Der ideale Zeitpunkt für die Spinataussaat
Die Frage, wann man Spinat aussäen sollte, ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Ernte. Spinat ist ein Starkzehrer mit einer Vorliebe für kühleres Wetter, was seine Aussaatzeit flexibel gestaltet, aber dennoch klare Präferenzen aufzeigt. Wann genau Sie die Samen in die Erde bringen, hängt maßgeblich von Ihrer gewünschten Erntezeit ab.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Frühjahrs-, Sommer- und Herbstsaaten. Die Frühjahrsaussaat beginnt, sobald der Boden bearbeitbar ist, oft schon im späten Winter oder sehr frühen Frühjahr, meist ab März. Hierbei ist Vorsicht geboten, denn zu frühe Aussaat bei noch strengem Frost kann die Keimung hemmen oder die jungen Pflanzen schädigen. Die Ernte folgt dann im späten Frühjahr bis Frühsommer. Für eine fortlaufende Ernte über den Sommer hinweg ist eine Aussaat alle paar Wochen empfehlenswert. Die Sommeraussaat (oftmals ab Juni/Juli) ist anspruchsvoller, da Spinat bei Hitze zum Schossen neigt, also schnell Blüten bildet und bitter wird. Hier eignen sich speziell für den Sommer gezüchtete, schossfeste Sorten. Die Herbstsaat, die oft als die beste für ein kräftiges Wachstum und eine gute Lagerfähigkeit gilt, beginnt im Spätsommer bis frühen Herbst, etwa ab August bis September. Der Spinat wächst dann langsam über den Herbst und kann oft noch im milden Winter oder sehr zeitig im nächsten Frühjahr geerntet werden.
Frühjahrsaussaat: Der Startschuss für frischen Spinat
Sobald die Gefahr von starken Nachtfrösten vorüber ist und der Boden sich bearbeiten lässt – meist ab März, regional auch schon früher –, können Sie mit der Aussaat für die erste Ernte des Jahres beginnen. Der Boden sollte aufgelockert und gut vorbereitet sein. Eine frühe Aussaat ermöglicht es dem Spinat, noch vor der größten Sommerhitze kräftige Blätter zu entwickeln.
Sommeraussaat: Mit den richtigen Sorten gegen Hitze
Spinat ist kein Freund großer Hitze. Bei Temperaturen über 20°C neigt er schnell zum Schossen. Wenn Sie dennoch im Sommer nicht auf frischen Spinat verzichten möchten, wählen Sie gezielt schossfeste Sorten. Diese sind dafür gezüchtet, der Hitze besser standzuhalten und verzögert in die Blüte zu gehen. Eine Aussaat ist hier alle zwei bis drei Wochen möglich, um einen kontinuierlichen Nachschub zu gewährleisten.
Herbstsaat: Die Basis für eine späte Ernte und Überwinterung
Die Aussaat ab Mitte August bis in den September hinein ist ideal, um eine reiche Herbsternte einzufahren. Bei dieser Aussaat haben die Pflanzen genug Zeit, sich vor dem Winter gut zu entwickeln. Gut entwickelte Herbstspinatpflanzen überstehen mildere Winter sogar im Freiland und können im nächsten Frühjahr als eine der ersten frischen Ernten geerntet werden. Der langsame Wuchs im kühlen Herbst fördert ein intensives Aroma und eine gute Blattstruktur.
Nutzen Sie das Wetter zu Ihrem Vorteil: Beobachten Sie die Nachttemperaturen. Wenn diese konstant über dem Gefrierpunkt bleiben und der Boden nicht mehr gefroren ist, ist dies ein gutes Zeichen für den Beginn der Aussaat.
Die Wahl der richtigen Sorte spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg, insbesondere bei der Sommeraussaat.
Die richtige Bodenvorbereitung und Standortwahl
Bevor Sie Spinat aussäen, ist eine sorgfältige Vorbereitung des Bodens und die Wahl des richtigen Standorts unerlässlich. Spinat liebt tiefgründig gelockerte, nährstoffreiche Erde. Ein schwerer, lehmiger Boden sollte mit Kompost und Sand verbessert werden, um Staunässe zu vermeiden, die zu Wurzelfäule führen kann. Ein leichter, sandiger Boden benötigt mehr organische Substanz wie Kompost, um Wasser und Nährstoffe besser speichern zu können.
Der ideale Standort für Spinat ist sonnig, aber besonders im Sommer ist ein halbschattiger Platz von Vorteil, um das vorzeitige Schossen zu verhindern. Spinat ist ein Starkzehrer, das heißt, er benötigt viele Nährstoffe. Arbeiten Sie vor der Aussaat reichlich gut verrotteten Kompost oder Stallmist in die Erde ein. Dies versorgt die Pflanzen nicht nur mit Nährstoffen, sondern verbessert auch die Bodenstruktur.
Bodenbeschaffenheit: Locker, nährstoffreich und gut drainiert
Spinatwurzeln wachsen am besten in einem Boden, der locker und tiefgründig ist. Dies ermöglicht es ihnen, sich gut zu entfalten und Nährstoffe aufzunehmen. Vermeiden Sie verdichtete Böden, da diese das Wurzelwachstum behindern und die Belüftung erschweren.
Nährstoffbedarf: Der Hunger des Starkzehrers
Als Starkzehrer hat Spinat einen hohen Nährstoffbedarf. Eine gründliche Bodenvorbereitung mit organischem Dünger ist daher unerlässlich. Bedenken Sie, dass Spinat schnell wächst und diese Nährstoffe zügig aufbraucht. Eine Nachdüngung kann notwendig sein, sollte aber vorsichtig erfolgen, um eine Überdüngung zu vermeiden.
Standortwahl: Sonne und Halbschatten sind Trumpf
Spinat bevorzugt generell einen sonnigen Standort, da er so kräftige Blätter ausbildet. Jedoch kann zu intensive Sonneneinstrahlung, besonders im Hochsommer, zum schnellen Schossen führen. Ein Standort, der am Nachmittag etwas Schatten bietet, kann hier Abhilfe schaffen und die Ernteperiode verlängern.
Ein gut vorbereiteter Boden ist die halbe Miete, wenn Sie Spinat aussäen möchten.
Stellen Sie sicher, dass der gewählte Standort genügend Licht erhält, aber auch vor extremer Mittagshitze geschützt ist, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Das richtige Aussaatverfahren: Von der Direkt- zur Vorkultur
Beim Spinat aussäen haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen der direkten Aussaat ins Freiland und der Vorkultur im Haus. Die direkte Aussaat ist die gebräuchlichste und für Spinat meist auch die einfachste Methode, da die Pflanzen oft sehr robust sind und sich gut etablieren. Die Vorkultur kann in kühlen Regionen oder bei dem Wunsch nach einer besonders frühen Ernte sinnvoll sein.
Bei der direkten Aussaat werden die Samen in Reihen oder breitwürfig in das vorbereitete Beet gesät. Die Saattiefe beträgt etwa 1 bis 3 Zentimeter, abhängig von der Bodensorte – in leichten Böden etwas tiefer als in schweren. Der Abstand zwischen den Reihen sollte etwa 20 bis 30 Zentimeter betragen, damit die Pflanzen später genügend Platz zum Wachsen haben und die Blätter gut geerntet werden können. Wenn Sie breitwürfig säen, streuen Sie die Samen gleichmäßig über die Fläche und arbeiten sie leicht in die Erde ein. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung, um eine Überbevölkerung zu vermeiden.
Direktsaat ins Freiland: Die unkomplizierte Methode
Die meisten Gärtner entscheiden sich für die Direktsaat, da Spinat gut auf das Umpflanzen reagiert. Sie säen die Samen direkt in das vorbereitete Beet. Dies erspart Ihnen einen Arbeitsschritt und die Pflanzen haben von Anfang an den Platz, den sie benötigen.
Vorkultur im Haus: Für einen frühen Start
Wer nicht warten möchte, bis der Boden im Freiland warm genug ist, kann ab Ende Februar mit der Vorkultur im Haus beginnen. Verwenden Sie hierfür Anzuchtschalen oder kleine Töpfe. Die Samen werden etwa 1-2 cm tief in feuchter Anzuchterde ausgesät. Stellen Sie die Töpfe an einen hellen, kühlen Ort. Sobald die jungen Pflanzen einige echte Blätter entwickelt haben und der Frost vorbei ist, können sie ins Freiland gesetzt werden. Beachten Sie, dass die Wurzeln beim Umpflanzen möglichst wenig gestört werden sollten.
Saattiefe und Abstand: Platz für Wachstum
Die optimale Saattiefe liegt zwischen 1 und 3 cm. Bei der Reihensaat sollten die Reihen 20-30 cm auseinanderliegen. Bei einer breiteren Aussaat streuen Sie die Samen eher locker aus und bedecken sie leicht mit Erde. Eine zu tiefe Aussaat kann die Keimung verzögern oder verhindern.
Regelmäßiges Gießen direkt nach der Aussaat ist entscheidend für die Keimung.
Geben Sie den Sämlingen ausreichend Platz, damit sie sich zu gesunden, ertragreichen Pflanzen entwickeln können.
Keimung und erste Pflege der Spinatpflänzchen
Nachdem Sie Spinat ausgesät haben, beginnt die Phase der Keimung, die für den weiteren Wachstumserfolg von entscheidender Bedeutung ist. Die Keimdauer von Spinat variiert je nach Temperatur und Sorte, liegt aber meist zwischen 7 und 21 Tagen. Ideale Keimtemperaturen für Spinat liegen zwischen 10°C und 15°C. Temperaturen über 20°C können die Keimung zwar nicht gänzlich verhindern, aber signifikant verlangsamen und das Risiko des Schossens bereits bei jungen Keimlingen erhöhen.
Während der Keimphase ist es wichtig, dass die Erde stets feucht gehalten wird. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, die den empfindlichen Samen schaden kann. Ein sanftes Besprühen der Oberfläche mit Wasser ist hier oft besser als kräftiges Gießen, um die Samen nicht freizulegen oder wegzuschwemmen. Sobald die ersten zarten grünen Blättchen aus der Erde sprießen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Pflanzen Wurzeln bilden und mit ihrem Wachstum beginnen.
Feuchtigkeit halten: Der Schlüssel zur Keimung
Spinatsamen benötigen eine gleichmäßige Feuchtigkeit, um zu keimen. Die Erde sollte niemals austrocknen, aber auch nicht überschwemmt werden. Ein feiner Sprühnebel ist oft die beste Methode, die Oberfläche feucht zu halten.
Temperaturmanagement: Kühler ist besser
Spinat bevorzugt kühle Temperaturen für die Keimung und das frühe Wachstum. Extreme Hitze kann die Keimung hemmen und das Risiko des Schossens erhöhen. Achten Sie auf die Bodentemperatur, wenn Sie die Aussaat planen.
Erste Pflege: Vereinzeln und Schutz
Sobald die Sämlinge kräftiger werden und die ersten echten Blätter (nicht die Keimblätter) zeigen, ist es ratsam, sie zu vereinzeln. Stehen die Pflanzen zu dicht, konkurrieren sie um Licht, Wasser und Nährstoffe, was zu schwachem Wachstum führt. Entfernen Sie die schwächeren Pflänzchen vorsichtig, sodass ein Abstand von etwa 5-10 cm zwischen den verbleibenden Pflanzen entsteht. In dieser Phase sind die jungen Pflanzen empfindlich gegenüber Schädlingen und Trockenheit, daher ist eine achtsame Pflege wichtig.
Geduld ist gefragt, denn Spinat braucht ein paar Tage, um aus der Erde zu brechen.
Das richtige Vereinzeln gibt jeder Pflanze den Raum, den sie für eine reiche Blätterbildung benötigt.
Die Wachstumsphase: Bewässerung, Düngung und Unkrautkontrolle
Sobald Ihr Spinat keimt und zu wachsen beginnt, steht die Pflege in der Wachstumsphase im Vordergrund. Spinat ist kein anspruchsloses Gewächs, aber er benötigt konstante Bedingungen, um seine typisch kräftigen und saftigen Blätter zu entwickeln. Die wichtigsten Aspekte sind eine bedarfsgerechte Bewässerung, eine ausreichende Nährstoffversorgung und die Bekämpfung von Unkraut.
Spinat benötigt gleichmäßige Feuchtigkeit. Besonders in trockenen Perioden und während der warmen Sommermonate ist regelmäßiges Gießen unerlässlich. Gießen Sie am besten morgens oder abends, um die Blätter nicht zu benetzen und Verbrennungen durch Sonneneinstrahlung auf feuchten Blättern zu vermeiden. Eine gleichmäßige Wasserversorgung verhindert, dass die Pflanzen gestresst werden, was wiederum das Schossen beschleunigen könnte. Staunässe sollte dabei unbedingt vermieden werden, da dies die Wurzeln schädigen kann.
Als Starkzehrer profitiert Spinat von einer zusätzlichen Nährstoffgabe. Nach der Keimung und beim Erscheinen der ersten echten Blätter kann eine milde Düngung mit einem organischen Flüssigdünger oder einer Stickstoff-betonten Komposttee-Lösung erfolgen. Überdüngen Sie jedoch nicht, denn zu viel Stickstoff kann den Nitratgehalt im Spinat erhöhen, was gesundheitlich bedenklich sein kann. Achten Sie auf Sorten, die für ihren geringeren Nitratgehalt bekannt sind.
Unkraut konkurriert mit Ihrem Spinat um Licht, Wasser und Nährstoffe. Halten Sie das Beet daher sorgfältig frei von Unkraut. Da Spinat flache Wurzeln hat, ist es wichtig, beim Unkrautjäten vorsichtig vorzugehen, um die Wurzeln des Spinats nicht zu beschädigen. Hacken Sie das Unkraut vorsichtig mit der Hand oder einem kleinen Werkzeug heraus. Mulchen kann helfen, das Unkrautwachstum zu unterdrücken und gleichzeitig die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Bewässerung: Gleichmäßig und bedarfsgerecht
Spinat benötigt ausreichend Wasser. Die Erde sollte stets leicht feucht sein. Vermeiden Sie sowohl Austrocknung als auch Staunässe, da beides das Pflanzenwachstum negativ beeinflusst und zum Schossen animieren kann.
Düngung: Nährstoffe für kräftiges Wachstum
Eine gute Nährstoffversorgung ist wichtig, da Spinat ein Starkzehrer ist. Organische Dünger sind hierfür ideal. Achten Sie auf eine moderate Düngung, um einen zu hohen Nitratgehalt zu vermeiden.
Unkraut bekämpfen: Schonend und effektiv
Entfernen Sie Unkraut regelmäßig, um Konkurrenz für Ihre Spinatpflanzen zu minimieren. Gehen Sie dabei vorsichtig vor, um die feinen Spinatwurzeln nicht zu beschädigen.
Konsequente Unkrautkontrolle sichert Ihren Spinatpflanzen die notwendigen Ressourcen zum Gedeihen.
Achten Sie auf Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten, um frühzeitig eingreifen zu können.
Erntezeit: Wann und wie man Spinat erntet
Der Moment, auf den jeder Gärtner wartet: die Ernte des selbst angebauten Spinats. Spinat kann, je nach Aussaatzeit und Sorte, oft schon 4 bis 8 Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Wann genau Sie zur Schere greifen, hängt davon ab, ob Sie Baby-Spinat ernten möchten oder ausgewachsene Blätter bevorzugen. Generell gilt: Je früher Sie ernten, desto zarter und aromatischer sind die Blätter, und das Risiko des Schossens wird weiter minimiert.
Es gibt zwei Hauptmethoden, Spinat zu ernten: die Ernte ganzer Pflanzen oder die Pflückernt. Bei der Ernte ganzer Pflanzen schneiden Sie die Pflanze kurz über dem Boden ab. Dies ist sinnvoll, wenn Sie eine größere Menge auf einmal benötigen. Beachten Sie, dass die Pflanze danach nicht mehr nachwachsen wird. Die Pflückernt, auch Schnitt- oder Blattentnahme genannt, ist die nachhaltigere Methode und ermöglicht mehrere Ernten von derselben Pflanze. Dabei schneiden Sie nur die äußeren, größeren Blätter ab und lassen das Herz der Pflanze stehen. Dieses treibt dann neu aus und liefert Ihnen über Wochen hinweg frischen Spinat. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die Pflanze beginnt zu schossen oder ihre Ertragsfähigkeit nachlässt.
Nach der Ernte ist die Lagerung entscheidend. Frischer Spinat sollte möglichst bald verbraucht werden, da er schnell welkt und an Vitaminen verliert. Im Kühlschrank hält er sich in einem feuchten Tuch oder einer Plastiktüte verpackt einige Tage. Spinat ist dafür bekannt, dass er beim Erwärmen giftig werden kann, wenn er zu lange warm gehalten wird oder falsch gelagert wird. Spinat enthält Nitrate, die sich bei unsachgemäßer Lagerung (länger als 2-3 Stunden warm gehalten) in gesundheitsschädliches Nitrit umwandeln können. Am besten ist es, Spinat nur einmal kurz zu erwärmen oder Reste sofort zu kühlen und am nächsten Tag zu verbrauchen, oder ihn roh zu verwenden.
Baby-Spinat: Die frühe Ernte
Für Baby-Spinat ernten Sie die Pflanzen bereits, wenn sie noch klein sind, oft nur wenige Wochen nach der Aussaat. Dies liefert zarte, kleine Blätter, die sich hervorragend für Salate eignen.
Pflückernt: Für fortlaufenden Nachschub
Diese Methode erlaubt es Ihnen, von derselben Pflanze mehrmals zu ernten. Schneiden Sie nur die äußeren Blätter ab, das Herz der Pflanze wächst weiter. Dies verlängert die Erntezeit erheblich.
Aufbewahrung und Verzehr: Nitrat beachten
Spinat sollte nach der Ernte schnell verbraucht oder kühl gelagert werden. Beim Erwärmen von gekochtem Spinat auf Nitratbildung achten: Reste sofort kühlen oder nur einmal aufwärmen, um die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit zu vermeiden.
Frisch geernteter Spinat besitzt das intensivste Aroma und die meisten Nährstoffe.
Nutzen Sie die Pflückernt-Methode, um über einen längeren Zeitraum hinweg frischen Spinat aus Ihrem Garten zu beziehen.
Häufige Probleme und Lösungen beim Spinatanbau
Obwohl Spinat im Allgemeinen als robust gilt, können beim Anbau verschiedene Probleme auftreten, die Ihre Ernte beeinträchtigen können. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, können Sie diese Probleme oft vermeiden oder schnell beheben. Das Hauptproblem, dem viele Gärtner gegenüberstehen, ist das vorzeitige Schossen, gefolgt von Schädlingen und Krankheiten.
Vorzeitiges Schossen: Dies ist das häufigste Problem, besonders bei wärmeren Temperaturen oder wenn die Pflanzen unter Stress stehen (Trockenheit, Nährstoffmangel, Staunässe). Spinat ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr blüht, wenn die Tage länger und wärmer werden, oder wenn sie gestresst ist. Um Schossen zu vermeiden, säen Sie früh im Frühjahr oder spät im Sommer/Herbst, wählen Sie schossfeste Sorten für die Sommermonate und stellen Sie sicher, dass die Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen vorfinden (gleichmäßige Feuchtigkeit, gute Nährstoffversorgung, keine Staunässe). Eine zu späte Aussaat im Frühjahr kann ebenfalls zu schnellem Schossen führen.
Schädlinge: Blattläuse können junge Spinatpflanzen befallen und den Saft saugen. Bei einem leichten Befall können Sie die Läuse oft mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen oder mit einer Seifenlauge (etwa 10 g Schmierseife auf 1 Liter Wasser) besprühen. Ein weiteres Problem sind Schnecken, die sich besonders über junge, zarte Blätter hermachen. Regelmäßige Kontrolle, Schneckenkragen oder das Ausbringen von Schneckenkorn (umweltfreundliche Varianten bevorzugen) können helfen. Auch die Spinatfliege kann problematisch sein; ihre Larven fressen Gänge in die Blätter. Eine engmaschige Abdeckung des Beetes mit Kulturschutznetzen kann die Fliegen fernhalten.
Krankheiten: Pilzkrankheiten wie Mehltau können auftreten, besonders bei feuchtem Wetter und schlechter Belüftung. Achten Sie auf gute Luftzirkulation, vermeiden Sie Benetzung der Blätter beim Gießen und entfernen Sie befallene Blätter umgehend. Eine ausgewogene Düngung stärkt die Widerstandskraft der Pflanzen.
Vorzeitiges Schossen verhindern
Wählen Sie die richtige Sorte für die Jahreszeit, säen Sie zur passenden Zeit und sorgen Sie für konstante Wachstumsbedingungen ohne Stress für die Pflanze.
Schädlingsbefall erkennen und bekämpfen
Regelmäßiges Kontrollieren der Pflanzen und frühzeitiges Eingreifen bei Blattläusen, Schnecken oder der Spinatfliege sind entscheidend für eine gesunde Ernte.
Krankheiten vorbeugen
Gute Hygiene im Garten, ausgewogene Nährstoffversorgung und Vermeidung von Staunässe stärken die Pflanzen gegen Pilzbefall.
Einmal geschossener Spinat ist meist bitter und eignet sich kaum noch für den Frischverzehr.
Beobachten Sie Ihre Pflanzen genau; oft verraten schon leichte Veränderungen ein Problem.
Spinat nach dem Blühen: Essbar oder nicht?
Eine häufig gestellte Frage im Spinatanbau ist, ob man Spinat noch essen kann, wenn er zu blühen beginnt. Die Antwort ist nicht ganz schwarz-weiß, aber im Allgemeinen gilt: Ja, man kann ihn noch essen, aber die Qualität und der Geschmack verändern sich merklich.
Wenn Spinat zu blühen beginnt (man spricht auch vom „Schossen“), schaltet die Pflanze ihren Lebenszyklus um. Sie konzentriert ihre Energie auf die Blütenbildung und Samenproduktion anstatt auf die Produktion von zarten, fleischigen Blättern. Dies hat mehrere Auswirkungen:
- Geschmack: Die Blätter werden oft bitterer und herber, da sich mehr Bitterstoffe bilden.
- Textur: Die Blätter werden kleiner, zäher und faseriger, was sie weniger angenehm zu essen macht.
- Nährstoffe: Während der frühe Blühschritt noch Nährstoffe in den Blättern enthält, kann die Konzentration von Vitaminen und Mineralstoffen nachlassen, während der Gehalt an Bitterstoffen steigt.
Dennoch bedeutet das Erscheinen erster Blütenknospen nicht zwangsläufig, dass der gesamte Spinat ungenießbar ist. Wenn Sie den Spinat frühzeitig, also direkt beim ersten Anzeichen des Schossens, ernten, sind die Blätter oft noch gut für Kochzwecke geeignet, insbesondere in Gerichten, wo der intensive Geschmack oder die Textur weniger im Vordergrund stehen (z.B. in Eintöpfen oder Smoothies). Für frische Salate ist er dann jedoch meist zu bitter.
Um das Problem des Schossens zu minimieren, ist es wichtig, die richtigen Sorten für die Jahreszeit zu wählen (schossfeste Sorten für den Sommer) und die Aussaatzeiten zu beachten. Spinat ist eine Pflanze des kühlen Wetters. Hohe Temperaturen und lange Tage im Frühsommer sind natürliche Auslöser für das Schossen. Wenn Sie im Sommer anbauen, wählen Sie Sorten, die speziell für diese Bedingungen gezüchtet wurden, und bieten Sie der Pflanze nach Möglichkeit Halbschatten und eine konstante Wasserversorgung.
Kann man Spinat noch essen, wenn er blüht? Ja, aber die Qualität nimmt ab.
Das frühe Erkennen und Ernten ist der Schlüssel, um das Beste aus schossendem Spinat herauszuholen.
Wächst Spinat nach der Ernte nach?
Eine der wunderbarsten Eigenschaften von Spinat ist seine Fähigkeit, nach der Ernte nachzuwachsen, besonders wenn man die richtige Erntemethode wählt. Dies ermöglicht es Ihnen, über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder frischen Spinat aus demselben Beet zu ernten, ohne jedes Mal neu säen zu müssen.
Ob Spinat nachwächst, hängt maßgeblich davon ab, wie Sie ihn ernten. Wenn Sie die gesamte Pflanze mit der Wurzel aus dem Boden ziehen oder knapp über dem Boden abschneiden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie wieder austreibt. Die Pflanze hat ihre ganze Energie in die entwickelten Blätter gesteckt und wird danach absterben.
Die Methode, die das Nachwachsen von Spinat ermöglicht, ist die sogenannte Pflückernt oder Schnitt-Ernte. Dabei werden nur die äußeren, größeren Blätter der Pflanze abgeschnitten oder vorsichtig abgeknipst. Das Herz der Pflanze, also die inneren, jüngeren Blätter und die Spitze, bleibt unversehrt und kann weiter wachsen. Dies ist vergleichbar mit der Ernte von Pflücksalaten. Wichtig ist dabei, dass Sie nicht zu tief schneiden und das Herz der Pflanze nicht beschädigen.
Die Pflückernt funktioniert am besten bei Sorten, die auf schnelles Blattwachstum und nicht auf frühes Schossen ausgelegt sind. Sie können mit dieser Methode oft 2-4 Erntedurchgänge pro Pflanze erzielen, bevor diese ihren Zenit überschreitet oder beginnt zu schossen. Die Erntezeit erstreckt sich dadurch erheblich. Achten Sie auch hier darauf, dass die Pflanze genügend Wasser und Nährstoffe erhält, um dieses kontinuierliche Wachstum zu unterstützen.
Wenn Sie beobachten, dass Ihr Spinat beginnt zu schossen, wird das Nachwachsen der Blätter ebenfalls eingeschränkt sein. Die Pflanze steckt ihre Energie in die Blütenbildung. In diesem Stadium ist die Ernte als Schnitt-Spinat oft noch möglich, die Qualität der Blätter wird jedoch abnehmen und der Geschmack bitterer werden. Sobald die Pflanze deutlich blüht, ist das Nachwachsen praktisch eingestellt.
Ja, Spinat wächst nach, wenn Sie die Pflückernt-Methode anwenden.
Schneiden Sie nur die äußeren Blätter ab und lassen Sie das Herz der Pflanze unberührt.
