Was ist Unkrautvlies und warum unter Pflaster?
Unkrautvlies, auch als Unkrautbarriere oder Bodengewebe bekannt, ist ein textiles Material, das speziell dafür entwickelt wurde, das Wachstum von unerwünschten Pflanzen unter Oberflächen wie Pflastersteinen, Kieswegen oder Terrassen zu unterbinden. Unter Pflastersteinen verlegt, fungiert es als eine physische Barriere, die verhindert, dass Unkrautsamen, die sich im Boden darunter befinden oder vom Wind herangetragen werden, Licht und Nährstoffe zum Keimen und Wachsen erhalten. Gleichzeitig erlaubt hochwertiges, wasserdurchlässiges Unkrautvlies das Versickern von Regenwasser in den Untergrund, was Staunässe vermeidet und die Struktur des Bodens stabil hält. Dies ist ein essenzieller Schritt für jedes Bauprojekt, bei dem langfristige Ästhetik und Pflegeleichtigkeit im Vordergrund stehen.
Die Entscheidung, Unkrautvlies unter Pflaster zu legen, ist oft eine präventive Maßnahme mit langfristigen Vorteilen. Ohne diese Schutzschicht kämpfen Hausbesitzer bald mit unschönen Grashalmen und hartnäckigen Unkräutern, die zwischen den Pflasterfugen hervorbrechen. Diese zu entfernen ist mühsam und zeitraubend. Das Vlies spart Ihnen somit auf Dauer erhebliche Mengen an Arbeit und Pflegekosten. Es ist das Rückgrat einer gepflegten Außenanlage und trägt wesentlich zur Haltbarkeit und zum Erscheinungsbild Ihres gepflasterten Bereichs bei.
Die Funktion der Unkrautbarriere im Detail
Die primäre Funktion des Unkrautvlieses ist das Blockieren von Licht. Ohne Licht können die meisten Unkrautsamen nicht keimen, selbst wenn sie im Boden vorhanden sind oder durch Wind und Tiere eingebracht werden. Die mechanische Barriere verhindert zudem, dass sich Wurzeln von angrenzenden Grünflächen unkontrolliert unter das Pflaster ausbreiten. Darüber hinaus bietet es eine wichtige stabilisierende Wirkung für den Unterbau. Wenn es korrekt verlegt wird, verteilt es Lasten gleichmäßiger und verhindert, dass sich der Untergrund, insbesondere bei lockerem Material wie Splitt oder Sand, zu stark durchfeuchtet und weich wird. Dies ist essenziell, um das Absacken oder Setzen des Pflasters im Laufe der Zeit zu minimieren. Die Auswahl des richtigen Vlieses, das sowohl robust als auch wasserdurchlässig ist, ist dabei entscheidend für den Erfolg Ihres Projekts.
- Verhindert effektiv Unkrautwuchs durch Lichtentzug.
- Stabilisiert den Unterbau und beugt Setzungen vor.
- Ermöglicht Wasserdurchlässigkeit zur Vermeidung von Staunässe.
- Spart langfristig Zeit und Kosten bei der Gartenpflege.
- Schafft die Basis für eine langlebige, gepflegte Pflasterfläche.
Auswahl des richtigen Unkrautvlieses
Nicht jedes Vlies ist gleich und die Wahl des Materials hat direkten Einfluss auf die Effektivität und Langlebigkeit Ihrer Pflasterfläche. Für den Einsatz unter Pflastersteinen, wo neben der Unkrauthemmung auch Stabilität gefragt ist, empfiehlt sich ein besonders robustes und widerstandsfähiges Material. Hierbei ist vor allem das Flächengewicht (Grammatur) ein wichtiges Kriterium. Werte zwischen 100 g/m² und 200 g/m² sind für stark beanspruchte Bereiche wie Terrassen oder Einfahrten oft empfehlenswert. Ein höheres Flächengewicht bedeutet in der Regel eine höhere Reißfestigkeit und Langlebigkeit.
Materialien und Eigenschaften: Worauf Sie achten sollten
Unkrautvliese bestehen meist aus Polypropylen (PP) oder Polyester (PET). Beide Materialien sind UV-stabilisiert, um einer schnellen Zersetzung durch Sonneneinstrahlung vorzubeugen, falls es doch einmal zu oberflächlichem Kontakt kommt. Die entscheidenden Eigenschaften für den Einsatz unter Pflaster sind jedoch die Wasserdurchlässigkeit und die mechanische Belastbarkeit. Achten Sie auf Angaben zur Wasserdurchlässigkeit in Litern pro Quadratmeter pro Sekunde (l/m²/s). Ein Wert von mindestens 10 l/m²/s ist üblich und ausreichend, um Regenwasser geordnet abzuleiten. Für die Stabilität unter Pflaster ist die Durchstoßfestigkeit wichtig. Ein Vlies, das auch schwere Pflastersteine und punktuelle Belastungen aushält, ohne zu reißen oder nachzugeben, ist ideal.
Eine weitere Überlegung ist die Art des Vlieses: Gewebtes Vlies (oft als Geotextil bezeichnet) ist extrem reißfest und hat eine gute Drainage, ist aber teurer. Geotextilvlies oder Vliesstoffe sind meist kostengünstiger und gut zu verarbeiten, können aber bei sehr hoher Belastung unter Umständen eine geringere Langlebigkeit aufweisen. Wenn Sie eine Fläche mit häufig wechselnden Belastungen oder auf schwierigem Untergrund planen, kann ein Gewebe-Vlies die bessere Wahl sein. Für reine Privatgärten sind oft auch hochwertige Vliesstoffe ausreichend. Prüfen Sie die Produktbeschreibungen auf ihre Eignung für den Anwendungsbereich Pflaster und die zu erwartende Last.
Prüfen Sie die Angaben zur UV-Beständigkeit und Reißfestigkeit des Vlieses; diese sind entscheidend für die Langlebigkeit unter Pflastersteinen.
Die richtige Vorbereitung des Untergrunds
Bevor Sie überhaupt das Unkrautvlies ausrollen, ist eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds das A und O für eine stabile und langlebige Pflasterfläche. Ein unzureichend vorbereiteter Unterbau ist oft die Ursache für spätere Probleme wie Absenkungen, Risse im Fugenmaterial oder Durchwuchs von Unkraut an unerwarteten Stellen. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie das Vlies verlegen oder nicht.
Schritt-für-Schritt: Bodenvorbereitung für Pflaster
Beginnen Sie mit dem Abstecken der Fläche gemäß Ihren Planungen. Anschließend erfolgt der Aushub. Die Tiefe hängt stark von der geplanten Nutzung ab: Für reine Fußwege genügen oft 20-30 cm, für Terrassen etwa 30-40 cm und für befahrbare Flächen (wie Einfahrten) mindestens 40-50 cm. Achten Sie darauf, den ausgehobenen Boden gut zu verdichten, besonders wenn er locker oder lehmig ist. Dies geschieht am besten mit einer Rüttelplatte.
Darauf folgt die Tragschicht, meist aus Schotter oder Kies (Körnung 0/32 mm oder 0/45 mm). Diese Schicht muss ebenfalls in Lagen aufgebracht und gut verdichtet werden, idealerweise mit einer Rüttelplatte. Jede Schicht sollte etwa 10-20 cm dick sein. Die Tragschicht ist entscheidend für die Lastverteilung und Drainage des gesamten Systems. Sie muss exakt im gewünschten Gefälle (typischerweise 2-3%) angelegt werden, damit Wasser vom Gebäude wegfließen kann.
Auf die verdichtete Tragschicht kommt die sogenannte Ausgleichsschicht, üblicherweise aus Splitt (z.B. 2/5 mm oder 0/5 mm Körnung). Diese Schicht, etwa 3-5 cm dick, dient dazu, Unebenheiten auszugleichen und eine ebene Auflagefläche für die Pflastersteine zu schaffen. Diese Ausgleichsschicht wird nur abgezogen, aber nicht verdichtet. Sie bildet die direkte Ebene, auf der die Pflastersteine verlegt werden.
Bodenverdichtung und Gefälle
Die Verdichtung jeder Schicht ist entscheidend. Eine unzureichend verdichtete Tragschicht führt unweigerlich zu Setzungen unter dem Pflaster. Nutzen Sie für die Verdichtung idealerweise eine professionelle Rüttelplatte. Das Gefälle ist ebenso kritisch: Ohne ein korrekt angelegtes Gefälle staut sich Wasser auf der Oberfläche, was zu Frostschäden im Winter führen kann und die Lebensdauer des Pflasters verkürzt. Kontrollieren Sie das Gefälle regelmäßig mit einer Wasserwaage.
Die sorgfältige Vorbereitung des Unterbaus ist die wichtigste Grundlage für jede haltbare Pflasterfläche. Sparen Sie hier nicht an Zeit oder Mühe, denn das Unkrautvlies kann nur auf einem stabilen Fundament seine volle Wirkung entfalten.
Unkrautvlies unter Pflaster verlegen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Nachdem der Untergrund fachgerecht vorbereitet und das Gefälle exakt eingestellt ist, beginnt das eigentliche Verlegen des Unkrautvlieses. Dieser Schritt ist entscheidend, um die gewünschte Wirkung als Unkrautbarriere und Stabilisator zu erzielen. Eine unsaubere Verlegung kann Lücken entstehen lassen, durch die Unkraut wachsen kann, oder die Stabilität beeinträchtigen.
Vorbereitung des Vlieses und Verlegung
Rollen Sie das Unkrautvlies auf der vorbereiteten Ausgleichsschicht (Splittschicht) oder direkt auf der verdichteten Tragschicht aus. Beginnen Sie am besten an einem Ende der Fläche. Achten Sie darauf, dass das Vlies möglichst glatt und spannungsfrei liegt. Kleine Falten sind in Ordnung, aber vermeiden Sie große Wellen oder Taschen, in denen sich Wasser sammeln könnte.
Wo Bahnen des Vlieses nebeneinanderliegen, ist eine Überlappung essenziell. Planen Sie eine Überlappung von mindestens 10-15 cm ein, um zu verhindern, dass Unkraut durch die Nahtstellen wächst. Diese überlappenden Bereiche können zusätzlich mit speziellem Klebeband für Geotextilien fixiert werden, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig bei stark beanspruchten Flächen.
Fixierung und Zuschneiden
Das Vlies sollte nicht verrutschen, während Sie die Pflastersteine verlegen. Vor allem an Hängen oder bei starkem Wind kann es notwendig sein, das Vlies zu fixieren. Hierfür eignen sich spezielle Erdanker oder schwere Steine, die am Rand platziert werden. Schneiden Sie das Vlies mit einem scharfen Messer oder einer Schere passgenau zu, besonders an Rändern und Ecken. Ein sauberes Zuschneiden verhindert übermäßigen Verschnitt und sorgt für ein ordentliches Erscheinungsbild.
Verlegen der Pflastersteine auf dem Vlies
Nachdem das Vlies vollständig und überlappend verlegt ist, können Sie beginnen, die Pflastersteine auf der bereitgestellten Splittschicht zu verlegen. Arbeiten Sie dabei vorsichtig, um das Vlies nicht zu beschädigen. Die Ausgleichsschicht (Splitt) wird nun abgezogen und die Pflastersteine werden darauf gesetzt. Das Vlies liegt somit zwischen der Tragschicht und der Ausgleichsschicht oder direkt unter der Ausgleichsschicht, je nach Aufbau. Das Vlies dient dazu, dass sich die feine Splittschicht nicht mit der darunterliegenden groben Tragschicht vermischt und dass der Untergrund stabil bleibt.
Achten Sie bei der Verlegung darauf, dass das Unkrautvlies faltenfrei und mit ausreichender Überlappung liegt. Dies ist der Schlüssel zu seiner langfristigen Wirksamkeit.
Der Vorteil von wasserdurchlässigem Unkrautvlies
Bei der Auswahl von Unkrautvlies für den Einsatz unter Pflaster ist es von größter Bedeutung, auf die Wasserdurchlässigkeit zu achten. Ein nicht durchlässiges Material kann zu ernsthaften Problemen führen, die die Haltbarkeit und Ästhetik Ihrer gepflasterten Fläche erheblich beeinträchtigen. Wasserdurchlässigkeit ist kein optionales Extra, sondern eine Kernfunktion für den langfristigen Erfolg.
Staunässe und ihre Folgen
Wenn Regenwasser nicht ungehindert durch das Vlies in den Untergrund abfließen kann, sammelt es sich darunter an. Dies führt zu Staunässe. Staunässe macht den Untergrund instabil, besonders wenn es sich um feinkörniges Material handelt. Die Pflastersteine können sich lockern, absacken oder sich verschieben, was zu unschönen Unebenheiten führt. Im Winter birgt Staunässe zusätzliche Risiken: Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und kann das Pflaster oder die Fugen sprengen, was zu Frostschäden führt.
Darüber hinaus kann Staunässe die Wurzeln von vorhandenen Pflanzen in angrenzenden Beeten schädigen, wenn das Wasser dorthin fließt. Sie kann auch zur Auswaschung von Feinmaterial aus dem Unterbau führen, was die Stabilität weiter reduziert. Ein gut funktionierendes Drainagesystem, bei dem das Unkrautvlies eine Schlüsselrolle spielt, ist daher unerlässlich.
Wie unkrautvlies wasserdurchlässig bleibt
Hochwertiges Unkrautvlies ist so konzipiert, dass es eine hohe Wasserdurchlässigkeit aufweist, oft gemessen in Litern pro Quadratmeter pro Sekunde (l/m²/s). Materialien wie PP- oder PET-Vliese haben eine offene Struktur, die Wasser passieren lässt, während sie feste Partikel wie Erde und Unkrautsamen zurückhalten. Ein wichtiger Faktor ist auch die Beständigkeit des Vlieses gegen Verstopfung. Hochwertige Vliese sind so behandelt oder gewebt, dass sie nicht so leicht durch feine Partikel aus dem Oberboden oder Algenbildung verstopfen. Die richtige Körnung des Splitts für die Ausgleichsschicht spielt hierbei auch eine Rolle, da groberer Splitt eine bessere Drainage ermöglicht.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein bestimmtes Vlies die notwendige Wasserdurchlässigkeit für Ihren Anwendungsfall bietet, prüfen Sie die technischen Spezifikationen des Herstellers. Ein Wert von mindestens 10 l/m²/s ist ein guter Richtwert für die meisten Anwendungen unter Pflaster. Bei extrem nassen Böden oder starkem Niederschlag kann sogar ein Wert von 30 l/m²/s oder mehr sinnvoll sein. Die Wahl eines gewebten Geotextils kann hier ebenfalls Vorteile bieten, da es oft eine höhere Durchlässigkeit und Stabilität aufweist als reine Vliesstoffe.
Verwenden Sie immer ein explizit als wasserdurchlässig gekennzeichnetes Unkrautvlies, um Staunässe und daraus resultierende Schäden an Ihrem Pflaster zu vermeiden.
Alternativen und Ergänzungen zum Unkrautvlies
Während Unkrautvlies unter Pflastersteinen eine äußerst effektive und weit verbreitete Lösung darstellt, gibt es Situationen, in denen alternative oder ergänzende Materialien in Betracht gezogen werden können. Jede Option hat ihre eigenen Vor- und Nachteile hinsichtlich Kosten, Langlebigkeit und Wirksamkeit.
Das Kiesgitter als Alternative oder Ergänzung
Eine beliebte Ergänzung oder sogar Alternative, besonders im Bereich von Kieswegen oder Terrassen, sind Kiesgitter. Diese stabilen Wabengitter, oft aus recyceltem Kunststoff, werden auf einem vorbereiteten Untergrund ausgelegt. Die Wabenstruktur verhindert das Einsinken und Verwehhen von Kies. Viele Kiesgitter sind bereits mit einer Geotextil-Schicht (ähnlich Unkrautvlies) auf der Unterseite verbunden. Diese Kombination bietet sowohl eine hervorragende Unkrautbarriere als auch eine extrem stabile Fläche für Kies. Unter Pflastersteinen sind reine Kiesgitter weniger üblich, aber eine Variante mit integriertem Vlies kann auch hier sinnvoll sein, um die Stabilität weiter zu erhöhen.
Andere Materialien und Methoden
Manche Gartenbesitzer experimentieren mit Schichten aus Zeitungspapier, Pappe oder Mulch zur Unkrautunterdrückung. Diese Methoden sind biologisch abbaubar und können im Gemüsebeet oder unter lockeren Mulchschichten funktionieren, sind aber unter einer festen Pflasterung nicht langlebig oder stabil genug. Sie zersetzen sich zu schnell und bieten keine dauerhafte Barriere.
Eine klassische Alternative, die aber aufwändiger ist und oft nicht die gleiche Dichtigkeit erreicht, ist eine sehr dicke, gut verdichtete Schicht aus feinem Schotter oder Splitt als Ausgleichsschicht. Mit einer Dicke von über 10 cm kann diese Schicht das Keimen von Unkraut erschweren, ersetzt aber nicht die Barrierewirkung eines Vlieses gegen von oben kommende Samen oder die Stabilisierung des darunterliegenden Unterbaus. Für eine dauerhafte und effektive Lösung unter Pflaster bleibt Unkrautvlies meist die erste Wahl.
Wann sind Ergänzungen sinnvoll?
In manchen Fällen, besonders bei sehr schweren Belastungen wie auf Einfahrten, kann es sinnvoll sein, das Unkrautvlies mit einem zusätzlichen stabilisierenden Geotextil zu kombinieren oder ein besonders reißfestes Gewebe-Vlies zu wählen. Bei Flächen, auf denen später noch gepflanzt werden soll, wie beispielsweise in den Fugen, ist es wichtig, ein Vlies zu wählen, das auch nach der Verlegung noch Wasser und geringe Mengen an Erde durchlässt, damit die Fugenpflanzen gedeihen können. Dann ist die Wasserdurchlässigkeit besonders kritisch zu bewerten.
Die Entscheidung für eine Alternative oder Ergänzung hängt vom spezifischen Anwendungsfall, dem Budget und den gewünschten Langlebigkeitseigenschaften ab; Unkrautvlies bietet jedoch meist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Probleme und Lösungen bei der Unkrautvlies-Verlegung
Auch bei sorgfältiger Planung und Durchführung können beim Verlegen von Unkrautvlies unter Pflaster unerwartete Probleme auftreten. Ein Verständnis dieser potenziellen Schwierigkeiten und ihrer Lösungen hilft Ihnen, eine dauerhaft effektive und optisch ansprechende Fläche zu schaffen.
Häufige Probleme und ihre Ursachen
Eines der häufigsten Probleme ist das Durchwachsen von Unkraut. Dies liegt oft daran, dass die Überlappungen der Vliesbahnen zu gering waren, die Bahnen an den Rändern nicht richtig fixiert wurden, oder das Vlies selbst beschädigt wurde. Auch wenn das Vlies nicht vollständig ausgelegt wurde oder Löcher aufweist, können Unkrautsamen ihren Weg durch den Boden finden.
Ein weiteres häufiges Problem ist die mangelnde Stabilität der Pflasterfläche, die sich mit der Zeit setzt oder uneben wird. Dies ist meist kein Fehler des Vlieses selbst, sondern deutet auf Probleme im Unterbau hin: unzureichende Verdichtung der Tragschicht, falsches Gefälle oder eine zu dünne Ausgleichsschicht. Wenn das Vlies jedoch reißt oder sich an bestimmten Stellen stark eindellt, kann dies auf eine unzureichende mechanische Belastbarkeit des gewählten Materials für die vorgesehene Nutzung hindeuten.
Zusätzlich kann es zu Staunässe kommen, wenn das Vlies nicht wasserdurchlässig genug ist oder wenn sich durch Algenbildung oder Feinmaterial das Vlies zusetzt. Dies kann, wie bereits erwähnt, die Pflastersteine und den Unterbau beschädigen.
Lösungsansätze und Prävention
Um das Durchwachsen von Unkraut zu verhindern, ist die korrekte Überlappung von mindestens 10-15 cm kritisch. Bei Bedarf sollten die Nähte mit speziellem Klebeband gesichert werden. Achten Sie darauf, das Vlies sorgfältig auf dem Untergrund auszulegen und es vor dem Verlegen der Pflastersteine vor mechanischen Beschädigungen zu schützen. Bei Bedarf können Erdanker helfen, das Vlies an seinem Platz zu halten.
Wenn Sie eine Setzung der Pflasterfläche feststellen, liegt das Problem fast immer im Unterbau. Hier hilft nur eine nachträgliche Korrektur, die oft mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Daher ist die sorgfältige Vorbereitung des Unterbaus mit Verdichtung und korrektem Gefälle die beste Prävention. Wenn Sie ein Vlies mit höherer Grammatur und Reißfestigkeit wählen, minimieren Sie das Risiko von Materialversagen.
Gegen Staunässe hilft die Wahl eines hoch wasserdurchlässigen Vlieses und die Vermeidung von Verstopfungen durch die Verwendung geeigneter Körnungen für die Ausgleichsschicht. Eine regelmäßige Reinigung der Pflasterfläche, um Laub und Schmutz zu entfernen, die das Vlies zusetzen könnten, ist ebenfalls ratsam. Wenn Sie sicherstellen, dass das Gefälle korrekt ist, wird auch das Wasser primär abgeleitet.
Kontrollieren Sie das Unkrautvlies vor dem Verlegen auf Beschädigungen und stellen Sie sicher, dass die Überlappungen ausreichend sind, um spätere Durchwuchsprobleme zu vermeiden.
Langfristige Pflege und Wartung
Nachdem Ihr Pflasterprojekt erfolgreich umgesetzt und das Unkrautvlies fachgerecht verlegt wurde, ist die Fläche optisch ansprechend und weitgehend pflegeleicht. Dennoch erfordert jede gepflegte Außenanlage eine gewisse Grundpflege, um ihre Schönheit und Funktionalität über Jahre hinweg zu erhalten. Die Hauptaufgabe des Vlieses ist zwar die Prävention, doch einfache Wartungsarbeiten sind weiterhin wichtig.
Regelmäßige Inspektion und Reinigung
Obwohl das Unkrautvlies die Vegetation unterdrückt, können sich vereinzelte Samen auf der Oberfläche oder in den Fugen ansiedeln und keimen. Ein regelmäßiges Entfernen dieser vereinzelten Unkräuter mit der Hand ist wesentlich einfacher als das Bekämpfen eines ausgewachsenen Problems. Führen Sie dies am besten durch, solange die Pflanzen noch klein sind.
Halten Sie die Pflasterfläche sauber, indem Sie Laub, Erde und anderen Schmutz regelmäßig aufkehren oder abspritzen. Dies verhindert nicht nur ein unordentliches Erscheinungsbild, sondern beugt auch der Verstopfung des Vlieses vor. Wenn sich Laub und Schmutz ansammeln, können diese organischen Materialien mit der Zeit Humus bilden, der als Nährboden für unerwünschte Pflanzen dienen kann, selbst wenn das Vlies vorhanden ist. Eine gute Drainage ist entscheidend, um zu verhindern, dass sich Schmutz in den Fugen festsetzt und das Vlies zusätzlich belastet.
Umgang mit Fugenmaterial
Das Fugenmaterial, oft Splitt oder Sand, kann mit der Zeit ausgewaschen werden, besonders bei starkem Regen oder wenn die Fläche intensiv genutzt wird. Wenn die Fugen sichtbar tiefer werden, muss das Fugenmaterial nachgefüllt werden. Verwenden Sie hierfür dasselbe Material, das ursprünglich verwendet wurde. Achten Sie darauf, dass das Fugenmaterial nicht über die Oberkante der Pflastersteine hinausragt, um die Reinigung zu erleichtern.
Im Idealfall verwenden Sie für die Fugen ein feinkörniges Material, das gut wasserdurchlässig ist und sich nicht zu leicht auswaschen lässt. Die Integrität des Fugenmaterials trägt ebenfalls zur Stabilität der gesamten Pflasterfläche bei. Wenn Sie das Fugenmaterial nachfüllen, achten Sie darauf, dass das darunterliegende Unkrautvlies nicht beschädigt wird.
Langzeiterwartungen und Langlebigkeit
Bei korrekter Verlegung und regelmäßiger, aber minimaler Pflege kann ein hochwertiges Unkrautvlies seine Funktion über viele Jahre, oft mehr als 10 bis 20 Jahre, erfüllen. Die Langlebigkeit hängt von der Qualität des Vlieses, der Belastung der Fläche und den Umwelteinflüssen ab. Sollte es nach vielen Jahren doch zu Problemen mit Unkraut kommen, ist dies oft ein Zeichen dafür, dass das Vlies an seine Lebensdauergrenze gekommen ist oder der Unterbau Ermüdungserscheinungen zeigt.
Die wichtigste langfristige Pflege ist die regelmäßige Kontrolle auf kleinere Unkräuter und die Vermeidung von Schmutzansammlungen auf der Pflasterfläche.
