Das Potenzial im Supermarkt-Bund: Mehr als nur ein kurzer Genuss
Sie stehen im Supermarkt vor dem Regal mit frischen Kräutern und greifen zum Bund Basilikum. Oftmals handelt es sich dabei um Pflanzen, die in kleinen Plastikverpackungen oder Töpfchen mit wenig Erde und oft auch mit nur wenigen Wurzeln angeboten werden. Viele Menschen genießen die frischen Blätter für ein paar Mahlzeiten und werfen den Rest dann weg, wenn er welkt oder zu dicht steht. Doch dieses kleine grüne Bündel birgt ein beachtliches Potenzial, das weit über einen kurzen kulinarischen Genuss hinausgeht. Es ist der Beginn einer kleinen grünen Reise, die Sie direkt in Ihre eigene Küche führt.
Die Pflanzen, die Sie dort finden, sind oft speziell für den schnellen Verkauf gezüchtet worden. Sie sind darauf optimiert, kurze Transportwege zu überstehen und im Laden frisch auszusehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht weiterleben und wachsen können. Tatsächlich ist das Umtopfen von Supermarkt-Basilikum eine wunderbare Möglichkeit, Geld zu sparen, nachhaltiger zu leben und stets frische Kräuter zur Hand zu haben. Es ist ein kleines Experiment mit großer Belohnung, das beweist, dass auch vermeintlich kurzlebige Produkte ein zweites Leben haben können, wenn man ihnen die nötige Aufmerksamkeit schenkt.
Viele sind sich nicht bewusst, dass die kleinen Töpfe nur ein temporäres Zuhause sind. Die Wurzeln sind oft stark verdichtet, der Platz ist begrenzt und die Erde ist nicht immer optimal für langfristiges Wachstum. Doch mit ein paar einfachen Handgriffen können Sie diesem Basilikum ein neues, besseres Zuhause geben. Es ist ein Prozess, der weniger Aufwand erfordert, als viele denken, und der Ihnen ermöglicht, die Freude am eigenen Anbau zu erleben, selbst wenn Sie keinen großen Garten haben.
Die Entscheidung, Supermarkt-Basilikum einzupflanzen, ist eine bewusste Wahl für mehr Nachhaltigkeit und Frische im Alltag.
Die Idee, abgepacktes Basilikum aus dem Supermarkt zu retten und ihm neues Leben einzuhauchen, ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ein kleiner Triumph über die Wegwerfmentalität. Es zeigt, wie wir mit wenig Aufwand einen positiven Unterschied machen können. Dieses Projekt beginnt oft mit einer einfachen Frage: Wie kann ich diesen Basilikum retten? Die Antwort liegt in der Umtopf-Methode, die wir nun Schritt für Schritt erkunden werden.
Der Erfolg hängt oft davon ab, wie gut die Pflanze vor dem Umtopfen behandelt wurde und wie schnell die Maßnahmen ergriffen werden. Aber keine Sorge, selbst wenn die Blätter schon leicht hängen, gibt es Hoffnung. Wichtig ist, dass Sie schnell handeln, sobald Sie die Entscheidung getroffen haben, dem Basilikum ein zweites Leben zu schenken.
Die Auswahl des richtigen Basilikums im Supermarkt
Bevor Sie den ersten Schritt des Einpflanzens machen, ist die sorgfältige Auswahl des richtigen Basilikums im Supermarkt entscheidend für Ihren Erfolg. Nicht jedes Bund ist gleich gut geeignet, und mit ein wenig Wissen können Sie die Chancen auf eine gesunde, wachsende Pflanze deutlich erhöhen. Achten Sie auf die Anzeichen von Vitalität, denn diese Pflanzen werden es Ihnen danken.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Beginnen Sie mit der Betrachtung der Blätter. Sie sollten sattgrün, fest und frei von Verfärbungen, Flecken oder welken Stellen sein. Ein leicht glänzendes Aussehen ist ein gutes Zeichen für Frische. Vermeiden Sie Bundel, bei denen die Blätter bereits schlaff herunterhängen oder kleine schwarze Punkte aufweisen – das sind oft erste Anzeichen von Fäulnis oder Krankheiten.
Untersuchen Sie dann den Stielansatz und die Erde. Ist die Erde im Topf trocken und staubig, oder wirkt sie eher matschig und übermäßig feucht? Beide Extreme sind nicht ideal. Zu trockene Erde deutet auf Wassermangel hin, was die Pflanze gestresst hat. Zu feuchte Erde kann Wurzelfäule begünstigen. Idealerweise ist die Erde leicht feucht, aber nicht durchnässt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dichte der Pflanzen im Topf. Oftmals sind mehrere kleine Pflänzchen sehr eng beieinander gepackt. Wenn Sie eine Pflanze mit vielen Trieben und einer gewissen Größe sehen, ist das ein gutes Zeichen. Achten Sie aber auch darauf, ob die Wurzeln bereits aus den Drainagelöchern des kleinen Plastikbehälters quellen. Das ist ein Indikator dafür, dass die Pflanze ihren aktuellen Topf bereits durchwurzelt hat und dringend mehr Platz benötigt.
Ein gesunder Basilikum im Supermarkt zeigt kräftige, grüne Blätter und eine gut durchfeuchtete, aber nicht nasse Erde.
Ein kleiner, aber feiner Tipp: Schauen Sie sich die verschiedenen Sorten an, falls verfügbar. Der klassische Genoveser Basilikum ist am bekanntesten, aber es gibt auch Sorten wie Thai-Basilikum oder Zitronenbasilikum, die sich ebenfalls gut umtopfen lassen und spannende Aromen bieten. Wählen Sie das, was Ihren kulinarischen Vorlieben entspricht.
Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie ein Bund, das nicht in der direkten Sonne oder unter starkem Kunstlicht im Supermarkt steht. Pflanzen, die zu viel Stress ausgesetzt sind, erholen sich langsamer. Ein kühlerer, schattigerer Platz im Laden kann manchmal ein besseres Zeichen für die Robustheit der Pflanze sein, wenn sie erst einmal zu Hause ist.
Die Vorbereitung: Alles, was Sie für das Umtopfen brauchen
Bevor Sie Ihren Supermarkt-Basilikum in ein neues Zuhause umsiedeln, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Dies stellt sicher, dass der Prozess für die Pflanze so stressfrei wie möglich verläuft und sie schnell in ihrem neuen Topf Fuß fassen kann. Denken Sie daran, dass diese Pflanzen bereits einen gewissen Stress durch den Transport und die Lagerung im Supermarkt hinter sich haben.
Materialien für den Neuanfang
Sie benötigen einen neuen Topf. Dieser sollte etwas größer sein als der ursprüngliche Plastikbehälter und unbedingt über Drainagelöcher verfügen. Ein Durchmesser von etwa 12-15 cm ist für ein einzelnes, dichtes Bund oft ideal. Größere Töpfe sind auch möglich, besonders wenn Sie planen, mehrere Pflanzen zusammenzusetzen, aber beginnen Sie lieber mit einem überschaubaren Maß.
Das wichtigste Medium ist die Erde. Verwenden Sie eine hochwertige Kräuter- oder Gemüseerde. Diese Erden sind speziell auf die Bedürfnisse von Kräutern abgestimmt und bieten eine gute Mischung aus Nährstoffen und Belüftung. Vermeiden Sie reine Blumenerde, die oft zu schwer ist und Staunässe begünstigen kann. Sie können die Erde auch mit etwas Perlit oder Sand mischen, um die Drainage weiter zu verbessern, falls die Erde dazu neigt, sehr dicht zu werden.
Eine kleine Schaufel oder ein Löffel sind hilfreich, um die Erde in den neuen Topf zu füllen. Gummibänder oder kleine Klammern können nützlich sein, um die Pflanze beim Herausnehmen aus der Verpackung zu stabilisieren, falls nötig.
Bereiten Sie alle Materialien vor, bevor Sie mit dem eigentlichen Umtopfen beginnen, um den Prozess zu beschleunigen.
Vergessen Sie nicht eine kleine Gießkanne oder eine Sprühflasche für das erste Angießen. Ein Untersetzer oder eine Schale unter dem Topf ist unerlässlich, um überschüssiges Wasser aufzufangen und Ihre Oberflächen zu schützen.
Manche Gärtner schwören darauf, die Wurzelballen vor dem Einpflanzen leicht aufzulockern oder sogar zu teilen, wenn sie sehr stark verfilzt sind. Dies kann helfen, das Wachstum anzuregen. Seien Sie dabei jedoch vorsichtig, um die feinen Wurzeln nicht unnötig zu beschädigen. Wenn die Wurzeln sehr dicht und kreisend wachsen, ist ein leichtes Aufreißen des Ballens an den Seiten und am Boden oft sinnvoll.
Der Pflanzprozess: Schritt für Schritt zum neuen Zuhause
Nun ist es an der Zeit, Ihrem Supermarkt-Basilikum ein neues, besseres Zuhause zu geben. Dieser Prozess ist keine Raketenwissenschaft, sondern erfordert nur etwas Sorgfalt und Geduld. Wenn Sie die Schritte befolgen, wird Ihre Pflanze bald kräftiger wachsen.
Die Methode für erfolgreiches Einpflanzen
Nehmen Sie den neuen Topf und geben Sie eine kleine Schicht Erde auf den Boden. Dies dient als erste Auflage für den Wurzelballen. Wenn Sie den Wurzelballen des Basilikums vorsichtig aus der Plastikverpackung oder dem kleinen Topf lösen, seien Sie behutsam. Oftmals ist es am besten, den gesamten Kunststoffbehälter vorsichtig zu zerdrücken oder einzuschneiden, um die Pflanze herauszunehmen, anstatt an den Stängeln zu ziehen.
Sobald der Wurzelballen freiliegt, lockern Sie ihn vorsichtig von unten und von den Seiten auf, falls er sehr stark verfilzt ist. Entfernen Sie überschüssige alte Erde, aber versuchen Sie, den Großteil der Erde, die noch an den Wurzeln haftet, dran zu lassen. Wenn die Pflanze aus mehreren einzelnen Stauden besteht, können Sie diese nun vorsichtig trennen. Dies gibt jeder einzelnen Pflanze mehr Raum zum Wachsen und verhindert Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser.
Setzen Sie die getrennten Pflanzen oder den aufgelockerten Wurzelballen mittig in den neuen Topf. Die Oberseite des Wurzelballens sollte etwa 1-2 cm unterhalb des oberen Topfrandes liegen, um Platz für das Gießen zu lassen. Füllen Sie den Topf mit frischer Kräutererde auf, bis der Wurzelballen gut bedeckt ist. Drücken Sie die Erde leicht an, um Hohlräume zu vermeiden und einen guten Kontakt zwischen Wurzeln und Erde zu gewährleisten.
Das Wichtigste beim Umtopfen ist, die Wurzeln nicht zu beschädigen und der Pflanze ausreichend Platz und frische Erde zu bieten.
Nachdem der Topf gefüllt ist, gießen Sie die Pflanze gründlich an. Verwenden Sie lauwarmes Wasser, um die Wurzeln nicht zu schockieren. Gießen Sie so lange, bis Wasser aus den Drainagelöchern austritt. Lassen Sie den Topf dann für etwa 15-30 Minuten auf dem Untersetzer stehen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Entsorgen Sie das überschüssige Wasser im Untersetzer, um Staunässe zu vermeiden.
Wenn Sie mehrere Pflanzen in einen größeren Topf setzen, achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zwischen ihnen. Mindestens 10-15 cm Abstand sind empfehlenswert, damit jede Pflanze genügend Licht, Luft und Nährstoffe erhält. Der Standort für den neuen Topf sollte zunächst hell, aber vor direkter, praller Mittagssonne geschützt sein.
Die richtige Pflege nach dem Umtopfen: Standort und Wasser
Nachdem Ihr Basilikum erfolgreich umgetopft wurde, beginnt die entscheidende Phase der Pflege. Der richtige Standort und die angepasste Bewässerung sind nun ausschlaggebend dafür, ob die Pflanze sich gut entwickelt oder eher kümmert. Jede kleine Anpassung kann einen großen Unterschied machen.
Der ideale Standort für Ihr Basilikum
Basilikum liebt Wärme und Licht. Stellen Sie den neu eingepflanzten Basilikum an einen hellen Platz. Ein Fensterbrett nach Süden oder Südwesten ist oft ideal, solange die direkte Mittagssonne im Hochsommer nicht zu intensiv ist und die Blätter verbrennt. Ein Ost- oder Westfenster kann ebenfalls gut funktionieren. Wichtig ist, dass die Pflanze mindestens 6 Stunden Licht pro Tag erhält.
Vermeiden Sie Zugluft und plötzliche Temperaturschwankungen. Basilikum ist empfindlich gegenüber Kälte. Temperaturen unter 10-12°C sind schädlich. Stellen Sie ihn daher nicht in die Nähe von schlecht isolierten Fenstern im Winter oder in die Nähe von offenen Türen und Fenstern bei kühlem Wetter.
Basilikum richtig gießen
Das Gießen ist ein kritischer Punkt bei der Basilikumpflege. Der Boden sollte stets leicht feucht gehalten werden, aber niemals nass. Übermäßiges Gießen ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme. Prüfen Sie die Feuchtigkeit der Erde mit dem Finger: Stecken Sie ihn etwa 2-3 cm tief hinein. Fühlt sich die Erde trocken an, ist es Zeit zu gießen. Fühlt sie sich noch feucht an, warten Sie lieber noch ab.
Gießen Sie am besten morgens, damit die Pflanze über den Tag verteilt Wasser aufnehmen kann und überschüssige Feuchtigkeit verdunsten kann. Verwenden Sie immer lauwarmes Wasser. Gießen Sie direkt auf die Erde und versuchen Sie, die Blätter möglichst trocken zu halten. Feuchte Blätter, besonders über Nacht, können Pilzkrankheiten fördern.
Ein heller, warmer Standort und gleichmäßig feuchte, aber nicht nasse Erde sind die Grundpfeiler für gesunden Supermarkt-Basilikum.
Wenn Sie in einer Region mit sehr trockener Luft leben, kann es hilfreich sein, die Luftfeuchtigkeit um die Pflanze herum leicht zu erhöhen. Dies kann durch eine Sprühflasche mit Wasser geschehen, aber auch hier gilt: Nicht zu oft und nicht über die Blätter, wenn es dunkel wird. Ein Kieselsteinschälchen mit Wasser neben dem Topf kann ebenfalls helfen, die Luftfeuchtigkeit zu verbessern, ohne die Pflanze direkt zu benetzen.
Achten Sie auf die Reaktion Ihrer Pflanze. Hängende Blätter können ein Zeichen für Wassermangel sein, aber auch für Staunässe. Gelbe Blätter sind oft ein Indikator für zu viel Wasser oder Nährstoffmangel. Wenn Sie unsicher sind, ist es meist besser, etwas zu wenig als zu viel zu gießen.
Ernten und Schneiden: Wie Sie Ihren Basilikum lange genießen
Das Ziel, frischen Basilikum aus dem Supermarkt zu züchten, ist natürlich, ihn auch zu verwenden. Das richtige Ernten und Schneiden ist essenziell, um die Pflanze zu fördern und ihre Lebensdauer zu verlängern. Falsches Schneiden kann die Pflanze schwächen, während richtiges Schneiden sie zu neuem Wachstum anregt.
Basilikum richtig ernten
Die beste Zeit, um Basilikum zu ernten, ist morgens, nachdem der Tau getrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die ätherischen Öle am konzentriertesten, was dem Basilikum sein intensives Aroma verleiht. Verwenden Sie eine saubere, scharfe Schere oder ein Messer, um die Stiele zu schneiden. Das verhindert, dass die Pflanze unnötig beschädigt wird und reduziert das Risiko von Krankheiten.
Ernten Sie immer von den oberen Trieben. Suchen Sie nach einem Blattknoten – das ist die Stelle, an der Blätter aus dem Stiel wachsen. Schneiden Sie knapp oberhalb dieses Blattknotens. Wenn Sie so vorgehen, regt dies die Pflanze an, an dieser Stelle zwei neue Triebe zu bilden, was zu einem buschigeren Wuchs führt. Dies ist die Grundlage für eine reiche Ernte.
Basilikum schneiden für mehr Wachstum
Entfernen Sie regelmäßig abgeerntete Triebe, aber auch verwelkte oder gelbe Blätter. Wenn Sie sehen, dass sich Blütenansätze bilden, sollten Sie diese entfernen, sobald sie auftauchen. Die Blütenbildung kostet die Pflanze viel Energie, und sobald sie blüht, lässt die Produktion von aromatischen Blättern nach. Wenn Sie die Blüten dennoch behalten möchten, schneiden Sie den Stiel knapp über einem Blattpaar ab, das Sie stehen lassen.
Regelmäßiges Ernten und gezieltes Schneiden fördern einen buschigen Wuchs und verhindern, dass der Basilikum schosst.
Bei der Ernte sollten Sie nie mehr als ein Drittel der Pflanze gleichzeitig abschneiden. Dies gibt der Pflanze genügend Zeit, sich zu erholen und neues Blattwerk zu produzieren. Wenn Sie den gesamten Bund im Supermarkt gekauft haben und die Pflanze noch sehr klein und dicht ist, beginnen Sie mit kleinen Ernten von einzelnen Trieben, um die Pflanze langsam an den Prozess zu gewöhnen.
Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur die Blätter abzupfen, sondern die Stiele bis knapp über einem neuen Austriebspunkt schneiden. Dies ist der Schlüssel zu einer langanhaltenden Ernte und einer gesunden Pflanze, die Sie über Wochen und Monate hinweg mit frischen Blättern versorgt. Das Ziel ist, einen ständigen Kreislauf von Wachstum und Ernte zu etablieren.
Basilikum vermehren: Mehr Pflanzen aus einem Bund
Sobald Sie Ihren Supermarkt-Basilikum erfolgreich umgetopft und durch regelmäßiges Ernten zu einem kräftigen Wachstum angeregt haben, stellt sich oft die Frage: Wie kann ich noch mehr von diesem wunderbaren Kraut bekommen? Die gute Nachricht ist, dass Basilikum sich relativ einfach vermehren lässt, und das auch aus den Stecklingen Ihrer Supermarkt-Pflanze.
Stecklinge ziehen aus vorhandenen Pflanzen
Der einfachste Weg, Ihren Basilikum zu vermehren, ist die Anzucht aus Stecklingen. Wenn Sie beim Ernten oder Schneiden Triebe übrig haben, werfen Sie diese nicht weg! Suchen Sie nach gesunden, kräftigen Trieben, die mindestens 5-10 cm lang sind. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur noch ein oder zwei Blattpaare an der Spitze verbleiben. Dies verhindert, dass die Blätter im Wasser faulen.
Stecken Sie die vorbereiteten Stecklinge in ein Glas mit Wasser. Achten Sie darauf, dass die Schnittstelle unter Wasser ist. Stellen Sie das Glas an einen hellen, warmen Ort, aber vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Wechseln Sie das Wasser alle paar Tage, um es frisch zu halten und Fäulnis zu vermeiden. Innerhalb von ein bis zwei Wochen sollten sich an den Schnittstellen kleine, weiße Wurzeln bilden.
Die Stecklinge einpflanzen
Sobald die Wurzeln etwa 1-2 cm lang sind, ist es Zeit, die Stecklinge in Erde zu pflanzen. Bereiten Sie kleine Töpfe mit feuchter Kräutererde vor. Machen Sie mit einem Bleistift oder Finger ein kleines Loch in die Erde und setzen Sie den Steckling vorsichtig hinein. Drücken Sie die Erde leicht an, um den Steckling zu fixieren. Gießen Sie die Erde erneut vorsichtig an.
Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine kostengünstige und effektive Methode, um Ihren Basilikum-Vorrat zu erweitern.
Die jungen Pflanzen benötigen zunächst viel Licht und eine gleichmäßig feuchte Erde, ähnlich wie die Mutterpflanze nach dem Umtopfen. Halten Sie sie warm und geschützt. Wenn die Stecklinge gut angewachsen sind und neue Blätter entwickeln, können Sie sie wie gewohnt weiterpflegen und später auch ernten oder weiter vermehren.
Diese Methode ist besonders befriedigend, da sie zeigt, wie ein einziger Kauf im Supermarkt zu einer kontinuierlichen Quelle für frische Kräuter werden kann. Sie lernen nicht nur, wie man eine Pflanze erhält, sondern auch, wie man Leben schafft und teilt.
Herausforderungen und Lösungen: Wenn der Basilikum streikt
Manchmal spielt die Natur nicht ganz mit, und selbst mit bester Pflege zeigt Ihr Supermarkt-Basilikum Anzeichen von Unwohlsein. Keine Sorge, viele Probleme sind lösbar, wenn man die Ursache erkennt und entsprechend reagiert. Ein wenig Detektivarbeit lohnt sich.
Gelbe Blätter und welke Triebe
Wenn die Blätter gelb werden und die Pflanze insgesamt schlapp wirkt, ist die häufigste Ursache Überwässerung. Die Wurzeln ertrinken im nassen Boden und können keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Prüfen Sie die Erde: Ist sie dauerhaft nass? Dann reduzieren Sie die Wassergaben erheblich. Stellen Sie sicher, dass der Topf gut entwässert. Manchmal hilft es, die Pflanze kurzzeitig aus dem nassen Topf zu nehmen, die feuchte Erde leicht zu entfernen und sie in gut durchlüftete, trockene Erde zu setzen.
Umgekehrt können welkende Blätter auch auf Wassermangel hindeuten, besonders wenn die Erde trocken ist. In diesem Fall hilft sofortiges, gründliches Gießen. Achten Sie auf die Konsistenz der Erde, bevor Sie gießen.
Schädlinge am Basilikum
Gelegentlich können sich kleine Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben auf den Blättern niederlassen. Blattläuse sind kleine, oft grüne oder schwarze Insekten, die sich auf den jungen Trieben und Blattunterseiten sammeln. Spinnmilben hinterlassen feine Gespinste. Beides schwächt die Pflanze.
Bei geringem Befall können Sie versuchen, die Schädlinge mit einem starken Wasserstrahl abzuspülen oder die befallenen Blätter abzuzupfen. Eine mildere Methode ist die Behandlung mit einer Seifenlauge (einige Tropfen milde Spülmittel auf einen Liter Wasser). Sprühen Sie die Pflanze damit ein, besonders die Blattunterseiten, und wiederholen Sie die Anwendung nach einigen Tagen. Natürliche Mittel wie Neemöl sind ebenfalls wirksam.
Bei Problemen mit dem Supermarkt-Basilikum ist es entscheidend, die Ursache zu identifizieren, statt nur Symptome zu bekämpfen.
Wenn die Pflanze trotz aller Bemühungen nicht gedeiht, kann es auch einfach daran liegen, dass die ursprüngliche Pflanze im Supermarkt bereits zu geschwächt war, um sich lange zu halten. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Die Erfahrung ist wertvoll für Ihren nächsten Versuch. Jede Pflanze ist anders, und auch die Umweltbedingungen spielen eine große Rolle.
Manchmal kann auch Nährstoffmangel eine Rolle spielen, besonders wenn die Pflanze schon lange im selben Topf steht und intensiv geerntet wird. Ein spezieller Flüssigdünger für Kräuter, sparsam und nach Anleitung angewendet, kann hier Abhilfe schaffen. Aber Vorsicht: Zu viel Dünger schadet mehr als er nützt.
Basilikum überwintern: Den Sommer verlängern
Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, stellt sich die Frage, was mit Ihrem geliebten Basilikum passiert. Die meisten Basilikumarten sind einjährige Pflanzen und sterben im Herbst ab. Doch mit der richtigen Vorbereitung und Pflege können Sie versuchen, einige Sorten über den Winter zu retten und die Erntezeit zu verlängern.
Die Entscheidung: Überwintern oder neu pflanzen?
Die Überwinterung von Basilikum ist nicht immer erfolgreich, insbesondere bei den empfindlichsten Sorten wie dem klassischen Genoveser Basilikum. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Thymian sind robuster. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Beginnen Sie damit, bevor die ersten Fröste kommen.
Vorbereitung für die kalte Jahreszeit
Holen Sie die Pflanze ins Haus, wenn die Temperaturen konstant unter 10-12°C fallen. Schneiden Sie die Pflanze vor dem Einräumen kräftig zurück, etwa um ein Drittel bis zur Hälfte. Entfernen Sie alle beschädigten oder kranken Blätter und Triebe. Dies reduziert das Risiko, Schädlinge ins Haus einzuschleppen und regt die Pflanze an, sich auf das Überleben zu konzentrieren.
Stellen Sie den Basilikum an einen hellen Standort im Haus, idealerweise an ein kühles, aber frostfreies Fensterbrett. Direkte Heizungsluft ist zu vermeiden, da sie die Luft austrocknet. Wenn Sie keine Möglichkeit für einen kühlen, hellen Platz haben, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die Pflanze gut übersteht. In diesem Fall ist es oft einfacher und ertragreicher, im Frühjahr neue Pflanzen zu säen oder zu kaufen.
Das Überwintern von Basilikum erfordert Geduld und die richtige Balance zwischen Licht, Feuchtigkeit und Temperatur.
Gießen Sie während der Überwinterungsphase nur sehr sparsam. Die Pflanze wächst kaum noch und benötigt deutlich weniger Wasser. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben gut antrocknen. Düngen Sie während dieser Zeit gar nicht. Das Ziel ist, die Pflanze in eine Art Ruhephase zu versetzen.
Wenn Sie im Frühjahr Anzeichen von neuem Wachstum bemerken, können Sie die Wassergaben langsam wieder erhöhen und die Pflanze bei Bedarf umtopfen. Doch seien Sie sich bewusst, dass überwinterter Basilikum oft nicht mehr die gleiche Vitalität und den gleichen Geschmack wie junge Pflanzen hat. Viele Gärtner entscheiden sich daher, im Frühjahr einfach wieder von vorne zu beginnen, sei es durch Aussaat oder den Kauf neuer, junger Pflanzen.
