Der späte Kohlrabi: Warum im September pflanzen?

Die Pflanzung von Kohlrabi im September ist eine bewährte Methode, um auch im späten Jahr noch frisches Gemüse zu ernten. Dieser Leitfaden erklärt, worauf Sie bei der Auswahl der Sorten, der Bodenvorbereitung und der Pflege achten müssen, um Ihren Erfolg sicherzustellen.

  • Spätere Sorten für Herbsternte auswählen.
  • Boden gut vorbereiten und Nährstoffe zuführen.
  • Pflanzabstände beachten für gesundes Wachstum.
  • Regelmäßige Bewässerung ist essenziell.
  • Schutz vor Schädlingen und Krankheiten.

Viele Gärtner denken bei Kohlrabi an das Frühjahr oder den frühen Sommer, wenn die ersten zarten Knollen geerntet werden. Doch die Kultur dieses vielseitigen Gemüses bietet mehr Möglichkeiten, als man zunächst annehmen könnte. Wenn Sie einen kühlen Herbst und einen späten Erntezeitpunkt im Blick haben, ist das Pflanzen von Kohlrabi im September eine ausgezeichnete Strategie. Es ermöglicht Ihnen, die Erntezeit zu verlängern und die kühleren Monate mit frischem, selbst angebautem Gemüse zu genießen. Diese späte Pflanzung erfordert jedoch ein spezifisches Wissen über Sortenwahl, den richtigen Zeitpunkt und die angepasste Pflege, damit die Pflanzen bis zur Reife gedeihen können.

Die Entscheidung, im September Kohlrabi zu pflanzen, ist oft eine Reaktion auf die Bedingungen des Gartens oder des persönlichen Zeitplans. Vielleicht hatten Sie im Frühjahr keinen Platz oder möchten einfach die Ernteperiode strecken. Unabhängig vom Grund, es ist machbar und lohnend. Der Schlüssel liegt darin, die richtigen Sorten zu wählen, die für eine spätere Reife ausgelegt sind, und die wachsenden Bedingungen des späten Sommers und frühen Herbstes zu verstehen. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege können Sie sich auf knackige Kohlrabi-Knollen freuen, wenn andere Gärten bereits zur Ruhe kommen.

Welche Kohlrabisorten eignen sich für die Septemberpflanzung?

Nicht jede Kohlrabisorte ist gleich gut für eine späte Pflanzung geeignet. Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend dafür, ob Ihre Bemühungen im September von Erfolg gekrönt sind oder nicht. Für eine Ernte im Herbst, die typischerweise im Spätherbst oder frühen Winter erfolgt, benötigen Sie Sorten, die sich durch eine längere Reifezeit auszeichnen oder toleranter gegenüber kühleren Temperaturen sind. Frühreife Sorten, die für die Frühlings- oder Sommerernte konzipiert sind, würden unter den Bedingungen einer Septemberpflanzung wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig zu einer ansehnlichen Größe heranwachsen, bevor der Frost einsetzt.

Spät- und Herbstsorten identifizieren

Sie erkennen geeignete Sorten oft an Bezeichnungen wie 'Herbst-Kohlrabi', 'Lager-Kohlrabi' oder an der Angabe einer längeren Kulturdauer von über 90 bis 120 Tagen. Diese Sorten sind robuster und haben die notwendige genetische Ausstattung, um auch unter schwierigeren Licht- und Temperaturbedingungen des Herbstes noch zu reifen. Grüne Sorten sind oft etwas winterhärter als die beliebten lila Varianten, aber viele moderne Herbstsorten beider Farben sind für die Spätkultur optimiert. Achten Sie auf Produktbeschreibungen, die explizit auf eine Eignung für die Herbsternte oder eine späte Aussaat/Pflanzung hinweisen. Einige Züchter bieten auch spezielle Mischungen oder Samensorten an, die auf eine ausgeglichene Reife für die Herbstsaison zugeschnitten sind.

Die Rolle der Kulturdauer

Die Kulturdauer, die auf jeder Samensorte angegeben ist, ist ein wichtiger Indikator. Wenn Sie Kohlrabi im September pflanzen, sollten Sie Sorten wählen, deren angegebene Kulturdauer (von der Aussaat bis zur Ernte) mindestens 90 Tage beträgt, besser noch 100-120 Tage. Dies gibt den Pflanzen genügend Zeit, um sich zu entwickeln und die gewünschte Größe zu erreichen. Bedenken Sie, dass die Wachstumsbedingungen im Herbst (weniger Licht, kühlere Temperaturen) die Kulturdauer tendenziell verlängern können. Eine Sorte, die unter optimalen Sommerbedingungen 80 Tage benötigt, kann im Herbst leicht 100 Tage oder mehr brauchen. Daher ist es ratsam, bei der Septemberpflanzung auf Sorten mit einer von Natur aus langen Kulturdauer zu setzen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die richtige Sortenwahl ist das Fundament für eine erfolgreiche späte Kohlrabi-Ernte.

Vorbereitung des Bodens für Herbst-Kohlrabi

Ein gut vorbereiteter Boden ist die halbe Miete, besonders wenn Sie empfindliche Kulturen im Spätsommer und Herbst anpflanzen. Kohlrabi ist ein Starkzehrer, was bedeutet, dass er reichlich Nährstoffe benötigt, um kräftige Knollen zu bilden und gesund zu bleiben. Da die Pflanzen im September gesetzt werden und bis spät in den Herbst hinein wachsen, ist eine nährstoffreiche Basis unerlässlich, um diesen Bedarf zu decken. Ein Boden, der im Frühjahr oder Sommer ausgelaugt wurde, kann für die späte Kohlrabi-Kultur unzureichend sein. Daher ist eine sorgfältige Bodenvorbereitung mehrere Wochen vor der Pflanzung ratsam.

Nährstoffbedarf decken: Kompost und Dünger

Beginnen Sie idealerweise schon im Vorfeld damit, das Beet für den Kohlrabi aufzuwerten. Eine großzügige Gabe reifen Komposts ist Gold wert. Kompost verbessert nicht nur die Bodenstruktur, was für eine gute Drainage und Belüftung sorgt, sondern liefert auch eine breite Palette an Nährstoffen, die langsam freigesetzt werden. Arbeiten Sie den Kompost tief in den Boden ein, etwa 20-30 cm tief. Wenn Sie feststellen, dass der Boden eher mager ist oder Sie sichergehen wollen, dass die Pflanzen optimal versorgt sind, können Sie zusätzlich einen organischen Langzeitdünger für Starkzehrer verwenden. Achten Sie darauf, keinen frischen Mist zu verwenden, da dieser zu scharf sein kann und Krankheiten fördern könnte. Eine Bodenanalyse kann Ihnen Aufschluss über den pH-Wert und den Nährstoffgehalt geben, ist aber für den ambitionierten Hobbygärtner oft nicht zwingend notwendig, wenn gut verrotteter Kompost genutzt wird.

Bodenstruktur und Drainage verbessern

Kohlrabi mag keinen nassen oder verdichteten Boden. Staunässe kann schnell zu Wurzelfäule und anderen Krankheiten führen, was im Herbst, wenn die Temperaturen sinken und die Feuchtigkeit länger im Boden verbleibt, ein erhöhtes Risiko darstellt. Lockern Sie den Boden gründlich auf, idealerweise schon im Frühjahr oder Sommer, bevor Sie die endgültige Pflanzung vorbereiten. Das Einarbeiten von Kompost oder gut verrottetem Laub hilft hierbei enorm, indem es die Krümelstruktur verbessert. Wenn Ihr Garten zu Staunässe neigt, sollten Sie überlegen, den Kohlrabi auf einem Hochbeet oder einem leicht erhöhten Damm zu pflanzen. Dies gewährleistet eine bessere Drainage und wärmt den Boden etwas schneller auf, was auch im Herbst von Vorteil sein kann.

Lockern Sie den Boden mindestens spatentief und mischen Sie reichlich Kompost unter, bevor die Setzlinge im September ihren Platz finden.

Der Pflanzvorgang im September: Schritt für Schritt

Nachdem Sie die passende Sorte gewählt und das Beet optimal vorbereitet haben, ist es Zeit, die jungen Kohlrabi-Pflanzen in die Erde zu bringen. Der Pflanzvorgang selbst ist nicht kompliziert, aber einige Details sind wichtig, um den Setzlingen einen guten Start im Spätsommer zu ermöglichen. Der September bietet oft noch milde Tage, die ideal für das Auspflanzen sind, auch wenn die Tage kürzer werden und die Nächte kühler sind. Eine sorgfältige Handhabung der Setzlinge und die Beachtung der Pflanzabstände sind entscheidend für das spätere Wachstum und die Qualität der Ernte.

Auswahl der Setzlinge und Bodentemperatur

Idealerweise haben Sie Ihre Kohlrabi-Setzlinge selbst vorgezogen oder von einer Gärtnerei bezogen. Die Setzlinge sollten kräftig und gesund aussehen, mit dunkelgrünen Blättern und ohne Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten. Wenn Sie die Setzlinge selbst gezogen haben, stellen Sie sicher, dass sie abgehärtet sind, bevor Sie sie ins Freiland setzen. Das bedeutet, sie über einige Tage hinweg schrittweise an die Außenbedingungen (Sonne, Wind, kühlere Temperaturen) zu gewöhnen. Die Bodentemperatur sollte nicht mehr unter 10°C fallen, was im September in vielen Regionen noch gegeben ist. Leichte Fröste in der Nacht sind für abgehärtete Pflanzen in der Regel kein Problem, aber starker Frost kann junge Pflanzen schädigen.

Pflanzabstand und Pflanztiefe

Der richtige Pflanzabstand ist entscheidend für eine gute Luftzirkulation und um Krankheiten vorzubeugen, aber auch, damit die Knollen genügend Platz zum Wachsen haben. Für Kohlrabi empfiehlt sich ein Abstand von etwa 30-40 cm zwischen den einzelnen Pflanzen in der Reihe. Der Abstand zwischen den Reihen sollte ebenfalls etwa 40-50 cm betragen. Dies gibt jeder Pflanze ausreichend Raum, um sich zu entwickeln, ohne sich gegenseitig zu bedrängen. Wenn Sie zu dicht pflanzen, riskieren Sie Engpässe bei Nährstoffen und Licht, was zu kleineren Knollen und einer erhöhten Anfälligkeit für Pilzkrankheiten führt.

Bei der Pflanztiefe ist darauf zu achten, dass die Kohlrabi-Setzlinge nicht tiefer gesetzt werden, als sie im Anzuchttopf standen. Die obersten Blätter sollten gerade noch über dem Boden hervorkommen. Wenn Sie die Pflanzen zu tief setzen, besteht die Gefahr, dass der Strunk unter der Erde fault. Drücken Sie den Boden um die Pflanze herum leicht an, um guten Wurzelkontakt herzustellen und Lufteinschlüsse zu vermeiden. Gießen Sie jede Pflanze nach dem Einsetzen sofort gut an, um ihr zu helfen, sich im neuen Substrat zu etablieren.

Pflanzung: Eine Checkliste

  1. Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt im September (wetterabhängig, idealerweise nach den letzten heißen Tagen).
  2. Stellen Sie sicher, dass die Setzlinge abgehärtet sind.
  3. Setzen Sie die Pflanzen im empfohlenen Abstand (30-40 cm) in vorbereitete Beete.
  4. Pflanzen Sie nicht tiefer als im Anzuchttopf.
  5. Drücken Sie den Boden leicht an.
  6. Gießen Sie jede Pflanze sofort kräftig an.

Der korrekte Pflanzabstand sichert jede Pflanze mit Raum zum Gedeihen.

Pflege von Kohlrabi nach der Septemberpflanzung

Nachdem Ihre Kohlrabi-Pflanzen erfolgreich im September ihren Platz im Beet gefunden haben, beginnt die Phase der Pflege, die entscheidend für eine gute Herbsternte ist. In dieser Zeit werden die Tage kürzer, die Temperaturen sinken und das Wachstumstempo verlangsamt sich im Vergleich zum Hochsommer. Dennoch benötigen die Pflanzen weiterhin Aufmerksamkeit, um gesund zu bleiben und die Knollen ausreichend auszubilden. Die Pflege konzentriert sich auf Bewässerung, Unkrautbekämpfung und den Schutz vor Schädlingen und Krankheiten, die gerade im feuchteren Herbst vermehrt auftreten können.

Regelmäßige Bewässerung und Mulchen

Kohlrabi benötigt während der gesamten Wachstumsperiode eine gleichmäßige Wasserversorgung. Auch im September und Oktober ist dies wichtig. Achten Sie darauf, dass der Boden nie vollständig austrocknet, aber auch nicht übermäßig nass ist. Gießen Sie bedarfsgerecht, insbesondere bei trockenen Witterungsperioden. Eine Mulchschicht um die Pflanzen herum kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden länger zu halten und die Bodentemperatur zu stabilisieren. Gleichzeitig unterdrückt sie das Wachstum von Unkraut, das der Kohlrabi-Pflanze Nährstoffe und Wasser entziehen würde. Verwenden Sie hierfür organische Materialien wie Rasenschnitt (dünn aufgetragen und angetrocknet) oder gehäckseltes Stroh.

Unkrautbekämpfung als fortlaufende Aufgabe

Auch wenn das Wachstum im Herbst langsamer ist, bedeutet das nicht, dass Unkraut aufhört zu wachsen. Regelmäßiges Hacken oder Jäten ist notwendig, um die Kohlrabi-Pflanzen von Konkurrenz zu befreien. Das Hacken hat zudem den Vorteil, dass die oberste Bodenschicht gelockert wird, was die Belüftung verbessert und das Eindringen von Wasser erleichtert. Führen Sie diese Arbeiten vorsichtig durch, um die Wurzeln des Kohlrabis nicht zu beschädigen.

Schutz vor Schädlingen und Krankheiten

Im Herbst können verschiedene Schädlinge wie Kohlweißlinge (deren Raupen Fraßschäden hinterlassen), Schnecken oder Blattläuse Probleme bereiten. Schnecken sind besonders nach Regen oder an feuchten Abenden aktiv. Ein Schutznetz kann helfen, Kohlweißlinge fernzuhalten und die Eiablage zu verhindern. Gegen Schnecken können biologische Mittel oder das Absammeln helfen. Achten Sie auf Anzeichen von Krankheiten wie Kohlhernie (Wurzelwucherungen) oder Falschem Mehltau (gelblich-braune Flecken auf den Blättern). Eine gute Fruchtfolge im Garten, das Vermeiden von Staunässe und die Auswahl widerstandsfähiger Sorten sind die besten Vorbeugemaßnahmen. Bei den ersten Anzeichen von Krankheiten ist schnelles Handeln gefragt, auch wenn die Möglichkeiten im Bio-Anbau begrenzt sind.

Setzen Sie bei der Pflege auf Prävention durch Fruchtfolge und eine gute Bodengesundheit, um chemische Keulen zu vermeiden.

Erntezeit für Herbst-Kohlrabi

Die Krönung jeder gärtnerischen Bemühung ist die Ernte, und das gilt auch für Kohlrabi, der im September gepflanzt wurde. Die Erntezeit für diese späten Sorten liegt typischerweise im späten Herbst, oft im Oktober oder sogar November, je nach Sorte, Witterung und dem genauen Pflanzzeitpunkt. Geduld ist hier eine Tugend, denn die Pflanzen benötigen ihre Zeit, um die gewünschte Größe und Qualität zu entwickeln. Eine vorausschauende Ernteplanung hilft Ihnen, das Gemüse optimal zu nutzen und vor den ersten starken Frösten zu schützen.

Den richtigen Reifegrad erkennen

Der optimale Erntezeitpunkt für Kohlrabi ist erreicht, wenn die Knolle die gewünschte Größe hat und fest ist. Bei Herbst-Kohlrabi ist dies oft eine Größe von etwa 10-15 cm im Durchmesser. Es ist besser, Kohlrabi etwas jünger und zarter zu ernten, als ihn zu lange im Beet zu lassen. Große, überreife Kohlrabi-Knollen können holzig und faserig werden. Prüfen Sie die Reife, indem Sie vorsichtig mit den Fingern auf die Knolle klopfen – sie sollte fest klingen. Ein weiterer Hinweis ist die Farbe: Die Knolle sollte gleichmäßig gefärbt und gut ausgebildet sein.

Ernten vor dem Frost: Was tun?

Herbst-Kohlrabi ist in der Regel robuster gegenüber kühleren Temperaturen als Sommer-Kohlrabi, aber starke und anhaltende Fröste können auch diesen Sorten schaden. Wenn ein harter Frost angekündigt wird und die Knollen noch nicht ganz reif sind, gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie können versuchen, die Pflanzen mit Vlies oder Mulchmaterial abzudecken, um sie zu schützen. Eine andere Option ist die Ernte der noch etwas kleineren Knollen vor dem Frost, um sie dann später im Keller oder Kühlschrank nachreifen zu lassen. Wenn Sie die Ernte komplett vorziehen müssen, lagern Sie den Kohlrabi kühl und dunkel. Doch ideal ist die Ernte zum Zeitpunkt der optimalen Reife, wenn die Temperaturen noch mild genug sind.

Wie Kohlrabi richtig ernten und lagern?

Um Kohlrabi zu ernten, schneiden Sie die Knolle mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere knapp über dem Boden ab. Achten Sie darauf, die Blätter und den Strunk möglichst intakt zu lassen, wenn Sie den Kohlrabi lagern möchten. Entfernen Sie die großen, äußeren Blätter, aber belassen Sie die kleineren, inneren Blätter am Strunk, da diese helfen, die Feuchtigkeit zu bewahren. Für die Lagerung eignen sich kühle, dunkle Orte wie ein Keller oder ein kühles Erdkellerlager. Kohlrabi kann dort mehrere Wochen bis Monate frisch bleiben, insbesondere die dafür gezüchteten Lager-Sorten. Im Kühlschrank hält er sich in einem perforierten Plastikbeutel ebenfalls gut für einige Wochen. Wenn Sie die Blätter komplett entfernen, reduziert sich die Lagerfähigkeit.

Rechtzeitige Ernte bewahrt das Aroma und die Textur Ihres Herbst-Kohlrabis.

Häufige Probleme und deren Lösungen beim späten Kohlrabi-Anbau

Auch bei sorgfältigster Planung und Pflege können beim späten Anbau von Kohlrabi Herausforderungen auftreten. Das Wissen um diese häufigen Probleme und die entsprechenden Lösungsansätze hilft Ihnen, unerwartete Schwierigkeiten zu überwinden und doch noch eine ertragreiche Ernte zu erzielen. Die kühleren, feuchteren Bedingungen des Herbstes bringen spezifische Risiken mit sich, die im Sommer nicht in gleicher Weise auftreten.

Schädlingsbefall im Herbst

Schnecken: Diese Weichtiere lieben feuchtes Wetter und sind im Herbst oft besonders aktiv. Sie können junge Pflanzen und auch die Knollen befallen. Maßnahmen: Regelmäßiges Absammeln, Schneckenkragen aus Kupferband oder Sägemehl um die Pflanzen, beerensichere Mulchmaterialien verwenden, oder auf biologische Granulate zurückgreifen, die für Haustiere und Nützlinge unbedenklich sind.

Erdflöhe: Diese kleinen Käfer hinterlassen charakteristische kleine Lochfraßspuren auf den Blättern. Sie sind besonders aktiv bei trockener Witterung und können junge Pflanzen stark schädigen. Maßnahmen: Guter Bodenschluss nach der Pflanzung, Mulchen, schützende Kulturnetze oder frühzeitiges Auspflanzen, sodass die Pflanzen bereits kräftig sind, wenn die Erdflöhe aktiv werden.

Kohlweißlingsraupen: Obwohl die Flugzeit der Schmetterlinge im Herbst abnimmt, können späte Generationen noch aktiv sein und die Blätter und sogar die Knollen befallen. Maßnahmen: Regelmäßige Kontrolle der Pflanzen auf Eier und Raupen, Entfernen per Hand, oder Einsatz von biologischen Insektiziden auf Basis von Bacillus thuringiensis (Bt), wenn der Befall stark ist.

Krankheiten im feuchten Herbst

Kohlhernie: Dies ist eine Pilzkrankheit, die zu wuchernden Gallen an den Wurzeln führt, was die Nährstoffaufnahme stark beeinträchtigt. Sie ist besonders in Böden problematisch, die schon länger mit Kohlgewächsen bepflanzt wurden. Maßnahmen: Unbedingt eine weite Fruchtfolge einhalten (mindestens 4-5 Jahre Pause für Kohlgewächse auf demselben Beet), den Boden eher alkalisch halten (Kalkung), und widerstandsfähige Sorten wählen. Befallene Pflanzen sollten entfernt und nicht auf den Kompost gegeben werden.

Echter und Falscher Mehltau: Pilzkrankheiten, die sich durch belagartige oder fleckige Beläge auf den Blättern zeigen und die Photosynthese beeinträchtigen. Maßnahmen: Gute Belüftung durch ausreichende Pflanzabstände, Vermeidung von Staunässe, Mulchen, Entfernen befallener Blätter, Einsatz von Pflanzenbrühen (z.B. aus Schachtelhalm) zur Stärkung der Widerstandskraft.

Hohl und holzig werdende Knollen: Dies kann durch unregelmäßige Wasserversorgung, Nährstoffmangel oder zu schnelles Wachstum bei gleichzeitig kühleren Temperaturen verursacht werden. Maßnahmen: Gleichmäßige Bewässerung sicherstellen, ausreichende Nährstoffversorgung durch Kompost und Dünger, Wahl geeigneter Herbstsorten.

Der Schlüssel zur Problemlösung liegt oft in der Prävention durch richtige Standortwahl, Bodengesundheit und angepasste Sortenwahl.

Zusammenfassung und Ausblick: Kohlrabi im September

Die Pflanzung von Kohlrabi im September mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, entpuppt sich jedoch als eine strategisch kluge Entscheidung für Gärtner, die ihre Ernteperiode verlängern möchten. Mit der richtigen Auswahl an späten oder herbsttauglichen Sorten, einer sorgfältigen Bodenvorbereitung, die auf Nährstoffreichtum und gute Drainage abzielt, sowie der Beachtung der Pflanzabstände und -tiefe, legen Sie den Grundstein für den Erfolg. Die fortlaufende Pflege im Herbst, die vor allem eine gleichmäßige Bewässerung und den Schutz vor typischen Schädlingen und Krankheiten umfasst, sichert das Gedeihen der Pflanzen bis zur Reife.

Die Erntezeit für im September gepflanzten Kohlrabi erstreckt sich bis in den späten Herbst hinein, wo die Knollen ihre volle Größe erreichen. Ein Gespür für den optimalen Reifegrad und die Berücksichtigung der Witterung sind essenziell, um das Gemüse rechtzeitig vor starken Frösten zu sichern. Die Lagerungsmöglichkeiten im kühlen Keller verlängern die Freude an Ihrem selbst angebauten Gemüse zusätzlich. Indem Sie sich der häufigsten Probleme wie Schädlingsbefall oder Krankheiten bewusst sind und präventive Maßnahmen ergreifen, minimieren Sie Risiken und maximieren Ihre Ertragschancen.

Nutzen Sie die kühleren Monate, um Ihren Garten auch nach dem Hochsommer noch mit frischem Gemüse zu versorgen. Der Anbau von Kohlrabi im September ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie durch angepasste Anbaumethoden und Sortenwahl die Erntezeit im Garten ausgedehnt und somit die Selbstversorgung optimiert werden kann. Mit diesen Kenntnissen sind Sie bestens gerüstet, um auch im Herbst knackige und nahrhafte Kohlrabi-Knollen aus eigenem Anbau zu genießen.

Mit Bedacht gewählt und gepflegt, liefert Kohlrabi auch nach dem Sommer reiche Ernten.