Warum natürlicher Dünger für Ihre Tomaten unerlässlich ist
Tomatenpflanzen sind anspruchsvoll und benötigen während ihrer Wachstumsphase eine kontinuierliche Nährstoffversorgung. Während synthetische Dünger schnell wirken können, bieten natürliche Dünger eine schonendere und nachhaltigere Methode, um das Bodenleben zu fördern und die Pflanzen widerstandsfähiger zu machen. Ein Boden, der durch natürliche Substanzen angereichert wird, speichert Wasser besser und unterstützt ein gesundes Wurzelwachstum. Der Fokus auf natürlicher Dünger für Tomaten hilft, Nährstoffauswaschungen zu minimieren und eine langfristige Bodengesundheit zu gewährleisten, was sich direkt in der Qualität und Menge Ihrer Ernte widerspiegelt.
Synthetische Dünger liefern zwar sofort verfügbare Nährstoffe, können aber das Bodenmikrobiom stören und bei Überdosierung zu Verbrennungen der Wurzeln führen. Natürliche Alternativen hingegen setzen auf einen langsameren Freisetzungsprozess, der die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stellt. Dies ist besonders wichtig für Starkzehrer wie Tomaten, die über Monate hinweg Energie für Blütenbildung und Fruchtentwicklung benötigen. Darüber hinaus tragen organische Materialien zur Verbesserung der Bodenstruktur bei, was die Belüftung und Drainage verbessert – essenziell für gesunde Tomatenpflanzen, die oft unter Staunässe leiden.
Beim Anbau von Tomaten, sei es im Freiland, im Gewächshaus oder in Kübeln, ist die Wahl des richtigen Düngemittels von zentraler Bedeutung. Ein gesunder Boden ist die Basis für gesunde Pflanzen. Natürliche Dünger, wie Kompost, Mist oder selbst hergestellte Pflanzenjauchen, liefern nicht nur Makronährstoffe wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), sondern auch Mikronährstoffe und fördern das aktive Bodenleben. Dieses komplexe Zusammenspiel stärkt die Pflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten und führt zu geschmacklich besseren Früchten.
Denken Sie daran: Tomatenpflanzen, die gut mit Nährstoffen versorgt sind, sind robuster gegenüber Stressfaktoren wie Trockenheit oder plötzlichen Temperaturschwankungen. Die Investition in eine gute natürliche Düngung ist somit eine Investition in die Gesundheit und Produktivität Ihrer gesamten Tomatensaison.
Die Vorteile von natürlichem Dünger für Tomaten sind vielfältig: Sie fördern ein stabiles Bodenökosystem, verbessern die Bodenstruktur und Wasserhaltefähigkeit, liefern Nährstoffe bedarfsgerecht und über längere Zeit und unterstützen die Pflanzen bei der Ausbildung kräftiger Triebe und saftiger Früchte.
Der König der natürlichen Dünger: Kompost
Wenn es um natürlichen Dünger für Tomaten geht, ist Kompost oft die erste und beste Wahl. Er ist ein Alleskönner, der die Bodenstruktur verbessert, Nährstoffe langsam freisetzt und das Bodenleben aktiviert. Kompost entsteht durch die Verrottung organischer Materialien und liefert ein breites Spektrum an Nährstoffen, die Tomatenpflanzen benötigen, um kräftig zu wachsen und reiche Ernte zu bringen.
Für Tomaten ist gut verrotteter Kompost ideal. Er sollte dunkel und krümelig sein und angenehm nach Walderde riechen. Frisch oder unvollständig verrotteter Kompost kann noch Krankheitserreger enthalten oder zu viel Stickstoff freisetzen, was den jungen Pflanzen schaden könnte. Ideal ist es, den Kompost bereits einige Wochen vor dem Pflanzen der Tomaten in den Boden einzuarbeiten. Mischen Sie ihn etwa handbreit tief unter die oberste Erdschicht. Bei der Pflanzung selbst können Sie eine Handvoll Kompost direkt ins Pflanzloch geben, um den jungen Wurzeln einen guten Start zu ermöglichen.
Die Menge des Komposts richtet sich nach der Bodenbeschaffenheit und dem Zustand Ihrer Tomatenpflanzen. Als Faustregel gilt: Bei der Vorbereitung des Beetes können Sie etwa 3-5 Liter Kompost pro Quadratmeter einarbeiten. In Kübeln oder Hochbeeten sollte der Anteil etwa 20-30% des Substrats ausmachen. Achten Sie darauf, den Kompost nicht direkt an den Wurzelhals der Pflanzen zu bringen, um Verbrennungen oder Pilzbefall vorzubeugen.
Wichtiger Hinweis: Die kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen ist entscheidend. Zusätzlich zur Grunddüngung mit Kompost kann eine leichte Nachdüngung mit reifem Kompost im Hochsommer, wenn die Fruchtbildung in vollem Gange ist, sinnvoll sein. Streuen Sie dazu eine dünne Schicht um die Pflanzen und arbeiten Sie sie leicht in die oberste Bodenschicht ein.
Kraftschub durch Mist: Ein bewährter Helfer
Tierischer Mist ist seit Jahrhunderten ein bewährter natürlicher Dünger für Tomaten und andere starkzehrende Pflanzen. Er ist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie an wertvollen Spurenelementen. Doch Vorsicht: Frischer Mist ist oft zu aggressiv und kann die Wurzeln der Tomatenpflanzen verbrennen. Daher ist eine richtige Anwendung entscheidend, um seine volle Wirkung zu entfalten, ohne Schaden anzurichten.
Für Tomaten eignet sich am besten gut abgelagerter Mist von Rindern, Pferden oder Hühnern. Rindermist ist in der Regel milder und kann bereits nach einigen Monaten Lagerung verwendet werden. Pferdemist ist etwas reicher an Nährstoffen und verrottet schneller, sollte aber mindestens 6 Monate abgelagert sein. Hühnermist ist sehr stickstoffreich und muss länger (mindestens 1 Jahr) kompostiert oder als Teil einer Mischung verwendet werden, um eine Überdüngung zu vermeiden. Die Lagerung sollte so erfolgen, dass sie kompostiert, idealerweise als Mistmiete, um hygienisiert zu werden und die Nährstoffe ausgewogen zu verteilen.
Die Einarbeitung von Mist erfolgt am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr, lange bevor die Tomaten gepflanzt werden. Mischen Sie eine Schicht von etwa 5-10 cm gut verrotteten Mist unter die Erde, etwa 10-15 cm tief. Dies gibt den Mikroorganismen ausreichend Zeit, den Mist weiter zu zersetzen und die Nährstoffe für die Tomatenpflanzen verfügbar zu machen. Wenn Sie Mist erst kurz vor der Pflanzung ausbringen können, verteilen Sie ihn dünn und arbeiten Sie ihn sehr gut in die Erde ein, oder verwenden Sie ihn nur in sehr geringen Mengen im Pflanzloch.
Tipp für Kübelpflanzen: Verwenden Sie niemals reinen Mist in Töpfen. Integrieren Sie ihn stattdessen in Ihre Topferde-Mischung, wobei der Anteil des gut verrotteten Mistes nicht mehr als 10-20% ausmachen sollte. Dies gewährleistet eine kontrollierte Nährstoffabgabe und vermeidet Wurzelschäden.
Pflanzenjauchen: Flüssige Nährstoffbomben
Selbst hergestellte Pflanzenjauchen sind eine kostengünstige und hochwirksame Methode, um Tomaten auf natürliche Weise mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen. Diese flüssigen Dünger werden aus verschiedenen Pflanzen gewonnen, die zerkleinert und in Wasser vergoren werden. Sie sind besonders gut geeignet, um die Pflanzen während der Hauptwachstums- und Fruchtphase zu unterstützen.
Die bekannteste und für Tomaten oft am besten geeignete Jauche ist die Brennnesseljauche. Brennnesseln sind reich an Stickstoff, was für das vegetative Wachstum der Tomaten entscheidend ist. Für die Herstellung übergießen Sie etwa ein Kilogramm frische Brennnesseln (mit oder ohne Wurzeln) mit 10 Litern Wasser in einem offenen Behälter. Lassen Sie die Mischung etwa 7-14 Tage unter täglichem Rühren vergären, bis die Blasenbildung nachlässt und eine dunkelbraune Flüssigkeit mit modrigem Geruch entsteht. Nach der Gärung wird die Jauche vor Gebrauch stark verdünnt: Ein Teil Jauche auf 10 Teile Wasser ist eine gute Richtlinie für die Anwendung als Wurzeldünger.
Eine weitere nützliche Jauche ist die Beinwelljauche. Beinwell ist eine ausgezeichnete Quelle für Kalium, welches für die Fruchtbildung und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten wichtig ist. Die Herstellung ist identisch mit der Brennnesseljauche, jedoch verwenden Sie statt Brennnesseln frische Beinwellblätter. Beinwelljauche sollte etwas weniger stark verdünnt werden, etwa 1:5 (ein Teil Jauche auf 5 Teile Wasser), da sie weniger stickstofflastig ist und den Fokus auf Kalium legt.
Die Anwendung von Pflanzenjauchen erfolgt idealerweise alle zwei bis drei Wochen während der Wachstumsperiode. Gießen Sie die verdünnte Jauche direkt an die Wurzeln der Tomatenpflanzen, nicht auf die Blätter, um Blattverbrennungen zu vermeiden und eine optimale Nährstoffaufnahme zu gewährleisten. Beginnen Sie mit der Düngung etwa 4-6 Wochen nach dem Auspflanzen, wenn die Pflanzen etabliert sind und begonnen haben, kräftig zu wachsen.
Verwenden Sie für die Jaucheherstellung am besten Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser, da frisch entnommenes Leitungswasser oft Chlor enthält, das die Mikroorganismen in der Jauche beeinträchtigen kann. Ein luftdurchlässiger Behälter fördert die Gärung und reduziert unerwünschte Gerüche.
Weitere natürliche Dünger und Bodenverbesserer
Neben Kompost, Mist und Pflanzenjauchen gibt es eine Reihe weiterer natürlicher Materialien, die als Dünger für Tomaten dienen oder die Bodenqualität verbessern können. Diese ergänzen die Hauptdüngung und sorgen für eine umfassende Nährstoffversorgung und Bodengesundheit.
Bokashi: Dieses fermentierte organische Material, das auch zu Hause hergestellt werden kann, liefert nach der Einarbeitung in den Boden schnell verfügbare Nährstoffe und verbessert die Bodenstruktur. Es ist weniger geruchsintensiv als traditionelle Kompostierung und eignet sich auch für kleinere Gärten oder Balkone. Bokashi sollte einige Wochen vor dem Pflanzen eingearbeitet werden.
Hornspäne und Hornmehl: Dies sind hervorragende Langzeitdünger, die langsam Stickstoff freisetzen. Sie sind besonders gut geeignet, um den Boden bereits im Frühjahr, lange vor dem Pflanzen, anzureichern. Die Nährstoffe werden durch Mikroorganismen im Boden umgewandelt und über mehrere Monate verfügbar gemacht. Sie sind ideal, um eine gleichmäßige Stickstoffversorgung über die gesamte Vegetationsperiode zu gewährleisten, ohne dass es zu einem starken Wachstumsschub kommt, der die Pflanzen anfällig machen könnte.
Blut-, Knochen- und Fischmehl: Diese tierischen Nebenprodukte sind ebenfalls reich an wichtigen Nährstoffen. Blutmehl liefert viel Stickstoff, Knochenmehl Phosphor und Kalzium, und Fischmehl eine breite Palette von Nährstoffen. Sie sollten sparsam und nur nach Bedarf eingesetzt werden, da sie sehr konzentriert sind. Eine gute Einarbeitung in den Boden ist wichtig, um Gerüche zu vermeiden und die Nährstofffreisetzung zu kontrollieren.
Kaffeesatz: Getrockneter Kaffeesatz kann als Stickstofflieferant und zur Verbesserung der Bodenstruktur dienen. Er kann leicht um die Tomatenpflanzen gestreut und oberflächlich eingearbeitet werden. Er wirkt auch leicht ansäuernd, was Tomaten in Maßen vertragen.
Bananenschalen: Diese sind reich an Kalium, das für die Fruchtentwicklung und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten wichtig ist. Sie können zerkleinert und direkt ins Pflanzloch oder um die Pflanzen herum eingearbeitet werden, oder man lässt sie in Wasser ziehen und verwendet die Flüssigkeit zum Gießen.
Wichtig bei der Anwendung: Achten Sie bei allen organischen Düngern auf die richtige Dosierung. Eine Überdüngung, auch mit natürlichen Mitteln, kann zu Problemen wie Blattflecken, geringerer Fruchtbildung oder erhöhtem Schädlingsbefall führen. Der Boden sollte vor der Düngung gut gelockert und gegebenenfalls mit Kompost verbessert sein.
Der richtige Zeitpunkt und die Methode der Düngung
Der Erfolg bei der natürlichen Düngung Ihrer Tomaten hängt nicht nur von den Mitteln ab, sondern auch vom Timing und der Anwendungsmethode. Tomaten haben einen hohen Nährstoffbedarf, der sich über ihre lange Wachstums- und Fruchtperiode verteilt.
Vorbereitung des Bodens: Die beste Zeit für die Grunddüngung ist im Frühjahr, wenn der Boden erwärmt ist und bearbeitet werden kann. Arbeiten Sie hier gut verrotteten Mist oder eine großzügige Menge Kompost etwa 10-15 cm tief in die Pflanzbeete ein. Dies stellt sicher, dass die Nährstoffe über einen langen Zeitraum verfügbar sind, wenn die Pflanzen sie am dringendsten benötigen. Wenn Sie Hornspäne verwenden, können Sie diese ebenfalls jetzt einarbeiten.
Beim Pflanzen: Eine kleine Menge Kompost direkt ins Pflanzloch zu geben, unterstützt die jungen Pflanzen beim Anwurzeln. Achten Sie darauf, dass die Wurzeln nicht direkt mit dem Kompost in Berührung kommen, sondern leicht mit Erde bedeckt sind.
Während der Wachstumsphase: Etwa 4-6 Wochen nach dem Auspflanzen, wenn die Pflanzen begonnen haben, gut anzuwachsen und die ersten Blütenansätze zeigen, beginnt die Hauptdüngungsperiode. Jetzt sind flüssige Dünger wie Brennnessel- oder Beinwelljauche oder spezielle organische Flüssigdünger gefragt. Wenden Sie diese alle 2-3 Wochen an. Achten Sie darauf, die Pflanzen nicht zu überdüngen, besonders mit Stickstoff, da dies zu viel Blattwachstum und weniger Blüten und Früchten führen kann.
Unterstützung der Fruchtbildung: Wenn die Früchte zu wachsen beginnen, ist eine kaliumbetonte Düngung wichtig. Beinwelljauche ist hierfür ideal. Auch eine leichte Nachdüngung mit Kompost kann in dieser Phase förderlich sein.
Methoden der Anwendung:
- Einarbeiten: Feste organische Dünger wie Kompost, Mist oder Hornspäne werden vor dem Pflanzen in den Boden eingearbeitet.
- Gießen: Flüssige Dünger wie Pflanzenjauchen oder verdünnte organische Flüssigdünger werden alle 2-3 Wochen an die Wurzeln gegossen. Die Pflanzen sollten dabei leicht feucht sein, um die Nährstoffaufnahme zu erleichtern.
- Mulchen: Eine Mulchschicht aus Kompost oder Rasenschnitt hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und liefert zusätzlich Nährstoffe, wenn sie verrottet.
Die Kombination dieser Methoden stellt sicher, dass Ihre Tomatenpflanzen kontinuierlich mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden, um gesunde Blätter, kräftige Stiele und eine reiche Ernte zu entwickeln. Die richtige Balance zwischen den verschiedenen Nährstoffen ist der Schlüssel zum Erfolg.
Häufige Probleme und natürliche Lösungen
Auch bei bester Pflege können Tomatenpflanzen Anzeichen von Nährstoffmangel oder Ungleichgewicht zeigen. Natürliche Dünger bieten hier oft Abhilfe, da sie nicht nur Nährstoffe liefern, sondern auch das Bodenleben stärken und die allgemeine Pflanzengesundheit fördern.
Gelbe Blätter (oft beginnend an den unteren Blättern): Dies ist ein klassisches Zeichen für Stickstoffmangel. Eine Brennnesseljauche-Anwendung kann hier schnell Abhilfe schaffen. Stellen Sie sicher, dass Sie diese gut verdünnt und direkt an die Wurzeln geben.
Mangelnde Blütenbildung oder viele Blüten, aber keine Früchte: Dies kann auf Phosphor- oder Kaliummangel hindeuten. Phosphor ist wichtig für die Blütenbildung, Kalium für die Fruchtentwicklung. Eine Beinwelljauche oder die Einarbeitung von Knochenmehl (bei Phosphormangel) können hier unterstützend wirken. Übermäßiges Stickstoffdüngung kann ebenfalls Blütenprobleme verursachen – hier ist eine Reduzierung der Stickstoffzufuhr wichtig.
Kleine, blasse Früchte: Dies deutet oft auf einen Mangel an Kalium oder anderen Mikronährstoffen hin. Regelmäßige Gaben von Beinwelljauche oder die Verwendung von Algenkalk können helfen, den Kaliumgehalt zu erhöhen und die Fruchtqualität zu verbessern.
Geringe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten (z.B. Krautfäule): Ein starkes Immunsystem der Pflanze ist die beste Vorbeugung. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung, ein gut belüfteter Boden und die Förderung eines gesunden Bodenlebens durch Kompost und andere organische Materialien sind hier entscheidend. Pflanzensäfte aus Ackerschachtelhalm (Kieselsäure) können zur Stärkung der Zellwände und zur Vorbeugung von Pilzkrankheiten eingesetzt werden.
Langsame Wachstumsrate: Wenn die Pflanzen trotz guter Bewässerung und Lichtverhältnisse nur schleppend wachsen, liegt oft ein allgemeiner Nährstoffmangel vor. Eine ausgewogene Düngung mit Kompost oder einer Mischung aus verschiedenen organischen Düngern ist dann ratsam. Achten Sie auch auf die Bodentemperatur und den pH-Wert, da diese das Nährstoffaufnahmeverhalten stark beeinflussen.
Vermeiden von Überdüngung: Auch bei natürlichen Düngern ist weniger oft mehr. Folgen Sie den empfohlenen Dosierungen und Zeitabständen. Symptome einer Überdüngung können braune Blattspitzen, welkende Pflanzen oder ein starkes, aber kraftloses Wachstum sein. Im Zweifelsfall ist es besser, die Düngung zu reduzieren oder auszusetzen, bis sich die Pflanze erholt hat.
Ein gesunder Boden, gefördert durch natürliche Düngung, ist die Grundvoraussetzung, um viele typische Tomatenprobleme von vornherein zu vermeiden und Ihre Pflanzen widerstandsfähiger zu machen. Die Bodengesundheit ist die Basis für gesunde und ertragreiche Tomaten.
Tomatenpflanzen vorbereiten: Aussaat, Pikieren und Auspflanzen
Bevor Sie überhaupt an die Düngung denken, müssen die Tomatenpflanzen erst einmal angezogen und ins Freiland gebracht werden. Dieser Prozess legt das Fundament für die spätere Nährstoffaufnahme und das Wachstum.
Tomaten säen und aussäen: Tomaten sind wärmeliebend und werden im Frühjahr, meist ab März, im Haus oder Gewächshaus vorgezogen. Säen Sie die Samen in Anzuchterde, die nährstoffarm ist, um ein schnelles, aber kontrolliertes Wachstum zu fördern. Die Keimtemperatur sollte konstant bei etwa 20-25°C liegen. Licht ist nach der Keimung entscheidend.
Tomaten pikieren: Sobald die Keimlinge die ersten echten Blätter (nach den Keimblättern) entwickelt haben, werden sie in einzelne Töpfe pikiert. Verwenden Sie hierfür eine etwas nährstoffreichere Anzuchterde oder mischen Sie etwas reifen Kompost unter. Dies gibt den jungen Pflanzen die Möglichkeit, ein starkes Wurzelsystem zu entwickeln, bevor sie ins Freiland kommen. Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist entscheidend, um ein Verkrüppeln der Wurzeln zu vermeiden.
Abhärten und Auspflanzen: Etwa zwei Wochen vor dem endgültigen Auspflanzen ins Freiland (nach den letzten Frösten, oft Mitte Mai) sollten die Tomatenpflanzen abgehärtet werden. Das bedeutet, sie werden tagsüber stundenweise ins Freie gestellt und die Zeit langsam gesteigert. Der empfohlene Abstand zwischen den Tomatenpflanzen beträgt je nach Sorte und Wuchsform etwa 50-80 cm, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und Krankheiten vorzubeugen. Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand, damit sich die Pflanzen gegenseitig nicht bedrängen.
Ein gut vorbereiteter Boden, der bereits im Herbst oder zeitigen Frühjahr mit organischen Materialien wie Kompost oder gut verrottetem Mist angereichert wurde, bietet den idealen Startpunkt für Ihre ausgepflanzten Tomaten. Diese Grunddüngung ist oft die wichtigste Maßnahme, um einen starken Start zu ermöglichen, bevor die eigentliche Flüssigdüngung während der Wachstumsphase beginnt.
Diese vorbereitenden Schritte sind unerlässlich, damit Ihre Tomatenpflanzen die Nährstoffe aus natürlichem Dünger optimal aufnehmen und verwerten können. Ein starker Start im Frühjahr legt den Grundstein für eine reiche Ernte im Sommer.
Häufig gestellte Fragen zu natürlichem Tomatendünger
- Was ist der beste natürliche Dünger für Tomaten?
Kompost gilt als der beste und universellste natürliche Dünger für Tomaten. Er verbessert die Bodenstruktur, versorgt die Pflanzen mit einer breiten Palette an Nährstoffen und fördert das Bodenleben nachhaltig. Gut verrotteter Mist und selbst hergestellte Pflanzenjauchen sind ebenfalls sehr effektiv.
- Wie oft sollte ich meine Tomaten natürlich düngen?
Die Grunddüngung mit Kompost oder Mist erfolgt im Frühjahr. Während der Wachstumsphase werden flüssige natürliche Dünger wie Brennnessel- oder Beinwelljauche etwa alle zwei bis drei Wochen angewendet. Der genaue Rhythmus hängt von der Sorte, dem Wetter und dem Zustand der Pflanzen ab.
- Kann ich Kaffeesatz als Dünger für Tomaten verwenden?
Ja, Kaffeesatz ist ein guter natürlicher Stickstofflieferant und kann die Bodenstruktur verbessern. Trocknen Sie ihn gut und arbeiten Sie ihn leicht in die oberste Bodenschicht ein. Er sollte jedoch nur in Maßen verwendet werden, um den Boden nicht zu übersäuern.
- Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der natürlichen Düngung zu beginnen?
Beginnen Sie mit der Grunddüngung des Bodens im Frühjahr vor dem Pflanzen. Die erste flüssige Düngung erfolgt etwa 4-6 Wochen nach dem Auspflanzen, wenn die Pflanzen gut angewachsen sind und die Blüte beginnt. Die Düngung wird bis zum Ende der Erntezeit fortgesetzt.
- Was tun bei gelben Blättern an meinen Tomaten?
Gelbe Blätter, besonders an den unteren Stellen, deuten oft auf Stickstoffmangel hin. Eine Anwendung von verdünnter Brennnesseljauche direkt an die Wurzeln kann hier schnell helfen. Prüfen Sie auch, ob die Pflanzen ausreichend Wasser bekommen.
- Wie unterscheidet sich natürlicher Dünger von chemischem Dünger für Tomaten?
Natürliche Dünger wirken langsamer, verbessern die Bodenstruktur und fördern das Bodenleben, was zu einer langfristigen Bodengesundheit führt. Chemische Dünger liefern Nährstoffe schnell, können aber das Bodenleben schädigen und bei Überdosierung die Pflanzen verbrennen.
- Kann ich auch Bananenschalen als Dünger für Tomaten nutzen?
Ja, Bananenschalen sind reich an Kalium, das für die Fruchtentwicklung wichtig ist. Sie können entweder kleingeschnitten direkt in den Boden eingearbeitet oder über einige Tage in Wasser eingelegt werden, um eine kaliumhaltige Flüssigkeit zum Gießen zu erhalten.
