Warum Lavendel vermehren?
Das eigene Zuhause mit duftenden Lavendelfeldern zu schmücken, ist ein Traum vieler Gärtner. Doch die Anschaffung vieler neuer Pflanzen kann ins Geld gehen. Hier kommt die eigene Vermehrung ins Spiel: Sie ist nicht nur kostengünstig, sondern auch eine unglaublich befriedigende Erfahrung. Wenn Sie Ihren bestehenden Lavendel erfolgreich vermehren, können Sie nicht nur Ihren Garten vergrößern, sondern auch gesunde Ableger an Freunde und Familie weitergeben. Jede vermehrte Pflanze ist ein kleines Stück Erfolg, das den Garten bereichert und die Freude am Gärtnern vervielfacht. Es ist ein Kreislauf der Natur, den Sie aktiv mitgestalten.
Es gibt verschiedene Gründe, warum sich das Vermehren von Lavendel lohnt. Neben der finanziellen Ersparnis erlaubt es Ihnen, seltene Sorten zu vermehren, die im Handel schwer erhältlich sind. Außerdem können Sie durch die Vermehrung sicherstellen, dass Sie immer gesunde, kräftige Pflanzen erhalten, da Sie die Mutterpflanzen sorgfältig auswählen und die Bedingungen für die Anzucht optimal gestalten können. Die erfolgreiche Vermehrung stärkt zudem Ihr gärtnerisches Wissen und Ihre Verbindung zur Natur. Es ist ein Prozess, der Geduld und Sorgfalt erfordert, aber die Belohnung – eine Fülle neuer, duftender Pflanzen – ist unermesslich.
Die Motivation zur Vermehrung liegt in der Freude an der eigenen Schöpfung und der Erweiterung des grünen Reiches.
Die Vermehrung von Lavendel ist im Grunde eine Möglichkeit, die Lebenskraft dieser beliebten Pflanze zu teilen und zu erhalten. Ob Sie nun eine bestimmte Lavendelart, wie den robusten Lavendel angustifolia, vermehren möchten oder einfach nur mehr von dieser mediterranen Schönheit in Ihrem Garten wünschen, die Methoden sind zugänglich und effektiv. Stellen Sie sich vor, wie Sie im nächsten Jahr nicht nur einen, sondern gleich mehrere Büsche dieser duftenden Pracht in voller Blüte haben. Das ist die Magie der Vermehrung.
Die besten Zeitpunkte für die Lavendelvermehrung
Bevor Sie mit der Vermehrung von Lavendel beginnen, ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts entscheidend für den Erfolg. Jede Methode hat ihre idealen Phasen, in denen die Pflanzen am besten auf die Teilung, den Schnitt oder die Aussaat reagieren. Falscher Zeitpunkt kann dazu führen, dass Stecklinge nicht bewurzeln oder Samen nicht keimen. Eine gute Planung ist daher die halbe Miete für gesunde, neue Lavendelpflanzen.
Grundsätzlich bieten sich zwei Hauptperioden für die Vermehrung an: das späte Frühjahr bis Frühsommer und der Spätsommer bis Frühherbst. Diese Zeiten sind gewählt, weil sie den Pflanzen erlauben, sich vor dem Winter gut zu etablieren oder noch genügend Wachstumszeit nach der Vermehrung zu haben.
Vermehrung durch Stecklinge: Frühling und Frühsommer
Die Vermehrung von Lavendel durch Stecklinge ist die beliebteste Methode. Der beste Zeitpunkt dafür ist das späte Frühjahr, etwa ab Mai, bis in den frühen Sommer, etwa bis Juli. Zu dieser Zeit hat die Pflanze bereits neues, kräftiges Holz gebildet, das sich gut für Stecklinge eignet. Diese jungen, noch weichen Triebe lassen sich leichter bewurzeln. Schneiden Sie Triebspitzen von etwa 10-15 cm Länge ab, die noch nicht geblüht haben oder deren Blütenansätze gerade erst erscheinen.
Vermehrung durch Stecklinge: Spätsommer und Herbst
Alternativ können Sie auch im Spätsommer, nach der Hauptblüte, halb verholzte Stecklinge schneiden. Diese sind bereits etwas fester, aber noch flexibel genug, um Wurzeln zu bilden. Diese Stecklinge können Sie dann, je nach Witterung und Schutz, entweder direkt ins Freiland oder in Töpfe pflanzen. Wenn Sie sie in Töpfe setzen, ist es ratsam, diese frostfrei zu überwintern. Das ist eine gute Option, wenn Sie im Frühjahr nicht dazu gekommen sind oder einfach mehr Stecklinge benötigen.
Vermehrung durch Aussaat: Frühjahr
Die Aussaat von Lavendelsamen ist eine weniger verbreitete Methode, da sie Geduld erfordert und nicht alle Sorten zuverlässig daraus hervorgehen. Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist das frühe Frühjahr, idealerweise im März oder April. Dies kann entweder direkt im Freiland erfolgen, wenn die Bodentemperaturen bereits etwas angestiegen sind, oder im Haus auf einer Fensterbank für einen früheren Start. Beachten Sie, dass Lavendelsamen Licht zum Keimen benötigen und nicht tief eingegraben werden dürfen.
Die Hauptblütezeit des Lavendels ist oft der beste Indikator dafür, dass die Pflanze bereit ist, neues Leben zu schenken.
Vermehrung durch Teilung: Frühjahr
Das Teilen von Lavendelpflanzen ist am besten im zeitigen Frühjahr, kurz nach dem Austrieb, durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze noch keine großen Kräfte in die Blütenbildung gesteckt und kann sich gut von der Teilung erholen. Entfernen Sie die alte Erde und trennen Sie den Wurzelballen vorsichtig in zwei oder mehr Teile, wobei jeder Teil über genügend Wurzeln und Triebe verfügen sollte. Dies ist eine Methode, die sich vor allem für ältere, etwas aus der Form geratene Pflanzen eignet.
Lavendel vermehren per Stecklinge: Die bewährte Methode
Wenn es darum geht, Lavendel zu vermehren, sind Stecklinge die erste Wahl für die meisten Gärtner. Diese Methode ist unkompliziert und führt in der Regel zu sehr guten Ergebnissen, besonders bei Sorten wie Lavendel angustifolia. Sie wählen gesunde Mutterpflanzen, schneiden Triebspitzen ab und helfen ihnen, neue Wurzeln zu bilden. Der Prozess ist fast wie ein kleines Wunder der Natur, das Sie aktiv mitgestalten.
Schritt 1: Die Auswahl und Entnahme der Stecklinge
Suchen Sie im späten Frühjahr oder frühen Sommer (Mai bis Juli) nach kräftigen, jungen Trieben an Ihrer gesunden Lavendelpflanze. Diese sollten etwa bleistiftdick und zwischen 10 und 15 Zentimeter lang sein. Vermeiden Sie blühende Triebe, da die Blütenbildung viel Energie kostet, die die Pflanze stattdessen für die Wurzelbildung benötigt. Schneiden Sie die Stecklinge mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Rosenschere knapp unterhalb eines Blattknotens ab. Entfernen Sie die unteren Blätter vorsichtig, sodass nur noch zwei bis vier Blattpaare am oberen Ende verbleiben. Dies verhindert Fäulnis in der Erde und reduziert die Verdunstung.
Schritt 2: Das Vorbereiten der Stecklinge
Um die Bewurzelung zu fördern, können Sie die Schnittfläche der Stecklinge optional in Bewurzelungspulver tauchen. Dieses Pulver enthält Hormone, die das Wurzelwachstum anregen. Achten Sie darauf, nur die unterste Schnittstelle leicht zu befeuchten und in das Pulver zu tauchen, überschüssiges Pulver abzuklopfen. Eine Alternative dazu ist das Eintauchen in flüssige Bewurzelungshilfen oder das Verwenden von Hausmitteln wie einer verdünnten Salweide- oder Zwiebelsud-Lösung, obwohl diese oft weniger zuverlässig sind.
Schritt 3: Das Einpflanzen der Stecklinge
Bereiten Sie kleine Töpfe oder eine Aussaatschale mit einer gut durchlässigen Anzucht- oder Kräutererde vor. Eine Mischung aus Erde und Sand (im Verhältnis 2:1) ist ideal, da Lavendel keine Staunässe verträgt. Stecken Sie die vorbereiteten Stecklinge etwa 2-3 cm tief in die Erde, sodass die verbliebenen Blätter knapp über der Oberfläche liegen. Halten Sie einen Abstand von etwa 5 cm zwischen den einzelnen Stecklingen ein, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Gießen Sie die Erde vorsichtig an, sodass sie feucht, aber nicht nass ist.
Schritt 4: Die Pflege der Stecklinge bis zur Wurzelbildung
Stellen Sie die bepflanzten Töpfe an einen hellen, warmen Ort, der aber vor direkter Mittagssonne geschützt ist. Eine leichte Abdeckung mit einer durchsichtigen Plastiktüte oder einer Mini-Gewächshausabdeckung hilft, die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten und ein Austrocknen der Stecklinge zu verhindern. Lüften Sie die Abdeckung täglich kurz, um Schimmelbildung vorzubeugen. Die Bewurzelung dauert in der Regel 4-8 Wochen. Sie erkennen, dass die Stecklinge Wurzeln gebildet haben, wenn Sie vorsichtig daran ziehen und ein leichter Widerstand spürbar ist oder wenn neue Blättchen austreiben.
Der Schlüssel zum Erfolg bei Stecklingen liegt in der Balance zwischen Feuchtigkeit und guter Belüftung.
Sobald die Stecklinge gut durchwurzelt sind, können Sie sie einzeln in kleine Töpfe mit nährstoffreicherer Erde umtopfen. Ab diesem Zeitpunkt können Sie sie langsam an die Außenbedingungen gewöhnen, indem Sie sie tagsüber ins Freie stellen, aber bei Nacht oder schlechtem Wetter wieder hereinholen. Der endgültige Auspflanztermin ins Freiland ist dann im nächsten Frühjahr, nach den letzten Frösten.
Lavendel durch Teilung vermehren: Eine schnelle Methode
Das Teilen von Lavendelpflanzen ist eine hervorragende Methode, um ältere, buschigere Pflanzen zu verjüngen und gleichzeitig neue Exemplare zu gewinnen. Wenn Ihr Lavendel zu groß geworden ist oder in der Mitte anfängt, verkahlen, ist das Teilungsverfahren die ideale Lösung. Diese Methode ist oft schneller als Stecklinge oder Aussaat und liefert sofort größere Pflanzen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Teilung?
Der ideale Zeitpunkt für die Teilung von Lavendel ist das zeitige Frühjahr, sobald die ersten neuen Triebe zu sehen sind, aber bevor die Pflanze intensiv wächst oder blüht. Dies ist typischerweise im März oder April der Fall. Ein weiterer möglicher Zeitpunkt ist der Spätsommer nach der Blüte, aber das Frühjahr wird generell bevorzugt, da die geteilten Pflanzen mehr Zeit haben, sich vor dem Winter gut zu etablieren.
Schritt 1: Vorbereitung der Mutterpflanze
Zuerst müssen Sie die ausgewählte Lavendelpflanze gut wässern. Dies erleichtert später das Herausnehmen aus dem Topf oder das Ausgraben im Beet und hält die Wurzeln während des Prozesses feucht. Wenn die Pflanze im Beet steht, lockern Sie den Boden rund um den Wurzelballen vorsichtig mit einer Grabegabel auf. Wenn sie im Topf ist, drehen Sie den Topf um und ziehen Sie die Pflanze vorsichtig heraus. Entfernen Sie überschüssige Erde vom Wurzelballen, um einen besseren Überblick zu bekommen.
Schritt 2: Das Trennen des Wurzelballens
Nun kommt der wichtigste Schritt: das Teilen der Pflanze. Verwenden Sie dazu ein scharfes, sauberes Messer, eine kleine Kelle oder sogar Ihre Hände, um den Wurzelballen in zwei oder mehr Teile zu trennen. Stellen Sie sicher, dass jeder Teil genügend gesunde Wurzeln und mindestens einen oder zwei kräftige Triebe aufweist. Bei sehr großen oder dichten Wurzelballen kann es hilfreich sein, die Pflanze mit einem Spaten oder einer Säge zu teilen. Achten Sie darauf, die Wurzeln so wenig wie möglich zu beschädigen.
Schritt 3: Das Pflanzen der geteilten Pflanzen
Pflanzen Sie die neu gewonnenen Teilstücke sofort wieder ein. Wenn Sie die Pflanzen im Beet teilen, graben Sie neue Pflanzlöcher, die groß genug für die Wurzelballen sind. Setzen Sie die Teilstücke so ein, dass die Oberseite des Wurzelballens auf gleicher Höhe mit der umgebenden Erde ist. Bei Topfpflanzung verwenden Sie neue Töpfe, die etwas größer sind als die vorhandenen Wurzelballen, und füllen Sie sie mit einer hochwertigen Kräuter- oder Gartenerde auf. Achten Sie darauf, dass die Erde gut durchlässig ist.
Schritt 4: Die Nachsorge
Gießen Sie die frisch geteilten und eingepflanzten Lavendelstücke gründlich an. Dies hilft der Erde, sich um die Wurzeln zu legen und den Bodenschluss zu verbessern. Halten Sie die Pflanzen in den ersten Wochen feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Der Lavendel wird nun seine Energie darauf verwenden, neue Wurzeln zu bilden und sich zu etablieren. Mit der richtigen Pflege werden Ihre geteilten Pflanzen schnell wieder zu stattlichen Exemplaren heranwachsen.
Die Teilung ist eine Verjüngungskur für alte Pflanzen und eine Geburtshilfe für neue.
Diese Methode ist besonders effektiv, um die Vitalität Ihres Lavendels zu erhalten. Ältere Pflanzen werden durch das Teilungsverfahren angeregt, wieder kräftiger zu wachsen, und Sie erhalten im Gegenzug sofort pflanzbare, etablierte Einheiten, die sich im kommenden Jahr oft schon genauso gut entwickeln wie gekaufte Pflanzen.
Lavendel durch Aussaat vermehren: Geduld ist gefragt
Obwohl die Vermehrung durch Stecklinge und Teilung gängiger ist, kann die Aussaat von Lavendelsamen eine spannende Alternative sein, besonders wenn Sie experimentierfreudig sind oder seltene Sorten anbauen möchten. Diese Methode erfordert jedoch mehr Geduld und ist nicht immer erfolgreich, da die Keimrate variieren kann und die Sämlinge empfindlicher sind. Dennoch kann die Beobachtung des Wachstums vom winzigen Samen bis zur blühenden Pflanze eine einzigartige Freude bereiten.
Schritt 1: Die Saatgutgewinnung und -vorbereitung
Lavendelsamen können Sie entweder selbst von reifen Samenständen sammeln oder im Fachhandel erwerben. Wenn Sie Samen selbst ernten, lassen Sie die Samenstände nach der Blüte vollständig trocknen. Schneiden Sie die trockenen Stängel ab und reiben Sie die Samen über einer Schale oder einem Papier aus. Bewahren Sie die Samen bis zur Aussaat an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort auf. Für eine verbesserte Keimung können Sie die Samen vor der Aussaat einer Kältebehandlung unterziehen (Stratifikation): Mischen Sie die Samen mit etwas feuchtem Sand oder Vermiculit und legen Sie sie für etwa 4-6 Wochen in den Kühlschrank. Dies simuliert die natürlichen Winterbedingungen.
Schritt 2: Die Aussaat im Frühjahr
Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist das frühe Frühjahr, idealerweise im März oder April. Sie können die Aussaat entweder im Haus auf einer hellen Fensterbank oder im Frühbeet beginnen, um den Sämlingen einen Vorsprung zu verschaffen. Verwenden Sie eine feine Anzuchterde oder eine Mischung aus Sand und Torf. Streuen Sie die Samen gleichmäßig auf die Oberfläche der Erde und drücken Sie sie leicht an. Sie sollten nicht mit Erde bedeckt werden, da Lavendelsamen Licht zum Keimen benötigen. Eine leichte Abdeckung mit einer Glasscheibe oder Folie hält die Feuchtigkeit.
Schritt 3: Die Keimung und Pflege der Sämlinge
Halten Sie die Aussaaterde stets leicht feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Die Keimung kann zwischen 2 und 4 Wochen dauern, manchmal auch länger, abhängig von der Sorte und den Bedingungen. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, entfernen Sie die Abdeckung und sorgen Sie für gute Belüftung. Stellen Sie die Schale an einen hellen, aber nicht zu sonnigen Platz. Die jungen Sämlinge sind sehr empfindlich gegenüber Trockenheit und Kälte.
Schritt 4: Pikieren und Auspflanzen
Wenn die Sämlinge ihre ersten echten Blätter entwickelt haben und groß genug sind, um sie sicher anzufassen, ist es Zeit zum Pikieren. Setzen Sie jeden Sämling vorsichtig in ein eigenes kleines Töpfchen mit einer etwas nährstoffreicheren Erde. Achten Sie darauf, die feinen Wurzeln nicht zu beschädigen. Langsam gewöhnen Sie die Jungpflanzen an die Außenbedingungen, indem Sie sie tagsüber ins Freie stellen. Die endgültige Auspflanzung ins Freiland erfolgt erst nach den letzten Frösten, meist ab Mitte Mai, wenn die Pflanzen kräftig genug sind.
Geduld ist die oberste Tugend bei der Lavendelvermehrung durch Aussaat.
Die Pflanzen, die aus Samen gezogen werden, können in Aussehen und Duft leicht von der Mutterpflanze abweichen. Dies ist Teil des Reizes der samenvermehrten Pflanzen – jede ist ein Unikat. Beachten Sie, dass einige Lavendelsorten, wie z.B. viele Hybrid- oder Zuchtsorten, nicht zuverlässig aus Samen vermehrt werden können oder ihre Eigenschaften nicht sortenecht weitergeben. Informieren Sie sich über die spezifischen Anforderungen Ihrer Lavendelart.
Pflanzzeit und Pflege nach der Vermehrung
Nachdem Sie Ihren Lavendel erfolgreich vermehrt haben, sei es durch Stecklinge, Teilung oder Aussaat, ist die richtige Pflanzzeit und anschließende Pflege entscheidend für das Gedeihen der neuen Pflanzen. Sie haben nun den Grundstein für viele Jahre duftender Freude gelegt, und die richtige Handhabung in dieser Anfangsphase sichert Ihnen gesunde, kräftige Exemplare.
Der richtige Zeitpunkt zum Auspflanzen ins Freiland
Generell ist das Frühjahr, nachdem die Gefahr von Nachtfrösten vorüber ist, der beste Zeitpunkt, um junge Lavendelpflanzen ins Freiland zu setzen. Dies ist in den meisten Regionen Deutschlands etwa ab Mitte Mai der Fall. Die jungen Pflanzen haben dann den ganzen Sommer über Zeit, sich gut im Boden zu etablieren, bevor der Winter naht. Achten Sie darauf, dass die jungen Pflanzen an die Außentemperaturen gewöhnt sind, indem Sie sie schrittweise an ihren endgültigen Standort gewöhnen (abhärten).
Der ideale Standort für Lavendel
Lavendel liebt die Sonne. Wählen Sie für Ihre neuen Pflanzen einen Platz, der mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag erhält. Der Boden sollte gut durchlässig sein, denn Lavendel verträgt keine Staunässe. Eine magere, sandige oder kiesige Erde ist ideal. Wenn Ihr Boden schwer und lehmig ist, sollten Sie ihn mit Sand, Kies oder Kompost verbessern, um die Drainage zu gewährleisten. Ein leicht alkalischer Boden wird ebenfalls bevorzugt.
Pflanzabstand und Einpflanzen
Berücksichtigen Sie bei der Pflanzung den endgültigen Wuchs Ihrer Lavendelsorte. Für typische Sorten wie Lavendel angustifolia planen Sie einen Abstand von etwa 30-40 cm zwischen den Pflanzen ein. Graben Sie ein Pflanzloch, das etwas größer ist als der Wurzelballen der Pflanze. Lockern Sie die Erde am Boden des Lochs und setzen Sie die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens ebenerdig mit der umgebenden Erde ist. Füllen Sie das Loch mit Erde auf und drücken Sie sie leicht an.
Die erste Bewässerung und Pflege
Nach dem Einpflanzen sollten Sie die jungen Lavendelpflanzen gründlich angießen. In den ersten Wochen ist es wichtig, die Erde gleichmäßig feucht zu halten, aber keinesfalls nass. Sobald die Pflanzen gut angewachsen sind, ist Lavendel sehr trockenheitstolerant und benötigt nur noch bei extremer Hitze zusätzliches Wasser. Vermeiden Sie es, die Blätter zu gießen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Gießen Sie stattdessen direkt an die Wurzeln. Ein leichter Rückschnitt nach der ersten Blüte fördert die Verzweigung und ein buschiges Wachstum.
Ein guter Bodenschluss ist das Fundament für ein starkes Wurzelwachstum.
Für das erste Überwintern von jungen, frisch vermehrten Pflanzen ist ein leichter Schutz ratsam, insbesondere in raueren Regionen. Eine Schicht Mulch aus Laub oder Reisig um die Basis der Pflanzen kann helfen, die Wurzeln vor starkem Frost zu schützen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Pflanzen nicht zu feucht stehen und gut belüftet sind, um Fäulnis zu vermeiden.
Häufige Probleme und ihre Lösungen
Auch bei sorgfältiger Arbeit kann es bei der Vermehrung von Lavendel zu Problemen kommen. Das Wissen um die häufigsten Schwierigkeiten hilft Ihnen, schnell und effektiv gegenzusteuern und Ihre Erfolgsquote zu maximieren. Ob Stecklinge faulen, Samen nicht keimen oder junge Pflanzen kümmern – fast jedes Problem hat eine Lösung.
Problem 1: Stecklinge faulen statt zu wurzeln
Ursache: Zu viel Feuchtigkeit, schlechte Drainage, zu wenig Belüftung, zu warme Temperaturen in Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit. Der Pilzbefall ist die Folge. Lösung: Verwenden Sie immer eine sehr gut durchlässige Erde (Mischung aus Sand und Erde). Achten Sie auf ausreichende Belüftung, indem Sie die Abdeckung regelmäßig lüften. Vermeiden Sie Staunässe im Topf. Wenn die Stecklinge bereits faulen, ist es oft besser, sie zu entsorgen und neue zu setzen, nachdem die Ursachen behoben wurden.
Problem 2: Samen keimen nicht oder nur spärlich
Ursache: Alter oder minderwertiges Saatgut, falsche Keimbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Licht), mangelnde Kältebehandlung (Stratifikation). Lösung: Verwenden Sie frisches Saatgut von vertrauenswürdigen Quellen. Stellen Sie sicher, dass die Erde konstant feucht, aber nicht nass ist, und die Temperatur im empfohlenen Bereich liegt. Führen Sie eine Kältebehandlung durch, falls empfohlen. Licht ist für die Keimung essentiell – Samen nicht zu tief einsetzen.
Problem 3: Junge Pflanzen wachsen schlecht oder kümmern
Ursache: Zu wenig Licht, Nährstoffmangel, Staunässe, zu frühes oder zu spätes Auspflanzen ins Freiland, zu aggressive Sonneneinstrahlung für junge Sämlinge. Lösung: Stellen Sie junge Pflanzen an einen hellen, aber vor direkter Mittagssonne geschützten Platz. Verwenden Sie eine geeignete Anzucht- oder Kräutererde. Achten Sie auf eine gute Drainage und vermeiden Sie Staunässe. Härten Sie die Pflanzen langsam ab, bevor sie ins Freiland kommen. Prüfen Sie, ob der Standort im Freiland geeignet ist (Sonne, Boden).
Vorbeugung ist oft der einfachste Weg, Probleme zu vermeiden.
Problem 4: Stecklinge vertrocknen schnell
Ursache: Zu geringe Luftfeuchtigkeit, zu trockene Erde, zu viel Sonneneinstrahlung, nicht genügend Blätter zur Verdunstungsreduktion. Lösung: Halten Sie die Luftfeuchtigkeit hoch, indem Sie die Töpfe mit einer Plastiktüte oder einer Haube abdecken und diese regelmäßig lüften. Achten Sie auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit der Erde, aber niemals Staunässe. Stellen Sie die Töpfe an einen hellen Ort, der aber vor direkter, starker Mittagssonne geschützt ist.
Die häufigste Ursache für Misserfolge bei der Vermehrung ist Staunässe. Lavendel ist eine Pflanze der sonnigen, trockenen Standorte. Wenn Sie diese Grundregel bei der Anzucht und Pflege beachten, sind Sie auf dem besten Weg zum Erfolg.
