Bodens ab. Mit dem passenden Dünger steuern Sie gezielt die Entwicklung Ihrer Hortensien. Für blaue Blüten benötigen Sie säureliebende Bedingungen und spezielle Präparate, die den Boden ansäuern.
Der Zeitpunkt ist entscheidend
Gezielte Düngergaben im Frühjahr und Frühsommer sichern die Energie für üppige Blüten und kräftige Pflanzen über die gesamte Saison hinweg.
Der Schnittzeitpunkt: Wann und wie schneiden?
Der Schnitt ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit, Form und Blütenfülle Ihrer Hortensien. Der richtige Zeitpunkt und die passende Technik hängen dabei maßgeblich von der Hortensienart ab. Grundsätzlich gilt: Nicht jede Hortensie wird gleich geschnitten. Ein entscheidender Unterschied besteht darin, ob die Blütenknospen am einjährigen (neuen) oder am zweijährigen (alten) Holz gebildet werden. Dieses Wissen ist der Schlüssel zum Erfolg, um nicht die Blüten des kommenden Jahres zu entfernen.
Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) und Schmetterlingshortensien (Hydrangea serrata) bilden ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr am sogenannten alten Holz aus. Ein starker Rückschnitt im Frühjahr würde daher die Blüten des kommenden Sommers komplett entfernen. Diese Sorten werden daher nur behutsam geschnitten: Entfernen Sie im späten Frühjahr nach den letzten Frösten abgestorbene, erfrorene oder beschädigte Triebe bodennah. Verblühte Blütenstände können Sie stehen lassen, um die Knospen vor Frost zu schützen. Falls die Pflanzen zu dicht werden, können Sie im Frühjahr einzelne ältere Triebe bodentief herausschneiden, um die Verjüngung zu fördern. Dies regt neue Bodentriebe an und hält die Pflanze luftig.
Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) und Schneeballhortensien (Hydrangea arborescens), wie die 'Annabelle', sind deutlich schnittverträglicher. Sie bilden ihre Blütenknospen am neuen, einjährigen Holz aus. Diese Arten können und sollten Sie im späten Winter oder zeitigen Frühjahr (etwa im Februar/März) kräftig zurückschneiden. Kürzen Sie die Triebe auf etwa 2-3 Augenpaare (Knospen) über dem Boden ein. Dieser starke Rückschnitt fördert kräftige neue Triebe, die im selben Jahr blühen und oft größere, imposantere Blütenstände tragen. Ein Schnitt auf diese Weise regt die Pflanze an, neue, blütenreiche Triebe zu bilden.
Verblühte Blütenstände bei allen Hortensienarten sollten Sie nicht zu früh abschneiden, da sie oft auch im Winter eine attraktive Struktur im Garten bieten und die darunterliegenden Knospen schützen. Das eigentliche Entfernen der alten Blütenstände erfolgt idealerweise im Frühjahr, zusammen mit dem Schnitt der erfrorenen Triebe.
Der Schlüssel: Altes vs. Neues Holz
Es ist essenziell zu verstehen, ob Ihre Hortensie am alten oder neuen Holz blüht. Bauernhortensien blühen am alten Holz und vertragen keinen radikalen Schnitt. Rispen- und Schneeballhortensien blühen am neuen Holz und profitieren von einem kräftigen Frühjahrsschnitt.
Verblühte Blütenstände: Schutz und Ästhetik
Lassen Sie verblühte Blütenstände über Winter stehen; sie schützen die Knospen und bieten eine reizvolle Struktur im Garten, bevor sie im Frühjahr geschnitten werden.
Spezielle Schnitttechniken für verschiedene Hortensienarten
Die Welt der Hortensien ist vielfältig, und jede Art hat ihre eigenen Präferenzen, wenn es um den Rückschnitt geht. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um die Blütepracht im nächsten Jahr nicht zu gefährden. Gezielte Schnitte sorgen nicht nur für gesunde Pflanzen, sondern auch für eine ansprechende Form und eine Fülle von Blüten.
Schnitt bei Bauernhortensien und Schmetterlingshortensien (Hydrangea macrophylla, serrata)
Diese klassischen Schönheiten produzieren ihre Blütenknospen im Vorjahr. Das bedeutet, ein starker Rückschnitt im Frühjahr würde die Blüte des laufenden Jahres eliminieren. Der Schnitt konzentriert sich daher auf das Entfernen von Schwachstellen: Schneiden Sie im späten Frühjahr, nach den Eisheiligen, alle erfrorenen, abgestorbenen oder beschädigten Triebe bis ins gesunde Holz zurück. Beschädigte Triebe erkennen Sie an brauner oder schwarzer Markröhre. Gut erhaltene alte Blütenstände können Sie vorsichtig im Frühjahr abschneiden, um die Knospen darunter freizulegen und Platz zu schaffen. Wenn die Pflanze zu dicht wird oder vergreist, können Sie im zeitigen Frühjahr ein bis zwei der ältesten Triebe direkt über dem Boden entfernen. Dies fördert die Bildung neuer, kräftigerer Bodentriebe und verjüngt die Pflanze nachhaltig.
Schnitt bei Rispenhortensien und Schneeballhortensien (Hydrangea paniculata, arborescens)
Diese Arten sind wahre Blühwunder und verzeihen einen kräftigeren Rückschnitt, da sie ihre Blüten am diesjährigen Holz bilden. Der ideale Zeitpunkt für diesen Schnitt ist im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor der Saftstrom richtig einsetzt, etwa im Februar oder März. Kürzen Sie die Triebe des Vorjahres auf zwei bis drei gut ausgebildete Knospenpaare zurück. Achten Sie darauf, dass die verbleibenden Knospen nach außen zeigen, um eine offene Wuchsform zu fördern. Dieser Schnitt regt kräftige neue Triebe an, die im Sommer üppige, oft größere Blütenstände tragen. Ein regelmäßiger Rückschnitt dieser Sorten hält die Pflanzen kompakt und fördert kontinuierlich neue Blüten.
Schnitt bei Kletterhortensien (Hydrangea anomala subsp. petiolaris)
Kletterhortensien sind hier eine Ausnahme. Sie blühen am älteren Holz und sind eher langsamwüchsig. Ein starker Rückschnitt ist hier meist nicht notwendig. Falls doch ein Schnitt nötig ist, um die Größe zu kontrollieren oder beschädigte Triebe zu entfernen, führen Sie diesen am besten direkt nach der Blütezeit im Sommer durch. Entfernen Sie nur das Nötigste und kürzen Sie einzelne Triebe. Ziel ist es, die natürliche Wuchsform zu erhalten und die Haftwurzeln nicht zu beschädigen.
Das Wissen um die Blühweise ist der Schlüssel zum Hortensienschnitt. Verwechseln Sie niemals die Schnittzeiten und -intensitäten von Bauernhortensien mit denen von Rispenhortensien, sonst bleiben Sie blütenlos.
Schnitt an Hortensien im Topf
Hortensien im Topf haben ähnliche Schnittbedürfnisse wie ihre Artgenossen im Freiland. Beachten Sie auch hier die jeweilige Art. Für Bauernhortensien im Topf gilt: Nur Altes, Erfrorenes oder Beschädigtes im späten Frühjahr entfernen. Für Rispen- und Schneeballhortensien im Topf ist ein kräftiger Rückschnitt im Spätwinter/zeitigen Frühjahr möglich und oft sogar empfehlenswert, um die kompakte Form zu erhalten und die Blütenfülle zu fördern.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Auch die pflegeleichtesten Pflanzen können mal leiden. Bei Hortensien treten oft ähnliche Probleme auf, die sich aber meist mit etwas Aufmerksamkeit und den richtigen Maßnahmen beheben lassen. Viele dieser Probleme sind direkt mit der Pflege verknüpft: Standort, Bewässerung oder Schnittfehler.
Welke Hortensien: Durst oder Hitze?
Das plötzliche Welken von Hortensienblättern und -blüten ist ein häufiges Bild, besonders an heißen Tagen. Hortensien sind sehr durstig. Prüfen Sie zuerst, ob die Erde wirklich trocken ist. Ist dies der Fall, gießen Sie die Pflanze durchdringend. Wenn die Erde feucht ist, könnte ein Problem mit den Wurzeln vorliegen (z.B. durch Staunässe oder Schädlinge) oder die Pflanze leidet unter zu viel direkter Sonneneinstrahlung. Ein zu sonniger Standort ist oft die Ursache für schnelles Welken am Nachmittag.
Blattläuse und andere Schädlinge
Hortensien können von Blattläusen befallen werden, die sich gerne an jungen Trieben und Blütenknospen ansiedeln. Ein starker Befall schwächt die Pflanze und kann zu deformierten Blättern und Blüten führen. Oft reicht es, die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuduschen oder befallene Stellen mit einer milden Seifenlauge (einige Tropfen Spülmittel auf einen Liter Wasser) zu besprühen. Auch Nützlinge wie Marienkäferlarven können helfen. Bei hartnäckigem Befall gibt es spezielle biologische Insektizide im Fachhandel. Achten Sie darauf, die Pflanze gesund zu halten, denn gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge.
Setzen Sie auf Vorbeugung: Eine gut gewässerte und richtig gedüngte Hortensie ist weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten.
Blütenfarbe: Warum ist meine blaue Hortensie rosa?
Die Farbveränderung bei Hortensien, insbesondere die Umfärbung von Blau zu Rosa oder Rot, ist oft auf den pH-Wert des Bodens zurückzuführen. Blaue Blüten entstehen in einem sauren Boden (pH 4,0-5,5), der Aluminiumionen verfügbar macht. In alkalischen oder neutralen Böden (pH 6,0 und höher) ist Aluminium weniger verfügbar, und die Blüten zeigen rosa bis rote Töne. Um blaue Blüten zu erhalten, müssen Sie den Boden ansäuern und die Verfügbarkeit von Aluminium fördern. Verwenden Sie spezielle Hortensiendünger für blaue Blüten, die Aluminiumsulfat enthalten, und vermeiden Sie Kalk. Bei rosa oder roten Sorten spielt der pH-Wert eine geringere Rolle, und sie können in einem breiteren Spektrum gedeihen.
Frostschäden an den Knospen
Besonders die Knospen von Bauernhortensien können durch späte Fröste im Frühjahr Schaden nehmen. Wenn die Knospen braun werden und matschig erscheinen, sind sie erfroren. In diesem Fall ist es ratsam, diese beschädigten Triebe im späten Frühjahr, nach den letzten Frösten, vorsichtig zurückzuschneiden. Die Pflanze treibt oft aus tieferliegenden Knospen neu aus. Der Schutz der Knospen durch das Stehenlassen der alten Blütenstände im Winter ist eine wichtige Vorsichtsmaßnahme.
Die richtige Pflege ist der beste Schutz
Ein ganzheitlicher Ansatz bei der Pflege – vom richtigen Standort über die bedarfsgerechte Bewässerung und Düngung bis hin zum angepassten Schnitt – ist die wirksamste Methode, um Probleme mit Hortensien zu vermeiden.
Hortensien richtig schneiden: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um Ihre Hortensien zu pflegen und zu schneiden, ist es unerlässlich, die spezifischen Bedürfnisse jeder Sorte zu kennen. Dieser Leitfaden bietet eine klare, praxisorientierte Anleitung, damit Sie genau wissen, wann und wie Sie zur Schere greifen sollten, um gesunde Pflanzen und reiche Blüten zu garantieren.
Schritt 1: Identifizieren Sie Ihre Hortensienart
Das ist der wichtigste Schritt. Handelt es sich um eine Bauernhortensie (oft mit großen, runden oder flachen Blütenbällen), eine Rispenhortensie (kegelförmige Blütenstände) oder eine Schneeballhortensie ('Annabelle'-Typ mit großen, kugelförmigen Blüten)? Ihre Identifikation bestimmt den Schnittzeitpunkt und die Intensität. Bauer- und Schmetterlingshortensien blühen am alten Holz; Rispen- und Schneeballhortensien am neuen Holz.
Schritt 2: Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt
- Bauern-/Schmetterlingshortensien: Spätes Frühjahr (Mai), nach den letzten Frösten.
- Rispen-/Schneeballhortensien: Spätes Winter/frühes Frühjahr (Februar/März), vor dem Austrieb.
- Kletterhortensien: Nach der Blüte im Sommer (falls nötig).
Schritt 3: Das Werkzeug vorbereiten
Verwenden Sie eine scharfe und saubere Gartenschere. Stumpfes Werkzeug quetscht die Triebe und macht sie anfälliger für Krankheiten. Eine Astschere ist für dickere Ältere geeignet. Desinfizieren Sie die Klingen vor und nach Gebrauch, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.
Schritt 4: Der Schnitt – Was wird entfernt?
Für Bauern-/Schmetterlingshortensien (blühen am alten Holz):
- Entfernen Sie alle Triebe, die erfroren, abgestorben oder sichtlich beschädigt sind, bis ins gesunde Holz. Gesunde Triebe sind grün oder hellbraun, erfrorene haben eine dunkle, trockene Markröhre.
- Schneiden Sie verblühte Blütenstände vorsichtig ab, wenn Sie möchten, aber erst im Frühjahr, um die Knospen zu schützen.
- Um die Pflanze zu verjüngen, können Sie im Frühjahr ein bis zwei der ältesten Äste bodentief herausschneiden.
Für Rispen-/Schneeballhortensien (blühen am neuen Holz):
- Kürzen Sie alle Triebe des Vorjahres kräftig. Schneiden Sie jeden Trieb auf etwa zwei bis drei Knospenpaare zurück. Wählen Sie Knospen, die nach außen zeigen, um eine offene Wuchsform zu fördern.
- Entfernen Sie auch schwache, dünne oder nach innen wachsende Triebe.
Für Kletterhortensien (blühen am alten Holz, seltener geschnitten):
- Entfernen Sie nur beschädigte oder störende Triebe, idealerweise direkt nach der Blüte im Sommer.
Schritt 5: Nachbereitung
Entsorgen Sie das Schnittgut (es sei denn, es ist stark krank). Nach dem Schnitt können Sie die Pflanzen bei Bedarf leicht düngen und gut wässern, damit sie neue Kraft für das Wachstum und die Blüte schöpfen können.
Eine klare Vorgehensweise macht den Schnitt leicht. Beginnen Sie immer damit, Ihre Hortensienart zu identifizieren, um den Schnitt korrekt durchzuführen.
Hortensien pflegen und schneiden im Topf
Auch Hortensien, die ihren Platz im Kübel auf Balkon oder Terrasse haben, benötigen regelmäßige Pflege und einen passenden Schnitt, um üppig zu blühen und gesund zu bleiben. Die Grundprinzipien der Hortensienpflege und des Schnitts gelten auch hier, doch einige Punkte sind im Topf besonders zu beachten. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts und der Technik des Beschneidens ist entscheidend, um die Pflanzen nicht zu schwächen, sondern zu stärken.
Standort und Boden im Kübel
Hortensien im Topf benötigen einen hellen Standort, der sie vor der prallen Mittagssonne schützt, insbesondere während der heißen Sommermonate. Ein halbschattiger Platz ist ideal. Da das Erdvolumen im Topf begrenzt ist, trocknet die Erde schneller aus. Achten Sie daher auf eine gleichmäßige Bewässerung. Verwenden Sie eine hochwertige Kübelpflanzenerde, die gut durchlässig ist und ausreichend Nährstoffe speichert. Ein guter Wasserabzug ist unerlässlich, um Staunässe zu vermeiden, die schnell zu Wurzelfäule führen kann. Ein Untersetzer kann hilfreich sein, sollte aber nicht dauerhaft mit Wasser gefüllt sein.
Düngung von Topfhortensien
Hortensien im Topf sind auf regelmäßige Düngergaben angewiesen, da die Nährstoffe im begrenzten Erdvolumen schnell aufgebraucht sind. Beginnen Sie im Frühjahr mit einer Düngung, wenn das Wachstum einsetzt, und setzen Sie die Düngung etwa alle zwei Wochen bis Mitte Juli fort. Verwenden Sie auch hier spezielle Hortensiendünger oder einen hochwertigen Langzeitdünger für Blühpflanzen. Flüssigdünger sind für Topfpflanzen besonders praktisch, da sie leicht dosiert und beim Gießen verabreicht werden können. Vermeiden Sie eine Düngung im Spätsommer oder Herbst, um die Pflanze auf die Winterruhe vorzubereiten und die Frosthärte zu fördern.
Der Schnitt bei Topfhortensien
Die Schnittregeln für Topfhortensien folgen denselben Prinzipien wie für Freilandhortensien, basierend auf der jeweiligen Art:
- Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) im Topf: Nur erfrorene, abgestorbene oder beschädigte Triebe im späten Frühjahr (Mai) entfernen. Verblühte Blütenstände können belassen oder vorsichtig im Frühjahr geschnitten werden. Ein radikaler Rückschnitt ist zu vermeiden, um die Blüten des Vorjahresholzes nicht zu entfernen.
- Rispen- und Schneeballhortensien (Hydrangea paniculata, arborescens) im Topf: Diese Sorten können und sollten Sie im späten Winter oder zeitigen Frühjahr (Februar/März) kräftig zurückschneiden. Kürzen Sie die Triebe auf zwei bis drei Knospenpaare ein. Dies fördert kompaktes Wachstum und üppige Blüten.
Auch bei Topfhortensien ist es ratsam, verblühte Blütenstände über den Winter stehen zu lassen. Sie bieten einen gewissen Schutz für die darunterliegenden Knospen und sehen zudem dekorativ aus. Das Entfernen erfolgt dann im Frühjahr, wenn auch erfrorene Triebe geschnitten werden.
Beachten Sie bei Topfhortensien besonders die kontinuierliche Wasserversorgung und eine angepasste Düngung, da diese Faktoren im begrenzten Wurzelraum kritischer sind.
Überwinterung von Topfhortensien
Kübelpflanzen sind frostempfindlicher als im Freiland ausgepflanzte Hortensien. Stellen Sie die Töpfe im Winter an einen kühlen, aber frostfreien Ort. Ein unbeheiztes Gewächshaus, eine Garage oder ein heller Keller sind geeignet. Schützen Sie die Wurzeln zusätzlich mit Vlies oder Jute. Gießen Sie im Winter nur sparsam, um ein Austrocknen zu verhindern, aber Staunässe zu vermeiden.
