Was ist Streusalz und wie wirkt es gegen Unkraut?
Streusalz, oft als Natriumchlorid (NaCl) oder Kaliumchlorid (KCl) bekannt, ist primär für seine enteisenende Wirkung im Winter konzipiert. Doch seine hygroskopischen Eigenschaften – die Fähigkeit, Wasser aus der Umgebung aufzunehmen – machen es auch zu einem potenten Mittel gegen pflanzliches Leben. Wenn Streusalz auf Unkraut, insbesondere in Fugen von Pflastersteinen oder auf Kieswegen, aufgebracht wird, entzieht es den Pflanzenzellen osmotisch Wasser. Dieser Prozess dehydriert die Pflanzen von innen heraus, was zu Zellschäden und letztlich zum Absterben der unerwünschten Vegetation führt. Die Wirkung ist oft schnell sichtbar, da die Blätter welken und vertrocknen.
Die Anwendung von Streusalz gegen Unkraut ist eine Methode, die auf den physikalischen und chemischen Eigenschaften des Salzes basiert. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies eine rein mechanische oder chemische Vernichtung darstellt und keine biologische Unkrautbekämpfung. Im Gegensatz zu Herbiziden, die gezielt auf biochemische Prozesse in Pflanzen abzielen, wirkt Salz unspezifisch auf alle pflanzlichen Zellen, mit denen es in Kontakt kommt. Diese Wirkung ist besonders effektiv auf befestigten Flächen, wo das Unkraut oft in den schmalen Zwischenräumen von Pflastersteinen oder Platten wächst. Hier kann das Salz gezielt aufgebracht werden, um die Wurzeln zu erreichen und die Pflanze abzutöten.
Die Effektivität von Streusalz hängt von mehreren Faktoren ab: der Konzentration des Salzes, der Menge, die angewendet wird, und den Umgebungsbedingungen wie Feuchtigkeit und Temperatur. Bei trockener Witterung muss möglicherweise nach dem Aufstreuen gewartet werden, bis Regen das Salz in den Boden einspült, oder die Fläche leicht angefeuchtet werden, um den Prozess zu starten. Die Anwendung ist eine schnelle, oft kostengünstige Option, die jedoch mit Bedacht erfolgen sollte, um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Es ist keine langfristige Lösung, da Samen in der Nähe oder in tieferen Bodenschichten unbeeinträchtigt bleiben und neues Wachstum ermöglichen.
Der osmotische Mechanismus erklärt
Das Prinzip hinter der Wirkung von Streusalz auf Pflanzen ist die Osmose. Salzpartikel im Streusalz ziehen Wasser an. In den Pflanzenzellen ist die Salzkonzentration in der Regel geringer als die der gelösten Salze, die auf die Pflanze gestreut werden. Das Wasser in den Pflanzenzellen wandert dann durch die Zellmembranen hindurch in die salzigere Umgebung außerhalb der Zelle, um das Konzentrationsgefälle auszugleichen. Dieser Wasserverlust führt zu einem Zusammenfall der Zellen (Plasmolyse) und beeinträchtigt lebenswichtige Funktionen der Pflanze. Wenn dies großflächig geschieht, stirbt die Pflanze ab.
- Streusalz wirkt durch Wasserentzug (Osmose), der Pflanzenzellen austrocknet und abtötet.
- Es ist effektiv gegen Unkraut in Fugen und auf befestigten Flächen.
- Die Wirkung ist oft schnell sichtbar, aber keine langfristige Lösung.
- Umweltschonende Anwendung ist essenziell, da Salz auch nützliche Pflanzen schädigen kann.
Warum Streusalz eine Alternative für die Unkrautbekämpfung sein kann
In der Suche nach Wegen, unerwünschte Pflanzen auf Gehwegen, Terrassen und in Hofeinfahrten zu beseitigen, stößt man oft auf diverse Methoden. Chemische Herbizide stehen unter Kritik wegen ihrer potenziellen Umweltschädlichkeit, während mechanische Verfahren wie Jäten oder Abbrennen zeitaufwendig sein können. Streusalz tritt hier als eine vermeintlich einfache und schnelle Alternative auf den Plan. Seine Verfügbarkeit in vielen Haushalten, oft noch vom Winter übrig, macht es zu einer sofort greifbaren Ressource. Die Idee, ein Mittel, das bereits zur Hand ist, für ein anderes Problem zu nutzen, ist verlockend.
Ein weiterer Grund für die Beliebtheit von Streusalz als Unkrautbekämpfer liegt in seiner direkten Wirkung. Bei sachgemäßer Anwendung kann man beobachten, wie das Unkraut bereits nach wenigen Tagen eingeht. Dies vermittelt das Gefühl einer schnellen und effektiven Problemlösung. Insbesondere auf Flächen, wo Unkraut in den schmalen Fugen zwischen Pflastersteinen hartnäckig wächst und mit anderen Mitteln nur schwer zu erreichen ist, kann Streusalz hier eine einfache Anwendungsmöglichkeit bieten. Es sickert in die Fugen und erreicht die Wurzeln, was bei oberflächlichem Jäten oft nicht gelingt.
Die wirtschaftliche Komponente spielt ebenfalls eine Rolle. Im Vergleich zu speziellen Unkrautvernichtern oder professionellen Geräten zum Abflammen ist Streusalz oft kostengünstiger, besonders wenn man es bereits im Keller hat. Der Wunsch, Geld zu sparen, und die Bequemlichkeit, keine zusätzlichen Produkte kaufen oder Geräte ausleihen zu müssen, treiben die Nutzung an. Es ist die Pragmatik, die viele Gartenbesitzer und Hausverwalter dazu verleitet, diese Methode zu wählen, manchmal ohne die vollen Konsequenzen für die Umwelt und die Langlebigkeit ihrer Außenbereiche zu bedenken.
Wenden Sie Streusalz gezielt und nur auf den zu behandelnden Flächen an, um eine Ausbreitung auf gesunde Pflanzen und Böden zu verhindern. Ein feiner Regen nach der Anwendung kann die Wirkung unterstützen, aber starker Regen kann das Salz unkontrolliert verteilen.
Das Versprechen von Schnelligkeit und Einfachheit
Viele Nutzer entscheiden sich für Streusalz, weil es das Versprechen einer schnellen und unkomplizierten Lösung für ein hartnäckiges Problem bietet. Der Gedanke, einfach etwas auf den Weg zu streuen und zuzusehen, wie das Unkraut verschwindet, ist äußerst attraktiv, besonders angesichts der oft mühsamen Alternativen. Diese Einfachheit in der Anwendung, kombiniert mit der Erwartung eines raschen Ergebnisses, macht Streusalz zu einer verlockenden Option für viele, die ihre Außenbereiche unkrautfrei halten möchten.
Grundlagen der Anwendung: So streuen Sie Streusalz richtig
Bevor Sie Streusalz gegen Unkraut einsetzen, ist es entscheidend, die richtige Vorgehensweise zu kennen, um die Wirksamkeit zu maximieren und gleichzeitig potenzielle Schäden zu minimieren. Beginnen Sie damit, die Fläche, auf der sich das Unkraut befindet, zu identifizieren. Dies sind typischerweise Fugen von Pflastersteinen, Spalten in Terrassenplatten oder Kieswege. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen, die Sie behalten möchten, nicht in unmittelbarer Nähe sind, da Streusalz auch diese schädigen kann. Prüfen Sie die Wettervorhersage: Idealerweise sollte es für einige Stunden trocken bleiben, damit das Salz einwirken kann, bevor starker Regen es wegspült.
Das Streuen sollte sparsam erfolgen. Eine zu hohe Konzentration kann nicht nur Pflanzen schädigen, sondern auch langfristig den Boden und die Bausubstanz angreifen. Verwenden Sie einen Besen oder eine kleine Schaufel, um das Streusalz gezielt in die Fugen oder auf die betroffenen Stellen aufzubringen. Achten Sie darauf, dass das Salz direkt mit den Pflanzen in Kontakt kommt. Eine dünne, gleichmäßige Schicht ist oft ausreichend. Vermeiden Sie es, große Mengen auf einmal zu streuen, da dies zu unkontrollierter Ausbreitung führen kann, wenn das Salz später weggespült wird.
Nach dem Aufstreuen ist Geduld gefragt. In den meisten Fällen beginnt die Wirkung innerhalb weniger Tage. Wenn die Witterung sehr trocken ist, kann es hilfreich sein, die behandelten Stellen nach einigen Stunden leicht mit Wasser zu befeuchten. Dies beschleunigt den osmotischen Prozess, indem es das Salz löst und es in die Pflanzenzellen eindringen lässt. Nach einigen Tagen bis Wochen sollten die behandelten Unkräuter vertrocknet sein und können leicht mit einem Besen entfernt werden. Wenn Sie feststellen, dass das Unkraut nicht vollständig abgestorben ist, können Sie die Anwendung gegebenenfalls wiederholen, aber immer mit Bedacht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung
- Fläche vorbereiten: Entfernen Sie groben Schmutz und Laub von den betroffenen Stellen, damit das Salz direkten Kontakt mit dem Unkraut hat.
- Salz auftragen: Streuen Sie eine dünne, gleichmäßige Schicht Streusalz (Natriumchlorid oder Kaliumchlorid) gezielt auf die Unkräuter in den Fugen oder auf den befallenen Flächen.
- Warten auf Wirkung: Lassen Sie das Salz einige Tage einwirken. Die Trockenheit der Pflanzen beginnt mit dem Wasserentzug durch Osmose.
- Optional: Anfeuchten: Bei sehr trockener Witterung können Sie die behandelten Stellen nach einigen Stunden leicht mit Wasser befeuchten, um die Wirkung zu beschleunigen.
- Entfernen des abgestorbenen Unkrauts: Nach etwa einer bis zwei Wochen sollten die Pflanzen vertrocknet sein. Bürsten Sie sie weg.
- Nachkontrolle: Überprüfen Sie, ob noch hartnäckige Pflanzen vorhanden sind. Wiederholen Sie die Anwendung bei Bedarf sehr sparsam.
Die richtige Dosis ist entscheidend. Eine zu starke Anwendung kann Risse in Beton oder Naturstein verursachen und das umliegende Erdreich schädigen, sodass auch gesunde Pflanzen keine Nährstoffe mehr aufnehmen können.
Wichtige Überlegungen: Umwelt und Materialverträglichkeit
Bei der Verwendung von Streusalz gegen Unkraut ist es unerlässlich, die potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt und die Materialien Ihrer Außenanlagen zu berücksichtigen. Streusalz ist nicht selektiv; es schädigt nicht nur das Unkraut, sondern kann auch gesunde Pflanzen in der Nähe beeinträchtigen, wenn es weggespült wird. Die hohe Salzkonzentration im Boden kann das Wasseraufnahmevermögen von Pflanzen stören und zu Welkeerscheinungen oder gar zum Absterben führen. Zudem kann Salz in Gewässer gelangen und aquatische Ökosysteme negativ beeinflussen.
Auch die Bausubstanz Ihrer Wege und Terrassen kann unter der Anwendung von Streusalz leiden. Insbesondere bei frostempfindlichen Materialien wie Naturstein, Betonwerkstein oder porösen Ziegeln kann Salz durch den Entzug von Kristallwasser und nachfolgende Ausdehnung beim Gefrieren zu Ausblühungen, Rissen und langfristiger Zersetzung führen. Metallteile wie Zäune, Geländer oder Gartenmöbel können durch Korrosion beschädigt werden. Daher ist es ratsam, die Anwendung auf die notwendigsten Bereiche zu beschränken und nach Möglichkeit alternative Methoden zu bevorzugen oder das Salz sehr gezielt einzusetzen.
Für Anwender, die Streusalz dennoch nutzen möchten, lautet der Rat: sparsam und gezielt vorgehen. Vermeiden Sie die Anwendung bei starkem Wind, um eine Verwehung auf angrenzende Grünflächen zu verhindern. Ein Einsatz direkt vor einem Regenschauer kann das Salz verteilen, ist aber weniger ideal, da es die Konzentration in einem Bereich reduziert. Nach der Einwirkzeit und dem Absterben des Unkrauts ist es ratsam, die behandelten Flächen gründlich mit klarem Wasser zu spülen, um Salzrückstände zu minimieren. Dies hilft, langfristige Schäden an Boden und Materialien zu reduzieren.
Wenn Sie Streusalz verwenden, tun Sie dies idealerweise an einem Tag, an dem die Sonne scheint und es den ganzen Tag über trocken bleibt. Das Salz kann so ungestört wirken, bevor es später eventuell durch Regen eingespült wird.
Auswirkungen auf Boden und Gewässer
Die langfristige Belastung des Bodens mit Salz kann zu einer Versalzung führen. Dies verändert die Bodenstruktur, reduziert die Verfügbarkeit von Nährstoffen für Pflanzen und begünstigt das Wachstum salztoleranter, oft unerwünschter Mikroorganismen. Wenn das Salz in Grundwasser oder Oberflächengewässer gespült wird, kann es deren Salzgehalt erhöhen, was für Süßwasserorganismen schädlich ist und die Trinkwasserqualität beeinträchtigen kann. Daher ist die Anwendung auf befestigten Flächen, die direkt an Böden oder Gewässer angrenzen, mit besonderer Vorsicht zu genießen.
Alternativen zu Streusalz für eine umweltfreundlichere Unkrautbekämpfung
Angesichts der Nachteile von Streusalz suchen viele nach schonenderen Alternativen zur Unkrautbekämpfung auf Wegen und Terrassen. Eine beliebte und effektive Methode ist die Verwendung von heißem Wasser. Einfach kochendes Wasser über die unerwünschten Pflanzen in den Fugen zu gießen, zerstört deren Zellstruktur und lässt sie absterben. Diese Methode ist besonders gut für kleine Flächen geeignet und erfordert keine zusätzlichen Chemikalien. Sie ist jedoch zeitaufwendig und sollte mit Vorsicht angewendet werden, um Verbrennungen zu vermeiden.
Eine weitere physische Methode ist das Abflammen mit einem speziellen Unkrautbrenner, der Gas oder Strom nutzt. Die Hitze des Brenners zerstört die oberirdischen Pflanzenteile und schwächt die Wurzeln. Bei regelmäßiger Anwendung kann dies das Unkrautwachstum wirksam unterdrücken. Diese Methode ist besonders auf größeren Flächen praktikabel. Eine mechanische Entfernung mit einer Fugenbürste, einem Unkrautstecher oder einem Hochdruckreiniger ist ebenfalls eine Option, erfordert aber körperlichen Einsatz.
Es gibt auch umweltfreundliche Mittel auf Basis natürlicher Säuren, wie Essigsäure oder Zitronensäure. Diese sind als biologische Unkrautvernichter erhältlich und wirken ähnlich wie Streusalz, indem sie die Pflanzenzellen angreifen. Sie sind jedoch oft nur kurzfristig wirksam, da sie hauptsächlich die oberirdischen Teile schädigen und die Wurzeln oft überleben. Eine weitere Option ist die Verwendung von Mulchfolien oder speziellen Unkrautvliesen, die das Sonnenlicht blockieren und das Wachstum neuer Pflanzen verhindern. Diese werden oft unter Kies oder Rindenmulch verlegt.
Eine einfache, aber oft übersehene Methode ist die Prävention. Halten Sie Fugen und Wege sauber, damit sich kein fruchtbarer Boden ansammeln kann, in dem Unkrautsamen keimen können. Regelmäßiges Kehren und die Verwendung von Fugenkratzern können bereits viel bewirken und sind die schonendste Art, einem starken Unkrautbefall vorzubeugen.
Gezielte mechanische und thermische Methoden
Die mechanische Entfernung mittels einer stabilen Fugenbürste oder eines Fugenkratzers ist eine einfache und effektive Methode, um Unkraut aus Pflasterfugen zu entfernen. Bei hartnäckigem Befall kann die Kombination mit heißem Wasser oder einem Unkrautbrenner die Wirkung verstärken. Der Brenner erhitzt die Pflanze kurzzeitig auf hohe Temperaturen, was zum Absterben der oberirdischen Teile führt. Diese Methode ist schnell und erfordert keine Chemie, muss aber wiederholt werden, um dauerhaft wirksam zu sein.
Kaufen Sie eine hochwertige Fugenkralle oder eine robuste Fugenbürste. Diese Werkzeuge sind oft besser in der Handhabung und effektiver als einfache Messer, um Unkraut tief in den Fugen zu entfernen.
Essig-Salz-Mischung gegen Unkraut: Ist das empfehlenswert?
Die Kombination von Essig und Salz als Hausmittel gegen Unkraut wird oft diskutiert. Die Idee dahinter ist, die bereits bekannten Wirkungen von Salz (Wasserentzug) mit der Säurewirkung von Essig zu verstärken. Essig, insbesondere hochkonzentrierte Essigessenz, greift die Zellstruktur von Pflanzen an und führt zu schnellem Welken. Die Mischung verspricht daher eine doppelt wirksame Vernichtung des unerwünschten Grüns. Die Anwendung erfolgt meist, indem die Mischung direkt auf das Unkraut gegossen oder gesprüht wird.
Obwohl diese Mischung auf den ersten Blick eine wirksame und günstige Lösung zu sein scheint, birgt sie erhebliche Risiken. Sowohl Essigsäure als auch Natriumchlorid (aus dem Salz) können den Boden auf Dauer schädigen. Essig kann den pH-Wert des Bodens stark verändern und nützliche Mikroorganismen abtöten. Salz kann den Boden versalzen, was die Struktur zerstört und die Nährstoffaufnahme für andere Pflanzen erschwert. Auf Dauer kann dies dazu führen, dass sich auf den behandelten Flächen kaum noch etwas ansiedeln lässt, abgesehen von extrem salz- und säuretolerantem Unkraut.
Viele Kommunen und Umweltbehörden raten von der Verwendung von Essig und Salz gegen Unkraut auf öffentlichen Flächen oder auch im privaten Bereich ab, da es sich um nicht zugelassene Biozide handelt, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Produkte, die explizit als Unkrautvernichter zugelassen sind, durchlaufen Prüfverfahren, um ihre Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt zu gewährleisten. Hausmittel wie Essig-Salz-Mischungen unterliegen solchen Prüfungen nicht. Daher ist die Empfehlung klar: Es gibt sicherere und umweltfreundlichere Alternativen, die die gleiche oder eine bessere Wirkung erzielen, ohne den Boden und das Ökosystem zu belasten.
Die unkontrollierte Anwendung von Hausmitteln wie Essig und Salz kann mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Risiken von Essig und Salz im Boden
Die Kombination von Essig und Salz kann auf befestigten Flächen wie Pflasterwegen kurzfristig Unkraut vernichten, aber die langfristigen Folgen für den Boden sind problematisch. Beide Komponenten greifen die natürliche Bodenflora und -fauna an. Ein versalzter und stark übersäuerter Boden verliert seine Fruchtbarkeit und kann auf Dauer eine kahle, unproduktive Fläche werden. Die ökologischen Schäden sind oft irreversibel und deutlich gravierender als das ursprüngliche Unkrautproblem.
Die Rolle von AdBlue und Folien im Kampf gegen Unkraut
In der Suche nach innovativen oder umweltfreundlicheren Wegen, Unkraut zu bekämpfen, tauchen manchmal auch ungewöhnlichere Mittel auf. AdBlue, eine Harnstofflösung zur Abgasnachbehandlung bei Dieselfahrzeugen, wird gelegentlich als potenzielles Unkrautvernichtungsmittel diskutiert. Die Idee ist, dass der Harnstoff in AdBlue als Stickstoffdünger wirkt und bei hoher Konzentration die Pflanzen verbrennt. Die Praxis zeigt jedoch, dass AdBlue extrem schädlich für die Umwelt ist, wenn es unkontrolliert in Gewässer gelangt, und auch für viele Pflanzen, die nicht dafür ausgelegt sind, so hohe Stickstoffkonzentrationen aufzunehmen, tödlich sein kann. Die Anwendung ist nicht empfehlenswert und birgt erhebliche Risiken.
Eine weitaus etabliertere und umweltfreundlichere Methode zur Verhinderung von Unkrautwachstum ist die Verwendung von Unkrautfolien oder -vliesen. Diese Materialien werden direkt auf den Boden aufgebracht und dann mit einer Schicht Abdeckung wie Rindenmulch, Kies oder Splitt versehen. Die Folie oder das Vlies ist so konzipiert, dass sie Wasser und Nährstoffe durchlässt, aber das Sonnenlicht blockiert, das für das Keimen und Wachstum von Unkrautsamen unerlässlich ist. Dies ist eine präventive Maßnahme, die das Aufkommen von Unkraut erheblich reduziert und somit den Bedarf an direkten Bekämpfungsmitteln minimiert.
Es ist wichtig, zwischen verschiedenen Arten von Unkrautfolien zu unterscheiden. Während einfache Plastikfolien das Wachstum unterdrücken, können sie die Bodenbelüftung und den Wasserabfluss behindern, was zu Staunässe und Fäulnis führen kann. Spezielle Unkrautvliese aus biologisch abbaubaren oder textilen Materialien sind oft besser geeignet, da sie eine bessere Luft- und Wasserdurchlässigkeit aufweisen und länger halten. Bei der Auswahl ist auf die Qualität und die Eignung für den jeweiligen Einsatzzweck zu achten, sei es im Ziergarten, auf Wegen oder unter Terrassen.
Unkrautfolien: Prävention statt Bekämpfung
Unkrautfolien, auch bekannt als Unkrautvliese oder Mulchfolien, sind eine ausgezeichnete präventive Methode, um das Wachstum von Unkraut auf befestigten Flächen und in Beeten zu unterbinden. Sie werden unter Kies, Rindenmulch, Rindenstücken oder anderen Deckmaterialien verlegt. Das Material lässt Wasser und Luft durch, blockiert aber effektiv das Licht, das Unkrautsamen zum Keimen benötigen. So wird das unerwünschte Grün im Keim erstickt, bevor es eine Chance hat, sich zu etablieren.
Fazit: Streusalz als letzte Option für hartnäckiges Unkraut
Streusalz gegen Unkraut auf Wegen und Pflasterfugen ist eine Methode, die auf den ersten Blick eine schnelle und einfache Lösung verspricht. Seine hygroskopischen Eigenschaften entziehen den Pflanzen Wasser, was bei direkter Anwendung zum Absterben führt. Diese Wirkung ist oft schnell sichtbar und kann bei hartnäckigen Pflanzen, die sich in Fugen und Spalten festgesetzt haben, als letzte Rettung erscheinen, wenn andere Mittel versagen.
Allerdings ist die Anwendung von Streusalz mit erheblichen Nachteilen verbunden. Die mangelnde Selektivität bedeutet, dass auch gesunde Pflanzen in der Nähe geschädigt werden können. Die Salzkonzentration im Boden kann langfristig dessen Struktur beeinträchtigen und die Wasseraufnahme erschweren. Zudem birgt Streusalz ein Risiko für Frostschäden an Baustoffen wie Beton und Naturstein, da es deren Porosität verändert und zu Ausblühungen und Rissen führen kann. Auch die Umwelt leidet, wenn Salz in Gewässer gelangt.
Angesichts dieser Nachteile sollte Streusalz nur als allerletzte Option und mit größter Vorsicht eingesetzt werden. Es ist keine nachhaltige Lösung, da es das Bodenleben beeinträchtigt und das Problem des Unkrautsamens im umliegenden Boden nicht löst. Bevor Sie zu Streusalz greifen, sollten Sie alle umweltfreundlicheren Alternativen wie heißes Wasser, mechanische Entfernung, spezielle Unkrautbürsten oder die präventive Verlegung von Unkrautvliesen in Betracht ziehen. Diese Methoden sind zwar manchmal aufwendiger, schonen aber langfristig Ihre Außenanlagen und die Umwelt.
Wenn Sie sich dennoch für Streusalz entscheiden, achten Sie auf eine äußerst sparsame und gezielte Anwendung. Beschränken Sie den Einsatz auf die befallenen Fugen und Spalten und spülen Sie die Flächen nach der Wirkung gründlich ab, um Salzrückstände zu minimieren. Die Entscheidung für Streusalz sollte immer eine wohlüberlegte sein, bei der die kurzfristige Problemlösung gegen die langfristigen ökologischen und materiellen Folgen abgewogen wird.
Priorisieren Sie sanftere Methoden
Die Entscheidung für Streusalz sollte wohlüberlegt sein. Prüfen Sie zuerst, ob heißes Wasser, mechanische Entfernung oder präventive Maßnahmen wie Unkrautvliese eine ausreichende Wirkung erzielen. Nur wenn diese Methoden an ihre Grenzen stoßen, sollte Streusalz in Erwägung gezogen werden – und dann nur mit äußerster Sorgfalt und Sparsamkeit.
