Die ersten Hürden: Häufige Fehler beim Spargel anpflanzen
Das Anpflanzen von Spargel mag auf den ersten Blick entmutigend erscheinen, besonders wenn man die langen Wartezeiten bis zur ersten Ernte bedenkt. Doch die größte Hürde liegt oft nicht in der Geduld, sondern in den anfänglichen Fehlern, die Hobbygärtner begehen. Viele scheitern, weil sie die Standortwahl unterschätzen, die falsche Spargelart wählen oder die jungen Pflanzen unsachgemäß setzen. Diese frühen Fehler können die Entwicklung der Spargelstauden nachhaltig beeinträchtigen und die Ernteerträge über Jahre hinweg reduzieren.
Ein klassischer Fehler ist die Wahl eines schattigen Standorts. Spargel liebt die Sonne und benötigt mindestens sechs Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag, um kräftige Pflanzen und eine gute Ernte zu entwickeln. Ebenso problematisch ist ein Boden, der zu schwer oder staunass ist. Spargel bevorzugt einen tiefgründigen, lockeren und gut durchlässigen Boden, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können und keine Fäulnis entsteht. Wer diese Grundlagen ignoriert, legt den Grundstein für spätere Enttäuschungen, lange bevor die ersten grünen Triebe erscheinen.
Ein weiterer Stolperstein ist die falsche Pflanzmethode. Ob Sie mit Samen oder mit Jungpflanzen (Rhizomen, auch Spargelwurzeln genannt) beginnen – die Art und Weise, wie sie in die Erde kommen, ist entscheidend. Zu tiefes Pflanzen kann das Austreiben verzögern, zu flaches Pflanzen macht die jungen Pflanzen anfällig für Austrocknung und Kälte. Auch die Wahl der richtigen Sorte für das lokale Klima und den gewünschten Spargeltyp (grün oder weiß) ist essenziell, wird aber oft übersehen.
Das Verständnis dieser typischen Fallstricke ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Spargelkultur. Indem Sie die Ursachen kennen, können Sie gezielt gegensteuern und sicherstellen, dass Ihre Spargelpflanzen die bestmöglichen Startbedingungen erhalten, um über viele Jahre hinweg reiche Ernten zu bescheren.
- Standortwahl (Sonne, Bodenbeschaffenheit) ist entscheidend.
- Jungpflanzen (Rhizome) müssen korrekt gesetzt werden.
- Die richtige Sorte erhöht die Erfolgschancen.
- Geduld ist notwendig, aber Fehler früh vermeiden.
Warum Spargel so wählerisch ist: Die Ursachen für Misserfolge
Was macht Spargel so anspruchsvoll, dass viele Gärtner an seinem Anbau verzweifeln? Die Antwort liegt in seiner natürlichen Wuchsform und seinem Lebenszyklus. Eine ausgewachsene Spargel-Pflanze ist eine mehrjährige Staude, die über Jahre hinweg am selben Standort verbleibt und im Frühjahr ihre Triebe aus einem komplexen Wurzelwerk, den sogenannten Rhizomen, treibt. Diese Langlebigkeit und die Art der Ernte – das Brechen oder Schneiden der jungen Triebe – erfordern spezifische Bedingungen, die nicht überall gegeben sind.
Die Hauptursache für Misserfolg ist oft die mangelnde Vorbereitung des Bodens. Spargel benötigt tiefgründigen Boden, damit sich die Rhizome weit ausbreiten können und die langen Spargelstangen ungehindert nach oben wachsen. Verdichtete Böden oder solche mit viel Schutt und Steinen behindern das Wurzelwachstum und führen zu dünnen, deformierten Stangen oder gar keinen Trieben. Der Boden muss nicht nur locker, sondern auch nährstoffreich sein, da Spargel ein Starkzehrer ist und über seine lange Lebensdauer viel Energie benötigt.
Ein weiterer kritischer Faktor ist die Wasserversorgung. Obwohl Spargel tief wurzelt und so auch Trockenperioden gut überstehen kann, ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit während der Wachstumsphase essenziell. Staunässe hingegen ist sein Todfeind. Die Rhizome beginnen zu faulen, was zum Absterben der Pflanze führt. Ein gut durchlässiger Boden ist daher unerlässlich, um dieses Risiko zu minimieren.
Die Spargelernte selbst ist ein Balanceakt. Wird zu früh oder zu stark geerntet, schwächt dies die Pflanze und mindert ihre Fähigkeit, im nächsten Jahr ausreichend Energie für neue Triebe zu speichern. Umgekehrt lässt man die Triebe unkontrolliert wachsen, bilden sie Blätter und werden zu holzigen Stangen, die nicht mehr schmackhaft sind. Die Pflanze benötigt nach der Erntezeit genügend Zeit, um ihre grünen Wedel auszubilden und Kraft für die nächste Saison zu sammeln.
Die Wahl des richtigen Zeitpunkts für das Anpflanzen spielt ebenfalls eine Rolle. Spargel ist eine wärmeliebende Pflanze. Ein zu früher Pflanztermin im Frühjahr, wenn noch Frostgefahr besteht, kann die jungen und empfindlichen Pflanzen schädigen.
Das Fundament für eine reiche Spargelernte liegt in der Berücksichtigung seiner spezifischen Bedürfnisse: Sonne, tiefgründiger und gut durchlässiger Boden, sowie eine angepasste Ernte- und Pflegepraxis.
Der Weg zur ersten Ernte: Die richtige Vorgehensweise
Wie bringt man Spargel erfolgreich zum Wachsen und sichert sich damit die süßen, knackigen Stangen? Der Schlüssel liegt in einer sorgfältigen Planung und Ausführung, die auf den Erkenntnissen über die typischen Fehler und ihre Ursachen aufbaut. Der gesamte Prozess, von der Auswahl des Standorts bis zur ersten Ernte, ist ein Marathon, kein Sprint.
Den idealen Standort wählen und vorbereiten
Beginnen Sie mit der Wahl des sonnigsten Platzes in Ihrem Garten. Spargel benötigt volle Sonne, idealerweise auf einem leicht erhöhten Beet, um Staunässe zu vermeiden, falls der Boden von Natur aus schwer ist. Der Boden selbst muss tiefgründig gelockert werden, mindestens 50-60 cm tief. Entfernen Sie alle Steine, Unkräuter und Wurzelreste. Eine Gründüngung im Vorjahr oder das Einarbeiten von gut verrottetem Kompost und Stallmist verbessert die Bodenstruktur und Nährstoffversorgung erheblich. Ideal ist ein leicht sandiger Lehmboden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0.
Spargel anpflanzen: Samen oder Wurzeln?
Sie haben grundsätzlich zwei Wege, Spargel anzupflanzen: entweder aus Samen oder aus Jungpflanzen (Rhizomen). Das Anpflanzen aus Samen ist zeit- und arbeitsintensiver, da die Samen im Haus vorgezogen werden müssen und die Pflanzen erst nach zwei Jahren ins Freiland gesetzt werden können. Die Rhizome sind die gebräuchlichere und schnellere Methode für den Hausgarten. Sie kaufen diese etwa fingerdicken Wurzelstöcke im Fachhandel. Achten Sie auf gesunde, kräftige Exemplare.
Das Setzen der Spargelpflanzen
Die Pflanzzeit für Spargelwurzeln ist im Frühjahr, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Graben Sie in Ihrem vorbereiteten Beet lange, etwa 30-40 cm tiefe Gräben. Diese Gräben sollten im Abstand von etwa 40-50 cm angelegt werden, damit die Pflanzen genügend Platz zum Ausbreiten haben. Legen Sie die Rhizome so in den Graben, dass die Knospen nach oben zeigen. Bedecken Sie die Wurzeln zunächst nur mit etwa 5-10 cm Erde. Dies schützt die empfindlichen Knospen und regt sie an, nach oben zu wachsen. Nach und nach, wenn die ersten Triebe erscheinen und wachsen, füllen Sie den Graben schrittweise auf, bis er wieder bündig mit der Erdoberfläche ist. Dies fördert die Bildung langer, gerader Spargelstangen.
Die erste Zeit im Beet: Geduld ist gefragt
Nach dem Pflanzen benötigen die Spargelpflanzen Ruhe und Pflege. Halten Sie das Beet unkrautfrei, aber vermeiden Sie tiefes Hacken, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Gießen Sie bei Bedarf, besonders in trockenen Phasen. Im ersten Jahr nach dem Anpflanzen wird nicht geerntet. Lassen Sie die Pflanzen ungestört wachsen, damit sie kräftige Wurzelstöcke ausbilden können, die für zukünftige Ernten unerlässlich sind. Erst im zweiten Jahr nach dem Pflanzen können Sie vorsichtig beginnen, einige wenige Triebe zu ernten. Die volle Erntemenge wird in der Regel erst ab dem dritten Standjahr erzielt.
Schützen Sie Ihre jungen Spargelpflanzen im ersten Jahr vor starken Frösten, indem Sie bei Bedarf eine dicke Schicht Mulch oder Vlies über die Pflanzstelle legen.
Grüner Spargel und weißer Spargel: Der Unterschied beim Anpflanzen
Viele Gärtner fragen sich, ob grüner und weißer Spargel beim Anpflanzen Unterschiede aufweisen. Die gute Nachricht: Im Grunde handelt es sich um die gleiche Pflanzenart (Asparagus officinalis). Der Unterschied liegt in der Anbaumethode und nicht in der genetischen Veranlagung der Pflanze selbst. Beide Sorten können aus denselben Rhizomen gezogen werden, aber um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, sind angepasste Praktiken nötig.
Die Geheimnisse des weißen Spargels
Der klassische weiße Spargel, auch Bleichspargel genannt, verdankt seine helle Farbe dem Umstand, dass er unter der Erde gestochen wird, bevor er das Sonnenlicht erreicht. Dies verhindert die Photosynthese und somit die Bildung des grünen Farbstoffs Chlorophyll. Für den Anbau von weißem Spargel werden traditionell aufwendige Spargeldämme angelegt. Dies sind erhöhte Beete, die bis zu 30 cm hoch aufgeschüttet werden. Die Spargeldämme erwärmen sich im Frühjahr schneller, was die Erntezeit vorverlegt, und sie ermöglichen es, den Spargel unter der Erde zu stechen, ohne die Erde zu stark zu stören. Das bedeutet, dass man den Spargel nicht einfach nur anpflanzen muss, sondern auch eine entsprechende Infrastruktur für die Ernte vorbereiten muss.
Grüner Spargel: Weniger Aufwand, mehr Vitalstoffe
Grüner Spargel hingegen wird über der Erde gestochen, sobald die Spitzen durch die Erdoberfläche brechen. Die Sonneneinstrahlung regt die Photosynthese an, wodurch die Stangen grün werden und sich zusätzlich mit wertvollen Vitaminen und Antioxidantien anreichern. Der Anbau von grünem Spargel ist für den Hobbygärtner oft einfacher, da keine aufwendigen Spargeldämme erforderlich sind. Ein gut vorbereitetes, lockeres und sonniges Beet reicht in der Regel aus. Die Ernte erfolgt, indem man die Triebe direkt an der Erdoberfläche mit einem scharfen Messer oder einer Spargelschere schneidet. Dies macht grünen Spargel anpflanzen und pflegen deutlich unkomplizierter.
Grüner und weißer Spargel – eine Pflanze?
Es ist wichtig zu verstehen, dass beides die gleiche Pflanze ist. Wenn Sie also grünen Spargel anpflanzen, können Sie, wenn Sie möchten, einige Triebe im Boden belassen und sie ungestört wachsen lassen. Diese werden zu den grünen Wedeln, die die Pflanze für die Photosynthese benötigt. Umgekehrt können Sie eine etablierte Spargelpflanze, die Sie als weißen Spargel anbauen, auch dazu bringen, grünen Spargel zu produzieren, indem Sie einfach die Erde um die Triebe herum wegschieben, sobald sie auftauchen, und sie dem Licht aussetzen. Der Grundsatz des Spargel anpflanzen bleibt gleich, die Erntemethode und Bodenvorbereitung unterscheiden sich.
Die Wahl zwischen grünem und weißem Spargel beeinflusst also weniger das eigentliche Anpflanzen, sondern vielmehr die Art und Weise, wie Sie den Spargel ernten und das Beet gestalten.
Die Spargelpflanze: Vom Setzling zum Ertragswunder
Die Entwicklung einer Spargelpflanze ist faszinierend. Was als kleines Rhizom oder zarter Keimling beginnt, entwickelt sich über Jahre hinweg zu einer kräftigen Staude, die uns über ein Jahrzehnt hinweg mit ihren begehrten Stangen versorgt. Jede Phase im Lebenszyklus der Spargelpflanze hat ihre eigenen Anforderungen und Herausforderungen, die für eine erfolgreiche Ernte entscheidend sind.
Die Jungpflanze (Rhizom)
Wenn Sie Spargel anpflanzen, starten Sie meist mit einem Rhizom. Dieses ist das unterirdische Speicherorgan der Pflanze, das bereits Knospen trägt, aus denen die Triebspitzen und die Wurzeln wachsen werden. Beim Kauf sollten Sie auf gesunde, nicht vertrocknete oder matschige Rhizome achten. Sie sind der Grundstock für Ihre Spargelkultur. Die richtige Pflanztiefe und -ausrichtung, wie zuvor beschrieben, ist hierbei essenziell, um den Knospen einen guten Start zu ermöglichen.
Das erste Jahr: Wurzelbildung und Kraftaufbau
Im ersten Jahr nach dem Anpflanzen liegt der Fokus der Pflanze fast ausschließlich auf dem Aufbau eines starken Wurzelsystems. Die oberirdischen Triebe wachsen und entwickeln sich zu federartigen Wedeln, die für die Photosynthese und damit für die Energiespeicherung für die folgenden Jahre zuständig sind. Es findet keine Ernte statt. Diese Phase ist absolut kritisch, um die Langlebigkeit und Ertragsfähigkeit der Pflanze zu gewährleisten. Man könnte sagen, das erste Jahr ist das Jahr der Investition in die Zukunft.
Das zweite Jahr: Erste Erntemöglichkeit und weiterführendes Wachstum
Ab dem zweiten Jahr ist die Pflanze in der Regel stark genug, um erste Ernteversuche zu ermöglichen. Dennoch ist Vorsicht geboten. Man sollte nur wenige Triebe pro Pflanze ernten und darauf achten, nicht zu tief zu schneiden, um den Wurzelstock nicht zu beschädigen. Die Hauptarbeit der Pflanze besteht weiterhin im Aufbau von Biomasse und der weiteren Vergrößerung des Rhizom-Netzwerks. Die Erntezeit ist kurz gehalten, oft nur zwei bis drei Wochen, damit die Pflanze danach wieder genügend Zeit hat, ihre Wedel auszubilden und Kraft für das kommende Jahr zu sammeln.
Ab dem dritten Jahr: Die volle Spargelernte beginnt
Ab dem dritten Standjahr ist die Spargelpflanze ausgewachsen und entwickelt sich zu einem echten Ertragswunder. Der Wurzelstock ist nun kräftig genug, um eine reichhaltige Ernte über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen zu ermöglichen. Dennoch gilt auch hier: Eine zu späte oder zu aggressive Ernte kann die Pflanze übermäßig schwächen und ihre Lebensdauer verkürzen. Nach der Erntezeit ist es wichtig, die Pflanze sich selbst zu überlassen, damit sie ihre Energie in das Wachstum der Wedel und die Speicherung von Nährstoffen für das nächste Frühjahr investieren kann.
Die Entwicklung einer ausgewachsenen Spargel-Pflanze zum Ertragswunder ist ein Prozess, der Jahre dauert und konsequente, angepasste Pflege erfordert.
Spargel düngen und pflegen: Nährstoffe für die Langlebigkeit
Eine Spargelpflanze ist eine mehrjährige Investition in den Garten, die über viele Jahre hinweg Ertrag bringen soll. Damit dies gelingt, ist eine angepasste Düngung und regelmäßige Pflege unerlässlich. Spargel ist ein Starkzehrer, das heißt, er benötigt während seiner Wachstums- und Erntephasen viele Nährstoffe, um kräftige Triebe zu bilden und seine unterirdischen Speicherorgane aufzubauen.
Die richtige Düngung im Jahresverlauf
Die Düngung sollte nicht als einmalige Aktion erfolgen, sondern über das Jahr verteilt. Direkt nach der Ernte, wenn die Pflanzen beginnen, ihre grünen Wedel auszubilden, ist der wichtigste Zeitpunkt für eine kräftige Nährstoffzufuhr. Eine Gabe von gut verrottetem Kompost oder organischem Volldünger unterstützt den Aufbau der Reserven für die nächste Saison. Achten Sie auf einen Dünger, der reich an Kalium ist, da dies die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Krankheiten und Trockenheit stärkt. Alternativ können Sie auch spezielle Spargeldünger verwenden, die auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt sind. Diese enthalten oft auch wichtige Spurenelemente.
Im Herbst kann eine weitere Gabe Kompost die Bodenstruktur verbessern und die Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Im zeitigen Frühjahr, bevor die ersten Triebe erscheinen, kann eine leichte Gabe Stickstoff helfen, den Austrieb zu fördern, aber hier ist Vorsicht geboten: Zu viel Stickstoff kann zu schnellem, aber schwachem Wachstum führen, das anfälliger für Frostschäden ist.
Unkrautmanagement – Ein ständiger Kampf
Unkraut ist ein großer Konkurrent für Spargelpflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe. Da Spargel tief wurzelt und das flache Hacken empfindliche Wurzeln verletzen kann, ist Unkrautmanagement eine Herausforderung. Regelmäßiges Jäten von Hand ist die effektivste Methode, besonders in den ersten Jahren. Mulchen kann helfen, das Unkrautwachstum zu unterdrücken und gleichzeitig die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Achten Sie darauf, dass die Mulchschicht nicht zu dicht an den Pflanzen liegt, um Fäulnis zu vermeiden.
Schutz vor Schädlingen und Krankheiten
Eine gesunde Pflanze ist widerstandsfähiger. Achten Sie auf Anzeichen von Spargelhähnchen oder Spargelfliegen, deren Larven die Triebe schädigen können. Bei einem geringen Befall können die Schädlinge oft per Hand abgesammelt werden. Eine gute Durchlüftung der Pflanzen durch ausreichenden Pflanzabstand und das Entfernen von abgestorbenen Pflanzenteilen im Herbst hilft, Pilzkrankheiten vorzubeugen. Generell gilt: Prävention durch gute Pflege ist die beste Verteidigung.
Eine gut genährte und gepflegte Spargelpflanze ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten und liefert über viele Jahre zuverlässig Ertrag.
Grünen Spargel schneiden und ernten: Der richtige Zeitpunkt
Der Moment, auf den jeder Spargelliebhaber wartet: die Ernte! Doch auch hier gibt es wichtige Regeln zu beachten, um die Pflanze nicht zu überfordern und die Qualität des Spargels zu gewährleisten. Wann und wie Sie grünen Spargel schneiden und ernten, hat direkte Auswirkungen auf die zukünftige Ernte und die Gesundheit Ihrer Spargelpflanzen.
Das Erntefenster: Wann beginnt die Ernte?
Wie bereits erwähnt, beginnt die Ernte von grünem Spargel in der Regel ab dem dritten Standjahr. Die Pflanzzeit für die Rhizome ist im Frühjahr. Im ersten Jahr wird nicht geerntet. Im zweiten Jahr kann vorsichtig geerntet werden, aber nur für wenige Wochen. Ab dem dritten Jahr ist die Erntezeit in der Regel von Mitte April bis zum Johannistag (24. Juni) angesetzt. Wichtig ist, dass Sie aufhören zu ernten, wenn die Spargelstangen dünner werden und die Erträge nachlassen. Dies signalisiert, dass die Pflanze ihre Energie für die Bildung der Wedel benötigt.
Grüner Spargel schneiden: Technik und Werkzeug
Für grünen Spargel ist die Erntemethode etwas anders als bei weißem Spargel. Sobald die Spitzen der grünen Spargelstangen etwa 15-20 cm aus dem Boden ragen, sind sie erntereif. Suchen Sie die dicksten und kräftigsten Triebe. Sie können grünen Spargel schneiden, indem Sie mit einem scharfen Messer oder einer speziellen Spargelschere knapp über dem Boden abschneiden. Alternativ können Sie die Stange auch vorsichtig mit den Fingern brechen, indem Sie sie an der Stelle knicken, wo sie von selbst bricht. Dies ist meist am Ansatz, wo sie noch zart ist. Achten Sie darauf, die umliegenden Knospen und jungen Triebe nicht zu beschädigen.
Der Schlüssel zur erfolgreichen Ernte von grünem Spargel liegt darin, die Triebe zu schneiden oder zu brechen, bevor sie zu holzig werden und sich die Spitzen öffnen.
Was tun mit den Resten?
Die grünen Spargelwedel, die nach der Erntezeit stehen bleiben und wachsen, sind für die Pflanze überlebenswichtig. Sie betreiben Photosynthese und sammeln Energie für das nächste Jahr. Diese Wedel werden im Herbst absterben und können dann im Winter zurückgeschnitten werden. Sie dienen auch als natürlicher Schutz für den Wurzelstock vor Frost.
Bei der Ernte von grünem Spargel ist es ratsam, regelmäßig zu ernten, idealerweise täglich, sobald die Erntezeit beginnt. So stellen Sie sicher, dass Sie die Triebe im optimalen Zustand erwischen und die Pflanze nicht überstrapazieren.
Die Spargelernte sichern: Ratschläge für den Hausgarten
Das Anpflanzen von Spargel ist ein langfristiges Projekt, das Geduld und Sorgfalt erfordert. Doch die Mühe lohnt sich, wenn man die süßen, knackigen Stangen frisch aus dem eigenen Garten genießen kann. Um die Ernte zu maximieren und die Pflanze über viele Jahre gesund zu halten, sind einige zusätzliche Tipps für den Hausgarten hilfreich.
Geduld ist eine Tugend
Das Wichtigste zuerst: Seien Sie geduldig. Wie mehrfach erwähnt, ist der Spargel keine Pflanze für Ungeduldige. Die ersten zwei Jahre nach dem Anpflanzen sind reine Aufbaujahre. Eine zu frühe oder zu aggressive Ernte ruiniert die Pflanze für die Zukunft. Betrachten Sie die ersten Erträge eher als eine Kostprobe, um die Qualität zu prüfen, und nicht als Quelle für eine volle Mahlzeit.
Regelmäßige Pflege nach der Ernte
Nach der Erntezeit ist vor der nächsten Ernte. Die Pflege der grünen Wedel ist entscheidend. Halten Sie den Boden locker und unkrautfrei, und versorgen Sie die Pflanzen mit ausreichend Wasser und Nährstoffen. Eine gute Düngung nach Ende der Erntezeit, wie oben beschrieben, ist essenziell für den Aufbau der Energiereserven.
Die richtige Pflanzabfolge
Wenn Sie Spargel anpflanzen, planen Sie genügend Platz ein. Eine Spargelpflanze kann sich über Jahre hinweg stark ausbreiten. Planen Sie einen Abstand von mindestens 40-50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen ein. Dies gewährleistet nicht nur ausreichend Nährstoffe und Wasser für jede Pflanze, sondern auch eine gute Luftzirkulation, was Pilzkrankheiten vorbeugt. Ein gut durchdachter Pflanzplan erspart Ihnen später mühsames Auslichten oder Umsetzen.
Erntezeitpunkt – Nicht nur die Dauer zählt
Die Entscheidung, wann die Ernte beendet wird, ist genauso wichtig wie der Beginn. Wenn die Stangen merklich dünner werden, ist das ein klares Zeichen, dass die Pflanze ihre Energie lieber in die Wedelbildung stecken möchte. Das Johannisfest ist ein traditioneller Richtwert, aber das Wetter und die Bodenbeschaffenheit spielen ebenfalls eine Rolle. Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau.
Der Schlüssel zur Maximierung Ihrer Spargelernte liegt in der Kombination aus Geduld während der Anwachsphase und sorgfältiger Pflege sowie einem bedachten Ernteende.
Wenn Sie überlegen, grünen und weißen Spargel auf demselben Beet anzubauen, ist es am einfachsten, mit der Methode für grünen Spargel zu beginnen und bei Bedarf später nur einzelne Pflanzen für weißen Spargel einzudämmen.
