Lavendel Auspflanzen: Die Grundlagen für Ihren Erfolg

Das Auspflanzen von Lavendel ist ein entscheidender Schritt für seine Entwicklung. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts und Standorts ist dabei ebenso wichtig wie die richtige Pflanztechnik, um eine reiche Blüte und gesunde Pflanzen zu gewährleisten. Wenn Sie diese Grundsätze beachten, schaffen Sie die besten Voraussetzungen, damit Ihr Lavendel prächtig gedeiht und seinen charakteristischen Duft verströmt.

  • Wählen Sie einen sonnigen Standort mit gut durchlässigem Boden.
  • Der ideale Zeitpunkt ist nach dem letzten Frost im Frühjahr oder im frühen Herbst.
  • Lockern Sie den Boden tiefgründig und verbessern Sie ihn bei Bedarf mit Sand.
  • Setzen Sie die Pflanzen nicht zu tief ein, um Staunässe zu vermeiden.
  • Gießen Sie nach dem Pflanzen gut an, aber vermeiden Sie Überwässerung.

Lavendel, insbesondere die beliebte Art Lavandula angustifolia, benötigt viel Licht und Wärme. Ein vollsonniger Platz ist daher unerlässlich. Der Boden sollte mager, sandig und vor allem gut drainierend sein, denn Staunässe ist der größte Feind dieser mediterranen Pflanze. Schwere, lehmige Böden müssen unbedingt verbessert werden, um Staunässe zu verhindern.

Die Entscheidung, wann genau der richtige Zeitpunkt zum Auspflanzen ist, hängt von Ihrer Region und den vorherrschenden Wetterbedingungen ab. Generell ist das Frühjahr, sobald keine Frostgefahr mehr besteht, die sicherste Option. Dies gibt der jungen Pflanze ausreichend Zeit, sich vor dem Winter gut zu etablieren.

Auch der frühe Herbst kann eine gute Wahl sein, wenn die Tage noch warm genug sind und die Nächte nicht zu kalt werden. Eine Pflanzung im Herbst ermöglicht es der Wurzel, vor dem Wintereinbruch anzuwachsen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Pflanzen genügend Zeit zum Anwurzeln haben, bevor der Boden gefriert.

Der Ideale Zeitpunkt: Wann ist das Auspflanzen am besten?

Die Frage nach dem perfekten Zeitpunkt für das Auspflanzen von Lavendel beschäftigt viele Hobbygärtner. Grundsätzlich gibt es zwei Hauptphasen, die sich besonders gut eignen: das Frühjahr und der frühe Herbst. Jede dieser Perioden hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten, um den Pflanzen den bestmöglichen Start zu ermöglichen.

Frühjahrspflanzung: Sicherheit nach dem Frost

Die Pflanzung im Frühjahr ist oft die sicherste Wahl, besonders in kälteren Regionen. Der Zeitraum nach dem letzten erwarteten Frost – typischerweise ab April oder Mai, je nach lokaler Witterung – bietet ideale Bedingungen. Die Bodentemperaturen steigen allmählich an, und die längeren Tage mit zunehmender Sonneneinstrahlung fördern ein zügiges Wachstum. Wenn Sie Ihren Lavendel im Frühjahr auspflanzen, hat er die gesamte Vegetationsperiode Zeit, sich kräftig zu entwickeln und ein robustes Wurzelsystem aufzubauen, was ihn widerstandsfähiger für den kommenden Winter macht.

Vermeiden Sie es, Lavendel zu früh im Frühjahr auszupflanzen, solange noch Nachtfröste drohen. Junge, noch nicht etablierte Pflanzen sind empfindlich gegenüber plötzlichen Kälteeinbrüchen, die zu Schäden oder gar zum Absterben führen können. Warten Sie auf stabile, milde Temperaturen.

Herbstpflanzung: Vorbereitung auf die nächste Saison

Der frühe Herbst, oft im September, ist ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um Lavendel auszupflanzen. Die Hitze des Sommers ist vorbei, die Bodentemperaturen sind noch angenehm warm, und die Pflanzen können sich in den verbleibenden Wochen vor dem Winter gut im Boden verankern. Ein gut angewachsener Lavendel im Herbst ist oft kräftiger als einer, der erst im nächsten Frühjahr gepflanzt wird. Diese Methode kann besonders vorteilhaft sein, wenn Sie von den Vorteilen einer frühzeitigen Etablierung profitieren möchten.

Es ist jedoch wichtig, die Pflanzung nicht zu spät im Herbst durchzuführen. Wenn der Winter zu früh oder zu streng einbricht, finden die Wurzeln möglicherweise nicht genug Zeit, sich ausreichend zu entwickeln. Achten Sie auf die Wettervorhersage und wählen Sie einen Tag, an dem mildes Wetter vorhergesagt ist. Eine Mulchschicht kann im Herbst zusätzlich schützen.

Überprüfen Sie die Wettervorhersage sorgfältig, bevor Sie sich für einen Pflanztag entscheiden, um unerwartete Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Der Perfekte Standort: Licht, Boden und Drainage

Die Auswahl des richtigen Standorts ist für das Gedeihen Ihres Lavendels von entscheidender Bedeutung. Lavendel ist eine Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und daher bestimmte Bedürfnisse an Licht, Bodenbeschaffenheit und Drainage hat. Wenn Sie diese Bedürfnisse verstehen und erfüllen, schaffen Sie eine Umgebung, in der Ihr Lavendel optimal wachsen und blühen kann.

Sonne, Sonne und nochmals Sonne

Lavendel liebt die Sonne. Um kräftige Pflanzen mit einem intensiven Duft und reicher Blüte zu erhalten, benötigt er mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag. Ein vollsonniger Standort ist daher die Grundvoraussetzung. Halbschatten oder gar Schatten führen zu spärlichem Wuchs, weniger Blüten und einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten.

Wählen Sie einen Platz, der nicht nur sonnig ist, sondern auch vor starkem Wind geschützt liegt. Starker Wind kann junge Pflanzen beschädigen und die Blüten abknicken. Eine süd- oder westseitig ausgerichtete Lage ist oft ideal, sofern sie die erforderliche Sonnenscheindauer bietet.

Bodenbeschaffenheit: Mager und Durchlässig ist Trumpf

Der Boden für Lavendel sollte mager, sandig und gut durchlässig sein. Schwere, lehmige oder humose Böden speichern zu viel Wasser und führen schnell zu Wurzelfäule. Bevor Sie Lavendel auspflanzen, sollten Sie den Boden entsprechend vorbereiten. Lockern Sie den Boden tiefgründig auf, mindestens spatentief.

Wenn Ihr Gartenboden von Natur aus schwer ist, ist es unerlässlich, ihn zu verbessern. Mischen Sie große Mengen Sand (keinen feinen Bausand, sondern gröberen Spielsand oder Rheinsand) und gegebenenfalls feinen Kies unter. Auch Kompost kann in Maßen beigemischt werden, aber nur, wenn er gut abgelagert ist und den Boden nicht zu sehr anreichert. Ziel ist es, eine lockere, wasserdurchlässige Struktur zu schaffen, die überschüssiges Wasser schnell abfließen lässt.

Überprüfen Sie die Drainage, indem Sie ein Loch graben und es mit Wasser füllen. Wenn das Wasser nach wenigen Minuten versickert ist, ist die Drainage gut.

Die Bedeutung der Drainage

Eine hervorragende Drainage ist der Schlüssel zum Erfolg beim Lavendelanbau. Staunässe, also stehendes Wasser im Wurzelbereich, ist die Hauptursache für den Tod von Lavendelpflanzen. Selbst wenn der Boden auf den ersten Blick trocken erscheint, kann sich im tieferen Wurzelbereich Wasser sammeln, wenn die Bodenschicht nicht gut durchlässig ist. Dies führt zu Sauerstoffmangel an den Wurzeln und begünstigt die Ausbreitung von Pilzkrankheiten.

Bei der Pflanzung in Kübeln ist die Drainage ebenso wichtig. Verwenden Sie spezielle Kräutererde oder mischen Sie sie mit Sand und Kies. Achten Sie darauf, dass die Pflanzgefäße Abzugslöcher haben und stellen Sie sie auf Füße oder eine Drainageschicht aus Kies, um zu verhindern, dass sie im Wasser stehen.

Schritt-für-Schritt: Lavendel Richtig Auspflanzen

Das korrekte Auspflanzen von Lavendel ist entscheidend für ein gesundes Wachstum und eine üppige Blüte. Wenn Sie diese einfachen Schritte befolgen, stellen Sie sicher, dass Ihre Pflanzen gut anwachsen und sich optimal entwickeln können. Dies ist kein komplizierter Prozess, aber die Details machen den Unterschied.

Vorbereitung des Bodens und der Pflanze

Bevor Sie mit dem eigentlichen Einpflanzen beginnen, ist die Vorbereitung sowohl des Bodens als auch der Pflanze selbst wichtig. Lockern Sie den ausgewählten Standort tiefgründig auf. Entfernen Sie Unkraut und Steine. Wenn der Boden zu schwer ist, arbeiten Sie Sand und gegebenenfalls etwas feinen Kies ein, um die Drainage zu verbessern. Eine grobe Faustregel besagt, dass ein Drittel Sand für schwere Böden empfehlenswert ist.

Holen Sie die Lavendelpflanzen aus ihren Töpfen. Wenn die Wurzeln sehr dicht und verfilzt sind (Wurzelballen), können Sie sie vorsichtig am unteren Rand etwas auflockern. Dies regt die Wurzeln an, sich in den neuen Boden auszubreiten. Bei sehr stark verfilzten Wurzeln kann ein leichter Schnitt an den Wurzelspitzen hilfreich sein.

Das Einpflanzen selbst

Graben Sie ein Pflanzloch, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Pflanze. Setzen Sie die Pflanze so in das Loch, dass die Oberseite des Wurzelballens auf gleicher Höhe mit der umgebenden Erdoberfläche liegt. Der Lavendel sollte nicht tiefer gepflanzt werden, als er im Topf stand. Eine zu tiefe Pflanzung kann zu Fäulnis an der Basis des Stängels führen.

Füllen Sie das Loch mit der vorbereiteten Erde und drücken Sie diese leicht an, um Hohlräume zu vermeiden. Achten Sie darauf, die Pflanze nicht zu fest anzudrücken, da dies die Wurzelbildung behindern könnte.

Nach dem Pflanzen: Gießen und Pflegen

Nachdem der Lavendel erfolgreich ausgepflanzt wurde, ist das richtige Angießen von großer Bedeutung. Gießen Sie die Pflanze gründlich an, damit sich die Erde gut um die Wurzeln schließt und eventuelle Luftlöcher geschlossen werden. Dies hilft der Pflanze, schnell mit dem Boden in Kontakt zu kommen und Wasser aufzunehmen.

In den ersten Wochen nach dem Auspflanzen sollten Sie darauf achten, dass der Boden leicht feucht bleibt, aber niemals nass. Gießen Sie bedarfsgerecht, je nach Wetterlage und Bodenbeschaffenheit. Sobald der Lavendel gut angewachsen ist, ist er sehr trockenheitstolerant und benötigt nur noch in extremen Dürreperioden zusätzliches Wasser.

Achten Sie darauf, die Erde nach dem Pflanzen nur leicht anzudrücken und nicht festzustampfen.

Pflanzabstand für optimale Entwicklung

Der richtige Pflanzabstand ist essenziell, damit die Pflanzen genügend Platz zum Wachsen und für die Luftzirkulation haben. Dies beugt Krankheiten vor und fördert eine gute Blüte. Für die gängige Art Lavandula angustifolia sollten Sie je nach Sorte und gewünschter Endgröße einen Abstand von 30 bis 50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen einhalten. Größere Sorten benötigen entsprechend mehr Raum.

Lavendel Auspflanzen: Wichtige Pflege nach der Pflanzung

Nachdem Sie Ihren Lavendel erfolgreich ausgepflanzt haben, beginnt eine entscheidende Phase, die über sein zukünftiges Wohlbefinden und seine Blühleistung entscheidet. Die richtige Pflege in den ersten Wochen und Monaten legt den Grundstein für ein langes und gesundes Pflanzenleben. Es geht darum, die Pflanze zu unterstützen, bis sie sich selbst versorgen kann.

Bewässerung: Weniger ist oft Mehr

Die wichtigste Regel bei der Bewässerung von frisch gepflanztem Lavendel lautet: Gleichmäßige Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Die jungen Wurzeln müssen sich erst im neuen Boden etablieren und benötigen daher zunächst regelmäßige, aber moderate Wassergaben. Überprüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig, indem Sie einen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde stecken. Wenn sich die Erde dort trocken anfühlt, ist es Zeit zu gießen.

Sobald der Lavendel gut angewachsen ist, was in der Regel nach einigen Wochen der Fall ist, wird er extrem trockenheitstolerant. Zusätzliches Gießen ist dann nur noch in extrem langen und heißen Trockenperioden notwendig. Übermäßiges Gießen ist einer der häufigsten Fehler und kann zu Wurzelfäule führen, was für Lavendel oft tödlich ist. Achten Sie darauf, dass das Wasser immer gut abfließen kann.

Mulchen: Ein Schutz für junge Pflanzen

Eine dünne Schicht Mulch kann nach dem Auspflanzen von Vorteil sein. Sie hilft, die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßig zu halten, unterdrückt Unkraut und schützt die jungen Wurzeln vor extremen Temperaturschwankungen. Verwenden Sie hierfür am besten eine Schicht aus Kies, Splitt oder auch eine dünne Schicht aus Rindenmulch, jedoch nicht zu nahe am Stängelgrund. Kies und Splitt sind besonders empfehlenswert, da sie die Drainage zusätzlich fördern und den Boden nicht zu sehr verdichten.

Vermeiden Sie es, den Wurzelballen komplett zu bedecken, und halten Sie den Mulch einige Zentimeter vom Stängel entfernt. Dies verhindert, dass Feuchtigkeit am Stängelgrund verbleibt und zu Fäulnis führt. Das Ziel ist ein Schutz, der die natürlichen Bedingungen von Lavendel nachahmt – sonnig und gut durchlüftet.

Düngung: Sparsamkeit ist gefragt

Lavendel benötigt kaum Dünger. Eine Überdüngung kann sogar schädlich sein, da sie zu einem übermäßigen Blattwachstum auf Kosten der Blüte und des Duftes führt und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten macht. Wenn Sie den Boden bereits mit Kompost verbessert haben, reicht dies oft für das erste Jahr aus.

Eine leichte Düngung im Frühjahr mit einem speziellen Kräuter- oder Rosendünger, der auf einen geringen Stickstoffgehalt ausgelegt ist, kann bei Bedarf erfolgen. Verwenden Sie niemals stark stickstoffhaltige Dünger. Das Wichtigste ist, dass der Boden mager bleibt und die Pflanze nicht mit Nährstoffen überversorgt wird. Die sparsame Düngung fördert die Widerstandsfähigkeit und den intensiven Duft.

Erste Schnitte und Formschnitt

Direkt nach dem Auspflanzen ist in der Regel kein Schnitt notwendig, es sei denn, Sie haben beschädigte Triebe zu entfernen. Der erste wichtige Schnitt erfolgt meist im Frühjahr des Folgejahres. Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr, nachdem die stärksten Fröste vorüber sind, fördert die Verzweigung und sorgt für einen kompakten Wuchs. Entfernen Sie dabei etwa ein Drittel bis die Hälfte der alten Triebe, um die Pflanze zu verjüngen.

Ein weiterer leichter Schnitt, der sogenannte Sommerschnitt, kann nach der Hauptblüte im Spätsommer erfolgen. Dieser dient dazu, die Pflanze in Form zu halten und kann bei manchen Sorten sogar eine Nachblüte anregen. Achten Sie darauf, nicht ins alte Holz zu schneiden, wenn Sie die Pflanze lediglich formen wollen.

Häufige Fehler beim Lavendel Auspflanzen Vermeiden

Auch bei Pflanzen, die als pflegeleicht gelten, können beim Auspflanzen Fehler passieren, die das Gedeihen beeinträchtigen. Wenn Sie die häufigsten Stolpersteine kennen, können Sie diese proaktiv umgehen und Ihrem Lavendel von Anfang an die besten Bedingungen bieten.

Fehler 1: Falscher Zeitpunkt

Das Auspflanzen zu spät im Herbst, wenn bereits kalte Nächte und strenger Frost drohen, ist ein Klassiker. Die jungen Pflanzen haben dann nicht genug Zeit, sich zu etablieren, und sind im Winter besonders anfällig. Genauso nachteilig ist eine zu frühe Pflanzung im Frühjahr, bevor die Gefahr von Nachtfrösten vorbei ist. Dies kann die zarten Triebe schädigen.

Konzentrieren Sie sich auf stabile Wetterperioden, um das Risiko zu minimieren.

Fehler 2: Staunässe durch schlechte Drainage

Ein zu dichter, lehmiger Boden ohne ausreichende Beimischung von Sand oder Kies ist die Hauptursache für Wurzelfäule. Wenn Wasser im Pflanzloch oder im Kübel stehen bleibt, können die Wurzeln nicht atmen und faulen ab. Dies ist ein Problem, das sich oft erst bemerkbar macht, wenn es zu spät ist.

Selbst ein gut durchlässiger Boden kann bei falscher Bewässerung zu Staunässe führen. Achten Sie darauf, nur bei Bedarf zu gießen und niemals zu viel auf einmal.

Fehler 3: Zu tiefe Pflanzung

Viele Gärtner pflanzen ihre neuen Setzlinge zu tief. Wenn der Stängelansatz unter der Erdoberfläche liegt, sammelt sich dort Feuchtigkeit, was Fäulnis begünstigt. Die Oberkante des Wurzelballens sollte stets auf gleicher Höhe mit der umgebenden Erdoberfläche sein.

Dies gilt sowohl für die Pflanzung im Freiland als auch in Töpfen. Eine zu tiefe Pflanzung verhindert, dass die unteren Pflanzenteile gut belüftet werden und kann zu Pilzkrankheiten führen.

Fehler 4: Übermäßiges Düngen

Lavendel ist eine genügsame Pflanze, die mit nährstoffarmen Böden gut zurechtkommt. Eine zu üppige Düngung, insbesondere mit stickstoffreichen Präparaten, führt zu einem übermäßigen, weichen Blattwachstum. Dies geht auf Kosten der Blüte und des intensiven Duftes und schwächt die Pflanze für den Winter. Eine leichte Nachdüngung im Frühjahr mit einem auf Kräuter abgestimmten Dünger ist oft ausreichend, wenn überhaupt nötig.

Fehler 5: Zu wenig Licht und Luft

Lavendel benötigt viel Sonne und gute Luftzirkulation, um gesund zu bleiben. Wenn er zu dicht gepflanzt wird oder an einem schattigen Standort steht, können sich Krankheiten wie Mehltau leichter ausbreiten. Achten Sie auf ausreichende Abstände zwischen den Pflanzen und wählen Sie einen hellen, luftigen Platz.

Lavendel Auspflanzen in Verschiedenen Kontexten

Das Grundprinzip des Lavendel Auspflanzens bleibt zwar dasselbe, doch die praktischen Umsetzungen können sich je nach Situation leicht unterscheiden. Ob im Bauerngarten, auf dem Balkon oder in einem Kiesbeet – die Anpassung an den jeweiligen Kontext ist wichtig für den Erfolg.

Lavendel im Beet: Der Klassiker

Im klassischen Beet ist die Vorbereitung des Bodens entscheidend. Schwere Gartenerden müssen unbedingt mit Sand, Kies und Kompost aufgebessert werden, um eine hervorragende Drainage zu gewährleisten. Lavendel gedeiht hier besonders gut in sonniger Lage, oft auch in Kombination mit Rosen oder anderen mediterranen Kräutern, die ähnliche Standortansprüche haben. Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand, damit die Pflanzen nicht zu dicht stehen und eine gute Belüftung erhalten.

Bei der Gestaltung von Beeten kann Lavendel als Randbepflanzung, in Gruppen oder als Solitär eingesetzt werden. Seine blau-violetten Blüten sind ein echter Blickfang und ziehen Bienen sowie andere Bestäuber an.

Lavendel auf dem Balkon und der Terrasse: Kübelpflanzung

Auch auf kleinem Raum müssen Sie nicht auf Lavendel verzichten. Kübelpflanzung ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Lavendel auf Balkonen und Terrassen anzubauen. Verwenden Sie hierfür ausreichend große Töpfe oder Pflanzgefäße mit guten Abzugslöchern. Eine spezielle Kräutererde gemischt mit Sand und etwas Blähton oder Kies ist ideal, um für die notwendige Drainage zu sorgen.

Stellen Sie die Kübel an den sonnigsten und wärmsten Platz auf Ihrem Balkon. Im Winter müssen Kübelpflanzen besser geschützt werden als im Freiland. Das ist besonders wichtig, da die Wurzeln in Töpfen schneller durchfrieren können. Ein Einpacken der Töpfe mit Vlies oder Jute und das Aufstellen an eine geschützte Hauswand kann hier Abhilfe schaffen.

Wählen Sie für Kübelpflanzen robuste Sorten, die auch mit etwas kühleren Temperaturen gut zurechtkommen.

Lavendel im Steingarten oder Kiesbeet

Ein Steingarten oder ein Kiesbeet ist fast wie gemacht für Lavendel. Die dort vorherrschenden Bedingungen – viel Sonne, trockener Boden und exzellente Drainage – entsprechen den natürlichen Lebensräumen des Lavendels. Hier ist oft nur eine geringe Bodenverbesserung notwendig, da der hohe Anteil an mineralischem Material bereits für eine gute Durchlässigkeit sorgt.

Beim Auspflanzen in solchen Bereichen ist es ratsam, die Pflanzen etwas lockerer zu setzen, um die Luftzirkulation zu maximieren. Das Kiesbett selbst speichert Wärme und gibt sie über Nacht wieder ab, was dem Lavendel zugutekommt.

Die Wahl des richtigen Standorts ist der wichtigste Faktor für eine üppige Blüte.

Lavendel Auspflanzen: Was tun bei Jungpflanzen?

Wenn Sie Jungpflanzen von Lavendel kaufen oder selbst aus Samen ziehen, gibt es einige spezifische Punkte zu beachten, bevor diese den Weg ins Freiland oder größere Gefäße finden. Der Übergang von der Anzucht zum Auspflanzen ist ein kritischer Moment, der Sorgfalt erfordert, um den Pflanzen einen guten Start zu ermöglichen.

Vom Topf ins Freiland: Akklimatisierung ist Schlüssel

Bevor Sie junge Lavendelpflanzen, die Sie im Haus oder Gewächshaus vorgezogen haben, ins Freie setzen, ist eine langsame Akklimatisierung unerlässlich. Diese Gewöhnung an die äußeren Bedingungen – Sonne, Wind und Temperaturschwankungen – verhindert einen Schock für die Pflanze. Beginnen Sie damit, die Töpfe für einige Stunden an einem geschützten, halbschattigen Ort im Freien aufzustellen und bringen Sie sie über Nacht wieder hinein.

Erhöhen Sie schrittweise die Aufenthaltsdauer im Freien über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Die Pflanzen können dann auch über Nacht draußen bleiben, wenn die Temperaturen mild sind und keine Frostgefahr besteht. Dieser Prozess bereitet die Pflanzen auf das Auspflanzen vor und macht sie widerstandsfähiger.

Größere Töpfe oder direkt ins Beet?

Wenn Ihre Jungpflanzen bereits einen guten Wurzelballen entwickelt haben und die Gefahr von Frost vorüber ist, können Sie sie entweder in größere Töpfe umpflanzen oder direkt ins Freiland setzen. Die Entscheidung hängt von Ihren räumlichen Möglichkeiten und dem Zeitpunkt ab. Wenn Sie noch einige Wochen warten müssen, bis der Boden im Freiland optimal ist, ist ein Umtopfen in größere Gefäße eine gute Option.

Achten Sie beim Umtopfen darauf, einen Topf zu wählen, der nur geringfügig größer ist als der bisherige. Zu große Töpfe können dazu führen, dass die Erde zu lange feucht bleibt. Verwenden Sie auch hier eine gute Drainage und eine geeignete Erde.

Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit der Erde, besonders bei jungen Pflanzen im Topf.

Worauf bei gekauften Jungpflanzen achten?

Beim Kauf von jungen Lavendelpflanzen im Gartencenter oder von einer Baumschule sollten Sie auf einige Qualitätsmerkmale achten. Die Pflanzen sollten kräftig und gut verzweigt aussehen, mit gesunden, grünen Blättern. Vermeiden Sie Pflanzen, die lange, spärliche Triebe haben oder Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten zeigen. Ein gut durchwurzelter Ballen, der beim leichten Herausziehen aus dem Topf stabil ist, ist ein gutes Zeichen.

Die Pflanzen sollten noch nicht blühen, da die Blüte viel Kraft kostet, die sie stattdessen für das Anwurzeln benötigen. Nach dem Kauf ist es ratsam, die Pflanzen nicht sofort auszupflanzen, sondern ihnen zunächst ein paar Tage Zeit zur Erholung in ihren Töpfen zu geben, besonders wenn sie auf langen Transportwegen unterwegs waren.