Die Vorteile der Mischkultur: Warum Tomaten und Salat Freunde sind

Das Zusammenspiel von Tomaten und Salat im selben Beet mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, doch es ist eine klassische Methode der Mischkultur, die sich über Generationen bewährt hat. Wenn Sie Tomaten und Salat zusammen pflanzen, nutzen Sie die natürlichen Eigenschaften beider Pflanzen zum gegenseitigen Vorteil. Salat profitiert von der leichten Schattierung durch die höheren Tomatenpflanzen, besonders während der heißen Sommermonate. Dies verhindert, dass der Salat zu schnell schießt und bitter wird. Die Tomaten wiederum können von dem gleichmäßigen Feuchtigkeitsbedarf des Salates profitieren, da er hilft, den Boden feucht zu halten, was für die Tomatenfruchtbildung essenziell ist. Darüber hinaus können bestimmte Salatarten abschreckende Wirkungen auf Schädlinge haben, die auch Tomaten befallen, und umgekehrt.

Diese symbiotische Beziehung ist der Schlüssel zu einem gesunden und ertragreichen Garten. Anstatt jedes Gemüse isoliert anzubauen, schaffen Sie ein kleines Ökosystem, in dem sich die Pflanzen gegenseitig unterstützen. Dieses Prinzip der Mischkultur ist nicht nur auf Tomaten und Salat beschränkt, sondern kann auf viele andere Gemüsesorten angewendet werden, um das Gleichgewicht im Beet zu fördern und Krankheiten sowie Schädlingsbefall auf natürliche Weise zu reduzieren. Die richtige Planung ist hierbei entscheidend, um sicherzustellen, dass keine Konkurrenz um Licht, Wasser oder Nährstoffe entsteht, die das Wachstum beeinträchtigen könnte.

Die Entscheidung, Tomaten und Salat zusammen zu pflanzen, ist somit mehr als nur eine Platzersparnis. Es ist eine bewusste Entscheidung für nachhaltigeren und intelligenteren Gartenbau. Die Natur liefert uns die besten Lösungsansätze, und die Mischkultur ist einer davon. Indem wir lernen, wie Pflanzen miteinander interagieren, können wir unsere Ernte maximieren und gleichzeitig die Gesundheit unseres Bodens und unserer Pflanzen fördern. Betrachten Sie Ihr Beet als einen lebendigen Organismus, in dem jede Pflanze eine Rolle spielt.

  • Salat profitiert von der Schattierung durch Tomatenpflanzen.
  • Tomaten profitieren von gleichmäßig feuchtem Boden durch Salat.
  • Mischkultur reduziert Schädlingsbefall und fördert Pflanzengesundheit.
  • Geeignete Planung verhindert Nährstoff- und Lichtkonkurrenz.

Die richtige Vorbereitung: Was Sie für Ihr harmonisches Beet benötigen

Bevor Sie Ihre Tomaten und Ihren Salat ins Beet setzen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Zuerst sollten Sie den idealen Standort wählen: Ein sonniger Platz ist für die Tomaten unerlässlich, während Salat auch mit etwas Halbschatten gut zurechtkommt. Kombinieren Sie beides, indem Sie einen Bereich wählen, der morgens volle Sonne bekommt und nachmittags, wenn die Sonne am intensivsten brennt, leichten Schatten durch höhere Pflanzen wie Tomaten erhält. Achten Sie auf eine gute Bodenvorbereitung. Lockern Sie den Boden tiefgründig auf und arbeiten Sie reifen Kompost ein, um ihn mit Nährstoffen anzureichern und die Drainage zu verbessern. Ein gut strukturierter Boden ist die Basis für kräftige Pflanzen.

Stellen Sie sicher, dass der Boden nicht zu sauer ist; ein leicht alkalischer bis neutraler pH-Wert (um 6,0 bis 7,0) ist für beide Pflanzenarten ideal. Sie können dies mit einem Bodentestkit überprüfen. Die Wahl der richtigen Sorten spielt ebenfalls eine Rolle. Für Tomaten eignen sich mittelgroße bis hochwachsende Sorten (Stabtomaten) gut, da sie die nötige Höhe erreichen, um den Salat darunter zu beschatten. Bei Salat sind schnittfeste Sorten, Pflücksalate oder Kopfsalatsorten, die nicht zu früh in die Blüte gehen, eine gute Wahl. Vermeiden Sie Sorten, die extrem viel Platz beanspruchen oder sehr frühe Blüteperioden haben.

Denken Sie auch an die Fruchtfolge. Bauen Sie Tomaten und Salat nicht jedes Jahr an derselben Stelle an, um Bodenermüdung und die Ansammlung von Krankheitserregern zu vermeiden. Ein guter Anbauplan, der Rotation berücksichtigt, ist entscheidend für langfristigen Erfolg. Überlegen Sie, welche Pflanzen im Vorjahr an dieser Stelle standen. Idealerweise standen dort Leguminosen (Bohnen, Erbsen), die den Boden mit Stickstoff angereichert haben, was Tomaten sehr schätzen.

Die Auswahl der richtigen Pflanzpartner

Nicht jeder Salat ist ein idealer Nachbar für Tomaten, und umgekehrt. Schnittsalate oder Pflücksalate sind oft eine gute Wahl, da ihre Blätter laufend geerntet werden können und sie nicht den ganzen Platz beanspruchen. Kopfsalate, die eine feste Kugel bilden, können ebenfalls funktionieren, wenn sie so platziert werden, dass sie nicht zu stark von den Tomaten beschattet werden, sobald diese ausgewachsen sind. Romana-Salate sind robuster und vertragen die Nähe gut, benötigen aber etwas mehr Platz. Vermeiden Sie stark wuchernde Sorten, die die Wurzeln der Tomaten stören könnten.

Bei den Tomaten ist es ratsam, Sorten zu wählen, die nicht extrem ausladend wachsen und relativ früh Früchte tragen, um den Salat nicht zu lange zu bedrängen. Buschtomaten oder kleinere Strauchtomaten können auch gute Partner sein, wenn Sie den Platz begrenzen möchten. Wichtig ist, dass die höheren Pflanzen tatsächlich einen schattenspendenden Effekt haben, aber nicht die kleineren Pflanzen komplett verdecken. Achten Sie auf gut etablierte Jungpflanzen, sowohl für Tomaten als auch für Salat, um einen guten Start zu gewährleisten.

Schützen Sie junge Salatpflanzen bei der Auspflanzung vor intensiver Mittagssonne, indem Sie sie mit einem Vlies abdecken oder zunächst in der Nähe größerer, etablierter Pflanzen positionieren, die bereits etwas Schatten spenden.

Der Pflanzvorgang: Schritt für Schritt zum perfekten Beet

Wenn Sie Tomaten und Salat zusammen pflanzen möchten, ist die richtige Anordnung entscheidend. Beginnen Sie mit der Platzierung Ihrer Tomatenpflanzen. Da Tomaten in der Regel die Hauptpflanzen in diesem Arrangement sind, sollten sie den Grundstein legen. Pflanzen Sie sie mit dem üblichen Pflanzabstand von etwa 50-60 cm in Reihen, je nach Sorte. Die genauen Abstände entnehmen Sie bitte den jeweiligen Pflanzempfehlungen für Ihre Tomatensorte.

Nachdem die Tomaten ihren Platz gefunden haben, ist der Salat an der Reihe. Der Salat wird zwischen den Tomatenpflanzen oder am Rand der Tomatenreihen gepflanzt, dort wo er von den Tomaten in der Mittagshitze etwas beschattet wird. Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zur Tomatenpflanze selbst – mindestens 15-20 cm –, um eine Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe im direkten Wurzelbereich zu vermeiden und die Luftzirkulation zu gewährleisten. Eine typische Anordnung könnte sein: Eine Reihe Tomaten, gefolgt von einer Reihe Salat, oder auch die Pflanzung von zwei Salatpflanzen im Dreieck zwischen drei Tomatenpflanzen.

Wenn Sie sich für Reihenpflanzung entscheiden, setzen Sie die Salatpflanzen in die Lücken der Tomatenreihen. Der Abstand zwischen den Salatpflanzen sollte, je nach Sorte, etwa 15-25 cm betragen. Salat wächst relativ schnell und kann geerntet werden, bevor die Tomatenpflanzen ihre volle Größe erreichen und den Salat zu stark bedrängen. Achten Sie darauf, dass keine Blätter der Tomatenpflanzen direkt auf dem Boden aufliegen, da dies Krankheiten fördern kann; dies ist jedoch weniger ein Problem, wenn der Salat darunter wächst, da er eine Barriere bildet.

Der richtige Zeitpunkt und die Pflanztechnik

Der ideale Zeitpunkt, um sowohl Tomaten als auch Salat auszupflanzen, ist nach dem letzten Frost, wenn die Bodentemperaturen stabil sind. In vielen Regionen Deutschlands ist dies ab Mitte Mai der Fall. Wenn Sie Salat bereits früher aussäen oder pflanzen möchten, sollten Sie ihn zunächst vor Kälte schützen, beispielsweise unter einem Frühbeet oder mit einem Vlies. Die Tomatenpflanzen sollten ebenfalls erst nach den Eisheiligen ins Freiland gesetzt werden, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.

Beim Pflanzen der Tomaten ist es ratsam, sie tiefer zu setzen als sie im Topf standen. Sie bilden dann zusätzliche Wurzeln am unterirdischen Stiel, was sie kräftiger macht. Gießen Sie die Pflanzen nach dem Einsetzen gut an. Bei Salat ist es wichtig, die Wurzelballen nicht zu beschädigen. Setzen Sie die Jungpflanzen vorsichtig in vorbereitete Pflanzlöcher und drücken Sie die Erde leicht an. Sorgen Sie für eine gleichmäßige Bewässerung, damit sich die Pflanzen gut etablieren können. Die Erde um die Pflanzen herum sollte leicht feucht gehalten werden, aber Staunässe vermeiden.

Das sorgfältige Anwachsenlassen beider Pflanzenarten ist der Schlüssel für ihre zukünftige harmonische Koexistenz im Beet.

Pflege im Einklang: Bewässerung, Düngung und Schädlingsschutz

Die Pflege von Tomaten und Salat im gemeinsamen Beet erfordert ein feines Gespür für die unterschiedlichen Bedürfnisse. Tomaten sind Starkzehrer und benötigen reichlich Wasser und Nährstoffe, besonders während der Fruchtbildung. Salat hingegen ist ein Schwach- bis Mittelzehrer und kommt mit weniger aus. Die Herausforderung besteht darin, beide Pflanzen zufriedenzustellen, ohne dass eine zu kurz kommt oder überversorgt wird.

Beginnen Sie mit der Bewässerung: Tomaten bevorzugen eine gleichmäßige Feuchtigkeit, vor allem direkt an der Wurzel, und reagieren empfindlich auf trockene Phasen gefolgt von starkem Gießen, was zu Blütenendfäule führen kann. Salat benötigt ebenfalls eine konstante Feuchtigkeit, um zart und knackig zu bleiben. Durch die Nähe der Pflanzen und die Bodendeckung durch den Salat bleibt der Boden oft länger feucht, was für die Tomaten vorteilhaft ist. Gießen Sie bevorzugt am Morgen, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen können und Pilzkrankheiten vorgebeugt wird. Vermeiden Sie es, über die Blätter zu gießen, sondern zielen Sie auf die Basis der Pflanzen.

Bei der Düngung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Tomaten profitieren von einer kaliumbetonten Düngung während der Fruchtphase. Sie können den Boden vor der Pflanzung mit reifem Kompost oder gut verrottetem Mist anreichern, was beiden Pflanzen zugutekommt. Während des Wachstums können Sie die Tomaten bei Bedarf mit einem organischen Tomatendünger versorgen. Der Salat benötigt weniger Dünger. Eine Überdüngung des Salates, insbesondere mit Stickstoff, kann zu übermäßigem Blattwachstum und einem verringerten Geschmack führen. Achten Sie darauf, dass der Dünger nicht direkt auf die Salatblätter gelangt.

Natürlicher Schädlings- und Krankheitsmanagement

Eine der größten Stärken der Mischkultur von Tomaten und Salat liegt im natürlichen Schädlingsmanagement. Der Salat kann durch sein feineres Wurzelsystem den Boden auflockern und für die Tomaten eine Art lebenden Mulch darstellen. Einige Gartenexperten berichten, dass der Geruch bestimmter Salatsorten Schnecken abhalten kann, während die Nähe von Tomaten- oder Kräuterpflanzen wie Basilikum und Petersilie Blattläuse und andere Schädlinge von den Tomaten fernhalten kann. Die Diversität im Beet verwirrt Schädlinge und zieht nützliche Insekten an, wie Marienkäfer, die Blattläuse fressen.

Sollten dennoch Schädlinge wie Schnecken oder Blattläuse auftreten, greifen Sie zunächst zu biologischen Mitteln. Schnecken können mit Schneckenkragen oder manuell abgesammelt werden. Bei Blattläusen hilft oft ein starker Wasserstrahl oder eine Lösung aus Schmierseife und Wasser. Achten Sie auf Anzeichen von Pilzkrankheiten wie Braunfäule bei den Tomaten. Eine gute Belüftung, das Vermeiden von Staunässe und das Entfernen befallener Pflanzenteile sind hier entscheidend. Der Salat, der meist früher geerntet wird, ist von vielen Tomatenkrankheiten weniger betroffen.

Mulchen Sie den Boden um die Pflanzen herum mit einer dünnen Schicht Stroh oder Rasenschnitt. Dies hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten, Unkraut zu unterdrücken und die Bodentemperatur zu regulieren, was beiden Pflanzen zugutekommt.

Erntezeit: Wann und wie Tomaten und Salat zusammen ernten?

Die Ernte von Tomaten und Salat aus einem gemeinsamen Beet ist ein Prozess, der Geduld und das richtige Timing erfordert. Da Salat in der Regel schneller wächst und reift als Tomaten, wird er meist zuerst geerntet. Dies ist ein entscheidender Vorteil der Mischkultur: Sie können die ersten frischen Blätter oder Köpfe ernten, noch bevor die Tomatenpflanzen ihre volle Pracht entfalten und möglicherweise den Salat zu stark beschatten.

Für Pflück- und Schnittsalate beginnt die Ernte oft schon wenige Wochen nach dem Auspflanzen. Schneiden Sie einfach die äußeren Blätter ab und lassen Sie das Herz der Pflanze stehen. Diese Methode ermöglicht mehrere Ernten von derselben Pflanze und stellt sicher, dass immer etwas für den Salat auf dem Tisch ist, während die Tomaten noch wachsen. Bei Kopfsalat ernten Sie die ganze Pflanze, sobald sie einen festen Kopf gebildet hat. Achten Sie darauf, den Salat an einem trockenen Tag zu ernten, idealerweise am Morgen, damit er knackig und frisch ist.

Die Tomatenernte beginnt in der Regel später im Sommer, oft ab Juli oder August, je nach Sorte und Wetterbedingungen. Beginnen Sie mit dem Ernten, sobald die Früchte ihre typische Farbe und Reife erreicht haben. Pflücken Sie die Tomaten regelmäßig, um die Pflanze anzuregen, weitere Früchte zu produzieren. Eine reife Tomate lässt sich oft leicht vom Stiel lösen. Wenn Sie Tomaten und Salat nebeneinander gepflanzt haben, sollten Sie darauf achten, dass die Bodendeckung durch den Salat die reifenden Tomaten nicht am Boden verrotten lässt.

Die letzten Schritte und die Nachernte

Nachdem der Salat geerntet wurde, bietet die freigewordene Fläche eine willkommene Möglichkeit für die Tomaten, mehr Licht und Luft zu bekommen. Sie können diesen Raum nutzen, um besser zu wachsen und sich zu entwickeln. Wenn die Tomatenpflanzen nach der Ernte der Früchte Platz benötigen, um sich auszubreiten, können Sie gegebenenfalls abgestorbene oder nicht mehr ertragreiche Salatpflanzen entfernen, um die Luftzirkulation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Die Nachernte ist ebenso wichtig wie die Ernte selbst. Entfernen Sie nach der letzten Ernte von Salat die zurückgebliebenen Pflanzenreste, um die Ansiedlung von Schädlingen oder Krankheitserregern für die nächste Saison zu vermeiden. Dies gilt auch für die Tomatenpflanzen; sobald sie keine Früchte mehr tragen oder vom Frost gezeichnet sind, sollten sie entfernt und kompostiert (sofern sie nicht krankheitsbefallen waren) oder im Hausmüll entsorgt werden. Dies hilft, den Garten für das nächste Jahr sauber und gesund zu halten.

Eine kontinuierliche Ernte des Salates erlaubt es den Tomaten, sich voll zu entfalten und ihre Früchte ungestört ausreifen zu lassen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Beim Versuch, Tomaten und Salat zusammen zu pflanzen, gibt es einige typische Fallstricke, die unerfahrene Gärtner begehen können. Einer der häufigsten Fehler ist die falsche Platzierung: Wenn der Salat zu nah an der Tomatenpflanze steht, kann er von deren Wurzeln Nährstoffe und Wasser "gestohlen" bekommen, oder die Tomaten beschädigen den Salat mit ihren stark verzweigten Wurzeln. Ebenso wichtig ist die Wahl der richtigen Sorten; eine zu stark wachsende oder ausladende Salatsorte kann die junge Tomatenpflanze überwuchern.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Vernachlässigung des unterschiedlichen Nährstoffbedarfs. Tomaten benötigen mehr Nährstoffe als Salat. Wenn Sie nur einen Universaldünger verwenden, der für den Salat gut ist, könnten die Tomaten unter Nährstoffmangel leiden. Umgekehrt kann eine zu starke Düngung, die primär für Tomaten gedacht ist, den Salat verderben und ihn anfällig für Krankheiten machen oder den Geschmack negativ beeinflussen. Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Düngung und berücksichtigen Sie, dass Salat eher von der Nährstoffverfügbarkeit profitiert, die durch die Verrottung von Pflanzenresten und Kompost entsteht, den Sie für die Tomaten einarbeiten.

Auch die Bewässerung kann problematisch sein. Beide Pflanzen brauchen Wasser, aber ihre Anforderungen können sich unterscheiden, besonders wenn die Tomaten Früchte tragen und mehr Wasser benötigen. Wenn Sie nur für die Tomaten gießen, könnte der Salat zu viel abbekommen, was Wurzelfäule fördern kann. Gießen Sie nur für den Salat, verdurstet die Tomatenpflanze schnell, was zu Problemen wie Blütenendfäule führen kann. Eine gleichmäßige Bewässerung, die den Boden feucht, aber nicht nass hält, ist der Schlüssel. Der Salat hilft hierbei, indem er die Feuchtigkeit speichert, aber man muss die Tomaten im Auge behalten.

Tipps für fortgeschrittene Mischkulturanbauer

Für alle, die ihre Mischkultur auf das nächste Level heben möchten: Betrachten Sie das Prinzip der „drei Schwestern“ als Inspiration, bei dem Mais, Bohnen und Kürbis kombiniert werden. Auch wenn dies eine andere Kombination ist, lehrt es uns das Prinzip der vertikalen und horizontalen Raumnutzung sowie der Nährstoffbindung. Für Tomaten und Salat bedeutet dies, dass Sie bei der Planung immer auch die späteren Wachstumsstadien beider Pflanzen berücksichtigen sollten. Denken Sie voraus: Wenn die Tomaten groß sind, welche Lücken bleiben dann noch für den Salat? Oder wie kann der Salat dem jungen Tomatenpflänzchen helfen, sich zu etablieren?

Eine weitere fortgeschrittene Technik ist das „Staffelpflanzen“. Das bedeutet, dass Sie nicht alle Salatpflanzen gleichzeitig setzen. Beginnen Sie mit einigen Salatpflanzen früh im Jahr, ernten Sie diese und pflanzen Sie dann neue Salatpflanzen nach, während die Tomaten wachsen. Dies sorgt für einen kontinuierlichen Nachschub an Salat über einen längeren Zeitraum. Sie können auch verschiedene Salatarten pflanzen, die unterschiedliche Wuchszeiten und -formen haben, um den Platz optimal zu nutzen und verschiedene Erntezeitpunkte zu haben. Manche Gärtner setzen zusätzlich schnell wachsende Radieschen oder Spinat in die Zwischenräume, die noch schneller geerntet sind und den Boden vor der vollen Entfaltung der Tomaten decken.

Vermeiden Sie es, Tomaten und Salat in derselben Erde über mehrere Jahre hintereinander anzubauen, um die Bodengesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen.

Variationen und kreative Kombinationen

Die Grundidee, Tomaten und Salat zusammen zu pflanzen, lässt sich auf vielfältige Weise variieren und erweitern. Statt nur einer Salatsorte können Sie eine Mischung aus verschiedenen Salaten wählen. Kombinieren Sie z.B. knackige Romana-Salate, die gut mit der feuchteren Erde zurechtkommen, mit zarten Blatt- oder Schnittsalaten, die frühzeitig geerntet werden können. So nutzen Sie die unterschiedlichen Wachstumszyklen und -formen optimal aus. Auch die Wahl der Tomatensorte spielt eine Rolle: Hochwachsende Stabtomaten eignen sich hervorragend, um eine breite Schattenfläche zu schaffen, während kleinere buschige Sorten eine dichtere Bepflanzung ermöglichen könnten, bei der der Salat stärker mit den Tomaten konkurriert.

Die Kombination mit weiteren Pflanzen erweitert das Potenzial der Mischkultur. Kräuter wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch passen wunderbar zu Tomaten und Salat. Basilikum schützt Tomaten vor einigen Schädlingen und verbessert deren Geschmack, während Petersilie als Unterpflanzung fungiert und den Boden verbessert. Schnittlauch kann helfen, Schädlinge von Tomaten fernzuhalten und den Boden aufzulockern. Diese „Gartengenossen“ ergänzen sich nicht nur in ihren Bedürfnissen, sondern schaffen auch ein widerstandsfähigeres und produktiveres kleines Ökosystem im Beet.

Auch der Anbau im Kübel oder Hochbeet bietet Möglichkeiten für diese Kombination. Achten Sie hierbei besonders auf die Topfgröße und die ausreichende Drainage. Ein großer Kübel kann durchaus eine Tomatenpflanze und mehrere Salatpflanzen beherbergen. Die Prinzipien der Mischkultur bleiben dieselben: Die höheren Tomatenpflanzen spenden Schatten, und der Salat hilft, die Feuchtigkeit zu halten. In diesem Szenario ist eine sorgfältige Bewässerung und eine gute Nährstoffversorgung im begrenzten Erdvolumen noch wichtiger.

Salat pflanzen auf dem Balkon mit Tomaten

Für Balkongärtner, die nur begrenzte Flächen zur Verfügung haben, ist die Kombination von Tomaten und Salat eine ideale Lösung. Auf einem sonnigen Balkon kann man hochwachsende Tomatensorten in größeren Töpfen kultivieren und den Platz am Fuß der Tomatenpflanzen mit verschiedenen Salatsorten bepflanzen. Hierbei ist es wichtig, sowohl für Tomaten als auch für Salat ausreichend große Gefäße zu wählen, um Trockenstress zu vermeiden. Eine gute Drainage ist bei der Balkonbepflanzung unerlässlich, um Staunässe in den Töpfen zu verhindern.

Eine weitere Variante ist das separate Pflanzen in verschiedenen Ebenen eines Balkongartens. Sie können z.B. Tomaten in höheren Pflanzgefäßen oder Ampeln anbringen und darunter oder daneben Schalen mit Salat platzieren. Dies ermöglicht eine gute Belüftung und verhindert, dass die Pflanzen sich gegenseitig zu sehr bedrängen. Achten Sie darauf, dass auch die tiefer platzierten Salate noch genügend Licht bekommen, aber von der Nachmittagssonne durch die Tomaten beschattet werden. Dies erfordert eine flexible Anordnung, die Sie während der Wachstumsperiode anpassen können.

Für den Balkonanbau eignen sich besonders kleinwüchsige Tomatensorten, die nicht so viel Platz benötigen, aber dennoch genügend Schatten spenden können. Achten Sie auf kompakte Salatsorten, die nicht zu schnell in die Höhe schießen. Die Pflege im Kübel bedeutet, dass Sie regelmäßiger gießen und düngen müssen, da das Erdvolumen begrenzt ist und Nährstoffe schneller ausgewaschen werden. Mit etwas Planung und der richtigen Pflege können Sie auch auf kleinstem Raum erfolgreich Tomaten und Salat nebeneinander anbauen und frische Ernten genießen.