Warum Rote Johannisbeeren Schneiden Essenziell Ist
Das regelmäßige Schneiden von roten Johannisbeeren ist weit mehr als nur eine Formsache im Garten; es ist eine grundlegende Pflegemaßnahme, die direkt die Gesundheit der Pflanze, ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge sowie die Qualität und Menge der zukünftigen Ernte beeinflusst. Ohne gezielte Rückschnitte können Johannisbeersträucher schnell verkahlen, ihre Fruchtbarkeit lässt nach und die einzelnen Triebe werden schwächer. Ein wohlstrukturierter Strauch, der durch das Schneiden entsteht, sorgt für eine optimale Belüftung und Lichteinstrahlung, beides essenziell für die Fruchtbildung und die Verhinderung von Pilzkrankheiten. Indem Sie abgestorbene, kranke oder sich kreuzende Triebe entfernen, fördern Sie das Wachstum kräftiger, fruchttragender Triebe und erhalten die Vitalität der Pflanze über viele Jahre hinweg. Es ist die Investition in zukünftige Ernten, die den Aufwand für das Schneiden rechtfertigt.
- Gezielter Schnitt fördert Gesundheit und Ertrag.
- Verbessert Belüftung und Lichteinstrahlung.
- Verhindert Krankheiten und Schädlinge.
- Erhält die Vitalität der Pflanze langfristig.
Die richtige Technik und der ideale Zeitpunkt für den Schnitt sind dabei entscheidend. Ein zu später oder falscher Schnitt kann den Strauch schwächen und die Ernte im Folgejahr mindern. Konzentrieren Sie sich auf die Förderung von jungen, kräftigen Trieben, die im übernächsten Jahr die beste Fruchtbildung aufweisen, während Sie ältere, weniger produktive Holzanteile schrittweise entfernen. Denken Sie daran, dass Johannisbeeren im Gegensatz zu einigen anderen Beerensträuchern, wie Himbeeren, am zweijährigen Holz fruchten – also an Trieben, die ein Jahr alt sind.
Diese Pflegepraxis ist fundamental für jeden Obstgartenbesitzer, der roten Johannisbeeren zu ihrem vollen Potenzial verhelfen möchte. Es geht darum, das natürliche Wachstum der Pflanze zu lenken und ihr die bestmöglichen Bedingungen für ein langes und produktives Leben zu bieten. Mit dem richtigen Wissen und den passenden Werkzeugen wird das Schneiden zu einer lohnenden Tätigkeit, die Ihnen Jahr für Jahr süße, gesunde Früchte beschert.
Der Ideale Zeitpunkt: Wann Rote Johannisbeeren Schneiden?
Die Frage nach dem besten Zeitpunkt für den Schnitt von roten Johannisbeeren ist entscheidend für den Erfolg. Generell gilt, dass der Schnitt am besten in der Vegetationsruhe der Pflanze durchgeführt wird, also entweder im späten Winter oder im frühen Frühjahr, bevor der Saftstrom einsetzt und die neuen Knospen schwellen. Der Zeitraum zwischen November und März ist hierfür ideal. Ein Schnitt in dieser Phase hat den großen Vorteil, dass die Struktur des Strauches gut erkennbar ist, da die Blätter fehlen. Dies erleichtert das Beurteilen, welche Triebe entfernt werden müssen, um eine optimale Form und Gesundheit zu gewährleisten.
Der späte Winter oder das frühe Frühjahr sind deshalb so wichtig, weil die Pflanze zu diesem Zeitpunkt ihre Energie für das Austreiben und die Blütenbildung sammelt. Durch das Entfernen von schwachen, abgestorbenen oder überzähligen Trieben wird die Kraft der Pflanze auf die verbleibenden, starken Äste konzentriert. Dies führt zu kräftigeren Blüten und einer höheren Fruchtentwicklung im kommenden Sommer. Vermeiden Sie unbedingt einen Schnitt während der Blütezeit oder kurz vor der Ernte, da dies die aktuellen Früchte und die Pflanze unnötig stressen und schädigen würde.
Schnitt im Sommer: Ein gezielter Eingriff
Neben dem Hauptschnitt im Winter oder zeitigen Frühjahr kann auch ein leichter Sommerschnitt sinnvoll sein, um die Pflanze zu kontrollieren und die Fruchtqualität zu verbessern. Dieser sollte jedoch nur punktuell erfolgen und nicht mit dem Erziehungsschnitt oder Verjüngungsschnitt verwechselt werden. Wenn sich nach der Ernte übermäßig lange, junge Triebe bilden, die das Licht für andere Fruchtbereiche verdecken oder den Strauch zu dicht machen, kann es ratsam sein, diese Triebe um etwa ein Drittel einzukürzen. Dies fördert die Verzweigung und kann die Ausbildung von Fruchtknospen für das nächste Jahr begünstigen. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu entfernen, um die Pflanze nicht zu schwächen.
Die Wahl des richtigen Zeitpunkts schützt Ihre Johannisbeersträucher vor unnötiger Belastung und maximiert die Energie, die sie in die Fruchtbildung stecken können.
Ein weiterer Aspekt ist die Witterung. An frostfreien Tagen zu schneiden, schützt die Schnittstellen vor dem Austrocknen und Erfrieren. Sollte es im späten Winter doch noch einmal zu starkem Frost kommen, ist es ratsam, mit dem Schnitt zu warten, bis mildere Temperaturen zurückkehren. So stellen Sie sicher, dass die Pflanze die Schnitte gut verkraften kann und die Wundheilung optimal verläuft.
Werkzeuge und Vorbereitung für den Schnitt
Bevor Sie zu Schere und Säge greifen, ist eine gute Vorbereitung essenziell. Sauberes und scharfes Werkzeug ist das A und O, um saubere Schnitte zu erzielen, die schnell verheilen und das Eindringen von Krankheitserregern verhindern. Stumpfe Werkzeuge quetschen die Triebe, was zu schlechteren Heilungsergebnissen und einer erhöhten Anfälligkeit der Pflanze führt. Investieren Sie daher in eine gute Gartenschere, die für Ihre Handgröße geeignet ist, sowie gegebenenfalls in eine Astschere oder eine kleine Säge für dickere Äste, die über 1,5 bis 2 cm Durchmesser hinausgehen.
Reinigen Sie Ihre Werkzeuge vor und nach jedem Gebrauch mit einem desinfizierenden Mittel, wie Spiritus oder einem speziellen Gartengerätereiniger. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie von einer Pflanze zur anderen wechseln oder wenn Sie den Verdacht auf Krankheiten haben. Halten Sie ein Tuch bereit, um die Werkzeuge während der Arbeit zwischendurch abzuwischen.
Die richtige Schere für jeden Ast
Für die meisten Schnitte an roten Johannisbeersträuchern ist eine scharfe, gut gepflegte Bypass-Gartenschere die erste Wahl. Bypass-Scheren arbeiten ähnlich wie eine echte Schere, mit zwei Klingen, die aneinander vorbeigleiten und so einen sauberen, präzisen Schnitt ermöglichen, der das Gewebe nicht quetscht. Für Triebe, die dicker als etwa zwei Zentimeter sind, empfiehlt sich eine Astschere mit längeren Griffen, die mehr Hebelkraft bietet. Bei sehr alten, stark verholzten Sträuchern, deren Hauptäste sehr dick geworden sind, kann eine kleine Gartensäge notwendig werden. Auch hier gilt: Schärfe und Sauberkeit sind oberstes Gebot.
Sauberes und scharfes Werkzeug ist die Grundlage für gesunde Schnittstellen und eine kräftige Johannisbeerpflanze.
Ziehen Sie bei Bedarf auch robuste Handschuhe an, um Ihre Hände vor Dornen oder Harz zu schützen. Die Vorbereitung ist somit nicht nur eine Frage des Werkzeugs, sondern auch des Schutzes für Sie und die Pflanze. Wenn Ihre Werkzeuge einsatzbereit sind und Sie sich mit der Struktur des Johannisbeerstrauches vertraut gemacht haben, sind Sie bereit, mit dem eigentlichen Schneiden zu beginnen.
Der Erziehungsschnitt: Formgebung für junge Sträucher
Gerade junge Johannisbeersträucher profitieren enorm von einem gezielten Erziehungsschnitt in den ersten Jahren nach der Pflanzung. Ziel ist es, von Anfang an eine stabile und gut belüftete Gerüststruktur aufzubauen, die später eine reiche Ernte ermöglicht und das Schneiden für die Folgejahre erleichtert. Im ersten Jahr nach der Pflanzung, meist im späten Winter, wird die Pflanze auf etwa drei bis vier starke, gut verteilte Jungtriebe zurückgeschnitten. Diese bilden das zukünftige Grundgerüst des Strauches. Alle schwachen, nach innen wachsenden oder zu tief am Boden sitzenden Triebe werden entfernt. Wenn die Pflanze sehr viele Triebe hat, können auch hier die schwächsten entfernt werden, um die Kraft auf die stärksten zu konzentrieren.
Im zweiten und dritten Jahr wird dieser Prozess fortgesetzt. Ziel ist es, jährlich etwa zwei bis drei neue, kräftige Jungtriebe aus der Basis nachwachsen zu lassen und sie ebenfalls gut im Gerüst zu verteilen. Gleichzeitig werden die älteren Gerüsttriebe auf etwa die Hälfte ihrer Länge eingekürzt, um die Bildung von Seitentrieben zu fördern, an denen später die Früchte wachsen. Wichtig ist hierbei, immer über einer nach außen zeigenden Knospe zu schneiden, damit die neuen Triebe ebenfalls nach außen wachsen und den Strauch auflockern. Ein gut erzogener Strauch hat später eine offene, schalenförmige Struktur mit etwa 6 bis 8 gut verteilten Hauptgerüsttrieben.
Aufbau einer stabilen Gerüststruktur
Der Erziehungsschnitt legt den Grundstein für die Langlebigkeit und Produktivität Ihrer roten Johannisbeeren. Ein gut erzogener Strauch ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten, da er von Natur aus besser belüftet ist, und die Ernte wird durch die gute Zugänglichkeit der Fruchtstände erleichtert. Achten Sie darauf, die Triebe nicht zu eng zu setzen. Ein Abstand von etwa 15 bis 20 cm zwischen den Haupttrieben im Zentrum des Strauches ist empfehlenswert. Dies gibt neuen Trieben Raum zum Wachsen und verhindert, dass sich die Äste im Laufe der Jahre gegenseitig behindern.
Die Formgebung junger Sträucher legt das Fundament für viele Jahre gesunde Entwicklung und reiche Fruchtbildung.
Vergessen Sie nicht, auch nach dem Erziehungsschnitt im späten Winter regelmäßig die Bodenpflege nicht zu vernachlässigen. Johannisbeeren mögen einen nährstoffreichen Boden, der gut mit Feuchtigkeit versorgt ist. Eine leichte Mulchschicht kann helfen, die Feuchtigkeit zu halten und das Unkrautwachstum zu unterdrücken. Dieser frühe, gezielte Schnitt ist essenziell, um die Pflanze von Anfang an auf einen produktiven Lebensweg zu lenken.
Der Erhaltungsschnitt: Produktivität aufrechterhalten
Nachdem der Erziehungsschnitt abgeschlossen ist und der Johannisbeerstrauch seine stabile Gerüststruktur entwickelt hat, tritt der Erhaltungsschnitt in den Vordergrund. Dieser Schnitt ist darauf ausgelegt, die Produktivität des Strauches aufrechtzuerhalten und die Fruchtqualität über die Jahre hinweg zu sichern. Rote Johannisbeeren tragen ihre Früchte hauptsächlich am zweijährigen Holz, also an Trieben, die ein Jahr alt sind und im Vorjahr gewachsen sind. Ältere Triebe, die drei Jahre oder älter sind, tragen zwar noch Früchte, aber die Erträge werden tendenziell geringer, die Beeren kleiner und die Triebe anfälliger für Krankheiten. Daher ist es das Ziel des Erhaltungsschnitts, den Strauch konstant mit einer Mischung aus einjährigen, zweijährigen und höchstens dreijährigen Trieben zu versorgen.
Der Grundschnitt findet auch hier im späten Winter statt. Entfernen Sie alle abgestorbenen, kranken oder schwachen Triebe. Dann schauen Sie sich die starken, gesunden Triebe an: Triebe, die zwei Jahre alt sind (erkennbar an ihrer glatten, meist gräulichen Rinde und deutlichen Fruchtknospen), werden auf etwa die Hälfte ihrer Länge zurückgeschnitten, um die Bildung von fruchttragenden Seitentrieben im kommenden Jahr zu fördern. Triebe, die drei Jahre oder älter sind (erkennbar an ihrer raueren, dunkleren Rinde und weniger ausgeprägten Knospen), sollten bodennah entfernt werden. Dies ist der sogenannte Verjüngungsschnitt, der bei älteren Sträuchern regelmäßig angewendet wird. Ersetzen Sie diese alten Triebe durch die stärksten und am besten platzierten einjährigen Jungtriebe, die im Vorjahr aus der Basis gewachsen sind.
Fördert Fruchtbildung und beugt Verkahlung vor
Die Balance ist hier entscheidend: Ein gesunder, gut erhaltener Johannisbeerstrauch sollte idealerweise aus etwa 6 bis 8 Haupttrieben unterschiedlichen Alters bestehen, wobei ein Großteil aus zwei- und dreijährigem Holz bestehen sollte. Dies stellt sicher, dass Sie jedes Jahr eine gute Ernte haben, ohne die Pflanze zu überfordern. Durch das regelmäßige Entfernen der ältesten Triebe und das Fördern neuer Jungtriebe verhindern Sie, dass der Strauch von innen heraus verkahlt und seine Produktivität dauerhaft nachlässt.
Der Erhaltungsschnitt sorgt für kontinuierliche Erträge und eine langanhaltende Vitalität des Johannisbeerstrauches.
Es ist auch wichtig, auf die innere Struktur des Strauches zu achten. Triebe, die steil nach innen wachsen, sich stark kreuzen oder den gesamten Strauch zu dicht machen, sollten ebenfalls entfernt werden. Eine gute Durchlüftung und gleichmäßige Lichteinstrahlung bis in die Mitte des Strauches sind Schlüssel zur Verhinderung von Pilzkrankheiten und zur Förderung der Fruchtbildung. Mit etwas Übung entwickeln Sie ein Gefühl dafür, welche Triebe Sie fördern und welche Sie besser entfernen sollten, um die Pflanze im besten Zustand zu halten.
Der Verjüngungsschnitt: Altem Strauch neues Leben einhauchen
Manche roten Johannisbeersträucher haben schon viele Jahre auf dem Buckel und zeigen Anzeichen von Alterschwäche: Sie tragen weniger Früchte, die Triebe sind dünn und verholzt, und der Strauch beginnt von innen heraus zu verkahlen. Für solche Sträucher ist der Verjüngungsschnitt die Rettung. Dieser radikale Schnitt wird nicht jedes Jahr durchgeführt, sondern nur bei Bedarf, wenn der Strauch seine natürliche Produktivität verloren hat. Er dient dazu, die Pflanze zu verjüngen und ihre Ertragsfähigkeit wiederherzustellen, indem alte, unproductive Triebe durch neue, kräftige ersetzt werden.
Der Verjüngungsschnitt erfolgt am besten im späten Winter, wenn die Pflanze in der Ruhephase ist und keine Blätter die Sicht versperren. Bei einem starken Verjüngungsschnitt werden alle Triebe, die älter als drei Jahre sind, bodennah abgeschnitten. Dies mag drastisch erscheinen und führt im ersten Jahr nach einem solchen Schnitt zu wenig bis gar keiner Ernte. Aber die Pflanze nutzt diese Kraft, um kräftige neue Basistriebe zu bilden. Aus diesen neu gebildeten Trieben wählen Sie dann im nächsten Jahr die stärksten und am besten platzierten aus, um das neue Gerüst des Strauches aufzubauen.
Schrittweise Verjüngung für bessere Ergebnisse
Eine sanftere Methode, die oft zu besseren Ergebnissen führt, ist die schrittweise Verjüngung über zwei bis drei Jahre. Dabei schneiden Sie jedes Jahr etwa ein Drittel der ältesten Triebe bodennah ab. Dies reduziert den Schock für die Pflanze und ermöglicht es ihr, kontinuierlich neue Triebe zu bilden, während sie weiterhin eine gewisse Ernte liefert. Wenn Sie sich für diesen Ansatz entscheiden, identifizieren Sie die ältesten, verholztesten Triebe, deren Rinde rau und dunkel ist und die kaum noch Früchte tragen. Diese schneiden Sie dicht über dem Boden ab.
Ein beherzter Verjüngungsschnitt kann überalterten Sträuchern zu neuem Leben und reicher Ernte verhelfen.
Im darauffolgenden Jahr wiederholen Sie den Prozess mit einem weiteren Drittel der ältesten Triebe und so weiter, bis der gesamte Strauch verjüngt ist. Achten Sie während dieser Verjüngungsphase darauf, die neu wachsenden Jungtriebe gut zu pflegen, sie mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen und sie vor Schädlingen zu schützen. Mit Geduld und der richtigen Technik können Sie so auch einen scheinbar alten und unproduktiven Johannisbeerstrauch wieder zu einem ertragreichen Exemplar machen.
Spezifische Schnitttechniken: Was genau entfernen?
Beim Schneiden von roten Johannisbeeren gibt es einige spezifische Triebe, auf die Sie achten sollten. Dies sind die Hauptziele jedes Schnitts, unabhängig davon, ob es sich um Erziehungs-, Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt handelt: Zuerst und vor allem müssen alle abgestorbenen, gebrochenen oder offensichtlich kranken Triebe entfernt werden. Diese bieten Eintrittspforten für Krankheiten und schwächen die Pflanze. Schneiden Sie solche Triebe bis ins gesunde Holz zurück. Achten Sie auf Anzeichen von Krankheiten wie Verfärbungen, Pilzbefall oder unnatürlichen Wucherungen.
Als Nächstes stehen die nach innen wachsenden Triebe auf der Liste. Diese wachsen oft steil nach innen und kreuzen sich mit anderen Ästen, was zu einer Verdichtung des Inneren des Strauches führt. Eine gute Belüftung und Lichteinstrahlung sind für die Fruchtbildung essenziell; nach innen wachsende Triebe behindern dies. Entfernen Sie diese Triebe bodennah. Ebenso sollten sich kreuzende oder reibende Triebe behandelt werden. Einer der beiden Triebe sollte entfernt werden, um Beschädigungen zu vermeiden und die Form zu verbessern. Wählen Sie den Trieb, der die bessere Position oder Gesundheit hat.
Welche Triebe fördern, welche kürzen?
Darüber hinaus sollten Sie alle Triebe entfernen, die zu flach aus dem Boden wachsen oder den Boden berühren. Diese sind anfällig für Krankheiten und Schädlinge und tragen oft keine guten Früchte. Sie können auch das Wachstum neuer, stärkerer Basistriebe behindern. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die kräftigen, aufrecht wachsenden Jungtriebe, die aus der Basis des Strauches entspringen. Diese einjährigen Triebe sind die Grundlage für zukünftige Fruchtträger.
Identifizieren und entfernen Sie konsequent schwache, überkreuzende und nach innen wachsende Triebe für einen gesunden Strauch.
Wenn es darum geht, zweijährige Triebe zu kürzen, schneiden Sie immer etwa auf die Hälfte ihrer Länge zurück, und zwar knapp über einer nach außen gerichteten Knospe. Dies regt die Bildung von Seitentrieben an, die im nächsten Jahr fruchten werden. Bei einjährigen Trieben, die Sie als neue Gerüsttriebe etablieren möchten, kürzen Sie diese auf etwa zwei bis drei gut entwickelte Knospenpaare ein, um ihre Verzweigung zu fördern. Die genaue Länge kann variieren, aber das Prinzip ist, die Bildung von Seitenästen anzuregen. Vergessen Sie nicht, die Werkzeuge zwischendurch zu reinigen, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden.
Pflege nach dem Schnitt: Düngen und Mulchen
Nachdem der Schnitt Ihrer roten Johannisbeeren abgeschlossen ist, ist es wichtig, der Pflanze die nötige Unterstützung für ihre Erholung und ihr zukünftiges Wachstum zu geben. Der Schnitt, besonders der stärkere Verjüngungs- oder Erhaltungsschnitt, stellt eine Belastung für die Pflanze dar. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um ihr mit Nährstoffen und Feuchtigkeit zu helfen. Eine gute Düngung im späten Winter oder frühen Frühjahr, idealerweise nach dem Schnitt, liefert die Energie, die die Pflanze für den Austrieb und die Blütenbildung benötigt. Verwenden Sie einen ausgewogenen Langzeitdünger, der reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium ist. Organische Dünger wie gut verrotteter Kompost oder reifer Mist sind ebenfalls hervorragend geeignet, da sie die Bodenstruktur verbessern und Nährstoffe langsam freisetzen.
Verteilen Sie den Dünger gleichmäßig um den Wurzelbereich des Strauches herum, aber halten Sie ihn von direkt am Stamm fern, um Verbrennungen zu vermeiden. Arbeiten Sie ihn leicht in die oberste Bodenschicht ein oder verlassen Sie sich darauf, dass Regen und Bewässerung die Nährstoffe dorthin transportieren, wo sie gebraucht werden. Achten Sie auf die Bedürfnisse der Pflanze; ein Zeichen für Stickstoffmangel können zum Beispiel blasse, gelbliche Blätter sein, während Kaliummangel zu schlechterer Fruchtqualität führen kann. Eine Überdüngung sollte jedoch vermieden werden, da diese die Pflanze schwächen und die Fruchtbildung negativ beeinflussen kann.
Die Rolle von Mulch für gesunde Johannisbeeren
Neben der Düngung spielt das Mulchen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit Ihrer roten Johannisbeeren nach dem Schnitt. Eine Schicht Mulch, bestehend aus organischem Material wie Rindenmulch, Holzhackschnitzel, Kompost oder Rasenschnitt, um den Strauch herum ausgebracht, bietet zahlreiche Vorteile. Mulch hilft, die Bodenfeuchtigkeit besser zu speichern, was besonders in trockeneren Perioden wichtig ist und die Notwendigkeit häufiger Bewässerung reduziert. Zudem unterdrückt eine Mulchschicht das Wachstum von Unkraut, das mit der Johannisbeerpflanze um Wasser, Nährstoffe und Licht konkurrieren würde.
Optimale Pflege nach dem Schnitt fördert Erholung und sichert die Ernte des nächsten Jahres.
Ein weiterer wichtiger Vorteil von organischem Mulch ist die Verbesserung der Bodenstruktur und die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, wenn das Material allmählich verrottet. Es schützt zudem die Wurzeln vor extremen Temperaturen im Sommer und Winter. Achten Sie darauf, den Mulch nicht direkt am Stamm aufzuschütten, sondern lassen Sie einen kleinen Bereich um den Stamm frei, um Fäulnis und Schädlingsbefall vorzubeugen. Eine Mulchschicht von 5-10 cm Dicke ist in der Regel ausreichend. Durch diese kombinierte Pflege aus Düngung und Mulchen unterstützen Sie Ihre roten Johannisbeeren optimal bei der Erholung vom Schnitt und bereiten sie auf eine ertragreiche Saison vor.
Häufige Fehler beim Schneiden von Roten Johannisbeeren
Beim Schneiden von roten Johannisbeeren schleichen sich immer wieder Fehler ein, die die Pflanze schwächen oder die Ernte mindern können. Einer der häufigsten Fehler ist das Schneiden zur falschen Zeit. Wird im Herbst oder während der Vegetationsperiode geschnitten, kann dies die Pflanze unnötig schwächen, da sie Nährstoffe und Energie verliert, die sie für das Überwintern oder das Wachstum benötigt. Der späte Winter bis frühe Frühjahr, die Vegetationsruhe, ist die absolut beste Zeit.
Ein weiterer kritischer Fehler ist die Verwendung von stumpfem oder schmutzigem Werkzeug. Wie bereits erwähnt, führt dies zu gequetschten Schnitten, die schlecht verheilen und Krankheitserreger anziehen. Sauberes, scharfes Werkzeug ist unverzichtbar. Viele Anfänger machen auch den Fehler, zu viel auf einmal wegzuschneiden, insbesondere bei älteren Sträuchern, die einen Verjüngungsschnitt benötigen. Ein zu radikaler Schnitt auf einmal kann die Pflanze so stark stressen, dass sie sich nicht mehr erholt. Ein schrittweiser Verjüngungsschnitt über mehrere Jahre ist oft die bessere Wahl.
Falsche Triebe entfernen oder stehen lassen
Ein weiterer häufiger Fehler ist, nicht klar zwischen einjährigen, zweijährigen und älteren Trieben zu unterscheiden. Da rote Johannisbeeren am zweijährigen Holz fruchten, ist es wichtig, ein Gleichgewicht dieser Altersstufen zu erhalten. Das Entfernen zu vieler zweijähriger Triebe reduziert die Ernte im nächsten Jahr, während das Stehenlassen von zu vielen alten, verholzten Trieben die Produktivität insgesamt senkt und den Strauch anfällig macht. Verwechseln Sie nicht rote Johannisbeeren mit schwarzen Johannisbeeren, die stärker am einjährigen Holz fruchten und andere Schnittregeln erfordern.
Vermeiden Sie die typischen Fehltritte: falscher Zeitpunkt, stumpfes Werkzeug und falsche Triebe entfernen.
Ein letzter Punkt ist die Vernachlässigung der inneren Struktur. Oftmals werden nur Triebe außen entfernt oder gekürzt, während das Zentrum des Strauches immer dichter wird. Dies behindert die Belüftung und Lichtzufuhr, was Krankheiten begünstigt und die Fruchtbildung im Inneren des Strauches reduziert. Achten Sie darauf, auch Triebe zu entfernen, die steil nach innen wachsen, sich kreuzen oder zu dicht stehen, um eine offene, luftige Struktur zu gewährleisten.
