Die Saat geht auf: Was Sie vor dem Pflanzen von Rettich wissen müssen

Das Pflanzen von Rettich im eigenen Garten ist ein lohnendes Unterfangen, das mit der richtigen Vorbereitung und Pflege zu einer reichen Ernte frischer, knackiger Knollen führt. Bevor Sie die Samen in die Erde bringen, ist es essenziell, die grundlegenden Bedürfnisse dieser schnellen Wurzelgemüseart zu verstehen. Rettich, ob die kleinen, scharfen Radieschen oder größere, mildere Sorten, bevorzugt lockere, gut durchlässige Böden und liebt die Sonne, verträgt aber auch Halbschatten. Die Bodenvorbereitung ist dabei der erste entscheidende Schritt, um den Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen zu bieten und der Gefahr von Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen.

  • Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
  • Lockern Sie den Boden tiefgründig und entfernen Sie Steine.
  • Prüfen Sie die Bodenvorlieben Ihrer Rettichsorte.
  • Beginnen Sie mit der Aussaat, sobald der Boden frostfrei ist.
  • Frühe und späte Aussaaten verlängern die Erntezeit.

Ein guter Start beginnt oft mit der Auswahl der richtigen Sorte für Ihre Bedürfnisse und Ihren Standort. Von den schnellwachsenden Radieschen, die oft schon nach wenigen Wochen erntereif sind, bis hin zu größeren Sommer- oder Winterrettichen gibt es eine Vielfalt, die den Anbau spannend macht. Berücksichtigen Sie die lokale Klimagegensatz zu ihrem Wachstum. Manche Sorten sind besser an kältere Perioden angepasst, während andere die Wärme des Sommers benötigen. Informieren Sie sich über die spezifischen Anforderungen, die auf der Samenpackung angegeben sind, denn diese sind ein wertvoller Leitfaden für den Erfolg.

Den Boden optimal vorbereiten: Die Grundlage für gesunden Rettich

Die Wurzeln des Rettichs wachsen direkt in den Boden. Darum ist ein tiefgründig gelockerter und steinloser Boden unerlässlich. Schwere, lehmige oder verdichtete Böden führen zu deformierten Wurzeln und erschweren das Wachstum. Arbeiten Sie Kompost oder gut verrotteten Dung ein, um die Bodenstruktur zu verbessern und wichtige Nährstoffe bereitzustellen. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist ideal. Vermeiden Sie frischen Dünger kurz vor der Aussaat, da dieser zu einem nadligen oder holzigen Geschmack führen kann und Krankheiten wie die Kohlhernie begünstigt, die auch Rettich befällt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Fruchtfolge. Bauen Sie Rettich nicht jedes Jahr am selben Platz an, besonders nicht nach oder vor anderen Kreuzblütlern wie Kohl, Brokkoli oder Senf. Dies hilft, die Bodengesundheit zu erhalten und das Risiko von bodenbürtigen Krankheiten zu minimieren. Achten Sie darauf, dass der Boden gut abtrocknet, bevor Sie mit der Aussaat beginnen. Staunässe ist einer der Hauptfeinde des Rettichs und kann zu Wurzelfäule führen, noch bevor die Pflanze richtig Fuß gefasst hat.

Rettich säen: Der richtige Zeitpunkt und die Aussaattechnik

Den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat von Rettich zu wählen, ist entscheidend für eine erfolgreiche Ernte. Radieschen und viele frühe Rettichsorten sind Kaltkeimer und gedeihen am besten in den kühleren Monaten des Frühlings und Herbstes. Die Aussaat kann erfolgen, sobald der Boden frostfrei und bearbeitbar ist, meist ab März/April. Um eine kontinuierliche Ernte zu gewährleisten, können Sie alle zwei bis drei Wochen eine neue Aussaat vornehmen, bis zum Sommer. Ab Ende Juli/Anfang August ist es ratsam, erneut zu säen, um eine Herbsternte zu sichern, da die Pflanzen bei hohen Temperaturen und langen Tagen zum Schossen (Blütenbildung) neigen und dann scharf und holzig werden.

Für die Aussaat ziehen Sie flache Rillen oder kleine Saatlöcher in den vorbereiteten Boden. Die Tiefe der Rille sollte etwa 1 bis 2 cm betragen, je nach Samengröße und Bodenart. Säen Sie die Samen nicht zu dicht. Bei Radieschen empfiehlt sich ein Abstand von 2 bis 3 cm zwischen den Samen in der Reihe, bei größeren Rettichsorten entsprechend mehr. Ein zu dichtes Säen führt zu Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe, was kleinere und schwächere Pflanzen zur Folge hat. Nach dem Säen bedecken Sie die Samen leicht mit Erde und drücken diese sanft an, um einen guten Bodenschluss zu gewährleisten.

Direktsaat im Freiland: So geht's Schritt für Schritt

Das Säen von Rettich erfolgt fast immer direkt im Freiland, da die Pflanzen empfindlich auf ein Umpflanzen reagieren. Der Vorgang ist unkompliziert:

  1. Boden vorbereiten: Lockern Sie den Boden tiefgründig und entfernen Sie alle Unkräuter und Steine.
  2. Rillen ziehen: Ziehen Sie mit einem Pflanzholz oder einer Hacke etwa 1-2 cm tiefe Reihen im gewünschten Abstand (je nach Sorte, ca. 10-30 cm zwischen den Reihen).
  3. Samen verteilen: Legen Sie die Samen mit dem empfohlenen Abstand in die Rillen. Tipp: Für präzisere Aussaat kleine Mengen Samen mit Sand mischen.
  4. Bedecken: Bedecken Sie die Samen locker mit Erde und drücken Sie sie leicht an.
  5. Wässern: Gießen Sie vorsichtig mit einer feinen Brause, um die Samen nicht wegzuschwemmen.

Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Beschaffenheit des Bodens während der Keimung. Halten Sie die Saat gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Ein Austrocknen kann die Keimung verzögern oder verhindern. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, meist nach 5-10 Tagen, ist Geduld gefragt.

Verziehen Sie die Keimlinge frühzeitig, wenn sie zu dicht stehen, um die Entwicklung kräftiger Pflanzen zu fördern.

Pflegeleicht zum Erfolg: Wasser, Licht und Nährstoffe

Nach der erfolgreichen Aussaat und dem ersten Austrieb der jungen Rettichpflänzchen beginnt die Phase der Pflege, die entscheidend für die Entwicklung gesunder und schmackhafter Knollen ist. Obwohl Rettich als relativ pflegeleicht gilt, sind einige Punkte essenziell. Vor allem die Wasserversorgung spielt eine zentrale Rolle. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtig, um Risse in den Knollen und ein vorzeitiges Schossen zu verhindern. Vermeiden Sie sowohl Austrocknung als auch Staunässe. Die Häufigkeit und Menge der Bewässerung hängen vom Wetter, der Bodenart und der Wachstumsphase ab.

Ein ausreichend sonniger Standort ist für die meisten Rettichsorten vorteilhaft, da Licht für die Photosynthese und damit für die Entwicklung der Knollen benötigt wird. Helle Standorte fördern einen kompakten Wuchs und eine gute Farb- und Geschmacksbildung. Zu wenig Licht kann zu dünnen, schwachen Pflanzen und einer verzögerten Knollenbildung führen. Achten Sie darauf, dass Ihre gewählte Kulturfläche genügend Sonnenstunden am Tag erhält, idealerweise mindestens sechs Stunden.

Unkrautbekämpfung und Düngung: Was Rettich wirklich braucht

Regelmäßiges Jäten ist unerlässlich, besonders in der Anfangsphase, wenn die jungen Rettichpflanzen noch zart sind. Unkräuter konkurrieren um Wasser, Licht und Nährstoffe und können das Wachstum der Rettichpflanzen erheblich beeinträchtigen. Da Rettich schnell wächst, ist eine intensive, langwierige Unkrautbekämpfung meist nicht nötig, wenn man von Anfang an aufmerksam ist. Das vorsichtige Anhäufeln von Erde an die Pflanzenstängel kann gleichzeitig Unkräuter unterdrücken und die Knollen etwas vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, was ein Vergrünen der Wurzelköpfe verhindert.

Rettich ist ein Starkzehrer, benötigt aber keine übermäßige Düngung, besonders wenn der Boden gut mit Kompost vorbereitet wurde. Eine zusätzliche Düngung sollte sparsam und bedarfsgerecht erfolgen, um ein übermäßiges Blattwachstum auf Kosten der Wurzelbildung zu vermeiden. Ein ausgewogener Flüssigdünger mit einem ausgewogenen Verhältnis von Stickstoff, Phosphor und Kalium kann in Maßen während der Wachstumsperiode eingesetzt werden. Überdüngen Sie keinesfalls mit Stickstoff, denn das führt zu übermäßigem Blattwuchs und beeinträchtigt die Qualität der Knollen und fördert Krankheiten wie die Kohlhernie.

Mulchen Sie die Fläche um die Rettichpflanzen mit einer dünnen Schicht organischem Material, um die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken, aber vermeiden Sie direkten Kontakt mit den Stängeln.

Schädlings- und Krankheitsmanagement bei Rettich

Auch wenn Rettich zu den robusteren Gemüsesorten gehört, kann er von Schädlingen und Krankheiten heimgesucht werden. Eine proaktive Herangehensweise und das schnelle Erkennen von Problemen sind der Schlüssel, um die Ernte zu retten. Einer der häufigsten Schädlinge ist die Erdflöhe. Diese kleinen Käfer hinterlassen charakteristische kleine Löcher in den Blättern, die bei jungem Gemüse wie Radieschen und Rettich zu erheblichen Schäden führen können. Sie sind besonders aktiv bei trockenem Wetter.

Ein weiterer potenzieller Feind sind die Larven der Kohlfliege. Diese bohren sich in die Wurzeln und Knollen und verursachen Fraßschäden. Sie sind oft schwer zu bekämpfen, sobald sie in die Knolle eingedrungen sind. Auch Blattläuse können sich auf den Blättern ansiedeln, besonders bei trockener Witterung, und den Saft der Pflanze saugen.

Vorbeugung ist besser als Heilung: Strategien für gesunde Pflanzen

Die beste Strategie gegen Schädlinge und Krankheiten ist die Vorbeugung. Eine gute Bodengesundheit, die richtige Fruchtfolge und die Wahl resistenter Sorten sind hierbei entscheidend. Achten Sie darauf, Ihren Rettich nicht nach oder vor anderen Kreuzblütlern anzubauen, da sie anfällig für ähnliche Krankheiten und Schädlinge sind. Eine tiefe Bodenlockerung und das Einbringen von Kompost verbessern die Bodengesundheit und widerstandsfähigkeit der Pflanzen.

Um Erdflöhe abzuschrecken, kann ein engmaschiges Kulturnetz helfen, die Pflanzen ab dem Zeitpunkt der Aussaat zu schützen. Die frühzeitige und dichte Aussaat, gefolgt von einem schnellen Verziehen, kann dazu beitragen, dass die Pflanzen schnell eine Größe erreichen, die sie widerstandsfähiger gegen Erdflöhe macht. Die Kultivierung im kühleren Frühjahr und Herbst reduziert ebenfalls den Befallsdruck, da die Erdflöhe bei kühleren Temperaturen weniger aktiv sind.

Bei einem Befall mit Blattläusen können stark befallene Blätter entfernt oder mit einem starken Wasserstrahl abgespült werden. Alternativ kann eine Behandlung mit einer natürlichen Seifenlauge oder Rapsöl-basierten Spritzmitteln Abhilfe schaffen. Bei der Kohlhernie, einer Pilzkrankheit, die zu wulstigen Wucherungen an den Wurzeln führt, ist Vorbeugung die einzige Möglichkeit. Ein konsequenter Anbau auf gut durchlüfteten, kalkhaltigen Böden und die strikte Einhaltung der Fruchtfolge sind hierbei am wirksamsten.

Der Schlüssel zu gesundem Rettich liegt in der Sorgfalt bei der Bodenvorbereitung und der Beachtung der Fruchtfolge, um Krankheiten und Schädlingen den Nährboden zu entziehen.

Rettich ernten: Der richtige Zeitpunkt für maximale Frische

Der Moment der Ernte ist der Höhepunkt der Mühe und Belohnung für jeden Gärtner. Rettich ist bekannt für seine Schnelligkeit; viele Sorten sind bereits 3-6 Wochen nach der Aussaat erntereif. Der entscheidende Indikator für die Reife ist die Größe der Knolle, die die empfohlene Endgröße der jeweiligen Sorte erreicht hat. Achten Sie darauf, die Pflanzen nicht zu lange im Beet zu lassen, da überreife Rettiche schnell holzig, faserig oder pelzig werden und ihren angenehmen, knackigen Biss verlieren.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass der Rettich bereit zur Ernte ist, ist die sichtbare Verdickung über der Bodenoberfläche. Wenn sich der obere Teil der Knolle abzeichnet und die angestrebte Größe erreicht hat, ist es Zeit. Die Faustregel ist: Lieber etwas zu früh als zu spät ernten. Die Ernte sollte an einem trockenen Tag erfolgen, damit die Knollen gut lagerfähig sind und weniger anfällig für Fäulnis.

Erntetechniken: So holen Sie das Beste aus Ihrem Rettich

Das Ernten von Rettich ist in der Regel unkompliziert. Säubern Sie vorsichtig die Erde rund um die Knolle, um die Größe und Form zu beurteilen. Greifen Sie die Blätter nahe am Wurzelansatz und ziehen Sie die Knolle mit einer leichten Drehbewegung aus dem Boden. Wenn sich die Knolle fester im Boden befindet, kann es hilfreich sein, sie vorsichtig mit einer kleinen Grabegabel oder einem Spaten zu lockern, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.

Entfernen Sie nach der Ernte die Blätter knapp über der Knolle, aber lassen Sie einen kleinen Stielansatz stehen, um die Lagerfähigkeit zu verbessern. Waschen Sie die Knollen gründlich, bevor Sie sie lagern oder verzehren. Lagern Sie Rettich im Kühlschrank, idealerweise in ein feuchtes Tuch eingeschlagen oder in einer perforierten Plastiktüte, um ein Austrocknen zu verhindern. So behält er seine Frische und Knackigkeit für einige Tage bis Wochen, je nach Sorte.

Prüfen Sie regelmäßig die Größe der Knollen, indem Sie vorsichtig an der Pflanze rütteln oder die Erde an einer Stelle etwas abtragen, um den optimalen Erntezeitpunkt nicht zu verpassen.

Verarbeitung und Lagerung: Den Geschmack bewahren

Nach der Ernte entfaltet Rettich sein volles kulinarisches Potenzial. Ob roh als scharfer Snack, in Salaten, als Beilage zu deftigen Gerichten oder als Zutat in Suppen und Eintöpfen – seine Vielseitigkeit ist beeindruckend. Der typische, leicht scharfe Geschmack entsteht durch Senfölglykoside, die je nach Sorte und Wachstumsbedingungen variieren. Radieschen sind meist schärfer als größere Rettichsorten, die oft mildere, nussige Aromen entwickeln.

Bevor Sie den Rettich verarbeiten, ist eine gründliche Reinigung unerlässlich. Waschen Sie die Knollen unter fließendem kaltem Wasser und bürsten Sie Schmutz vorsichtig ab. Bei größeren Rettichen kann es ratsam sein, die Schale zu entfernen, besonders wenn sie etwas ledrig geworden ist. Bei jungen Radieschen ist die Schale meist zart genug zum Verzehr. Schneiden Sie die Spitzen und Wurzelenden ab, bevor Sie die Knolle in Scheiben, Stifte oder Würfel schneiden.

Tipps zur Lagerung: Länger Freude an der Ernte

Die richtige Lagerung ist entscheidend, um die Frische und Knackigkeit des geernteten Rettichs zu bewahren. Frisch aus dem Beet schmeckt er am besten, aber mit der richtigen Methode können Sie ihn auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wickeln Sie den ungewaschenen Rettich in ein feuchtes Küchentuch oder legen Sie ihn in eine perforierte Plastiktüte. Dies hilft, die Feuchtigkeit zu bewahren und ein Austrocknen zu verhindern. Achten Sie darauf, dass die Lagerung kühl und dunkel erfolgt.

Waschen Sie Rettich erst unmittelbar vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung. Eingeschlagene oder verpackte Knollen sollten regelmäßig auf Anzeichen von Verderb kontrolliert werden. Wenn Sie größere Mengen Rettich haben oder ihn länger lagern möchten, ist das Einlegen in Essig oder das Fermentieren eine ausgezeichnete Methode, um ihn haltbar zu machen und neue Geschmackserlebnisse zu kreieren.

Vergessen Sie nicht die Blätter: Die grünen Blätter von Rettich sind essbar und reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie können ähnlich wie Spinat zubereitet oder in Smoothies verwendet werden. Achten Sie aber darauf, dass diese Blätter schnell welken, also am besten direkt nach der Ernte verarbeiten.

Häufige Probleme und ihre Lösungen im Rettichanbau

Selbst bei guter Pflege können im Rettichanbau unerwartete Probleme auftreten. Das Wissen um die häufigsten Schwierigkeiten und deren Ursachen hilft, schnell und effektiv gegenzusteuern. Eines der frustrierendsten Probleme ist das Schossen, bei dem die Pflanzen zu früh Blüten und Samen bilden, anstatt eine pralle Knolle auszubilden. Dies wird meist durch Trockenstress, Temperaturschwankungen oder zu lange Tage (besonders im Hochsommer) verursacht.

Ein weiteres häufiges Problem sind bittere oder scharfe Rettiche. Dies ist oft eine Folge von ungleichmäßiger Wasserversorgung, zu geringen Nährstoffen, zu heißem Wetter oder dem Anbau von Sorten, die von Natur aus schärfer sind. Auch eine Bodenverdichtung kann dazu führen, dass die Wurzeln keine gleichmäßige Form entwickeln, was zu irregulären, oft spitzen oder vergabelten Knollen führt.

Ursachenforschung bei scharfem oder bitterem Geschmack

Der scharfe Geschmack von Rettich stammt von Senfölglykosiden. Wenn diese sich zu schnell entwickeln oder konzentriert werden, kann der Rettich unangenehm beißen. Eine zu langsame Wachstumsphase, bedingt durch Kälte, Nährstoffmangel oder ungünstige Bodenbedingungen, führt zu einer höheren Konzentration dieser Verbindungen. Umgekehrt kann ein zu schnelles Wachstum bei Hitze oder durch Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff, ebenfalls zu einem bitteren oder holzigen Geschmack beitragen.

Um diesen Problemen vorzubeugen, ist eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen während der gesamten Wachstumsperiode entscheidend. Wählen Sie Sorten, die für ihre milden oder süßlichen Aromen bekannt sind, wenn Sie empfindlich auf Schärfe reagieren. Die Aussaat zur richtigen Zeit, also im Frühjahr oder Herbst, und die Vermeidung von Wachstumsunterbrechungen sind ebenfalls wichtige Faktoren für einen ausgeglichenen Geschmack. Eine gute Bodenlockerung und die Vermeidung von Staunässe unterstützen ein gleichmäßiges Wurzelwachstum.

Achten Sie auf gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit durch regelmäßiges Gießen, besonders in trockenen Perioden, um Risse und Schärfe zu minimieren.

Rettich-Sorten für jeden Geschmack und Garten

Die Welt des Rettichs ist vielfältig und bietet für jeden Geschmack und jede Gartensituation die passende Sorte. Von kleinen, runden Radieschen, die oft in Salaten landen, bis hin zu großen, länglichen Winterrettichen, die sich gut lagern lassen, ist für Abwechslung gesorgt. Die Wahl der richtigen Sorte ist oft der Schlüssel zum Erfolg und hängt von Ihren persönlichen Vorlieben, der Jahreszeit und den örtlichen Gegebenheiten ab. Jede Sorte hat ihre eigenen Charakteristika hinsichtlich Größe, Form, Farbe, Geschmack und Wachstumszeit.

Für den schnellen Genuss im Frühling und Herbst eignen sich die kleinen, runden Radieschen wie 'Saxa' oder 'Cherry Belle'. Diese sind oft bereits nach 25-30 Tagen erntereif und bieten eine angenehme Schärfe. Wenn Sie es milder mögen oder eine längere Wachstumszeit in Kauf nehmen, sind Sommerrettiche wie der 'Münchner Bier' oder 'Zlata' eine gute Wahl. Sie werden größer und sind oft weniger scharf. Für die Lagerung im Winter eignen sich Sorten wie der schwarze oder der Daikon-Rettich, die eine längere Kulturdauer haben, aber bei richtiger Lagerung den ganzen Winter über Freude bereiten können.

Vielfalt auf dem Teller: Die Bandbreite der Retticharten

Die Unterscheidung zwischen Radieschen und Rettich ist oft fließend, wobei Radieschen typischerweise kleiner und schneller wachsend sind, während Rettiche größer, schärfer und oft mit längeren Wachstumszeiten daherkommen. Der klassische Radieschen-Optik-Klassiker ist rot mit weißer Spitze, aber es gibt auch Sorten mit weißer, rosa oder violetter Haut.

Die Vielfalt setzt sich fort bei den Sommerrettichen, die oft weiß sind und eine walzenförmige Gestalt haben. Sie haben einen milderen Geschmack als die oft schärferen, aber ebenfalls sehr beliebten Winterrettiche. Der schwarze Winterrettich ist bekannt für seine kräftige Schärfe und seine Fähigkeit zur längeren Lagerung, während der Daikon-Rettich (auch Rettich oder Mooli genannt) eine riesige weiße Wurzel ausbildet, die in der asiatischen Küche weit verbreitet ist und einen milderen, leicht süßlichen Geschmack besitzt. Bei der Auswahl sollten Sie immer die Angaben auf der Samenpackung beachten, diese gibt Auskunft über die typische Wachstumszeit, die Reife, die Frosthärte und den Geschmack.

Die Anpassungsfähigkeit von Rettich ermöglicht es, ihn fast das ganze Jahr über anzubauen, wenn man die richtige Sorte für die richtige Jahreszeit wählt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Rettich pflanzen

Hier finden Sie Antworten auf die gängigsten Fragen rund um das Pflanzen, Pflegen und Ernten von Rettich. Ob Sie Anfänger sind oder bereits Erfahrung im Gärtnern haben, diese Tipps helfen Ihnen, Ihre Rettichkultur erfolgreich zu gestalten.

Was ist der beste Zeitpunkt, um Rettich zu pflanzen?
Die beste Pflanzzeit für die meisten Radieschen und frühen Rettichsorten ist im Frühjahr, sobald der Boden frostfrei ist (etwa ab März/April). Eine weitere Aussaat ist ab Spätsommer/Frühherbst möglich. Vermeiden Sie die Aussaat im Hochsommer bei langen Tagen und großer Hitze, da dies zum Schossen führt.

Wie oft muss ich Rettich gießen?
Rettich benötigt gleichmäßige Feuchtigkeit. Gießen Sie regelmäßig, besonders bei Trockenheit. Der Boden sollte stets leicht feucht, aber nicht nass sein. Staunässe kann Wurzelfäule verursachen.

Warum werden meine Rettiche scharf oder holzig?
Scharfer oder holziger Rettich ist oft die Folge von ungleichmäßiger Wasserversorgung, zu wenig Nährstoffen, Trockenstress oder zu schnellem Wachstum durch Hitze. Auch zu lange Tage im Sommer begünstigen dieses Problem. Wählen Sie pflegeleichte Sorten und halten Sie die Wachstumsbedingungen stabil.

Kann ich Rettich in Töpfen auf dem Balkon pflanzen?
Ja, Rettich und insbesondere Radieschen eignen sich hervorragend für den Anbau in Töpfen oder Balkonkästen. Achten Sie auf ausreichend tiefe Behälter, gute Drainage und regelmäßiges Gießen.

Wie weit muss ich die Rettichsamen auseinander pflanzen?
Für Radieschen beträgt der empfohlene Abstand etwa 2-3 cm in der Reihe. Größere Rettichsorten benötigen mehr Platz, meist 5-10 cm Abstand. Ein zu dichtes Säen führt zu schwachen Pflanzen und kleinen Knollen.

Wie erkenne ich, ob der Rettich reif ist?
Reife ist erreicht, wenn die Knollen die typische Größe der Sorte erreicht haben. Oft wölbt sich der obere Teil der Knolle leicht über die Erde. Lieber etwas zu früh als zu spät ernten, um holzige Qualität zu vermeiden.

Was sind die häufigsten Schädlinge bei Rettich?
Erdflöhe sind die häufigsten Schädlinge, erkennbar an kleinen Lochfraßspuren in den Blättern. Auch Larven der Kohlfliege können die Wurzeln befallen. Der Einsatz von Kulturschutznetzen und Fruchtfolge ist empfehlenswert.