Die Kunst der Herbst-Spinataussaat

Das Säen von Spinat im Herbst ist eine bewährte Methode, um auch in der kühlen Jahreszeit von frischem, nährstoffreichem Blattgemüse zu profitieren. Mit der richtigen Planung und Vorgehensweise gelingt die späte Aussaat mühelos und sichert eine reiche Ernte. Anders als bei der Frühjahrsaussaat, bei der es darum geht, den ersten frischen Spinat so früh wie möglich im Jahr zu erhalten, zielt die Herbstsaat darauf ab, Pflanzen zu etablieren, die überwintern und im Spätherbst oder sogar im frühen Frühjahr des Folgejahres geerntet werden können.

Viele Hobbygärtner scheuen die spätere Aussaat, da sie unsicher sind, ob die Bedingungen noch günstig sind oder wie sich die Pflanzen entwickeln. Doch gerade die Herbstkälte fördert das Wachstum bestimmter Spinatsorten und verhindert oft das vorzeitige Blühen, das im Frühjahr bei steigenden Temperaturen ein Problem darstellen kann. Es ist ein faszinierender Prozess, die Natur bei der Vorbereitung auf die Ruhephase zu beobachten und dabei noch essbare Schätze für den eigenen Tisch zu gewinnen. Der richtige Zeitpunkt ist hierbei entscheidend, um den jungen Pflanzen genügend Zeit zum Anwachsen zu geben, bevor der erste Frost kommt, aber auch, um die Vorkehrungen für die kalte Jahreszeit zu treffen.

  • Herbstsaat sichert Ernte in kühler Jahreszeit und im Frühjahr.
  • Kälte fördert Wachstum und hemmt vorzeitiges Blühen.
  • Der richtige Aussaatzeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg.
  • Es gibt robuste Sorten, die für die Überwinterung geeignet sind.
  • Spinat im Herbst anpflanzen benötigt weniger Pflege während der Wachstumsphase.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Verständnis der Bedürfnisse des Spinats und den spezifischen Bedingungen, die der Herbst bietet. Die Wahl der richtigen Sorte, die Vorbereitung des Bodens und das richtige Timing sind die Grundpfeiler, auf denen Ihre Herbst-Spinat-Ernte aufbaut. Stellen Sie sich vor, wie Sie auch an grauen Tagen im November oder gar im März frischen Spinat aus Ihrem eigenen Garten ernten – eine Vorstellung, die mit etwas Wissen und Sorgfalt Realität werden kann.

Die ideale Aussaatzeit für Spinat im Herbst

Der Herbst bietet ein schmales Zeitfenster für die erfolgreiche Spinataussaat. Üblicherweise liegt dieser Zeitraum zwischen Ende August und Anfang Oktober. Die genaue Wahl hängt von Ihrem regionalen Klima und der spezifischen Spinatsorte ab. Ziel ist es, den Pflanzen genügend Zeit zu geben, sich vor dem ersten starken Frost zu entwickeln und ein kräftiges Wurzelsystem auszubilden. Als Faustregel gilt: Planen Sie die Aussaat so, dass die jungen Pflanzen etwa vier bis sechs Wochen Zeit haben, bevor die Temperaturen dauerhaft unter den Gefrierpunkt fallen.

In kälteren Regionen sollten Sie eher mit der Aussaat im August oder frühen September beginnen, um sicherzustellen, dass die Pflanzen genügend Zeit zum Wachsen haben, bevor der Winter einsetzt. In milderen Klimazonen kann die Aussaat auch noch bis in den Oktober hinein erfolgen. Wichtig ist dabei, dass die Bodentemperatur noch warm genug ist, damit die Samen keimen können – dies ist in der Regel der Fall, solange die Tagestemperaturen noch über 10-15°C liegen.

Bodentemperatur als Indikator

Die Bodentemperatur spielt eine entscheidende Rolle. Spinatsamen keimen optimal bei Temperaturen zwischen 5°C und 20°C, wobei kühlere Temperaturen das Wachstum verlangsamen und wärmere Temperaturen die Keimung beschleunigen können. Wenn Sie unsicher sind, können Sie die Bodentemperatur mit einem Bodenthermometer messen. Eine Bodentemperatur von mindestens 10°C ist für eine zügige Keimung im Herbst ideal.

Berücksichtigen Sie auch das erwartete Ende der Gartensaison. Wenn Sie den Spinat überwintern lassen möchten, um ihn im zeitigen Frühjahr zu ernten, ist eine frühe Herbstsaat unerlässlich. Die Pflanzen wachsen im Herbst langsamer und entwickeln sich kompakter, was sie widerstandsfähiger gegen Frost macht. Wenn Sie jedoch noch eine späte Ernte im Herbst selbst anstreben, können Sie etwas später säen, solange noch genügend warme Tage für das Wachstum verbleiben.

Die Wahl des richtigen Zeitpunkts maximiert die Überlebenschancen Ihrer Spinatpflanzen über den Winter.

Achten Sie auf die Wettervorhersage. Ein milder Herbst kann Ihnen mehr Spielraum geben, während ein früher Kälteeinbruch eine frühere Aussaat oder die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen erfordert. Wenn Sie die Aussaat planen, bedenken Sie auch, wie lange Sie mit der Ernte rechnen. Eine Aussaat Mitte September kann beispielsweise eine Ernte Ende Oktober oder Anfang November ermöglichen, bevor es zu kalt wird.

Die richtige Spinatsorte für den Herbst: robust und ertragreich

Nicht jede Spinatsorte ist für die Aussaat im Herbst und die Überwinterung geeignet. Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend für eine erfolgreiche Ernte. Für die Herbstkultur eignen sich vor allem robuste, langsam wachsende und schossfeste Sorten, die auch mit kühleren Temperaturen und kürzeren Tagen gut zurechtkommen. Diese Sorten sind oft speziell für die Aussaat in den späten Sommermonaten und für den Anbau im Winter optimiert.

Es gibt zwei Haupttypen von Spinat, die für den Herbst interessant sind: Winterspinat und Halbjahrspinat. Winterspinat ist besonders frosthart und kann in vielen Regionen mit minimalem Schutz überwintern. Halbjahrspinat (auch als „halb-winterfest“ bezeichnet) ist etwas weniger robust, kann aber bei milderen Wintern ebenfalls erfolgreich angebaut werden und liefert oft einen früheren Ertrag im Frühjahr.

Empfehlenswerte Sortenmerkmale

  • Schossfestigkeit: Sorten, die nicht schnell Blüten bilden, sind im Herbst besonders wertvoll. Sie wachsen länger und liefern mehr Blattmasse.
  • Kältetoleranz: Gute Frosthärte ist essenziell, damit die Pflanzen den Winter überstehen.
  • Langsames Wachstum: Dies hilft den Pflanzen, sich langsam an die kühleren Temperaturen anzupassen und kräftiger zu werden.
  • Resistenz gegen Krankheiten: Wie bei jedem Anbau sind robuste Sorten, die widerstandsfähiger gegen typische Spinatkrankheiten sind, von Vorteil.

Einige bewährte Sorten sind beispielsweise 'Viking', 'Winterriese', 'Elbana' oder 'Monnopa'. Diese Sorten sind bekannt für ihre gute Ertragsfähigkeit auch unter schwierigeren Bedingungen und ihre Fähigkeit, dem kalten Wetter standzuhalten. Bei der Auswahl im Gartencenter oder im Online-Shop sollten Sie auf die Angaben des Züchters achten, ob die Sorte für den Herbstanbau oder die Überwinterung empfohlen wird.

Die Wahl einer schossfesten, kältetoleranten Sorte ist das Fundament für eine erfolgreiche Herbstspinaternte.

Denken Sie daran, dass auch die Pflanzen, die überwintern sollen, genügend Zeit zum Wachsen brauchen. Säen Sie nicht zu spät, damit die Pflanzen eine gewisse Größe erreichen können, bevor der Boden gefriert. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Sorte in Ihrer Region am besten gedeiht, ist es ratsam, sich bei erfahrenen Gärtnern vor Ort oder in lokalen Gartencentern zu erkundigen. Diese können oft spezifische Empfehlungen für das Klima und den Boden Ihrer Gegend geben.

Der richtige Boden und die optimale Vorbereitung

Für die Herbstsaat von Spinat ist ein gut vorbereiteter Boden entscheidend, der sowohl für die Keimung als auch für das Überwintern der Pflanzen optimale Bedingungen bietet. Spinat bevorzugt einen tiefgründigen, lockeren und humosen Boden, der gut durchlässig ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie im Winter leicht zu Wurzelfäule führen kann.

Beginnen Sie idealerweise schon einige Wochen vor der Aussaat mit der Bodenbearbeitung. Lockern Sie den Boden tiefgründig, mindestens spatentief, um Staunässe vorzubeugen und den Wurzeln ausreichend Platz zu geben. Entfernen Sie sorgfältig Unkraut, Wurzelreste und Steine. Eine gute Durchlüftung des Bodens ist besonders wichtig, da die Pflanzen den Winter überstehen müssen und anfällig für Krankheiten bei feuchter, kalter Witterung sind.

Düngung für den Herbstspinat

Spinat ist ein Starkzehrer, benötigt aber im Herbst keine übermäßig stickstoffbetonte Düngung, die das Wachstum unnötig beschleunigen und die Frosthärte beeinträchtigen könnte. Eine gute Grunddüngung mit reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist im Vorjahr oder einige Wochen vor der Aussaat ist meist ausreichend. Wenn der Boden nährstoffarm ist, können Sie ihn mit einer ausgewogenen organischen Universaldüngung oder einem speziellen Gemüsedünger anreichern. Achten Sie darauf, dass der Dünger gut eingearbeitet wird, damit die Wurzeln der jungen Pflanzen ihn aufnehmen können.

Eine sorgfältige Bodenvorbereitung legt den Grundstein für kräftige, überwinterungsfähige Spinatpflanzen.

Der pH-Wert des Bodens sollte im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen, idealerweise zwischen 6,0 und 7,0. Ist der Boden zu sauer, können Sie ihn mit etwas Kalk verbessern. Eine Bodenprobe kann hierbei Klarheit schaffen und Ihnen helfen, gezielt Massnahmen zu ergreifen. Die Mulchschicht aus Kompost oder Laub, die Sie nach der Aussaat und dem ersten Austreiben aufbringen können, schützt den Boden vor Austrocknung, unterdrückt Unkraut und isoliert die Pflanzen zusätzlich gegen Kälte. Dies ist besonders für das Überwintern von Bedeutung.

Die Wahl des Standorts ist ebenfalls relevant. Spinat mag zwar etwas Schatten, aber für eine gute Entwicklung im Herbst ist ein sonniger bis halbschattiger Standort vorteilhaft. Vermeiden Sie Standorte, die starkem Wind ausgesetzt sind, und wählen Sie einen Platz, an dem der Boden im Sommer nicht zu stark austrocknet. Der Boden sollte auch nicht zu verdichtet sein, da dies die Wurzelbildung und Wasserzirkulation negativ beeinflusst.

Die Aussaatmethode: Abstand und Tiefe

Die Aussaat von Spinat im Herbst unterscheidet sich kaum von der Frühjahrsaussaat, jedoch sind ein paar Details wichtig, um den Pflanzen einen guten Start zu ermöglichen. Die optimale Aussaattiefe liegt bei etwa 1 bis 2 cm. Säen Sie die Samen nicht zu tief, da dies die Keimung erschweren kann, besonders wenn der Boden feucht und kalt ist. Die Samen benötigen ausreichend Licht und Wärme, um zu keimen.

Der Reihenabstand sollte in der Regel 25 bis 30 cm betragen, damit die Pflanzen später genügend Platz zum Wachsen haben und gut belüftet werden. Innerhalb der Reihe können Sie die Samen etwas dichter aussäen und die Pflanzen später vereinzeln, falls gewünscht. Eine zu enge Aussaat führt zu kleineren Pflanzen und kann die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen, da die Luftzirkulation eingeschränkt ist.

Direktsaat oder Vorkultur?

Spinat wird fast ausschliesslich direkt ins Freiland gesät. Eine Vorkultur im Haus ist für den Herbst nicht empfehlenswert, da Spinat empfindlich auf das Umpflanzen reagiert und die Zeit bis zum Frost zu kurz ist, um daraus signifikante Vorteile zu ziehen. Die Direktsaat ermöglicht es den Pflanzen, sich optimal an den Standort und die Bodenverhältnisse anzupassen.

Präzises Säen nach Anleitung minimiert das Risiko von Fehlentwicklungen und sichert eine gesunde Ernte.

Nach der Aussaat werden die Samen vorsichtig mit Erde bedeckt und der Boden leicht angedrückt. Anschliessend ist es ratsam, die Fläche gut, aber nicht mit starkem Wasserstrahl zu wässern. Ein feiner Sprühregen ist ideal, um die empfindlichen Samen nicht wegzuspülen. Bei trockenem Wetter kann es notwendig sein, die Saatfläche bis zum Auflaufen feucht zu halten, was im Herbst aber seltener ein Problem darstellt als im Frühjahr.

Sollten Sie mehrere Reihen säen, ist es sinnvoll, diese mit einem Namen oder einer Markierung zu versehen, um später die verschiedenen Sorten oder Aussaatzeitpunkte unterscheiden zu können. Dies hilft auch bei der Planung und Dokumentation Ihres Gartens für die kommende Saison und ermöglicht es Ihnen, aus den Erfahrungen des laufenden Jahres zu lernen.

Pflege und Schutz für überwinternden Spinat

Sobald der Spinat im Herbst gesät ist und die jungen Pflanzen sich entwickelt haben, beginnt die Phase der Pflege und Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit. Die gute Nachricht ist: Spinat im Herbst benötigt in der Regel weniger intensive Pflege als im Frühjahr oder Sommer. Das langsamere Wachstum und die kühleren Temperaturen reduzieren den Wasserbedarf und die Konkurrenz durch Unkraut.

Wichtig ist jedoch, dass Sie die Pflanzen bis zum ersten stärkeren Frost gut mit Wasser versorgen. Ein gut durchfeuchteter Boden ist widerstandsfähiger gegen Frost als ein trockener. Sobald die Temperaturen sinken, stellt sich das Wachstum stark verlangsamt ein. Achten Sie auf das Auftreten von Schädlingen oder Krankheiten, auch wenn diese im Herbst seltener auftreten.

Schutz vor Frost und Kälte

Für den Schutz des Spinats vor strengem Frost gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Schicht aus Laub, Stroh oder Reisig über den Pflanzen kann wie eine natürliche Decke wirken und die empfindlichen Blätter und Wurzeln isolieren. Achten Sie darauf, dass die Luftzirkulation nicht komplett unterbunden wird, um Fäulnis zu vermeiden. Ein Frühbeet, ein Folientunnel oder das Abdecken mit Gartenvlies sind weitere effektive Methoden, um den Spinat vor eisigen Temperaturen zu schützen und ihm zu ermöglichen, den Winter gut zu überstehen.

Ein massgeschneiderter Winterschutz sichert die Vitalität Ihrer Spinatpflanzen in der kalten Jahreszeit.

Wenn Sie den Spinat in einem Hochbeet oder in Kübeln anbauen, können diese an einen geschützten Ort wie eine Hauswand oder unter Vordächer gestellt werden. Zusätzliches Abdecken mit Vlies oder Folie ist hier ebenfalls empfehlenswert. Der Schutz sollte so angebracht werden, dass er die Pflanzen nicht erdrückt, aber dennoch effektiv vor eisigem Wind und starken Frösten schützt. Bei mildem Wetter kann die Abdeckung zeitweise entfernt werden, um für Lüftung zu sorgen und Schimmelbildung vorzubeugen.

Manche Gärtner ziehen es vor, den Spinat nur leicht anzuhäufen, ähnlich wie bei Rosen, um den Wurzelbereich zu schützen. Dies kann besonders bei Bodennähe-wachsenden Sorten hilfreich sein. Wichtig ist, dass Sie die Pflanzen nicht zu früh mit einer dichten Abdeckung versehen, da sie noch etwas Luft zum Atmen benötigen, bevor die richtige Kälteperiode einsetzt.

Wie man Spinat im Herbst erntet und verwertet

Die Ernte von Herbstspinat kann je nach Aussaatzeitpunkt und Sorte bereits im späten Herbst erfolgen oder sich bis ins frühe Frühjahr des Folgejahres erstrecken. Wenn Sie den Spinat nicht überwintern lassen, sondern eine späte Herbsternte anstreben, ernten Sie die Blätter, solange sie noch zart und frisch sind, bevor die ersten starken Fröste einsetzen. Falls Sie den Spinat überwintern, beginnt die Ernte oft im März, sobald die Pflanzen neues Wachstum zeigen und die Temperaturen wieder moderat werden.

Es gibt zwei Hauptarten der Ernte: die Schnitt- oder Pflückernte und die Vollernte. Bei der Schnitt- oder Pflückernte schneiden Sie nur die äusseren, grossen Blätter ab. Die Pflanze wächst dann weiter und Sie können mehrmals ernten. Dies ist besonders vorteilhaft für den Herbst- und Überwinterungsspinat, da die Pflanze so länger nutzbar bleibt. Bei der Vollernte wird die gesamte Pflanze bodennah abgeschnitten. Dies ist sinnvoll, wenn Sie den Platz für neue Aussaaten benötigen oder die Pflanzen den Winter nicht überstehen werden.

Spinat aufwärmen: Was man wissen muss

Ein wichtiger Punkt bei der Verwertung von Spinat, besonders wenn er länger gelagert oder aufgewärmt wurde, sind die Nitrate. Spinat kann Nitrat aus dem Boden aufnehmen und in Nitrit umwandeln, besonders wenn er nach dem Ernten nicht kühl gelagert wird oder beim Aufwärmen nicht richtig behandelt wird. Roher Spinat birgt dieses Risiko kaum. Beim Erwärmen von gekochtem Spinat, insbesondere mehrmals, kann sich das Nitrat in gesundheitlich bedenkliches Nitrit umwandeln.

Die richtige Ernte- und Zubereitungsmethode schützt Ihre Gesundheit und bewahrt den vollen Geschmack.

Um das Risiko zu minimieren, sollten Sie gekochten Spinat rasch abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Beim Erwärmen die grösstmögliche Menge sofort verzehren und nicht mehrfach aufwärmen. Am besten ist es, Spinat nach dem Kochen zügig zu verbrauchen. Falls Sie Spinat über den Winter lagern möchten, ist das Einfrieren eine gute Option. Blanchieren Sie ihn kurz (etwa 1-2 Minuten in kochendem Wasser, dann sofort in Eiswasser abschrecken) und frieren Sie ihn portionsweise ein. So bleiben die Nährstoffe gut erhalten.

Spinat, der geblüht hat (also geschossen ist), ist nicht ungeniessbar, aber die Blätter werden etwas zäher und schmecken leicht herb. Sie können ihn trotzdem noch verarbeiten, besonders für Suppen oder Eintöpfe, wo die Textur weniger eine Rolle spielt. Das Blühen ist ein natürlicher Prozess, der durch längere Tage und wärmere Temperaturen ausgelöst wird. Herbst- und Winterspinat sind oft so gezüchtet, dass sie erst im späten Frühjahr oder frühen Sommer blühen, wenn die Tage wieder länger werden.

Nachwachsen und weitere Aussaaten im Herbst

Eine der erfreulichsten Eigenschaften von Spinat ist seine Fähigkeit, nach dem Abernten wieder auszutreiben, was besonders bei der Herbsternte von Vorteil ist. Wenn Sie die Methode der Pflückernte anwenden, indem Sie nur die äusseren Blätter abschneiden, lässt man das Herz der Pflanze intakt. Unter günstigen Bedingungen, insbesondere wenn es noch mild ist und ausreichend Licht vorhanden ist, kann der Spinat neues Blattwerk produzieren.

Diese Nachwachs-Fähigkeit ist ein wichtiger Grund, warum viele Gärtner den Spinat im Herbst dem Sommer vorziehen. Das langsamere Wachstum im Herbst führt zu einer besseren Blattqualität und verhindert oft das schnelle Blühen, das im Sommer die Erntezeit verkürzt. Wenn Sie den Spinat vorsichtig abernten und die Pflanze nicht zu stark strapazieren, können Sie über mehrere Wochen hinweg immer wieder frische Blätter ernten. Dies gilt sowohl für Spinat, der noch im Herbst geerntet wird, als auch für den überwinternden Spinat, der im Frühjahr wieder austreibt.

Die Kunst des erneuten Säens

Spinat eignet sich gut für eine gestaffelte Aussaat. Das bedeutet, Sie säen nicht alles auf einmal, sondern in Intervallen von etwa zwei bis drei Wochen. Dies garantiert eine kontinuierliche Ernte über einen längeren Zeitraum. Für den Herbst bedeutet dies, dass Sie Ende August eine erste Aussaat tätigen und dann im Abstand von zwei bis drei Wochen weitere Aussaaten vornehmen können, bis etwa Mitte/Ende September oder Anfang Oktober, je nach Klima.

Das Wissen um das Nachwachsen ermöglicht eine fortlaufende Ernte und optimiert die Flächennutzung.

Beachten Sie, dass die späten Aussaaten im Herbst möglicherweise nicht mehr vollständig ausreifen oder nur sehr kleine Blätter hervorbringen, bevor der Frost einsetzt. Diese Sämlinge sind jedoch oft ideale Kandidaten für den Schutz unter einem Vlies oder in einem Frühbeet, um sie über den Winter zu bringen und im zeitigen Frühjahr zu ernten. So können Sie die Saison verlängern und den Garten optimal nutzen.

Wenn Sie Spinat nach der ersten Ernte (Vollernte) nochmals säen möchten, ist dies auf dem gleichen Beet oft erst nach einer gewissen Fruchtpause oder mit einer Bodenverbesserung sinnvoll. Spinat entzieht dem Boden bestimmte Nährstoffe, und eine direkte Wiederholung der Aussaat auf demselben Fleck kann zu Ertragsverlusten führen. Informieren Sie sich über Fruchtfolgen, um Ihre Anbauflächen gesund zu halten.

Häufige Herausforderungen und ihre Lösungen

Auch beim Herbst-Spinatanbau können Herausforderungen auftreten. Eine der häufigsten ist das Problem des vorzeitigen Blühens, auch Schossen genannt. Dies wird meist durch zu hohe Temperaturen, lange Tage oder Wassermangel ausgelöst. Im Herbst sind die Tage kürzer und die Temperaturen moderater, was das Schossen normalerweise verhindert. Wenn es dennoch auftritt, liegt es oft an einem zu frühen Aussaatzeitpunkt in einer warmen Wetterperiode oder an Sorten, die weniger schossfest sind.

Eine weitere Herausforderung ist das Auftreten von Schädlingen. Blattläuse können auch im Herbst noch an jungen Pflanzen auftreten, besonders wenn die Temperaturen mild bleiben. Engerlinge und Schnecken können ebenfalls Probleme bereiten, wobei letztere bei feuchtem Herbstwetter besonders aktiv sind. Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat und die Auswahl resistenter Sorten sind hier schon erste präventive Massnahmen.

Umgang mit Frost und Nässe

Frost kann für junge, noch nicht gut etablierte Pflanzen problematisch sein. Starker Frost kann die Blätter schädigen oder die Pflanzen abtöten. Abhilfe schaffen hier die bereits erwähnten Schutzmassnahmen wie Vliese, Laubschichten oder Frühbeete. Achten Sie darauf, dass die Schutzschicht nicht zu dicht ist, damit die Pflanzen atmen können. Bei anhaltender Nässe und Kälte besteht die Gefahr von Pilzkrankheiten, insbesondere an den Wurzeln. Eine gute Bodendrainage und das Vermeiden von Staunässe sind hier die wichtigsten Massnahmen.

Vorausschauende Massnahmen und angepasste Pflege sind der Schlüssel zur Bewältigung gärtnerischer Widrigkeiten.

Manchmal kann die Keimung auch verzögert oder unvollständig sein. Dies kann an zu geringer Bodentemperatur liegen, zu trockener Erde oder an alten Samen. Überprüfen Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum Ihrer Samen und lagern Sie sie trocken und kühl. Wenn Sie feststellen, dass Lücken in der Aussaat entstanden sind, können Sie diese mit einer späten Aussaat füllen, solange es noch möglich ist, oder die Lücken mit anderen schnell wachsenden Gemüsesorten füllen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nährstoffversorgung. Spinat benötigt zwar nicht die gleiche intensive Düngung wie im Frühjahr, ein Mangel an Nährstoffen kann aber die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen schwächen. Achten Sie auf eine gute Bodenqualität und gegebenenfalls auf eine leichte Nachdüngung mit organischen Mitteln, falls das Wachstum merklich stagniert und der Boden erkennbar ausgelaugt ist. Die Natur bietet oft die besten Lösungen, wenn man ihr die richtigen Rahmenbedingungen schafft.