Warum werden Tomatenblätter gelb? Das Wichtigste zuerst

Gelbe Blätter an Tomatenpflanzen sind ein häufiges Warnsignal, das Gärtner beunruhigt. Die Verfärbung kann auf eine Vielzahl von Problemen hindeuten, die von einfachen Pflegefehlern bis hin zu ernsthaften Krankheiten reichen. Das schnelle Erkennen der Ursache ist entscheidend, um Schlimmeres zu verhindern und gesunde, ertragreiche Pflanzen zu erhalten. Oftmals sind es Nährstoffmängel, falsche Bewässerung, Lichtverhältnisse oder Schädlinge, die zu diesem Symptom führen.

  • Gelbe Blätter deuten auf ein Problem bei der Tomatenpflanze hin.
  • Häufige Ursachen sind Nährstoffmangel, falsche Bewässerung oder Lichtprobleme.
  • Frühes Erkennen und Handeln sind für die Pflanzengesundheit essenziell.
  • Die richtige Diagnose führt zur gezielten Behandlung.

Betrachten Sie gelbe Blätter nicht als Endstadium, sondern als Kommunikationsversuch Ihrer Pflanze. Sie zeigt Ihnen, wo Anpassungen in ihrer Umgebung oder Pflege nötig sind. Bevor Sie jedoch zu drastischen Maßnahmen greifen, ist es ratsam, die verschiedenen möglichen Auslöser systematisch durchzugehen. Jede Ursache hat spezifische Merkmale, die bei genauer Beobachtung erkennbar sind.

Die häufigsten Auslöser für gelbe Blätter bei Tomaten

Die Ursachen für gelbe Blätter bei Tomaten sind vielfältig und hängen oft von den spezifischen Wachstumsbedingungen ab. Ein grundlegendes Verständnis dieser Faktoren hilft Ihnen, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die häufigsten Übeltäter lassen sich in mehrere Kategorien einteilen: Nährstoffversorgung, Wasserhaushalt, Lichtverhältnisse, Bodengesundheit, Schädlinge und Krankheiten.

Wenn Sie die spezifischen Muster der Vergilbung, die betroffenen Blätter (alt oder jung) und die Wachstumsbedingungen Ihrer Tomatenpflanzen analysieren, können Sie die Ursache oft eingrenzen. Beispielsweise deutet eine gleichmäßige Vergilbung aller Blätter auf ein allgemeines Problem hin, während ungleichmäßige Flecken oder Streifen eher auf Krankheiten oder spezifische Nährstoffmängel hindeuten können.

Nährstoffmangel: Die häufigste Ursache für gelbe Blätter

Ein Mangel an essentiellen Nährstoffen ist wohl der allerhäufigste Grund für gelbe Blätter bei Tomatenpflanzen. Tomaten sind Starkzehrer, das bedeutet, sie benötigen eine reichhaltige Nährstoffversorgung, um kräftig zu wachsen und Früchte zu tragen. Fehlen wichtige Elemente, schaltet die Pflanze in den Sparmodus und zeigt dies oft durch Verfärbungen an.

Magnesiummangel ist besonders charakteristisch. Hierbei vergilben die Blätter zunächst zwischen den Blattadern, während die Adern selbst grün bleiben. Dies tritt typischerweise bei älteren, unteren Blättern auf. Magnesium ist entscheidend für die Photosynthese und die Chlorophyllbildung. In Böden, die häufig mit Tomaten bepflanzt werden, oder bei Verwendung von Regenwasser, das wenig Magnesium enthält, kann dieser Mangel häufiger auftreten. Auch ein Überschuss an Kalium kann die Magnesiumaufnahme blockieren.

Ein Mangel an Stickstoff zeigt sich meist durch eine allgemeine, blasse Gelbfärbung, die oft mit den älteren, unteren Blättern beginnt und sich nach oben ausbreitet. Stickstoff ist essentiell für das Blattwachstum und die grüne Farbe. Eine unzureichende Stickstoffzufuhr führt zu einer verlangsamten Entwicklung und insgesamt kleineren Pflanzen. Dies ist besonders relevant, wenn Tomaten in nährstoffarmen Böden wachsen oder die Düngung vernachlässigt wird.

Eisenmangel erkennt man typischerweise an einer Vergilbung der jüngeren, oberen Blätter, wobei die Blattadern deutlich grün hervortreten. Eisen ist wichtig für die Bildung von Chlorophyll. Dieser Mangel tritt häufig bei kalkhaltigen Böden auf, da Eisen dort schlechter verfügbar ist. Auch ein zu hoher oder zu niedriger pH-Wert im Boden kann die Eisenaufnahme beeinträchtigen. Bei der Bewässerung mit sehr hartem Wasser kann sich der pH-Wert des Bodens erhöhen und die Eisenverfügbarkeit reduzieren.

Weitere wichtige Nährstoffe, deren Mangel zu gelben Blättern führen kann, sind Kalium, Kalzium und Schwefel. Die genauen Symptome variieren. Kaliummangel zeigt sich oft an den Blatträndern, während Kalziummangel eher die Wachstumsspitzen beeinträchtigt. Schwefelmangel kann zu einer gleichmäßigen Vergilbung aller Blätter führen, ähnlich wie bei Stickstoffmangel, aber oft beginnen die jüngeren Blätter stärker betroffen zu sein.

Gezielte Düngung ist der Schlüssel zur Vermeidung von Nährstoffmängeln. Verwenden Sie einen Tomatendünger, der auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen abgestimmt ist, und achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis der Hauptnährstoffe sowie wichtiger Spurenelemente wie Magnesium und Eisen.

Bewässerungsprobleme: Zu viel oder zu wenig Wasser

Die richtige Bewässerung ist für Tomatenpflanzen von entscheidender Bedeutung. Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser kann zu Stress führen, der sich in gelben Blättern manifestiert. Das Ziel ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden, ohne Staunässe oder völlige Austrocknung.

Zu viel Wasser kann die Wurzeln ersticken. Wenn der Boden ständig durchnässt ist, erhalten die Wurzeln nicht genügend Sauerstoff. Dies kann zu Wurzelfäule führen, wodurch die Pflanze Nährstoffe und Wasser nicht mehr effektiv aufnehmen kann. Die Blätter, oft beginnend mit den unteren, können gelb werden und welken, obwohl der Boden feucht ist. Staunässe in Töpfen oder im Beet ist ein klares Zeichen für eine Überbewässerung und muss umgehend behoben werden. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann.

Zu wenig Wasser führt ebenfalls zu Stress. Wenn die Pflanze nicht genügend Flüssigkeit erhält, kann sie ihre lebenswichtigen Prozesse, einschließlich der Photosynthese, nicht aufrechterhalten. Die Blätter beginnen zu welken und können gelb werden, oft beginnend an den Rändern und Spitzen. Dies geschieht besonders schnell bei heißem Wetter oder wenn Pflanzen in kleineren Töpfen wachsen und der Boden schneller austrocknet. Ein tiefes, aber selteneres Gießen ist oft besser als tägliches oberflächliches Wässern, um die Wurzeln zu tieferem Wachstum anzuregen.

Der Zeitpunkt der Bewässerung spielt ebenfalls eine Rolle. Idealerweise sollten Tomaten am Morgen gegossen werden. Dies gibt den Blättern Zeit zu trocknen, bevor die Nacht hereinbricht. Feuchte Blätter über Nacht fördern Pilzkrankheiten, die ebenfalls zu Verfärbungen führen können. Direktes Gießen auf die Erde, nicht auf die Blätter, minimiert dieses Risiko und verhindert, dass Nährstoffe von den Blättern abgewaschen werden.

Ein weiterer Faktor ist die Wasserqualität. Hartes Wasser kann langfristig den pH-Wert des Bodens verändern und die Nährstoffaufnahme beeinflussen, was indirekt zu gelben Blättern führen kann. Wenn Sie Probleme vermuten, kann eine Untersuchung des Bodens oder die Verwendung von aufbereitetem Wasser hilfreich sein.

Fazit zur Bewässerung: Prüfen Sie immer die Bodenfeuchtigkeit, bevor Sie gießen. Der Fingerprobe-Test (stecken Sie Ihren Finger etwa 2-3 cm tief in die Erde) ist oft am zuverlässigsten. Der Boden sollte sich leicht feucht, aber nicht nass anfühlen.

Lichtverhältnisse und Temperaturstress

Tomaten sind Sonnenanbeter und benötigen viel Licht, um gesund zu wachsen. Sowohl zu wenig als auch extrem viel Licht kann jedoch Probleme verursachen, die sich in gelben Blättern äußern können. Auch Temperaturschwankungen spielen eine wichtige Rolle.

Zu wenig Licht: Wenn Tomatenpflanzen an einem zu schattigen Standort stehen, erhalten sie nicht genug Energie für die Photosynthese. Dies führt zu einem langsamen, spargeligen Wachstum. Die Blätter können blassgrün bis gelblich werden, da die Pflanze versucht, mit der geringen Lichtmenge auszukommen. Die unteren Blätter sind oft am stärksten betroffen, da sie zuerst weniger Licht abbekommen. Dies ist häufig bei Zimmerpflanzen oder Pflanzen, die in den Schatten von größeren Gebäuden oder Pflanzen gestellt werden, der Fall.

Zu viel Licht (Sonnenbrand): Obwohl Tomaten viel Sonne lieben, können zu intensive, direkte Sonneneinstrahlung, besonders in Kombination mit trockener Luft oder frisch umgesetzten Pflanzen, zu Sonnenbrand führen. Die betroffenen Stellen auf den Blättern werden zunächst weißlich-gelb, können dann aber auch braun und trocken werden. Dies tritt typischerweise an den der Sonne am stärksten ausgesetzten Blättern auf. Junge Pflanzen, die gerade erst nach draußen gestellt wurden, sind besonders anfällig, wenn sie nicht langsam an die direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt werden (Abhärtung).

Temperaturschwankungen: Tomatenpflanzen bevorzugen stabile Temperaturen. Extreme Hitze kann zu Hitzestress führen, der sich in welken und gelben Blättern äußern kann. Ebenso können Fröste oder starke Kälteeinbrüche, selbst wenn sie nur kurzzeitig auftreten, die Zellen schädigen und zu Verfärbungen führen. Besonders empfindlich sind Jungpflanzen. Das Überwintern im Freien ist für Tomaten in den meisten Klimazonen nicht möglich; sie sind einjährige Pflanzen, die nur während der warmen Monate gedeihen.

Richtigstellung zu Licht und Temperatur: Stellen Sie sicher, dass Ihre Tomatenpflanzen mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag erhalten. Bei extremen Temperaturen sollten Sie überlegen, empfindliche Pflanzen gegebenenfalls zu beschatten oder zu schützen, besonders während der Mittagszeit im Hochsommer oder bei drohenden Nachtfrösten im Frühjahr.

Schädlinge und Krankheiten: Unsichtbare Angreifer

Neben den direkten Pflegefehlern können auch Schädlinge und Krankheitserreger Tomatenpflanzen befallen und gelbe Blätter als eines der ersten Symptome hervorrufen. Eine genaue Identifizierung ist hier oft entscheidend für die Wahl der richtigen Bekämpfungsmaßnahme.

Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben oder Weiße Fliegen saugen den Pflanzensaft aus den Blättern. Dies entzieht der Pflanze Energie und Nährstoffe, was zu einer Gelbfärbung der betroffenen Blätter führt. Bei einem Befall mit Spinnmilben sind oft feine Gespinste auf der Blattunterseite sichtbar, und die Blätter erscheinen punktuell gelb oder silbrig. Blattläuse sitzen meist in Büscheln an den jungen Trieben und Blattunterseiten und sind gut sichtbar. Sie sondern oft auch eine klebrige Substanz (Honigtau) ab, die wiederum Rußtaupilze anlocken kann.

Krankheiten sind vielfältig und können durch Pilze, Bakterien oder Viren verursacht werden. Viele pilzliche Krankheiten, wie die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans), beginnen mit wässrigen Flecken auf Blättern und Stängeln, die sich schnell ausbreiten und braun bis schwarz verfärben können. Vorher kann es aber zu einer allgemeinen Gelbfärbung und Welke der Blätter kommen. Auch Echter Mehltau kann zu gelblichen oder hellgrünen Verfärbungen führen, bevor die typischen weißen Sporenrasen auftreten. Verticillium- und Fusariumwelke sind bodenbürtige Pilzkrankheiten, die die Leitungsbahnen der Pflanze verstopfen. Dies führt zu einseitiger oder allgemeiner Gelbfärbung und Welke der Blätter, beginnend oft an den unteren Blättern und sich nach oben ausbreitend.

Viruserkrankungen können ebenfalls gelbe Streifen, Mosaikmuster oder allgemeine Vergilbung verursachen, oft begleitet von Wachstumsstörungen. Diese sind meist schwer zu behandeln und oft ist es am besten, betroffene Pflanzen zu entfernen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Prävention ist der beste Schutz: Achten Sie auf eine gute Belüftung, vermeiden Sie Staunässe, verwenden Sie gesunde Jungpflanzen und halten Sie Abstand zwischen den Pflanzen. Eine gesunde Pflanze ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten.

Was tun bei gelben Blättern? Lösungsansätze nach Ursache

Die Behandlung von gelben Blättern an Tomatenpflanzen hängt direkt von der identifizierten Ursache ab. Ein gezieltes Vorgehen ist effektiver und schont die Pflanze.

1. Bei Verdacht auf Nährstoffmangel

Stickstoffmangel: Düngen Sie mit einem stickstoffbetonten Flüssigdünger. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu düngen, da dies zu viel Blattwachstum auf Kosten der Fruchtbildung führen kann. Eine ausgewogene Düngung ist meist vorzuziehen. Organische Dünger wie Hornspäne oder Brennnesseljauche können ebenfalls helfen.

Magnesiummangel: Streuen Sie Bittersalz (Magnesiumsulfat) um die Pflanzen oder sprühen Sie eine verdünnte Lösung auf die Blätter. Wiederholen Sie die Anwendung bei Bedarf. Achten Sie auf die richtige Dosierung, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Eisenmangel: Verwenden Sie spezielle Eisendünger für Tomaten oder Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnigen. Bei kalkhaltigen Böden kann eine Bodenverbesserung helfen, den pH-Wert zu senken und die Eisenverfügbarkeit zu erhöhen. Chelat-Eisen ist oft gut verfügbar.

Generell: Verwenden Sie einen hochwertigen Tomatendünger, der alle notwendigen Makro- und Mikronährstoffe im richtigen Verhältnis liefert. Eine regelmäßige Anwendung gemäß den Herstellerangaben ist entscheidend. Bei Sämlingen, die in nährstoffarmer Anzuchterde gezogen wurden, ist der frühe Einsatz eines geeigneten Düngers wichtig, sobald die ersten echten Blätter erscheinen.

2. Bei Problemen mit der Bewässerung

Überwässerung: Reduzieren Sie die Gießmenge und stellen Sie sicher, dass überschüssiges Wasser abfließen kann. Bei Topfpflanzen: Prüfen Sie, ob die Drainagelöcher verstopft sind. Lockern Sie gegebenenfalls die oberste Bodenschicht, um die Belüftung zu verbessern. Vermeiden Sie es, die Pflanzen zu übergießen, und warten Sie, bis die oberste Erdschicht leicht angetrocknet ist, bevor Sie erneut gießen.

Unterwässerung: Erhöhen Sie die Gießfrequenz und stellen Sie sicher, dass die Erde gut durchfeuchtet wird. An heißen Tagen kann es notwendig sein, zweimal täglich zu gießen, besonders bei Pflanzen in kleinen Töpfen. Mulchen Sie den Boden um die Pflanzen, um die Feuchtigkeit besser zu speichern und Verdunstung zu reduzieren.

3. Bei Licht- und Temperaturstress

Zu wenig Licht: Stellen Sie die Pflanzen an einen sonnigeren Standort. Wenn dies nicht möglich ist, kann in Innenräumen eine Pflanzenlampe helfen, das natürliche Licht zu ergänzen. Bei schlechtem Wetter kann eine zusätzliche Beleuchtung die Wachstumsphase unterstützen.

Sonnenbrand: Schützen Sie die Pflanzen vor direkter Mittagssonne, besonders junge oder frisch umgesetzte Exemplare. Ein feines Schattiernetz oder das Platzieren hinter anderen, etwas höheren Pflanzen kann helfen. Nach der Gewöhnungsphase sind Tomaten meist robuster.

Temperaturschwankungen: Schützen Sie junge Pflanzen vor Kälte mit Vlies oder Folientunneln. Bei extremer Hitze kann es ratsam sein, für Schatten zu sorgen. Vermeiden Sie es, Pflanzen direkt neben heißen Mauern oder asphaltierten Flächen zu platzieren, wo sich die Hitze staut.

4. Bei Befall von Schädlingen oder Krankheiten

Schädlingsbefall: Bei leichtem Befall mit Blattläusen oder Spinnmilben können Hausmittel wie eine Mischung aus Wasser und Spülmittel oder eine Lösung aus Neemöl helfen. Bei stärkerem Befall sollten Sie auf biologische Pflanzenschutzmittel zurückgreifen. Wichtig ist, auch die Unterseite der Blätter zu behandeln.

Krankheiten: Entfernen Sie befallene Blätter sofort und entsorgen Sie sie im Hausmüll, um eine Ausbreitung zu verhindern. Bei Verdacht auf pilzliche Krankheiten wie Kraut- und Braunfäule können biologische Fungizide auf Basis von Kupfer oder anderen Wirkstoffen eingesetzt werden. Achten Sie auf vorbeugende Maßnahmen wie gute Luftzirkulation und Vermeidung von Blattbenetzung. Bei Verdacht auf Welkekrankheiten oder Viruserkrankungen ist es oft ratsam, die betroffenen Pflanzen zu entfernen, um eine Ansteckung gesunder Pflanzen zu verhindern.

Was tun mit bereits gelben Blättern? Sobald die Ursache behoben ist, werden sich die gelben Blätter in der Regel nicht mehr regenerieren. Gesunde, grüne Blätter werden jedoch neue Energie für das Wachstum der Pflanze und die Fruchtbildung liefern. Entfernen Sie stark geschädigte oder abgestorbene Blätter, um die Luftzirkulation zu verbessern und der Pflanze zu helfen, ihre Energie auf gesunde Teile zu konzentrieren.

Vorbeugung ist der Schlüssel: Gesunde Tomaten von Anfang an

Die beste Methode, um gelbe Blätter bei Tomaten zu vermeiden, ist die Vorbeugung. Wenn Sie von Anfang an auf die richtigen Bedingungen achten, minimieren Sie das Risiko für Probleme erheblich.

Standortwahl: Wählen Sie einen sonnigen, gut belüfteten Standort. Direkte Sonneneinstrahlung für mindestens 6-8 Stunden täglich ist ideal. Vermeiden Sie Standorte, an denen in den Vorjahren bereits häufig Tomaten oder andere Nachtschattengewächse standen, um bodenbürtige Krankheiten zu reduzieren. Fruchtwechsel ist hier essenziell.

Bodenvorbereitung: Tomaten lieben lockeren, nährstoffreichen und gut drainierenden Boden. Arbeiten Sie vor der Pflanzung Kompost oder gut verrotteten Mist ein, um die Bodenstruktur und den Nährstoffgehalt zu verbessern. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (ca. 6,0-7,0) ist optimal für die Nährstoffaufnahme.

Pflanzabstand: Halten Sie ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen (mindestens 60-80 cm, je nach Sorte und Anbaumethode) und zwischen den Reihen. Dies sorgt für eine gute Luftzirkulation, was Pilzkrankheiten vorbeugt und die Austrocknung der Blätter nach Regen oder Tau fördert.

Pflanzengesundheit: Verwenden Sie nur gesundes Saatgut und kräftige Jungpflanzen von vertrauenswürdigen Quellen. Wenn Sie Jungpflanzen selbst ziehen, achten Sie auf sterile Anzuchterde und gute Belichtung, um ein gesundes Wurzel- und Blattwachstum zu fördern.

Bewässerung und Düngung: Etablieren Sie ein gleichmäßiges Bewässerungs- und Düngeverhalten. Vermeiden Sie sowohl Trockenstress als auch Staunässe. Ein saisonal angepasster Düngerplan mit hochwertigen Tomatendüngern unterstützt die Pflanze während ihrer gesamten Wachstumsperiode.

Ausgeizen: Das regelmäßige Ausgeizen von Tomaten (Entfernen der Geiztriebe in den Blattachseln) ist nicht nur wichtig für die Fruchtbildung, sondern verbessert auch die Luftzirkulation im Pflanzenbestand, was Krankheiten vorbeugen kann.

Sortenwahl: Wählen Sie robuste Sorten, die für Ihr Klima geeignet sind und eine gute Widerstandsfähigkeit gegen gängige Krankheiten aufweisen. Es gibt viele Sorten, die speziell auf Robustheit gezüchtet wurden.

Durch die Beachtung dieser vorbeugenden Maßnahmen schaffen Sie optimale Bedingungen für Ihre Tomatenpflanzen, sodass gelbe Blätter eher die Ausnahme als die Regel bleiben.

Tomatenpflanzen ausgeizen: Mehr als nur Ertragsteigerung

Das Ausgeizen bei Tomaten ist eine Pflegemaßnahme, die oft im Zusammenhang mit der Ertragssteigerung genannt wird. Doch es hat auch eine wichtige Funktion bei der Vorbeugung von Krankheiten und der Verbesserung der allgemeinen Pflanzengesundheit, was wiederum gelbe Blätter verhindern kann.

Was bedeutet Ausgeizen? Geiztriebe sind kleine Seitentriebe, die in den Blattachseln zwischen Haupttrieb und Blattstiel entstehen. Bei den meisten Tomatensorten (Stab- oder Lösertomaten) werden diese entfernt, damit die Pflanze ihre Energie auf die Haupttriebe und die Fruchtbildung konzentriert. Buschtomaten werden hingegen meist nicht ausgegeizt.

Warum Ausgeizen?

  • Energiekonzentration: Die Pflanze investiert weniger Energie in zusätzliches Blattwerk und konzentriert sich auf die Entwicklung von Blüten und Früchten. Dies führt zu größeren und reiferen Tomaten.
  • Luftzirkulation: Durch das Entfernen der Geiztriebe wird der Pflanzenbestand gelüftet. Dies ist entscheidend, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Feuchtigkeit kann schneller abtrocknen, und eine dichtere Belaubung, die schlecht belüftet ist, wird vermieden. Eine gute Luftzirkulation ist ein direkter Schutz gegen viele Blattkrankheiten, die gelbe Flecken oder Vergilbungen verursachen können.
  • Reduzierung von Krankheitsherden: Dicht stehende, üppige Geiztriebe können ideale Brutstätten für Schädlinge und Krankheitserreger sein. Werden sie regelmäßig entfernt, minimiert sich dieses Risiko.
  • Einfachere Pflege: Ein ausgegeizter Bestand ist übersichtlicher, was die Ernte erleichtert und die Kontrolle auf Schädlinge und Krankheiten vereinfacht.

Der richtige Zeitpunkt: Geiztriebe sollten entfernt werden, solange sie noch jung und klein sind (etwa daumengroß). Sie lassen sich dann einfach mit den Fingernägeln abknipsen. Zu große Triebe sollten mit einem sauberen Messer oder einer Schere abgeschnitten werden, um die Pflanze nicht zu stark zu verletzen.

Zusammenhang mit gelben Blättern: Weniger dichtes Laub bedeutet bessere Belüftung und schnellere Trocknung. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass sich Pilzsporen auf den Blättern festsetzen und Infektionen auslösen, die oft mit gelben oder braunen Flecken beginnen. Wenn die Pflanze nicht unnötig viele Triebe und Blätter versorgen muss, kann sie Nährstoffe und Wasser effizienter nutzen, was ebenfalls zu gesünderen, grüneren Blättern beiträgt.

Das Ausgeizen ist somit eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um die Gesundheit Ihrer Tomatenpflanzen zu fördern und gelben Blättern vorzubeugen, indem die Belüftung verbessert und die Energie der Pflanze optimal genutzt wird.