Die Welt des Lavendels: Mehr als nur ein Duft
Die Wahl der richtigen Lavendelsorte kann Ihren Garten in eine duftende Oase verwandeln, die Bienen und Schmetterlinge anlockt und Ihnen das ganze Jahr über Freude bereitet. Mit einer beeindruckenden Vielfalt an Formen, Blütenfarben und Wuchshöhen gibt es für fast jeden Standort und Zweck den passenden Lavendel. Diese Übersicht beleuchtet die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl und stellt einige charakteristische Sorten vor, die Ihren Garten bereichern können.
- Verschiedene Lavendelsorten bieten unterschiedliche Blütenfarben und Wuchshöhen.
- Die richtige Sorte ist entscheidend für Standortansprüche und Pflegeaufwand.
- Lavendel ist mehr als nur Zierde – er lockt Nützlinge an und duftet herrlich.
- Die Auswahl reicht von kleinwüchsigen Polsterformen bis zu größeren Sträuchern.
Viele denken bei Lavendel sofort an die typisch violetten Blüten und den beruhigenden Duft der Provence. Doch die Realität ist facettenreicher. Ob für den Steingarten, als niedrige Hecke, für den Kübel oder sogar für essbare Blüten – die Bandbreite der verfügbaren Lavendel-Arten und -Sorten ist groß. Bevor Sie sich für eine Pflanze entscheiden, lohnt es sich, die spezifischen Bedürfnisse und Eigenschaften der einzelnen Typen zu kennen, um Enttäuschungen zu vermeiden und die optimale Wahl für Ihr grünes Reich zu treffen.
Die Entscheidung für eine bestimmte Sorte hängt von mehreren Faktoren ab: Welchen Zweck soll der Lavendel erfüllen? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Welche Boden- und Lichtverhältnisse herrschen vor? Und welche ästhetischen Vorstellungen haben Sie? Eine klare Lavendel Sorten Übersicht hilft Ihnen dabei, die für Sie perfekte Wahl zu treffen, denn jede Sorte bringt ihre eigenen Stärken mit.
Grundlagen: Lavendel-Arten und ihre Hauptmerkmale
Bevor wir uns spezifischen Sorten widmen, ist es hilfreich, die gängigsten Lavendel-Arten zu verstehen, da viele Sorten auf diesen basieren. Die bekannteste und am weitesten verbreitete Art ist Lavandula angustifolia, der Echte Lavendel oder Schmalblättrige Lavendel. Er ist bekannt für seinen intensiven Duft, seine gute Frosthärte und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Kräuterheilkunde und Parfümerie. Viele der beliebtesten Zuchtsorten stammen von ihm ab.
Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia)
Diese Art ist der Inbegriff des mediterranen Duftkrauts. Sie bevorzugt sonnige, trockene Standorte mit gut durchlässigem Boden, idealerweise kalkhaltig. Die Blüten sind meist intensiv violett, seltener rosa oder weiß, und verströmen ein starkes Aroma. Mit einer Wuchshöhe von meist 40-60 cm eignet sich Lavandula angustifolia hervorragend für Beete, niedrige Hecken und zur Topfkultur. Ihre gute Winterhärte macht sie zu einer zuverlässigen Wahl für viele Gärten.
Der Speise-Lavendel (Lavandula x intermedia)
Kreuzungen, oft als Lavandin bezeichnet, entstehen aus der Hybridisierung von Lavandula angustifolia und Lavandula latifolia (Breitblättriger Lavendel). Diese Pflanzen sind in der Regel robuster, wüchsiger und ertragreicher in Bezug auf ätherische Öle als der Echte Lavendel. Sie erreichen oft größere Wuchshöhen von bis zu einem Meter und bilden längere Blütenrispen. Ihr Duft ist oft etwas weniger fein, dafür aber intensiver und kampferhaltiger. Speise-Lavendel ist weniger frosthart als Lavandula angustifolia und profitiert von einem geschützten Standort oder einer Winterschutzmaßnahme.
Weitere wichtige Arten
Obwohl weniger verbreitet im Hausgarten, gibt es noch andere Arten wie Lavandula stoechas (Schopf-Lavendel) mit seinen markanten Blütenköpfen, der wärmeliebender ist und oft als einjährig kultiviert wird, oder Lavandula dentata (Zahnlavendel) mit gezackten Blättern. Für eine umfassende Lavendel Sorten Übersicht sind jedoch angustifolia und die x intermedia-Hybriden die relevantesten.
Die Unterscheidung zwischen diesen Arten ist entscheidend, denn sie beeinflusst maßgeblich die Winterhärte, den Duftcharakter und die Eignung für bestimmte Verwendungszwecke. Wenn Sie auf der Suche nach dem klassischen Provence-Lavendel sind, greifen Sie meist zu einer Sorte von Lavandula angustifolia. Für größere Mengen an Duftöl oder eine schnellere Begrünung kann ein Lavandin eine gute Wahl sein.
Achten Sie bei der Sortenwahl auf die botanische Bezeichnung, um sicherzustellen, dass Sie die Eigenschaften erhalten, die Sie sich wünschen. Dies ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Lavendelkultur.
Beliebte Sorten von Lavandula angustifolia (Echter Lavendel)
Der Echte Lavendel, Lavandula angustifolia, ist die Grundlage für viele Sorten, die sich durch Wuchshöhe, Blütezeit, Blütenfarbe und Duftintensität unterscheiden. Diese Sorten sind besonders robust und für ihre gute Winterhärte geschätzt, was sie zu einer sicheren Wahl für die meisten heimischen Gärten macht.
'Hidcote' – Der kompakte Dunkle
Diese Sorte ist bekannt für ihre tiefvioletten, fast blauschwarzen Blüten und ihr dichtes, kompaktes Wuchsverhalten. Mit einer Höhe von etwa 30-40 cm eignet sich 'Hidcote' hervorragend für niedrige Beeteinfassungen, Steingärten und auch für die Kultur im Kübel. Ihr Duft ist kräftig und aromatisch. Der Rückschnitt nach der Blüte fördert einen buschigen Wuchs.
'Munstead' – Der Klassische Allrounder
Benannt nach Gertrude Jekylls Anwesen, ist 'Munstead' eine weitere sehr beliebte Sorte von Lavandula angustifolia. Sie zeichnet sich durch hellere, lavendelblaue Blüten aus, die etwas früher als bei 'Hidcote' erscheinen können. 'Munstead' wächst etwas aufrechter und erreicht eine Höhe von 40-50 cm. Ihr Duft ist angenehm und weniger kampferlastig, was sie auch für kulinarische Zwecke beliebt macht. Sie ist pflegeleicht und gut schnittverträglich.
'Rosea' – Der Zarte Rosa-Ton
Für Liebhaber von ungewöhnlicheren Blütenfarben ist 'Rosea' eine ausgezeichnete Wahl. Diese Sorte trägt zarte rosa Blüten, die einen schönen Kontrast zu den graugrünen Blättern bilden. Sie wächst ähnlich wie 'Munstead' und erreicht eine Höhe von etwa 40-50 cm. Ihr Duft ist typisch für den Echten Lavendel, aber oft etwas milder. Sie ist eine Bereicherung für jeden Garten, der Wert auf Farbvielfalt legt.
'Maillette' – Der Spitzen-Duftspender
'Maillette' ist bekannt für ihren besonders intensiven und feinen Duft, was sie zu einer bevorzugten Wahl für Duftsäckchen und die Gewinnung von ätherischen Ölen macht. Die Blüten sind hellviolett und erscheinen in langen Rispen. Die Pflanze wächst eher locker und erreicht eine Höhe von etwa 50-60 cm. Sie ist etwas empfindlicher gegenüber Staunässe als andere angustifolia-Sorten.
Die Wahl einer Lavandula angustifolia-Sorte bietet Ihnen eine zuverlässige und duftende Bereicherung für Ihren Garten. Achten Sie bei diesen Sorten auf eine gute Drainage, um Staunässe zu vermeiden, die der Hauptfeind des Lavendels ist.
Beim Lavendel pflanzen dieser Sorten sollten Sie einen sonnigen Platz mit magerem, gut durchlässigem Boden wählen. Der Boden sollte idealerweise kalkhaltig sein. Auch wenn diese Sorten relativ winterhart sind, kann eine leichte Abdeckung des Wurzelbereichs mit Reisig im Winter in raueren Lagen nicht schaden.
Spezialisten: Lavandin (Lavandula x intermedia) und ihre Sorten
Lavandin, die Hybride aus Lavandula angustifolia und Lavandula latifolia, ist für ihre Robustheit, ihren kräftigen Wuchs und ihren hohen Ertrag an ätherischen Ölen bekannt. Diese Sorten eignen sich besonders gut für größere Flächen, zur Gewinnung von Duftöl oder wenn ein intensiverer Duft gewünscht ist. Sie sind oft etwas weniger frosthart als der Echte Lavendel und benötigen einen etwas geschützteren Standort.
'Grosso' – Der Ertragsstarke
'Grosso' ist eine der bekanntesten und meist angebauten Lavandin-Sorten. Sie bildet kräftige, aufrechte Sträucher, die bis zu 70 cm hoch und ebenso breit werden können. Die Blütenrispen sind sehr lang, dicht und von einem tiefen Violett. Der Duft ist intensiv und sehr beliebt in der Parfümerie und Aromatherapie. 'Grosso' ist relativ trockenheitstolerant, benötigt aber dennoch gut durchlässigen Boden und volle Sonne. Dies ist eine Sorte, die oft im großen Stil für gewerbliche Zwecke angebaut wird.
'Super' – Blütenpracht und Duft
Ähnlich wie 'Grosso' ist 'Super' eine Sorte, die durch ihre beeindruckenden Blütenstände und ihren starken Duft besticht. Sie wächst ebenfalls kräftig und erreicht eine Höhe von 60-80 cm. Die Blütenfarbe ist ein leuchtendes Violett. 'Super' gilt als besonders ertragreich in Bezug auf ätherische Öle und ist daher ebenfalls eine beliebte Wahl für Liebhaber von intensiven Düften. Der Rückschnitt ist wichtig, um die Pflanze kompakt zu halten.
'Abrial' – Eine klassische Wahl
'Abrial' ist eine weitere etablierte Sorte im Lavandin-Sortiment. Sie zeichnet sich durch ihre gute Ausdauer und ihre stark duftenden, langen Blütenrispen aus. Die Wuchshöhe liegt meist zwischen 50 und 70 cm. Diese Sorte ist gut schnittverträglich und eignet sich sowohl für den Anbau im größeren Stil als auch für den repräsentativen Einsatz im Garten, wo ihr intensiver Duft und ihre Blütenfülle zur Geltung kommen können.
Bei der Auswahl von Lavandin-Sorten sollten Sie bedenken, dass diese zwar robust sind, aber bei extremen Frösten Schutz benötigen können. Lavendel überwintern ist bei diesen Sorten oft besser mit einer Abdeckung des Wurzelbereichs oder an einem geschützten Platz im Garten oder Balkon.
Der höhere Wuchs und die kräftigeren Blütenstände dieser Arten machen sie zu einem echten Blickfang. Wenn Sie überlegen, lavendel zu pflanzen und dabei eine Sorte mit maximalem Duft und visueller Wirkung suchen, sind Lavandin-Sorten eine hervorragende Option, vorausgesetzt, Sie können ihnen einen geeigneten Standort bieten.
Besondere Lavendel-Sorten für Nischenanwendungen
Neben den klassischen Arten und ihren bewährten Sorten gibt es auch einige spezielle Varianten, die sich durch ihre Wuchshöhe, Blütenform oder spezielle Eigenschaften hervorheben. Diese können für ganz bestimmte gestalterische Zwecke oder funktionale Anforderungen im Garten interessant sein.
Kleinbleibende Sorten für niedrige Beete und Steingärten
Für sehr niedrige Beeteinfassungen, Tröge oder Steingärten, wo ein übermäßiger Wuchs unerwünscht ist, eignen sich besonders kleinwüchsige Sorten. Hierzu zählen oft Zwergformen von Lavandula angustifolia, die selten höher als 20-30 cm werden. Sie bilden dichte Polster und sind ideal, um Lücken zu füllen oder einen Teppich aus Lavendel zu gestalten. Achten Sie bei der Beschreibung auf Angaben zur maximalen Wuchshöhe.
Sorten mit weißer oder rosa Blüte
Während Violett die dominante Farbe im Lavendelreich ist, gibt es auch reizvolle Sorten mit weißen oder zartrosa Blüten. Beispiele hierfür sind 'Alba' (weiß) oder 'Rosea' (rosa) bei Lavandula angustifolia. Diese Farbvarianten können spannende Akzente in einem Beet setzen und bieten eine Alternative für Gärtner, die eine hellere Farbpalette bevorzugen. Sie haben oft den gleichen intensiven Duft wie ihre violetten Verwandten.
Lavendel für den kulinarischen Einsatz
Nicht alle Lavendelsorten sind gleichermaßen für den Verzehr geeignet. Generell gilt, dass nur sparsam und nur Blüten von Lavandula angustifolia (Echter Lavendel) verwendet werden sollten, da diese den feinsten und angenehmsten Geschmack haben und am wenigsten Kampfer enthalten. Sorten wie 'Munstead' oder 'Maillette' werden oft wegen ihres aromatischen Duftes, der sich auch geschmacklich niederschlägt, geschätzt. Wenn Sie planen, kann man Lavendel essen und ihn kulinarisch zu nutzen, informieren Sie sich gezielt über die für diesen Zweck empfohlenen Sorten und deren Anbau.
Auch wenn Sie auf der Suche nach einer Sorte für einen speziellen Zweck sind, lohnt sich die Recherche in spezialisierten Katalogen oder bei erfahrenen Gärtnern. Die richtige Sorte ist der Schlüssel zum Erfolg, egal ob für Duft, Optik oder Geschmack.
Die Vielfalt der Lavendelsorten ermöglicht es Ihnen, eine Pflanze zu finden, die perfekt zu Ihren Bedürfnissen passt. Ob Sie einen niedrigen Bodendecker, eine farbliche Abwechslung oder eine Sorte für besondere kulinarische Anwendungen suchen, die Welt des Lavendels bietet faszinierende Optionen.
Der richtige Standort und die richtige Pflege für jede Sorte
Unabhängig von der gewählten Sorte hat Lavendel grundlegende Ansprüche, die erfüllt sein müssen, damit er gut gedeiht und seine volle Pracht entfaltet. Die Lavendel Pflege ist im Wesentlichen einfach, erfordert aber Beachtung einiger wichtiger Punkte.
Sonne, Sonne, Sonne
Lavendel ist eine Sonnenanbeterin. Wählen Sie für jede Sorte den sonnigsten Platz in Ihrem Garten. Mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag sind ideal. Je mehr Sonne, desto intensiver der Duft und desto besser die Blüte. Halbschatten wird toleriert, führt aber oft zu weniger Blüten und einem spargeligeren Wuchs.
Gut durchlässiger Boden ist entscheidend
Das ist der wichtigste Punkt: Lavendel hasst nasse Füße. Staunässe ist die häufigste Ursache für Wurzelfäule und das Absterben der Pflanze, besonders im Winter. Der Boden sollte sandig, steinig und mager sein. Eine gute Drainage ist unerlässlich. Bei schweren Böden sollten Sie Sand, Kies oder Blähton einarbeiten, um die Durchlässigkeit zu verbessern. Ein leicht kalkhaltiger Boden wird oft bevorzugt.
Richtiges Gießen: Weniger ist mehr
Nach der Etablierung ist Lavendel sehr trockenheitstolerant. Gießen Sie nur, wenn der Boden deutlich abgetrocknet ist. Junge Pflanzen benötigen anfangs regelmäßiger Wasser, bis sie gut angewachsen sind. Übermäßiges Lavendel gießen führt zu schnelleren Problemen als zu wenig. Im Sommer während Trockenperioden kann gelegentliches Gießen nötig sein, aber vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen.
Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt
Der Lavendel Schnitt ist entscheidend für die Form, Blüte und Langlebigkeit der Pflanze. Es gibt zwei Hauptschnittzeitpunkte:
- Sommerschnitt (direkt nach der Blüte): Schneiden Sie verblühte Blütenstände etwa eine Handbreit über dem verholzten Teil zurück. Dies verhindert die Samenbildung und fördert eine zweite, oft kleinere Blüte. Es hält die Pflanze kompakt und buschig.
- Herbstschnitt (spät im Herbst oder zeitiges Frühjahr): Ein stärkerer Rückschnitt, der aber nur das grüne Laub und nicht ins alte Holz erfolgt, kann im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr erfolgen, um die Pflanze in Form zu bringen. Schneiden Sie niemals ins alte, verholzte Holz, da Lavendel von dort schlecht oder gar nicht austreibt.
Die richtige Pflegestrategie sichert Ihnen eine langanhaltende Freude an Ihren Lavendelpflanzen. Auch wenn die Grundprinzipien für alle Sorten gelten, können spezifische Bedürfnisse (z.B. stärkere Winterschutzmaßnahmen bei Lavandin) variieren.
Indem Sie diese einfachen Pflegehinweise befolgen, schaffen Sie optimale Bedingungen für Ihren Lavendel, unabhängig von der gewählten Sorte. Eine gut gepflegte Pflanze ist nicht nur schöner, sondern auch widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge.
Lavendel vermehren und überwintern
Wer von den vielen Vorteilen des Lavendels begeistert ist, möchte ihn vielleicht gerne im eigenen Garten vermehren oder sicher durch den Winter bringen. Beide Aspekte sind mit etwas Wissen gut umsetzbar.
Lavendel vermehren: Stecklinge sind die Methode der Wahl
Die gängigste und erfolgreichste Methode, um Lavendel zu vermehren, sind Kopfstecklinge. Dies geschieht am besten im Spätsommer oder Frühherbst (August/September). Schneiden Sie etwa 10-15 cm lange, halb verholzte Triebe ab. Entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Stecklinge in Anzuchterde oder eine Mischung aus Sand und Torf. Idealerweise stehen die Stecklinge hell, aber vor direkter Sonne geschützt, und werden leicht feucht gehalten. Bei guter Pflege bilden sich Wurzeln über den Winter, und die jungen Pflanzen können im Frühjahr pikiert und ausgepflanzt werden.
Lavendel überwintern: Schutz vor Kälte und Nässe
Der Schutz von Lavendel überwintern hängt stark von der Art und Sorte sowie dem Standort ab. Echte Lavendel-Sorten (Lavandula angustifolia) sind generell winterhärter als Lavandin-Sorten (Lavandula x intermedia). Entscheidend ist auch hier die Vermeidung von Staunässe.
- Freiland: Bei frostharten Sorten reicht es oft aus, den Wurzelbereich im Spätherbst mit Reisig, Laub oder Mulch abzudecken, um die Wurzeln vor tiefen Frösten zu schützen. Achten Sie darauf, dass Wasser gut abfließen kann.
- Kübelpflanzen: Lavendel im Topf ist frostempfindlicher, da die Wurzeln leichter durchfrieren. Stellen Sie die Kübel an einen geschützten, hellen Platz (z.B. an eine Hauswand, auf eine Styroporplatte oder ein Holzbrett, um Bodenfrost zu vermeiden). Umwickeln Sie den Topf mit Vlies oder Jute. Auch hier ist Staunässe im Winter durch Regen oder Schnee zu vermeiden.
Wichtiger Tipp zur Vermehrung: Verwenden Sie für die Bewurzelung keine verholzten Triebe vom Schnitt im Frühjahr, da diese oft schlecht bewurzeln. Die halb verholzten Triebe im Spätsommer sind ideal.
Die Vermehrung von Lavendel ist eine lohnende Möglichkeit, Ihren Bestand zu erweitern oder Pflanzen zu verschenken. Mit dem richtigen Vorgehen und angepasstem Winterschutz wird Ihre Lavendelpracht Sie viele Jahre begleiten.
Trocknen und Konservieren: Den Duft des Sommers bewahren
Der wunderbare Duft und die dekorative Wirkung von Lavendel lassen sich auch über die Blütezeit hinaus bewahren. Das Lavendel trocknen ist eine einfache Methode, um die Ernte des Sommers für verschiedene Zwecke haltbar zu machen.
Die besten Zeitpunkte und Methoden zum Trocknen
Der ideale Zeitpunkt zum Ernten von Lavendelblüten für die Trocknung ist, wenn die Blütenstände gerade vollständig geöffnet sind, aber bevor die ersten Blüten zu verblühen beginnen. Dies ist meist im Hochsommer der Fall. Schneiden Sie die Stiele mit den Blütenrispen ab, idealerweise an einem trockenen, sonnigen Vormittag, nachdem der Morgentau abgetrocknet ist.
- Luftiges Trocknen im Bund: Bündeln Sie einige Stiele locker zusammen und binden Sie sie mit einem Band oder Faden. Hängen Sie die Bündel kopfüber an einem luftigen, dunklen und trockenen Ort auf. Ein Dachboden, eine Garage oder ein gut belüfteter Raum sind ideal. Direkte Sonneneinstrahlung kann die Farbe und das Aroma beeinträchtigen.
- Auf einem Gitter ausbreiten: Alternativ können Sie die einzelnen Blütenrispen auf einem Trockengitter, einem feinmaschigen Sieb oder sauberem Papier ausbreiten. Auch hier ist ein dunkler, trockener und gut belüfteter Ort wichtig.
Der Trocknungsprozess dauert in der Regel ein bis drei Wochen, je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Die Blüten sind trocken, wenn sie sich leicht zerbröseln lassen und keine Feuchtigkeit mehr spürbar ist.
Verwendung von getrocknetem Lavendel
Getrockneter Lavendel behält sein Aroma und seine Farbe. Er ist vielseitig einsetzbar:
- Duftsäckchen: Füllen Sie kleine Stoffbeutel mit getrockneten Lavendelblüten für Kleiderschränke oder Schubladen. Der Duft hält Motten fern und sorgt für Frische.
- Kräuterkissen: Für entspannende Kissen mischen Sie Lavendel mit anderen Kräutern wie Kamille oder Hopfen.
- Tee und kulinarische Zwecke: Stark getrocknete Blüten können sparsam für Tees oder zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwendet werden (siehe auch Abschnitt zu essbarem Lavendel).
- Dekoration: Getrocknete Lavendelrispen sind dekorativ und können in Vasen oder als Teil von Gestecken verwendet werden.
Tipp zur Ernte: Schneiden Sie die Stiele nicht zu kurz ab, da diese zum Aufhängen der Bündel dienen. Lassen Sie genügend Länge für einen guten Luftstrom während des Trocknens.
Das Konservieren von Lavendel ist eine wunderbare Möglichkeit, den Duft und die Magie des Sommers in Ihr Zuhause zu bringen und die Früchte Ihrer Gartenarbeit zu genießen, lange nachdem die letzte Blüte verblüht ist. So bewahren Sie die Essenz des Lavendels.
Häufige Fragen rund um Lavendelsorten
Welcher Lavendel eignet sich am besten für den Steingarten?
Für den Steingarten sind Sorten von Lavandula angustifolia ideal, da sie trockenheitsliebend und relativ klein bleiben. Kompakte Varianten wie 'Hidcote' oder 'Munstead' sind gut geeignet. Wichtig ist stets eine sehr gute Drainage, da steinig-sandige Böden dem Lavendel entgegenkommen.
Kann ich Lavendel auch im Schatten pflanzen?
Lavendel bevorzugt volle Sonne. Im Schatten wird er meist nicht gut gedeihen, bleibt blühfaul und neigt zu Krankheiten durch zu viel Feuchtigkeit. Nur einige Arten tolerieren leichte Halbschatten, aber für die meisten Sorten ist dies kein optimaler Standort.
Wie unterscheidet sich der Duft von Lavendel-Sorten?
Der Duft variiert. Lavandula angustifolia hat oft einen feinen, süßen und aromatischen Duft. Lavandin-Sorten (Lavandula x intermedia) duften intensiver und kampferhaltiger. Manche Sorten sind speziell auf Duftintensität gezüchtet, wie z.B. 'Maillette'.
Welche Lavendelsorte ist am pflegeleichtesten?
Generell sind Sorten von Lavandula angustifolia als sehr pflegeleicht einzustufen. Sie sind robust, gut schnittverträglich und verzeihen kleinere Fehler. Entscheidend ist immer der richtige Standort mit Sonne und guter Drainage.
Sind alle Lavendel-Sorten winterhart?
Die Winterhärte variiert. Lavandula angustifolia-Sorten sind meist sehr gut winterhart. Lavandin-Sorten (Lavandula x intermedia) sind oft etwas weniger frosthart und profitieren von einem geschützten Standort oder Winterschutz, besonders in rauen Lagen.
Welcher Lavendel eignet sich für eine niedrige Hecke?
Kompakt wachsende Sorten von Lavandula angustifolia eignen sich gut für niedrige, duftende Hecken. Beispiele sind 'Hidcote' oder 'Munstead'. Diese können nach der Blüte im Sommer zurückgeschnitten werden, um ihre Form zu erhalten und dichter zu wachsen.
Kann man Lavendel schneiden, wenn er nicht blüht?
Ja, Lavendel kann auch geschnitten werden, wenn er nicht blüht, insbesondere um seine Form zu erhalten oder um ihn buschiger zu machen. Der Hauptschnitt erfolgt aber idealerweise nach der Blüte im Sommer oder im zeitigen Frühjahr. Vermeiden Sie es, ins alte Holz zu schneiden.
