Warum das richtige Aufhängen eines Nistkastens wichtig ist
Die Entscheidung, einen Nistkasten im eigenen Garten oder auf dem Balkon anzubringen, ist ein wunderbarer Beitrag zum Vogelschutz und eine faszinierende Möglichkeit, das Leben gefiederter Nachbarn aus nächster Nähe zu beobachten. Doch nicht jeder aufgehängte Kasten wird auch angenommen. Das A und O für die Besiedlung durch Meisen, Spatzen oder Rotkehlchen ist die Wahl des richtigen Standorts und die fachgerechte Montage. Ein Nistkasten, der falsch platziert ist, kann für die Vögel sogar gefährlich werden. Er bietet möglicherweise keinen Schutz vor Raubtieren, ist der Witterung schutzlos ausgesetzt oder liegt ungünstig in Bezug auf Nahrungsangebote und Flugrouten. Mit Bedacht gewählt und sicher befestigt, wird Ihr Nistkasten jedoch schnell zum gefragten Quartier für gefiederte Mieter.
- Der Standort beeinflusst, ob Vögel den Kasten annehmen.
- Sicherheit vor Raubtieren und Wettereinflüssen ist essenziell.
- Die richtige Ausrichtung schützt vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung.
- Die Montage muss stabil sein, um Sturzgefahren zu vermeiden.
- Ein gut aufgehängter Nistkasten leistet aktiven Vogelschutz.
Überlegen Sie sich, welche Vogelarten Sie in Ihrem Garten ansiedeln möchten. Verschiedene Arten haben unterschiedliche Ansprüche an Einfluglochgröße, Kastenform und vor allem an den Aufhängeort. So bevorzugt beispielsweise das Rotkehlchen oft einen eher offenen Nistkasten, der an einer ruhigeren, schattigeren Stelle angebracht wird, während Meisenarten geschlossene Kästen an exponierteren, aber gut erreichbaren Stellen schätzen. Die Wahl des richtigen Nistkastens ist also nur der erste Schritt; das fachgerechte Aufhängen ist die entscheidende Fortsetzung.
Der ideale Standort: Wo Vögel sich sicher und wohlfühlen
Haben Sie sich für einen Nistkasten entschieden, stellt sich die Kernfrage: Wohin damit? Der Standort ist der wichtigste Faktor, ob Ihr künstliches Vogelnest erfolgreich bezogen wird. Stellen Sie sich vor, Sie suchen eine neue Wohnung – Sie achten auf Ruhe, Sicherheit, gute Anbindung und Schutz vor den Elementen. Vögel haben ähnliche Prioritäten, auch wenn diese instinktiv geleitet sind. Ein geschützter Platz abseits von stark frequentierten Wegen und Bereichen, wo Katzen oder andere Fressfeinde leicht an den Kasten gelangen, ist von höchster Bedeutung. Denken Sie an eine Position, die Vögeln eine freie Anflugschneise ermöglicht, aber gleichzeitig Deckung in der Nähe bietet, falls sie sich beobachtet fühlen.
Die Ausrichtung des Einfluglochs spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Um die Brut und die Jungvögel vor Überhitzung im Sommer zu schützen, sollte das Einflugloch idealerweise nach Osten oder Südosten ausgerichtet sein. Eine Ausrichtung nach Westen oder Südwesten setzt den Kasten der prallen Nachmittagssonne aus, was tödlich sein kann. Regen und starker Wind sind ebenfalls Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Eine Ausrichtung, die den Nistkasten vor den vorherrschenden Wetterseiten schützt, ist daher ratsam. Die Nähe zu Futterquellen wie Sträuchern mit Beeren oder Insektenbiotopen ist ein zusätzlicher Pluspunkt, aber die Sicherheit sollte stets Priorität haben.
Abstand zu anderen Nistkästen und potenziellen Gefahren
Ein häufiger Fehler ist das Aufhängen mehrerer Nistkästen zu dicht beieinander. Vögel sind Revierinhaber, und nicht nur gegenüber Artgenossen, sondern oft auch gegenüber anderen Vogelarten. Ein Abstand von mindestens 10 bis 20 Metern zwischen einzelnen Nistkästen ist eine gute Faustregel, um territoriale Konflikte zu vermeiden und jedem Vogelpaar ausreichend Raum zu geben. Gleiches gilt für die Nähe zu Futterstellen. Wenn Futterstellen zu nah am Nistkasten sind, ziehen sie potenziell mehr Fressfeinde an. Bedenken Sie auch die Flugrouten von Katzen, Mardern oder Eichhörnchen. Der Nistkasten sollte nicht auf einer direkten "Sprungbahn" platziert werden.
Eine weitere wichtige Überlegung ist die Einsehbarkeit des Nistkastens für Menschen. Während Sie gerne zuschauen möchten, müssen Sie sicherstellen, dass neugierige Blicke oder störende Geräusche die Brut nicht beeinträchtigen. Ein Standort, der Ihnen erlaubt, unbemerkt zu beobachten, vielleicht aus einem Fenster oder von einer Terrasse aus, ist ideal. Vermeiden Sie es, den Kasten direkt über Sitzplätzen oder Spielbereichen aufzuhängen. Die Umgebung des Nistkastens sollte zudem ruhig und naturnah sein. Büsche und Bäume in der Nähe bieten nicht nur Deckung, sondern auch Insekten als Nahrung.
Manchmal ist das Aufhängen eines Nistkastens ohne Baum eine Herausforderung. In solchen Fällen sind Hauswände, Schuppen oder Mauern gute Alternativen, solange die Bedingungen stimmen. Achten Sie darauf, dass das Material der Wand eine gute Isolierung bietet und der Nistkasten nicht überhitzt. Eine leichte Neigung nach vorne kann helfen, dass Regenwasser, das sich am Dach sammelt, ablaufen kann und nicht in den Kasten tropft. Die Grundprinzipien des Schutzes vor Raubtieren, Witterung und Überhitzung bleiben stets die gleichen, unabhängig vom Untergrund.
Die richtige Höhe: So sicher wie möglich
Die Frage nach der optimalen Höhe für das Aufhängen eines Nistkastens ist eng mit der Sicherheit der Vögel verbunden. Eine gängige Empfehlung liegt zwischen 2 und 5 Metern über dem Boden. Diese Höhe bietet einen guten Kompromiss: Sie ist hoch genug, um die meisten Bodenfeinde wie Katzen und Füchse fernzuhalten, aber nicht so hoch, dass der Kasten für Sie schwer zugänglich wäre, falls Wartungsarbeiten anfallen.
Für bestimmte Vogelarten oder spezifische Standorte können jedoch Anpassungen nötig sein. Kleine Vögel wie Weidenmeisen oder Tannenmeisen brüten oft in niedrigeren Höhen, während Felsennisten, wie sie zum Beispiel von Schwalben gerne genutzt werden, natürlich weiter oben angebracht werden müssten. Bedenken Sie aber, dass Sie in der Regel Nistkästen für typische Höhlenbrüter aufhängen, die mit den genannten Höhen gut bedient sind. Insbesondere ist darauf zu achten, dass der Einflugschlitz nicht von dichten Büschen oder überhängenden Ästen verdeckt wird, was potenziellen Eindringlingen Unterschlupf böte.
Sicherheit geht vor: Raubtiere und ihre Zugänge
Die Höhe allein garantiert noch keine Sicherheit. Achten Sie darauf, dass keine Äste oder andere Strukturen in unmittelbarer Nähe des Nistkastens verlaufen, die einem Marder, einer Katze oder einem Eichhörnchen als Sprungbrett dienen könnten. Wenn Sie einen Nistkasten an einem Baum anbringen, wählen Sie einen Stamm, der möglichst frei von solchen Kletterhilfen ist, oder positionieren Sie den Kasten so, dass der Zugang von solchen Strukturen erschwert wird. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, über einen sogenannten Marderschutz nachzudenken, zum Beispiel ein Blech oder eine Manschette am Baumstamm, die das Hochklettern erschwert. Dies ist jedoch nur nötig, wenn ein konkretes Risiko besteht.
Der Abstand zu potenziellen Greifvogel-Sitzplätzen (wie hohe Äste oder Masten) sollte ebenfalls bedacht werden. Ein offenes Feld direkt vor dem Nistkasten kann zwar die Anflugchance verbessern, aber auch die Gefahr für die Vögel erhöhen, von Greifvögeln attackiert zu werden. Eine Mischung aus offenen Anflugmöglichkeiten und nahen Versteckmöglichkeiten ist oft am besten. Die Höhe sollte also immer im Kontext der gesamten Umgebung betrachtet werden, um die sicherste Umgebung für die brütenden Vögel zu schaffen.
Die richtige Befestigung: Stabil und tierfreundlich
Nachdem Standort und Höhe geklärt sind, kommt es auf die Befestigung an. Ein wackeliger Nistkasten, der bei Wind schwankt oder gar herunterfällt, ist nicht nur nutzlos, sondern auch gefährlich für die Vögel und ihre Brut. Die Methode der Befestigung muss sowohl stabil sein als auch den Nistkasten und den Untergrund möglichst wenig beschädigen, besonders wenn es sich um lebende Bäume handelt. Vermeiden Sie es, Nägel oder Schrauben direkt in gesunde Bäume zu schlagen. Das kann zu Infektionen führen und den Baum langfristig schädigen.
Die gängigste und empfehlenswerteste Methode zur Befestigung an Bäumen ist die Verwendung von Draht, der um den Stamm gelegt wird. Um zu verhindern, dass der Draht in die Rinde einschneidet und den Baum schädigt, sollten Sie ein Stück Holz oder eine Gummiunterlage zwischen Draht und Rinde legen. Der Draht sollte nicht zu straff gespannt werden, um dem Baum Raum zum Wachsen zu geben. Kontrollieren Sie den Draht regelmäßig und lockern Sie ihn gegebenenfalls. Eine Alternative ist die Verwendung von speziellen Befestigungssystemen, die für Bäume entwickelt wurden und ein Einschnüren verhindern.
Befestigung an einer Hauswand oder Mauer
Wenn Sie den Nistkasten an einer Hauswand, einem Schuppen oder einer Mauer anbringen möchten, sind Schrauben oft die praktikabelste Lösung. Verwenden Sie rostfreie Schrauben und passende Dübel, die für das jeweilige Wandmaterial geeignet sind. Achten Sie darauf, dass die Schrauben lang genug sind, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Bei einer Dämmung an der Hauswand sind spezielle Dämmstoffdübel oder eine Montage mit langen Schrauben, die durch die Dämmung bis auf den tragenden Untergrund reichen, notwendig. Hierbei ist besondere Sorgfalt geboten, um die Dämmung nicht unnötig zu beschädigen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von rostfreien Drahtseilen oder Gurten, die Sie um einen Pfosten, einen Balken oder auch um einen Baumstamm wickeln können. Diese Methode ist besonders flexibel und erlaubt es Ihnen, den Nistkasten nachträglich noch in seiner Position anzupassen, wenn Sie feststellen, dass der anfängliche Standort doch nicht optimal ist. Manche Nistkästen werden auch mit einem Aufhängeblech oder einer Öse geliefert, an der Sie dann ein Seil oder einen Draht befestigen können. Stellen Sie sicher, dass die Aufhängung jederzeit fest sitzt und keine Gefahr besteht, dass sich der Kasten löst.
Die Wahl der richtigen Befestigungsmethode schützt sowohl den Nistkasten als auch den Untergrund und sorgt für die Langlebigkeit der Konstruktion.
Bei der Montage an einem Baumstamm empfiehlt sich auch, den Kasten so anzubringen, dass er leicht nach vorne geneigt ist. Dies erleichtert das Ablaufen von Regenwasser und verhindert, dass Feuchtigkeit in den Kasten eindringt, was zu Schimmelbildung und Krankheiten führen könnte. Eine solche leichte Neigung kann durch Unterlegen eines kleinen Holzkeils beim Befestigen erreicht werden.
Welche Materialien eignen sich für einen Nistkasten?
Die Wahl des richtigen Materials für einen Nistkasten ist entscheidend für dessen Langlebigkeit, Isolationsfähigkeit und Sicherheit für die Vögel. Idealerweise sollte das Material robust, atmungsaktiv und ungiftig sein. Massivholz ist hierfür das Mittel der Wahl. Geeignete Holzarten sind zum Beispiel Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche oder auch Eiche. Diese Hölzer sind gut verfügbar, relativ preiswert und bieten gute Isoliereigenschaften. Wichtig ist, dass das Holz unbehandelt bleibt, insbesondere im Inneren des Kastens. Chemische Behandlungen, Farben oder Lacke können giftige Dämpfe abgeben, die den Vögeln schaden.
Die Dicke des Holzes spielt ebenfalls eine Rolle für die Isolierung. Bretter mit einer Stärke von mindestens 1,8 bis 2 cm sind empfehlenswert, um den Kasten im Sommer vor Überhitzung und im Winter vor starker Kälte zu schützen. Die Außenseiten des Nistkastens dürfen zum Schutz vor Witterung mit umweltfreundlichen Lasuren oder Farben behandelt werden, jedoch nur auf den Außenseiten und niemals innen. Achten Sie darauf, dass diese Mittel wasserbasiert und für Tiere unbedenklich sind. Eine dunkle Färbung ist generell zu vermeiden, da sie sich in der Sonne stark aufheizt.
Die Bedeutung des Einfluglochs
Das Einflugloch ist das zentrale Element des Nistkastens und seine Größe bestimmt, welche Vogelarten den Kasten nutzen können und welche draußen bleiben müssen. Für die häufigsten Höhlenbrüter wie Kohl- und Blaumeisen ist ein Lochdurchmesser von 28 bis 32 Millimetern ideal. Für größere Arten wie den Trauerschnäpper genügen 35 Millimeter. Größere Löcher (über 45 mm) können unbeabsichtigt Prädatoren wie Tauben oder sogar Dohlen Zugang verschaffen oder Nistkastenbesitzer wie die Große Raubwanze anlocken. Daher ist die präzise Größe des Lochs ein wichtiges Detail, um die passenden Bewohner anzulocken und unerwünschte Gäste fernzuhalten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Platzierung des Einfluglochs. Es sollte nicht mittig, sondern eher im oberen Drittel des Kastens angebracht sein. Dies bietet den Jungvögeln Schutz vor Feinden, die von unten versuchen einzudringen, und gibt ihnen einen besseren Überblick über die Umgebung, bevor sie ins Freie flattern. Die Ränder des Einfluglochs sollten glatt sein und keine Splitter aufweisen, die den Vögeln schaden könnten. Manche Vögel, wie Spechte, nutzen auch ihre Krallen, um sich am Einflugloch zu orientieren oder es zu vergrößern, daher ist eine robuste Ausführung hier wichtig.
Die Wahl des richtigen Materials und die sorgfältige Gestaltung des Einfluglochs sind grundlegende Voraussetzungen für einen erfolgreichen und sicheren Nistkasten.
Manche Nistkästen haben einen überstehenden Dachvorsprung, der zusätzlichen Schutz vor Regen und neugierigen Blicken bietet. Achten Sie darauf, dass das Dach leicht geneigt ist, damit Wasser gut abfließen kann. Das Material des Daches sollte ebenfalls wetterbeständig sein, eventuell eine dünne Schicht Bitumenpappe auf der Oberseite, solange diese fest angebracht ist und keine Kleinteile abgehen können.
Wann und wie oft soll ein Nistkasten gereinigt werden?
Die Pflege eines Nistkastens ist essenziell, um Krankheiten vorzubeugen und ihn für die nächste Brutsaison wieder attraktiv zu machen. Eine regelmäßige Reinigung des Nistkastens erfolgt idealerweise nach jeder Brutperiode, also meist im Spätsommer oder frühen Herbst. Zu diesem Zeitpunkt ist die Brutzeit abgeschlossen, und die Jungvögel sind bereits ausgeflogen. Eine Reinigung im späten Frühling oder Sommer wäre störend für die Vögel und die Brut.
Vermeiden Sie unbedingt eine Reinigung während der Brutzeit, da dies die Vögel extrem stören und zum Aufgeben des Geleges führen kann. Auch die Reinigung im Winter ist nicht empfehlenswert, da einige Vögel Nistkästen als Schlafplatz in kalten Nächten nutzen. Der ideale Zeitpunkt ist also, wenn die Vögel den Kasten definitiv nicht mehr aktiv zum Brüten oder als Winterquartier nutzen. Das ist meist ab Ende August oder im September der Fall.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Nistkastenreinigung
Zuerst ist es ratsam, Handschuhe zu tragen, da alte Nester Parasiten wie Milben oder Zecken enthalten können. Öffnen Sie den Nistkasten, falls er eine abnehmbare Seite oder ein aufklappbares Dach hat. Entfernen Sie das gesamte alte Nistmaterial. Dieses besteht meist aus Moos, Gräsern, Federn und manchmal auch Haaren. Dieses Material ist oft stark verschmutzt und kann Krankheitserreger beherbergen.
Nachdem das alte Nistmaterial entfernt wurde, können Sie die Innenseiten des Nistkastens mit einer Bürste oder einem Besen ausfegen. Achten Sie darauf, alle Ecken und Ritzen zu säubern. Verwenden Sie auf keinen Fall aggressive Reinigungsmittel, Seife oder gar chemische Desinfektionsmittel. Diese sind oft giftig für Vögel. Klares Wasser zur groben Reinigung ist die einzige Ausnahme, aber meist reicht das Ausfegen völlig aus. Lassen Sie den Kasten anschließend gut austrocknen, am besten bei Sonnenschein, bevor Sie ihn wieder verschließen.
Eine gründliche Reinigung nach der Brutzeit ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit der Vögel und zur Erfolgsquote zukünftiger Bruten.
Um die Hygiene weiter zu verbessern, können Sie das Innere des Nistkastens nach dem Ausfegen leicht mit kochendem Wasser besprühen. Dies tötet verbliebene Parasiten ab, ohne Rückstände zu hinterlassen. Lassen Sie den Kasten danach wieder vollständig trocknen, bevor Sie ihn für die nächste Brutsaison bereitstellen. Eine solche Maßnahme ist besonders sinnvoll, wenn im Vorjahr Probleme mit Parasiten aufgetreten sind. Die Reinigung sollte zügig erfolgen, um den Aufenthalt des Vogels nicht unnötig zu lange zu verhindern.
Worauf bei Nistkästen für spezifische Vogelarten zu achten ist
Während viele Nistkästen universell einsetzbar sind, haben bestimmte Vogelarten spezielle Präferenzen, die bei der Auswahl und Platzierung des Kastens berücksichtigt werden sollten. Nicht jeder Nistkasten ist für jede Vogelart geeignet. Die gängigsten Nistkästen, oft mit einem runden Einflugloch, sind primär für Höhlenbrüter wie Meisen, Spatzen und Kleiber konzipiert. Rotkehlchen und andere Offenbrüter benötigen hingegen ganz andere Strukturen, die oft keine geschlossenen Kästen sind.
Für Rotkehlchen, Zaunkönige und Bachstelzen sind beispielsweise halboffene oder schalenförmige Nistgelegenheiten besser geeignet. Diese werden oft unter Dachvorsprüngen, an Mauervorsprüngen oder in dichter Vegetation angebracht. Sie bieten Schutz, aber nicht die komplette Umschließung eines klassischen Nistkastens. Der Nistkasten für Rotkehlchen beispielsweise ist oft ein Kasten ohne vorderes Flugloch, der eher wie ein kleines Vogelhaus mit einem Dach und einer Öffnung zur Seite oder nach vorne hin gestaltet ist. Dies ermöglicht dem Rotkehlchen, seinen Brutplatz zu beziehen, ohne sich durch ein enges Loch zwängen zu müssen.
Nistkasten bauen für Meisen und Spatzen
Wenn Sie einen Nistkasten selber bauen möchten, sind die Maße entscheidend. Für die meisten Meisenarten (Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise) sowie für Sperlinge (Sperling, Haussperling, Feldsperling) ist ein Kasten mit einem Grundmaß von etwa 12x12 cm bis 15x15 cm und einer Innenhöhe von 20-25 cm eine gute Wahl. Das Einflugloch sollte, wie bereits erwähnt, einen Durchmesser von 28-32 mm haben, um hauptsächlich diese Arten zu fördern und größere Vögel oder Raubtiere auszuschließen. Eine herausnehmbare Seitenwand oder ein abnehmbares Dach erleichtert die jährliche Reinigung.
Für den Bau eines Nistkastens für Meisen oder Spatzen ist unbehandeltes Holz wie Fichte oder Kiefer gut geeignet. Die Bretter sollten eine Dicke von mindestens 1,8 cm haben, um eine gute Isolation zu gewährleisten. Achten Sie auf eine gute Passform der Bretter, damit keine unnötigen Spalten entstehen, durch die Zugluft oder Regen eindringen könnten. Eine leichte Neigung des Daches nach vorne ist wichtig, damit Regenwasser abläuft und nicht in den Kasten tropft. Die Konstruktion sollte stabil sein und ohne chemische Zusätze auskommen.
Die Anpassung des Nistkastens an die Bedürfnisse der gewünschten Vogelart erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Besiedlung erheblich.
Es gibt auch spezielle Nistkästen für andere Vogelarten. Zum Beispiel benötigen Insektenhotels eine andere Bauweise als Vogelnester, aber auch bei Vögeln gibt es Unterschiede. Spechte benötigen beispielsweise einen sehr stabilen, tiefen Kasten, oft mit einer Raspel-Oberfläche innen, damit die Jungvögel hochklettern können. Schwalben bevorzugen oft offene Nischen oder Lehmbatzen zum Bau ihrer Nester, können aber auch künstliche Nisthilfen annehmen, die an ihre natürlichen Gegebenheiten angepasst sind.
Häufige Fehler beim Aufhängen und wie man sie vermeidet
Auch mit den besten Absichten können beim Aufhängen eines Nistkastens Fehler passieren, die dessen Erfolg von vornherein zunichtemachen. Einer der häufigsten Fehler ist die Wahl eines ungünstigen Standorts. Zu exponiert, zu nah an Raubtieren, in der prallen Sonne oder direkt an einer viel genutzten Flugbahn – all das sind Gründe, warum ein Vogelhaus unbewohnt bleiben kann.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Sicherheit des Nistkastens. Wenn er nicht stabil befestigt ist, kann er bei Wind oder Sturm herunterfallen, was eine direkte Gefahr für die Vögel darstellt. Auch das Anbringen von Sitzstangen direkt am Einflugloch ist ein weit verbreiteter Irrtum. Diese sind für die Brutvögel unnötig, da sie ihre Krallen zum Festhalten nutzen, aber sie erleichtern potenziellen Feinden wie Mardern oder Katzen den Zugang zum Kasten.
Standortwahl: Die Sonne als Feind
Die direkte Sonneneinstrahlung, besonders während der Mittags- und Nachmittagsstunden, kann einen Nistkasten zu einer tödlichen Falle machen. Wenn das Einflugloch nach Westen oder Südwesten zeigt, heizt sich der Kasten extrem auf. Vogeljunge können darin regelrecht 'gebacken' werden. Achten Sie daher immer auf eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten, oder wählen Sie einen Platz, der durch Bäume oder Gebäude zumindest teilweise beschattet wird. Dies ist besonders wichtig in den wärmeren Regionen. Ein einfacher Test: Fühlen Sie mit der Hand, wie warm der Platz zu den heißesten Tageszeiten wird.
Auch die Nähe zu menschlichen Aktivitäten oder lauten Geräuschen kann Vögel abschrecken. Ein Nistkasten direkt neben einer Terrassentür, einem Spielplatz oder einer stark befahrenen Straße ist oft nicht erfolgreich. Vögel suchen Ruhe und Sicherheit für ihre Brut. Die Umgebung sollte möglichst naturnah sein, mit Sträuchern und Bäumen in der Nähe, die Deckung und zusätzliche Nahrung bieten, aber nicht als direkte Sprungbretter für Fressfeinde dienen.
Ein gut durchdachter Standort ist die halbe Miete für einen erfolgreichen Nistkasten.
Der Versuch, mehrere Nistkästen auf engstem Raum unterzubringen, ist ebenfalls ein häufiger Fehler. Vögel sind territorial, und ein Mangel an Platz führt zu Streitigkeiten und kann dazu führen, dass alle Nistkästen unbesetzt bleiben. Beachten Sie die empfohlenen Abstände von mindestens 10-20 Metern zwischen den einzelnen Nistkästen.
