Warum Rhabarberpflege nach der Ernte so wichtig ist
Nachdem die letzten saftigen Stiele geerntet sind und die Saison langsam zu Ende geht, beginnt für Ihren Rhabarber eine entscheidende Phase. Viele Gartenfreunde denken, die Arbeit sei getan, sobald die Erntezeit vorbei ist. Doch gerade jetzt legt die Pflanze die Grundlage für ihren Erfolg im kommenden Jahr. Ignorieren Sie die Rhabarberpflege nach der Ernte, riskieren Sie schwächere Triebe, geringere Erträge und im schlimmsten Fall eine geschwächte Pflanze, die anfälliger für Krankheiten und Schädlinge wird.
Der Rhabarber ist eine ausdauernde Staude, die über viele Jahre hinweg Ernte bringen soll. Die Energie, die er nach der Haupternte in seine Wurzeln und sein Blattwerk investiert, ist essenziell für die Speicherung von Nährstoffen und die Erholung von der anstrengenden Wachstums- und Fruchtphase. Eine gut gepflegte Pflanze im Spätsommer und Herbst entwickelt kräftige Knospen, die im nächsten Frühjahr zu den begehrten Stielen heranwachsen. Vernachlässigung in dieser Phase führt dazu, dass die Pflanze ihre Reserven nicht auffüllen kann, was sich direkt auf die Qualität und Menge der Ernte im nächsten Jahr auswirkt.
Die entscheidende Botschaft lautet: Sehen Sie die Zeit nach der Ernte nicht als Ende, sondern als strategische Vorbereitung für die Zukunft. Indem Sie die richtigen Schritte unternehmen, stellen Sie sicher, dass Ihre Rhabarberpflanze robust bleibt und Ihnen auch in den folgenden Jahren Freude bereitet.
- Sofortige Erholung der Pflanze nach der Ernte.
- Speicherung von Nährstoffen für das nächste Jahr.
- Stärkung der Pflanze gegen Krankheiten und Schädlinge.
- Sicherstellung kräftiger Triebe im kommenden Frühjahr.
- Langfristige Vitalität und Ertragsfähigkeit der Staude.
Häufige Fehler bei der Rhabarberpflege nach der Ernte
Viele Gärtner machen nach der Rhabarberernte ungewollt Fehler, die sich negativ auf die Pflanze auswirken. Einer der größten Irrtümer ist die Annahme, die Pflanze benötige nun keine Aufmerksamkeit mehr. Dies führt dazu, dass die Pflanze auslaugerequiert und geschwächt wird, weil sie keine Zeit hat, sich zu regenerieren und neue Energiereserven aufzubauen. Ein weiterer Fehler ist das zu späte oder gar keine Entfernen von Fruchtständen oder Samenständen, falls die Pflanze doch noch blüht. Diese Blüten kosten die Pflanze wertvolle Energie, die sie stattdessen in die Wurzelbildung und die Vorbereitung auf den Winter stecken sollte.
Auch das falsche Gießen spielt eine Rolle. Manche Gärtner gießen nach der Ernte im Glauben, die Pflanze brauche viel Wasser, vergessen aber, dass stehende Nässe im Herbst schädlich sein kann und zu Wurzelfäule führt. Andere stellen das Gießen komplett ein, was bei anhaltender Trockenheit ebenfalls problematisch ist. Die richtige Balance ist hier entscheidend.
Ein kritischer Punkt ist zudem das unsachgemäße Zurückschneiden der Blätter. Viele schneiden die gesamte Pflanze bodennah ab, sobald die Ernte vorbei ist. Das ist ein gravierender Fehler, denn die Blätter sind bis zum natürlichen Einziehen für die Photosynthese und damit für die Nährstoffspeicherung zuständig. Werden sie zu früh entfernt, wird dieser Prozess unterbrochen.
Der Irrtum der vollständigen Ruhephase
Die Natur kennt keine plötzliche Ruhephase für eine ausdauernde Pflanze wie Rhabarber. Nach der Ernte benötigt die Pflanze Zeit, um sich von den Strapazen zu erholen. Ihre Blätter sind bis zum natürlichen Absterben im Herbst wichtig. Sie fangen Sonnenlicht ein und wandeln es in Zucker um, der dann in die Wurzeln transportiert wird. Wenn Sie die Blätter zu früh entfernen, rauben Sie der Pflanze diese lebenswichtige Funktion und schwächen sie für die kommende Saison.
Das Problem der fehlenden Nährstoffzufuhr
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Unterlassen einer leichten Düngung nach der Ernte. Der Rhabarber hat im Frühjahr und Sommer viele Nährstoffe verbraucht, um die Stiele zu bilden und das üppige Blattwerk zu versorgen. Ohne eine moderate Zufuhr kann er seine Speicher nicht wieder auffüllen. Dies wird oft übersehen, da der Fokus meist auf der Frühjahrsdüngung liegt.
Fruchtstände ignorieren: Ein Energie-Fresser
Wenn Ihr Rhabarber trotz Erntezeit noch Blüten- oder Samenstände ausbildet, ist es ein häufiger Fehler, diese einfach wachsen zu lassen. Die Samenbildung ist ein enorm energieaufwendiger Prozess. Jede verbrauchte Energie für die Samenproduktion steht der Pflanze nicht mehr für die Stärkung ihrer Wurzeln und die Vorbereitung auf den Winter zur Verfügung. Ein Rhabarber, der blüht, ist nicht zwangsläufig schlecht für den Verzehr, aber die Blütenbildung schwächt die Pflanze erheblich für das nächste Jahr.
Warum die richtige Nachernte-Pflege den Unterschied macht
Die Erholung nach der Ernte ist für den Rhabarber eine Phase des „Aufladens“. Seine Energie muss nun primär in die Entwicklung eines starken Wurzelsystems und in die Speicherung von Kohlenhydraten für das nächste Frühjahr fließen. Ein gut entwickeltes Wurzelsystem verankert die Pflanze fest im Boden und sorgt für eine bessere Wasser- und Nährstoffaufnahme, besonders in trockenen Perioden. Die gespeicherten Reserven sind der Schlüssel dafür, dass die Pflanze im nächsten Frühjahr schnell austreiben und kräftige, gesunde Stiele produzieren kann, ohne aufgebrauchte Reserven zurückgreifen zu müssen.
Darüber hinaus ist die richtige Pflege nach der Ernte ein präventiver Schutz. Eine kräftige, vitale Pflanze ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Pilzinfektionen oder Befall durch Schädlinge sind oft ein Zeichen von Schwäche. Indem Sie die Pflanze durch gezielte Maßnahmen stärken, minimieren Sie das Risiko, dass sie im nächsten Jahr Probleme bekommt. Dies ist besonders wichtig für ältere Pflanzen, die natürliche Alterungserscheinungen zeigen könnten, oder für Pflanzen, die in einem ungünstigen Mikroklima stehen.
Denken Sie daran: Der Rhabarber ist eine ausdauernde Staude, die bei guter Pflege viele Jahrzehnte alt werden kann. Jeder Schritt, den Sie jetzt unternehmen, zahlt sich über Jahre hinweg aus. Es ist eine Investition in die Langlebigkeit und Produktivität Ihres Gemüsebeets. Ein gesunder Rhabarber bedeutet nicht nur mehr Ernte, sondern auch weniger Aufwand und Sorgen in den folgenden Jahren. Die Natur gibt Ihnen nur zurück, was Sie ihr zuvor in der richtigen Weise gegeben haben.
Schritt für Schritt: Rhabarber richtig pflegen nach der Ernte
Die Pflege Ihres Rhabarbers nach der Haupternte ist kein komplexer Vorgang, erfordert aber präzise Handgriffe. Konzentrieren Sie sich auf die Erholung der Pflanze und die Vorbereitung auf den Winter. Das Ziel ist, der Pflanze zu ermöglichen, Energie zu speichern und sich zu regenerieren, ohne sie unnötig zu belasten.
1. Blätter nur bei Bedarf und korrekt entfernen
Sobald die Erntezeit vorbei ist – idealerweise gegen Ende Juni oder Anfang Juli – sollten Sie keine neuen Stiele mehr ernten. Die Pflanze benötigt nun ihre Energie für die Blätter, um Nährstoffe für die Wurzeln anzulegen. Lassen Sie die Blätter so lange wie möglich stehen, bis sie im Herbst von selbst welken oder vergilben. Wenn die Blätter im Spätsommer oder Frühherbst beginnen, unansehnlich zu werden oder Krankheitsanzeichen zeigen (wie Braunfleckenkrankheit), können Sie sie vorsichtig entfernen. Schneiden Sie die Blattstiele mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere nahe am Boden ab. Achten Sie darauf, nicht die neuen Knospen zu beschädigen, die sich für das nächste Jahr bilden. Das Entfernen von welken Blättern hilft auch, mögliche Krankheitserreger zu reduzieren, die sonst überwintern könnten.
2. Blütenstände und Samenstände konsequent entfernen
Sollte Ihr Rhabarber auch nach der Haupternte noch Blütenstände bilden, ist es wichtig, diese umgehend zu entfernen. Schneiden Sie den gesamten Blütenstiel so tief wie möglich ab. Diese Blüten und die darauf folgenden Samen kosten die Pflanze extrem viel Energie, die sie dringend für ihre Regeneration und die Vorbereitung auf den Winter benötigt. Ein Rhabarber, der seine Energie in die Samenbildung steckt, schwächt sich erheblich für das nächste Jahr und wird im Folgejahr weniger ertragreich sein. Sehen Sie die Entfernung von Blütenständen als eine Form der Erhaltungspflege, die die Vitalität Ihrer Pflanze sichert.
3. Leichte Düngung im Spätsommer
Nach der Ernte und wenn die Pflanze begonnen hat, sich zu erholen, ist ein guter Zeitpunkt für eine leichte Nachdüngung. Verwenden Sie hierfür organische Dünger wie gut verrotteten Kompost oder reifen Stallmist. Verteilen Sie eine Schicht von etwa 2-5 cm Dicke um die Basis der Pflanze herum. Vermeiden Sie eine zu üppige Düngung, insbesondere mit Stickstoff, da dies zu einem späten, frostempfindlichen Wachstum führen könnte. Eine mäßige Zufuhr von Nährstoffen unterstützt die Pflanze bei der Einlagerung von Reserven für den Winter und das kommende Frühjahr. Diese Nährstoffe werden langsam freigesetzt und stehen der Pflanze im Herbst und im frühen Frühjahr zur Verfügung, bevor die Hauptwachstumsphase beginnt. Achten Sie darauf, den Dünger nicht direkt an den Staudenansatz zu legen, sondern einige Zentimeter Abstand zu halten.
4. Moderates Wässern und Mulchen
Auch nach der Ernte benötigt Rhabarber Feuchtigkeit, aber Staunässe ist zu vermeiden. Gießen Sie nur, wenn der Boden über längere Zeit trocken ist, und zwar durchdringend, aber selten. Einmal gut durchfeuchtet ist besser als mehrmals oberflächlich. Dies regt die Wurzeln an, tiefer in den Boden zu wachsen, was die Pflanze widerstandsfähiger gegen Trockenheit macht. Eine Schicht Mulch, wie zum Beispiel Kompost oder Rasenschnitt, um die Basis der Pflanze herum hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und gleichzeitig Unkraut zu unterdrücken. Der Mulch schützt auch den Boden vor extremen Temperaturschwankungen und trägt zur Bodenverbesserung bei, wenn er verrottet. Stellen Sie sicher, dass der Mulch nicht direkt am Staudenstamm anliegt, um Fäulnis zu vermeiden.
5. Vorbereitung auf den Winter
Wenn die Blätter im Herbst vollständig welken und absterben, können Sie die Reste bodennah abschneiden, falls Sie dies nicht bereits getan haben. Dies ist ein klarer Indikator dafür, dass die Pflanze in die Winterruhe übergeht. Eine zusätzliche Abdeckung mit einer dicken Schicht Kompost oder Laub kann die Wurzeln zusätzlich vor starken Frösten schützen, insbesondere in Regionen mit sehr kalten Wintern oder bei jungen Pflanzen. Diese Schicht dient als natürlicher Frostschutz und versorgt den Boden zusätzlich mit organischem Material, wenn sie im Frühjahr eingearbeitet wird. Achten Sie darauf, dass die Abdeckung locker ist, um die Luftzirkulation nicht zu behindern.
Warum Rhabarber düngen nach der Ernte? Die richtige Nährstoffversorgung
Die Frage, ob und wann Rhabarber nach der Ernte gedüngt werden soll, beschäftigt viele Hobbygärtner. Die klare Antwort ist: Ja, eine moderate Nachdüngung im Spätsommer ist essenziell, um die Pflanze für das nächste Jahr zu stärken. Während der Hauptwachstums- und Erntezeit hat der Rhabarber erhebliche Mengen an Nährstoffen verbraucht, um die stetig wachsenden Stiele und das üppige Blattwerk zu versorgen. Diese Nährstoffdepots müssen nun wieder aufgefüllt werden, damit die Pflanze über den Winter kommt und im Frühjahr mit voller Kraft austreiben kann.
Das Problem bei der Nachernte-Düngung ist nicht, ob gedüngt wird, sondern wie und womit. Eine zu starke Düngung, insbesondere mit einem hohen Stickstoffanteil, könnte die Pflanze zu einem späten, weichen Austrieb anregen, der nicht mehr winterhart ist und erfrieren könnte. Daher sind organische, langsam wirkende Dünger die beste Wahl. Sie versorgen die Pflanze kontinuierlich mit Nährstoffen, ohne sie zu überfordern. Gut verrotteter Kompost ist hierfür ideal. Er verbessert zudem die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und speichert Feuchtigkeit. Auch eine leichte Gabe von gut abgelagertem Stallmist oder spezielle Beerendünger, die auf die Bedürfnisse von Starkzehrern abgestimmt sind, sind geeignet.
Die Düngung dient nicht nur der direkten Nährstoffversorgung, sondern auch der Verbesserung der Bodenqualität. Kompost bringt wertvolle organische Substanz ein, die Humus aufbaut. Humus verbessert die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und die Belüftung. Dies alles trägt dazu bei, dass die Rhabarberpflanze vital bleibt und auch Perioden von Trockenheit oder Nässe besser übersteht. Eine gesunde Bodengesundheit ist die Basis für eine gesunde und ertragreiche Pflanze.
Verteilen Sie den Kompost oder Mist locker um den Wurzelbereich der Pflanze, aber vermeiden Sie direkten Kontakt mit den Staudenstängeln, um Fäulnis vorzubeugen.
Wasser und Mulch: Das Geheimnis für gesunde Rhabarber-Wurzeln
Die Versorgung mit Wasser und eine gute Mulchschicht sind nach der Ernte entscheidend für die Wurzelgesundheit des Rhabarbers. Während der Wachstums- und Erntephase hat die Pflanze viel Wasser benötigt, um die stielbildende Masse zu erzeugen. Nun, da die Hauptaktivität nachlässt, ist es wichtig, die Erde feucht, aber nicht nass zu halten. Dies bedeutet, dass Sie nur dann gießen sollten, wenn der Boden merklich abtrocknet.
Eine durchdringende, aber seltene Bewässerung ist effektiver als häufiges oberflächliches Gießen. Sie regt die Wurzeln an, tiefer in den Boden zu wachsen, wo sie auf stabilere Feuchtigkeitsquellen stoßen und besser vor Austrocknung geschützt sind. Dies ist besonders wichtig, da die Pflanze ihre Reserven für das kommende Jahr aufbauen muss. Wenn die Wurzeln tief genug sind, kann die Pflanze auch trockene Perioden im Herbst besser überstehen, ohne zu viel Stress.
Die Mulchschicht, die Sie nach der Ernte aufbringen, hat mehrere Funktionen. Sie hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, indem sie die Verdunstung reduziert. Gleichzeitig unterdrückt sie das Wachstum von Unkräutern, die mit dem Rhabarber um Wasser und Nährstoffe konkurrieren würden. Darüber hinaus schützt eine dicke Mulchschicht den Boden vor extremen Temperaturschwankungen – sie isoliert im Herbst gegen frühe Fröste und hält den Boden im Frühjahr länger feucht. Mit der Zeit verrottet der organische Mulch und liefert wertvolle Nährstoffe und verbessert die Bodenstruktur. Verwenden Sie für den Mulch gut verrotteten Kompost, Laub oder auch Rindenmulch, solange er nicht zu sauer ist. Achten Sie darauf, dass der Mulch nicht direkt an den Staudenstamm angelegt wird, um Fäulnis zu vermeiden.
Die Wurzeln sind das Fundament jeder Pflanze; ihre Pflege nach der Ernte sichert die Stabilität und Vitalität für die Zukunft.Wann ist der beste Zeitpunkt für die Nachernte-Pflege?
Der ideale Zeitpunkt für die Rhabarberpflege nach der Ernte ist direkt nach Abschluss der Haupternte, typischerweise im späten Frühsommer, also etwa im Juli. Zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze ihre produktivste Phase hinter sich und beginnt, ihre Energiereserven wieder aufzufüllen. Es ist wichtig, diese Phase nicht zu verschlafen, da die Pflanze sonst geschwächt in den Herbst und Winter geht.
Beginnen Sie damit, alle eventuell noch wachsenden Frucht- oder Samenstände zu entfernen. Diese kosten die Pflanze unnötig Kraft, die sie für die Regeneration braucht. Geben Sie der Pflanze danach Zeit, sich zu erholen, bevor Sie mit weiteren Pflegemaßnahmen wie Düngung und Mulchen beginnen. Idealerweise sollte dies geschehen, solange die Blätter noch grün und aktiv sind, um die Nährstoffaufnahme und -speicherung zu maximieren. Das bedeutet, dass die grundlegenden Schritte – Entfernen von Blütenständen, sanftes Wässern bei Bedarf, und das Ausbringen von Kompost – schon im Juli oder August erfolgen sollten.
Das Zurückschneiden der Blätter sollte erst dann erfolgen, wenn sie im Herbst natürlich vergilben oder absterben. Ein vorzeitiger Schnitt raubt der Pflanze die Möglichkeit, Photosynthese zu betreiben und Nährstoffe in die Wurzeln einzulagern. Die endgültige Bodenvorbereitung für den Winter, wie das Entfernen von abgestorbenen Blättern (falls nicht schon geschehen) und eine leichte Abdeckung mit Mulch oder Laub, findet dann im Spätherbst statt, wenn die Pflanze in die Winterruhe übergeht. Die frühzeitige Ausführung der Pflegeschritte im Sommer und Spätsommer ermöglicht der Pflanze, sich optimal auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.
Rhabarber schneiden nach der Ernte: Was ist zu beachten?
Das richtige Schneiden von Rhabarber nach der Ernte betrifft hauptsächlich zwei Aspekte: das Entfernen von Blütenständen und das spätere Zurückschneiden der Blätter. Es ist ein häufiger Irrtum zu glauben, man müsse die gesamte Pflanze nach der Ernte zurückschneiden. Das Gegenteil ist der Fall: Die Blätter sind essenziell für die Erholung und Speicherung von Energie.
Blütenstände und Samenansätze
Wenn Ihre Rhabarberpflanze nach der Haupternte beginnt, Blütenstände zu bilden, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass sie ihre Energie in die Fortpflanzung steckt, anstatt in die Regeneration der Wurzeln. Diese Blütenstände – lange, aufrechte Stiele, die sich nach oben verzweigen und oft Blütenrispen tragen – saugen der Pflanze wertvolle Nährstoffe. Sie sollten daher so früh wie möglich, sobald Sie sie entdecken, mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere bodennah abgeschnitten werden. Tun Sie dies behutsam, um die darunter liegenden Knospen, aus denen im nächsten Jahr neue Stiele wachsen, nicht zu beschädigen.
Die Blätter: Nicht zu früh entfernen
Einer der größten Fehler in der Rhabarberpflege nach der Ernte ist das zu frühe Abschneiden der Blätter. Die großen, kräftigen Blätter sind bis zum natürlichen Vergilben oder Einziehen im Herbst für die Photosynthese verantwortlich. Sie produzieren Zucker, der in die Wurzeln transportiert und dort gespeichert wird. Diese gespeicherten Energiereserven sind ausschlaggebend für die Vitalität und Ertragsfähigkeit der Pflanze im folgenden Frühjahr. Warten Sie, bis die Blätter von selbst welken oder zumindest einen Großteil ihrer grünen Farbe verloren haben. Erst dann, im späten Herbst, können Sie die vergilbten oder abgestorbenen Blätter bodennah abschneiden. Dies erleichtert auch die Winterabdeckung und reduziert das Risiko von Krankheitsübertragungen.
Der Schnitt im Herbst sollte mit einem sauberen, scharfen Werkzeug erfolgen. Die abgeschnittenen Blätter können Sie kompostieren, sofern sie nicht von Krankheiten befallen waren. Achten Sie darauf, dass beim Abschneiden der Blattstiele keine Wunden entstehen, die tief in das Herz der Pflanze reichen, da dies die Austriebsknospen beschädigen könnte. Das Ziel ist, die Pflanze sauber für den Winter zu hinterlassen, ohne ihre Fähigkeit zur Energiespeicherung zu beeinträchtigen.
Ist Rhabarber noch essbar, wenn er blüht?
Diese Frage taucht häufig auf und die Antwort ist klar: Ja, Rhabarber ist auch dann noch essbar, wenn er blüht. Die Blüte ist ein natürlicher Lebenszyklusprozess der Pflanze und hat keinen direkten negativen Einfluss auf die essbaren Stiele, die sie während der Blütezeit bildet. Die Stiele, die Sie nach der Blüte ernten, sind nach wie vor sicher zu verzehren und schmecken in der Regel genauso sauer-frisch wie zuvor.
Allerdings gibt es einen wichtigen Wermutstropfen: Die Blüte kostet die Pflanze enorm viel Energie. Wenn der Rhabarber blüht, investiert er seine Kraft in die Fortpflanzung durch Samenbildung anstatt in die weitere Stärkung und das Wachstum des Wurzelsystems und der Blätter. Das bedeutet für Sie als Gärtner, dass eine blühende Pflanze im nächsten Jahr wahrscheinlich schwächere Triebe hervorbringen wird und der Gesamtertrag geringer ausfällt. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die Blütenstände zu entfernen, sobald sie erscheinen, um die Energie der Pflanze in die Regeneration und für die Ernte im Folgejahr zu lenken.
Wenn Sie also die Blütezeit Ihres Rhabarbers nicht verhindern können oder die Stiele ohnehin noch ernten möchten, können Sie dies bedenkenlos tun. Achten Sie nur darauf, dass Sie die Pflanze danach gezielt pflegen, um ihre Kraft wieder aufzubauen. Die Essbarkeit der Stiele ist nicht beeinträchtigt, aber die zukünftige Ertragsfähigkeit der Pflanze leidet, wenn die Blüten nicht entfernt werden.
Rhabarber überwintern: Schutz für die nächste Saison
Das Überwintern des Rhabarbers ist ein wesentlicher Bestandteil der Rhabarberpflege nach der Ernte und stellt sicher, dass die Pflanze den Winter gut übersteht und im Frühjahr kräftig austreiben kann. Da Rhabarber eine mehrjährige und anspruchslose Staude ist, benötigt er keinen aufwendigen Winterschutz, wenn er gesund ist und am richtigen Standort steht. Die meisten Vorbereitungen finden bereits im Herbst statt, als Teil der Nachernte-Pflege.
Sobald die Blätter im Herbst vollständig abgestorben sind und die Temperaturen dauerhaft sinken, können die vertrockneten Blattstiele und Blätter bodennah abgeschnitten werden. Dies ist nicht nur eine ordnende Maßnahme, sondern hilft auch, mögliche Krankheitserreger zu entfernen, die sonst auf der verrottenden Pflanze überwintern könnten. Die freigelegte Erde um die Pflanze herum kann nun von Vorteil sein, wenn eine zusätzliche schützende Schicht aufgetragen wird.
Eine dünne Schicht Kompost, Laub oder gut verrotteter Stallmist, aufgetragen um die Basis der Pflanze herum, dient als natürlicher Winterschutz. Diese organische Abdeckung isoliert den Boden und schützt die empfindlichen Knospen, die sich für das nächste Jahr gebildet haben, vor extremen Frösten. Sie verhindert auch, dass der Boden zu stark durchfriert, was den Wurzeln schaden könnte. Diese Schicht verrottet im Laufe des Winters und des Frühlings und liefert gleichzeitig wertvolle Nährstoffe für den neuen Austrieb. Achten Sie darauf, dass die Abdeckung nicht zu dicht ist, um Staunässe zu vermeiden und eine gewisse Belüftung zu ermöglichen.
Besonderheiten für junge Pflanzen oder extreme Klimazonen
Während etablierte Rhabarberpflanzen oft keinen zusätzlichen Schutz benötigen, können junge Pflanzen oder solche in Regionen mit sehr strengen Wintern von einer zusätzlichen Abdeckung profitieren. Eine dickere Schicht aus Laub oder Stroh kann hier angebracht sein. Bei diesen Abdeckungen ist es wichtig, dass sie locker bleiben, um die Luftzirkulation zu gewährleisten und Fäulnis zu vermeiden. Diese schützende Schicht wird im Frühjahr vorsichtig entfernt, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, und kann dann in den Boden eingearbeitet werden.
Der Winter ist für den Rhabarber eine Zeit der Ruhe, nicht des Sterbens; richtige Vorbereitung sichert Vitalität.