Der essenzielle Nährstoffbedarf von Johannisbeeren

Damit Ihre Johannisbeerensträucher kräftig wachsen, gesunde Blätter entwickeln und üppige Früchte tragen, ist eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung unerlässlich. Johannisbeeren sind Starkzehrer, das bedeutet, sie entziehen dem Boden relativ viele Nährstoffe. Besonders wichtig sind Stickstoff für das Blattwachstum, Phosphor für die Blüten- und Fruchtbildung sowie Kalium zur Stärkung der Pflanze und zur Verbesserung der Frosthärte. Auch Spurenelemente wie Magnesium, Eisen und Mangan spielen eine wichtige Rolle für die Photosynthese und die allgemeine Vitalität der Beerensträucher.

Ein Mangel an diesen essenziellen Nährstoffen kann sich schnell in kümmerlichem Wuchs, blassen oder gelblichen Blättern, geringem Fruchtansatz oder anfälligeren Pflanzen für Krankheiten und Schädlinge zeigen. Eine ausgewogene Düngung ist daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit für jeden Gartenfreund, der Freude an gesunden und ertragreichen Johannisbeeren haben möchte. Die richtige Balance verhindert Überdüngung ebenso wie Nährstoffmangel und fördert nachhaltig die Gesundheit Ihrer Pflanzen über die gesamte Vegetationsperiode.

Die Bedürfnisse Ihrer Johannisbeeren ändern sich im Laufe des Jahres. Im Frühjahr, wenn die Vegetation beginnt und neue Triebe und Blätter gebildet werden, ist der Bedarf an Stickstoff am höchsten. Später, zur Blütezeit und Fruchtentwicklung, rücken Kalium und Phosphor in den Vordergrund, um die Ausbildung und Reifung der Früchte zu unterstützen. Eine gute Düngestrategie berücksichtigt diese saisonalen Schwankungen und versorgt die Pflanzen genau dann mit den benötigten Nährstoffen, wenn sie diese am dringendsten brauchen.

Die Grundlage für gesunde Johannisbeeren ist ein nährstoffreicher, gut drainierter Boden. Die Düngung ergänzt und optimiert diese Grundlage, indem sie spezifische Nährstofflücken schließt und eine kontinuierliche Versorgung sicherstellt. Sie ist somit ein zentraler Baustein in der Pflege, die direkt über die Qualität und Quantität Ihrer Ernte entscheidet.

Zeitpunkte für die Johannisbeeren-Düngung

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend, damit Ihre Johannisbeeren die zugeführten Nährstoffe optimal aufnehmen und verwerten können. Eine grobe Faustregel besagt, dass Johannisbeeren zwei Hauptdüngergaben im Jahr erhalten sollten, um ihren Bedarf zu decken. Diese sind saisonal strategisch platziert, um die kritischen Wachstumsphasen bestmöglich zu unterstützen.

Die erste und wichtigste Düngung findet im Frühjahr statt, idealerweise sobald der Boden frostfrei ist und die ersten Zeichen des Austriebs sichtbar werden. Dies ist meist im März oder April der Fall. Zu diesem Zeitpunkt benötigen die Sträucher dringend Stickstoff, um den kräftigen Austrieb neuer Triebe und die Entwicklung eines dichten Blattwerks anzuregen. Eine Gabe zu diesem Zeitpunkt liefert die Energie für die kommende Vegetationsperiode und bereitet die Pflanze auf die Blüte vor.

Die zweite Nährstoffgabe zur Förderung der Fruchtentwicklung

Die zweite Düngung sollte im späten Frühjahr oder frühen Sommer erfolgen, etwa im Mai oder Juni. Der genaue Zeitpunkt hängt von der jeweiligen Sorte und den Wetterbedingungen ab, aber er liegt typischerweise kurz vor oder während der Blütezeit bzw. zu Beginn der Fruchtbildung. Diese Gabe konzentriert sich stärker auf Kalium und Phosphor, welche für die Ausbildung gesunder Blüten, die Fruchtansatzförderung und die Süße der reifenden Beeren essenziell sind. Eine gute Kaliumversorgung erhöht zudem die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Krankheiten.

Vermeiden Sie eine Düngung in den späten Sommermonaten oder im Herbst. Eine zu späte Nährstoffzufuhr, insbesondere Stickstoff, kann das Holz weich halten und die Frosthärte der Pflanze beeinträchtigen. Überreife Früchte könnten die Folge sein, was die Lagerfähigkeit negativ beeinflusst und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht. Setzen Sie auf die beiden Hauptgaben und beobachten Sie Ihre Pflanzen; zusätzliche Gaben sind meist nur bei eindeutigen Mangelerscheinungen oder in sehr nährstoffarmen Böden notwendig.

Kontrollieren Sie Ihren Boden: Vor jeder Hauptdüngung kann eine einfache Bodenprobe Aufschluss über den pH-Wert und die Nährstoffversorgung geben. Ein leicht saurer bis neutraler Boden (pH 5,5-6,5) ist ideal für Johannisbeeren. Ist der Boden zu stark sauer, kann eine Kalkung im Herbst helfen, welche die Nährstoffaufnahme im Frühjahr verbessert.

Die Entscheidung, ob eine dritte, kleinere Gabe im Sommer sinnvoll ist, hängt stark von der Bodenqualität und dem Zustand der Pflanzen ab. Bei sehr leichten Böden oder starkem Fruchtbehang kann eine kleine, kaliumbetonte Nachdüngung nach der Ernte die Pflanze für das nächste Jahr stärken. Doch für die meisten Hobbygärtner sind die beiden Hauptgaben im Frühjahr und Frühsommer ausreichend, um gesunde Johannisbeeren zu düngen.

Welcher Dünger für Johannisbeeren?

Die Wahl des richtigen Düngers hat direkten Einfluss auf die Gesundheit Ihrer Johannisbeeren und die Qualität der Ernte. Da Johannisbeeren als Starkzehrer gelten, benötigen sie eine ausgewogene Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen. Die Bandbreite reicht von organischen Materialien bis hin zu mineralischen Spezialdüngern.

Organische Dünger sind eine hervorragende Wahl, da sie nicht nur Nährstoffe liefern, sondern auch die Bodenstruktur verbessern und das Bodenleben fördern. Gut verrotteter Kompost ist ein Allrounder und kann im Frühjahr großzügig um die Sträucher verteilt werden. Hornspäne und Hornmehl sind ebenfalls beliebt und setzen ihre Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, langsam frei, was das Risiko einer Überdüngung minimiert. Pferdemist oder Rindermist, gut abgelagert, sind ebenfalls wertvolle organische Dünger, die reich an Stickstoff und anderen Nährstoffen sind.

Kombination aus organisch und mineralisch für optimale Ergebnisse

Für eine zielgerichtete Nährstoffversorgung, insbesondere wenn der Boden arm ist oder spezifische Mangelerscheinungen auftreten, können mineralische Dünger eine sinnvolle Ergänzung sein. Hierbei ist es ratsam, auf Spezialdünger für Beerensträucher zurückzugreifen. Diese enthalten oft ein angepasstes Verhältnis von Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) sowie wichtige Spurenelemente wie Magnesium (Mg), die für rote und schwarze Johannisbeeren besonders wichtig sind. Achten Sie auf einen Dünger mit einem höheren Kaliumanteil für die späte Wachstumsphase und Fruchtbildung.

Bei der Anwendung von mineralischen Düngern ist Vorsicht geboten, um eine Überdüngung zu vermeiden. Befolgen Sie stets die Anweisungen auf der Verpackung und verteilen Sie den Dünger gleichmäßig im Wurzelbereich, aber nicht direkt am Stamm. Wässern Sie nach der Düngung gut, um die Nährstoffe in den Boden einzuschwemmen und Verbrennungen an den Wurzeln zu verhindern.

Beachten Sie die Bodenart: Sandige Böden speichern Nährstoffe schlechter als lehmige Böden. Bei sandigen Böden empfiehlt sich eine etwas häufigere, aber geringere Düngergabe, idealerweise mit organischen Materialien, die die Wasserspeicherfähigkeit verbessern.

Ein bewährter Ansatz ist die Kombination: Verteilen Sie im Frühjahr eine Schicht Kompost oder gut verrotteten Mist um die Johannisbeeren und ergänzen Sie dies im Frühjahr und Frühsommer mit einem hochwertigen Beerendünger nach Bedarf. Dies stellt sicher, dass sowohl die Bodenstruktur als auch die spezifischen Nährstoffanforderungen optimal erfüllt werden.

Anwendung und Menge: So düngen Sie richtig

Das erfolgreiche Düngen von Johannisbeeren hängt nicht nur vom 'Was' und 'Wann', sondern auch vom 'Wie' ab. Eine korrekte Anwendung stellt sicher, dass die Nährstoffe effektiv von den Pflanzen aufgenommen werden, ohne sie zu schädigen.

Vorbereitung des Bodens: Bevor Sie düngen, lockern Sie leicht die Erde um den Strauch herum, ohne die feinen Wurzeln zu beschädigen. Entfernen Sie Unkraut, das mit den Johannisbeeren um Nährstoffe konkurriert. Bei der Gabe von Kompost oder organischem Dünger arbeiten Sie diesen vorsichtig in die oberste Bodenschicht ein.

Dosierung von organischen und mineralischen Düngern

Für Kompost gilt: Eine Schicht von etwa 2-5 cm Dicke um den Stamm herum, die bis zur Tropfkante der Äste reicht, ist in der Regel ausreichend. Bei gut verrottetem Mist verringern Sie die Schichtdicke etwas. Hornspäne und Hornmehl werden üblicherweise mit einer Menge von etwa 50-100 Gramm pro Quadratmeter um den Strauch herum ausgestreut.

Bei mineralischen Spezialdüngern für Beerensträucher ist es unerlässlich, die Herstellerangaben genau zu befolgen. Diese variieren je nach Produkt. Als Richtwert gelten oft 30-50 Gramm pro Quadratmeter für die Frühjahrsdüngung und eine ähnliche Menge oder etwas weniger für die zweite Gabe. Verteilen Sie den Granulatdünger gleichmäßig im Wurzelbereich, aber halten Sie einen Abstand von etwa 10-15 cm zum Hauptstamm ein, um Verbrennungen zu vermeiden. Arbeiten Sie den mineralischen Dünger leicht in die oberste Bodenschicht ein und wässern Sie anschließend gründlich.

Eine Überdüngung, besonders mit Stickstoff, kann zu übermäßigem, weichem Triebwachstum führen, das anfälliger für Krankheiten und Frost ist. Zudem kann zu viel Stickstoff den Geschmack der Früchte negativ beeinflussen und bei roten Johannisbeeren zu geringerer Rotfärbung führen. Achten Sie auf die Zeichen Ihrer Pflanzen: Gelbe Blätter (ohne sichtbare Blattläuse) können auf einen Stickstoffmangel hindeuten, während bläuliche oder violette Blätter oft ein Zeichen für Phosphormangel sind.

Vermeiden Sie Wurzelschäden: Verwenden Sie beim Auflockern der Erde eine Harke oder eine kleine Kelle und stechen Sie nicht zu tief ein, um das empfindliche Wurzelgeflecht Ihrer Johannisbeersträucher nicht zu verletzen. Organische Dünger können in der Regel sorgloser eingearbeitet werden als mineralische.

Das Ziel ist eine kontinuierliche, aber moderate Nährstoffzufuhr. Die Kombination aus einer guten Grunddüngung mit organischem Material im Frühjahr und einer gezielten mineralischen Nachdüngung zur richtigen Zeit ist oft der Schlüssel zu optimalen Erträgen.

Spezielle Bedürfnisse: Rote vs. Schwarze Johannisbeeren

Obwohl die Grundprinzipien der Düngung für alle Johannisbeersorten ähnlich sind, gibt es feine Unterschiede im Nährstoffbedarf, die Ihre Ernte optimieren können. Insbesondere rote und schwarze Johannisbeeren haben leicht abweichende Präferenzen, die bei der Wahl des Düngers und der Anwendung berücksichtigt werden können.

Rote Johannisbeeren benötigen für ihre leuchtende Farbe und Süße eine gute Kaliumversorgung. Kalium spielt eine Schlüsselrolle bei der Zuckerbildung und dem Transport in die Frucht, was sowohl die Süße als auch die Farbe intensiviert. Achten Sie daher bei der Düngung, besonders im Frühsommer, auf Dünger mit einem höheren Kaliumanteil (K). Eine ausgewogene Stickstoffgabe ist ebenfalls wichtig für gesunde Triebe, aber eine Überdüngung mit Stickstoff kann die Rotfärbung beeinträchtigen.

Schwarze Johannisbeeren: Nährstoffreich und robust

Schwarze Johannisbeeren sind generell anspruchsvoller und benötigen oft eine etwas üppigere Nährstoffzufuhr. Sie sind bekannt für ihren hohen Gehalt an Vitamin C und Anthocyanen. Diese Pflanzen profitieren besonders von einer guten Grundversorgung mit Stickstoff, der für das kräftige, buschige Wachstum unerlässlich ist. Auch eine gute Magnesiumversorgung ist für die dunklen Blätter und die allgemeine Vitalität wichtig, da Magnesium das zentrale Element im Chlorophyll ist.

Beide Sorten profitieren enorm von einer organischen Grunddüngung mit Kompost oder gut verrottetem Mist im Frühjahr. Dieser liefert eine breite Palette an Nährstoffen und verbessert die Bodenstruktur. Für die mineralische Ergänzung können Sie entweder auf einen speziellen Beerendünger zurückgreifen, der für alle Sorten geeignet ist, oder Sie passen die Zusammensetzung leicht an.

Gießen Sie nach der Ernte: Da die Erntezeit oft mit trockenen Perioden zusammenfällt, ist es ratsam, die Sträucher nach der Ernte ausreichend zu wässern, besonders wenn Sie eine leichte Nachdüngung zur Stärkung für das nächste Jahr planen. Das hilft den Pflanzen, die Nährstoffe aufzunehmen und sich für die nächste Saison zu erholen.

Beachten Sie, dass die Unterschiede zwischen den Sorten nicht so gravierend sind, dass man völlig unterschiedliche Dünger benötigt. Eine gute, ausgewogene Düngung mit einem hochwertigen Beerendünger wird beiden Sorten gerecht. Konzentrieren Sie sich auf die Hauptdüngung im Frühjahr und die unterstützende Gabe im Frühsommer, um sowohl rote als auch schwarze Johannisbeeren optimal zu versorgen und eine reiche Ernte zu sichern.

Häufige Fehler beim Düngen von Johannisbeeren vermeiden

Auch bei bester Absicht können beim Düngen von Johannisbeeren Fehler passieren, die sich negativ auf Wachstum und Ernte auswirken. Das Vermeiden dieser typischen Fallstricke ist genauso wichtig wie die korrekte Anwendung.

Überdüngung: Dies ist vielleicht der häufigste Fehler. Zu viel Stickstoff führt zu üppigem, weichem Laub, das anfällig für Krankheiten wie Mehltau ist. Die Früchte können kleiner und geschmacklich wässriger werden. Überdüngung kann auch die Wurzeln schädigen. Achten Sie auf die empfohlenen Mengen und verteilen Sie den Dünger gleichmäßig, nicht in einem Haufen.

Falscher Zeitpunkt: Eine Düngung im Spätsommer oder Herbst, besonders mit stickstoffhaltigen Düngern, hält die Pflanze im Wachstum und erschwert die Verholzung der Triebe. Dies macht sie anfälliger für Frostschäden im Winter. Die Hauptdüngungen sollten immer vor dem stärksten Wachstumsschub im Frühjahr und zur Unterstützung der Fruchtbildung erfolgen.

Die richtige Menge: Nicht zu viel, nicht zu wenig

Unterdüngung: Paradoxerweise kann auch zu wenig Dünger problematisch sein. Kümmerlicher Wuchs, blasse Blätter, geringer Fruchtansatz und kleine Früchte sind klare Indikatoren für Nährstoffmangel. Wenn Ihr Boden von Natur aus arm ist, reicht eine einfache Kompostgabe vielleicht nicht aus, und eine ergänzende mineralische Düngung ist ratsam.

Direkter Kontakt mit Wurzeln: Gerade bei mineralischen Düngern besteht die Gefahr, dass sie bei direktem Kontakt mit den feinen Wurzeln Verbrennungen verursachen. Verteilen Sie den Dünger immer im Wurzelbereich, aber mit einem kleinen Abstand zum Stamm, und arbeiten Sie ihn leicht ein, bevor Sie wässern. Organische Dünger sind hier verzeihender.

Nutzen Sie Regen als Vorteil: Wenn Sie Ihre Johannisbeeren nach einem Regen düngen, kann dies die Aufnahme der Nährstoffe verbessern, da der Boden bereits feucht ist. Vermeiden Sie das Düngen auf staubtrockenem Boden, da dies die Wurzeln reizen kann.

Blindes Folgen von Empfehlungen: Bodenbeschaffenheit, Klima und die spezifische Sorte beeinflussen den Nährstoffbedarf. Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau. Zeigen sie Mangelerscheinungen, die nicht durch die Standarddüngung behoben werden, ist vielleicht eine Anpassung notwendig. Eine Bodenanalyse kann hier Klarheit schaffen.

Indem Sie diese häufigen Fehler vermeiden und stattdessen auf eine bedarfsgerechte, zeitlich gut abgestimmte Düngung setzen, legen Sie den Grundstein für gesunde Johannisbeersträucher, die Ihnen Jahr für Jahr Freude bereiten.

Optimierung durch Mulchen und Bodenpflege

Die Düngung ist ein zentraler Pfeiler der Johannisbeerpflege, doch die besten Ergebnisse erzielen Sie erst, wenn Sie diese mit anderen Pflegemaßnahmen wie Mulchen und der allgemeinen Bodenpflege kombinieren. Diese Maßnahmen unterstützen nicht nur die Nährstoffaufnahme, sondern fördern auch die Bodengesundheit insgesamt.

Mulchen ist eine Technik, die viele Vorteile mit sich bringt. Eine Schicht organischen Materials – wie Rindenmulch, Kompost oder feine Holzhackschnitzel – um die Johannisbeersträucher herum hilft, Feuchtigkeit im Boden zu speichern, was besonders in trockenen Perioden wichtig ist. Gleichzeitig unterdrückt das Mulchmaterial das Wachstum von Unkräutern, die mit den Johannisbeeren um Wasser und Nährstoffe konkurrieren würden. Mit der Zeit zersetzt sich organisches Mulchmaterial und reichert den Boden zusätzlich mit wertvollen Nährstoffen an, was die Wirkung Ihrer Düngung verstärkt und den Boden lebendig hält.

Beim Mulchen sollten Sie darauf achten, einen kleinen Bereich um den Stamm frei zu lassen. Dies verhindert Staunässe und schützt den Stamm vor Fäulnis oder Pilzbefall. Die Mulchschicht sollte idealerweise 5-7 cm dick sein und regelmäßig bei Bedarf ergänzt werden.

Bodenlockerung und Belüftung für gesunde Wurzeln

Die Bodenlockerung ist eine weitere wichtige Komponente der Pflege. Ein verdichteter Boden erschwert die Durchlüftung und die Ausbreitung der Wurzeln, was die Nährstoff- und Wasseraufnahme behindert. Regelmäßiges, aber vorsichtiges Lockern der obersten Bodenschicht, idealerweise im Frühjahr und nach der Ernte, verbessert die Bodenstruktur. Dies erleichtert auch das Einarbeiten von organischen Düngern oder Kompost, da diese besser in den durchlüfteten Boden eindringen können.

Die Kombination aus Mulchen und gelegentlichem Auflockern schafft eine ideale Umgebung für die Wurzeln Ihrer Johannisbeeren. Die Wurzeln können sich ungehindert ausbreiten, Wasser und Nährstoffe aufnehmen und die Pflanze so widerstandsfähiger gegen Stressfaktoren wie Trockenheit oder Krankheiten machen. Dies reduziert indirekt den Bedarf an zusätzlichen Düngergaben, da die Pflanze die ihr zur Verfügung stehenden Nährstoffe effizienter nutzen kann.

Verbessern Sie die Drainage: Wenn Ihr Boden zu Staunässe neigt, können Sie durch Einarbeiten von Sand und organischem Material die Drainage verbessern. Dies ist entscheidend, da Johannisbeeren zwar Feuchtigkeit mögen, aber keine nassen Füße bekommen dürfen, die zu Wurzelfäule führen können.

Der Boden um Ihre Johannisbeeren sollte stets leicht feucht, aber gut durchlüftet sein. Durch das Zusammenspiel von richtiger Düngung, Mulchen und sorgsamer Bodenpflege schaffen Sie ein robustes Ökosystem, das Ihren Beerensträuchern optimale Bedingungen für Wachstum und Fruchtbildung bietet. Dies ist die Basis für gesunde Pflanzen und eine reiche, schmackhafte Ernte.

Wann und wie Johannisbeeren schneiden für die Ernte

Der Schnitt ist ein entscheidender Faktor, der eng mit der Fruchtbildung und somit indirekt mit der Düngung verbunden ist. Ein gut geschnittener Johannisbeerstrauch ist nicht nur leichter zu beernten und zu pflegen, sondern auch produktiver. Die Schnittmaßnahmen stellen sicher, dass die Pflanze ihre Energie auf die Fruchtbildung konzentriert und gesunde Triebe für die Erträge des nächsten Jahres ausbildet.

Grundsätzlich werden Johannisbeeren zweimal im Jahr geschnitten: einmal direkt nach der Ernte und ein weiterer, stärkerer Schnitt im späten Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt. Diese Schnitte sind komplementär zur Düngung und unterstützen die Pflanze dabei, ihre Ressourcen optimal einzusetzen.

Der Sommerschnitt nach der Ernte

Der Schnitt direkt nach der Ernte, meist im späten Sommer, ist ein sogenannter Sommerschnitt. Bei diesem Schnitt entfernen Sie alle Triebe, die im aktuellen Jahr getragen haben und nun alt und weniger produktiv sind. Konzentrieren Sie sich auf die Entnahme der fruchttragenden Ruten, die sich tief am Boden befinden oder bereits die gesamte Fruchtmasse abgeworfen haben. Dies öffnet das Zentrum des Strauches, verbessert die Luftzirkulation und verringert die Anfälligkeit für Krankheiten. Zudem fördert dieser Schnitt die Bildung neuer, kräftiger Fruchtäste für das Folgejahr.

Entfernen Sie auch alle Triebe, die auf den Boden hängen, stark beschädigt sind oder sich kreuzen. Ziel ist es, einen offenen, gut strukturierten Strauch mit etwa 8-12 kräftigen Haupttrieben unterschiedlichen Alters zu erhalten. Eine gute Düngung im Frühjahr und Frühsommer versorgt die Pflanze mit der Energie, um nach diesem Schnitt schnell neue, vitale Triebe zu bilden, die gut ausreifen.

Der Winterschnitt für Frucht und Struktur

Der Hauptschnitt erfolgt im Spätwinter (Februar/März), wenn die stärksten Fröste vorbei sind und die Pflanze noch im Ruhezustand ist. Hierbei geht es darum, die Struktur des Strauches zu festigen und die Fruchtbildung für das kommende Jahr zu optimieren. Entfernen Sie alle zu schwachen, kranken, abgestorbenen oder nach innen wachsenden Triebe. Lassen Sie pro Jahr etwa 2-3 junge, kräftige Ruten stehen, um alte Triebe zu ersetzen, die nach etwa 4-5 Jahren ihre optimale Ertragsfähigkeit verlieren.

Entfernen Sie vergreiste Triebe, die kaum noch Früchte tragen oder sehr dünn geworden sind. Durch diesen Schnitt wird die verbleibende Fruchtmasse konzentriert und die Energie der Pflanze, die durch die Düngung bereitgestellt wird, fließt in die Entwicklung gesunder, ertragreicher Früchte. Ein gut durchdachter Schnitt sorgt dafür, dass Ihre Johannisbeeren auch in den folgenden Jahren üppig tragen.

Verwenden Sie scharfes Werkzeug: Saubere und scharfe Schnittwerkzeuge – eine Gartenschere für dünnere Äste, eine Astschere für dickere – hinterlassen glatte Schnittflächen, die schneller verheilen und weniger Eintrittspforten für Krankheitserreger bieten.

Die Kombination aus bedarfsgerechter Düngung und regelmäßigem, korrektem Schnitt ist der Schlüssel zu gesunden Johannisbeersträuchern, die Jahr für Jahr reiche Ernten liefern. Der Schnitt sorgt dafür, dass die von der Düngung bereitgestellten Nährstoffe optimal in die Fruchtbildung umgesetzt werden.