Warum Rasen kalken und düngen gleichzeitig in Erwägung ziehen?

Die Rasenpflege im Frühjahr oder Herbst ist oft mit mehreren Arbeitsschritten verbunden. Zwei dieser wichtigen Aufgaben sind das Kalken zur Verbesserung des Boden-pH-Werts und das Düngen zur Nährstoffversorgung des Grases. Viele Gartenbesitzer fragen sich, ob es sinnvoll ist, diese beiden Maßnahmen rasen kalken und düngen gleichzeitig durchzuführen, um Zeit und Aufwand zu sparen. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Weniger häufige Begehung des Rasens bedeutet weniger Stress für das empfindliche Grün und potenziell eine effizientere Aufnahme von Nährstoffen, wenn die Bedingungen stimmen. Bevor Sie jedoch zur Tat schreiten, ist es essenziell zu verstehen, unter welchen Umständen diese kombinierte Anwendung tatsächlich sinnvoll ist und welche Risiken bestehen könnten.

Das Gleichgewicht des Bodens ist entscheidend für einen gesunden Rasen. Ein zu saurer Boden (niedriger pH-Wert) kann die Verfügbarkeit wichtiger Nährstoffe für die Gräser einschränken und Mooswachstum begünstigen. Kalk neutralisiert diese Säure und hebt den pH-Wert an, was die Nährstoffaufnahme erleichtert und das Moos unterdrückt. Dünger hingegen liefert die notwendigen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, die für kräftiges Wachstum, eine satte grüne Farbe und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Trockenheit sorgen.

Die Frage, ob sich Kalken und Düngen gleichzeitig durchführen lassen, hängt stark vom gewählten Produkt und dem Zustand Ihres Bodens ab. Nicht alle Kalk- und Düngemittel sind dafür geschaffen, zusammen ausgebracht zu werden. Manchmal kann die chemische Reaktion zwischen den Komponenten die Wirksamkeit beider Stoffe beeinträchtigen oder sogar schädliche Effekte haben. Ein sorgfältiges Abwägen der Vorteile gegenüber den potenziellen Nachteilen ist daher unerlässlich, bevor Sie sich für diesen kombinierten Ansatz entscheiden.

Es gibt spezielle Kombiprodukte auf dem Markt, die genau für diese simultane Anwendung konzipiert sind. Diese Produkte sind oft so formuliert, dass die Inhaltsstoffe sich gegenseitig nicht negativ beeinflussen. Die Anwendung eines solchen Produkts kann eine hervorragende Möglichkeit sein, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, vorausgesetzt, Ihr Rasen benötigt tatsächlich beides: eine pH-Wert-Korrektur und zusätzliche Nährstoffe.

Wenn Sie jedoch separate Produkte verwenden, ist Vorsicht geboten. Die falsche Kombination kann dazu führen, dass der Kalk die Aufnahme bestimmter Nährstoffe blockiert oder der Dünger die Wirkung des Kalks beeinträchtigt. Daher ist es wichtig, die Eigenschaften der einzelnen Produkte genau zu prüfen und gegebenenfalls Rat bei Fachleuten einzuholen, bevor Sie versuchen, rasen kalken und düngen gleichzeitig durchzuführen.

  • Gleichzeitige Anwendung spart Zeit und schont den Rasen.
  • Kombination nur mit geeigneten Produkten oder nach Prüfung der Verträglichkeit.
  • Boden-pH und Nährstoffbedarf sind entscheidend für die Sinnhaftigkeit.
  • Spezielle Kombiprodukte erleichtern die Anwendung.
  • Falsche Kombination kann Wirksamkeit mindern oder schaden.

Der ideale Zeitpunkt: Wann ist die kombinierte Anwendung sinnvoll?

Die Entscheidung, wann Sie Ihren Rasen kalken und düngen, ist ebenso wichtig wie die Frage, ob Sie es gleichzeitig tun. Für eine kombinierte Anwendung gibt es zwei Hauptfenster, die sich bewährt haben: das frühe Frühjahr und der späte Herbst. In beiden Perioden bereitet sich der Rasen auf Wachstumsphasen vor oder erholt sich davon, und die Bodentemperatur ist moderat genug, um die Aufnahme der Stoffe zu ermöglichen, ohne das Gras zu verbrennen.

Frühes Frühjahr (März/April): Nach der Winterruhe ist der Boden oft noch leicht sauer und die Nährstoffreserven sind erschöpft. Hier kann eine gleichzeitige Ausbringung von Kalk und einem kaliumbetonten Frühjahrsdünger dem Rasen einen kräftigen Start ermöglichen. Der Kalk verbessert die Nährstoffverfügbarkeit, während der Dünger das Wachstum ankurbelt. Wichtig ist hierbei, dass der Boden nicht mehr gefroren ist und keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, die die frisch ausgebrachten Substanzen wieder aus dem Boden spülen könnten. Achten Sie darauf, dass die Bodentemperatur konstant über 5 Grad Celsius liegt.

Später Herbst (Oktober/November): Im Herbst benötigt der Rasen eine gute Kaliumversorgung, um winterhart zu werden. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, den pH-Wert für das kommende Frühjahr zu optimieren, besonders wenn der Boden eher zu Versauerung neigt. Eine späte Düngung mit einem kaliumreichen Herbstdünger und einer gleichzeitigen Kalkgabe kann die Widerstandsfähigkeit gegen Frost und Krankheiten stärken. Hierbei ist es entscheidend, dass der Boden noch nicht dauerhaft gefroren ist und die Gräser noch aktiv sind, um die Nährstoffe aufnehmen zu können. Die richtige Zeit zu wählen ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg.

Es gibt Situationen, in denen die kombinierte Ausbringung weniger ratsam ist. In der Hauptwachstumsphase im Sommer ist der Rasen oft gestresst und eine zusätzliche Belastung durch zwei unterschiedliche Bodenverbesserer kann kontraproduktiv sein. Auch wenn Ihr Boden bereits einen optimalen pH-Wert aufweist oder Sie kürzlich eine Bodenanalyse durchgeführt haben, die nur einen Mangel an bestimmten Nährstoffen, aber keine Säureprobleme zeigt, sollten Sie die Maßnahmen getrennt oder nur gezielt durchführen. Eine Bodenanalyse ist der beste Weg, um herauszufinden, ob Ihr Rasen tatsächlich eine Kalkung benötigt.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob die kombinierte Anwendung für Ihren spezifischen Rasen zum aktuellen Zeitpunkt das Richtige ist, ist es immer besser, die Maßnahmen zu trennen. Eine separate Kalkung kann zum Beispiel im Herbst erfolgen, gefolgt von einer separaten Düngung im Frühjahr, oder umgekehrt. Dies gibt Ihnen mehr Flexibilität und reduziert das Risiko von unerwünschten Wechselwirkungen. Berücksichtigen Sie bei der Wahl des Zeitpunkts immer die aktuellen Wetterbedingungen und die Bedürfnisse Ihres Rasens, anstatt sich starr an einen Kalendertag zu halten.

Anwendungsmethoden: So gelingt die kombinierte Ausbringung

Die korrekte Ausbringung ist entscheidend, um die Vorteile der kombinierten Rasenpflege zu maximieren und gleichzeitig potenzielle Schäden zu vermeiden. Es gibt zwei Hauptmethoden, um Kalk und Dünger gleichzeitig oder nacheinander aufzubringen: die Verwendung von Spezialprodukten oder die separate Ausbringung mit angepassten Zeitabständen.

Spezial-Kombinationsprodukte nutzen

Der einfachste und oft sicherste Weg, Kalk und Dünger gleichzeitig auszubringen, ist die Verwendung von Produkten, die speziell dafür entwickelt wurden. Diese Kombiprodukte vereinen die notwendigen Inhaltsstoffe in einem Verhältnis, das für die meisten Rasentypen und Bodenbedingungen geeignet ist. Sie sind in der Regel als Granulat erhältlich, das sich gut mit einem Streuwagen oder einer Handstreuwagen verteilen lässt. Die Anwendungshinweise auf der Verpackung sind hierbei von größter Bedeutung und sollten genau befolgt werden. Diese Produkte bieten eine bequeme Lösung und minimieren das Risiko von Wechselwirkungen.

Separate Ausbringung mit Abstand

Wenn Sie keine Kombiprodukte verwenden möchten oder Ihr Boden spezifische Bedürfnisse hat, die von Standardkombinationen nicht abgedeckt werden, ist eine separate Ausbringung ratsam. Hierbei ist ein zeitlicher Abstand von mindestens 2-4 Wochen zwischen Kalkung und Düngung empfehlenswert. Bringen Sie zuerst den Kalk aus und warten Sie, bis dieser leicht in den Boden eingearbeitet oder eingewaschen ist. Dies kann einige Tage bis Wochen dauern, je nach Niederschlag. Erst danach folgt die Düngung. Diese Methode stellt sicher, dass die chemischen Prozesse beider Stoffe separat ablaufen können und sich nicht gegenseitig negativ beeinflussen.

Die Ausbringung selbst sollte idealerweise mit einem Streuwagen erfolgen. Dies sorgt für eine gleichmäßige Verteilung, was für das gesunde Wachstum des Rasens unerlässlich ist. Unregelmäßige Ausbringung kann zu Fleckenbildung, übermäßigem oder zu geringem Wachstum an bestimmten Stellen führen. Beginnen Sie mit der Ausbringung am Rand der Rasenfläche und arbeiten Sie sich dann in Bahnen über die gesamte Fläche. Achten Sie darauf, die anbefohlenen Aufwandmengen nicht zu überschreiten, da zu viel Kalk oder Dünger dem Rasen schaden kann.

Nach der Ausbringung (egal ob kombiniert oder getrennt) ist es ratsam, den Rasen zu wässern. Ein leichter Regen oder eine moderate Bewässerung hilft, den Kalk und die Nährstoffe in den Boden einzuspülen. Dies beschleunigt die Wirkung und verhindert, dass die Granulate auf der Oberfläche liegen bleiben und möglicherweise von Tieren oder Kindern aufgenommen werden. Eine gründliche Bewässerung nach der Anwendung ist fast immer empfehlenswert. Wenn Sie düngen und kalken gleichzeitig, stellen Sie sicher, dass das Produkt dafür geeignet ist und die Hinweise des Herstellers beachtet werden.

Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Körnung des Produkts. Feinkörniger Kalk kann schneller wirken, aber auch leichter vom Wind verweht werden, während gröbere Körnungen länger brauchen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Granulierter Dünger und Kalk sind oft die beste Wahl für eine gleichmäßige Verteilung und kontrollierte Freisetzung. Prüfen Sie immer die Produktbeschreibungen und entscheiden Sie sich für eine Form, die am besten zu Ihren Werkzeugen und den Wetterbedingungen passt.

Welche Produkte eignen sich für die gleichzeitige Anwendung?

Wenn Sie die Effizienz steigern und Rasen kalken und düngen gleichzeitig durchführen möchten, ist die Wahl der richtigen Produkte der entscheidende Schritt. Der Markt bietet hier verschiedene Optionen, von spezialisierten Kombiprodukten bis hin zu sorgfältig ausgewählten Einzelkomponenten.

Spezielle Rasenkalk-Dünger-Kombinationen

Die einfachste Lösung sind Fertigprodukte, die speziell für die gleichzeitige Ausbringung entwickelt wurden. Diese enthalten eine abgestimmte Menge an Kalk (oft als Calciumcarbonat oder Calciumhydroxid) und mineralischen oder organischen Düngemitteln. Sie sind in der Regel als Granulat erhältlich, was die Ausbringung mit Streuwagen erleichtert und eine gleichmäßige Verteilung über die Rasenfläche ermöglicht. Achten Sie bei der Auswahl auf Produkte, die explizit als Kombiprodukt für Kalkung und Düngung ausgewiesen sind. Die Zusammensetzung dieser Produkte ist darauf ausgelegt, dass die Inhaltsstoffe sich nicht gegenseitig negativ beeinflussen oder die Aufnahme durch das Gras behindern.

Kaliumbetonte Dünger und Gartenkalk

Eine weitere Möglichkeit, die Elemente zu kombinieren, ist die Verwendung von Gartenkalk in Verbindung mit einem spezifischen Dünger. Besonders gut eignet sich hierfür ein kaliumbetonter Herbstdünger oder ein Frühjahrsdünger mit einem ausgeglichenen Nährstoffprofil. Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Winterhärte und der allgemeinen Stressresistenz des Rasens. Wenn Ihr Boden eine Tendenz zur Versauerung hat (was Sie durch eine Bodenanalyse feststellen können), kann eine gleichzeitige Ausbringung von Gartenkalk und einem solchen Dünger in Betracht gezogen werden. Es ist essenziell, dass der Kalk zuerst leicht eingewirkt hat, bevor der Dünger aufgebracht wird, oder dass beides in einer Form vorliegt, die eine sofortige gemeinsame Ausbringung erlaubt.

Wichtige Hinweise zur Produktwahl

Bei der Auswahl von Produkten für die gleichzeitige Anwendung sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • pH-Wert des Bodens: Nur wenn eine Bodenanalyse einen leicht sauren pH-Wert ergibt (unter 6,0), ist eine Kalkung überhaupt sinnvoll.
  • Nährstoffbedarf des Rasens: Prüfen Sie, welche Nährstoffe Ihr Rasen tatsächlich benötigt. Ein reiner Stickstoffdünger mag im Frühjahr gut sein, aber für den Herbst ist ein kaliumreicher Dünger besser geeignet.
  • Körnung und Form: Granulierte Produkte sind in der Regel am besten für eine gleichmäßige Verteilung mit Streuwagen geeignet. Achten Sie auf die empfohlene Aufwandmenge des Herstellers.
  • Verträglichkeit: Kombiprodukte sind speziell formuliert. Bei der Kombination von Einzelprodukten muss sichergestellt werden, dass sie sich nicht gegenseitig neutralisieren oder blockieren. Beispielsweise kann stark alkalischer Kalk die Wirkung mancher Stickstoffdünger beeinträchtigen.

Bedenken Sie, dass eine zu hohe Dosierung von Kalk oder Dünger den Rasen schädigen kann. Überdosierter Kalk kann die Nährstoffaufnahme von Eisen und Mangan blockieren, was zu Chlorosen (Gelbfärbung) führen kann. Überdüngung führt zu starkem, aber schwachem Wachstum, das anfälliger für Krankheiten und Trockenheit ist. Daher ist es ratsam, immer die Herstellerangaben zu befolgen und im Zweifel lieber etwas weniger als zu viel auszubringen.

Mögliche Risiken und wie Sie sie vermeiden

Obwohl das gleichzeitige Kalken und Düngen Ihres Rasens effizient sein kann, birgt es auch potenzielle Risiken, die es zu kennen und zu vermeiden gilt. Ein falscher Ansatz kann mehr schaden als nutzen. Die wichtigsten Risiken sind unerwünschte chemische Reaktionen, eine falsche Dosierung und die Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme.

Chemische Wechselwirkungen

Kalk (basisch) und bestimmte Düngemittel (oft leicht sauer oder neutral) können miteinander reagieren. Stark alkalische Kalkformen können z. B. die Stickstoffform Ammonium in Düngemitteln schnell in gasförmiges Ammoniak umwandeln, das dann ungenutzt aus dem Boden entweicht. Dies reduziert nicht nur die Effektivität des Düngers, sondern kann auch zu Geruchsbelästigung führen. Ebenso kann eine zu frühe oder falsche Kombination von Kalk und bestimmten Phosphatdüngern zur Ausfällung von schwer löslichen Calciumphosphaten führen, wodurch beide Nährstoffe dem Rasen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Fehldosierung und Überdüngung/Übersäuerung

Wenn Sie separate Produkte gleichzeitig ausbringen, besteht die Gefahr, die empfohlene Aufwandmenge für beide Komponenten zu überschreiten. Eine Überkalkung kann den pH-Wert zu stark anheben und die Verfügbarkeit von Mikronährstoffen wie Eisen, Mangan und Kupfer stark einschränken, was zu Gelbfärbung und Wachstumsstörungen führt. Eine Überdüngung führt zu aggressivem, aber schwachem Wachstum, erhöhter Krankheitsanfälligkeit und kann das Wurzelwachstum hemmen.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass beide Maßnahmen gleichzeitig nötig sind. Eine Bodenanalyse ist der Schlüssel, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Wenn Ihr Boden bereits einen neutralen oder leicht alkalischen pH-Wert hat, ist eine Kalkung unnötig und kann sogar schädlich sein. Ebenso kann eine reine Nährstoffdüngung ausreichen, wenn keine pH-Wert-Korrektur notwendig ist. Die sorgfältige Prüfung des Bodenzustands ist unerlässlich.

Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme

Auch wenn keine direkten chemischen Reaktionen stattfinden, kann die gleichzeitige Präsenz von Kalk und Dünger im Boden die Aufnahme beeinflussen. Hohe Kalkgaben verändern die Bodenstruktur und können die Aufnahme von Spurenelementen generell erschweren. Wenn Sie unsicher sind, ob die Produkte verträglich sind oder ob Ihr Rasen tatsächlich beides benötigt, ist die getrennte Anwendung mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei bis vier Wochen die sicherere Wahl. Dies gibt dem Kalk die Möglichkeit, sich im Boden zu verteilen und seine Wirkung zu entfalten, bevor die Nährstoffe zugeführt werden.

Nutzen Sie die Informationen auf den Produktverpackungen. Hersteller von Kombiprodukten geben klare Anweisungen, wie und wann diese angewendet werden sollen. Wenn Sie Einzelprodukte mischen, informieren Sie sich über deren spezifische Eigenschaften und potenzielle Wechselwirkungen. Im Zweifel ist es immer besser, auf Nummer sicher zu gehen und die Maßnahmen nacheinander durchzuführen, um die Gesundheit Ihres Rasens langfristig zu gewährleisten.

Was tun, wenn nur eines von beidem benötigt wird?

Die Entscheidung, ob Sie Rasen kalken und düngen gleichzeitig ausführen, hängt maßgeblich vom tatsächlichen Bedarf Ihres Rasens ab. Viele Gärtner neigen dazu, beide Maßnahmen routinemäßig durchzuführen, doch der Boden und die Gräser haben oft spezifischere Anforderungen. Eine separate Betrachtung der Notwendigkeit von Kalkung und Düngung ist daher unerlässlich für eine zielgerichtete Rasenpflege.

Bodenanalyse als Entscheidungsgrundlage

Der wichtigste Schritt, um festzustellen, ob eine Kalkung überhaupt notwendig ist, ist eine Bodenanalyse. Diese können Sie selbst mit einfachen Testkits durchführen oder zur professionellen Analyse an ein Labor schicken. Eine Bodenanalyse liefert präzise Werte über den pH-Wert und die Nährstoffversorgung Ihres Bodens. Ein pH-Wert unter 6,0 deutet auf einen sauren Boden hin, der von einer Kalkung profitieren würde. Liegt der pH-Wert im optimalen Bereich (etwa 6,0-7,0 für die meisten Rasentypen), ist Kalk unnötig und kann sogar schädlich sein.

Nur kalken: Wann und wie?

Wenn die Bodenanalyse einen sauren Boden aufzeigt, aber die Nährstoffwerte noch gut sind, konzentrieren Sie sich auf die reine Kalkung. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Herbst. Dies gibt dem Kalk genügend Zeit, sich im Boden zu verteilen und seine Wirkung zu entfalten, bevor im Frühjahr die Hauptwachstumsperiode beginnt. Verwenden Sie dafür geeigneten Rasenkalk, wie zum Beispiel Calciumcarbonat, das langsam wirkt und das Risiko einer Überkalkung minimiert. Bringen Sie ihn gleichmäßig mit einem Streuwagen aus und wässern Sie anschließend.

Nur düngen: Wann und wie?

Wenn Ihr Boden den optimalen pH-Wert hat, aber an Nährstoffen mangelt, ist eine reine Düngung angesagt. Die Düngeintervalle und Produktwahl hängen von der Jahreszeit ab: Im Frühjahr sind Stickstoff-betonte Dünger für das Wachstum vorteilhaft, im Sommer kann ein Langzeitdünger für gleichmäßige Versorgung sorgen, und im Herbst sind kaliumreiche Dünger wichtig für die Winterhärte. Vermeiden Sie Düngemittel mit hohem Chlorgehalt, da dieser den Rasen schädigen kann.

Die Entscheidung für eine reine Maßnahme spart unnötige Kosten und schont den Rasen. Wenn Sie beispielsweise feststellen, dass Ihr Rasen im Frühjahr lediglich einen Nährstoffschub benötigt und der Boden bereits im pH-Gleichgewicht ist, verzichten Sie auf Kalk. Warten Sie stattdessen bis zum Herbst mit der Kalkung (falls dann noch nötig) oder führen Sie sie erst im nächsten Jahr durch, wenn die Analyse dies erneut nahelegt. So vermeiden Sie eine Überversorgung oder unnötige Bodenveränderungen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie nur kalken, nur düngen oder beides gleichzeitig tun sollen, ist es ratsam, sich an die Ergebnisse einer Bodenanalyse zu halten oder fachmännischen Rat einzuholen. Eine gezielte Pflege, die auf den tatsächlichen Bedürfnissen des Bodens und des Rasens basiert, ist immer effektiver als eine pauschale Anwendung beider Maßnahmen, nur weil sie gleichzeitig möglich ist.

Häufig gestellte Fragen: Rasen kalken und düngen gleichzeitig

Die Frage, ob und wie man Rasen kalken und düngen gleichzeitig angehen kann, wirft oft weitere Unsicherheiten auf. Hier sind Antworten auf die gängigsten Fragen, um Klarheit zu schaffen und Ihnen zu helfen, die beste Entscheidung für Ihren Rasen zu treffen.

FAQ zur kombinierten Rasenpflege

F: Muss ich meinen Rasen kalken und düngen gleichzeitig, um ihn gesund zu halten?

Nein, eine gleichzeitige Anwendung ist nicht zwingend notwendig. Ob Sie kalken und düngen müssen, hängt vom Zustand Ihres Bodens und Rasens ab. Eine Bodenanalyse ist der beste Weg, um Ihren Bedarf zu ermitteln.

F: Welche Vorteile hat die gleichzeitige Ausbringung von Kalk und Dünger?

Der Hauptvorteil ist die Zeitersparnis und die Reduzierung der Arbeitsgänge auf dem Rasen. Es kann auch die Effizienz erhöhen, wenn die Produkte und der Zeitpunkt korrekt gewählt werden.

F: Kann ich einfach jeden Kalk und jeden Dünger zusammen ausbringen?

Nein, das ist nicht ratsam. Nicht alle Produkte sind miteinander kompatibel. Es gibt spezielle Kombiprodukte, oder Sie müssen auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand zwischen den Anwendungen achten.

F: Wann ist der beste Zeitpunkt, um Rasen zu kalken und zu düngen?

Die besten Zeitpunkte für eine kombinierte Anwendung sind das frühe Frühjahr (März/April) und der späte Herbst (Oktober/November), vorausgesetzt, der Boden ist nicht gefroren und die Wetterbedingungen sind günstig.

F: Was passiert, wenn ich Kalk und Dünger falsch kombiniere?

Eine falsche Kombination kann die Wirksamkeit beider Mittel reduzieren oder sogar schädliche Reaktionen hervorrufen, wie z.B. Nährstoffverlust oder Verbrennungen am Rasen.

F: Gibt es spezielle Produkte für die gleichzeitige Ausbringung?

Ja, es gibt Kombinationsprodukte auf dem Markt, die speziell dafür entwickelt wurden, Kalk und Dünger in einem Schritt auszubringen. Achten Sie auf die genaue Produktbezeichnung und Anwendungshinweise.

F: Wie unterscheide ich, ob mein Rasen Kalk oder nur Dünger benötigt?

Eine Bodenanalyse ist der zuverlässigste Weg, um den pH-Wert und den Nährstoffgehalt zu bestimmen. Ein pH-Wert unter 6,0 deutet auf einen Bedarf an Kalk hin, während niedrige Nährstoffwerte eine Düngung erforderlich machen.

Die richtige Pflege basiert immer auf den individuellen Bedürfnissen Ihres Rasens.