Warum Minze schneiden? Mehr als nur Ernte

Das Schneiden von Minze ist eine grundlegende Pflegemaßnahme, die weit über die reine Ernte der Blätter hinausgeht. Regelmäßiges Beschneiden fördert die Verzweigung der Pflanze, was zu einem buschigeren Wuchs und einer insgesamt dichteren Belaubung führt. Dies ist besonders wichtig, da Minze dazu neigt, sich stark auszubreiten und mitunter unkontrolliert zu wachsen. Ein gezielter Schnitt verhindert, dass die Pflanze "vergeilt" – also lange, dünne Triebe bildet, die wenig aromatische Blätter tragen. Stattdessen regen Sie die Bildung neuer, kräftiger Triebe an. Zudem hilft das Schneiden, die Blüte hinauszuzögern oder zu verhindern. Blütenbildung kostet die Pflanze viel Energie, die sie stattdessen in die Produktion von Blattmasse und Aroma stecken kann. Wenn Sie Ihre Minze für kulinarische Zwecke nutzen möchten, ist ein ständiger Rückschnitt unerlässlich, um stets frische und duftende Blätter zur Verfügung zu haben.

Darüber hinaus ist das richtige Schneiden auch eine präventive Maßnahme gegen Krankheiten und Schädlinge. Durch das Entfernen alter, geschwächter oder abgestorbener Pflanzenteile entziehen Sie unerwünschten Gästen und Krankheitserregern potenzielle Lebensräume. Ein gut durchlüfteter Pflanzenbestand ist widerstandsfähiger und gesünder. Wer seine Minze überwintern möchte, profitiert ebenfalls von einem kontrollierten Rückschnitt, da dies der Pflanze hilft, ihre Kraft für die kalte Jahreszeit zu sammeln und das Risiko von Fäulnis zu minimieren. Das Schneiden ist somit ein vielschichtiger Prozess, der für jede Minzsorte – sei es Pfefferminze, Grüne Minze oder eine andere Variante – von Bedeutung ist.

Für Liebhaber von Tees, Cocktails oder herzhaften Gerichten, die auf frische Minze angewiesen sind, ist das Wissen um den richtigen Schnitt unerlässlich. Es ist eine Investition in die Langlebigkeit und Produktivität Ihrer Minzpflanzen. Selbst wenn Sie nur gelegentlich ein paar Blätter benötigen, eine gut geschnittene Pflanze liefert Ihnen kontinuierlich Nachschub und sieht dabei auch noch ansprechend aus.

  • Regelmäßiges Schneiden fördert buschiges Wachstum und dichte Belaubung.
  • Verhindert Vergeilung und fördert kräftige, aromatische Triebe.
  • Unterstützt die Blattproduktion und kann die Blüte verzögern.
  • Reduziert das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall.
  • Bereitet die Pflanze optimal auf die Überwinterung vor.

Vorbereitung: Werkzeuge und Zeitpunktwahl

Bevor Sie zur Schere greifen, ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Die Wahl des richtigen Werkzeugs sorgt für saubere Schnitte, die die Pflanze weniger belasten und die Heilung beschleunigen. Idealerweise verwenden Sie eine scharfe Gartenschere, eine Rosenschere oder ein scharfes Messer. Stumpfe Werkzeuge können die Stängel quetschen, was die Wasserzufuhr beeinträchtigen und das Risiko von Krankheiten erhöhen kann. Achten Sie darauf, dass Ihre Werkzeuge sauber sind, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden. Eine Desinfektion mit Alkohol ist eine einfache und effektive Methode.

Der richtige Zeitpunkt für den Hauptschnitt hängt von der Jahreszeit und dem Zustand Ihrer Minze ab. Im Frühjahr, wenn die neuen Triebe zu wachsen beginnen, ist ein erster Rückschnitt ratsam. Entfernen Sie alle abgestorbenen Pflanzenteile aus dem Vorjahr und kürzen Sie die neuen Triebe leicht ein, um die Verzweigung anzuregen. Dies ist ein idealer Zeitpunkt, um die Minze in Form zu bringen und auf die kommende Wachstumsperiode vorzubereiten. Während der gesamten Wachstumsperiode (Frühling bis Herbst) können Sie jederzeit einzelne Triebe ernten oder zurückschneiden, um die Pflanze in Form zu halten und die Blattproduktion anzuregen. Ein stärkerer Rückschnitt ist empfehlenswert, bevor die Minze in die Blüte geht, um die Energie auf die Blattbildung zu lenken.

Für die Minze im Topf gelten ähnliche Regeln, jedoch muss hier zusätzlich die Überwinterung im Fokus stehen. Vor dem Einräumen der Minze zum Überwintern (falls diese nicht winterhart ist oder als Schutzmaßnahme) ist ein deutlicher Rückschnitt sinnvoll. Entfernen Sie etwa ein Drittel bis die Hälfte der Pflanze, um die Verdunstung zu reduzieren und der Pflanze zu helfen, Kraft zu sparen. Generell gilt: Schneiden Sie niemals bei Frost. Die Zellen der Pflanze sind dann spröde und anfälliger für Schäden.

Ein wichtiger Aspekt bei der Minze ist ihre Wüchsigkeit. Wenn Sie Ihre Minze im Garten pflanzen, bedenken Sie, dass sie sich stark ausbreitet. Ein regelmäßiger Schnitt hilft nicht nur der Pflanze selbst, sondern auch, sie auf ihrem zugewiesenen Platz zu halten. Wenn Sie Minze im Topf halten, ist der Schnitt besonders wichtig, um das Wachstum zu kontrollieren und die Pflanze kompakt zu halten.

Scharfes Werkzeug für saubere Schnitte

Die Wahl des richtigen Werkzeugs ist entscheidend. Eine scharfe Gartenschere oder ein scharfes Messer ermöglicht präzise Schnitte, die die Pflanze kaum verletzen. Stumpfes Werkzeug quetscht die Leitungsbahnen, was die Erholung verlangsamt und Krankheitserreger begünstigen kann. Reinigen Sie Ihre Werkzeuge vor jedem Gebrauch, um die Verbreitung von Pilzen oder Bakterien zu verhindern.

Der richtige Schnitt: Schritt für Schritt

Das Schneiden von Minze ist kein Hexenwerk, erfordert aber ein wenig Systematik, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Beginnen Sie damit, die Pflanze zu inspizieren. Identifizieren Sie abgestorbene, vertrocknete oder kranke Triebe. Diese werden als Erstes entfernt, idealerweise bis zum Boden oder bis zum gesunden Pflanzengewebe zurückgeschnitten. Achten Sie darauf, dass Sie mit sauberen, scharfen Werkzeugen arbeiten, um Quetschungen zu vermeiden.

Bei der sogenannten Ernte des jungen Triebwachstums schneiden Sie die obersten 5-10 cm eines Triebes ab. Dies fördert die Verzweigung direkt unterhalb des Schnittpunkts. Wenn Sie eine allgemeinere Formgebung wünschen oder die Pflanze zu üppig geworden ist, können Sie tiefere Schnitte setzen. Hierbei schneiden Sie einzelne Triebe etwa auf die Hälfte oder sogar bis auf wenige Zentimeter über dem Boden zurück. Dies regt die Bildung neuer Triebe aus der Basis der Pflanze an und sorgt für einen insgesamt kompakteren Wuchs. Es ist besser, mehrere kleinere Schnitte über die Pflanze verteilt zu setzen, als einen radikalen Rückschnitt an einer Stelle.

Wenn Ihre Minze begonnen hat zu blühen, ist dies ein guter Zeitpunkt für einen stärkeren Rückschnitt. Blütenbildung kostet die Pflanze viel Energie, die sie besser in die Produktion von aromatischen Blättern investieren kann. Schneiden Sie die gesamten blühenden Triebe zurück. Dies ist auch eine Gelegenheit, die Pflanze zu verjüngen und zu verhindern, dass sie sich zu stark in die Breite oder Höhe ausbreitet. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu spät im Jahr, kurz vor dem ersten Frost, einen starken Rückschnitt vornehmen, da dies die Pflanze für den Winter schwächen könnte.

Der Schnitt zur Förderung der Verzweigung

Um eine buschige Minzpflanze zu erhalten, zielen Sie auf die Seitentriebe. Schneiden Sie junge, wachsende Triebe etwa 1-2 cm oberhalb eines Blattknotens (wo Blätter aus dem Stängel wachsen) ab. Dies zwingt die Pflanze, an diesem Punkt neue Seitentriebe zu bilden, was zu einer dichteren und verzweigteren Struktur führt. Wiederholen Sie diesen Vorgang über die gesamte Pflanze verteilt.

Starkes Zurückschneiden zur Verjüngung

Wenn Ihre Minze lang und dünn geworden ist oder einige Triebe abgestorben sind, ist ein stärkerer Rückschnitt angebracht. Schneiden Sie die Triebe auf etwa 5-10 cm über dem Boden zurück. Dies mag drastisch erscheinen, aber die Minze ist sehr robust und wird aus den verbleibenden Augen neue, kräftige Triebe bilden. Führen Sie diesen Schnitt am besten im zeitigen Frühjahr durch, bevor das neue Wachstum beginnt.

Minze ernten und schneiden für den Gebrauch

Das Schneiden von Minze für den direkten Gebrauch ist oft mit dem Ernten der Blätter verbunden. Dies können Sie praktisch das ganze Jahr über tun, solange die Pflanze wächst und nicht unter Frost leidet. Der Schlüssel zur kontinuierlichen Ernte liegt darin, niemals mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal abzuschneiden. Dies stellt sicher, dass die Pflanze genügend Blattmasse behält, um weiterhin Photosynthese zu betreiben und sich zu regenerieren.

Für Tee oder Cocktails eignen sich am besten junge, frische Triebe. Schneiden Sie diese mit einer Schere oder brechen Sie sie vorsichtig ab. Wenn Sie ganze Zweige für die Dekoration oder zum Aromatisieren von Wasser benötigen, schneiden Sie den gesamten Trieb bis zur gewünschten Länge ab. Es ist ratsam, dies am Morgen zu tun, nachdem der Tau getrocknet ist, da dann die ätherischen Öle am konzentriertesten sind.

Die Minze im Topf erfordert hierbei besondere Aufmerksamkeit. Da der Wurzelballen kleiner ist, ist die Pflanze empfindlicher. Achten Sie darauf, dass der Topf nicht austrocknet, besonders wenn Sie regelmäßig ernten. Wenn Sie eine größere Menge Minze für den Winter trocknen möchten, ist dies der ideale Zeitpunkt für einen großzügigen Schnitt. Schneiden Sie hierfür ganze Stängel ab und binden Sie diese zu kleinen Sträußen zusammen, die Sie kopfüber an einem luftigen, dunklen Ort aufhängen können. Das Trocknen bewahrt das Aroma für den späteren Gebrauch.

Für die Küche ist es oft am besten, die Blätter direkt vom Stängel zu zupfen, nachdem Sie den Trieb geschnitten haben. Dies verhindert, dass die zarten Blätter beim weiteren Transport beschädigt werden. Wenn Sie die Minze frisch halten möchten, stellen Sie die geschnittenen Stiele wie Schnittblumen in ein Glas Wasser und lagern Sie sie im Kühlschrank. Das Beschneiden zur Ernte ist somit direkt mit dem Nutzen verbunden und eine der häufigsten Gründe, warum Minze geschnitten wird.

Die Erntemethode: Junge Triebe bevorzugen

Greifen Sie am besten zu jungen, wachstumsstarken Trieben. Schneiden Sie diese etwa 1-2 cm unterhalb des obersten Blattpaares ab. Dies ist nicht nur die beste Methode für frische Blätter, sondern regt die Pflanze auch an, an dieser Stelle neue Triebe zu bilden, was Ihre Erntemenge erhöht.

Trocknen für die Vorratshaltung

Um Minze für den Winter haltbar zu machen, schneiden Sie ganze Stängel ab. Binden Sie diese zu kleinen Büscheln und hängen Sie sie kopfüber an einem trockenen, dunklen und gut belüfteten Ort auf. Sobald die Blätter rascheln, sind sie trocken und können aromaerhaltend aufbewahrt werden.

Minze im Topf: Besondere Pflege und Schnitt

Minze im Topf zu kultivieren, bietet Flexibilität, erfordert aber spezifische Pflegemaßnahmen, die sich auch auf den Schnitt auswirken. Da der Wurzelraum begrenzt ist, neigt Minze im Topf dazu, schneller zu vergilben oder verkümmern, wenn sie nicht richtig versorgt wird. Regelmäßiges Schneiden ist hier besonders wichtig, um die Pflanze kompakt und gesund zu halten und um Nährstoffmangel vorzubeugen. Eine Minze im Topf muss zudem häufiger gegossen und gedüngt werden als ihre Artgenossen im Freiland.

Beginnen Sie mit dem Rückschnitt im Frühjahr, indem Sie die alten Triebe entfernen und die neuen kräftig kürzen. Während der Wachstumsperiode können Sie laufend ernten und dabei auch kleinere Korrekturschnitte vornehmen, um die Form zu wahren. Wenn die Pflanze beginnt, gelbe Blätter zu zeigen oder der Austrieb an den unteren Triebteilen spärlich wird, ist ein stärkerer Rückschnitt auf etwa 5-10 cm nötig. Dies regt die Bildung frischer Triebe aus der Basis an und verjüngt die Pflanze. Achten Sie darauf, dass die Erde im Topf nie vollständig austrocknet, besonders nach einem stärkeren Rückschnitt.

Die Überwinterung von Minze im Topf ist ein kritischer Punkt. Einige Minzsorten sind winterhart, andere benötigen Schutz. Unabhängig davon ist ein Rückschnitt vor dem Winter ratsam. Schneiden Sie die Pflanze auf etwa handbreite zurück. Dies reduziert die Verdunstung und schützt die Wurzeln. Stellen Sie den Topf an einen kühlen, hellen Ort, geschützt vor starkem Frost. Im Frühjahr treibt die Minze dann wieder kräftig aus.

Wenn Sie merken, dass Ihre Minze im Topf nicht mehr gut wächst oder die Blätter klein bleiben, kann dies auch ein Zeichen dafür sein, dass sie zu groß für den Topf geworden ist oder die Erde ausgelaugt ist. Ein Umtopfen in frische Erde und einen etwas größeren Topf ist dann nötig. Dies ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, die Wurzeln zu inspizieren und gegebenenfalls alte oder abgestorbene Wurzelteile zu entfernen, was man als eine Art Wurzel-Schnitt betrachten kann.

Wachstumskontrolle im begrenzten Raum

Da Minze im Topf wenig Platz hat, ist regelmäßiges Beschneiden zur Formgebung unerlässlich. Schneiden Sie überhängende oder zu lange Triebe regelmäßig zurück, um die Pflanze kompakt und ansehnlich zu halten. Dies fördert auch die Verzweigung und sorgt für eine höhere Blätterdichte.

Vorbereitung auf die Überwinterung im Kübel

Vor dem Einräumen oder Abdecken zum Überwintern, kürzen Sie die Pflanze deutlich ein. Reduzieren Sie die Triebe auf etwa 10-15 cm. Dies hilft der Pflanze, Reserven zu bilden und schützt sie vor übermäßiger Verdunstung und Fäulnis während der kalten Monate.

Fehlervermeidung und Problembehandlung

Auch bei der scheinbar einfachen Aufgabe, Minze zu schneiden, können Fehler passieren, die sich negativ auf das Wachstum und die Gesundheit der Pflanze auswirken. Einer der häufigsten Fehler ist die Verwendung von stumpfen oder schmutzigen Werkzeugen. Dies führt zu gequetschten Stängeln, die schlecht heilen und eine Eintrittspforte für Krankheiten sein können. Achten Sie stets auf scharfe, saubere Scheren oder Messer und reinigen Sie diese nach Gebrauch.

Ein weiterer Fehler ist das zu starke oder zu frühe Zurückschneiden im Herbst. Ein starker Rückschnitt kurz vor dem ersten Frost kann die Pflanze schwächen und sie anfälliger für Frostschäden machen. Führen Sie größere Rückschnitte besser im Frühjahr durch, wenn die Pflanze beginnt auszutreiben, oder im Sommer nach der Hauptblüte. Das Schneiden zu nah am Boden, ohne auf gesunde Knospen oder Triebe zu achten, kann ebenfalls problematisch sein. Minze treibt aus den Augen am Stängel oder aus der Basis aus, daher ist es wichtig, diese Stellen beim Schneiden zu berücksichtigen.

Wenn Ihre Minze trotz Schnittmaßnahmen nicht richtig wächst, gelbe Blätter zeigt oder schlaff aussieht, können dies Anzeichen für andere Probleme sein. Möglicherweise ist die Erde ausgelaugt, die Pflanze steht zu nass oder zu trocken, oder sie leidet unter Nährstoffmangel. Minze ist ein Starkzehrer, besonders im Topf, und profitiert von regelmäßiger Düngung während der Wachstumsperiode. Wenn Sie nur einzelne Triebe schneiden, aber die Pflanze insgesamt schwach wirkt, sollten Sie das Gießverhalten, die Lichtverhältnisse und die Nährstoffversorgung überprüfen.

Ein übermäßiges Schneiden, das die Pflanze zu stark ausdünnt, kann ebenfalls kontraproduktiv sein. Dies kann dazu führen, dass die Pflanze ihre Energie auf die Erholung konzentriert, anstatt neues Wachstum zu produzieren. Merken Sie sich: Die Ernte ist ein Schnitt, die Verjüngung ist ein Schnitt, aber beides sollte mit Bedacht erfolgen. Eine gut gepflegte Minze, die regelmäßig geschnitten wird, ist widerstandsfähig. Bei Problemen ist es ratsam, die gesamte Pflegeumgebung zu betrachten.

Verwendung von stumpfem Werkzeug

Quetschungen durch stumpfe Scheren beeinträchtigen die Wasser- und Nährstoffaufnahme. Immer auf scharfe Schneidewerkzeuge achten und diese regelmäßig warten und reinigen. Dies ist essenziell für eine schnelle Heilung und gesunde Triebe.

Falscher Schnittzeitpunkt

Ein starker Rückschnitt im Spätherbst schwächt die Pflanze und macht sie anfällig für Frostschäden. Verschieben Sie größere Rückschnitte auf das zeitige Frühjahr oder auf den Sommer nach der Blüte, um die Pflanze nicht unnötig zu belasten.

Minze überwintern: Der Schnitt als Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die Überwinterung ist ein entscheidender Schritt, um Ihre Minzpflanzen gut durch die kalte Jahreszeit zu bringen, insbesondere wenn sie im Freiland wachsen. Der Schnitt spielt hierbei eine zentrale Rolle, da er hilft, die Pflanze zu stärken und sie auf die Ruhephase vorzubereiten. Für Minze im Freiland, die als winterhart gilt, bedeutet dies, dass man die alten, verholzten Triebe aus dem Vorjahr zurückschneidet. Dies geschieht idealerweise im späten Winter oder sehr frühen Frühjahr, kurz bevor das neue Wachstum beginnt. Das Entfernen des alten Laubes schützt auch vor Pilzkrankheiten, die sich im feuchten Winterlaub einnisten könnten.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Minzsorte besonders frostempfindlich ist, oder wenn Ihre Pflanze im Topf steht, sind zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich. Hier ist ein gezielter Rückschnitt im Herbst unerlässlich. Kürzen Sie die Pflanze deutlich ein, etwa auf die Hälfte oder sogar auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Höhe. Dies reduziert die Verdunstungsfläche und hilft der Pflanze, ihre Energiereserven in den Wurzelballen zu konzentrieren. Bei Minze im Topf sollten Sie den Topf zusätzlich schützen, indem Sie ihn mit Vlies, Jute oder Reisig umwickeln und an einem geschützten Ort aufstellen, z.B. an einer Hauswand.

Eine gut zurückgeschnittene Pflanze im Herbst hat bessere Chancen, den Winter unbeschadet zu überstehen. Sie muss weniger Energie auf den Erhalt alter Triebe verwenden und kann sich auf die Regeneration im Frühjahr vorbereiten. Das Schneiden verhindert zudem, dass sich bei Frost Risse im Stängel bilden oder die ganze Pflanze vertrocknet, weil sie noch zu viele oberirdische Teile hätte, die Feuchtigkeit verdunsten.

Achten Sie darauf, dass der Boden um die Pflanzen im Freiland nicht zu nass ist. Staunässe ist im Winter besonders schädlich für die Wurzeln. Ein guter Drainage-Schnitt oder das Anlegen eines kleinen Hügels kann hier Abhilfe schaffen. Die Minze wird es Ihnen danken, indem sie im nächsten Frühjahr wieder kräftig und gesund austreibt. Der Schnitt ist also nicht nur für das Wachstum im Sommer, sondern auch für das Überleben im Winter von fundamentaler Bedeutung.

Wintervorbereitung im Freiland

Schneiden Sie verblühte Triebe und altes Laub im späten Winter oder sehr frühen Frühjahr zurück. Dies entfernt potenzielle Krankheitsherde und bereitet die Pflanze auf den Neuaustrieb vor.

Schutz für Minze im Topf

Ein deutlicher Rückschnitt im Herbst ist für Minze im Topf unerlässlich. Kürzen Sie die Pflanze auf etwa 10-15 cm ein und schützen Sie den Topf zusätzlich vor Frost und Wind.

Minze vermehren durch Stecklinge und Schnitt

Das Schneiden von Minze bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Pflanze gleichzeitig zu vermehren. Minze lässt sich sehr einfach und zuverlässig durch sogenannte Stecklinge vermehren, und der Schnitt liefert Ihnen direkt das benötigte Material. Dies ist eine kostengünstige und effektive Methode, um neue Pflanzen zu ziehen oder bestehende Bestände zu erweitern. Die beste Zeit für die Stecklingsvermehrung ist der späte Frühling oder Frühsommer, wenn die Pflanze kräftig wächst.

Wählen Sie für die Stecklinge gesunde, junge Triebe aus, die Sie beim Schneiden Ihrer Minzpflanze gewinnen. Schneiden Sie diese Triebe etwa 10-15 cm lang ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass am unteren Ende des Stecklings ein etwa 5 cm langer Stiel ohne Blätter bleibt. Dies verhindert, dass die Blätter später in der Erde oder im Wasser faulen. Die oberen Blätter können Sie belassen, eventuell aber auch halbieren, um die Verdunstung zu reduzieren.

Nun gibt es zwei gängige Methoden, um die Stecklinge zur Wurzelbildung anzuregen. Die einfachste ist die Wasserglas-Methode: Stellen Sie die vorbereiteten Stecklinge in ein Glas mit Wasser und stellen Sie dieses an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Ort. Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage. Innerhalb weniger Wochen sollten sich an den unteren Schnittstellen Wurzeln bilden. Sobald die Wurzeln etwa 2-3 cm lang sind, können Sie die Stecklinge in kleine Töpfe mit Anzuchterde pflanzen.

Alternativ können Sie die Stecklinge auch direkt in Anzuchterde oder eine Mischung aus Sand und Torf stecken. Stecken Sie die Stecklinge etwa 2-3 cm tief in die feuchte Erde und halten Sie diese konstant feucht. Eine kleine Abdeckung mit einer durchsichtigen Plastiktüte oder eine Mini-Gewächshaus kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Bewurzelung beschleunigen. Stellen Sie die Töpfe ebenfalls hell, aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt auf.

Sobald die jungen Pflanzen gut angewachsen sind und eigene kräftige Triebe entwickeln, können Sie sie wie ausgewachsene Minzpflanzen weiterpflegen. Dies ist eine wunderbare Möglichkeit, sich über eine reiche Minzernte zu freuen und gleichzeitig für Nachschub zu sorgen. Der Schnitt wird so zu einem integralen Bestandteil der Minzpflege und -vermehrung.

Stecklinge aus frischem Schnitt gewinnen

Nutzen Sie geschnittene Triebe zur Vermehrung. Schneiden Sie 10-15 cm lange Stecklinge und entfernen Sie die unteren Blätter, um eine gute Basis für die Wurzelbildung zu schaffen.

Wurzelbildung im Wasser oder Erde

Stellen Sie die Stecklinge in Wasser oder stecken Sie sie direkt in feuchte Erde. Beide Methoden führen zur Bewurzelung, wobei das Wasserglas die Wurzelbildung gut sichtbar macht.