Die Magie des winterharten Lavendels im Topf
Winterharter Lavendel im Topf ist kein unerreichbarer Traum, sondern eine Bereicherung für jede Terrasse oder jeden Balkon, selbst in kälteren Regionen. Viele denken bei Lavendel sofort an sonnenverwöhnte Mittelmeerlandschaften und gehen davon aus, dass die Pflanze den heimischen Winter nicht übersteht. Doch die gute Nachricht ist: Mit der Wahl der richtigen, winterharten Sorten und der Beachtung einiger grundlegender Pflegehinweise können Sie sich das ganze Jahr über an den duftenden Blüten und dem attraktiven Laub erfreuen. Ein gut gepflegter, frostfester Lavendel im Kübel ist ein Beweis dafür, dass mediterranes Flair auch in kühleren Klimazonen Einzug halten kann.
- Frostharte Lavendelsorten sind für die Topfkultur im Winter unerlässlich.
- Die richtige Topf- und Substratwahl schützt die Wurzeln vor Nässe und Frost.
- Angepasste Schnittmaßnahmen fördern die Winterhärte und das Wachstum.
- Standortwahl im Winter ist entscheidend für das Überleben der Pflanze.
Dieser Leitfaden führt Sie durch die Auswahl, Pflanzung und Pflege von winterhartem Lavendel im Topf, damit Ihre grünen Lieblinge auch nach dem ersten Frost noch prächtig dastehen. Wir beleuchten, welche Sorten sich besonders gut für die Kultivierung im Kübel eignen, welche Ansprüche sie an ihren Standort und ihre Erde stellen und wie Sie sie optimal auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Es geht darum, die natürlichen Bedürfnisse des Lavendels zu verstehen und sie auf die Bedingungen im Topf zu übertragen, um langfristig Freude an dieser wunderbaren Pflanze zu haben.
Welcher Lavendel überlebt den Winter im Kübel?
Nicht jeder Lavendel ist gleich, wenn es um Frostbeständigkeit geht. Während einige Arten und Sorten empfindlich auf kalte Temperaturen reagieren, sind andere erstaunlich robust und eignen sich hervorragend für die Kultur im Topf, auch wenn dieser dem Frost ausgesetzt ist. Die wichtigste Unterscheidung liegt oft zwischen dem Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) und dem Schopflavendel (Lavandula stoechas). Letzterer ist deutlich frostempfindlicher und wird selten als wirklich winterhart für den Topf im Freien angesehen.
Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) als Spitzenkandidat
Wenn Sie auf der Suche nach winterhartem Lavendel für den Topf sind, führt kaum ein Weg am Echten Lavendel vorbei. Seine Sorten sind bekannt für ihre hohe Winterhärte und ihre Fähigkeit, auch widrige Bedingungen zu überstehen. Dazu gehören Klassiker wie 'Munstead' oder 'Hidcote', die oft als besonders robust gelten. Diese Sorten behalten ihr silbrig-grünes Laub oft über den Winter und bieten so auch in kahlen Monaten Struktur und Farbe auf Balkon oder Terrasse. Ihre Blüten sind tiefviolett und verströmen den typischen, intensiven Lavendelduft.
Weitere winterharte Arten und ihre Eignung im Kübel
Neben Lavandula angustifolia gibt es weitere Arten, die eine gewisse Winterhärte aufweisen und im Topf kultiviert werden können, wobei jedoch die Schutzmaßnahmen im Kübel wichtiger werden. Der Speik-Lavendel (Lavandula latifolia) ist robuster als der Schopflavendel, aber meist nicht so winterhart wie der Echte Lavendel. Seine Blüten sind heller und der Duft etwas kampferartiger. Auch einige Hybriden, wie der Lavandin (Lavandula x intermedia), der eine Kreuzung aus Echten und Breitblättrigem Lavendel ist, können winterhart sein. Allerdings sind Lavandine oft wüchsigere Pflanzen, die im Topf manchmal an ihre Grenzen stoßen und eine sorgfältigere Auswahl der Sorte und eine gute Vorbereitung auf den Winter erfordern.
Entscheidend für die Winterhärte im Topf ist nicht nur die Sorte selbst, sondern auch die Kombination aus Pflanze, Topfgröße und Standort.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Beim Kauf von Lavendel für den Topf sollten Sie explizit nach Sorten fragen, die als winterhart ausgewiesen sind. Achten Sie auf Bezeichnungen wie 'winterhart', 'frostfest' oder die Angabe einer Winterhärtezone, die für Ihren Standort geeignet ist. Pflanzen, die bereits im Gartencenter in größeren, robusten Töpfen stehen und ein kompaktes, gesundes Aussehen haben, sind oft die besseren Kandidaten für eine erfolgreiche Kultur im Kübel. Vermeiden Sie Pflanzen, die bereits gestresst wirken oder deren Wurzeln stark aus dem Topfboden wachsen, da diese oft mehr Mühe bereiten.
Die richtige Wahl des Topfes und Substrats
Die Wahl des richtigen Topfes und des passenden Substrats ist für winterharten Lavendel im Topf von fundamentaler Bedeutung. Lavendel ist eine Pflanze, die trockene, gut durchlässige Böden liebt und Staunässe absolut nicht verträgt. Im Topf ist dieses Problem besonders ausgeprägt, da überschüssiges Wasser schlechter abfließen kann als im Freiland.
Topfmaterial und Größe: Mehr als nur Optik
Für frostfesten Lavendel im Kübel sind Materialien wie Terrakotta, Keramik oder Holz oft besser geeignet als dünne Kunststofftöpfe. Diese Materialien sind atmungsaktiver und können helfen, die Wurzeln vor extremen Temperaturschwankungen zu schützen. Terrakotta ist allerdings porös und kann bei starkem Frost und durchnässter Erde platzen. Daher ist es ratsam, im Winter auf frostfeste Terrakotta-Qualitäten zu setzen oder frostempfindlichere Materialien mit zusätzlichem Schutz zu versehen. Die Größe des Topfes sollte proportional zur Pflanzengröße gewählt werden, aber nicht überdimensioniert sein. Ein zu großer Topf kann länger feucht bleiben und das Wurzelwachstum verlangsamen. Mindestens 30 cm Durchmesser und Tiefe sind für ausgewachsene Pflanzen empfehlenswert, um ausreichend Platz für die Wurzeln und eine gute Drainage zu gewährleisten.
Das ideale Substrat: Weniger ist mehr
Lavendel bevorzugt ein mineralisches, mageres Substrat. Eine Mischung aus guter Gartenerde, Sand und Kies ist ideal. Viele handelsübliche Blumenerden sind zu reichhaltig und speichern zu viel Wasser. Eine bessere Wahl ist eine spezielle Kräutererde oder eine Mischung aus hochwertiger Blumenerde, grobem Sand (kein Bausand!) und Perlite oder Blähton im Verhältnis 2:1:1. Wichtig ist vor allem die Drainagefähigkeit. Achten Sie darauf, dass der Topf unbedingt über ausreichende Abzugslöcher verfügt. Eine Schicht aus Kies oder Blähton auf dem Topfboden vor dem Einfüllen des Substrats hilft zusätzlich, Staunässe zu vermeiden.
Ein gut durchlässiges Substrat ist der Schlüssel, damit Ihr winterharter Lavendel im Topf nicht durch Wurzelfäule eingeht.
Drainage als Lebensversicherung
Um sicherzustellen, dass überschüssiges Wasser abfließen kann, sollten Sie eine Drainageschicht aus Blähton, Kies oder Tonscherben auf dem Topfboden auslegen. Diese Schicht verhindert, dass das Substrat die Abzugslöcher verstopft. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob das Wasser ungehindert abfließt. Bei Bedarf können Sie die Löcher vorsichtig mit einem dünnen Draht freimachen. Wenn der Topf auf einem Untersetzer steht, stellen Sie sicher, dass sich dort kein Wasser sammelt, oder leeren Sie diesen nach Regenfällen oder Bewässerung umgehend.
Standortwahl: Sonne, Luft und Schutz
Der Standort spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden und die Winterhärte Ihres Lavendels im Topf. Auch wenn Lavendel für seine Vorliebe für Sonne bekannt ist, gibt es im Kübel einige Besonderheiten zu beachten, insbesondere wenn es um die kalte Jahreszeit geht.
Sonnige Plätze sind Pflicht
Lavendel benötigt auch im Topf so viel Sonne wie möglich. Ein vollsonniger Standort – mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag – fördert die Blüte, den Duft und die allgemeine Vitalität der Pflanze. Je mehr Sonne, desto besser trocknet das Substrat ab, was für die Vermeidung von Staunässe essenziell ist. Auf einem sonnigen Balkon oder einer Terrasse kann der Lavendel seine volle Pracht entfalten.
Luftzirkulation gegen Krankheiten
Eine gute Luftzirkulation ist ebenfalls wichtig. Eng stehende Pflanzen oder eine windgeschützte, feuchte Ecke begünstigen die Ausbreitung von Pilzkrankheiten. Achten Sie darauf, dass um den Topf herum genügend Platz ist und die Luft zirkulieren kann. Dies ist besonders wichtig, um die Pflanze vor feuchtekaltem Wetter im Herbst und Winter zu schützen, das Krankheiten fördern kann.
Ein luftiger, sonniger Standort ist die beste Basis für einen gesunden, winterharten Lavendel im Topf.
Schutz im Winter: Der richtige Platz im Freien
Wenn Sie Ihren winterharten Lavendel im Topf draußen überwintern lassen möchten, ist der richtige Platz entscheidend. Stellen Sie die Kübel möglichst nah an die Hauswand. Dort sind sie vor den direkten, kalten Ostwinden geschützt und profitieren von der leichten Erwärmung des Mauerwerks. Ein überhängendes Dach oder ein Vordach bietet zusätzlichen Schutz vor Niederschlag, der die Pflanze im Winter schädigen kann. Das ist besonders wichtig, da die Wurzeln im Topf weniger isoliert sind als im Freiland und schneller durchfrieren können.
Zusätzliche Isolierung für die Topfwurzeln
Um die Wurzelballen vor dem Durchfrieren zu schützen, können Sie die Töpfe mit isolierendem Material umhüllen. Hierfür eignen sich Jute, Vlies, Kokosmatten, Noppenfolie oder auch alte Decken. Stellen Sie die umwickelten Töpfe am besten auf Holzfüße oder Styroporplatten, um Kältebrücken zum Boden zu vermeiden. Diese Maßnahmen helfen, Temperaturschwankungen auszugleichen und die Wurzeln vor extremen Minusgraden zu bewahren. Der Kübel selbst ist oft die Schwachstelle bei der Winterhärte.
Pflege des winterharten Lavendels im Topf: Sommer und Winter
Die Pflege des winterharten Lavendels im Topf unterscheidet sich je nach Jahreszeit, wobei die Vorbereitung auf den Winter und die richtige Bewässerung im Fokus stehen.
Bewässerung im Sommer: Weniger ist mehr
Während der Wachstums- und Blütezeit im Sommer benötigt Lavendel zwar Wasser, aber nur, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Gießen Sie lieber seltener, dafür aber durchdringend, damit das Wasser bis zu den Wurzeln gelangt. Vermeiden Sie unbedingt Staunässe im Untersetzer. Ein gut durchlässiges Substrat ist hier der Schlüssel. Düngen ist bei Lavendel meist nicht notwendig, da er magere Böden bevorzugt. Zu viel Dünger führt zu üppigem Blattwuchs auf Kosten der Blüte und reduziert die Winterhärte.
Der richtige Schnitt: Formgebung und Wintervorbereitung
Der Lavendelschnitt ist essenziell für die Gesundheit, Form und Langlebigkeit Ihrer Lavendelpflanzen im Topf. Es gibt prinzipiell zwei Schnitte pro Jahr, die sich für winterharte Sorten eignen. Der Hauptschnitt erfolgt nach der Blüte im Spätsommer oder frühen Herbst. Schneiden Sie verblühte Blütenstände zurück, aber nicht ins alte Holz. Ziel ist es, die Pflanze kompakt zu halten und die Bildung neuer Blüten im nächsten Jahr anzuregen.
Ein weiterer Schnitt, der sogenannte Rückschnitt ins ältere Holz, sollte nur bei Bedarf und vorsichtig durchgeführt werden. Er ist wichtig, um die Verholzung zu verlangsamen und die Pflanze zu verjüngen. Dieser Schnitt kann im zeitigen Frühjahr erfolgen, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Schneiden Sie hierbei nur leicht zurück, um die Struktur der Pflanze zu erhalten.
Die Kunst des Lavendels schneiden liegt darin, die Pflanze zu formen, ohne sie zu stark zurückzuschneiden und damit ihre Vitalität zu schwächen.
Überwinterung: Worauf Sie achten müssen
Die Überwinterung ist der kritischste Punkt für Lavendel im Topf. Auch winterharte Sorten sind im Kübel anfälliger für Frostschäden als ausgepflanzte Exemplare. Reduzieren Sie die Wassergaben ab Herbst drastisch. Der Lavendel benötigt im Winter kaum Wasser, lediglich an frostfreien Tagen, wenn die Erde ausgetrocknet ist, sollten Sie sparsam gießen. Das Ziel ist, die Pflanze trocken und kühl zu halten.
Stellen Sie die Töpfe an einen geschützten Platz, idealerweise mit den oben genannten Isolierungsmaßnahmen. Vermeiden Sie unbedingt, dass die Töpfe ständig im Nassen stehen. Ein Aufstellen auf Füße oder Rollbretter hilft hierbei. Entfernen Sie überflüssige Blätter, die Feuchtigkeit speichern könnten, aber lassen Sie das silbrige Laub als natürlichen Schutz erhalten. Das frühzeitige Entfernen von verblühten Blütenständen im Herbst verhindert, dass sich Samen bilden und die Pflanze unnötig Energie verbraucht.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Auch bei guter Pflege können mit Lavendel im Topf Probleme auftreten. Die häufigsten sind auf falsche Bewässerung, unzureichende Drainage, falschen Standort oder ungünstige Schnittmaßnahmen zurückzuführen. Wenn Sie die Ursachen kennen, lassen sich die meisten Probleme schnell beheben.
Staunässe und Wurzelfäule
Dies ist wohl das häufigste Problem bei Lavendel im Topf. Symptome sind gelb werdende Blätter, welkende Triebe und ein allmähliches Absterben der Pflanze. Die Ursache ist meist zu häufiges Gießen oder ein Topf mit schlechter Drainage. Die Lösung ist eine sofortige Verbesserung der Drainage: Überprüfen Sie die Abzugslöcher, lockern Sie die oberste Erdschicht oder topfen Sie die Pflanze gegebenenfalls in frisches, gut durchlässiges Substrat um. Reduzieren Sie die Gießhäufigkeit drastisch und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben gut abtrocknen.
Pilzkrankheiten
Lavendel kann bei feuchtem Wetter und schlechter Luftzirkulation anfällig für Pilzkrankheiten wie Grauschimmel werden. Dies zeigt sich durch graue, flaumige Beläge auf Blättern und Blüten oder braune Flecken. Vorbeugend helfen ein luftiger Standort und das Vermeiden von Blattnässe beim Gießen. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und entsorgt werden. In schweren Fällen kann ein biologisches Fungizid helfen, aber die Verbesserung der Umgebungsbedingungen ist die wichtigste Maßnahme.
Lichtmangel
Wenn Ihr Lavendel im Topf im Sommer zu dunkel steht, wird er dünn, spargelig und blüht kaum. Auch die Winterhärte kann leiden, da die Pflanze nicht genügend Kraft aufbauen kann. Sorgen Sie für einen vollsonnigen Platz. Wenn die Pflanze bereits zu lang und dünn geworden ist, kann ein Rückschnitt im Frühjahr helfen, sie wieder kompakter zu ziehen.
Frostschäden am Lavendel
Auch bei winterharten Sorten können starke Fröste, besonders in Kombination mit austrocknenden Winden und fehlender Isolierung des Topfes, zu Schäden führen. Die oberirdischen Triebe können braun und trocken werden. Schneiden Sie die geschädigten Triebe erst im Frühjahr zurück, wenn Sie sicher sind, dass kein Frost mehr droht. Oft treibt die Pflanze aus dem unteren Bereich wieder aus. Eine gute Vorbereitung und Isolierung im Winter sind die beste Prävention.
Lavendel vermehren: Vom Strauch zum neuen Duftspender
Die Vermehrung von Lavendel ist eine lohnende Beschäftigung, die es Ihnen ermöglicht, Ihre Sammlung zu erweitern oder Ihre Lieblingssorte weiterzugeben. Für winterharte Sorten im Topf ist die Stecklingsvermehrung die gängigste und erfolgreichste Methode, um genetisch identische Pflanzen zu erhalten.
Stecklingsvermehrung: Der Klassiker
Die beste Zeit für die Stecklingsgewinnung ist der späte Frühsommer, etwa im Juli oder August. Schneiden Sie gesunde, nicht blühende Triebe von Ihrer Mutterpflanze ab. Diese Triebe sollten etwa 10-15 cm lang sein und bereits etwas verholzt, aber noch biegsam. Entfernen Sie die unteren Blätter und kürzen Sie eventuell zu lange Triebe auf etwa die Hälfte ein. Ein Schnitt direkt unter einem Blattknoten ist ideal.
Bereiten Sie kleine Töpfe mit einer Mischung aus Anzuchterde und Sand vor. Stecken Sie die vorbereiteten Stecklinge etwa 2-3 cm tief in die Erde. Achten Sie darauf, dass sich die Stecklinge nicht berühren. Ein kleines Gewächshaus oder eine mit Folie abgedeckte Schale hilft, die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten, was für die Wurzelbildung entscheidend ist. Stellen Sie die Anzucht an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Ort bei etwa 18-20 Grad Celsius.
Geduld ist gefragt: Die Wurzelbildung kann mehrere Wochen dauern.
Pflege der jungen Stecklinge
Halten Sie das Substrat stets leicht feucht, aber nicht nass. Sobald Sie merken, dass die Stecklinge zu wurzeln beginnen (erkennbar an neuem Austrieb oder leichtem Widerstand beim Ziehen), können sie pikiert und in einzelne Töpfe umgesetzt werden. Überwintern Sie die jungen Pflanzen an einem kühlen, hellen Ort, um sie vor starkem Frost zu schützen. Sie sind im ersten Jahr noch nicht so frosthart wie ausgewachsene Pflanzen. Erst im Folgejahr können sie dann, je nach Größe, an ihren endgültigen Standort im Kübel auf Balkon oder Terrasse.
Aussaat: Eher unüblich für Sortenreine Pflanzen
Die Vermehrung durch Aussaat ist bei Lavendel eher unüblich, da die Sorteneigenschaften oft nicht erhalten bleiben. Bei Wildarten kann es funktionieren, aber für spezifische Sorten wie 'Munstead' oder 'Hidcote' ist die Stecklingsvermehrung die Methode der Wahl, um die gewünschten Eigenschaften zu sichern. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, säen Sie die Samen im Frühjahr auf gut durchlässige Anzuchterde aus und halten Sie sie feucht und warm.
Lavendel düngen und seine Bedeutung für die Winterhärte
Lavendel ist kein Starkzehrer und hat andere Bedürfnisse als viele Zier- oder Nutzpflanzen. Die Frage, ob und wie man Lavendel düngen sollte, hat direkten Einfluss auf seine Winterhärte und seine allgemeine Gesundheit, besonders im Topf.
Weniger ist mehr: Die Philosophie der Lavendeldüngung
Der Schlüssel zur erfolgreichen Lavendeldüngung liegt in Zurückhaltung. Lavendel stammt ursprünglich aus mediterranen Regionen, wo die Böden oft mager und steinig sind. Pflanzen, die an solche Bedingungen angepasst sind, entwickeln eine Robustheit, die durch Überdüngung schnell verloren geht. Zu viel Stickstoff fördert ein üppiges, weiches Wachstum, das anfälliger für Krankheiten und Frost ist. Die Blütenfülle kann ebenfalls abnehmen.
Für Lavendel im Topf gilt daher: Düngen Sie sparsam und nur bei Bedarf. Die meisten handelsüblichen Kräuter- oder Blumenerden enthalten bereits Nährstoffe, die für den Lavendel für eine gewisse Zeit ausreichen. Wenn Sie eine spezielle Kräutererde verwenden, ist diese oft schon auf die Bedürfnisse von Lavendel abgestimmt und benötigt keine zusätzliche Düngung.
Eine Überdüngung schwächt den Lavendel und reduziert seine Fähigkeit, Kälteperioden unbeschadet zu überstehen.
Wann und womit düngen?
Wenn Sie dennoch düngen möchten, tun Sie dies am besten im Frühjahr, wenn die Wachstumsperiode beginnt. Verwenden Sie einen speziellen Kräuter- oder Langzeitdünger, der auf die Bedürfnisse von mediterranen Pflanzen abgestimmt ist. Achten Sie auf einen niedrigen Stickstoffgehalt und einen höheren Anteil an Kalium, was die Winterhärte fördert. Flüssigdünger sollten stark verdünnt und nur selten angewendet werden. Organische Dünger wie Kompost sind ebenfalls eine gute Option, sollten aber nur in Maßen und gut verrottet eingesetzt werden, um die Erde nicht zu überfetten.
Im Herbst sollten Sie auf jegliche Düngung verzichten. Dies gibt der Pflanze die Möglichkeit, sich auf die Winterruhe vorzubereiten und ihre Gewebe zu verhärten. Eine späte Düngung würde neues, weiches Wachstum fördern, das dem ersten Frost kaum standhalten könnte.
Die Rolle der Düngung für die Winterhärte
Eine ausgewogene Nährstoffversorgung, die auf die Bedürfnisse des Lavendels zugeschnitten ist, stärkt seine Zellstruktur und macht ihn widerstandsfähiger gegen Frost. Kalium spielt hierbei eine wichtige Rolle, da es die Wasserregulation der Pflanze verbessert und die Zellmembranen stabilisiert. Ein Mangel an Nährstoffen kann die Pflanze schwächen, aber auch ein Überangebot, insbesondere an Stickstoff, kann zu einem weichen, unflexiblen Gewebe führen, das leichter erfriert. Daher ist die richtige Dosis entscheidend für einen robusten, winterharten Lavendel im Topf.
Lavendel trocknen: Den Sommerduft konservieren
Auch wenn der Fokus auf winterhartem Lavendel im Topf liegt, lohnt es sich, die Blüten für die Dekoration oder zur Raumbeduftung zu trocknen. So können Sie den Duft und die Schönheit des Sommers auch über die kalten Monate hinweg genießen.
Der beste Zeitpunkt für die Ernte
Der ideale Zeitpunkt, um Lavendel für das Trocknen zu ernten, ist, wenn die Blütenstände gerade vollständig geöffnet sind, aber bevor sie zu verblühen beginnen. Dies ist meist am Vormittag der Fall, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten, was für den intensiven Duft sorgt. Schneiden Sie die Stiele mit einer Schere ab und lassen Sie etwa 15-20 cm Stiel daran.
Die traditionelle Trocknungsmethode: Bündelweise aufhängen
Die klassische Methode ist das Bündeln der Lavendelstiele und das Aufhängen an einem luftigen, dunklen und trockenen Ort. Binden Sie kleine Bündel zusammen und befestigen Sie diese kopfüber an einem Seil oder Haken. Ein dunkler Raum, wie ein Dachboden oder ein wenig genutztes Zimmer, ist ideal, da Licht die Farbe der Blüten verblassen lassen kann. Die Trocknung dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Die Blüten sind trocken, wenn sich die Stiele leicht brechen lassen und die Blütenköpfe rascheln.
Sorgen Sie für gute Belüftung, um Schimmelbildung während des Trocknungsprozesses zu verhindern.
Alternative Trocknungsmethoden
Wer es schneller mag, kann Lavendel auch im Dörrautomat oder im Backofen bei sehr niedriger Temperatur (maximal 50 Grad Celsius, Tür einen Spalt offen lassen) trocknen. Diese Methoden erfordern jedoch mehr Aufmerksamkeit, um die Blüten nicht zu verbrennen oder zu verkohlen. Eine weitere Möglichkeit ist das Trocknen auf einem feinen Sieb oder Gitter, ebenfalls an einem dunklen, gut belüfteten Ort. Dies ist besonders geeignet, wenn die Stiele sehr kurz sind.
Verwendung von getrocknetem Lavendel
Getrockneter Lavendel eignet sich hervorragend für Duftsäckchen im Kleiderschrank oder für Dekorationen. Sie können die Blüten auch vorsichtig von den Stielen streifen und für Potpourris oder als essbare Blüten in der Küche verwenden (nur bestimmte Sorten wie Lavandula angustifolia sind hierfür geeignet). Bewahren Sie den getrockneten Lavendel in luftdichten Behältern an einem kühlen, dunklen Ort auf, um sein Aroma lange zu erhalten.
