Was ist die Kräuselkrankheit am Pfirsichbaum?

Die Kräuselkrankheit, wissenschaftlich Taphrina deformans, ist eine der gefürchtetsten Pilzerkrankungen bei Pfirsichbäumen und tritt auch bei Nektarinen und teils bei Mandeln sowie Zierpfirsichen auf. Sie manifestiert sich typischerweise im Frühjahr, sobald die ersten jungen Blätter austreiben und die Temperaturen steigen. Ohne frühzeitiges Eingreifen kann der Befall den Baum stark schwächen, die Ernte vernichten und im schlimmsten Fall zum Absterben junger Pflanzen führen. Das charakteristische Schadbild macht die Diagnose für aufmerksame Gärtner meist eindeutig: verfärbte, verdickte und stark verkrüppelte Blätter, die bald abfallen.

Besonders heimtückisch ist, dass die Infektion bereits im Winter stattfindet, wenn die Sporen des Pilzes an der Rinde und den Knospen überwintern. Erst durch die feucht-kühlen Witterungsbedingungen im zeitigen Frühjahr, wenn der Saftstrom im Baum einsetzt und die neuen Blätter sich entfalten, beginnt der Pilz, die Zellen des jungen Laubes zu infizieren. Die Pflanze versucht, die Infektion abzuwehren, was zu den typischen Deformationen führt. Da die infizierten Blätter ihre Funktion als Assimilationsorgane nicht mehr erfüllen können, wird der Baum gezwungen, ständig neue Blätter auszutreiben, was ihn enorm viel Energie kostet. Ein stark befallener Pfirsichbaum zeigt oft nur noch wenige gesunde Blätter und kann kaum noch Früchte entwickeln, oder die Früchte bleiben klein und unförmig.

  • Kräuselkrankheit befällt Pfirsichbäume durch Pilz Taphrina deformans.
  • Infektion erfolgt im Winter, Symptome zeigen sich im Frühjahr am jungen Laub.
  • Befall schwächt den Baum, zerstört die Ernte und kann junge Pflanzen töten.
  • Typisch sind rote, verdickte und verkrüppelte Blätter, die abfallen.

Der unsichtbare Feind: Wie sich der Pilz ausbreitet

Der Erreger der Kräuselkrankheit, Taphrina deformans, ist ein anspruchsloser Pilz, der sich perfekt an seine Wirte angepasst hat. Seine Sporen sind äußerst widerstandsfähig und können über lange Zeiträume, beispielsweise den gesamten Sommer und Herbst hindurch, an der Baumoberfläche überleben. Sie nisten sich bevorzugt in Rindenfurchen, unter abgeplatzten Schuppen der Rinde und insbesondere an den Knospen ein, wo sie geschützt sind und auf den richtigen Moment warten. Dieser Moment ist das frühe Frühjahr, idealerweise gepaart mit kühlen, feuchten Witterungsbedingungen, die das Austreiben der Knospen begleiten.

Wenn die ersten jungen Blätter sich aus den Knospen entfalten und noch weich und empfindlich sind, dringen die Sporen ein. Die Infektion selbst geschieht oft unbemerkt, da äußere Symptome erst später sichtbar werden. Das Pilzmyzel wächst dann im Inneren des jungen Blattgewebes. Die Krankheit wird durch Regen und Wind weiterverbreitet, insbesondere wenn die Blätter noch feucht sind. Die typischen roten, verdickten und gekräuselten Blätter sind die Reaktion der Pflanze auf diesen Angriff. Sie versucht, die Ausbreitung des Pilzes einzudämmen, indem sie das infizierte Gewebe umwuchert, was zu den grotesken Verformungen führt. Später bilden sich auf der Blattunterseite oft gallenartige Blasen, in denen der Pilz seine neuen Sporen entwickelt, die dann im Sommer und Herbst freigesetzt werden, um den Kreislauf von neuem zu beginnen. Einmal etabliert, kann der Pilz in ungünstigen Jahren fast jeden Pfirsichbaum befallen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Symptome der Kräuselkrankheit erkennen

Das Erkennen der Kräuselkrankheit am Pfirsichbaum erfordert Aufmerksamkeit, besonders in den entscheidenden Frühlingsmonaten. Die ersten Anzeichen sind meist im April oder Mai sichtbar, wenn die Knospen aufbrechen und das junge Laub zu erscheinen beginnt. Statt sich gesund grün und flach zu entfalten, zeigen die jungen Blätter auffällige Veränderungen, die schnell fortschreiten können.

Das auffälligste Symptom sind stark verformte, verdickte und gerötete Blätter. Sie kräuseln sich, rollen sich ein oder bilden blasenartige Wölbungen. Die Rötung kann von einem leichten Rosa bis zu einem tiefen Rot reichen, abhängig von der Sorte des Pfirsichbaums und der Intensität des Befalls. Diese veränderten Blätter sind oft brüchig und können im weiteren Verlauf welken und abfallen. Wenn die jungen Blätter frühzeitig abgeworfen werden, verliert der Baum seine Fähigkeit zur Photosynthese. Dies führt zu einer Schwächung des gesamten Baumes, da er gezwungen ist, seine Energie darauf zu verwenden, immer wieder neue Blätter zu bilden, anstatt in Wachstum oder Fruchtbildung zu investieren.

Veränderungen an Früchten und Trieben

Die Kräuselkrankheit beschränkt sich nicht nur auf das Laub. In schweren Fällen kann sie auch die noch jungen Früchte und Triebe befallen. Die jungen Früchte können sich verformen, kleine rote Flecken entwickeln und im Wachstum gehemmt werden. Sie bleiben oft klein, entwickeln eine ledrige Textur und fallen vorzeitig ab. Manchmal bilden sich an ihnen auch pockenartige Erhebungen. Während junge Früchte, die bereits die Größe einer Kirsche oder kleiner haben, anfälliger sind, können auch ältere Früchte an der Oberfläche Veränderungen zeigen, was zu minderwertiger Qualität führt.

Auch die jungen Triebe können betroffen sein, wenn auch seltener. Sie können verdickt erscheinen, sich verfärben und das Wachstum kann eingestellt werden. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Pilz sehr aggressiv vorgeht und den gesamten jungen Austrieb erfasst. Das Abfallen der infizierten Blätter und Früchte im Frühjahr ist ein deutliches Signal, dass der Baum nicht mehr in der Lage ist, diese Pflanzenteile gesund zu halten. Die kahlen Äste, die nach dem Blattfall entstehen, sind ein trauriger Anblick und zeugen von der massiven Beeinträchtigung des Baumes. Wichtig ist, diese Symptome von anderen Problemen wie Nährstoffmangel oder anderen Krankheiten zu unterscheiden, die ähnliche, aber nicht identische Merkmale aufweisen können. Die Kombination aus roten, verkrüppelten Blättern und oft gleichzeitigem Abwurf jungen Laubs ist ein starker Indikator für die Kräuselkrankheit.

Ursachen und Risikofaktoren für die Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit am Pfirsichbaum wird ausschließlich durch den Pilz Taphrina deformans verursacht. Dieser Pilz ist ein obligater Parasit, der auf die Vitalität und den Saftfluss des Baumes angewiesen ist, um sich zu entwickeln und zu vermehren. Seine Sporen sind extrem widerstandsfähig und können monatelang an der Baumoberfläche überleben. Die Hauptursache für eine Infektion liegt also in der Überwinterung der Pilzsporen, die sich bereits im Vorjahr an den Bäumen festgesetzt haben.

Die entscheidenden Faktoren, die eine Ausbreitung und Infektion im Frühjahr begünstigen, sind witterungsbedingt. Insbesondere eine Kombination aus kühlen Temperaturen und hoher Feuchtigkeit in der Zeit des Blattaustriebs ist ideal für den Pilz. Wenn die Temperaturen im März und April oft unter 12 Grad Celsius liegen und gleichzeitig häufig Regen fällt oder Nebel herrscht, finden die Sporen optimale Bedingungen, um in die jungen, noch nicht verholzten Blätter einzudringen. Der Pfirsichbaum selbst spielt eine Rolle, indem seine genetische Veranlagung und sein allgemeiner Gesundheitszustand die Anfälligkeit beeinflussen. Manche Sorten sind widerstandsfähiger als andere, und ein geschwächter Baum ist generell anfälliger für Krankheitserreger.

Die Rolle der Witterung und Baumgesundheit

Es sind vor allem die Witterungsbedingungen im zeitigen Frühjahr, die den Unterschied machen, ob ein Pfirsichbaum stark oder nur leicht von der Kräuselkrankheit befallen wird. Lange Perioden mit Temperaturen zwischen etwa 5 und 15 Grad Celsius, die mit Regen oder Tau einhergehen, fördern die Infektion. Diese Bedingungen sind typisch für viele Regionen Europas im Frühjahr. Sobald die Blätter etwas älter und ihre Kutikula, die schützende Wachsschicht, ausgehärtet ist, sind sie für die Sporen nicht mehr so leicht zu durchdringen. Auch höhere Temperaturen über 15-18 Grad Celsius hemmen die Aktivität des Pilzes und die Ausbreitung der Krankheit.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Vitalität des Pfirsichbaums. Ein gesunder, gut gepflegter Baum mit einer starken Konstitution kann Krankheiten oft besser widerstehen. Dies bedeutet, dass eine ausgewogene Pfirsichbaum Düngung, die den Nährstoffbedarf des Baumes deckt, ohne ihn zu überdüngen, sowie eine bedarfsgerechte Bewässerung, besonders in trockenen Perioden, die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten erhöht. Ein Baum, der durch Nährstoffmangel, Trockenstress oder frühere Schädlingsbefälle geschwächt ist, bietet dem Pilz ein leichteres Ziel. Die Vermeidung von Schnittmaßnahmen im Herbst oder Winter, die zu offenen Wunden führen, kann ebenfalls helfen, da diese Eintrittspforten für Pilzsporen sein können. Die Kräuselkrankheit ist also eine Kombination aus einem spezifischen Erreger und günstigen Umweltbedingungen, die durch die Gesundheit und Pflege des Baumes beeinflusst wird.

Bekämpfung der Kräuselkrankheit: Sofortmaßnahmen

Wenn die Kräuselkrankheit am Pfirsichbaum bereits sichtbar ist, ist schnelles Handeln angesagt, um eine weitere Ausbreitung zu minimieren und den Baum zu retten. Die Bekämpfung konzentriert sich hierbei auf die Entfernung des befallenen Materials, um die Infektionsquelle zu reduzieren und den Baum zu entlasten.

Das Wichtigste ist das sofortige Entfernen und Vernichten aller befallenen Blätter und Triebe. Schneiden Sie befallene Blätter großzügig zurück, sodass Sie auch die angrenzenden, noch nicht sichtbaren infizierten Bereiche entfernen. Achten Sie darauf, das Schnittgut nicht auf dem Kompost oder auf dem Boden unter dem Baum zu belassen, da sich der Pilz sonst weiterverbreiten kann. Entsorgen Sie es im Restmüll oder verbrennen Sie es, sofern dies erlaubt ist. Infizierte Früchte, die klein und verkümmert sind, sollten ebenfalls umgehend entfernt werden.

Chemische und biologische Spritzmittel einsetzen

Chemische Pflanzenschutzmittel können im Kampf gegen die Kräuselkrankheit eingesetzt werden, wobei es ratsam ist, biologische Alternativen zu bevorzugen, wo immer möglich. Fungizide auf Kupferbasis, wie Bordeauxbrühe oder kupferhaltige Spritzmittel, sind wirksam, müssen aber präventiv und wiederholt angewendet werden. Die Anwendung sollte idealerweise bereits im Spätwinter oder sehr frühen Frühjahr erfolgen, bevor die Knospen aufbrechen, und wird dann während der Blütezeit und bei feucht-kühler Witterung wiederholt. Diese Mittel wirken, indem sie die Sporen abtöten, bevor sie in das Pflanzengewebe eindringen können.

Auch biologische Mittel auf Basis von Kaliumbicarbonat oder bestimmten Pflanzenextrakten können unterstützend wirken. Sie verändern die Oberfläche des Blattes so, dass Pilzsporen sich schlechter anheften und keimen können. Wichtig ist bei allen Spritzmitteln, die Anwendungshinweise genau zu befolgen, den richtigen Zeitpunkt zu wählen und die Behandlung bei Bedarf zu wiederholen. Da der Pilz nach dem Austreiben der Blätter eine Infektion im Inneren des Gewebes verursacht, sind Spritzmittel nach dem Auftreten der Symptome nur noch bedingt wirksam, da sie nicht mehr in das bereits infizierte Blatt eindringen können. Ihr Hauptzweck ist es, die Bildung neuer Sporen zu verhindern und gesunde Pflanzenteile zu schützen. Die konsequente Anwendung über mehrere Jahre hinweg ist oft entscheidend für einen dauerhaften Erfolg.

Vorbeugung: Der Schlüssel zum gesunden Pfirsichbaum

Die beste Strategie gegen die Kräuselkrankheit ist die Vorbeugung. Da die Sporen im Winter auf dem Baum überdauern und die Infektion im Frühjahr stattfindet, setzen vorbeugende Maßnahmen genau hier an: Sie zielen darauf ab, die Infektionslast auf dem Baum zu reduzieren oder die Anfälligkeit des Baumes zu erhöhen.

Der wichtigste Zeitpunkt für vorbeugende Maßnahmen ist der Spätwinter bis zum frühen Frühjahr, bevor die Knospen aufbrechen. Die Anwendung von Spritzmitteln, die bereits die überwinternden Sporen auf der Rinde abtöten, ist hierbei zentral. Kupferhaltige Fungizide sind hierfür traditionell die erste Wahl. Sie werden auf die kahlen Triebe und die Knospen aufgetragen und sollten idealerweise bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt und trockenem Wetter erfolgen. Die genaue Einwirkzeit und die Häufigkeit der Anwendung sind dem Produkt zu entnehmen. Auch das Abkehren von Pilzsporen von der Rinde durch sanftes Abbürsten der Hauptäste vor dem Austrieb kann eine unterstützende Maßnahme sein, um die Sporenlast zu reduzieren, besonders bei stark befallenen Bäumen aus dem Vorjahr.

Resistente Sorten und der richtige Standort

Eine weitere, sehr effektive vorbeugende Maßnahme ist die Wahl von resistenten oder zumindest widerstandsfähigeren Pfirsichbaumsorten. Auch wenn die absolute Resistenz selten ist, gibt es Sorten, die nachweislich weniger anfällig für die Kräuselkrankheit sind. Informieren Sie sich beim Kauf eines neuen Baumes oder bei der Planung einer Neuanlage über solche Sorten. Beispiele hierfür sind oft Sorten, die speziell für den Anbau in kühleren Klimazonen gezüchtet wurden oder genetisch eine höhere Abwehrkraft besitzen.

Der richtige Pfirsichbaum Standort spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein sonniger und luftiger Standort fördert ein schnelles Abtrocknen der Blätter und Triebe nach Regen oder Tau. Dies erschwert dem Pilz die Infektion. Vermeiden Sie Standorte in Senken, wo sich Kälte und Feuchtigkeit halten können. Eine gute Bodendurchlüftung und eine angepasste Bewässerung sind ebenfalls Teil einer gesunden Baumführung. Ein starker Baum ist widerstandsfähiger. Der Schnitt des Pfirsichbaums sollte ebenfalls bedacht werden. Ein Auslichtungsschnitt im Sommer kann dazu beitragen, dass die Rinde im Winter besser abtrocknet und Pilzsporen weniger Halt finden. Vermeiden Sie tiefe Schnitte im Herbst, die bis ins Frühjahr offene Wunden hinterlassen.

Achten Sie auf die Knospenruhe: Der wirksamste Zeitpunkt für vorbeugende Spritzungen gegen die Kräuselkrankheit ist, wenn der Baum in der Knospenruhe ist, kurz bevor die Knospen zu schwellen beginnen. Dies nutzt die volle Wirksamkeit der Mittel, da sie direkt auf die überwinternden Sporen auf der Rinde und den Knospen wirken, bevor diese aktiv werden.

Der richtige Schnitt zur Krankheitsvorbeugung

Der Baumschnitt ist eine essenzielle Pflegemaßnahme für jeden Obstbaum, doch beim Pfirsichbaum spielt er eine doppelte Rolle: Er dient der Ertragssteigerung und Fruchtqualität, ist aber auch ein mächtiges Werkzeug zur Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten wie der Kräuselkrankheit.

Grundsätzlich sollten Sie Pfirsichbäume, anders als viele andere Obstgehölze, in der Regel im Frühjahr nach der Blüte schneiden. Dies hat den Vorteil, dass die Knospen bereits ausgetrieben sind und Sie besser erkennen können, welche Triebe gesund sind und welche eventuell vom Frost oder von Krankheiten geschädigt wurden. Ein starker Befall mit Kräuselkrankheit im Vorjahr kann dazu führen, dass der Baum stark geschwächt ist. Ein Schnitt zu diesem Zeitpunkt reduziert das Risiko, dass sich die Krankheit durch offene Schnittwunden im Winter weiter ausbreitet. Gleichzeitig entfernen Sie so auch bereits geschwächte oder tote Triebe, die dem Pilz als Nährboden dienen könnten.

Sommerschnitt und dessen Einfluss

Ein wichtiger Aspekt ist der sogenannte Sommerschnitt. Dieser wird in der Regel im Juli oder August durchgeführt. Hierbei werden lange, junge Triebe, die im Frühjahr gewachsen sind, etwa auf ein Drittel ihrer Länge gekürzt. Dieser Schnitt hat mehrere positive Effekte, die auch für die Kräuselkrankheit relevant sind: Er fördert die Verholzung der Triebe, was sie widerstandsfähiger macht. Zugleich wird die Belüftung innerhalb der Baumkrone verbessert, und die Früchte werden besser von der Sonne beschienen, was ihre Süße und Reife fördert. Eine bessere Durchlüftung bedeutet, dass die Blätter nach Regen oder Tau schneller abtrocknen, was die Ausbreitung von Pilzkrankheiten erschwert.

Ein weiterer Vorteil des Sommerschnitts ist, dass er das Wachstum junger Triebe verlangsamt und die Energie des Baumes auf die Entwicklung von Fruchtmumien und die Ausbildung von Fruchtknospen für das nächste Jahr lenkt. Dies reduziert die Menge an neuem, weichem Triebgewebe, das im nächsten Frühjahr anfällig für die Kräuselkrankheit wäre. Wenn Sie im Sommer kranke Blätter oder Triebe entdecken, sollten Sie diese sofort entfernen. Der Schnitt im Sommer ist auch eine Gelegenheit, die Baumkrone lichter zu halten, was die Luftzirkulation verbessert und Pilzsporen weniger Angriffsfläche bietet. Durch das Entfernen von dicht stehenden, jungen Trieben reduzieren Sie die Feuchtigkeit, die sich zwischen den Blättern staut.

Der richtige Zeitpunkt für den Pfirsichbaum Schnitt

Die traditionelle Empfehlung für den Schnitt von Pfirsichbäumen lautet: Spätwinter bis zum frühen Frühjahr. Dies ist aber nur bedingt richtig. Der Hauptschnitt zur Formgebung und zur Erhaltung der Ertragsfähigkeit sollte tatsächlich im Frühjahr erfolgen, sobald die stärkste Frostgefahr vorüber ist und die Baumaktivität beginnt. Dies liegt daran, dass Pfirsiche an einjährigen Trieben fruchten. Ein Schnitt im Spätwinter kann jedoch das Risiko einer Infektion mit der Kräuselkrankheit erhöhen, wenn die Sporen in die Schnittwunden eindringen, bevor die Pflanze sich regenerieren kann. Daher ist es ratsam, die Hauptschnitte nach der Blüte durchzuführen, wenn die Frostgefahr vorbei ist und das junge Laub bereits austreibt. Dies erlaubt Ihnen, gesunde Triebe zu identifizieren und kranke oder geschwächte zu entfernen.

Der Pfirsichbaum schneiden kann auch im Sommer erfolgen, um die Baumkrone luftiger zu gestalten und die Verholzung der Triebe zu fördern, was die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten wie die Kräuselkrankheit stärkt. Ein gezielter Schnitt zur Reduzierung der Sporenlast und zur Verbesserung der Belüftung ist somit ein entscheidender Bestandteil eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts. Auch ein leichter Formschnitt im Herbst ist möglich, aber aggressive Schnitte, die tiefe Wunden hinterlassen, sollten vermieden werden, um den Pilz nicht unnötig zu begünstigen. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts hängt von der Jahreszeit, der Witterung und dem Ziel des Schnitts ab, wobei die Vermeidung von Krankheiten immer eine zentrale Rolle spielen sollte.

Langfristige Strategien für gesunde Pfirsichbäume

Ein gesunder Pfirsichbaum ist das Ergebnis kontinuierlicher Pflege und vorausschauender Strategien. Über das reine Bekämpfen der Kräuselkrankheit hinaus geht es darum, das Ökosystem rund um den Baum zu stärken und ihm optimale Bedingungen für Vitalität zu bieten.

Eine fundierte Pfirsichbaum Düngung ist dabei unerlässlich. Pfirsichbäume sind Starkzehrer, das heißt, sie benötigen ausreichend Nährstoffe, um gesund zu wachsen und Früchte zu tragen. Eine ausgewogene Düngung im Frühjahr, die auf die Bedürfnisse des Baumes abgestimmt ist, versorgt ihn mit allem, was er braucht, um Krankheiten besser abwehren zu können. Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff, sollte jedoch vermieden werden, da dies das Triebwachstum fördert, was die Triebe weicher und anfälliger für Krankheiten macht. Eine Bodenanalyse kann helfen, den genauen Nährstoffbedarf zu ermitteln und gezielt zu düngen.

Optimierung des Bodens und der Wasserversorgung

Der Boden rund um den Pfirsichbaum sollte stets gut durchlässig sein und organische Substanz enthalten. Eine regelmäßige Gabe von Kompost im Herbst oder Frühjahr verbessert die Bodenstruktur, fördert ein gesundes Bodenleben und versorgt den Baum mit wichtigen Nährstoffen. Dies schafft ein Umfeld, das den Baum stärkt und ihm hilft, Krankheitserreger besser zu tolerieren. Eine Mulchschicht aus organischem Material kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, Unkraut zu unterdrücken und die Bodentemperatur auszugleichen.

Die Wasserversorgung ist ebenfalls kritisch. Pfirsichbäume benötigen, besonders in Trockenperioden, ausreichend Wasser, um vital zu bleiben. Staunässe ist jedoch zu vermeiden, da sie die Wurzeln schädigen und Pilzkrankheiten begünstigen kann. Eine bedarfsgerechte Bewässerung, die den Boden feucht hält, aber nicht durchnässt, ist ideal. Gießen Sie lieber seltener, dafür aber durchdringend. Dies fördert die Entwicklung tieferer Wurzeln, die den Baum stabiler machen und ihn widerstandsfähiger gegen Trockenperioden oder andere Stressfaktoren machen.

Kontrollieren Sie regelmäßig: Führen Sie jährliche Inspektionen Ihres Pfirsichbaums durch. Achten Sie bereits im Winter auf die Knospen und im Frühjahr auf erste Anzeichen von Krankheiten wie der Kräuselkrankheit. Je früher Sie Probleme erkennen, desto effektiver sind die Gegenmaßnahmen.

Regelmäßige Nachkontrollen und Anpassung

Selbst nach erfolgreicher Bekämpfung ist es wichtig, den Pfirsichbaum weiterhin im Auge zu behalten. Die Sporen des Pilzes sind hartnäckig, und eine erneute Infektion kann bei ungünstiger Witterung immer wieder auftreten. Eine jährliche Kontrolle der Pflanzengesundheit ist daher unerlässlich. Wenn Sie feststellen, dass bestimmte Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung zeigen, scheuen Sie sich nicht, Ihre Strategie anzupassen. Vielleicht ist eine andere Sorte von Spritzmittel wirksamer, oder Sie müssen Ihren Schnitt anpassen, um die Belüftung noch weiter zu verbessern.

Die Kombination aus guter Pflege, resistenten Sorten, dem richtigen Schnitt und gegebenenfalls präventiven Spritzungen bildet das Fundament für einen gesunden und ertragreichen Pfirsichbaum. Langfristig führt diese ganzheitliche Herangehensweise dazu, dass Ihr Baum widerstandsfähiger wird und Sie sich über gesunde Früchte freuen können, auch wenn die Kräuselkrankheit in der Nachbarschaft ihr Unwesen treibt.