Warum Ihr Kirschlorbeer einen radikalen Schnitt braucht

Manchmal steht man vor einem Kirschlorbeer, der seine besten Tage hinter sich zu haben scheint. Die Hecke ist lichter geworden, die unteren Zweige sind kahl, oder die Pflanze hat schlichtweg ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr gewünscht ist. In solchen Fällen ist der radikale Schnitt die Methode der Wahl, um den Kirschlorbeer radikal schneiden zu lassen und ihm neues Leben einzuhauchen. Diese drastische Rücknahme ist kein Zeichen von Vernachlässigung, sondern eine gezielte Pflegemaßnahme, die, richtig angewendet, die Pflanze verjüngt, ihre Dichte erhöht und ihre Form wiederherstellt. Oftmals scheuen Gartenbesitzer diesen tiefen Eingriff aus Angst, die Pflanze zu beschädigen. Doch der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist erstaunlich schnittverträglich und treibt aus dem alten Holz zuverlässig wieder aus, wenn die Grundlagen stimmen. Ob Sie einen Portugiesischen Kirschlorbeer oder eine andere Sorte haben, das Prinzip des radikalen Rückschnitts bleibt gleich: die Pflanze zu einem Neuanfang zwingen.

Ein Kirschlorbeer kann im Laufe der Jahre unerwünschte Eigenschaften entwickeln. Ältere Pflanzen neigen dazu, in die Höhe zu wachsen und untenrum kahl zu werden. Dies geschieht, weil die unteren Triebe weniger Licht bekommen und die Pflanze ihre Energie auf die oberen, sonnenbeschienenen Bereiche konzentriert. Auch Krankheiten oder Schädlingsbefall können dazu führen, dass einzelne Äste absterben oder die allgemeine Vitalität nachlässt. Wenn der Kirschlorbeer seine ursprüngliche Form verloren hat und nun eher einem ungepflegten Dickicht gleicht, ist ein radikaler Schnitt die Antwort. Er ist nicht nur für das Erscheinungsbild wichtig, sondern auch für die Gesundheit der Pflanze. Ein starker Rückschnitt regt die Bildung neuer, kräftiger Triebe an, was zu einer dichteren und kompakteren Wuchsform führt. Er ist damit ein essenzielles Werkzeug, um einen Kirschlorbeerbaum oder eine Hecke langfristig vital und attraktiv zu halten.

Bevor Sie zum Werkzeug greifen, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Ein Kirschlorbeer ist robust, aber ein zu drastischer Schnitt zur falschen Zeit kann ihm schaden. Überlegen Sie, welches Ziel Sie verfolgen: Soll die Hecke wieder dichter werden? Soll die Pflanze auf eine bestimmte Größe reduziert werden? Oder möchten Sie vielleicht einen Kirschlorbeer, der sich zu einem Kirschlorbeer Baum entwickelt hat, wieder in Form bringen? Die Entscheidung für den radikalen Schnitt sollte wohlüberlegt sein. Es ist die ultimative Maßnahme, um die Struktur einer Pflanze grundlegend zu verändern und ihre Lebensdauer zu verlängern, indem man ihr eine Verjüngungskur verabreicht. Mit der richtigen Vorgehensweise machen Sie aus einem vernachlässigten Strauch wieder einen Blickfang in Ihrem Garten.

Prüfen Sie vor dem radikalen Schnitt, ob die Pflanze insgesamt gesund wirkt. Sind viele Triebe abgestorben, gibt es Anzeichen für Pilzkrankheiten oder starke Schädlinge? Ein starker Rückschnitt kann eine geschwächte Pflanze zusätzlich belasten. Bei Zweifeln ist es ratsamer, zunächst nur einzelne kranke oder tote Äste zu entfernen und das weitere Vorgehen zu beobachten.

Wann ist der ideale Zeitpunkt für den radikalen Schnitt?

Der Kirschlorbeer ist eine immergrüne Pflanze, die das ganze Jahr über geschnitten werden kann, doch für einen radikalen Schnitt gibt es günstigere Zeitpunkte. Die beste Periode, um Ihren Kirschlorbeer radikal schneiden zu lassen, ist das späte Winterende bis zum frühen Frühjahr, idealerweise im Februar oder März, bevor der neue Austrieb beginnt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze in der Regel in einer Ruhephase, und die kälteren Temperaturen minimieren das Risiko von Pilzbefall. Ein Schnitt zu dieser Zeit gibt der Pflanze den ganzen Frühling und Sommer über Zeit, sich zu erholen und neue Triebe zu bilden. Der starke Rückschnitt regt die Saftzirkulation an, und die neuen, jungen Triebe werden dann mit voller Kraft aus dem alten Holz schießen. Ein Schnitt im Herbst oder Winter, wenn Frost noch möglich ist, birgt höhere Risiken für Frostschäden an den Schnittstellen. Auch während der größten Sommerhitze ist Vorsicht geboten, da die frisch geschnittenen Stellen stärker austrocknen könnten. Der Frühjahrsschnitt ist daher die sicherste und effektivste Methode, um die Pflanze auf den neuen Vegetationszyklus vorzubereiten.

Welches Werkzeug benötige ich?

Für einen radikalen Schnitt benötigen Sie robustes und scharfes Werkzeug. Stumpfe Werkzeuge quetschen die Triebe, anstatt sie sauber zu durchtrennen, was die Heilungsprozesse der Pflanze erschwert und sie anfälliger für Krankheiten macht. Für dickere Äste, die bei einem radikalen Rückschnitt oft anfallen, ist eine Gartenschere oder eine Astschere unverzichtbar. Diese sollten eine maximale Schnittstärke von etwa 2-3 cm bewältigen können. Wenn die Äste dicker sind, greifen Sie zu einer Säge – einer Handsäge mit feiner Zahnung oder einer leichten Astsäge. Für Hecken, die eine breite Fläche abdecken, kann auch eine elektrische Heckenschere eine Option sein, jedoch ist bei einem radikalen Schnitt, bei dem oft auch dickere Äste im Inneren gekürzt werden, manuelles Werkzeug oft präziser und schonender. Tragen Sie stets robuste Gartenhandschuhe, um Ihre Hände zu schützen, denn Kirschlorbeer kann bei manchen Menschen leicht reizend wirken, und die Pflanzensäfte sind nicht jedermanns Sache. Die richtige Ausrüstung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen und gesunden Rückschnitt.

Wichtig für die Sicherheit: Stellen Sie sicher, dass alle Schneidwerkzeuge sauber und desinfiziert sind, besonders wenn Sie von einer Pflanze zur nächsten wechseln oder wenn Sie bei einer Pflanze Krankheitsanzeichen entdeckt haben. Dies verhindert die Verbreitung von Pilzen und Bakterien.

Die Schritte zum radikalen Rückschnitt Ihres Kirschlorbeers

Wenn der Entschluss gefasst ist, Ihren Kirschlorbeer radikal schneiden zu lassen, beginnt die eigentliche Arbeit. Dieser Prozess ist nicht kompliziert, erfordert aber Präzision und die richtige Technik. Beginnen Sie damit, das Werkzeug vorzubereiten: Schärfen und reinigen Sie Ihre Gartenschere, Astschere oder Säge. Eine saubere Schnittführung ist entscheidend für die Heilung der Pflanze. Tragen Sie Arbeitshandschuhe, um sich vor Dornen und Pflanzensaft zu schützen. Sie können den Kirschlorbeer bis auf etwa 30-50 cm über dem Boden zurückschneiden, je nachdem, wie stark die Verjüngung sein soll und wie viel Holz Sie erhalten möchten. Ziel ist es, die Pflanze dazu anzuregen, aus den verbliebenen starken Trieben oder sogar aus dem Wurzelstock neu auszutreiben. Dies ist die radikalste Form des Kirschlorbeer schneiden, die aber oft die effektivste ist, um stark verwilderte oder verkahlte Pflanzen zu retten.

Beginnen Sie mit den dicksten Ästen. Sägen Sie diese sauber ab, nicht zu nah am Stamm, sondern lassen Sie etwa 1-2 cm stehen. Bei dünneren Zweigen verwenden Sie die Astschere. Arbeiten Sie sich systematisch vor. Entfernen Sie totes Holz und sehr dünne, schwache Triebe vollständig. Wenn Sie eine Hecke haben, die zu breit geworden ist, können Sie diese auch in der Tiefe reduzieren, indem Sie die überstehenden Äste auf kräftige Seitentriebe zurückschneiden, die nach innen zeigen. Bei einem Kirschlorbeer, der als Solitärstrauch wächst, können Sie die Form neu definieren. Schneiden Sie lange, überhängende Triebe bis auf ein Drittel oder die Hälfte ihrer Länge zurück, um eine kompaktere Krone zu fördern. Achten Sie darauf, die Schnittflächen möglichst glatt zu halten. Dies erleichtert der Pflanze die schnelle Regeneration und minimiert das Risiko von Krankheiten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den radikalen Rückschnitt:

  1. Vorbereitung: Schärfen und desinfizieren Sie Ihre Schneidwerkzeuge (Gartenschere, Astschere, Säge). Tragen Sie Handschuhe.
  2. Grober Schnitt: Schneiden Sie die Pflanze auf eine Höhe von etwa 30-50 cm über dem Boden zurück. Entfernen Sie zuerst die dicksten Äste mit der Säge.
  3. Feinarbeit: Kürzen Sie verbleibende dünnere Äste mit der Astschere. Entfernen Sie totes und krankes Holz vollständig.
  4. Formgebung: Wenn gewünscht, formen Sie die verbleibenden Triebe, indem Sie sie auf kräftige, nach innen gerichtete Seitentriebe kürzen.
  5. Reinigung: Entfernen Sie das Schnittgut sorgfältig aus dem Bereich um die Pflanze.

Nachdem Sie Ihren Kirschlorbeer radikal schneiden ließen, ist die Pflege entscheidend für die Erholung. Geben Sie der Pflanze etwas Zeit. Sie wird nicht sofort wie neu aussehen, aber die Anzeichen des Neuaustriebs werden bald sichtbar werden. Dieser Prozess ist eine Investition in die zukünftige Gesundheit und Schönheit Ihres Kirschlorbeers, sei es als Heckenpflanze oder als Solitär.

Wichtige Überlegungen beim Kürzen der Hecke

Wenn Sie eine Kirschlorbeerhecke radikal kürzen möchten, gilt es, spezifische Aspekte zu beachten, um ein gleichmäßiges und ästhetisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen. Der Kirschlorbeer als Hecke wächst oft sehr dicht, und ein radikaler Schnitt kann dazu führen, dass die gesamte Struktur von unten neu aufbaut. Wenn Ihre Hecke zu breit geworden ist oder unten kahl wird, ist dies der richtige Zeitpunkt für einen starken Eingriff. Beginnen Sie damit, die gesamte Hecke auf die gewünschte Höhe zurückzuschneiden, typischerweise auf etwa 30-50 cm, wobei Sie darauf achten, dass die Schnittlinie gerade und eben ist. Dies kann mit einer elektrischen Heckenschere erfolgen, aber für die dickeren Äste im Inneren oder an den Seiten, die möglicherweise stärker zurückgeschnitten werden müssen, sind Astschere und Säge unerlässlich. Ein wichtiger Tipp ist, die Hecke oben etwas schmaler zu halten als unten. Diese sogenannte Trapezform sorgt dafür, dass auch die unteren Äste genügend Licht erhalten und nicht verkahlen. Dieser Aspekt ist entscheidend, wenn Sie die Hecke langfristig dicht und gesund halten wollen. Denken Sie daran, dass der Kirschlorbeer giftig ist, daher ist es ratsam, nach dem Schnitt die Hände und Werkzeuge gründlich zu reinigen.

Das Entfernen von altem, verholzenem Material ist bei Hecken besonders wichtig. Oft sind die inneren Bereiche einer alten Kirschlorbeerhecke verfilzt und bekommen kaum noch Licht. Durch das radikale Schneiden öffnen Sie diese Bereiche und ermöglichen es der Pflanze, neue Triebe zu bilden, die wieder Licht und Luft bekommen. Wenn Sie nur die Spitzen schneiden, wird das Problem der Verkahlung von unten nicht gelöst. Ein radikales Schneiden der gesamten Hecke ist manchmal notwendig, um einen Neuanfang zu erzwingen. Seien Sie nicht zimperlich; der Kirschlorbeer ist dafür bekannt, dass er solche drastischen Maßnahmen gut verkraftet und oft mit einem kräftigen Austrieb reagiert. Geduld ist hierbei wichtig, denn die Hecke braucht Zeit, um sich nach einem so starken Eingriff zu erholen und wieder dicht zu wachsen.

Nachsorge und Pflege nach dem Rückschnitt

Nachdem Sie Ihren Kirschlorbeer radikal schneiden ließen, ist die Nachsorge entscheidend für eine erfolgreiche Regeneration. Die Pflanze hat nun eine massive Wundfläche und benötigt Unterstützung, um neue Triebe zu bilden und sich zu erholen. Beginnen Sie direkt nach dem Schnitt damit, die Schnittstellen zu beobachten. Wenn Sie sehr dicke Äste geschnitten haben, können Sie die Schnittflächen mit einem Wundverschlussmittel behandeln, um das Austrocknen zu verhindern und das Eindringen von Krankheitserregern zu erschweren. Dies ist besonders bei einem starken Rückschnitt empfehlenswert, um der Pflanze bestmögliche Bedingungen für die Heilung zu bieten. Achten Sie darauf, das Schnittgut vollständig zu entfernen, um die Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlingen zu vermeiden und den Bereich um die Pflanze sauber zu halten.

Geben Sie der Pflanze im Anschluss an den radikalen Schnitt eine Portion Kompost oder gut verrotteten Dünger. Dies versorgt sie mit den notwendigen Nährstoffen für den Neuaustrieb. Eine leichte Bewässerung, besonders in trockenen Perioden in den Wochen nach dem Schnitt, ist ebenfalls wichtig, damit die Pflanze Kraft sammeln kann. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, da dies Wurzelfäule begünstigen kann. In den folgenden Monaten werden Sie beobachten, wie neue, junge Triebe aus dem alten Holz oder sogar aus dem Wurzelbereich austreiben. Seien Sie geduldig; es kann einige Zeit dauern, bis die Pflanze wieder ihre volle Pracht entwickelt hat. Beobachten Sie die neuen Triebe genau. Sollten sich Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen zeigen, handeln Sie umgehend, um die Erholung nicht zu gefährden. Ein gut gepflegter Kirschlorbeer nach einem radikalen Schnitt wird Sie mit einem kräftigen, dichten Wuchs belohnen.

Schützen Sie frisch geschnittene Stellen: Bei sehr dicken Schnittflächen kann es sinnvoll sein, diese mit einer speziellen Wundverschlussmasse zu bestreichen. Dies fördert die Heilung und schützt vor Austrocknung und Pilzbefall.

Förderung des Neuaustriebs: Was Sie tun können

Der Kirschlorbeer ist dafür bekannt, dass er aus altem Holz zuverlässig wieder austreibt, aber Sie können diesen Prozess aktiv unterstützen. Nach dem radikalen Schneiden ist die Nährstoffversorgung entscheidend. Eine Gabe von organischem Dünger, wie gut verrotteter Stallmist, Kompost oder ein spezieller Kirschlorbeer-Dünger, hilft der Pflanze, die notwendigen Bausteine für neues Wachstum zu erhalten. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung des Düngers um den Wurzelbereich herum und arbeiten Sie ihn leicht in den Boden ein. Wasser ist ebenfalls ein kritischer Faktor. Gerade in den ersten Wochen nach dem radikalen Schnitt, wenn die Pflanze noch keine volle Belaubung hat und ihre Wurzeln noch nicht vollständig aktiv sind, benötigt sie ausreichend Feuchtigkeit. Regelmäßiges Gießen, besonders bei trockener Witterung, ist unerlässlich. Vermeiden Sie aber Überwässerung, die zu Wurzelfäule führen kann. Ein gut durchlässiger Boden ist daher von Vorteil. Die Kombination aus Nährstoffen und Feuchtigkeit bildet die Grundlage für einen kräftigen Neuaustrieb.

Beobachten Sie den Austrieb genau. Die ersten neuen Triebe sind oft zart und empfindlich. Schützen Sie sie vor extremen Wetterbedingungen, falls nötig. Wenn Sie einen Kirschlorbeer als Baum oder eine größere Solitärpflanze zurückschneiden, stellen Sie sicher, dass die verbleibenden Haupttriebe stabil sind, um das Gewicht der neuen Triebe tragen zu können. Sollte die Pflanze durch den starken Rückschnitt instabil werden, können Stützmaßnahmen notwendig sein. Das Entfernen von schwachen oder falsch wachsenden Trieben in den ersten Wachstumsphasen kann ebenfalls helfen, die Energie der Pflanze auf die stärksten Triebe zu konzentrieren. Mit diesen Maßnahmen unterstützen Sie Ihren Kirschlorbeer optimal dabei, sich nach dem radikalen Eingriff wieder zu einer kräftigen und gesunden Pflanze zu entwickeln.

Umgang mit Schnittgut und Entsorgung

Das Schnittgut, das beim radikalen Schneiden eines Kirschlorbeers anfällt, kann beträchtlich sein. Da Kirschlorbeer giftig ist, sollten Sie beim Umgang mit dem Schnittmaterial vorsichtig sein. Tragen Sie Handschuhe, um Hautkontakt zu vermeiden. Die Entsorgung des Schnittguts erfordert ebenfalls Beachtung. Kleinere Mengen können Sie in der Regel über die Biotonne entsorgen, sofern Ihre Gemeinde dies erlaubt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem örtlichen Entsorgungsbetrieb nach den spezifischen Regeln für Grünschnitt. Größere Mengen Schnittgut werden oft auf Wertstoffhöfen angenommen. Viele Gartenbesitzer nutzen auch die Möglichkeit des Kompostierens, jedoch sollte Kirschlorbeer-Schnittgut nur auf einem gut geführten und heißen Komposthaufen landen, damit die potenziell schädlichen Inhaltsstoffe abgebaut werden können. Alternativ kann das Material auch zur Energiegewinnung in einer Biomasseanlage oder zur Mulchverwendung (nachdem es zerkleinert wurde) dienen. Achten Sie darauf, dass Sie das Schnittgut nicht einfach am Straßenrand ablagern oder verbrennen, da dies oft nicht erlaubt ist und Umweltauflagen verletzt.

Probleme und Lösungen nach dem radikalen Schnitt

Selbst bei sorgfältigster Ausführung kann es nach einem radikalen Schnitt zu Problemen kommen. Eines der häufigsten Anliegen ist, dass der Kirschlorbeer nicht oder nur spärlich austreibt. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Wenn die Pflanze bereits vor dem Schnitt stark geschwächt war, beispielsweise durch eine tiefergehende Krankheit oder Wurzelschäden, fehlt ihr möglicherweise die Kraft für einen kräftigen Neuaustrieb. In solchen Fällen ist es ratsam, die Erde um die Pflanze herum zu lockern und auf eine gute Drainage zu achten. Die Gabe eines milden Flüssigdüngers, der auf die Wurzelbildung abzielt, kann ebenfalls helfen, die Vitalität zu steigern. Geduld ist hierbei oft die wichtigste Tugend, denn manchmal braucht der Kirschlorbeer einfach mehr Zeit, um seine Reserven zu mobilisieren.

Ein weiteres Problem kann das Auftreten von Pilzkrankheiten oder Schädlingen an den Schnittstellen oder an den jungen, zarten Trieben sein. Achten Sie darauf, dass die Schnittflächen sauber sind und sich schnell schließen. Eine Behandlung mit einem biologischen Fungizid kann bei Bedarf Abhilfe schaffen. Beobachten Sie die jungen Triebe auf Anzeichen von Blattläusen oder anderen Schädlingen. Oft reicht es hier, die Befallstellen mit einem Wasserstrahl abzuspritzen oder sie mit einer milden Seifenlauge zu behandeln. Wenn die Pflanze trotz aller Bemühungen nicht richtig in Schwung kommt, sollten Sie erwägen, einen erfahrenen Gärtner oder eine Baumschule zu konsultieren. Diese können die spezifische Situation vor Ort beurteilen und gezielte Ratschläge geben, wie Sie Ihren Kirschlorbeer retten können. Der radikale Schnitt ist eine starke Maßnahme, und manchmal erfordert die Erholung eine individuelle Betreuung.

Was tun, wenn kein neuer Austrieb erfolgt?

Wenn nach einigen Wochen oder Monaten keine Anzeichen eines Neuaustriebs zu sehen sind, ist das verständlicherweise besorgniserregend. Zunächst sollten Sie die Schnittstellen genau untersuchen. Ist das Holz darunter noch grün und feucht, oder ist es trocken und brüchig? Wenn es noch lebendig aussieht, ist Geduld gefragt. Manche Pflanzen reagieren verzögert, besonders wenn die Witterung ungünstig war. Überprüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit: Ist der Boden zu trocken, kann dies den Austrieb verhindern. Ist er staunass, könnten die Wurzeln faulen. Eine leichte Lockerung des Bodens und eine angepasste Bewässerung können helfen. Stellen Sie sicher, dass die Pflanze genügend Licht bekommt, auch wenn sie aktuell wenig Laub hat. Wenn das Holz bereits abgestorben wirkt, können Sie versuchen, weiter unten am Stamm oder sogar am Wurzelstock zu schneiden, um tiefer liegende, lebende Teile zu erreichen. Es ist auch möglich, dass die Pflanze durch tiefgreifende Probleme (wie schwere Bodenerkrankungen oder Wurzelschäden) so stark beeinträchtigt ist, dass sie sich nicht mehr erholen kann. In einem solchen Fall müssen Sie möglicherweise über das Entfernen des Kirschlorbeers nachdenken.

Umgang mit Krankheiten und Schädlingen nach dem Schnitt

Nach einem starken Rückschnitt ist der Kirschlorbeer anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, da die natürlichen Abwehrmechanismen durch die Verletzung geschwächt sind. Achten Sie auf typische Anzeichen wie Blattflecken, mehltauähnliche Beläge oder auf dem Befall durch Insekten wie Blattläuse oder Spinnmilben an den jungen, frischen Trieben. Vorbeugend ist eine gute Hygiene im Garten wichtig: Entfernen Sie stets krankes oder befallenes Schnittgut und halten Sie Ihre Werkzeuge sauber. Falls Sie doch einen Befall feststellen, handeln Sie schnell. Bei leichten Blattlausbefällen kann oft schon ein starker Wasserstrahl oder eine Mischung aus Wasser und Schmierseife helfen. Bei Pilzkrankheiten gibt es im Fachhandel biologische oder chemische Mittel, die gezielt eingesetzt werden können. Lesen Sie hierzu immer die Anwendungshinweise des Herstellers. Eine gute Nährstoffversorgung und ausreichende Bewässerung stärken die Pflanze und machen sie widerstandsfähiger gegen Angriffe. Wenn der Kirschlorbeer jedoch stark von Krankheiten betroffen ist, kann es sein, dass das radikale Schneiden die Probleme nur hinauszögert, anstatt sie zu lösen. In solchen Fällen ist eine professionelle Diagnose durch einen Gärtner ratsam.

Die wahre Kunst des radikalen Schnitts liegt nicht im Wegnehmen, sondern im Ermöglichen eines neuen Beginns für Ihre Pflanze.

Wie man aus einem Kirschlorbeer einen Baum macht

Manchmal ist das Ziel eines radikalen Schnitts, einen Kirschlorbeer, der sich eher strauchartig entwickelt hat, zu einem ansehnlichen Kirschlorbeer Baum zu formen. Dies erfordert eine gezielte Auswahl und Förderung eines oder mehrerer starker Haupttriebe. Beginnen Sie mit einem jungen Kirschlorbeer oder einer Pflanze, die Sie bereit sind, stark zurückzuschneiden, um diese Form zu erreichen. Wählen Sie einen oder zwei kräftige, gerade wachsende Triebe aus, die als Stamm dienen sollen. Alle anderen Triebe werden im ersten Schritt stark zurückgeschnitten oder ganz entfernt. Im Laufe der Jahre werden diese ausgewählten Triebe weiter gefördert, indem alle seitlichen Triebe, die unterhalb der gewünschten Kronenhöhe wachsen, entfernt werden. Dies erzeugt den Stamm. Sobald der Stamm die gewünschte Höhe erreicht hat, lassen Sie die oberen Triebe wachsen und kürzen sie nur noch leicht, um eine dichte Krone zu formen. Ein radikaler Schnitt kann hier der erste Schritt sein, um unerwünschte Seitentriebe zu entfernen und die Basis für den zukünftigen Stamm zu schaffen. Die Geduld ist hierbei enorm wichtig, denn es kann Jahre dauern, bis ein Kirschlorbeer die Struktur eines Baumes entwickelt hat.