Was ist Mehltau an Pflanzen?

Mehltau an Pflanzen ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Pilzkrankheiten, die sich durch einen mehlartigen oder schimmelartigen Belag auf Blättern, Stängeln und Blüten bemerkbar machen. Diese Pilze entziehen der Pflanze Nährstoffe und Wasser, was zu Wachstumsstörungen, Verfärbungen und im schlimmsten Fall zum Absterben führen kann. Die Krankheit tritt weltweit auf und betrifft eine Vielzahl von Pflanzenarten, von Ziergewächsen über Obstgehölze bis hin zu Gemüsekulturen.

Die Erscheinungsformen und die zugrundeliegenden Pilzarten können variieren, doch das Grundproblem bleibt dasselbe: Ein Pilzbefall, der die Gesundheit Ihrer Pflanzen bedroht. Ein tiefgreifendes Verständnis dafür, wie und warum Mehltau entsteht, ist der erste Schritt, um Ihre grünen Mitbewohner wirksam zu schützen und den Befall einzudämmen. Es geht darum, die Bedingungen zu verstehen, unter denen diese unerwünschten Gäste gedeihen, und wie Sie diese für Ihre Pflanzen ungünstig gestalten können.

  • Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die Pflanzen befällt.
  • Er zeigt sich als mehlartiger Belag auf Pflanzenteilen.
  • Pilze entziehen der Pflanze Nährstoffe und Wasser.
  • Betrifft zahlreiche Pflanzenarten weltweit.
  • Frühes Erkennen und Verstehen sind entscheidend.

Die zwei Hauptarten von Mehltau: Ein entscheidender Unterschied

Um Mehltau effektiv zu bekämpfen, ist es unerlässlich, die beiden Hauptformen zu unterscheiden: Echter Mehltau und Falscher Mehltau. Obwohl beide Krankheiten einen ähnlichen mehlartigen Belag auf Pflanzen verursachen können, sind sie biologisch verschieden und erfordern leicht unterschiedliche Bekämpfungsstrategien. Das Verständnis des Unterschieds zwischen echtem und falschem Mehltau ist der Schlüssel zur zielgerichteten Anwendung von Gegenmaßnahmen.

Echter Mehltau: Der Pilz auf der Oberfläche

Echter Mehltau wird durch Pilze der Ordnung Erysiphales verursacht. Diese Pilze wachsen parasitisch auf der Oberfläche der Pflanze, meist auf den Blättern und jungen Trieben. Sie bilden dort ein dichtes, weißes bis gräuliches Myzel, das wie Puderzucker aussieht. Charakteristisch ist, dass dieser Belag abwischbar ist, solange die Infektion noch frisch ist. Die Pilzfäden sind in der Lage, Saugorgane (Haustorien) in die Epidermis der Pflanze zu stoßen, um Nährstoffe zu entziehen. Die Sporen des echten Mehltaus verbreiten sich hauptsächlich durch Wind und sind auf eine relativ geringe Luftfeuchtigkeit angewiesen, benötigen aber feuchte Blattoberflächen zur Keimung. Hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit warmen Temperaturen begünstigt die Ausbreitung.

Falscher Mehltau: Im Inneren der Pflanze

Falscher Mehltau, verursacht durch oomycete Mikroorganismen (oft als Eipilze klassifiziert, obwohl sie sich biologisch von echten Pilzen unterscheiden), ist heimtückischer, da er sich primär im Inneren der Pflanze entwickelt. Der sichtbare Teil des Befalls sind oft gelbliche bis bräunliche Flecken auf der Blattoberseite, während sich auf der Blattunterseite ein eher feiner, flaumiger Belag in weißlicher, grauer oder violett-bräunlicher Farbe zeigt. Dieser Belag besteht aus den Sporenträgern des Pilzes. Falscher Mehltau benötigt für die Infektion und Ausbreitung hohe Luftfeuchtigkeit und oft kühlere, feuchte Witterungsbedingungen. Die Sporen sind wasserabhängig und können durch Regen oder Tau leicht verbreitet werden. Im Gegensatz zum echten Mehltau ist der Belag des falschen Mehltaus nicht abwischbar, da er aus dem Inneren der Blätter wächst.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Der offensichtlichste Unterschied liegt im Wachstumsort: Echter Mehltau wächst auf der Oberfläche, Falscher Mehltau unter der Oberfläche. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Bekämpfung. Bei echtem Mehltau zielt die Behandlung darauf ab, den Pilz auf der Oberfläche zu entfernen oder abzutöten. Bei falschem Mehltau müssen systemische Mittel eingesetzt werden, die in die Pflanze eindringen, oder die Pflanze muss so behandelt werden, dass die Sporen nicht mehr keimen können.

Die Unterscheidung zwischen echtem und falschem Mehltau ist der entscheidende erste Schritt zur erfolgreichen Behandlung.

Die Ursachen von Mehltau: Warum befällt er meine Pflanzen?

Mehltau an Pflanzen ist keine zufällige Erscheinung, sondern das Ergebnis einer komplexen Interaktion zwischen dem Erreger, der Pflanze und ihrer Umwelt. Mehrere Faktoren können die Anfälligkeit einer Pflanze erhöhen und die Ausbreitung von Mehltaupilzen begünstigen. Das Verständnis dieser Faktoren hilft Ihnen, präventive Maßnahmen zu ergreifen und die Bedingungen für einen Befall zu minimieren.

Ungünstige Witterungsbedingungen

Feuchtigkeit und Temperatur sind oft die entscheidenden Auslöser. Während echter Mehltau oft warme, trockene Perioden mit hoher Luftfeuchtigkeit in der Nacht bevorzugt, gedeiht falscher Mehltau bei kühleren, feuchten Bedingungen, insbesondere wenn Blätter über längere Zeit nass sind. Plötzliche Temperaturschwankungen können die Pflanzen zusätzlich stressen und anfälliger machen.

Pflanzenstress und Schwächung

Eine geschwächte Pflanze ist ein leichtes Ziel. Ursachen für Pflanzenstress sind vielfältig: Nährstoffmangel oder -überschuss, falsches Gießen (zu viel oder zu wenig), Schäden durch Schädlinge, unsachgemäßer Rückschnitt oder ungünstige Standortbedingungen (zu viel/zu wenig Licht, schlechte Belüftung). Pflanzen, die unter solchen Bedingungen leiden, haben ein schwächeres Immunsystem und können sich schlechter gegen Pilzinfektionen wehren.

Sortenwahl und genetische Anfälligkeit

Einige Pflanzenarten und -sorten sind von Natur aus anfälliger für Mehltau als andere. Züchter arbeiten kontinuierlich daran, widerstandsfähigere Sorten zu entwickeln. Bei der Auswahl von Pflanzen für Ihren Garten oder Balkon lohnt es sich, auf deren Resistenz gegen häufige Krankheiten wie Mehltau zu achten.

Mangelnde Hygiene im Garten

Infiziertes Pflanzenmaterial, das überwintert oder auf dem Kompost verbleibt, kann eine Quelle für neue Infektionen im folgenden Jahr darstellen. Herabgefallenes, krankes Laub und befallene Pflanzenteile sollten sorgfältig entfernt und entsorgt werden, um die Verbreitung der Pilzsporen zu verhindern.

Ungünstige Pflanzabstände und Belüftung

Zu dicht stehende Pflanzen bieten einen idealen Nährboden für Pilze. Sie erschweren die Luftzirkulation, wodurch Feuchtigkeit länger auf den Blättern stehen bleibt und sich Sporen leichter verbreiten können. Ein ausreichender Abstand zwischen den Pflanzen sorgt für bessere Belüftung und schnellere Abtrocknung der Blätter.

Die Mehltau-Ursache liegt oft in einer Kombination von Umweltfaktoren und der Widerstandskraft der Pflanze selbst.

Symptome erkennen: Wann ist es Zeit zu handeln?

Die frühzeitige Erkennung von Mehltau ist entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung. Je früher Sie die ersten Anzeichen bemerken, desto einfacher ist es, den Befall einzudämmen und größere Schäden zu verhindern. Achten Sie auf subtile Veränderungen und lernen Sie die typischen Symptome für beide Mehltauarten kennen.

Symptome von Echtem Mehltau

Der Klassiker: Ein weißer, pudriger oder mehlartiger Belag auf der Oberseite von Blättern, Stängeln und Blüten. Dieser Belag lässt sich zunächst oft leicht abwischen. Bei fortschreitendem Befall können die Blätter sich verfärben, verkrüppeln oder vertrocknen und abfallen. Junge Triebe können stark verkümmern und ihre Entwicklung einstellen. Manchmal erscheinen auch kleine schwarze Pünktchen im Belag, das sind die Fruchtkörper des Pilzes.

Symptome von Falschem Mehltau

Hier sind die Symptome oft weniger offensichtlich. Auf der Blattoberseite zeigen sich meist gelbliche bis grünliche Flecken, die mit der Zeit größer werden und nekrotisch (braun und absterbend) werden können. Auf der Blattunterseite tritt ein feiner, flaumiger Belag auf, der je nach Pilzart weißlich, grau, violett oder bräunlich gefärbt sein kann. Dieser Belag ist in der Regel nicht abwischbar. Die Blätter können sich verformen, vertrocknen oder vorzeitig abfallen.

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie unsicher sind

Wenn Sie eine Veränderung an Ihren Pflanzen bemerken, die Sie nicht sofort zuordnen können, ist eine genauere Untersuchung angebracht. Betrachten Sie sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Blätter sowie die Stängel. Achten Sie auf jegliche Art von unnatürlichem Belag oder Verfärbungen. Bei echtem Mehltau ist der pudrige Charakter oft das erste Warnsignal. Bei falschem Mehltau sind die Flecken auf der Oberseite und der Belag auf der Unterseite die Hauptindikatoren.

Der richtige Zeitpunkt für die Intervention

Sobald Sie die ersten Anzeichen von Mehltau erkennen, sollten Sie handeln. Warten Sie nicht, bis sich der Befall flächendeckend ausgebreitet hat. Kleine, lokale Infektionen sind wesentlich einfacher und mit weniger Aufwand zu behandeln als eine fortgeschrittene Krankheit, die bereits die gesamte Pflanze oder mehrere Pflanzen befallen hat.

Ein scharfes Auge für frühe Symptome spart Ihren Pflanzen viel Leid und Ihnen Arbeit.

Mehltau bekämpfen: Hausmittel und biologische Ansätze

Wenn Sie Mehltau an Ihren Pflanzen entdecken, ist schnelles und überlegtes Handeln gefragt. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von wirksamen Methoden zur Bekämpfung, die von einfachen Hausmitteln bis hin zu biologischen Pflanzenschutzmitteln reichen. Der Schlüssel liegt darin, die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit zu ergreifen und dabei die Umwelt zu schonen.

Mechanische Entfernung und Hygiene

Bei den ersten Anzeichen von Echtem Mehltau können Sie versuchen, die befallenen Blätter und Triebe vorsichtig abzuschneiden und im Hausmüll zu entsorgen (nicht auf den Kompost!). Dies reduziert die Anzahl der Pilzsporen und verhindert eine weitere Ausbreitung. Achten Sie darauf, Ihre Gartengeräte nach Gebrauch zu reinigen, um eine Verschleppung zu vermeiden. Eine gute Gartenhygiene ist generell unerlässlich, um das Risiko eines erneuten Befalls zu minimieren.

Hausmittel im Einsatz

Mehrere Hausmittel haben sich als wirksam gegen Mehltau erwiesen:

  • Milch-Wasser-Gemisch: Ein bewährtes Mittel ist das Besprühen der befallenen Pflanzen mit einer Mischung aus einem Teil Milch und zwei bis drei Teilen Wasser. Die Proteine in der Milch sollen unter Sonneneinstrahlung eine fungizide Wirkung entfalten. Wiederholen Sie die Anwendung regelmäßig, besonders bei echtem Mehltau.
  • Natron-Lösung: Eine Mischung aus einem Teelöffel Natron (Backpulver oder Speisesoda) und einem Teelöffel flüssiger Schmierseife in einem Liter Wasser kann ebenfalls helfen. Die alkalische Lösung stört die Pilzentwicklung. Besprühen Sie die Pflanzen gründlich, vor allem die Blattunterseiten bei falschem Mehltau.
  • Kräuterbrühe: Bestimmte Kräuter wie Schachtelhalm (Ackerschachtelhalm) oder Brennnessel eignen sich hervorragend zur Herstellung von Brühen, die als Pflanzenstärkungsmittel und zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten eingesetzt werden können. Eine Schachtelhalmbrühe ist reich an Kieselsäure, die die Zellwände der Pflanzen stärkt.

Biologische Pflanzenschutzmittel

Im Fachhandel sind verschiedene biologische Mittel erhältlich, die auf natürlichen Wirkstoffen basieren. Dazu gehören Präparate auf Basis von Rapsöl, Neemöl oder Kaliseife. Diese Mittel greifen die Pilzzellen an oder bilden einen Film, der die Atmung der Pilze behindert. Sie sind in der Regel gut verträglich für Nützlinge und die Umwelt.

Pflanzenstärkung als Prävention

Die beste Bekämpfung ist oft die Vorbeugung. Stärken Sie Ihre Pflanzen durch eine ausgewogene Düngung, richtige Bewässerung und einen geeigneten Standort. Gesunde, vitale Pflanzen sind deutlich widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Ergänzend können Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von Algenextrakten oder Mineralsalzen eingesetzt werden.

Ein gezielter Einsatz von Hausmitteln oder biologischen Mitteln ist oft der erste Schritt zur Heilung.

Chemische Bekämpfung: Wann sie notwendig wird

Während biologische und hausmittelbasierte Ansätze oft ausreichen, um Mehltau einzudämmen, gibt es Situationen, in denen stärkere Mittel notwendig werden. Wenn ein starker Befall vorliegt, die Pflanzen stark geschädigt sind oder anfällige Kulturen wie Weinreben oder Rosen betroffen sind, kann eine chemische Bekämpfung unumgänglich werden, um größere Verluste zu verhindern.

Wann ist chemische Behandlung eine Option?

Chemische Fungizide sollten immer als letzte Option betrachtet werden, wenn andere Methoden versagt haben oder der Befall so fortgeschritten ist, dass die Pflanze ernsthaft gefährdet ist. Dies gilt insbesondere für den professionellen Anbau, wo Ertragsverluste vermieden werden müssen. Auch im Hausgarten kann es bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Problemen eine Rolle spielen, um eine Kulturerettung zu gewährleisten.

Wirkungsweise chemischer Fungizide

Chemische Fungizide wirken auf vielfältige Weise. Einige sind kontaktabsorbierend, das heißt, sie legen sich auf die Oberfläche der Pflanze und töten den Pilz bei Kontakt. Andere sind systemisch, sie werden von der Pflanze aufgenommen und im Pflanzensaft verteilt, wodurch sie auch neu austreibende Triebe schützen und den Pilz von innen bekämpfen. Eine dritte Gruppe sind translaminare Mittel, die von der Blattoberfläche in das Blattinnere eindringen und so die Blattunterseite mit schützen.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

Bei der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel sind strenge Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Gebrauchsanweisung: Lesen Sie stets die Gebrauchsanweisung des Herstellers sorgfältig durch und befolgen Sie diese exakt.
  • Dosierung: Halten Sie sich exakt an die empfohlene Dosierung. Eine Überdosierung schadet der Pflanze und der Umwelt, eine Unterdosierung ist oft wirkungslos.
  • Anwendungszeitpunkt: Beachten Sie die empfohlenen Anwendungszeitpunkte und die Wartezeiten bis zur Ernte bei Obst- und Gemüsepflanzen.
  • Schutzmaßnahmen: Tragen Sie bei der Anwendung geeignete Schutzkleidung (Handschuhe, ggf. Atemschutz).
  • Nützlingsschonung: Einige chemische Mittel können auch Nützlinge schädigen. Wählen Sie, wenn möglich, Präparate, die als nützlingsschonend gekennzeichnet sind, oder wenden Sie sie abends an, wenn Nützlinge inaktiv sind.

Resistenzen vermeiden

Um die Entwicklung von Resistenzen bei den Pilzen zu vermeiden, ist es ratsam, Fungizide mit unterschiedlichen Wirkstoffen im Wechsel anzuwenden. Dies gilt besonders, wenn Sie regelmäßig chemische Mittel einsetzen müssen.

Chemische Mittel sind ein wirksames Werkzeug, erfordern aber verantwortungsbewussten und gezielten Einsatz.

Vorbeugung ist die beste Medizin: Mehltau zukünftig fernhalten

Die effektivste Strategie gegen Mehltau ist die Vorbeugung. Indem Sie Ihre Pflanzen von vornherein stärken und die Umweltbedingungen optimieren, können Sie das Risiko eines Befalls drastisch reduzieren. Präventive Maßnahmen sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch langfristig kostengünstiger und sorgen für gesündere Pflanzen.

Der richtige Standort und Pflanzenauswahl

Wählen Sie für Ihre Pflanzen einen Standort, der ihren Bedürfnissen entspricht, insbesondere hinsichtlich Licht und Luftzirkulation. Bei der Pflanzenauswahl sollten Sie gezielt nach Sorten Ausschau halten, die als resistent oder tolerant gegenüber Mehltau bekannt sind. Dies erspart Ihnen viel Ärger und Aufwand.

Optimale Pflegepraktiken

Fördern Sie eine gute Belüftung, indem Sie Pflanzen nicht zu dicht setzen. Dies ist besonders wichtig für anfällige Arten. Achten Sie auf eine ausgewogene Bewässerung – vermeiden Sie Staunässe, aber lassen Sie die Pflanzen auch nicht austrocknen. Gießen Sie möglichst nur die Wurzelzone und nicht die Blätter, um die Blattoberflächen trocken zu halten, besonders über Nacht.

Stärkung der Pflanzenabwehr

Eine vitale Pflanze ist ihre beste Verteidigung. Sorgen Sie für eine angepasste Düngung, die die Pflanze mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt, ohne sie zu überdüngen (besonders Stickstoff, der zu weichem, anfälligem Gewebe führt). Regelmäßige Gaben von Pflanzenstärkungsmitteln, beispielsweise auf Basis von Kalium oder Kieselsäure, können die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen erhöhen und sie widerstandsfähiger gegen Pilzbefall machen.

Gartenhygiene konsequent umsetzen

Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile, Unkraut und halten Sie den Garten sauber. Krankheitserreger können oft auf totem Pflanzenmaterial überwintern. Entfernen Sie im Herbst gründlich Laub und befallene Pflanzenteile von den betroffenen Pflanzen und entsorgen Sie sie im Hausmüll.

Regelmäßige Kontrolle

Auch bei bester Vorbeugung ist eine regelmäßige Kontrolle Ihrer Pflanzen unerlässlich. Untersuchen Sie Blätter und Stängel regelmäßig auf erste Anzeichen von Befall. Je früher Sie einen neuen Ausbruch erkennen, desto einfacher und effektiver können Sie ihn bekämpfen, bevor er sich ausbreitet.

Ein proaktiver Ansatz zur Vorbeugung ist der Schlüssel zu einem gesunden Garten ohne Mehltau.

Mehltau bei Gurken und Weinreben: Spezielle Herausforderungen

Einige Pflanzen sind bekanntermaßen anfälliger für Mehltau und stellen spezifische Herausforderungen dar. Gurken und Weinreben sind Paradebeispiele dafür, da sie häufig und oft stark von verschiedenen Mehltauarten befallen werden können. Die Bekämpfung erfordert hier oft besondere Aufmerksamkeit.

Mehltau bei Gurken bekämpfen

Gurken sind besonders anfällig für Echten und Falschen Mehltau. Falscher Mehltau ist bei Gurken gefürchtet, da er schnell die Ernte vernichten kann. Symptome sind gelbliche Flecken auf der Oberseite der Blätter und ein grauer bis violetter Belag auf der Unterseite. Zur Bekämpfung sind eine gute Belüftung (Pflanzabstand, ggf. Ausgeizen), das Vermeiden von nassem Laub über Nacht und das Entfernen befallener Blätter wichtig. Hausmittel wie die Milch-Wasser-Mischung (1:10) oder eine Natron-Lösung können bei frühem Befall helfen. Bei stärkerem Befall sind spezielle biologische oder chemische Fungizide für Gurken ratsam. Achten Sie auf Sorten, die als resistent gegen Echten und Falschen Mehltau ausgewiesen sind.

Mehltau bei Weinreben: Ein ständiger Kampf

Weinreben leiden häufig unter Echtem Mehltau (Rebenmehltau, Oidium) und Falschem Mehltau (Peronospora). Der Echte Mehltau zeigt sich als mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Trauben. Befallene Trauben können aufplatzen und ungenießbar werden. Der Falsche Mehltau verursacht ölige Flecken auf den Blättern und einen weißlichen Sporenbelag auf der Blattunterseite. Die Bekämpfung erfordert oft ein konsequentes Spritzprogramm, beginnend im Frühjahr. Hier kommen Schwefelpräparate (gegen echten Mehltau) und Kupferpräparate (gegen falschen Mehltau) zum Einsatz, oft auch in Kombination. Biologische Mittel auf Basis von Algenextrakten können zur Stärkung der Reben beitragen. Eine gute Laubarbeit zur Verbesserung der Belüftung ist ebenfalls essenziell.

Generelle Empfehlungen für anfällige Kulturen

Bei besonders anfälligen Pflanzen wie Gurken und Weinreben sollten Sie:

  • Resistente Sorten bevorzugen.
  • Auf ausreichenden Pflanzabstand und gute Belüftung achten.
  • Die Pflanzen stärken (z.B. durch geeignete Düngung und Pflanzenstärkungsmittel).
  • Frühe Anzeichen sofort erkennen und bekämpfen.
  • Bei Bedarf auf zugelassene biologische oder chemische Mittel zurückgreifen, die für die jeweilige Kultur geeignet sind.

Die gezielte Behandlung anfälliger Kulturen ist entscheidend für den Erfolg im eigenen Garten.

Ist Mehltau giftig für Menschen oder Haustiere?

Eine häufige Sorge bei Pflanzenkrankheiten ist, ob die Krankheit selbst oder die darauf verwendeten Mittel für Menschen oder Haustiere giftig sein könnten. Bei Mehltau an Pflanzen können wir Entwarnung geben, allerdings mit wichtigen Einschränkungen bezüglich der angewandten Bekämpfungsmittel.

Mehltau als Krankheit

Die Pilze, die Mehltau verursachen, sind spezifisch für Pflanzen und nicht direkt für Menschen oder die meisten Haustiere pathogen. Das bedeutet, dass der Pilzbefall an sich keine direkte Vergiftung verursacht. Allerdings kann der Verzehr von stark mit Pilzsporen oder abgestorbenen Pflanzenteilen befallenen Pflanzen durch Haustiere zu leichten Magen-Darm-Beschwerden führen, ähnlich wie beim Verzehr von verdorbenem Futter. Bei Menschen ist dies bei versehentlichem Verzehr geringer Mengen ebenfalls unwahrscheinlich, kann aber unangenehm sein. Die Hauptgefahr liegt nicht in der Toxizität des Pilzes selbst, sondern in der Schwächung der Pflanze und dem potenziellen Verzehr von kontaminierten Pflanzenteilen.

Sicherheit bei der Anwendung von Bekämpfungsmitteln

Das Hauptaugenmerk auf Giftigkeit sollte bei den Mitteln liegen, die zur Bekämpfung von Mehltau eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für chemische Fungizide. Diese Mittel sind darauf ausgelegt, Pilze abzutöten und können bei unsachgemäßer Anwendung oder versehentlicher Einnahme auch für Menschen und Haustiere schädlich sein. Daher ist es unerlässlich:

  • Gebrauchsanweisung befolgen: Immer die Anweisungen des Herstellers lesen und befolgen.
  • Sichere Lagerung: Mittel außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.
  • Schutzkleidung: Bei der Anwendung geeignete Schutzkleidung tragen.
  • Wartezeiten einhalten: Bei Obst und Gemüse die empfohlenen Wartezeiten bis zur Ernte unbedingt einhalten.
  • Biologische Mittel: Biologische und Hausmittel sind in der Regel deutlich sicherer, aber auch hier gilt: Nicht zum Verzehr geeignet und bei empfindlichen Personen oder Tieren Vorsicht walten lassen.

Die Krankheit selbst ist kaum giftig, die Bekämpfungsmittel erfordern jedoch höchste Vorsicht.