Warum Rosmarin zurückschneiden? Die Notwendigkeit für gesunde Pflanzen

Das Zurückschneiden von Rosmarin ist keine bloße Kosmetik, sondern eine essenzielle Pflegemaßnahme, die direkt die Vitalität und Langlebigkeit Ihrer Kräuter beeinflusst. Ohne regelmäßigen Schnitt neigt Rosmarin dazu, holzig zu werden, verliert seine buschige Form und die Aromenintensität kann nachlassen. Durch gezielte Schnitte fördern Sie die Verzweigung, regen neues Wachstum an und erhalten die Pflanze in einem gesunden, ertragreichen Zustand, der auch das spätere Ernten erleichtert.

Wenn Sie sich fragen: „Kann man Rosmarin zurückschneiden?“, lautet die klare Antwort: Ja, und es ist sogar notwendig, um seine besten Eigenschaften zu erhalten. Ein gut gepflegter Rosmarinstrauch ist nicht nur optisch ansprechender, sondern produziert auch mehr aromatische Triebe, die sich hervorragend zum Kochen und für andere Anwendungen eignen. Das richtige Timing und die passende Technik sind dabei entscheidend, um der Pflanze nicht zu schaden, sondern sie zu beleben.

  • Regelmäßiger Schnitt verhindert Verholzung.
  • Fördert buschiges Wachstum und Aromenintensität.
  • Erhöht die Erntemenge und Langlebigkeit.
  • Essentiell für die Pflanzengesundheit.

Das Ziel: Eine kompakte, aromatische Pflanze

Das Hauptziel beim Rosmarinschnitt ist die Formgebung und die Stimulation von frischem, sattgrünem Laub. Alte, verholzte Triebe produzieren weniger ätherische Öle und können die Durchlüftung der Pflanze beeinträchtigen, was sie anfälliger für Krankheiten macht. Indem Sie gezielt an den richtigen Stellen kürzen, lenken Sie die Energie der Pflanze in die Bildung neuer, kräftiger Triebe. Dies führt zu einer dichteren, kompakteren Wuchsform, die nicht nur schöner aussieht, sondern auch eine höhere Ausbeute an aromatischen Blättern ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vorbereitung auf die jeweiligen Jahreszeiten. Ein Schnitt im Frühjahr bereitet den Rosmarin auf die Wachstumsperiode vor, während ein Rückschnitt nach der Blüte die Pflanze für den Sommer oder Herbst stärkt. Selbst bei der Überwinterung kann ein leichter Rückschnitt sinnvoll sein, um die Pflanze kompakters zu halten und Schäden durch Schnee oder Frost zu minimieren.

Die richtige Pflege ist entscheidend für die Langlebigkeit und Gesundheit Ihres Rosmarins.

Der ideale Zeitpunkt: Wann Sie Rosmarin schneiden sollten

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Rosmarinschnitt ist von zentraler Bedeutung für den Erfolg Ihrer Pflegemaßnahmen. Grundsätzlich gibt es zwei Hauptphasen, in denen ein Rückschnitt ratsam ist: das Frühjahr und der Herbst, jeweils mit unterschiedlichen Zielen.

Frühlingsschnitt: Der Neustart nach dem Winter

Der wichtigste Schnitt findet typischerweise im späten Frühjahr statt, nachdem die Gefahr von Nachtfrösten vorüber ist. In vielen Regionen bedeutet dies oft den Monat Mai. Zu diesem Zeitpunkt hat der Rosmarin die Winterruhe beendet und beginnt, aktiv zu wachsen. Ein Rückschnitt im Frühjahr hat mehrere Vorteile: Er entfernt erfrorene oder beschädigte Triebe, die den Winter nicht überstanden haben, und regt die Pflanze an, neue, kräftige Triebe zu bilden. Schneiden Sie bis etwa zur Hälfte oder ein Drittel der Länge zurück, aber vermeiden Sie es, ins alte Holz zu schneiden, wenn dort keine grünen Knospen oder Blätter vorhanden sind. Dies kann dazu führen, dass der Trieb nicht mehr austreibt.

Der frühe Frühlingsschnitt ist ideal, um die Pflanze für die bevorstehende Wachstumsperiode in Form zu bringen. Er fördert die Verzweigung und sorgt dafür, dass der Rosmarin schön buschig wächst. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu früh im Jahr schneiden, da junge, frische Triebe empfindlicher auf späte Kälteeinbrüche reagieren.

Herbstschnitt: Vorbereitung auf die Ruhephase

Ein leichter Rückschnitt im Herbst ist ebenfalls sinnvoll, sollte aber sparsamer ausfallen als der Frühlingsschnitt. Nach der Hauptblütezeit, meist im Spätsommer oder frühen Herbst, können Sie verblühte Blütenstände entfernen und leicht überstehende Triebe kürzen. Ziel ist es hierbei, die Form der Pflanze zu erhalten und sie auf die Überwinterung vorzubereiten. Vermeiden Sie tiefe Schnitte ins alte Holz im Herbst, da die Pflanze sonst mit der Regeneration beginnt und die neuen, weichen Triebe dem Frost zum Opfer fallen könnten.

Der Herbstschnitt dient primär dazu, die Pflanze kompakt zu halten und die Energie auf die Bildung robuster oberirdischer Teile zu konzentrieren, die den Winter gut überstehen. Er ist weniger ein Wachstumstreiber als der Frühlingsschnitt, sondern eher eine formgebende Maßnahme, die auch die Anfälligkeit für Krankheiten durch bessere Belüftung reduzieren kann.

Was ist mit der Ernte?

Die Ernte von Rosmarinzweigen ist flexibel und kann das ganze Jahr über erfolgen, solange die Pflanze nicht gerade aktiv zurückgeschnitten wird oder sich in ihrer intensivsten Wachstumsphase befindet. Ernten Sie am besten an trockenen Vormittagen, nachdem der Morgentau abgetrocknet ist. Dies stellt sicher, dass die Zweige möglichst wenig Feuchtigkeit enthalten und ihre Aromen am intensivsten sind. Kleinere Erntemengen können Sie jederzeit während der Vegetationsperiode entnehmen, was oft sogar einen leichten Rückschnitt-Effekt hat und die Pflanze zur Verzweigung anregt. Größere Ernten sollten Sie eher im Frühjahr oder Frühsommer durchführen, bevor die Pflanze zu üppig wird.

Die richtige Pflegemaßnahme zur richtigen Zeit sichert Ihren Rosmarin für lange Zeit.

Die richtige Technik: Wie schneide ich Rosmarin korrekt?

Die Art und Weise, wie Sie Ihren Rosmarin schneiden, hat direkten Einfluss darauf, wie gut die Pflanze darauf reagiert. Es gibt einfache, aber wirkungsvolle Techniken, die sicherstellen, dass Ihr Rosmarin kräftig und buschig bleibt.

Der Schnitt ins grüne Holz: Vitalität fördern

Beim Rosmarinschnitt ist es entscheidend, nicht nur alte, verholzte Triebe zu entfernen, sondern vor allem das sogenannte „grüne Holz“ zu nutzen. Das bedeutet, dass Sie Schnitte oberhalb von Blattansätzen oder Verzweigungen setzen, wo die Pflanze noch über aktive Wachstumszellen verfügt. Suchen Sie nach Trieben, die noch einige Blätter tragen, und schneiden Sie etwa ein bis zwei Drittel der Trieblänge ab. Idealerweise setzen Sie den Schnitt knapp über einer Blattachsel oder einer Verzweigung. Von dort aus wird der Trieb neu austreiben und sich stärker verzweigen.

Wenn Sie nur die Spitzen leicht einkürzen, fördern Sie zwar die Verzweigung, aber die Pflanze kann trotzdem lang und lichter werden. Ein kräftigerer Schnitt ins grüne Holz, aber immer mit ausreichend grünen Blättern darunter, ist oft die effektivere Methode, um die Pflanze kompakt und dicht zu halten. Denken Sie daran: Wo Sie schneiden, wächst die Pflanze neu und kräftiger.

Vermeiden Sie den Schnitt ins alte Holz

Der größte Fehler, den viele Hobbygärtner machen, ist das Schneiden in das reine, kahle Holz des Rosmarins. Diese alten Triebe haben oft keine aktiven Knospen mehr, aus denen neuer Austrieb erfolgen kann. Wenn Sie dort schneiden, wird der Trieb wahrscheinlich verkümmern und absterben. Es gibt Ausnahmen, etwa wenn die gesamte Pflanze stark vernachlässigt wurde und Sie einen radikalen Verjüngungsschnitt vornehmen müssen. In solchen Fällen ist es ratsam, nur einen Teil der Pflanze tief zurückzuschneiden und die restlichen Teile zu schonen, um der Pflanze eine Überlebenschance zu geben.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Trieb noch austreiben wird, prüfen Sie, ob sich an dessen Basis kleine grüne Knospen oder Blätter befinden. Sind keine Anzeichen von Leben sichtbar, ist es oft besser, diesen Trieb zu entfernen und sich auf gesündere Bereiche der Pflanze zu konzentrieren. Ein guter Indikator sind immer die grünen Nadeln, die auf aktives Leben schließen lassen.

Werkzeugwahl: Sauberkeit und Schärfe

Für einen sauberen Schnitt benötigen Sie scharfes und sauberes Werkzeug. Eine Gartenschere oder ein kleiner Heckenschneider sind hierfür bestens geeignet. Stumpfe oder schmutzige Werkzeuge können die Triebe quetschen und zerreißen, anstatt sie sauber zu durchtrennen. Dies hinterlässt offene Wunden, die Eintrittspforten für Krankheiten und Schädlinge sein können und die Heilung der Pflanze verzögern. Säubern Sie Ihr Werkzeug regelmäßig, besonders wenn Sie zwischen verschiedenen Pflanzen wechseln, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.

Prüfen Sie vor jedem Schnitt, ob das Werkzeug sauber und scharf ist. Ein sauberer Schnitt fördert die schnelle Heilung und das gesunde Wachstum.

Spezialfälle: Rosmarin aus dem Topf und alte Pflanzen

Nicht jeder Rosmarin wächst im Freiland. Viele von uns kultivieren diesen mediterranen Strauch im Topf oder haben es mit älteren, robusten Exemplaren zu tun, deren Pflege etwas Fingerspitzengefühl erfordert.

Rosmarin im Topf: Besonderheiten der Kübelkultur

Rosmarin im Topf benötigt eine etwas andere Herangehensweise. Da das Wurzelwachstum begrenzt ist, ist eine gute Nährstoffversorgung und ein durchdringender, aber nicht zu nasser Boden essenziell. Beim Schneiden von Rosmarin im Kübel gilt: Der Schnitt im Frühjahr ist besonders wichtig, um die kompakte Form zu erhalten und zu verhindern, dass die Pflanze im engen Topf zu ausufernd wird. Entfernen Sie auch hier abgestorbene oder schwache Triebe, die den Winter nicht überstanden haben. Ein leichter Formschnitt im Herbst kann ebenfalls sinnvoll sein, um die Pflanze winterfest zu machen und Überwucherung im Topf zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass die Erde gut abtrocknen kann, bevor Sie erneut gießen, besonders nach dem Schnitt, wenn die Pflanze vorübergehend etwas gestresst ist.

Bei der Pflege im Topf ist auch das Düngen wichtig. Verwenden Sie einen speziellen Kräuterdünger oder einen Langzeitdünger im Frühjahr. Übermäßiges Düngen kann den Geschmack beeinträchtigen. Das Umtopfen alle zwei bis drei Jahre in frische Erde ist ebenfalls ratsam, um eine gute Drainage und Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Ein guter Topf sollte ausreichend Drainagelöcher haben, um Staunässe zu verhindern.

Verjüngungsschnitt bei alten Pflanzen

Wenn Ihr Rosmarin über die Jahre sehr holzig und spärlich geworden ist, kann ein stärkerer Verjüngungsschnitt notwendig sein. Dies ist risikoreicher, aber oft die einzige Möglichkeit, die Pflanze wieder zu neuem Leben zu erwecken. Ein solcher radikaler Rückschnitt sollte nur im frühen Frühjahr erfolgen, wenn die Pflanze gerade beginnt, auszutreiben. Schneiden Sie die Pflanze auf etwa ein Drittel bis zur Hälfte ihrer ursprünglichen Höhe zurück, aber immer so, dass noch genügend grüne Nadeln und eventuell sichtbare Knospen vorhanden sind. Ziel ist es, die Pflanze zu zwingen, aus tieferen, aktiven Trieben oder sogar aus dem basalen Bereich neu auszutreiben.

Sollte die Pflanze sehr alt und stark verholzt sein, ist es manchmal ratsam, nur einen Teil der Pflanze stark zurückzuschneiden und den anderen Teil etwas zu schonen. So geben Sie der Pflanze eine bessere Chance, sich zu erholen, falls der radikale Schnitt nicht den gewünschten Erfolg bringt. Wichtig ist eine gute Nachsorge mit ausreichend Wasser und gegebenenfalls etwas Kompost um die Basis.

Vermehrung nach dem Schnitt

Die Triebe, die Sie beim Zurückschneiden von Rosmarin gewinnen, eignen sich hervorragend zur Vermehrung. Schneiden Sie gesunde, junge Triebe ab, die etwa 5 bis 10 cm lang sind. Entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie die Stecklinge in gut durchlässige Anzucht- oder Kräutererde. Halten Sie die Erde feucht und stellen Sie die Stecklinge an einen hellen, warmen Ort, idealerweise mit einer Abdeckung (z.B. eine Plastiktüte oder ein Mini-Gewächshaus), um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten. Nach einigen Wochen sollten sich die ersten Wurzeln bilden. Dies ist eine großartige Methode, um Ihre Rosmarinpflanzen zu vergrößern oder neue Pflanzen zu gewinnen.

Experimentieren Sie mit dem Schnitt, um die Form und Vitalität Ihres Rosmarins gezielt zu beeinflussen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Auch bei der vermeintlich einfachen Aufgabe des Rosmarinschnitts können Anfänger leicht Fehler machen, die das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Das Wissen um diese Stolpersteine hilft Ihnen, Ihren Rosmarin gesund und produktiv zu halten.

Fehler 1: Zu später oder zu früher Schnitt

Wie bereits erwähnt, sind die Zeitpunkte im Frühjahr und Herbst entscheidend. Schneiden Sie zu spät im Herbst, riskieren Sie, dass die neuen, weichen Triebe erfrieren. Schneiden Sie zu früh im Frühjahr, bevor die Frostgefahr vorbei ist, können junge, zarte Austriebe beschädigt werden. Der ideale Zeitpunkt im Frühjahr ist nach den Eisheiligen, wenn die Nächte konstant frostfrei bleiben. Ein Schnitt im Hochsommer oder Spätsommer ist meist nur für die Ernte oder leichte Formkorrekturen gedacht, nicht für tiefere Rückschnitte, die die Pflanze stark beanspruchen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Timing im Verhältnis zum Überwintern. Ein zu starker Rückschnitt kurz vor dem Winter kann die Pflanze schwächen und ihre Frosthärte reduzieren. Vermeiden Sie daher tiefe Schnitte im Spätherbst, es sei denn, es ist absolut notwendig, um beschädigte oder kranke Teile zu entfernen.

Fehler 2: Schnitt ins tote Holz

Dieser Fehler wurde bereits angesprochen, verdient aber eine Wiederholung, da er so häufig vorkommt. Rosmarin treibt aus reinem, kahlem Holz, das keine grünen Nadeln oder Knospen mehr trägt, in der Regel nicht aus. Wenn Sie solche Triebe abschneiden, haben Sie lediglich einen Teil der Pflanze entfernt, ohne neues Wachstum zu fördern. Achten Sie immer darauf, dass unterhalb Ihres Schnitts noch grüne Nadeln und idealerweise eine kleine Knospe oder Blattachsel vorhanden sind. Nur so stellen Sie sicher, dass der Trieb an dieser Stelle neu austreiben kann.

Der sogenannte „Verjüngungsschnitt“ bei alten Pflanzen ist hier die Ausnahme, birgt aber auch Risiken. Wenn Sie einen solchen Schnitt erwägen, ist es besser, ihn schrittweise über zwei Jahre durchzuführen und immer genügend grünes Material als Reserve zu belassen.

Fehler 3: Zu starke oder ungleichmäßige Schnitte

Manche Gärtner sind unsicher und schneiden nur zögerlich, was zu einer lichten und unregelmäßigen Form führt. Andere wiederum schneiden zu radikal an einer Stelle, was zu kahlen Lücken führt, die sich schwer wieder schließen lassen. Ziel ist ein gleichmäßiger Rückschnitt, der die natürliche Wuchsform unterstützt und die Pflanze rundum buschig werden lässt. Wenn Sie eine Lücke haben, können Sie versuchen, benachbarte, längere Triebe so zu schneiden, dass sie in Richtung der Lücke wachsen, um diese zu kaschieren und neue Verzweigungen zu fördern.

Vermeiden Sie radikale Eingriffe, die der Pflanze mehr schaden als nützen.

Fehler 4: Vernachlässigung der Pflege nach dem Schnitt

Ein Schnitt ist nur der erste Schritt. Danach benötigt der Rosmarin Aufmerksamkeit. Stellen Sie sicher, dass die Pflanze nach dem Schnitt ausreichend Wasser bekommt, aber keine Staunässe entsteht. Bei Kübelpflanzen kann es hilfreich sein, sie in den ersten Wochen nach einem starken Rückschnitt vor extremer Sonneneinstrahlung zu schützen, bis sie sich erholt hat. Auch eine leichte Düngergabe im Frühjahr kann das neue Wachstum unterstützen. Das Ignorieren der Nachsorge kann dazu führen, dass die Pflanze trotz des Schnitts schlecht austreibt oder geschwächt bleibt.

Der Schnitt als Werkzeug für Rosmarin-Verm$ehrung und -Gesundheit

Das Zurückschneiden von Rosmarin ist nicht nur eine Pflegemaßnahme zur Formgebung und Vitalitätsförderung, sondern auch ein Schlüsselwerkzeug für die Vermehrung und die allgemeine Gesundheit Ihrer Pflanzen. Wer die geschnittenen Triebe sinnvoll nutzt, kann seinen Bestand mühelos erweitern.

Stecklinge gewinnen: Neue Pflanzen aus alten Trieben

Nach dem Schnitt, insbesondere im Frühjahr oder Frühsommer, fallen oft viele gesunde, junge Triebe an. Diese sind ideal zur Vermehrung durch Stecklinge. Wählen Sie Triebe, die etwa 5-10 cm lang sind und noch keine Blüten tragen. Entfernen Sie die unteren Blätter, damit die Stecklinge später nicht in der Erde faulen. Stecken Sie die so vorbereiteten Triebe in Anzuchterde oder eine Mischung aus Sand und Torf. Halten Sie die Erde stets leicht feucht und sorgen Sie für hohe Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel durch das Abdecken mit einer durchsichtigen Plastiktüte oder einem Mini-Gewächshaus. An einem hellen, aber nicht vollsonnigen Standort und bei etwa 20-25°C entwickeln sich nach einigen Wochen Wurzeln.

Diese Methode ist nicht nur kostengünstig, sondern auch sehr effektiv. Sie erhalten genetisch identische Nachkommen Ihrer bewährten Rosmarinpflanzen, die deren gute Eigenschaften (z.B. Robustheit, Aroma) weitergeben. Das ist eine tolle Möglichkeit, Ihren Kräutergarten zu bereichern oder Freunde und Familie mit eigenen Rosmarinpflanzen zu beschenken. Denken Sie daran, dass die Erde für die Stecklinge locker und gut durchlässig sein muss, um Fäulnis zu verhindern.

Ernte und Trocknung: Aromen konservieren

Das Schneiden von Rosmarin ist oft auch gleichbedeutend mit der Ernte. Die aromatischeren Teile der Pflanze sind die jungen Triebe und Blätter. Schneiden Sie diese am besten an einem trockenen Vormittag, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Für die Konservierung können Sie die Zweige kopfüber an einem luftigen, dunklen und kühlen Ort aufhängen, bis sie vollständig getrocknet sind. Alternativ können Sie sie auch auf einem Stück Küchenpapier oder in einem Dörrgerät bei niedriger Temperatur trocknen. Getrockneter Rosmarin behält sein Aroma lange und ist eine wertvolle Ergänzung für die Küche, besonders außerhalb der Hauptsaison.

Die richtige Ernte und der gezielte Schnitt sind unerlässlich für die Aromenvielfalt und die Lagerfähigkeit Ihres Rosmarins.

Krankheitsvorbeugung durch Rückschnitt

Ein regelmäßiger und gezielter Rückschnitt verbessert die Belüftung im Inneren der Pflanze erheblich. Dicht stehende, verholzte Triebe können dazu führen, dass Feuchtigkeit eingeschlossen wird und Pilzkrankheiten begünstigt werden. Durch das Auslichten und Entfernen überzähliger oder schwacher Triebe schaffen Sie ein besseres Mikroklima. Das Sonnenlicht kann besser eindringen und die Luft zirkuliert freier, was das Wachstum von Krankheitserregern erschwert. Besonders nach einem feuchten Sommer oder wenn der Rosmarin zu dicht steht, ist ein moderater Schnitt zur Verbesserung der Durchlüftung sinnvoll. Dies ist Teil einer ganzheitlichen Rosmarin Pflege, die weit über das bloße Gießen hinausgeht.

Häufig gestellte Fragen zum Rosmarinschnitt

Hier finden Sie Antworten auf die gängigsten Fragen rund um das Thema Rosmarin zurückschneiden. So können Sie sicherstellen, dass Ihre Kräuter prächtig gedeihen.

Kann man Rosmarin auch im Herbst stark zurückschneiden?

Ein starker Rückschnitt im Herbst ist generell nicht empfehlenswert. Die Pflanze sollte sich auf die Winterruhe vorbereiten und neue Triebe, die durch einen starken Schnitt entstehen, wären zu empfindlich für Frost. Leichte Formkorrekturen oder das Entfernen von verblühten Trieben sind möglich, aber kein tiefer Schnitt ins Holz.

Was mache ich mit den vielen Trieben nach dem Schnitt?

Die ab geschnittenen Triebe eignen sich hervorragend zur Vermehrung durch Stecklinge. Sie können diese auch frisch in der Küche verwenden oder trocknen, um das Aroma für später zu konservieren. Sogar das Einlegen in Öl oder Essig ist eine beliebte Methode, um das Rosmarinaroma zu nutzen.

Wie unterscheide ich grünes und totes Holz beim Rosmarin?

Grünes Holz ist an den lebenden, meist nadelbewachsenen Trieben erkennbar, die flexibel sind. Totes Holz ist oft grau oder braun, spröde und weist keine grünen Nadeln oder Knospen mehr auf. Schneiden Sie idealerweise immer knapp über einem Blattknoten oder einer Gabelung im grünen Holz.

Muss ich Rosmarin nach dem Schnitt zusätzlich düngen?

Nach einem starken Rückschnitt im Frühjahr kann eine leichte Düngergabe die Regeneration und das neue Wachstum fördern. Verwenden Sie hierfür einen speziellen Kräuterdünger oder Kompost. Im Herbst ist eine Düngung eher kontraproduktiv, da sie neues, empfindliches Wachstum anregen würde.

Kann ich Rosmarin auch im Kübel radikal zurückschneiden?

Ja, ein radikaler Rückschnitt ist auch bei Kübelrosmarin möglich, besonders wenn die Pflanze alt und verholzt ist. Führen Sie diesen Schnitt jedoch idealerweise im zeitigen Frühjahr durch und stellen Sie sicher, dass noch genügend grünes Material vorhanden ist. Achten Sie nach dem Schnitt auf gute Wasserversorgung und Schutz vor extremer Sonneneinstrahlung.

Wie oft sollte ich meinen Rosmarin schneiden?

Ein gezielter Rückschnitt ist einmal im späten Frühjahr (Mai) empfehlenswert. Kleinere Korrekturen oder Ernten sind jederzeit möglich. Ein leichter Formschnitt kann zusätzlich im Herbst erfolgen. Die Häufigkeit hängt stark vom Alter und Wuchsverhalten Ihrer Pflanze ab.

Was passiert, wenn ich meinen Rosmarin nie schneide?

Wenn Sie Ihren Rosmarin nie zurückschneiden, wird er mit der Zeit immer verholzter und spärlicher. Die unteren Bereiche sterben möglicherweise ab, während die Pflanze nur noch an den Spitzen austreibt. Dies führt zu einer unattraktiven, lichten und oft instabilen Wuchsform, die auch weniger aromatische Triebe hervorbringt.