Kohlrabi pflanzen: Die Grundlagen für Ihren Erfolg
Das Pflanzen von Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) ist ein essenzieller Schritt für Hobbygärtner, die frisches, nahrhaftes Gemüse ernten möchten. Diese faszinierende Pflanze, die wegen ihrer verdickten Sprossachse oft als 'köstliche Rübe' bezeichnet wird, ist dank ihrer Anpassungsfähigkeit an verschiedene Gartenbedingungen und ihrer relativ kurzen Wachstumsperiode eine beliebte Wahl für Anfänger und erfahrene Gärtner gleichermaßen. Wenn Sie sich fragen, wie Sie Kohlrabi richtig ins Beet setzen, um maximale Erträge zu erzielen, sind Sie hier genau richtig. Die richtige Vorbereitung des Bodens, die Wahl des idealen Standorts und die behutsame Handhabung der jungen Pflanzen sind entscheidend für ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte.
Kohlrabi ist ein zweijähriges Kreuzblütlergemüse, das in seinem ersten Wachstumsjahr seine typische Knolle bildet, die wir verzehren. Die Pflanze benötigt bestimmte Bedingungen, um kräftig heranzuwachsen und schmackhafte Knollen zu entwickeln. Dazu gehören ausreichend Nährstoffe, eine gleichmäßige Wasserversorgung und ein Schutz vor extremen Temperaturen und Schädlingen. Bevor Sie die ersten Jungpflanzen in die Erde setzen, ist es ratsam, sich mit den spezifischen Anforderungen dieser Gemüsesorte vertraut zu machen. Dies minimiert spätere Probleme und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Ernte erheblich. Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige, um Ihren Kohlrabi erfolgreich zu pflanzen.
- Wählen Sie einen sonnigen Standort mit gut durchlässigem Boden.
- Bereiten Sie den Boden gut vor, indem Sie ihn lockern und mit Kompost anreichern.
- Pflanzen Sie Jungpflanzen oder säen Sie direkt ins Freiland, je nach gewünschter Erntezeit.
- Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand für optimale Entwicklung.
- Schützen Sie junge Pflanzen vor Kälte und Schädlingen.
Was ist Kohlrabi?
Kohlrabi, botanisch bekannt als Brassica oleracea var. gongylodes, gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eng mit Brokkoli, Blumenkohl und Grünkohl verwandt. Sein charakteristisches Merkmal ist die verdickte, kugelförmige Sprossachse, die knapp über dem Boden wächst und aus der die Blätter entspringen. Diese Knolle ist essbar und hat einen milden, leicht nussigen Geschmack, der sich von anderen Kohlarten unterscheidet. Sie kann roh, gekocht, gedünstet oder sogar eingelegt genossen werden. Kohlrabi ist nicht nur schmackhaft, sondern auch reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin C, sowie an Mineralstoffen wie Kalium. Er ist ein vielseitiges Gemüse, das in vielen Küchen Anwendung findet und relativ unkompliziert im eigenen Garten angebaut werden kann.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kohlrabi pflanzen?
Der ideale Zeitpunkt, um Kohlrabi zu pflanzen, hängt davon ab, ob Sie ihn aus Samen vorziehen oder direkt ins Freiland säen möchten und welche Erntezeit Sie anstreben. Generell ist Kohlrabi eine kühle Jahreszeit bevorzugende Pflanze, die empfindlich auf Spätfröste sowie auf lange Perioden großer Hitze reagiert, da letztere zu schnellem Schossen (Blütenbildung) oder holzigen Knollen führen können. Für eine frühe Ernte im Frühsommer beginnt die Aussaat im Haus oder Gewächshaus bereits im späten Winter, typischerweise ab Februar. Die vorgezogenen Jungpflanzen können dann ab Mitte April, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, ins Freiland ausgepflanzt werden. Eine zweite Aussaat für eine spätere Ernte im Herbst erfolgt im Freiland ab Mitte Mai bis Anfang Juli. Der Abstand zwischen diesen Aussaatzeiten ermöglicht eine kontinuierliche Ernte über einen längeren Zeitraum.
Die Entscheidung zwischen Vorziehen und Direktsaat hängt von Ihren Präferenzen und den klimatischen Bedingungen Ihrer Region ab. Vorgezogene Pflanzen bieten einen Wachstumsvorsprung und sind widerstandsfähiger gegen frühe Kälte, während die Direktsaat zwar aufwendiger ist, aber oft gesündere, besser angepasste Pflanzen hervorbringt, da sie nicht pikiert werden müssen und so weniger Stress erfahren.
Der ideale Standort für Kohlrabi
Die Wahl des richtigen Standorts ist ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Anbau von Kohlrabi. Diese Pflanze benötigt viel Licht, um kräftige Knollen zu entwickeln, und profitiert von einem geschützten Platz, der sie vor starken Windböen bewahrt. Ein sonniger bis halbschattiger Platz ist optimal. Während Kohlrabi die volle Sonne liebt, kann er in Regionen mit sehr heißen Sommern auch von etwas Nachmittagsschatten profitieren, um Trockenstress zu vermeiden und die Gefahr von Blütenbildung zu reduzieren. Achten Sie darauf, dass der Standort nicht zu dicht an anderen stark zehrenden Gemüsepflanzen liegt, da Kohlrabi selbst ein Starkzehrer ist und ausreichend Platz benötigt.
Bodenbeschaffenheit und Vorbereitung
Kohlrabi bevorzugt einen tiefgründigen, lockeren und nährstoffreichen Boden. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist ideal. Der Boden sollte gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden, die zu Wurzelfäule führen kann. Vor dem Pflanzen sollte der Boden gründlich gelockert und von Unkraut befreit werden. Eine reiche Nährstoffversorgung ist für Starkzehrer wie Kohlrabi unerlässlich. Arbeiten Sie großzügig gut verrotteten Kompost oder organischen Langzeitdünger in das Erdreich ein. Dies verbessert nicht nur die Bodenstruktur und Wasserspeicherfähigkeit, sondern versorgt die Pflanzen auch bedarfsgerecht mit Nährstoffen während der gesamten Wachstumsperiode. Eine Mulchschicht nach dem Pflanzen kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkraut zu unterdrücken.
Fruchtfolge beachten: Was darf vor und nach Kohlrabi wachsen?
Die Berücksichtigung der Fruchtfolge ist essentiell, um Krankheiten vorzubeugen und die Bodengesundheit zu erhalten. Da Kohlrabi zu den Kreuzblütlern zählt, sollte er nicht direkt nach oder vor anderen Pflanzen derselben Familie angebaut werden. Dazu gehören neben Kohlrabi auch Brokkoli, Blumenkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Radieschen, Rettich und Senf. Eine Anbaupause von mindestens drei bis vier Jahren auf demselben Beet ist empfehlenswert, um die Anreicherung von bodenbürtigen Krankheitserregern und Schädlingen wie dem Kohlweißling oder der Kohlfliege zu verhindern. Geeignete Vorkulturen sind beispielsweise Leguminosen wie Bohnen und Erbsen, die Stickstoff im Boden fixieren, oder Wurzelgemüse wie Karotten und Pastinaken. Nach dem Kohlrabi eignen sich ebenfalls diese Pflanzen oder auch Zwiebeln und Lauch. Die regelmäßige Einhaltung der Fruchtfolge ist ein Eckpfeiler für einen gesunden und ertragreichen Gemüsegarten.
Kohlrabi pflanzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Nachdem Sie den idealen Standort gewählt und den Boden vorbereitet haben, ist es an der Zeit, die Kohlrabi-Pflanzen einzusetzen. Ob Sie nun Jungpflanzen aus dem Gartencenter oder selbst vorgezogene Sämlinge verwenden, der Pflanzvorgang selbst ist recht unkompliziert. Wichtig ist, dass die Pflanzen gut angewachsen und abgehärtet sind, bevor sie ins Freiland kommen. Dies gilt insbesondere für selbst vorgezogene Pflanzen, die schrittweise an die Außenbedingungen gewöhnt werden sollten. Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand, damit jede Pflanze ausreichend Platz und Nährstoffe zur Verfügung hat, um sich optimal zu entwickeln und gesunde, wohlschmeckende Knollen auszubilden.
Vorbereitung der Jungpflanzen
Wenn Sie Jungpflanzen gekauft haben, entnehmen Sie diese vorsichtig aus ihren Anzuchttöpfen. Lockern Sie den Wurzelballen bei Bedarf leicht auf, falls er stark verfilzt ist, aber vermeiden Sie es, die Wurzeln zu beschädigen. Bei selbst vorgezogenen Pflanzen ist das Abgießen und Entnehmen aus den Töpfchen ähnlich. Stellen Sie sicher, dass die Pflanzen gut durchwässert sind, aber keine Staunässe besteht. Falls die Pflanzen sehr lang und "vergeilt" (dünn und lang gewachsen) sind, können Sie sie bei Kohlrabi tiefer pflanzen als sie im Topf standen. Die untersten Blätter sollten knapp über der Erde liegen. Kohlrabi bildet dann an den tiefer liegenden Stielteilen zusätzliche Wurzeln, was die Pflanze stabilisiert und die Nährstoffaufnahme verbessert. Die richtige Pflanztiefe ist entscheidend für die Stabilität der Pflanze.
Das Einpflanzen ins Beet
Heben Sie Pflanzlöcher aus, die etwas größer sind als der Wurzelballen der Jungpflanze. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte etwa 25-30 cm betragen, mit einem Reihenabstand von 30-40 cm. Dies gewährleistet, dass die Pflanzen genügend Raum zum Wachsen haben und die Luftzirkulation gut ist, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Setzen Sie die Kohlrabi-Jungpflanze in das Pflanzloch, sodass die Oberseite des Wurzelballens bündig mit der Erdoberfläche abschließt oder leicht tiefer liegt, wie bereits erwähnt. Füllen Sie das Loch vorsichtig mit Erde auf und drücken Sie diese leicht an, um Hohlräume zu vermeiden und einen guten Bodenschluss zu gewährleisten. Gießen Sie die frisch gepflanzten Kohlrabi-Pflanzen nach dem Einsetzen gründlich an. Dies hilft den Wurzeln, sich im neuen Erdreich zu etablieren und die Wasseraufnahme zu verbessern.
Wichtige Abstände beim Pflanzen
Der richtige Pflanzabstand ist nicht nur für die Größe und Qualität der Knollen wichtig, sondern auch für die allgemeine Gesundheit der Pflanzen. Wenn Kohlrabi zu dicht steht, konkurriert er mit seinen Nachbarn um Licht, Wasser und Nährstoffe. Dies führt zu schwächerem Wachstum, kleineren Knollen und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge. Typischerweise werden Jungpflanzen im Abstand von 25 bis 30 Zentimetern in der Reihe und 30 bis 40 Zentimetern zwischen den Reihen gepflanzt. Dieser Abstand ermöglicht eine gute Belüftung der Pflanzen, was besonders wichtig ist, um die Ausbreitung von Pilzbefall zu verhindern. Überprüfen Sie die Angaben auf den Saatguttütchen oder Jungpflanzenetiketten, da es je nach Sorte leichte Unterschiede geben kann.
Direktsaat von Kohlrabi: Wann und wie?
Neben dem Pflanzen von vorgezogenen Jungpflanzen ist auch die Direktsaat von Kohlrabi ins Freiland eine praktikable Methode, insbesondere für die späte Ernte. Diese Methode ist besonders empfehlenswert, wenn Sie größere Mengen anbauen möchten oder den Aufwand des Vorziehens und Pikierens vermeiden wollen. Die Direktsaat hat den Vorteil, dass die Pflanzen nicht durch das Umpflanzen gestresst werden und sich direkt an die Gegebenheiten vor Ort anpassen können. Es erfordert jedoch eine sorgfältige Planung bezüglich des Zeitpunkts, um die besten Ergebnisse zu erzielen und die typischen Probleme wie Schädlinge oder Witterungsextreme zu minimieren.
Der richtige Zeitpunkt für die Direktsaat
Die Direktsaat von Kohlrabi für eine frühe Ernte im Frühjahr ist in den meisten Regionen nicht ratsam, da die jungen Keimlinge sehr empfindlich auf Spätfröste reagieren. Stattdessen eignet sich die Direktsaat hervorragend für eine Herbsternte. Beginnen Sie mit der Aussaat im Freiland ab Mitte Mai bis Anfang Juli. Dies gibt den Pflanzen genügend Zeit, sich zu entwickeln und reife Knollen auszubilden, bevor der Herbst und die ersten Fröste einsetzen. Vermeiden Sie die Aussaat in den heißesten Monaten des Hochsommers, da hohe Temperaturen das Keimen erschweren und die Sämlinge anfälliger für Hitze und Trockenheit machen können. Achten Sie auf den Wetterbericht, um einen günstigen Zeitpunkt zu wählen, an dem keine extremen Hitzeperioden oder Starkregen zu erwarten sind.
Aussaat-Technik und Saattiefe
Für die Direktsaat von Kohlrabi bereiten Sie das Beet wie gewohnt vor: lockern Sie den Boden tiefgründig und arbeiten Sie Kompost ein. Ziehen Sie flache Rillen oder Säfurchen im gewünschten Pflanzabstand (z.B. 30-40 cm Reihenabstand). Säen Sie die Samen in einem Abstand von etwa 5-10 cm in der Rille. Dies ermöglicht eine natürliche Auslese, da Sie später die schwächeren Pflanzen entfernen können. Die optimale Saattiefe beträgt etwa 1-2 cm. Bedecken Sie die Samen mit einer feinen Erdschicht und drücken Sie diese leicht an. Anschließend wird der Bereich gleichmäßig angefeuchtet. Halten Sie die Aussaat feucht, bis die Samen gekeimt sind, was je nach Bodentemperatur und Sorte etwa 7 bis 14 Tage dauern kann. Die gleichmäßige Feuchtigkeit ist entscheidend für eine erfolgreiche Keimung.
Vereinzeln der Keimlinge (Ausdünnen)
Sobald die jungen Kohlrabi-Pflanzen ihre ersten echten Blätter entwickelt haben und stark genug sind, müssen sie vereinzeilt werden. Dies bedeutet, dass die dicht stehenden Keimlinge auf den endgültigen Pflanzabstand reduziert werden. Entfernen Sie die schwächeren, kleineren oder überflüssigen Pflanzen vorsichtig. Der ideale Abstand zwischen den verbleibenden Pflanzen sollte etwa 25-30 cm betragen. Dies gibt den einzelnen Pflanzen genügend Platz, um ihre charakteristischen Knollen zu entwickeln und sich optimal zu entfalten. Das Ausdünnen ist ein wichtiger Schritt, um Konkurrenz zu vermeiden und sicherzustellen, dass die verbleibenden Pflanzen kräftig wachsen können. Die entfernten Pflänzchen können, falls sie groß genug sind, manchmal noch an anderer Stelle ausgepflanzt werden, aber Vorsicht, sie sind oft schon gestresst.
Pflege nach dem Pflanzen von Kohlrabi
Nachdem Ihre Kohlrabi-Pflanzen erfolgreich im Beet etabliert sind, beginnt die eigentliche Pflegephase, die maßgeblich über den Erfolg Ihrer Ernte entscheidet. Eine konsequente und bedarfsgerechte Pflege stellt sicher, dass die Pflanzen gesund bleiben, gut wachsen und schmackhafte Knollen ausbilden. Dies umfasst vor allem die kontinuierliche Versorgung mit Wasser, die Nährstoffzufuhr und den Schutz vor unerwünschten Gästen. Wenn Sie diese Aspekte im Auge behalten, steht einer reichen Ernte nichts im Wege. Denken Sie daran, dass Kohlrabi ein Starkzehrer ist und während seiner Wachstumsperiode einen stetigen Bedarf an Nährstoffen hat.
Bewässerung: Gleichmäßig und bedarfsgerecht
Kohlrabi benötigt eine konstante und ausreichende Wasserversorgung, um gleichmäßig zu wachsen und die Bildung von holzigen oder rissigen Knollen zu vermeiden. Der Boden sollte stets leicht feucht, aber niemals nass sein. Besonders wichtig ist eine gleichmäßige Bewässerung während Trockenperioden und in den Phasen des schnellen Wachstums der Knollen. Vermeiden Sie es, die Blätter der Pflanzen beim Gießen zu befeuchten, da dies die Ausbreitung von Pilzkrankheiten fördern kann. Gießen Sie stattdessen direkt am Fuß der Pflanze. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Laub kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden länger zu speichern und die Notwendigkeit des Gießens zu reduzieren. Eine gleichmäßige Wasserzufuhr verhindert Stress und fördert die Knollenbildung.
Düngung: Nährstoffe für starkzehrende Pflanzen
Da Kohlrabi zu den Starkzehrern zählt, benötigt er während seiner Wachstumsphase ausreichend Nährstoffe. Wenn Sie den Boden vor dem Pflanzen gut mit Kompost und organischem Langzeitdünger angereichert haben, ist oft keine zusätzliche Düngung erforderlich. Sollten die Pflanzen jedoch Anzeichen von Nährstoffmangel zeigen, wie z.B. blasse Blätter oder ein verlangsamtes Wachstum, empfiehlt sich eine zusätzliche Düngung. Verwenden Sie hierfür am besten organische Flüssigdünger, wie Brennnesseljauche oder einen speziellen Gemüsedünger. Bringen Sie den Dünger etwa vier bis sechs Wochen nach dem Pflanzen oder Aussäen aus und wiederholen Sie die Anwendung bei Bedarf nach einigen Wochen. Überdüngen Sie die Pflanzen jedoch nicht, da dies zu Geschmacksverlust oder unerwünschter Blattbildung führen kann.
Schutz vor Schädlingen und Krankheiten
Kohlrabi ist leider anfällig für verschiedene Schädlinge und Krankheiten, insbesondere für die Weiße Fliege, Kohlfliegenlarven, Schnecken und die gefürchtete Kohlhernie. Um diese Probleme zu minimieren, ist eine gute Gartengesundheitspraktik unerlässlich. Dazu gehören die Einhaltung der Fruchtfolge, die Wahl gesunder Jungpflanzen und die Förderung einer guten Bodengesundheit. Der Anbau von Kohlrabi im Hochbeet kann ebenfalls helfen, einige Bodeninsekten wie die Kohlfliege fernzuhalten. Bei akutem Befall können biologische Mittel zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Neemöl gegen saugende Insekten oder Schneckenkorn gegen Schnecken. Das Abdecken junger Pflanzen mit Kulturschutznetzen kann vor allem die Kohlfliege abhalten. Bei Anzeichen von Kohlhernie, einer bodenbürtigen Krankheit, die zu Wucherungen an den Wurzeln führt und die Nährstoffaufnahme behindert, gibt es leider keine direkte Behandlung mehr für die betroffene Pflanze. Die Vorbeugung durch Fruchtfolge und resistente Sorten ist hier der Schlüssel.
Kohlrabi im Hochbeet anbauen
Das Anlegen eines Hochbeets bietet hervorragende Bedingungen für den Anbau von Kohlrabi. Die erhöhte Anbaufläche erwärmt sich im Frühjahr schneller, was einen früheren Start ermöglicht. Zudem bietet ein Hochbeet oft einen besseren Schutz vor bodenbürtigen Schädlingen, wie der Kohlfliege, da die obere Schicht des Hochbeets weniger von diesen Plagegeistern besiedelt ist. Die verbesserte Drainage und die gute Durchlüftung des Bodens sind weitere Vorteile, die Kohlrabi zu schätzen weiß. Wenn Sie also über ein Hochbeet verfügen, ist dies eine ausgezeichnete Option, um Kohlrabi erfolgreich anzubauen.
Vorbereitung des Hochbeets
Für den Anbau von Kohlrabi in einem Hochbeet ist eine sorgfältige Befüllung wichtig. Beginnen Sie mit einer Schicht groben organischen Materials am Boden, wie Äste und Zweige, gefolgt von einer Schicht Laub und Rasenschnitt. Darauf kommt eine Schicht aus reifer Komposterde und Gartenerde. Diese Schichten sorgen für eine gute Drainage, gute Belüftung und eine langsame Nährstofffreisetzung über die Vegetationsperiode. Der Kohlrabi ist ein Starkzehrer, daher sollte die oberste Schicht reich an Nährstoffen sein. Eine Mischung aus hochwertigem Kompost und Muttererde ist hierfür ideal. Achten Sie darauf, dass das Hochbeet gut durchlüftet ist und keine Staunässe entstehen kann, was durch die Schichtung des Materials gut unterstützt wird.
Pflanzung im Hochbeet
Nachdem das Hochbeet vorbereitet und die Erde sich etwas gesetzt hat, können Sie mit dem Pflanzen von Kohlrabi beginnen. Da Hochbeete oft einen früheren Pflanzzeitpunkt erlauben, können Sie Ihre vorgezogenen Jungpflanzen bereits ab Mitte April setzen, sofern keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Achten Sie auch im Hochbeet auf den richtigen Pflanzabstand von 25-30 cm in der Reihe und 30-40 cm zwischen den Reihen, um Überfüllung zu vermeiden. Die Kohlrabi-Pflanzen können auch hier etwas tiefer gesetzt werden, um eine bessere Stabilität zu gewährleisten. Die Bewässerung ist im Hochbeet oft noch wichtiger, da sich der Boden schneller erwärmen und austrocknen kann. Eine regelmäßige, bedarfsgerechte Wässerung ist daher essenziell. Ein gut vorbereitetes Hochbeet schafft optimale Bedingungen für gesunden Kohlrabi.
Schädlingsschutz im Hochbeet
Obwohl Hochbeete einen gewissen natürlichen Schutz vor Bodeninsekten bieten, sind sie nicht immun gegen alle Schädlinge. Die Kohlfliege kann auch hier versuchen, ihre Eier abzulegen. Das Anbringen von Kulturschutznetzen über dem Hochbeet kann eine effektive Barriere darstellen, um die Eiablage der Kohlfliege zu verhindern. Auch Schnecken finden den Weg ins Hochbeet. Regelmäßiges Absammeln und das Aufstellen von Schneckenfallen sind weiterhin notwendig. Die verbesserte Belüftung im Hochbeet kann zudem helfen, Pilzkrankheiten zu reduzieren, da die Blätter schneller trocknen. Achten Sie weiterhin auf eine gute Hygiene und entfernen Sie befallene Pflanzenteile umgehend.
Ernte und Lagerung von Kohlrabi
Die Erntezeit für Kohlrabi ist ein Höhepunkt für jeden Gärtner, der seine selbst angebauten Knollen genießen möchte. Der richtige Zeitpunkt der Ernte und die anschließende Lagerung sind entscheidend, um die Qualität und Haltbarkeit des Gemüses zu maximieren. Anders als bei vielen anderen Gemüsesorten, bei denen man oft warten muss, bis die Frucht voll ausgereift ist, kann Kohlrabi in verschiedenen Wachstumsstadien geerntet werden. Die Knollen sind am zartesten und schmackhaftesten, wenn sie noch relativ klein sind. Mit etwas Wissen über den Reifeprozess und die Lagerungsbedingungen können Sie die Freude an Ihrer Kohlrabi-Ernte über Wochen ausdehnen.
Wann ist Kohlrabi erntereif?
Kohlrabi kann geerntet werden, sobald die Knollen eine angenehme Größe erreicht haben. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Knollen etwa 5 bis 10 cm im Durchmesser messen. Kleinere Knollen sind oft zarter und süßer, während größere Knollen schneller holzig werden können. Das genaue Erntedatum hängt von der Sorte, den Anbaubedingungen und dem Aussaatzeitpunkt ab. Für Sommerkohlrabi liegt die Erntezeit meist zwischen Mai und August, für Herbstsorten ab September bis zum ersten Frost. Prüfen Sie regelmäßig die Größe der Knollen, indem Sie vorsichtig die Erde um die Basis der Pflanze lockern. Eine frühzeitige Ernte sichert die beste Qualität der Kohlrabi-Knollen.
Wie schneidet man Kohlrabi korrekt?
Um Kohlrabi zu ernten, schneiden Sie die Knolle mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere knapp über dem Boden ab. Alternativ können Sie die gesamte Pflanze aus dem Boden ziehen. Wenn Sie die Knolle direkt an der Pflanze belassen, aber nicht die ganze Pflanze ernten möchten, ist es ratsam, die Blätter abzuschneiden, sobald die Knolle erntereif ist. Dies verhindert, dass die Pflanze weiterhin Nährstoffe in die Blätter investiert, die dann nicht mehr in die Knolle fließen. Das Kohlrabi-Blätter schneiden ist auch möglich, während die Knolle noch am Strunk ist, wenn Sie die Blätter separat als Grünkost verwenden möchten. Achten Sie darauf, beim Abschneiden der Knolle oder der Blätter nicht die Wurzeln zu beschädigen, falls Sie die Pflanze stehen lassen wollen.
Lagerung von Kohlrabi
Frisch geernteter Kohlrabi lässt sich unter optimalen Bedingungen gut lagern. Entfernen Sie zuerst die Blätter und den Wurzelansatz, um Feuchtigkeitsverlust zu minimieren. Kohlrabi bevorzugt kühle, feuchte Lagerbedingungen. Am besten lagern Sie ihn im Gemüsefach des Kühlschranks. Wickeln Sie die Knollen einzeln in feuchte Tücher oder legen Sie sie in perforierte Plastiktüten. So können sie mehrere Wochen frisch bleiben. Für eine längere Lagerung, insbesondere von Herbstsorten, eignet sich ein kühler, dunkler und gut belüfteter Keller, in dem die Kohlrabi in feuchtem Sand oder Erde eingeschlagen werden können. Achten Sie darauf, dass die Knollen trocken bleiben, um Fäulnis zu vermeiden. Kühl und feucht gelagert, behält Kohlrabi seine Frische und seinen Geschmack.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Auch bei bester Pflege können beim Anbau von Kohlrabi Probleme auftreten, die die Ernte beeinträchtigen. Das Erkennen dieser Probleme in einem frühen Stadium und das Ergreifen geeigneter Gegenmaßnahmen sind entscheidend, um doch noch eine zufriedenstellende Ernte zu erzielen. Von Schädlingen über Krankheiten bis hin zu physiologischen Störungen gibt es eine Reihe von Herausforderungen, denen sich Hobbygärtner stellen müssen. Ein gutes Verständnis dieser häufigen Probleme hilft Ihnen, proaktiv zu handeln und die Gesundheit Ihrer Kohlrabi-Pflanzen zu sichern.
Schädlingsbefall: Wer frisst meinen Kohlrabi?
Schnecken sind ein häufiges Problem, besonders in feuchten Perioden. Sie fressen Löcher in die Blätter und manchmal auch in die jungen Knollen. Regelmäßiges Absammeln, das Anlegen von Schneckenkränzen oder die Verwendung von umweltfreundlichem Schneckenkorn sind wirksame Methoden. Die Kohlfliege legt ihre Eier im Boden ab, und die Larven schädigen die Wurzeln und den Strunk der Pflanzen. Kulturschutznetze sind hier die beste Präventivmaßnahme. Bei Befall kann das Ausgraben der geschädigten Pflanze und die Anwendung von biologischen Präparaten helfen. Die Weiße Fliege saugt den Saft aus den Blättern und kann Viren übertragen. Sie kann mit Spritzungen aus Seifenlauge oder Neemöl bekämpft werden. Kontrollieren Sie regelmäßig die Blattunterseiten.
Krankheiten: Was tun bei Kohlhernie und Pilzbefall?
Die gefürchtete Kohlhernie verursacht wuchernde Verdickungen an den Wurzeln, die das Wachstum stark hemmen und die Pflanze letztendlich absterben lassen können. Diese Krankheit wird durch einen Erreger im Boden verursacht, der sich bei ungünstiger Fruchtfolge anreichert. Eine konsequente Fruchtfolge mit mindestens 4 Jahren Pause für Kreuzblütler auf demselben Beet ist die wichtigste Vorbeugung. Zudem helfen kalkhaltige Böden, die für die Erreger ungünstiger sind. Pilzbefall wie Grauschimmel oder Falscher Mehltau kann bei feucht-kühlem Wetter auftreten. Eine gute Belüftung, das Vermeiden von Blattbenetzung beim Gießen und das Entfernen befallener Pflanzenteile sind hier wichtige Maßnahmen. Bei starkem Befall können biologische Fungizide helfen.
Physiologische Störungen: Hohl oder holzig?
Manchmal sind es keine Schädlinge oder Krankheiten, sondern ungünstige Wachstumsbedingungen, die zu Problemen führen. Hohle Stiele oder Knollen entstehen oft durch schnelles, ungleichmäßiges Wachstum, das durch starke Temperaturschwankungen oder unregelmäßige Wasserversorgung ausgelöst wird. Wenn die Knolle zu schnell wächst, können sich im Inneren Hohlräume bilden. Ebenso kann eine zu späte Ernte, besonders bei warmem Wetter, dazu führen, dass die Knollen holzig und zäh werden. Achten Sie auf eine kontinuierliche Wasserzufuhr und ernten Sie die Kohlrabi, sobald sie die gewünschte Größe erreicht haben, auch wenn sie noch etwas kleiner sind als das maximale Potenzial. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung spielt ebenfalls eine Rolle bei der Vermeidung dieser Probleme.
Gurke und Kohlrabi zusammen pflanzen: Eine gute Idee?
Die Frage, ob sich Gurken und Kohlrabi als Beetnachbarn gut verstehen, ist für Gärtner, die ihren Platz optimal nutzen möchten, von großem Interesse. Eine gute Nachbarschaft im Gemüsebeet kann das Wachstum fördern und Schädlinge abwehren, während eine schlechte Nachbarschaft zu Konkurrenzkämpfen und verminderten Erträgen führen kann. Beim Anbau von Kohlrabi ist es wichtig, seine Bedürfnisse nach Nährstoffen und Licht zu berücksichtigen, ebenso wie die der Gurke. Betrachtet man die pflanzenphysiologischen Eigenschaften und die Bedürfnisse beider Pflanzen, lässt sich eine Einschätzung treffen.
Die Bedürfnisse beider Pflanzen
Kohlrabi ist, wie bereits erwähnt, ein Starkzehrer, der viel Nährstoffe und Wasser benötigt. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen lockeren, nährstoffreichen Boden. Gurken sind ebenfalls Starkzehrer und lieben Wärme und viel Wasser. Sie bevorzugen ebenfalls einen sonnigen Standort und einen fruchtbaren, gut durchlässigen Boden. Beide Pflanzen haben ähnliche Ansprüche an die Bodenqualität und die Wasserversorgung. Ihre Hauptunterschiede liegen in ihrer Wuchsform und ihren spezifischen Ansprüchen an die Temperatur. Gurken sind wärmeliebender und wachsen rankend, während Kohlrabi eine bodennahe Knolle bildet und etwas kälteresistenter ist.
Verträglichkeit und Nachbarschafts-Tipps
Grundsätzlich können Gurken und Kohlrabi nebeneinander gepflanzt werden, allerdings mit einigen Einschränkungen. Da beide Starkzehrer sind, müssen Sie sicherstellen, dass der Boden ausreichend mit Nährstoffen versorgt ist. Eine Überdüngung oder zu dichte Pflanzung kann zu Problemen führen. Idealerweise pflanzt man Kohlrabi, der eine kürzere Vegetationszeit hat, *vor* den Gurken, die erst gepflanzt werden, wenn der Boden warm genug ist. Die Kohlrabi-Pflanzen könnten dann bereits erntereif sein, wenn die Gurken ihren vollen Wuchs entfalten. Die Planung der Pflanzzeiten ist entscheidend für eine gute Nachbarschaft. Stellen Sie sicher, dass die Gurken nicht den Kohlrabi beschatten, wenn dieser noch Licht zum Wachsen benötigt.
Alternative Nachbarn für Kohlrabi
Während Gurken eine bedingte gute Nachbarschaft darstellen, gibt es für Kohlrabi auch unkompliziertere Beetnachbarn. Gut verträglich sind beispielsweise Bohnen und Erbsen, da sie als Leguminosen Stickstoff im Boden fixieren und den Starkzehrer Kohlrabi somit indirekt unterstützen. Auch Zwiebeln, Knoblauch und Lauch können gute Nachbarn sein, da sie mit ihrem Aroma Schädlinge wie die Kohlfliege abschrecken können. Salat und Spinat können ebenfalls in die Nähe gepflanzt werden, da sie weniger konkurrierend sind und die Bodenbedeckung verbessern können. Es ist jedoch immer ratsam, sich von anderen stark zehrenden Pflanzen wie Kartoffeln oder Tomaten fernzuhalten, um Konkurrenz um Nährstoffe zu vermeiden.
Zusammenfassende Checkliste: Kohlrabi erfolgreich pflanzen
Um den Überblick zu behalten und sicherzustellen, dass Sie keinen wichtigen Schritt beim Pflanzen und Anbauen von Kohlrabi vergessen, dient diese abschließende Checkliste als Ihr praktischer Leitfaden. Sie fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die für ein erfolgreiches Wachstum und eine reiche Ernte entscheidend sind. Ob Sie ein erfahrener Gärtner sind oder gerade erst mit dem Anbau beginnen, diese Checkliste hilft Ihnen, systematisch vorzugehen und die besten Ergebnisse zu erzielen.
Vorbereitung und Standortwahl
- Standort: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten oder Hochbeet.
- Boden: Der Boden sollte tiefgründig, locker, nährstoffreich und gut durchlässig sein (pH 6,0-7,0).
- Bodenlockerung: Lockern Sie den Boden vor dem Pflanzen tiefgründig.
- Bodenverbesserung: Arbeiten Sie reichlich Kompost oder organischen Langzeitdünger ein.
- Fruchtfolge: Beachten Sie eine Anbaupause von mindestens 3-4 Jahren nach anderen Kreuzblütlern.
Pflanzung und Aussaat
- Jungpflanzen vorziehen: Ab Spätwinter im Haus/Gewächshaus.
- Aushärten lassen: Jungpflanzen vor dem Auspflanzen langsam an die Außenbedingungen gewöhnen.
- Auspflanzen: Ab Mitte April, nach den letzten Frösten, oder Direktsaat ab Mitte Mai.
- Pflanzabstand: 25-30 cm in der Reihe, 30-40 cm zwischen den Reihen.
- Pflanztiefe: Etwas tiefer pflanzen als im Anzuchttopf, bis zu den unteren Blättern.
- Direktsaat: Aussaat in 1-2 cm Tiefe, Reihenabstand 30-40 cm.
- Vereinzeln: Keimlinge nach der Keimung auf den Endabstand ausdünnen.
Pflege und Schutz
- Bewässerung: Gleichmäßig und bedarfsgerecht gießen, Staunässe vermeiden.
- Düngung: Bei Bedarf nach 4-6 Wochen mit organischem Flüssigdünger nachdüngen.
- Mulchen: Eine Mulchschicht hilft, Feuchtigkeit zu speichern und Unkraut zu unterdrücken.
- Schädlingsschutz: Kulturschutznetze gegen Kohlfliege, Schneckenmanagement, Beobachtung auf Blattläuse/Weiße Fliege.
- Krankheitsschutz: Fruchtfolge, gute Belüftung, befallene Teile entfernen.
Ernte und Lagerung
- Erntezeitpunkt: Sobald die Knollen 5-10 cm Durchmesser haben (meist 8-12 Wochen nach Aussaat).
- Erntemethode: Knolle abschneiden oder Pflanze herausziehen. Blätter bei Bedarf vorher entfernen.
- Lagerung: Kühl (Kühlschrank oder Keller), feucht und dunkel.
Die konsequente Anwendung dieser Punkte wird Ihnen helfen, gesunde Kohlrabi-Pflanzen zu ziehen und eine schmackhafte Ernte einzufahren.
