Was ist Mehltau an Weinreben?

Mehltau an Weinreben ist ein weit verbreitetes Pilzbefallproblem, das sowohl die Blätter als auch die Früchte schädigen kann. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für zwei unterschiedliche Pilzarten: den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) und den Echten Mehltau (Uncinula necator). Beide führen zu erheblichen Ertragsverlusten und können die Pflanze schwächen, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Das Verständnis der Unterschiede und der spezifischen Bedürfnisse der Reben ist entscheidend für den Erfolg.

  • Mehltau an Weinreben sind Pilzkrankheiten, die Blätter und Früchte schädigen.
  • Es gibt zwei Hauptarten: Falscher und Echter Mehltau.
  • Beide erfordern spezifische Vorbeugungs- und Bekämpfungsstrategien.
  • Frühes Erkennen ist für die Pflanzengesundheit unerlässlich.

Die Weinrebe (Vitis vinifera) ist eine wertvolle Nutzpflanze, deren Gesundheit direkt von ihrer Umgebung und der Abwesenheit von Krankheitserregern abhängt. Mehltau gehört zu den gefürchtetsten Schädlingen im Weinbau und in heimischen Gärten. Wenn Sie Weinreben anbauen, sei es für den Tafelgenuss oder zur Herstellung eigener kleiner Weinmengen, ist es essenziell, die Anzeichen von Mehltau frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu handeln. Dieser Pilz liebt feuchte und warme Bedingungen, was ihn zu einem wiederkehrenden Problem macht, besonders in bestimmten Jahreszeiten.

Die Unterscheidung zwischen dem Falschen und dem Echten Mehltau ist der erste Schritt zur richtigen Behandlung. Während beide die Vitalität Ihrer Weinreben beeinträchtigen, unterscheiden sie sich in ihren Symptomen, ihrem Entwicklungszyklus und den Bedingungen, unter denen sie am besten gedeihen. Ein Falscher Mehltau Befall beginnt oft auf der Unterseite der Blätter mit öligen Flecken, die sich später auf die Oberseite verfärben und einen grauen Schimmelrasen aufweisen, während der Echte Mehltau eher wie ein weißer, mehlartiger Belag auf der Blattoberfläche erscheint.

Warum ist Mehltau für Weinreben so problematisch?

Mehltau ist nicht nur ein kosmetisches Problem; er greift tief in die Lebensprozesse der Weinrebe ein. Die Pilze entziehen der Pflanze Nährstoffe und Wasser, was zu Wachstumsstörungen führt. Bei einem starken Befall können Blätter vorzeitig abfallen, was die Photosynthese erheblich reduziert und die Energieproduktion der Rebe einschränkt. Dies schwächt die Pflanze insgesamt und macht sie anfälliger für andere Krankheiten und Stressfaktoren wie Frost.

Gerade die jungen Triebe und die sich entwickelnden Trauben sind stark gefährdet. Befallene Trauben können aufplatzen, was wiederum Sekundärinfektionen durch Bakterien oder andere Pilze wie Botrytis (Grauschimmel) Tür und Tor öffnet. Der Geschmack und die Qualität der Früchte werden beeinträchtigt, und bei einer Ernte können die befallenen Beeren ungenießbar sein oder die gesamte Ernte unbrauchbar machen. Die wirtschaftlichen Einbußen für professionelle Winzer sind immens, aber auch für Hobbygärtner kann es eine große Enttäuschung sein, wenn die mühsam aufgezogene Ernte wegen Mehltau verloren geht.

Zudem kann wiederholter starker Mehltau-Befall über mehrere Jahre hinweg die Widerstandsfähigkeit der Weinrebe nachhaltig schädigen. Eine geschwächte Pflanze treibt im Frühjahr möglicherweise schlechter aus und bildet weniger Blüten, was sich direkt auf den Ertrag im Folgejahr auswirkt. Die Bekämpfung von Mehltau bindet zudem Ressourcen – sowohl die der Pflanze, die Energie in die Abwehr steckt, als auch die des Gärtners, der Zeit und möglicherweise Mittel investieren muss.

Die unsichtbare Bedrohung durch Pilzsporen ist der eigentliche Feind. Diese Sporen sind oft schon vorhanden, bevor sichtbare Symptome auftreten, und benötigen nur die richtigen Umweltbedingungen, um sich explosionsartig zu vermehren. Deshalb ist ein proaktiver Ansatz, der auf Vorbeugung und aufmerksamer Beobachtung basiert, wesentlich effektiver als eine reine Reaktion auf bereits sichtbare Schäden.

Die Rolle der Umweltbedingungen

Mehltauursachen sind vielfältig und oft eng mit den Umweltbedingungen verknüpft. Hohe Luftfeuchtigkeit, lange Regenperioden, mangelnde Luftzirkulation und moderate Temperaturen sind ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung von Pilzerkrankungen. Der Falsche Mehltau bevorzugt feuchtwarmes Wetter, während der Echte Mehltau auch bei trockenerer Witterung, aber hoher Luftfeuchtigkeit, gut gedeiht. Selbst Tau kann für die Sporen ausreichen, um zu keimen und Infektionen auszulösen.

Der Wind spielt eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Sporen über größere Distanzen, und auch Insekten können als Überträger fungieren. Das Verständnis dieser Übertragungswege hilft dabei, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Anfälligkeit der Weinreben zu minimieren. Beispielsweise kann das Entfernen von infiziertem Pflanzenmaterial verhindern, dass Sporen überwintern und im nächsten Frühjahr eine neue Infektionswelle auslösen.

Mehltau-Symptome erkennen: Falscher vs. Echter Mehltau

Die genaue Identifizierung des Mehltau-Typs ist entscheidend für die Wahl der richtigen Bekämpfungsstrategie. Beide Pilzarten, obwohl sie ähnliche Namen tragen, haben unterschiedliche Merkmale, die sie verraten.

Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)

Der Falsche Mehltau zeigt sich typischerweise zuerst auf der Blattunterseite. Dort bilden sich zunächst kleine, blassgrüne, später gelbliche oder ölige Flecken, die auf der Oberseite des Blattes zu sehen sind. Unter günstigen Bedingungen (feucht, warm) entwickelt sich auf der Unterseite dieser Flecken ein weißlich-grauer bis violettlicher Schimmelrasen. Die betroffenen Blätter können sich später gelblich verfärben (Chlorose) und bei starkem Befall welken oder vertrocknen.

An jungen Trieben und Ranken verursacht der Falsche Mehltau ebenfalls graue bis bräunliche Flecken. An den Trauben sind die Symptome besonders gravierend: Sie verfärben sich zunächst bräunlich, verhärten sich und fallen schließlich ab. Die Sporen des Falschen Mehltaus benötigen freies Wasser (Regen, Tau) zur Ausbreitung und Infektion. Dies ist ein wichtiger Unterschied zum Echten Mehltau.

Echter Mehltau (Uncinula necator)

Der Echte Mehltau, auch bekannt als "Schönwetterpilz", präsentiert sich anders. Er bildet zu Beginn kleine, graue Flecken auf der Oberseite der Blätter, die sich schnell zu einem typischen weißlichen, mehlartigen Belag ausweiten. Dieser Belag lässt sich oft abwischen, kehrt aber schnell zurück. Ähnliche Beläge erscheinen auch auf der Unterseite der Blätter, auf jungen Trieben und Knospen.

Befallene junge Blätter können deformiert und eingeschnürt werden. An den Trauben zeigt sich der Echte Mehltau als gräuliche bis bräunliche, samtige Schicht. Die Beeren können platzen, verhärten und nicht mehr richtig ausreifen. Im Gegensatz zum Falschen Mehltau benötigt der Echte Mehltau keine freie Feuchtigkeit zur Infektion, sondern begnügt sich mit hoher Luftfeuchtigkeit, die auch durch Tau oder Nebel entstehen kann. Er ist oft bei trockener, warmer Witterung mit hoher Luftfeuchtigkeit aktiv.

Ein genaues Hinsehen auf die Blattunterseite und die Art des Belags hilft bei der eindeutigen Diagnose.

Untersuchen Sie Ihre Weinreben regelmäßig, insbesondere bei feuchtwarmer Witterung, und konzentrieren Sie sich auf die Blattunterseiten und junge Triebe, um erste Anzeichen von Mehltau frühzeitig zu erkennen.

Vorbeugung: Gesunde Weinreben sind widerstandsfähiger

Die beste Methode, Mehltau effektiv zu begegnen, ist die Vorbeugung. Eine gesunde, kräftige Weinrebe kann Krankheiten besser abwehren. Dies beginnt bei der Wahl des richtigen Standorts und der Pflanzenauswahl.

Standortwahl und Pflanzung

Wählen Sie für Ihre Weinreben einen sonnigen, gut belüfteten Standort. Gute Luftzirkulation ist entscheidend, um die Blätter schnell trocknen zu lassen und so die Ausbreitung von Pilzsporen zu erschweren. Vermeiden Sie Standorte in Senken, wo sich kalte, feuchte Luft sammelt. Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zwischen den Reben und anderen Pflanzen, um die Belüftung zu optimieren.

Sortenwahl

Es gibt Weinreben-Sorten, die von Natur aus widerstandsfähiger gegen Mehltau sind, insbesondere gegen den Falschen Mehltau. Bei der Anschaffung von Jungpflanzen sollten Sie nach pilzresistenten Sorten Ausschau halten. Diese sind zwar nicht immun, aber deutlich weniger anfällig, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erheblich reduzieren kann.

Richtiges Gießen und Düngen

Gießen Sie Ihre Weinreben möglichst bodennah und vermeiden Sie es, die Blätter zu benetzen. Dies reduziert die Feuchtigkeit auf der Blattoberfläche und erschwert es den Pilzen, sich auszubreiten. Eine Überdüngung mit Stickstoff sollte vermieden werden, da dies zu weichem, anfälligem Triebwachstum führt. Eine ausgewogene Düngung mit Kalium stärkt die Zellwände und macht die Pflanze widerstandsfähiger gegen Krankheiten.

Schnitt und Laubmanagement

Ein regelmäßiger und fachgerechter Rebschnitt ist essenziell. Er sorgt für eine gute Belüftung der Pflanze und reduziert die Anzahl der Blätter, die Feuchtigkeit speichern können. Entfernen Sie im Sommer überschüssiges Laub, insbesondere im Traubenbereich, um die Luftzirkulation zu verbessern und die Trauben schneller abtrocknen zu lassen. Dies reduziert das Risiko für Mehltau und auch für Grauschimmel.

Hygiene im Garten

Entfernen Sie abgefallenes Laub und befallene Pflanzenteile im Herbst und Frühjahr sorgfältig. Diese können Überwinterungsstadien der Pilze enthalten. Kompostieren Sie befallenes Material nicht, sondern entsorgen Sie es im Hausmüll oder verbrennen Sie es, um eine erneute Verbreitung zu verhindern. Regelmäßige Inspektion ist Ihre erste Verteidigungslinie gegen Mehltau.

Die Kombination dieser vorbeugenden Maßnahmen schafft eine solide Basis für gesunde Weinreben, die weniger anfällig für Mehltau-Befall sind. Selbst wenn die Bedingungen für Pilze ungünstig sind, kann eine gut vorbereitete Pflanze den Angriffen besser standhalten.

Mehltau Bekämpfen: Mittel und Methoden

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Mehltau-Befall auftreten, ist schnelles Handeln gefragt, um die Ausbreitung einzudämmen und den Schaden zu minimieren. Es gibt verschiedene Ansätze zur Bekämpfung, von Hausmitteln bis zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln.

Hausmittel und biologische Mittel

Mehltau bekämpfen mit Hausmitteln ist oft der erste Gedanke für umweltbewusste Gärtner. Ein bewährtes Mittel ist eine Lösung aus Milch und Wasser im Verhältnis 1:9 (ein Teil Milch, neun Teile Wasser), die auf die befallenen Blätter gesprüht wird. Die Milchsäure soll das Pilzwachstum hemmen. Auch Backpulver (Natron) in Wasser gelöst, kann als Sprühmittel dienen, verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche und erschwert dem Pilz das Leben. Allerdings sind die Wirksamkeiten von Hausmitteln oft begrenzt und erfordern wiederholte Anwendungen.

Schwefelhaltige Präparate sind eine biologische Option, die sowohl gegen Echten als auch gegen Falschen Mehltau wirksam ist. Sie wirken, indem sie die Pilzsporen abtöten. Kupferpräparate (z.B. Bordeauxbrühe) sind besonders wirksam gegen Falschen Mehltau und werden oft vorbeugend oder bei ersten Anzeichen eingesetzt. Achten Sie auf die richtige Anwendungskonzentration und -zeit, um die Pflanze nicht zu schädigen.

Chemische Pflanzenschutzmittel

Wenn der Befall stark ist und biologische Mittel nicht mehr ausreichen, können zugelassene chemische Fungizide zum Einsatz kommen. Diese sind oft sehr wirksam, können aber auch Nützlinge und die Umwelt belasten. Es ist wichtig, ausschließlich Produkte zu verwenden, die für den Einsatz an Weinreben zugelassen sind und die Gebrauchsanweisung genau zu befolgen. Wählen Sie ein Mittel, das spezifisch gegen die identifizierte Mehltauart wirkt.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist darauf zu achten, die Blätter und Triebe vollständig zu benetzen, insbesondere die Blattunterseiten. Wiederholte Anwendungen sind oft notwendig, um neu austreibende Sporen zu erfassen. Beachten Sie stets die Wartezeiten zwischen Anwendung und Ernte, um sicherzustellen, dass keine Rückstände auf den Früchten verbleiben.

Der richtige Zeitpunkt für die Anwendung

Der Erfolg der Bekämpfung hängt maßgeblich vom richtigen Timing ab. Beginnen Sie mit der Behandlung, sobald Sie die ersten Symptome bemerken, nicht erst, wenn die Pflanze stark befallen ist. Vorbeugende Spritzungen sind besonders sinnvoll bei anfälligen Sorten oder wenn die Wetterbedingungen die Pilzvermehrung begünstigen. Nach starkem Regen oder bei anhaltender Feuchtigkeit sollten die Behandlungen gegebenenfalls wiederholt werden.

Die Wahl des Mittels sollte immer auch die Umweltaspekte und die Verträglichkeit mit Nützlingen berücksichtigen. Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen Fachhandel oder der Landwirtschaftskammer über aktuelle Empfehlungen und zugelassene Produkte.

Spezifische Behandlung gegen Falschen Mehltau

Der Falsche Mehltau stellt eine besondere Herausforderung dar, da er sich bei feucht-warmem Wetter rasant vermehren kann. Seine Sporen benötigen freie Feuchtigkeit, was die Bekämpfung bei Regenwetter erschwert, aber auch einen Angriffspunkt bietet: Trockenheit.

Wie Falscher Mehltau sich verbreitet

Die zoospores, die sich auf der Blattunterseite bilden, sind empfindlich gegenüber Austrocknung. Dennoch sind die Infektionszyklen schnell, und oft sind bereits nach wenigen Stunden bei feuchten Bedingungen neue Sporen aktiv. Die primäre Infektion erfolgt meist im Frühjahr durch überwinternde Oosporen im Boden oder auf abgefallenem Laub, wenn die Temperaturen über 12°C steigen und ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Die Sporen werden durch Regen und Wind verbreitet.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Falschen Mehltau

Neben den allgemeinen vorbeugenden Maßnahmen ist bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus eine gute Belüftung des Bestandes besonders wichtig. Das frühzeitige Auslichten des Laubes, um die Traubenzone trocken zu halten, ist entscheidend. Auch die Auswahl von resistenteren Sorten, die weniger anfällig für diesen spezifischen Pilz sind, kann den Aufwand erheblich reduzieren.

Bekämpfungsstrategien

Kupferpräparate sind das Mittel der Wahl für die biologische und konventionelle Bekämpfung des Falschen Mehltaus. Kupfer wirkt bakterizid und fungizid, indem es die Enzyme der Pilze schädigt. Es ist wichtig, die Spritzungen rechtzeitig zu beginnen, oft schon ab dem Zeitpunkt, an dem die Triebe 10-15 cm lang sind, und sie regelmäßig zu wiederholen, besonders nach Regenereignissen. Die Präparate wirken hauptsächlich protektiv, d.h. sie verhindern die Keimung der Sporen, bevor die Infektion stattfindet.

Die beste Abwehr gegen Falschen Mehltau ist eine Kombination aus guter Belüftung und frühzeitiger Anwendung von Schutzmitteln.

Bei schweren Ausbrüchen oder wenn eine schnelle Wirkung erforderlich ist, können auch systemische oder translaminare Fungizide eingesetzt werden, die in das Pflanzengewebe eindringen und auch bereits infizierte Pflanzenteile schützen können. Diese sollten jedoch nur nach sorgfältiger Prüfung und gemäß den Anweisungen verwendet werden, um Resistenzen zu vermeiden und die Umwelt zu schonen.

Spezifische Behandlung gegen Echten Mehltau

Der Echte Mehltau, oft als „Schönwetterpilz“ bezeichnet, unterscheidet sich in seinen Anforderungen und Symptomen vom Falschen Mehltau. Seine Bekämpfung erfordert daher angepasste Strategien.

Wie Echter Mehltau sich verbreitet

Im Gegensatz zum Falschen Mehltau benötigt der Echte Mehltau keine freie Wasserphase zur Infektion. Hohe Luftfeuchtigkeit, die auch durch Tau oder Nebel entstehen kann, sowie moderate Temperaturen sind ausreichend. Die Sporen werden primär durch Wind verbreitet und können sich schnell auf den Blattoberflächen ausbreiten, wo sie den charakteristischen mehligen Belag bilden. Die Überwinterung erfolgt oft als Sporen auf befallenen Pflanzenteilen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Echten Mehltau

Auch hier gilt: Eine gute Belüftung ist fundamental. Reduzieren Sie die Dichte des Laubes und stellen Sie sicher, dass die Luft gut zirkulieren kann. Eine ausgewogene Düngung, die Stickstoff nicht übermäßig betont, fördert ein stabileres Pflanzenwachstum, das widerstandsfähiger gegen pilzliche Angriffe ist. Regelmäßiges Entfernen von befallenen Pflanzenteilen verhindert die Verbreitung von Sporen im Folgejahr.

Bekämpfungsstrategien

Schwefel ist ein klassisches und wirksames Mittel gegen Echten Mehltau. Schwefelpräparate wirken, indem sie die Sporen hemmen und abtöten. Sie sind besonders effektiv bei trockener Witterung und Temperaturen über 12-15°C. Achten Sie auf die richtige Dosierung, da zu hohe Konzentrationen oder Anwendung bei Hitze zu Blattverbrennungen führen können. Die Spritzungen sollten regelmäßig wiederholt werden, um neu austretende Sporen zu erfassen.

Andere biologische Mittel wie Kaliumbicarbonat oder bestimmte Mikroorganismen können ebenfalls zur Bekämpfung des Echten Mehltaus eingesetzt werden. Diese Produkte verändern die Oberflächenbedingungen der Pflanze, sodass der Pilz schlechter wachsen kann. Sie sind oft gut verträglich für Nützlinge und die Umwelt.

Die entscheidende Taktik gegen Echten Mehltau ist, die feuchtigkeitsliebenden Bedingungen zu unterbinden und die Pflanze mit geeigneten Mitteln zu schützen, sobald erste Anzeichen sichtbar werden.

Bei der Anwendung chemischer Fungizide sollte darauf geachtet werden, dass sie spezifisch gegen Echten Mehltau zugelassen sind und die Anweisungen genau befolgt werden. Eine abwechselnde Anwendung verschiedener Wirkstoffe kann dazu beitragen, die Entstehung von Resistenzen bei den Pilzen zu vermeiden.

Weitere Tipps zur Weinrebenpflege

Neben der spezifischen Bekämpfung von Mehltau ist eine ganzheitliche Pflege Ihrer Weinreben unerlässlich, um deren Vitalität und Ertragsfähigkeit langfristig zu sichern.

Der richtige Schnitt im Detail

Der Schnitt ist das A und O bei der Weinrebenpflege. Er dient nicht nur der Formgebung, sondern auch der Steuerung des Ertrags und der Verbesserung der Belüftung. Der Winterschnitt, der im späten Winter oder zeitigen Frühjahr erfolgt, bestimmt die Haupttragstruktur für das kommende Jahr. Dabei werden einjährige Triebe auf wenige Knospen eingekürzt, von denen die neuen Fruchtriebe wachsen.

Der Sommerschnitt, auch bekannt als „Grüne Arbeit“, umfasst das Ausgeizen (Entfernen von unerwünschten Seitentrieben), das Einkürzen von überlangen Trieben und das Auslichten des Laubes. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die Energie der Pflanze in die Fruchtentwicklung statt in übermäßiges vegetative Wachstum fließt und verbessern die Luftzirkulation in der Laubwand. Ein gut durchlüfteter Bestandteil reduziert das Risiko für Pilzkrankheiten erheblich.

Bodenpflege und Nährstoffversorgung

Weinreben bevorzugen durchlässige Böden. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, da sie die Wurzelgesundheit beeinträchtigt und Pilzkrankheiten wie Wurzelfäule begünstigen kann. Eine regelmäßige Bodenlockerung hilft, die Belüftung zu verbessern. Die Nährstoffversorgung sollte bedarfsgerecht erfolgen: Eine Überdüngung mit Stickstoff macht die Pflanze weicher und anfälliger. Kalium ist wichtig für die Stärkung der Zellwände und die allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Stress.

Schutz vor anderen Schädlingen und Krankheiten

Mehltau ist nur eine von vielen Herausforderungen, denen sich Weinreben stellen müssen. Achten Sie auch auf Anzeichen von Spinnmilben, Blattläusen oder anderen Krankheiten wie Echtem oder Falschem Rebenbrand (Peronospora), falls Sie nicht bereits von Mehltau betroffen sind. Ein starkes Immunsystem, das durch gute Pflege gefördert wird, hilft der Pflanze, auch mit anderen Problemen besser fertig zu werden.

Eine ganzheitliche und aufmerksame Pflege ist der Schlüssel zu gesunden, ertragreichen Weinreben.

Wann Sie professionelle Hilfe suchen sollten

Wenn Sie unsicher sind, welche Krankheit Ihre Weinrebe befallen hat, oder wenn der Befall trotz Ihrer Bemühungen nicht unter Kontrolle zu bekommen ist, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein lokaler Gartenbauverein, eine Baumschule oder ein Pflanzenschutzdienst können Ihnen mit ihrer Expertise weiterhelfen. Sie können die Krankheit korrekt diagnostizieren und Ihnen spezifische Ratschläge für Ihre Situation geben.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Mehltau an Weinreben

Hier finden Sie Antworten auf die gängigsten Fragen rund um das Thema Mehltau bei Weinreben, die Ihnen helfen, Ihre Pflanzen optimal zu schützen und zu pflegen.

Wie oft muss ich meine Weinreben auf Mehltau kontrollieren?

Es wird empfohlen, Ihre Weinreben mindestens einmal pro Woche auf Anzeichen von Mehltau zu kontrollieren, insbesondere während der Hauptwachstumsperioden im Frühling und Sommer sowie bei feucht-warmem Wetter. Achten Sie besonders auf die Blattunterseiten und junge Triebe.

Kann Mehltau die Weinernte komplett zerstören?

Ja, ein starker Mehltau-Befall kann die Weinernte erheblich reduzieren oder sogar komplett zerstören. Die Trauben können ungenießbar werden, platzen und sich infizieren, was die gesamte Ernte unbrauchbar macht.

Sind alle Weinreben-Sorten gleich anfällig für Mehltau?

Nein, die Anfälligkeit variiert stark je nach Sorte. Es gibt pilzresistente Sorten, die deutlich widerstandsfähiger gegen Echten und Falschen Mehltau sind und daher weniger anfällig für Befall.

Kann man Mehltau mit einfachem Wasser bekämpfen?

Nein, einfaches Wasser allein bekämpft Mehltau nicht. Es kann sogar bei hoher Luftfeuchtigkeit die Ausbreitung bestimmter Mehltauarten fördern. Spezifische Mittel sind zur Bekämpfung erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen Echtem und Falschem Mehltau?

Der Echte Mehltau bildet einen weißen, mehlartigen Belag auf der Blattoberseite und benötigt keine freie Feuchtigkeit. Der Falsche Mehltau zeigt auf der Blattunterseite einen grauen bis violettlichen Belag und benötigt freie Feuchtigkeit (Regen, Tau) für die Infektion.

Wie überwintert Mehltau?

Der Echte Mehltau überwintert meist auf befallenen Trieben oder Knospen. Der Falsche Mehltau überwintert als Oosporen im Boden oder auf abgestorbenen Pflanzenteilen, die im Frühjahr für die Primärinfektion sorgen.

Kann man Mehltaubefall auch bei starkem Regen vorbeugen oder bekämpfen?

Vorbeugung ist auch bei Regen wichtig. Mittel, die abwaschfest sind (z.B. bestimmte Kupferpräparate), können Schutz bieten. Nach starkem Regen ist eine Wiederholung der Spritzung oft notwendig, um neu verbreitete Sporen zu bekämpfen.