Was bedeutet "Kompost schichten" wirklich?
Das Schichten von Kompost ist die gezielte Anordnung verschiedener organischer Materialien im Kompostbehälter, um eine ideale Umgebung für die mikrobielle Zersetzung zu schaffen. Es geht darum, eine Balance zwischen feuchten, stickstoffreichen „grünen“ Abfällen und trockenen, kohlenstoffreichen „braunen“ Abfällen zu erreichen. Diese Methode fördert nicht nur eine schnellere Verrottung, sondern verhindert auch unangenehme Gerüche und die Bildung von Schimmel. Wenn Sie sich fragen, wie man aus Küchenresten und Gartenabfällen wertvollen Humus gewinnt, beginnt die Antwort genau hier: beim bewussten Schichten.
- Gezielte Anordnung von organischen Materialien zur Förderung der Zersetzung.
- Balance zwischen feuchten „grünen“ und trockenen „braunen“ Abfällen ist entscheidend.
- Verhindert Gerüche und Schimmelbildung durch optimierte Bedingungen.
- Grundlage für effektives Kompostieren und wertvollen Gartendünger.
Viele beginnen mit dem Kompostieren, indem sie einfach alles in den Behälter werfen. Das Ergebnis ist oft ein feuchter, stinkender Haufen, der nur zögerlich verrottet. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Verständnis, wie die verschiedenen Materialien interagieren und welche Bedingungen sie für eine schnelle Umwandlung benötigen. Das Prinzip des Schichtens ist die Grundlage für erfolgreiches Kompostieren und verwandelt vermeintlichen Abfall in wertvollen Gartendünger – echtes Garten-Gold.
Warum ist das Schichten so wichtig für Ihren Kompost?
Die Bedeutung des Schichtens erschließt sich, wenn man den Prozess der Kompostierung als einen lebendigen Kreislauf versteht. Mikroorganismen, Bakterien und Pilze sind die fleißigen Arbeiter, die unsere organischen Abfälle zersetzen. Sie benötigen jedoch die richtigen Lebensbedingungen: Nahrung, Wasser, Luft und die richtige Temperatur. Durch das Schichten stellen Sie sicher, dass diese Bedürfnisse erfüllt werden. Eine gute Mischung aus „Grün“ und „Braun“ liefert die nötigen Nährstoffe und die richtige Kohlenstoff-Stickstoff-Relation. Luftige Schichten verhindern Staunässe und Sauerstoffmangel, der zu anaeroben (geruchsintensiven) Bedingungen führen würde. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass die Mikroorganismen aktiv bleiben. Ohne dieses bewusste Management der Schichten würden die Zersetzungsprozesse ins Stocken geraten oder sich unkontrolliert entwickeln.
Die Grundprinzipien: Grüne und Braune Masse im Gleichgewicht
Das Herzstück des Kompostschichtens bildet das harmonische Zusammenspiel von „grünen“ und „braunen“ Materialien. „Grüne“ Materialien sind typischerweise feucht und stickstoffreich. Dazu gehören Küchenabfälle wie Gemüsereste, Obstschalen, Kaffeesatz, Teebeutel und frisch geschnittenes Gras. Sie liefern den wichtigen Stickstoff, der den Mikroorganismen als Proteinquelle und Energiequelle dient, und sind oft die Auslöser für den Kompostierungsprozess. Allerdings können sie, wenn sie in zu großen Mengen und ohne ausreichende Belüftung eingebracht werden, zu einem feuchten, matschigen Klumpen werden, der anfängt zu stinken.
Dem gegenüber stehen die „braunen“ Materialien. Diese sind meist trocken und reich an Kohlenstoff. Beispiele hierfür sind Herbstlaub, Stroh, Holzhackschnitzel, Sägespäne (unbehandelt), zerknülltes Zeitungspapier oder Pappe. Sie dienen als Kohlenstoffquelle für die Mikroorganismen und sind entscheidend für die Struktur des Komposts. Ihre Aufgabe ist es, Luft in den Komposthaufen zu bringen, Feuchtigkeit aufzunehmen und ein zu schnelles Verrotten der grünen Bestandteile zu verhindern. Eine gute Faustregel für das ideale Verhältnis von grüner zu brauner Masse liegt bei etwa 1:2 bis 1:3 (Volumenanteil). Dieses Verhältnis stellt sicher, dass genügend Energie und Baumaterialien für die Mikroorganismen vorhanden sind und gleichzeitig eine gute Belüftung und Feuchtigkeitsregulierung gewährleistet wird.
Welche Materialien gehören wohin?
Die korrekte Einordnung Ihrer Abfälle ist essenziell für die Effizienz des Schichtens. Beginnen Sie Ihren Kompostaufbau idealerweise mit einer Schicht grobem, braunem Material wie Ästen oder grobem Häckselgut am Boden. Dies sorgt für eine gute Drainage und Belüftung von unten. Darauf folgen abwechselnde Schichten von grünen und braunen Materialien. Feine Küchenabfälle, die schnell verrotten, sollten stets mit einer dicken Schicht braunen Materials abgedeckt werden, um Gerüche zu minimieren und die Anziehung von Schädlingen zu verhindern. Auch frisch geschnittenes Gras, das schnell zu einer dichten Masse wird, sollte dünn und gut mit braunen Materialien durchmischt eingebracht werden. Stark zellulosehaltige Materialien wie reine Pappe oder Zeitungspapier (ohne glänzende Beschichtung) eignen sich hervorragend als braune Schicht. Achten Sie darauf, dass keine größeren Mengen von nur einer Materialart auf einmal eingebracht werden, sondern dass die Schichten eher dünn und gut durchmischt sind, bevor die nächste folgt. So unterstützen Sie den kontinuierlichen und gleichmäßigen Zersetzungsprozess.
Mischen Sie Ihre feuchten Küchenabfälle immer gut mit trockenen Herbstblättern oder Holzhackschnitzeln, bevor Sie sie auf den Kompost geben. Dies ist ein einfacher Schritt, der Gerüche und unerwünschte Feuchtigkeitsprobleme wirkungsvoll verhindert.
Die richtige Technik: Schritt für Schritt zur perfekten Kompostschicht
Das Schichten ist kein Hexenwerk, sondern ein praktischer Prozess, der mit etwas Übung leicht von der Hand geht. Beginnen Sie, wenn möglich, mit einer Basisschicht aus grobem Material am Boden Ihres Kompostbehälters. Dies können kleine Äste, Zweige oder grobes Holzhäckselgut sein. Diese erste Schicht sorgt für eine optimale Belüftung von unten und verhindert, dass sich Wasser staut, was besonders in feuchten Klimazonen wichtig ist. Wenn Sie mit dem Kompostieren beginnen, ist diese Schicht besonders entscheidend für einen guten Start.
Sobald diese Basis geschaffen ist, beginnen Sie mit dem Aufbau der eigentlichen Kompostschichten. Geben Sie abwechselnd eine Schicht grüne Materialien (z.B. Gemüsereste, Kaffeesatz) und eine Schicht braune Materialien (z.B. Laub, Stroh, zerknülltes Papier). Die ideale Dicke einer einzelnen Schicht liegt dabei zwischen 5 und 15 Zentimetern, abhängig von der Art des Materials. Wichtig ist, dass Sie die grünen Schichten immer mit einer dickeren Schicht braunen Materials abdecken. Dies hilft, Gerüche zu neutralisieren und verhindert, dass sich Nützlinge wie Fliegen oder Wespen zu stark vermehren. Achten Sie darauf, dass die Materialien nicht zu stark verdichtet werden, um die Zirkulation von Luft zu gewährleisten. Wenn Sie eine sehr große Menge eines Materials haben, wie zum Beispiel eine große Ladung Grasschnitt, teilen Sie diese auf und mischen Sie sie über mehrere Tage verteilt ein, immer gut mit braunem Material gemischt.
Belüftung und Feuchtigkeit: Die unsichtbaren Helfer
Neben der reinen Materialschichtung sind Belüftung und die richtige Feuchtigkeit entscheidend für einen gesunden Kompost. Die Mikroorganismen, die die Verrottung vorantreiben, sind aerob, das heißt, sie benötigen Sauerstoff. Durch das Schichten von strukturgebenden braunen Materialien wie Laub oder Holzhackschnitzeln schaffen Sie Hohlräume im Kompost, die den Luftaustausch ermöglichen. Es ist ratsam, den Komposthaufen regelmäßig umzusetzen oder zumindest mit einer Gabel aufzulockern, um sicherzustellen, dass auch tiefere Schichten mit Sauerstoff versorgt werden. Dies kann alle paar Wochen geschehen.
Die Feuchtigkeit im Kompost sollte etwa so sein wie ein ausgewrungener Schwamm: feucht, aber nicht nass. Zu trockener Kompost verrottet nur sehr langsam, während ein zu nasser Kompost anfängt zu faulen und unangenehm riecht. Wenn Ihr Kompost zu trocken ist, können Sie ihn mit Wasser besprühen. Ist er zu feucht, fügen Sie mehr braunes Material hinzu, um überschüssige Flüssigkeit aufzusaugen. Die richtige Mischung aus grünen und braunen Materialien hilft, diese Balance automatisch zu regulieren. Die braunen Materialien wirken wie ein Schwamm, der überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt, während die grünen Materialien Wasser freisetzen.
Der Schlüssel zu gutem Kompost liegt darin, die Bedürfnisse der Mikroorganismen zu verstehen und ihnen die bestmöglichen Bedingungen zu bieten.
Häufige Fehler beim Kompost schichten und wie man sie vermeidet
Beim Kompostieren schleichen sich leicht Fehler ein, die den Prozess verlangsamen oder sogar zum Stillstand bringen können. Einer der häufigsten Fehler ist das Einbringen großer Mengen eines einzigen Materials, insbesondere von feuchtem Grünzeug wie Grasschnitt oder Küchenabfällen, ohne diese mit ausreichend braunem Material zu vermischen oder abzudecken. Dies führt zu Verdichtung, Sauerstoffmangel und unappetitlichen Gerüchen, da die anaeroben Bakterien die Oberhand gewinnen. Wenn Sie eine große Menge Grasschnitt haben, verteilen Sie diese über mehrere Tage und decken Sie jede Schicht gut mit trockenem Laub oder Pappresten ab.
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Vernachlässigen der Belüftung. Ein dicht gepackter Komposthaufen, der nie umgesetzt oder aufgelockert wird, entwickelt schnell anaerobe Bedingungen. Sauerstoffmangel ist ein Hauptgrund für Fäulnis und schlechte Gerüche. Regelmäßiges Umschichten oder zumindest Durchlüften mit einer Kompostgabel kann Wunder wirken. Achten Sie auch auf die richtige Feuchtigkeit. Viele Kompostieranlagen sind entweder zu trocken (langsame Verrottung) oder zu nass (Fäulnis). Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit und steuern Sie bei Bedarf mit Wasser oder zusätzlichem braunen Material nach. Schimmel auf Kompost ist nicht per se schlecht, aber großflächiger, weißer oder grauer Schimmel, der trocken und muffig riecht, kann auf zu wenig Feuchtigkeit und Belüftung hindeuten; ein feucht-modriger Geruch deutet auf zu viel Feuchtigkeit und zu wenig Luft hin.
Was gehört nicht auf den Kompost?
Nicht alle organischen Materialien sind für den Kompost geeignet. Insbesondere sollten Sie vermeiden, Fleisch- und Fischreste, gekochte Speisen mit Öl oder Fett, Milchprodukte, kranke Pflanzenteile (z.B. von Pilzkrankheiten befallene Blätter oder Früchte), Unkrautsamenstände (insbesondere von hartnäckigem Unkraut wie Giersch oder Quecke), behandelte Hölzer, Kunststoffe, Glas, Metall oder Katzen- und Hundekot auf den Kompost zu geben. Diese Materialien können Krankheiten und Schädlinge in Ihren Garten einschleppen, Ungeziefer anlocken oder den Verrottungsprozess stören. Kranke Pflanzenteile, die im Kompost verrotten, können ihre Sporen weiterverbreiten. Unkrautsamen können die Kompostierung überleben und sich später in Ihrem Garten ausbreiten. Fleisch und Milchprodukte sind primär dafür bekannt, Schädlinge wie Ratten und Mäuse anzulocken.
Asche auf Kompost ist ein Thema für sich. Kleine Mengen von reiner Holzasche (keine Kohle, kein Grillbrikett) können zwar Kalium und andere Mineralien liefern, aber in größeren Mengen kann Asche den pH-Wert des Komposts stark erhöhen und damit die Aktivität der Mikroorganismen beeinträchtigen. Daher ist es ratsam, Asche nur sparsam und gut vermischt auf den Kompost zu geben.
Beschleunigung des Kompostierungsprozesses
Wer seinen Kompost schneller reifen lassen möchte, kann durch gezielte Maßnahmen den Zersetzungsprozess beschleunigen. Das A und O ist, wie bereits erwähnt, das richtige Verhältnis von grüner und brauner Masse. Ein leichter Überschuss an grünen Materialien (etwa 1:2 Verhältnis) kann die Verrottung ankurbeln, solange für ausreichende Belüftung gesorgt ist. Darüber hinaus spielt die Zerkleinerung der Materialien eine wichtige Rolle. Je kleiner die einzelnen Bestandteile, desto größer ist die Oberfläche, die den Mikroorganismen zur Verfügung steht, und desto schneller können sie arbeiten. Zerhacken Sie größere Äste oder schneiden Sie Gemüsereste kleiner, bevor Sie sie auf den Kompost geben.
Die Temperatur im Komposthaufen ist ein weiterer Faktor, der die Geschwindigkeit der Verrottung maßgeblich beeinflusst. Ein gut funktionierender, aktiver Komposthaufen kann Temperaturen von 50-70°C erreichen. Diese Wärme tötet Unkrautsamen und Krankheitserreger ab und beschleunigt die Zersetzung erheblich. Das Schichten spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Eine gut isolierende braune Schicht hält die Wärme im Inneren des Haufens. Regelmäßiges Umschichten hilft, diese Wärme zu verteilen und den gesamten Haufen zu erwärmen. Wenn Sie eine schnelle Kompostierung anstreben, sollten Sie den Komposthaufen alle paar Wochen gründlich durchmischen.
Der Einsatz von Kompostbeschleunigern und Mikroorganismen
Es gibt verschiedene kommerzielle Kompostbeschleuniger auf dem Markt, die von Gärtnern genutzt werden, um den Prozess zu beschleunigen. Diese enthalten oft eine Mischung aus nutzbringenden Mikroorganismen, Enzymen oder Nährstoffen, die die Aktivität der im Kompost vorhandenen Mikroorganismen fördern sollen. Sie können bei einem anfänglich trägen Kompost helfen oder wenn Sie unsicher sind, ob die natürlichen Bedingungen optimal sind. Achten Sie bei der Auswahl auf Produkte, die biologisch abbaubar sind und keine schädlichen Chemikalien enthalten. Manche dieser Beschleuniger basieren auf lebenden Mikroorganismen, die direkt auf den Kompost gegeben werden, um die Zersetzung zu starten.
Eine Alternative oder Ergänzung ist die Zugabe von reifem Kompost oder Erde aus dem Garten. Diese enthalten bereits eine reiche Population an Mikroorganismen, die sich schnell auf die neuen Materialien stürzen und den Zersetzungsprozess in Gang bringen. Auch die Zugabe von Brennnesseljauche oder Beinwelljauche kann den Kompost mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen und seine Aktivität fördern. Dies sind natürliche Wege, um die mikrobiellen Gemeinschaften im Kompost zu stärken und die Umwandlung zu beschleunigen. Der Kompost als Dünger wird so noch wertvoller.
Geduld ist eine Tugend: Wann ist der Kompost fertig?
Die Reifezeit eines Komposts kann stark variieren und hängt von vielen Faktoren ab: der Zusammensetzung der Materialien, der Schichtungstechnik, der Feuchtigkeit, der Belüftung, der Außentemperatur und der Häufigkeit des Umsetzens. Ein frisch angelegter Komposthaufen, der nicht aktiv gepflegt wird, kann sechs Monate bis zu zwei Jahre oder länger brauchen, um vollständig zu reifen. Ein gut geführter, aktiv umgesetzter Kompost (oft als Heißkompostierung bezeichnet) kann hingegen schon nach 8-12 Wochen reifen Kompost liefern, der für die meisten Zwecke im Garten verwendet werden kann. Die Unterscheidung zwischen diesen Methoden ist wichtig, je nachdem, welche Ziele man verfolgt.
Sie erkennen reifen Kompost daran, dass er eine krümelige, dunkle, erdartige Struktur hat, die an Walderde erinnert. Er sollte angenehm nach Erde riechen und keine Reste der ursprünglichen Materialien mehr aufweisen – mit Ausnahme von härteren Bestandteilen wie kleinen Zweigen, die aber ebenfalls gut zersetzt sein sollten. Die Temperatur im fertigen Kompost ist auf Umgebungstemperatur gesunken. Wichtig ist auch, dass keine unerwünschten Gerüche wie faulig oder ammoniakartig mehr wahrnehmbar sind. Wenn Ihr Kompost noch riecht oder matschig ist, braucht er wahrscheinlich noch mehr Zeit und eventuell mehr braunes Material zur Belüftung.
Kompost als Dünger: Die Anwendung im Garten
Sobald Ihr Kompost reif ist, ist er ein wahres Wundermittel für Ihren Garten. Reifer Kompost verbessert die Bodenstruktur erheblich. Er lockert schweren Tonboden auf und hilft sandigen Böden, Wasser und Nährstoffe besser zu speichern. Dies verbessert die Durchlüftung der Wurzelzone und fördert ein gesundes Pflanzenwachstum. Der hohe Humusgehalt des Komposts ist eine hervorragende Nahrungsquelle für Bodenorganismen, die wiederum das Pflanzenwachstum unterstützen und die Bodengesundheit langfristig fördern.
Die Anwendung von Kompost als Dünger ist vielseitig. Sie können ihn im Frühjahr oder Herbst als Bodenverbesserer auf Beete und Rasenflächen aufbringen. Eine Schicht von etwa 2-5 cm Dicke ist meist ausreichend. Er kann auch direkt bei der Pflanzung in das Pflanzloch eingemischt werden, um jungen Pflanzen einen guten Start zu ermöglichen. Für Kübelpflanzen und im Balkongarten ist Kompost ein wertvoller Bestandteil von selbstgemischten Erden. Der Kompost auf dem Balkon kann, wie im Beet, eine natürliche und nachhaltige Nährstoffquelle sein, wenn er richtig aufbereitet wird. Beachten Sie, dass Kompost zwar Nährstoffe liefert, aber keine hochkonzentrierten Mineraldünger ersetzt, wenn Pflanzen einen sehr spezifischen und schnellen Nährstoffschub benötigen. Doch als langfristiger Bodenverbesserer und sanfter Nährstofflieferant ist Kompost als Dünger unübertroffen.
Kompost im Herbst und Frühjahr: Wann ausbringen?
Die Frage, wann der beste Zeitpunkt ist, um fertigen Kompost im Garten auszubringen, hängt von verschiedenen Faktoren und dem Zustand Ihres Gartens ab. Generell gilt, dass sowohl der Herbst als auch das frühe Frühjahr ideale Zeiten sind, um Kompost in die Erde einzuarbeiten. Im Herbst ausgebracht, hat der reife Kompost den ganzen Winter über Zeit, sich mit dem Boden zu verbinden und seine Wirkung zu entfalten. Die Bodenorganismen können über die kalten Monate hinweg ungestört arbeiten und den Humus in den Boden integrieren. Dies bereitet den Boden optimal auf die kommende Pflanzsaison vor. Das Einarbeiten im Herbst ist besonders vorteilhaft für schwere Böden, da der Kompost über den Winter die Struktur verbessert.
Das Frühjahr ist ebenfalls ein hervorragender Zeitpunkt, um Kompost auszubringen. Bevor Sie mit der Aussaat und dem Pflanzen beginnen, können Sie den Boden mit einer Schicht Kompost verbessern. Dies versorgt die Pflanzen direkt zu Beginn ihrer Wachstumsperiode mit wichtigen Nährstoffen und fördert ein kräftiges Wurzelwachstum. Das Kompostieren im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und die Gartenarbeit wieder beginnt, passt gut in den natürlichen Rhythmus. Die frisch verrotteten Nährstoffe werden von den Pflanzen sofort aufgenommen, was zu gesünderen und ertragreicheren Pflanzen führt. Es ist zu empfehlen, den Kompost nicht nur oberflächlich aufzutragen, sondern leicht in die oberste Bodenschicht einzuarbeiten, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Ein Kompost, der im Herbst oder Frühjahr ausgebracht wird, ist deutlich effektiver als später im Jahr, wenn die Pflanzen schon etabliert sind.
Kompost einarbeiten oder nicht?
Ob Sie Kompost einarbeiten oder oberflächlich verteilen sollten, hängt von der Art der Anwendung und dem Zustand des Komposts ab. Reifer, feinkrümeliger Kompost kann und sollte in der Regel leicht in die oberste Bodenschicht eingearbeitet werden. Dies geschieht am besten mit einer Grabegabel oder einem Rechen. Das Einarbeiten sorgt dafür, dass der Kompost sofort mit den Bodenpartikeln vermischt wird, was die Bodenstruktur verbessert und die Nährstoffe für die Pflanzenwurzeln zugänglich macht. Wenn Sie den Kompost als Grunddüngung vor der Hauptpflanzzeit verwenden, ist das Einarbeiten fast immer die bessere Wahl.
Bei der Anwendung von Kompost als Mulchschicht, beispielsweise um Sträucher oder in Gemüsebeeten zur Unkrautunterdrückung und Feuchtigkeitserhaltung, wird er oft oberflächlich belassen. Dies schützt den Boden, speichert Feuchtigkeit und gibt Nährstoffe langsam ab. Wenn Sie jedoch Kompost nutzen, um ein neues Beet anzulegen oder die Bodengesundheit grundlegend zu verbessern, ist das Einarbeiten die effektivere Methode. Selbst bei einer oberflächlichen Ausbringung im Herbst oder Frühjahr ist ein leichtes Einarbeiten in die obersten Zentimeter oft sinnvoll, um die volle Wirkung zu erzielen. Bei sehr grobem Kompost kann auch ein Belassen auf der Oberfläche sinnvoll sein, um die Struktur zu verbessern.
Kompost auf dem Balkon: Geht das auch?
Ja, Kompostieren auf dem Balkon ist definitiv möglich und eine wunderbare Möglichkeit, auch auf kleinstem Raum nachhaltig zu gärtnern. Hierfür eignen sich spezielle Balkonkomposter oder Wurmkisten, die kompakt gebaut sind und Gerüche minimieren. Das Prinzip des Schichtens bleibt zwar grundlegend dasselbe, muss aber an die kleineren Volumina und die spezifischen Bedingungen angepasst werden. Statt eines großen Haufens arbeiten Sie mit Behältern, in denen die Materialien schichtweise eingefüllt werden. Der Schlüssel ist auch hier, ein gesundes Verhältnis von „grünem“ und „braunem“ Material beizubehalten, um Staunässe und Gerüche zu vermeiden, was auf einem Balkon besonders wichtig ist. Verwenden Sie vor allem fein zerkleinerte Materialien, da diese schneller verrotten und weniger Platz beanspruchen. Ein gut gepflegter Balkonkompost kann Ihnen frischen Humus für Ihre Balkonpflanzen liefern.
Die Auswahl der Materialien für den Balkonkompost ist etwas limitierter als im Garten. Küchenabfälle wie Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz und Teebeutel sind ideal. Verwenden Sie jedoch keine großen Mengen an Zitrusfrüchten oder sehr sauren Abfällen. Als braune Materialien eignen sich klein gerissene Pappe oder Zeitungspapier, trockenes Laub (wenn verfügbar) oder spezielle Kokosfasern. Achten Sie darauf, dass Sie diese braunen Materialien stets in ausreichender Menge zur Hand haben, um sie mit den feuchten grünen Abfällen zu mischen. Das Ziel ist, eine gute Struktur zu schaffen, die Luft zirkulieren lässt, und überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen. Dies verhindert, dass Ihr kleiner Kompost im Wohnraum zu einer Geruchsquelle wird.
Wurmkisten: Der effiziente Kompost für kleine Räume
Eine der beliebtesten Methoden für das Kompostieren auf dem Balkon ist die Wurmkiste. Hierbei sind es nicht primär Bakterien, sondern spezielle Kompostwürmer (wie rote Wiggler oder Eisenia fetida), die den Großteil der Zersetzungsarbeit leisten. Wurmkisten sind geschlossene Behälter, die mit einer speziellen Wurmerde-Mischung und den Würmern befüllt werden. Sie füttern die Würmer mit Ihren Küchenabfällen. Die Würmer verdauen die organischen Materialien und scheiden nährstoffreichen Wurmkot aus, der eine hervorragende Dünger für Ihre Pflanzen darstellt. Das Schichten in einer Wurmkiste ist weniger ausgeprägt als bei einem klassischen Komposthaufen, aber das Prinzip, die Würmer nicht zu überfüttern und für eine gute Belüftung zu sorgen, bleibt bestehen.
Die Wurmkiste ist sehr effizient und geruchsarm, wenn sie richtig geführt wird. Die Würmer mögen keine anaeroben Bedingungen, daher ist es wichtig, ihnen eine gute Mischung aus Nahrung und belüftendem Material (oft wird hierfür auch Kokosfaser als Einstreu verwendet) zu bieten. Der Wurmkot, der als Flüssigdünger (oft aus einem separaten Ablauf gewonnen) und als fester Wurmhumus anfällt, ist extrem wertvoll. Dieser Kompost aus der Wurmkiste kann direkt für Ihre Balkonpflanzen genutzt werden, um diese mit Nährstoffen zu versorgen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Es ist eine Kreislaufwirtschaft im Kleinstformat, die Ihre Pflanzen glücklich macht und den Abfall reduziert.
