Was ist Mehltau bei Stachelbeeren und wie erkenne ich ihn?

Mehltau bei Stachelbeeren ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl die Optik als auch die Ernte erheblich beeinträchtigen kann. Es handelt sich um eine Pilzerkrankung, die durch verschiedene Erreger verursacht wird und sich typischerweise durch einen weißlichen oder gräulichen Belag auf Blättern, Trieben und Früchten bemerkbar macht. Wer seine Stachelbeeren gesund halten möchte, muss die Symptome kennen, um schnell handeln zu können.

Die Krankheit tritt meist im Frühjahr und Frühsommer auf, kann aber auch bei feucht-warmer Witterung im Spätsommer und Herbst wiederkehren. Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen dem Echten Mehltau und dem Falschen Mehltau, wobei der Echte Mehltau bei Stachelbeeren deutlich häufiger vorkommt und spezifische Erkennungsmerkmale aufweist.

Symptome des Echten Mehltaus

Der Echte Mehltau (oft verursacht durch Pilze der Gattung *Podosphaera*) zeigt sich zunächst als unscheinbare, puderartige weiße Sporenflocken, meist auf der Oberseite der Blätter. Diese Beläge breiten sich schnell aus und können bald die gesamte Blattoberfläche bedecken. Betroffene Blätter verfärben sich gelblich, rollen sich oft nach oben ein und trocknen schließlich vertrocknet ab. Junge Triebe und Knospen können ebenfalls befallen werden; sie werden in ihrem Wachstum gehemmt, verkrüppeln und sterben im schlimmsten Fall ab. An den Früchten zeigt sich der Echte Mehltau durch einen schmierigen, weißlichen Belag, der später grau und filzig wird. Die Früchte können aufplatzen und sind dann anfällig für Sekundärinfektionen.

Symptome des Falschen Mehltaus

Der Falsche Mehltau (verursacht durch Pilze wie *Pseudoperonospora* oder *Phytophthora*) ist bei Stachelbeeren weniger verbreitet, aber nicht minder schädlich. Seine Symptome sind anders: Auf der Blattoberseite sind zunächst gelbliche Flecken zu sehen, die sich im späteren Stadium bräunlich verfärben und absterben. Auf der Blattunterseite bildet sich unter diesen Flecken ein grauer, samtartiger Belag aus Sporen. Im Gegensatz zum Echten Mehltau greift der Falsche Mehltau seltener die Triebe und Früchte direkt an, sondern konzentriert sich primär auf das Blattwerk, was zu einem starken vorzeitigen Blattfall führen kann.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung ist die korrekte Identifizierung der Krankheit entscheidend. Ein grauer bis bräunlicher Belag auf der Blattunterseite bei gelblichen Flecken auf der Oberseite deutet auf Falsche Mehltau-Befall hin, während ein weißer, puderartiger Belag auf den Blättern und Trieben klar auf Echten Mehltau schließen lässt. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Mehltau oder eine andere Krankheit handelt, kann eine genaue Beobachtung der charakteristischen Beläge und Verfärbungen helfen.

Ursachen für Mehltau: Was begünstigt den Pilzbefall?

Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, wenn Mehltau die Stachelbeeren befällt. Das Verständnis dieser Ursachen ist der erste Schritt, um die Krankheit effektiv in den Griff zu bekommen und zukünftige Ausbrüche zu verhindern. Die meisten Mehltauarten sind opportunistische Pilze, die unter bestimmten Umweltbedingungen ideale Lebensbedingungen finden.

Feuchtigkeit und Luftzirkulation

Einer der Hauptfaktoren, die Mehltau begünstigen, ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in Kombination mit schlechter Belüftung. Wenn die Blätter über längere Zeit feucht bleiben, sei es durch Tau, Nebel oder Regen, können Pilzsporen leichter keimen und in die Pflanze eindringen. Dicht stehende Pflanzen, eine üppige Belaubung ohne Schnittmaßnahmen oder ungünstige Standortbedingungen (z. B. in Senken, wo sich feuchte Luft sammelt) schaffen hierfür ideale Bedingungen. Eine gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen und durch das Laub hindurch ist daher essenziell, um Feuchtigkeit schnell abtrocknen zu lassen.

Nährstoffversorgung und Sortenwahl

Eine unausgeglichene Nährstoffversorgung kann die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen. Insbesondere ein Überangebot an Stickstoff führt zu einem sehr weichen, mastigen Wachstum, das anfälliger für Pilzbefall ist. Die Stachelbeeren benötigen zwar Nährstoffe, aber eine übermäßige Düngung sollte vermieden werden. Generell sind junge, stark wachsende Triebe anfälliger als älteres, verholzes Holz. Ebenso spielt die Wahl der Stachelbeersorte eine Rolle. Manche Sorten sind von Natur aus resistenter gegen Mehltau als andere. Informieren Sie sich bei der Auswahl neuer Pflanzen über deren Resistenzeigenschaften.

Klimatische Bedingungen und Überwinterung

Bestimmte klimatische Bedingungen sind besonders förderlich für die Ausbreitung von Mehltau. Warme, aber nicht zu heiße Temperaturen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit sind ideal für den Echten Mehltau. Dies erklärt, warum die Krankheit oft im Frühsommer auftritt, wenn diese Bedingungen gegeben sind. Die Pilze, die Mehltau verursachen, überwintern oft auf infizierten Pflanzenresten im Boden oder an abgefallenen Blättern, sowie als Sporen an den Trieben der Pflanzen selbst. Wenn diese Reste nicht entfernt werden, stellen sie eine ständige Infektionsquelle für das nächste Jahr dar.

Die Beachtung dieser Faktoren ermöglicht es Ihnen, proaktiv gegen Mehltau vorzugehen. Eine Standortwahl, die gute Belüftung gewährleistet, eine angepasste Düngung und die Auswahl resistenter Sorten sind wichtige präventive Maßnahmen, bevor es überhaupt zum Befall kommt.

Vorbeugende Maßnahmen: So schützen Sie Ihre Stachelbeeren

Die beste Strategie im Kampf gegen Mehltau bei Stachelbeeren ist die Vorbeugung. Wenn Sie Ihre Pflanzen von vornherein so pflegen, dass sie widerstandsfähiger sind und die Pilze keine Chance haben, ersparen Sie sich oft aufwendige Behandlungen. Prävention beginnt bei der Pflanzung und setzt sich in der fortlaufenden Pflege fort.

Standortwahl und Pflanzabstand

Wählen Sie für Ihre Stachelbeeren einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der gut belüftet ist. Vermeiden Sie Staunässe im Boden und Bereiche, in denen sich kalte, feuchte Luft staut. Ein ausreichender Pflanzabstand zwischen den einzelnen Sträuchern ist entscheidend. Dies sorgt nicht nur für genügend Platz zum Wachsen, sondern fördert auch die Luftzirkulation durch das gesamte Laubwerk. Dies reduziert die Feuchtigkeitsansammlungen und macht es dem Mehltau schwerer, sich auszubreiten.

Sortenwahl und Resistenz

Bei der Anschaffung neuer Pflanzen ist die Auswahl mehltauresistenter Sorten sehr ratsam. Es gibt viele Züchtungen, die deutlich weniger anfällig für Pilzkrankheiten sind als ältere Sorten. Recherchieren Sie vor dem Kauf, welche Sorten für Ihren Standort und Ihre Bedürfnisse geeignet sind und eine gute Krankheitsresistenz aufweisen. Dies ist eine langfristige Investition in die Gesundheit Ihrer Stachelbeerpflanzen.

Angepasste Düngung und Pflege

Eine Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff, führt zu einem weichen, stark wachsenden Trieb, der für Mehltau anfälliger ist. Düngen Sie Ihre Stachelbeeren bedarfsgerecht, aber zurückhaltend. Achten Sie auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung, die die natürliche Widerstandsfähigkeit der Pflanze stärkt. Das Entfernen von Unkraut im Wurzelbereich sorgt ebenfalls für bessere Belüftung und Nährstoffverfügbarkeit.

Hygiene im Garten

Entfernen Sie regelmäßig abgefallene Blätter und Fruchtmumien, besonders im Herbst. Diese können Pilzsporen überwintern und im nächsten Frühjahr erneut Infektionen auslösen. Achten Sie darauf, dass das Schnittwerkzeug sauber ist, um keine Krankheiten von einer Pflanze zur anderen zu übertragen. Schneiden Sie befallene Triebe direkt über einem gesunden Auge oder unterhalb des Befalls ab und entsorgen Sie das Schnittgut nicht auf dem Komposthaufen, sondern im Hausmüll.

Diese grundlegenden Pflegemaßnahmen sind oft schon ausreichend, um Mehltau in Schach zu halten. Eine gesunde, gut belüftete Pflanze ist ihre beste Verteidigung gegen Krankheitserreger.

Bekämpfung von Mehltau: Was tun bei Befall?

Wenn die Vorbeugung nicht ausreicht und Mehltau Ihre Stachelbeeren befällt, ist schnelles Handeln gefragt. Ziel ist es, die Ausbreitung zu stoppen und die Pflanze zu retten, ohne unnötige Chemikalien einzusetzen. Verschiedene Methoden, von Hausmitteln bis zu biologischen oder chemischen Präparaten, stehen zur Verfügung.

Mechanische Entfernung und Schnitt

Bei geringem Befall kann es helfen, befallene Blätter und Triebe vorsichtig abzubrechen oder abzuschneiden und sofort zu entsorgen. Dies verhindert, dass sich die Sporen weiter verbreiten. Führen Sie diese Arbeiten durch, wenn die Blätter trocken sind, um die Verteilung von Sporen zu minimieren. Dieser Schritt ist besonders wichtig, wenn Sie nur vereinzelte, stark befallene Stellen sehen.

Hausmittel und biologische Mittel

Es gibt einige bewährte Hausmittel und biologische Spritzmittel, die bei leichtem bis mittlerem Befall wirksam sein können. Eine Mischung aus Wasser und Milch (ca. 1:9 oder 1:10) kann auf die befallenen Stellen gesprüht werden. Die Proteine in der Milch sollen eine pilzhemmende Wirkung haben. Auch eine Lösung aus Natron (Backpulver) oder Kaliumcarbonat mit etwas Spülmittel als Netzmittel kann helfen. Sprühen Sie diese Mittel regelmäßig, am besten morgens oder abends, auf die betroffenen Pflanzen. Achten Sie darauf, die Blätter von oben und unten gut zu benetzen. Andere biologische Mittel basieren auf Pflanzenextrakten oder nützlichen Mikroorganismen, die den Pilz verdrängen.

Gezielter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Bei starkem Befall, der durch Hausmittel nicht mehr kontrollierbar ist, können chemische oder biologisch-chemische Pflanzenschutzmittel notwendig werden. Es gibt spezielle Mittel gegen Mehltau im Gartenfachhandel, die für Stachelbeeren zugelassen sind. Beachten Sie unbedingt die Anwendungshinweise auf der Verpackung, die Dosierung und die Wartezeiten vor der Ernte. Bevorzugen Sie Mittel, die für den ökologischen Landbau zugelassen sind, um die Umwelt und Nützlinge zu schonen. Einige Spritzmittel gegen Echten Mehltau enthalten Schwefel oder Kupfer, die jedoch nur gezielt und nicht zu häufig eingesetzt werden sollten, um eine Schädigung der Pflanze oder Umweltbelastung zu vermeiden. Informieren Sie sich über aktuelle Empfehlungen bei Ihrer lokalen Landwirtschaftsberatung oder im Fachhandel, da sich Zulassungen und Empfehlungen ändern können.

Ein wichtiges Kriterium ist, dass Spritzmittel nur bei trockenen Bedingungen angewendet werden sollten, damit sie gut auf den Blättern haften und ihre Wirkung entfalten können. Mehrfache Anwendungen im Abstand von etwa 7-14 Tagen sind oft notwendig, um den Lebenszyklus des Pilzes zu unterbrechen.

Kontrollieren Sie Ihre Stachelbeeren regelmäßig, am besten wöchentlich, auf erste Anzeichen von Mehltau, um frühzeitig reagieren zu können.

Stachelbeeren richtig schneiden: Wichtiger Beitrag zur Mehltau-Vorbeugung

Der regelmäßige und richtige Schnitt ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Mehltau bei Stachelbeeren. Ein gut geschnittener Strauch sorgt für bessere Belüftung, mehr Lichteinfall und entfernt potenzielle Überwinterungsorte für Pilzsporen. Dies ist weit mehr als nur Formsache; es ist ein essenzieller Teil der Krankheitsprävention.

Warum ist der Schnitt so wichtig?

Mehltau liebt feuchte, stehende Luft und dichtes Laub. Ein zu dichter Stachelbeerbusch bietet ideale Bedingungen für den Pilz, da Feuchtigkeit schlecht abtrocknen kann und die Luftzirkulation behindert wird. Durch den Schnitt lichten Sie das Innere des Busches auf, entfernen veraltete oder schwache Triebe und fördern ein kräftiges, luftiges Wachstum. Dies macht es dem Mehltau deutlich schwerer, sich auszubreiten und signifikanten Schaden anzurichten.

Der beste Zeitpunkt für den Schnitt

Der Hauptschnitt für Stachelbeeren wird idealerweise im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr durchgeführt, wenn der Frost vorbei ist, die Pflanzen aber noch in der Ruhephase sind (vor dem Austrieb). Zu diesem Zeitpunkt sind die Konturen des Busches gut sichtbar, und die Pflanze kann sich im Frühjahr kräftig regenerieren. Ein leichter Sommerschnitt kann zusätzlich sinnvoll sein, um übermäßigen oder schwachen Zuwachs zu entfernen, der die Belüftung beeinträchtigt, und um junge, noch nicht verholzte Triebe mit beginnendem Befall zu entfernen.

Grundlegende Schnittregeln für Stachelbeeren

Beim Schneiden sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Entfernen Sie abgestorbene, kranke oder beschädigte Triebe: Schneiden Sie diese bis ins gesunde Holz zurück. Achten Sie darauf, das Schnittgut nicht auf dem Boden liegen zu lassen, sondern es fachgerecht zu entsorgen.
  • Lichten Sie das Innere des Busches aus: Entfernen Sie nach innen wachsende Triebe, sich kreuzende oder reibende Äste und sehr alte, unproductive Triebe (oft dunkel und hart). Ziel ist ein aufrechter, strauchartiger Wuchs mit etwa 5-8 Haupttrieben aus der Basis.
  • Kürzen Sie zu lange Triebe ein: Dies fördert die Verzweigung und sorgt für eine kompaktere Wuchsform. Schneiden Sie immer knapp über einer nach außen zeigenden Knospe.
  • Beachten Sie den Hochstamm bei Bedarf: Wenn Sie einen Stachelbeer-Hochstamm pflegen, sind die Schnittregeln ähnlich, konzentrieren sich aber auf die Krone. Der Stamm selbst muss frei von Krankheitsanzeichen sein.

Regelmäßiges Schneiden, verbunden mit der Entfernung von befallenen Pflanzenteilen, ist ein Schlüssel zur Gesunderhaltung Ihrer Stachelbeerpflanzen über Jahre hinweg.

Die richtige Schnitttechnik schützt Ihre Stachelbeeren nachhaltig vor Mehltau.

Stachelbeeren düngen und pflegen: Widerstandsfähigkeit stärken

Eine ausgewogene Ernährung und sorgfältige Pflege sind entscheidend, um Stachelbeeren widerstandsfähig gegen Krankheiten wie Mehltau zu machen. Es geht nicht darum, die Pflanzen zu überversorgen, sondern ihnen genau das zu geben, was sie für ein gesundes Wachstum und eine gute Fruchtbildung benötigen. Dies stärkt ihre natürlichen Abwehrkräfte.

Der richtige Zeitpunkt und die Art der Düngung

Stachelbeeren sind Starkzehrer und benötigen Nährstoffe, besonders während der Wachstumsphase im Frühjahr und zur Fruchtbildung. Eine gute Zeit zum Düngen ist das zeitige Frühjahr, sobald der Boden erwärmbar ist. Eine Gabe von reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist ist ideal, da sie nicht nur Nährstoffe liefert, sondern auch die Bodenstruktur verbessert und Feuchtigkeit speichert. Alternativ kann ein Langzeitdünger für Beerenobst verwendet werden. Vermeiden Sie eine zu späte Düngung im Sommer oder Herbst, da diese das Triebwachstum bis spät in die Saison anregen und die Pflanzen weniger winterhart machen könnte. Eine zu hohe Stickstoffgabe sollte vermieden werden, da dies zu weichem, anfälligem Gewebe führt.

Bodenpflege und Mulchen

Ein lockerer, gut durchlüfteter Boden ist für Stachelbeeren wichtig. Regelmäßiges Hacken im Frühjahr hilft, Unkraut zu unterdrücken und die Bodenschicht zu belüften. Im Sommer kann das Mulchen mit einer Schicht Kompost, Rasenschnitt oder Rindenmulch helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, Unkraut zu unterdrücken und die Bodentemperatur auszugleichen. Achten Sie darauf, den Mulch nicht direkt an den Stamm zu legen, um Fäulnis zu vermeiden.

Bewässerung

Stachelbeeren benötigen während trockener Perioden, besonders während der Fruchtentwicklung und Reife, ausreichend Wasser. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist wichtig, um Stress für die Pflanze zu vermeiden. Gießen Sie am besten durchdringend, damit das Wasser bis zu den Wurzeln gelangt, und vermeiden Sie häufiges, oberflächliches Sprengen, das die Blätter benetzt und die Ausbreitung von Pilzkrankheiten begünstigen könnte. Gießen Sie wenn möglich direkt an die Wurzeln.

Erntezeit und Nachpflege

Die Erntezeit für Stachelbeeren liegt meist im späten Frühjahr bis Hochsommer, je nach Sorte und Reifegrad. Nach der Ernte haben die Pflanzen Zeit, sich zu erholen und Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Eine leichte Nachdüngung mit Kompost kann nach der Ernte sinnvoll sein, um die Energiereserven aufzufüllen.

Starke, gut ernährte Pflanzen sind weniger anfällig für Krankheiten.

Kann man Stachelbeeren umpflanzen und wann ist die beste Zeit dafür?

Das Umpflanzen von Stachelbeeren ist unter bestimmten Umständen möglich und kann sinnvoll sein, wenn der aktuelle Standort ungünstig wird oder die Pflanze mehr Platz benötigt. Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik sind entscheidend für den Erfolg.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Der ideale Zeitpunkt, um Stachelbeeren umzupflanzen, ist im Herbst, nach dem Laubfall, oder im zeitigen Frühjahr, bevor der Austrieb beginnt. In diesen Ruhephasen leidet die Pflanze am wenigsten unter dem Transplantationsstress, da ihre Wachstumsaktivität gering ist und sie ihre Energie auf die Etablierung der neuen Wurzeln konzentrieren kann. Der Herbst ist oft vorzuziehen, da die Pflanze dann den ganzen Winter über Zeit hat, sich am neuen Standort zu etablieren, bevor sie im Frühjahr neu austreiben muss.

Wie geht man beim Umpflanzen vor?

Beim Umpflanzen sollten Sie so vorgehen:

  1. Vorbereitung des neuen Standorts: Graben Sie ein Loch, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der aktuelle Wurzelballen der Stachelbeerpflanze. Verbessern Sie den Boden bei Bedarf mit Kompost.
  2. Ausgraben der Pflanze: Bei der aktuellen Pflanze wird der Wurzelballen so großzügig wie möglich ausgegraben. Markieren Sie die Nordseite der Pflanze, um sie später am neuen Standort wieder korrekt auszurichten.
  3. Transport und Einpflanzen: Transportieren Sie die Pflanze zügig zum neuen Standort. Setzen Sie sie in das vorbereitete Loch, sodass die Oberkante des Wurzelballens auf gleicher Höhe mit der umgebenden Erdoberfläche liegt. Bei Stachelbeeren, die etwas tiefer gepflanzt werden können (bis zu 5 cm tiefer als zuvor), kann dies das Anwurzeln fördern.
  4. Auffüllen und Wässern: Füllen Sie das Loch mit Erde auf, treten Sie die Erde leicht an und wässern Sie die Pflanze anschließend gründlich. Dies schließt Lufteinschlüsse und sorgt für einen guten Bodenschluss.
  5. Rückschnitt: Ein leichter Rückschnitt der oberirdischen Triebe kann nach dem Umpflanzen sinnvoll sein, um das Verhältnis zwischen Wurzelmasse und oberirdischer Masse auszugleichen und den Wasserbedarf zu reduzieren.

Sollten Sie eine Pflanze mit Anzeichen von Mehltau umpflanzen, ist es ratsam, die Gelegenheit zu nutzen und die Pflanze kräftig zurückzuschneiden und befallene Teile zu entfernen. Dies gibt der Pflanze einen Neustart.

Ein gut geplanter Umpflanzvorgang hilft Ihrer Stachelbeerpflanze, sich schnell zu erholen.

Stachelbeeren vermehren: Gesunde Nachkommen für den Garten

Wer von seinen gesunden Stachelbeeren begeistert ist, möchte sie oft vermehren, um neue Pflanzen für den eigenen Garten oder zum Verschenken zu gewinnen. Die Vermehrung von Stachelbeeren ist relativ einfach und kann auf verschiedene Arten erfolgen, wobei Stecklinge eine gängige Methode sind.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung über Stecklinge ist eine bewährte Methode, um gesunde Nachkommen von Stachelbeeren zu ziehen. Idealerweise entnimmt man die Stecklinge im Sommer, wenn die Triebe halb verholzt sind. Schneiden Sie etwa 15-20 cm lange, kräftige Triebe von gesunden Mutterpflanzen ab. Entfernen Sie die unteren Blätter und alle weichen, jungen Triebe an der Spitze. Der Steckling sollte mindestens zwei bis drei Knospenpaare aufweisen. Setzen Sie die Stecklinge dann einzeln in kleine Töpfe mit feuchter Anzucht- oder Blumenerde. Stellen Sie die Töpfe an einen geschützten, halbschattigen Platz und halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Nach einigen Wochen sollten die Stecklinge bewurzelt sein. Im folgenden Frühjahr können die jungen Pflanzen dann ins Freiland gesetzt werden.

Ableger bilden

Eine weitere Methode ist die Vermehrung durch Ableger. Hierbei wird ein biegsamer, junger Trieb der Mutterpflanze im Frühjahr oder Sommer zu einem Teil in die Erde gebogen und dort fixiert, ohne ihn von der Mutterpflanze zu trennen. Beschweren Sie den Trieb an der Stelle, wo er den Boden berührt, eventuell mit einem Stein oder einem gebogenen Draht. Wenn der Trieb gut anliegt und mit Erde bedeckt ist, bildet er Wurzeln. Nach etwa einem Jahr kann der bewurzelte Ableger von der Mutterpflanze abgetrennt und an seinen endgültigen Standort verpflanzt werden.

Vermehrung durch Absenker (Luftableger)

Ähnlich wie bei Ablegern kann man auch Luftableger ziehen. Hierbei wird ein Teil eines älteren Triebes leicht eingeschnitten oder eingeritzt, mit Moos oder feuchter Erde umwickelt und mit Plastikfolie abgebunden. Wenn sich an dieser Stelle Wurzeln gebildet haben, kann der Trieb unterhalb der Bewurzelung abgeschnitten und als neue Pflanze gesetzt werden.

Bei allen Vermehrungsmethoden ist es entscheidend, dass Sie von gesunden Mutterpflanzen ausgehen, um die Weitergabe von Krankheiten wie Mehltau zu vermeiden. Wenn die Mutterpflanze bereits von Mehltau befallen ist, ist es ratsamer, auf die Vermehrung zu verzichten und sich zunächst auf die Genesung der Pflanze zu konzentrieren oder auf neue, gesunde Pflanzen aus einer vertrauenswürdigen Quelle zurückzugreifen.

Gesunde Elternpflanzen sind die Basis für erfolgreiche Stachelbeer-Vermehrung.