Was bedeutet es, wenn ein Maulwurf oberirdisch läuft?

Wenn Sie einen Maulwurf oberirdisch beobachten, ist das ein Zeichen für besondere Umstände. Dieses Verhalten ist selten und deutet auf eine Störung im unterirdischen Lebensraum oder auf äußere Einflüsse hin. Normalerweise verbringen diese spezialisierten Säugetiere den Großteil ihres Lebens unter der Erde, wo sie ihre komplexen Tunnelsysteme anlegen. Ihr Gang ist an das Graben und die Dunkelheit angepasst, mit großen, schaufelartigen Vorderpfoten und einem schmalen Kopf. Wenn sie sich dennoch an die Oberfläche wagen, sind oft dringende Gründe dafür verantwortlich.

  • Oberirdisches Laufen ist ein seltenes Signal für Maulwürfe.
  • Es deutet auf Probleme im Lebensraum oder externe Störungen hin.
  • Das Verhalten ist oft ein Zeichen von Not oder Orientierungslosigkeit.
  • Seltenheitswert unterstreicht die Wichtigkeit des unterirdischen Lebensraums.

Die Beobachtung eines Maulwurfs außerhalb seines gewohnten Territoriums wirft Fragen auf und veranlasst Gärtner sowie Naturfreunde, das Verhalten genauer zu betrachten. Es ist kein alltägliches Schauspiel, einen dieser faszinierenden Bewohner des Erdreichs im Tageslicht und über dessen Oberfläche zu sehen. Die Frage nach dem Warum beschäftigt viele, da es von der typischen Lebensweise dieses Tieres abweicht.

Die natürlichen Lebensbedingungen des Maulwurfs

Maulwürfe, wissenschaftlich bekannt als *Talpa europaea*, sind Meister des unterirdischen Lebens. Ihr Körperbau ist perfekt an das Graben und Leben in der Dunkelheit angepasst. Große, kräftige Vorderpranken mit langen Krallen sind ihre Werkzeuge, um sich durch die Erde zu arbeiten und komplexe Gänge zu graben, die oft mehrere Ebenen umfassen: Jagd-, Wohn- und Lüftungstunnel. Sie sind Einzelgänger, die ihre Reviere mit Duftmarken markieren und verteidigen. Ihre primäre Nahrungsquelle sind Regenwürmer, aber auch Larven und Insekten stehen auf dem Speiseplan. Die Jagd findet ebenfalls in ihren selbst geschaffenen unterirdischen Wegen statt. Ihre Sinne sind auf die unterirdische Welt abgestimmt; sie haben zwar Augen, aber das Sehvermögen ist stark eingeschränkt und spielt im Dunkeln kaum eine Rolle. Dafür sind ihr Geruchs- und Tastsinn hochentwickelt, um Beute und Hindernisse im Tunnel zu erkennen.

Ursachen für das oberirdische Erscheinen

Mehrere Faktoren können dazu führen, dass ein Maulwurf seinen geschützten unterirdischen Lebensraum verlässt und sich oberirdisch bewegt. Einer der häufigsten Gründe ist eine akute Bedrohung oder Störung seines Tunnelsystems. Baumaßnahmen, schwere Maschinen oder extreme Bodenveränderungen können seine unterirdischen Pfade zerstören oder unpassierbar machen. Auch starke Überschwemmungen im Wurzelbereich oder ein plötzlicher Wassereinbruch in die Gänge zwingen den Maulwurf nach oben, um sich in Sicherheit zu bringen und neue, trockene Reviere zu suchen. Dies ist oft ein Überlebensinstinkt, der ihn aus einer lebensbedrohlichen Situation rettet.

Überflutungen und Bodenerosion als Auslöser

Starke Regenfälle oder längere nasse Perioden können dazu führen, dass sich die Erde mit Wasser vollsaugt und die Tunnel überflutet werden. Maulwürfe sind zwar an feuchten Boden gewöhnt, doch stehendes Wasser in ihren Hauptgängen ist problematisch. Sie benötigen trockene Bereiche zum Ruhen und zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Wenn die unteren Gänge unter Wasser stehen, versucht der Maulwurf, sich durch die obere Bodenschicht oder an die Oberfläche zu retten, um trockenen Boden zu finden. Ähnlich verhält es sich bei starker Bodenerosion, die Gänge einstürzen lassen oder den Zugang zu Nahrungsquellen versperren kann. Solche Ereignisse zwingen das Tier zu einer verzweifelten Suche nach neuen, sicheren Lebensräumen.

Beobachten Sie bei starken Niederschlägen die Maulwurfshügel genau; oft zeigen diese an, wo Wasser versucht, durch den Boden abzudrehen.

Nahrungsnotstand und Jagdstrategien

Ein Mangel an Beute im gewohnten Jagdgebiet ist ein weiterer triftiger Grund. Wenn die Regenwurmpopulation, die Hauptnahrungsquelle des Maulwurfs, stark dezimiert ist, muss das Tier weitere Strecken zurücklegen, um Nahrung zu finden. Dabei kann es vorkommen, dass es sich oberirdisch bewegt, insbesondere wenn die Gänge zu einem neuen potenziellen Jagdrevier noch nicht angelegt sind. Dies ist besonders im Spätsommer oder Herbst der Fall, wenn die Aktivität der Insekten und Würmer nachlässt. Der Maulwurf kann dann seine überlegenen Sinne nutzen, um Beute an der Oberfläche oder knapp darunter aufzuspüren.

Verletzungen und Krankheit

Ein verletzter oder kranker Maulwurf kann ebenfalls Desorientierung zeigen und sich oberirdisch aufhalten. Schwäche, Schmerzen oder ein beeinträchtigtes Sehvermögen durch Verletzungen oder Krankheit können dazu führen, dass das Tier den Weg zu seinen sicheren Tunneln verliert. Solche Tiere sind oft apathisch und leicht zu beobachten, da ihre natürlichen Instinkte, sich zu verstecken, durch ihren Zustand beeinträchtigt sind. In solchen Fällen sind sie sehr verletzlich gegenüber Fressfeinden und Umwelteinflüssen. Es ist wichtig, in solchen Momenten Abstand zu halten, um das Tier nicht weiter zu stressen.

Was Sie tun sollten, wenn Sie einen Maulwurf oberirdisch sehen

Wenn Sie auf einen Maulwurf stoßen, der sich oberirdisch bewegt, ist Ihr erster Instinkt vielleicht, einzugreifen. Doch in den meisten Fällen ist es am besten, dem Tier seinen Lauf zu lassen und es nicht zu stören. Maulwürfe sind Wildtiere und benötigen ihren natürlichen Freiraum. Wenn sie sich oberirdisch zeigen, ist dies meist eine Reaktion auf äußere Umstände, und sie versuchen, ihre Situation zu verbessern. Eingreifen kann diese Bemühungen stören oder das Tier unnötig in Stress versetzen.

Abstand halten und beobachten

Die wichtigste Regel ist, dem Maulwurf so viel Abstand wie möglich zu gewähren. Vermeiden Sie es, ihn zu jagen, zu berühren oder zu bedrängen. Wenn Sie das Tier in Ihrem Garten entdecken, ziehen Sie sich zurück und beobachten Sie es aus der Ferne. Oft wird es versuchen, sich schnell wieder in einen sicheren Bereich zurückzuziehen, sei es in eine bestehende Maulwurfshügel-Öffnung, unter dichte Büsche oder in ein anderes Versteck. Seine Agilität an der Oberfläche ist oft überraschend, besonders wenn es von der Notwendigkeit angetrieben wird, einer Gefahr zu entkommen.

Wenn Sie sich Sorgen um das Wohl des Tieres machen, zum Beispiel weil es offensichtlich verletzt oder stark geschwächt wirkt, können Sie die örtliche Tierrettung oder eine Wildtierauffangstation kontaktieren. Diese Experten können Ratschläge geben oder entscheiden, ob eine Hilfeleistung notwendig ist. Eine direkte Kontaktaufnahme ohne Fachkenntnis kann jedoch mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Schutz des Lebensraums fördern

Statt direkt einzugreifen, konzentrieren Sie sich darauf, den Lebensraum des Maulwurfs langfristig zu verbessern. Dazu gehört die Vermeidung von Bodenerosion, eine gute Drainage im Garten, um Überschwemmungen zu minimieren, und das Unterlassen von chemischen Pestiziden, die das Nahrungsangebot (Insekten und Würmer) reduzieren. Ein gesunder Boden mit einer reichen Population an Kleintieren ist die beste Voraussetzung dafür, dass Maulwürfe ihren natürlichen, unterirdischen Lebensstil ungestört fortsetzen können. Sie sind ein Zeichen für einen lebendigen Boden.

Unterscheidung von Wühlmäusen und Maulwürfen

Obwohl beide Nagetiere im Garten leben und unterirdisch Gänge graben, unterscheiden sich Maulwürfe und Wühlmäuse grundlegend in ihrer Biologie, ihrem Aussehen und ihrem Verhalten. Ein häufiger Irrtum ist die Verwechslung von Maulwurfshügeln mit den Gängen von Wühlmäusen, was zu falschen Bekämpfungsstrategien führen kann. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um das Verhalten des Tieres richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren, insbesondere wenn es oberirdisch aktiv ist.

Maulwurf: Der Insektenfresser

Der Maulwurf ist kein Nagetier, sondern ein Insektenfresser. Sein Körper ist zylindrisch und stromlinienförmig, die Schnauze ist spitz und beweglich. Die auffälligsten Merkmale sind seine extrem großen, schaufelartigen Vorderpfoten, die nach außen gerichtet sind und zum Graben dienen. Maulwürfe haben kleine, oft von Fell bedeckte Augen und keine sichtbaren Ohren. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Regenwürmer, Insektenlarven und andere Bodentiere, die sie in ihren Gängen jagen. Die typischen Maulwurfshügel sind kegelförmig und entstehen, wenn Erde aus tieferen Gängen nach oben gedrückt wird. Die Gänge eines Maulwurfs sind meist breiter und runder als die von Wühlmäusen.

Wühlmaus: Das Nagetier mit pflanzlichen Vorlieben

Wühlmäuse hingegen sind Nagetiere, die eher Mäusen ähneln, aber kompakter gebaut sind. Sie haben kurze Beine, kleine Augen und sichtbare Ohren. Ihre Vorderpfoten sind zum Graben geeignet, aber nicht so extrem spezialisiert wie die des Maulwurfs. Wühlmäuse ernähren sich hauptsächlich von pflanzlicher Kost: Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, Rinde und Gräser. Ihre Gänge sind flacher und oft mit vielen Ein- und Ausgängen versehen, die meist mit kleinen Erdhaufen oder offenen Löchern verbunden sind, die eher an oberflächliche Erdaufwürfe erinnern als an die typischen Maulwurfshügel. Sie fressen Pflanzen und können erhebliche Schäden im Garten anrichten, indem sie Pflanzenwurzeln und -zwiebeln abfressen.

Die Unterscheidung ist wichtig: Wenn ein Tier oberirdisch läuft und dabei Pflanzen annagt oder nach Wurzeln sucht, handelt es sich wahrscheinlich um eine Wühlmaus. Ein Maulwurf, der oberirdisch läuft, tut dies eher in einer Ausnahmesituation wie der Flucht vor Wasser oder bei extremer Nahrungsknappheit, und er ist nicht primär auf Pflanzenkost aus.

Maulwurf und sein Winterschlaf

Die Frage, ob Maulwürfe Winterschlaf halten, ist ein häufiger Punkt der Neugier, wenn man sich mit ihrem Verhalten beschäftigt. Anders als viele andere Säugetiere, die bei Kälte und Nahrungsmangel in einen langen Schlaf fallen, halten die meisten Maulwurfarten keinen echten Winterschlaf im klassischen Sinne. Ihre Aktivität passt sich zwar den Jahreszeiten an, aber sie ziehen sich nicht für Monate in eine Höhle zurück, um im Energiesparmodus zu verharren.

Kein typischer Winterschlaf

Maulwürfe sind auch im Winter aktiv und bleiben unter der Erde. Die Bodenaktivität von Regenwürmern und Insektenlarven, ihrer Hauptnahrungsquelle, nimmt zwar ab, ist aber nicht vollständig eingestellt. Maulwürfe passen ihre Jagdstrategien an: Sie sind auch bei Minustemperaturen in ihren gut ausgebauten Tunnelsystemen unterwegs und suchen nach Nahrung. Ihre Körpertemperatur ist relativ konstant und kann bei Bedarf schnell angepasst werden. Die Energie, die sie benötigen, gewinnen sie aus der kontinuierlichen Nahrungsaufnahme. Bei extremer Kälte und gefrorenem Boden verlagern sie ihre Jagdaktivitäten oft in tiefere Gänge, wo die Bodentemperaturen stabiler bleiben und die Beute noch aktiv ist.

Anpassung an kalte Witterung

Anstatt sich in einen Winterschlaf zu begeben, verringern Maulwürfe ihre Aktivität bei sehr kalten oder ungünstigen Wetterbedingungen. Sie bauen ihre Tunnel weiter aus oder vertiefen sie, um frostfreie Zonen zu erreichen. Die Anzahl der täglichen Jagdperioden kann sich reduzieren, aber sie hören nicht auf, aktiv zu sein. Wenn ein Maulwurf im Winter oberirdisch gesichtet wird, ist dies ein noch ungewöhnlicheres Ereignis als im Sommer und deutet auf extreme Notstände hin, wie etwa eine vollständige Unterbrechung der Nahrungszufuhr unter der Erde, beispielsweise durch langanhaltende Frostperioden, die den Boden komplett durchfrieren lassen.

Der Maulwurf als Insektenfresser: Wichtige Rolle im Ökosystem

Die Bezeichnung „Insektenfresser“ für den Maulwurf ist entscheidend für das Verständnis seiner Rolle in der Natur. Er ist kein Schädling, der Pflanzen frisst, sondern ein wichtiger Akteur im Bodenleben, der als natürlicher Schädlingsbekämpfer agiert. Seine Jagdaktivitäten konzentrieren sich auf Organismen, die im Erdreich leben und vielen Gärtnern eher lästig sind.

Der Speiseplan des Maulwurfs

Die Grundlage der Ernährung eines Maulwurfs bilden Regenwürmer. Ein einzelnes Tier kann täglich ein Vielfaches seines eigenen Körpergewichts an Würmern verzehren. Darüber hinaus gehören aber auch eine Vielzahl von Insektenlarven, Käfer, Spinnen, Asseln und andere kleine wirbellose Tiere zu seinem Speiseplan. Diese Organismen leben im Boden und können sich teils stark vermehren und empfindliche Pflanzenwurzeln schädigen. Der Maulwurf reguliert durch seine Jagd diese Populationen und trägt so zur Gesunderhaltung des Bodens und der Pflanzen bei. Er gräbt oft spezielle Vorratskammern, in denen er gefangene, aber noch lebendige Regenwürmer lagert, indem er ihnen das Vorderende abbeißt.

Die Aktivität des Maulwurfs, auch das Aufwerfen der bekannten Hügel, belüftet und lockert den Boden. Die Erde aus den Tunneln ist nährstoffreich und kann von Gärtnern für die Kompostierung oder zur Bodenverbesserung genutzt werden. Selbst das oberirdische Laufen kann, wenn es auf der Suche nach Nahrung geschieht, dem Auffinden von Insektenpopulationen dienen, die sich in der obersten Bodenschicht oder auf der Vegetation aufhalten.

Natürliche Schädlingsbekämpfung im Garten

Gärtner, die Maulwürfe im Garten haben, können dies als positives Zeichen für einen gesunden Boden betrachten. Maulwürfe helfen auf natürliche Weise dabei, Populationen von Schädlingen wie Wiesenschnakenlarven (Tipula-Larven) oder Engerlingen, die sich von Pflanzenwurzeln ernähren, zu reduzieren. Zwar sind die Maulwurfshügel manchmal unansehnlich, doch der Nutzen des Maulwurfs für das ökologische Gleichgewicht und die Bodenstruktur überwiegt oft die optischen Nachteile. Sie sind ein Indikator für ein funktionierendes Ökosystem im Boden.

Die unermüdliche Tätigkeit des Maulwurfs unter der Erde leistet einen wesentlichen Beitrag zur Bodenbelüftung und zur natürlichen Reduzierung von Schädlingen.

Maulwurf entfernen: Wann und wie?

Die Entscheidung, einen Maulwurf aus dem Garten entfernen zu wollen, ist oft emotional oder ästhetisch motiviert. Doch angesichts der ökologischen Bedeutung des Maulwurfs als Insektenfresser und Bodenverbesserer sollte dies nur die letzte Option sein. Bevor man zu drastischen Maßnahmen greift, ist es ratsam, alternative Wege zu prüfen, die den Maulwurf tolerieren oder sanft umlenken.

Vertreiben statt entfernen

Chemische Mittel zur Vertreibung sind oft unwirksam, schädlich für die Umwelt und können auch Haustiere oder andere nützliche Tiere gefährden. Mechanische Barrieren oder Lärm können kurzfristig Wirkung zeigen, sind aber nicht immer erfolgreich. Eine gängige Methode ist die Verwendung von Ultraschallgeräten, die zwar das Tier stören sollen, deren Langzeitwirkung und ethische Vertretbarkeit aber umstritten sind. Auch das Einpflanzen bestimmter Pflanzen wie des Wunderbaums (Ricinus communis) oder des Christdorns (Paliurus spina-christi) soll Maulwürfe vertreiben, die Wirksamkeit ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.

Versuchen Sie zunächst, den Maulwurf durch kleine Veränderungen im Garten abzuschrecken, wie zum Beispiel das Einbringen von Geruchsstoffen, auf die er empfindlich reagiert, wie Pflanzenöle oder Essig, die vorsichtig in die Nähe von aktiven Gängen gegeben werden.

Schäden am Maulwurfshügel entfernen

Wenn die Maulwurfshügel selbst ein Problem darstellen, ist das Entfernen der Hügel eine einfache, aber temporäre Lösung. Die Erde kann für den Nutzgarten verwendet werden. Wichtig ist zu wissen, dass die Entfernung der Hügel das Tier nicht vertreibt; es wird einfach neue Hügel an anderer Stelle anlegen. Das Problem ist also nur oberflächlich gelöst. Langfristig hilft nur die Schaffung eines Umfelds, das für den Maulwurf unattraktiv ist, ohne ihm direkt zu schaden.

Gesetzliche Schutzbestimmungen beachten

Es ist wichtig zu wissen, dass der Maulwurf in vielen Regionen unter Schutz steht. Das Töten oder das Einfangen und Umsiedeln kann je nach lokaler Gesetzgebung illegal sein oder strenge Auflagen erfordern. Informieren Sie sich über die geltenden Bestimmungen, bevor Sie Maßnahmen ergreifen, die dem Tier schaden könnten. In vielen Ländern und Bundesländern unterliegt der Maulwurf dem Jagdrecht oder besonderen Schutzverordnungen, die seine Tötung verbieten, es sei denn, es liegt eine Ausnahmegenehmigung vor, beispielsweise bei extremen landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Schäden, die nicht anders behoben werden können.

Wühlmäuse oder Maulwurf: Identifikation und Verhalten

Die Unterscheidung zwischen Wühlmäusen und Maulwürfen ist entscheidend für ein effektives Gartenmanagement und das Verständnis der Bodentierwelt. Während Maulwürfe eher nützliche Bodengräber sind, die sich von Schädlingen ernähren, können Wühlmäuse mit ihrer Vorliebe für Pflanzenwurzeln und Zwiebeln erheblichen Schaden anrichten. Die Verwechslung führt oft zu falschen Maßnahmen, die entweder das falsche Tier bekämpfen oder sogar nützliche Tiere vertreiben.

Typische Anzeichen für Maulwurfaktivität

Charakteristisch für Maulwürfe sind die aufgeworfenen Erdhügel, die oft rund und kegelförmig sind. Die Gänge eines Maulwurfs sind tiefer und haben einen größeren Durchmesser als die von Wühlmäusen. Wenn ein Maulwurf oberirdisch läuft, tut er dies oft in einer gerade Linie, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, und nicht, um sich von Pflanzen zu ernähren. Seine Fortbewegung ist durch die kräftigen Vorderpfoten gekennzeichnet, die auch auf der Oberfläche sichtbar sind. Seine Augen sind sehr klein und kaum zu erkennen. Seine Hauptbeschäftigung ist das Graben und die Jagd auf Insekten und Regenwürmer.

Typische Anzeichen für Wühlmausaktivität

Wühlmäuse hinterlassen eher flache Gänge, die oft direkt unter der Oberfläche verlaufen und mit einer Vielzahl kleinerer Erdauswürfe oder einfacher Löcher im Boden verbunden sind. Sie fressen Pflanzen an, sodass man oft angenagte Wurzeln, Zwiebeln oder Pflanzenstängel findet. Das oberirdische Verhalten von Wühlmäusen ist häufiger zu beobachten, sie können auch tagsüber aktiv sein und sind auf der Suche nach Nahrung. Ihre Körperform ist gedrungener und sie ähneln eher kleinen Ratten oder Hamstern mit deutlich sichtbaren Augen und Ohren. Die Gänge sind oft schmaler und durchzogen von Pflanzenresten.

Wenn Sie also einen Maulwurf oberirdisch sehen, der scheinbar ziellos umherwandert, aber keine Pflanzen anknabbert, ist dies eher ein Indiz für ein Problem im unterirdischen Bereich, nicht für eine Futterbeschaffung. Beobachten Sie, ob das Tier aktiv Pflanzen oder Wurzeln sucht oder ob es sich offensichtlich bemüht, schnell eine neue unterirdische Zuflucht zu finden. Die Unterscheidung hilft Ihnen zu entscheiden, ob Sie das Tier tolerieren oder ob Maßnahmen gegen den vermeintlichen Verursacher von Pflanzenschäden erforderlich sind.

Das Verhalten des Maulwurfs im Jahresverlauf

Das Verhalten eines Maulwurfs ist stark an seine unterirdische Lebensweise und die Verfügbarkeit von Nahrung gekoppelt. Zwar ist er nicht an strenge Phasen wie einen Winterschlaf gebunden, doch seine Aktivität und die Art seiner Fortbewegung, einschließlich des seltenen Erscheinens an der Oberfläche, variieren über das Jahr.

Frühjahr: Aufbruch nach der Kälte

Mit dem Einsetzen des Frühlings und dem Auftauen des Bodens nimmt die Aktivität von Regenwürmern und Insekten zu. Dies ist die Zeit, in der Maulwürfe besonders aktiv werden, um ihr Jagdgebiet zu erweitern und eventuell beschädigte Gänge zu reparieren oder neue anzulegen. Die Bodenbearbeitung im Frühjahr durch Gärtner kann die Aktivität der Maulwürfe stören und sie veranlassen, ihre Baustelle zu verlegen. Die Temperaturen sind moderat, und das Nahrungsangebot steigt, was zu einer hohen Aktivität unter der Erde führt. Das oberirdische Laufen ist in dieser Phase eher selten und tritt nur bei spezifischen Problemen auf.

Sommer: Hohe Aktivität und Nahrungsbedarf

Im Sommer erreicht die Aktivität des Maulwurfs oft ihren Höhepunkt. Die Tage sind länger, und die Wärme fördert das Bodenleben. Der Nahrungsbedarf ist hoch, und die Maulwürfe sind bestrebt, ihre Tunnelsysteme optimal für die Jagd auszurüsten. Trotz der Wärme und der möglichen Trockenheit des Bodens bleiben sie überwiegend unter der Erde. Nur bei anhaltender extremer Trockenheit, die das Bodenleben beeinträchtigt, oder bei Bodenarbeiten können sie gezwungen sein, sich nach neuen, feuchteren oder ungestörten Gebieten umzusehen. Ein Maulwurf, der im Sommer oberirdisch läuft, hat meist einen zwingenden Grund.

Herbst: Vorbereitung auf kühlere Zeiten

Der Herbst ist eine wichtige Phase, in der Maulwürfe ihre Nahrungsreserven auffüllen und ihre unterirdischen Behausungen für die kälteren Monate vorbereiten. Die Jagd ist weiterhin intensiv, solange die Temperaturen moderat sind und die Beute verfügbar ist. Wenn der Boden beginnt, kälter zu werden und die Aktivität der Beutetiere nachlässt, kann der Maulwurf seine Gänge tiefer legen. Extrem feuchtes Wetter im Herbst kann ebenfalls dazu führen, dass Maulwürfe sich oberirdisch bewegen, um nassen und überfluteten Tunneln auszuweichen.

Winter: Angepasste Aktivität unter der Erde

Wie bereits erwähnt, halten Maulwürfe keinen Winterschlaf. Sie bleiben auch im Winter aktiv, passen jedoch ihre Aktivitäten an die Bedingungen an. Die Jagd findet in tieferen, frostfreien Bodenschichten statt. Wenn der Boden extrem gefroren ist und die Jagd unmöglich wird, ist dies eine kritische Zeit für den Maulwurf. In solchen seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein gezwungener Ausflug an die Oberfläche nötig wird, um nach einer Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme zu suchen oder einem extremen Umstand zu entkommen. Das oberirdische Laufen ist zu dieser Jahreszeit das deutlichste Zeichen einer extremen Ausnahmesituation.