Warum vorgekeimte Kartoffeln pflanzen?
Das Warten auf die Kartoffelernte kann sich manchmal lang anfühlen, doch es gibt eine clevere Methode, den Prozess zu beschleunigen und die Erntezeit vorzuziehen: das Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln. Statt einfach nur Saatkartoffeln in die Erde zu legen, nutzt man hierbei Knollen, die bereits erste Keime entwickelt haben. Dieser Schritt simuliert den natürlichen Start des Wachstumszyklus und verschafft Ihren zukünftigen Kartoffelpflanzen einen entscheidenden Vorsprung.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Zeitersparnis. Vorgekeimte Kartoffeln beginnen sofort nach dem Pflanzen mit dem Wachstum, da die Energie für die ersten Triebe bereits investiert ist. Dies ist besonders in Regionen mit kürzeren Wachstumsperioden oder wenn Sie auf besonders frühe Frühkartoffeln hoffen, von unschätzbarem Wert. Zudem stärkt das Vorkeimen die Vitalität der Kartoffelpflanzen und kann zu gesünderen Beständen und potenziell höheren Erträgen führen, da die Pflanzen robuster in die Wachstumsphase starten.
Wenn Sie sich fragen, ob Sie vorgekeimte Kartoffeln noch essen können, die vielleicht nicht alle zur Pflanzung genutzt werden: Ja, in der Regel sind sie noch gut genießbar, solange sie keine Anzeichen von Fäulnis zeigen. Die Keime selbst sind harmlos, aber für den Anbau sind sie das eigentliche Ziel. Der Prozess des Vorkeimens ist also nicht nur eine Technik zur Ertragssteigerung, sondern auch ein Zeichen für die Lebendigkeit und das Potenzial der Saatkartoffel.
- Vorkeimen beschleunigt den Wachstumsstart der Kartoffeln.
- Frühere Ernte ist durch vorgekeimte Knollen möglich.
- Stärkt die Vitalität der Pflanzen für besseres Wachstum.
- Erhöht das Potenzial für höhere Erträge.
- Vorgekeimte Kartoffeln sind meist noch essbar, solange sie frisch sind.
Voraussetzungen: Was Sie für das Pflanzen brauchen
Bevor Sie mit dem eigentlichen Pflanzen Ihrer vorgekeimten Kartoffeln beginnen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Die Wahl des richtigen Standorts, die Beschaffenheit des Bodens und das passende Werkzeug sind entscheidend für den Erfolg Ihres Kartoffelprojekts. Vernachlässigen Sie diese Grundlagen nicht, denn sie legen den Grundstein für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte.
Der ideale Standort für Kartoffeln
Kartoffeln lieben Sonne. Wählen Sie daher einen Platz in Ihrem Garten, der mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag erhält. Ein vollsonniger Standort fördert nicht nur das Wachstum der Pflanzen, sondern hilft auch, Pilzkrankheiten vorzubeugen. Achten Sie zudem darauf, dass der gewählte Bereich gut durchlüftet ist, aber vor starkem Wind geschützt liegt, um ein Umknicken der jungen Pflanzen zu vermeiden. Eine Fruchtfolge ist ebenfalls ratsam: Pflanzen Sie Kartoffeln nicht dort, wo in den Vorjahren bereits Nachtschattengewächse wie Tomaten oder Auberginen standen, um Bodenerkrankungen vorzubeugen. Idealerweise liegt eine Anbaupause von drei bis vier Jahren dazwischen.
Bodenbeschaffenheit und Vorbereitung
Der Boden für den Kartoffelanbau sollte locker, gut durchlässig und nährstoffreich sein. Schwere, lehmige Böden speichern zu viel Wasser, was zu Fäulnis der Knollen führen kann. Reichern Sie den Boden vor dem Pflanzen mit Kompost oder gut verrottetem Mist an. Dies verbessert die Bodenstruktur und versorgt die Pflanzen mit essenziellen Nährstoffen für die Wachstumsphase. Entfernen Sie Unkraut gründlich, da dieses den jungen Kartoffelpflanzen Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe macht. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (ca. 5,0 bis 6,5) ist für Kartoffeln optimal. Grüne Kartoffeln sind giftig und deutliche Anzeichen dafür, dass die Knollen Licht bekommen haben; ein tieferes Pflanzen und Anhäufeln kann dem vorbeugen.
Benötigtes Werkzeug und Materialien
Für das Pflanzen der vorgekeimten Kartoffeln benötigen Sie grundlegende Gartengeräte. Eine Schaufel oder Grabegabel hilft beim Lockern des Bodens und beim Ausheben der Pflanzrinnen. Ein kleiner Handspaten oder eine Pflanzkelle kann für das Einsetzen der einzelnen Knollen nützlich sein, besonders wenn Sie in einem kleineren Beet oder in Töpfen pflanzen. Ein Rechen dient zum Einebnen des Bodens und zum Anhäufeln. Ggf. benötigen Sie etwas Mulchmaterial wie Stroh oder Grasschnitt, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkraut zu unterdrücken. Vergessen Sie nicht, ausreichend Wasser bereitzuhalten, um die frisch gepflanzten Kartoffeln gut anzugießen.
Der Prozess: Schritt-für-Schritt vorgekeimte Kartoffeln pflanzen
Das Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln ist ein unkomplizierter Prozess, der mit einigen wenigen Handgriffen zu einer erfolgreichen Ernte führt. Entscheidend ist, die Knollen behutsam zu behandeln und ihnen die optimalen Bedingungen für ihr weiteres Wachstum zu bieten. Folgen Sie diesen Schritten, um Ihren Kartoffeln den besten Start zu ermöglichen.
Vorbereitung der Saatkartoffeln
Wählen Sie Ihre Saatkartoffeln sorgfältig aus. Ideal sind Knollen, die bereits kräftige, kurze und grüne oder violette Keime entwickelt haben. Dies geschieht typischerweise in einem hellen, kühlen Raum (ca. 10-15 °C) für einige Wochen. Wenn die Kartoffeln sehr lange, dünne und helle Keime haben, sind sie zu schwach und wurden zu dunkel gelagert. Sie können große Saatkartoffeln, die mehrere starke Keime tragen, in der Mitte durchschneiden, sodass jeder Teil mindestens ein bis zwei Keime hat. Lassen Sie die Schnittflächen jedoch etwa 2-3 Tage an der Luft trocknen, um ein Verrotten im Boden zu verhindern. Kleine Knollen, die bereits gut durchgekeimt sind, können Sie als Ganzes pflanzen.
Pflanzzeitpunkt und Wetterbedingungen
Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln ist, sobald keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden sich auf mindestens 7-10 °C erwärmt hat. Dies ist in vielen Regionen Deutschlands meist ab Mitte April bis Anfang Mai der Fall. Vermeiden Sie das Pflanzen bei starkem Regen oder wenn der Boden noch sehr nass und kalt ist. Ein bedeckter, aber frostfreier Tag oder der späte Nachmittag sind gute Bedingungen für das Pflanzen, da die Knollen so nicht sofort der prallen Sonne ausgesetzt sind.
Das Pflanzen in die Erde
Beginnen Sie damit, Rillen oder Pflanzlöcher im Abstand von etwa 30-40 cm voneinander zu ziehen. Der Abstand zwischen den Reihen sollte etwa 60-70 cm betragen, um genügend Platz für das spätere Anhäufeln zu gewährleisten. Legen Sie die vorgekeimten Kartoffeln mit den Keimen nach oben in die Rillen. Die Pflanztiefe beträgt üblicherweise etwa 5-10 cm. Ist der Boden sehr sandig, können Sie etwas tiefer pflanzen, bei lehmigen Böden reicht eine geringere Tiefe. Bedecken Sie die Kartoffeln vorsichtig mit Erde. Achten Sie darauf, die empfindlichen Keime nicht zu beschädigen. Wenn Sie in Töpfen pflanzen, verwenden Sie einen ausreichend großen Behälter und füllen Sie ihn mit hochwertiger Pflanzerde, wobei Sie ähnliche Tiefen und Abstände beachten.
Erstes Wässern und weiteres Vorgehen
Nach dem Pflanzen sollten die Kartoffeln vorsichtig angegossen werden, um den Bodenschluss zu fördern und den Start des Wachstums zu unterstützen. Vermeiden Sie Staunässe, aber sorgen Sie dafür, dass die Erde leicht feucht ist. Sobald die ersten grünen Triebe aus der Erde sprießen – was bei vorgekeimten Kartoffeln oft schneller geschieht –, beginnt die Phase des Anhäufelns. Dieses wiederholen Sie mehrmals im Abstand von etwa 2-3 Wochen, sobald die Pflanzen ca. 15-20 cm hoch sind. Das Anhäufeln schützt die heranwachsenden Knollen vor Licht, verhindert, dass sie grün werden und giftig werden, und fördert die Bildung neuer Knollen.
Pflege und Wachstum der Kartoffelpflanzen
Nachdem Ihre vorgekeimten Kartoffeln erfolgreich im Boden sind, beginnt die spannende Phase ihres Wachstums. Die richtige Pflege in den folgenden Wochen ist entscheidend, um gesunde, kräftige Pflanzen zu fördern und die Grundlage für eine üppige Ernte zu legen. Geduld und Aufmerksamkeit sind hier die wichtigsten Werkzeuge des Gärtners.
Das Wässern – richtig und bedarfsgerecht
Kartoffeln benötigen während ihrer Wachstumsphase eine gleichmäßige Wasserversorgung. Vermeiden Sie starke Schwankungen zwischen Trockenheit und Nässe, da dies zu Problemen wie Hohlherzigkeit oder schlechterer Knollenbildung führen kann. Gießen Sie regelmäßig, besonders in trockenen Perioden. Der Wasserbedarf steigt während der Blütezeit und der Knollenbildung stark an. Wässern Sie am besten am frühen Morgen oder späten Abend, um Verdunstungsverluste zu minimieren und die Blätter nicht unnötig nass zu halten, was Pilzkrankheiten begünstigen könnte. Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit des Bodens mit dem Finger – ist er in den oberen Zentimetern trocken, ist es Zeit zu gießen.
Das Anhäufeln: Mehr als nur Bodendeckung
Das Anhäufeln ist eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen beim Kartoffelanbau. Sobald die ersten Triebe etwa 15-20 cm hoch sind, schieben Sie mit einer Hacke oder einem Grubber Erde von den Seiten um die Pflanzen herum auf. Wiederholen Sie diesen Vorgang, wenn die Pflanzen weiterwachsen, bis die Knollenbildung in vollem Gange ist. Das Anhäufeln hat mehrere entscheidende Funktionen: Es schützt die Kartoffeln davor, der Sonne ausgesetzt zu werden und somit giftige Solanin-Grünstellen zu entwickeln. Es fördert die Bildung zusätzlicher Stolonen, an denen sich neue Knollen bilden können, und erweitert so die Erntefläche unter der Erde. Zudem stabilisiert es die Pflanzen und hilft, Unkraut zu unterdrücken.
Kartoffeln düngen – Nährstoffe für Wachstum und Ertrag
Kartoffeln sind Starkzehrer und benötigen ausreichend Nährstoffe. Eine gute Grundlage schaffen Sie bereits durch die Bodenvorbereitung mit Kompost. Wenn der Boden jedoch nährstoffarm ist oder Sie besonders hohe Erträge anstreben, kann eine zusätzliche Düngung sinnvoll sein. Verwenden Sie am besten organische Dünger, wie z. B. Hornspäne oder speziellen Kartoffeldünger. Eine Überdüngung, insbesondere mit zu viel Stickstoff, kann zu üppigem Blattwachstum auf Kosten der Knollenbildung führen und die Lagerfähigkeit der Kartoffeln beeinträchtigen. Achten Sie darauf, Dünger nicht direkt auf die Pflanzen zu geben, sondern in den Boden einzuarbeiten oder in gebührendem Abstand zu den Stauden auszubringen. Kalium ist besonders wichtig für die Knollenbildung und die Qualität der Kartoffeln.
Schädlings- und Krankheitskontrolle
Auch bei vorgekeimten Kartoffeln können Schädlinge und Krankheiten auftreten. Der Kartoffelkäfer ist ein gefürchteter Schädling, dessen Larven und erwachsene Käfer die Pflanzen kahlfressen. Regelmäßige Kontrollen der Blattunterseiten sind unerlässlich. Bei einem Befall können Sie die Käfer und Larven absammeln. Auch die Zikaden Krankheit bei Kartoffeln kann vorkommen, die sich oft durch welkende Blätter bemerkbar macht. Achten Sie auf eine gute Durchlüftung und vermeiden Sie Staunässe, um Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule vorzubeugen. Befallene Pflanzenteile sollten umgehend entfernt und nicht auf den Kompost, sondern über den Hausmüll entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Erntezeit: Wann und wie Sie Ihre Kartoffeln ernten
Der Moment, auf den jeder Gärtner hinarbeitet: die Kartoffelernte. Bei vorgekeimten Kartoffeln kann dieser Zeitpunkt oft früher im Jahr liegen, was die Freude umso größer macht. Doch wann genau ist der richtige Zeitpunkt gekommen, und wie ernten Sie Ihre wertvollen Knollen am besten, um sie unbeschädigt aus der Erde zu holen?
Frühkartoffeln vs. Lagerkartoffeln
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Erntezeit stark von der Kartoffelsorte abhängt. Frühkartoffeln sind darauf gezüchtet, schnell zu reifen und können oft schon 60-80 Tage nach dem Pflanzen geerntet werden. Wenn Sie also vorgekeimte Frühkartoffeln pflanzen, können Sie sich oft schon im Juni oder Juli über die ersten jungen, zarten Knollen freuen. Lagerkartoffeln hingegen benötigen eine längere Wachstumszeit von 120 Tagen oder mehr und werden später im Sommer oder frühen Herbst geerntet, um sie über den Winter lagern zu können.
Anzeichen für die Reife erkennen
Das klarste Zeichen für die Reife, insbesondere bei Frühkartoffeln, ist das Vergilben und Absterben des Laubes. Wenn die oberirdischen Pflanzenteile beginnen, braun zu werden und einzukaufen, ist das ein starkes Indiz dafür, dass die Knollen unter der Erde ihre volle Größe erreicht haben. Für Frühkartoffeln reicht es oft aus, vorsichtig ein paar Knollen oberflächlich auszugraben, um die Größe zu prüfen. Bei Lagerkartoffeln wartet man in der Regel, bis das Laub vollständig abgestorben ist, um sicherzustellen, dass die Schale der Knollen fest und gut ausgereift ist. Dies verbessert auch ihre Lagerfähigkeit.
Die Erntetechnik: Vorsicht ist geboten
Die Ernte sollte an einem trockenen Tag erfolgen, damit die Kartoffeln gut trocknen können, was für die Lagerung entscheidend ist. Beginnen Sie damit, das abgestorbene Kraut zu entfernen. Dann kommt die Grabegabel oder Schaufel zum Einsatz. Setzen Sie diese mit ausreichend Abstand zur Pflanze an, um die darunterliegenden Knollen nicht zu beschädigen. Graben Sie vorsichtig tief genug, um die Kartoffeln zu erfassen, und heben Sie sie dann mit der Erde nach oben. Lockern Sie die Erde behutsam, um die Knollen freizulegen. Sammeln Sie alle Knollen ein, auch kleine. Es ist wichtig, gründlich zu suchen, da Kartoffeln oft auch weiter vom Stängel entfernt liegen können, als man denkt.
Nach der Ernte: Trocknen und Lagern
Nachdem Sie die Kartoffeln geerntet haben, lassen Sie sie an einem gut belüfteten, trockenen Ort für einige Stunden (nicht in direkter Sonne, um ein Grünen zu vermeiden) nachtrocknen. Entfernen Sie anhaftende Erde nur vorsichtig, ohne die Schale zu beschädigen. Sortieren Sie beschädigte oder offensichtlich kranke Knollen aus, da diese die Lagerung beeinträchtigen können. Für die Lagerung eignen sich kühle, dunkle und gut belüftete Orte wie ein Keller oder eine Speisekammer. Lagern Sie Kartoffeln nicht zusammen mit Äpfeln, da diese Ethylengas abgeben, das die Keimung der Kartoffeln beschleunigt. Sind die Kartoffeln vorgekeimt, kann man sie auch noch essen, solange sie frisch und fest sind. Bei Anzeichen von Fäulnis oder starkem Welken sollten sie jedoch entsorgt werden.
Häufige Probleme und deren Lösungen
Auch beim Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln können Herausforderungen auftreten. Ein Verständnis für die häufigsten Probleme und deren Ursachen hilft Ihnen, schnell und effektiv gegenzusteuern und Ihre Ernte zu retten.
Langsame oder fehlende Keimbildung nach dem Pflanzen
Obwohl Sie mit vorgekeimten Kartoffeln starten, kann es vorkommen, dass die Keime nicht so schnell wachsen wie erwartet oder sogar absterben. Dies kann an zu kalten oder zu nassen Bodentemperaturen liegen. Wenn der Boden unter 7°C liegt, können die Keime Schaden nehmen. Stellen Sie sicher, dass Sie erst nach den letzten Frostnächten pflanzen und der Boden gut abgetrocknet ist. Auch eine zu tiefe Pflanzung kann den Austrieb verzögern.
Grünwerden der Kartoffeln
Das Grünwerden von Kartoffeln ist ein klares Zeichen dafür, dass sie Licht ausgesetzt waren. Dies führt zur Bildung von Solanin, einer giftigen Substanz. Achten Sie daher konsequent auf das Anhäufeln. Wenn Sie feststellen, dass Kartoffeln bereits grün sind, sollten Sie diese Stellen großzügig wegschneiden. Kleine, grüne Stellen sind oft noch entfernbar, aber bei starker Grünfärbung ist es ratsam, die Knolle nicht mehr zu verzehren. Die Zikaden Krankheit bei Kartoffeln kann ebenfalls zu welken Erscheinungen führen, die fälschlicherweise als Lichteinwirkung interpretiert werden könnten.
Hohlräume in den Kartoffeln
Hohle Kartoffeln, oft auch als Hohlherzigkeit bezeichnet, entstehen meist durch ungleichmäßige Wachstumsbedingungen. Ein starker Wassermangel gefolgt von einer plötzlichen Wasserzufuhr, oder Nährstoffungleichgewichte, insbesondere ein Übermaß an Stickstoff im Verhältnis zu Kalium, können die Ursache sein. Dies tritt häufig bei schnellem Wachstum auf, weshalb eine gleichmäßige Bewässerung und eine ausgewogene Düngung essenziell sind. Achten Sie auf die richtige Kartoffeln düngen Methode.
Schädlinge und Krankheiten
Der Kartoffelkäfer ist ein hartnäckiger Feind. Wenn Sie ihn entdecken, ist schnelles Handeln gefragt. Sammeln Sie Käfer und Larven manuell ab. Bei starkem Befall können biologische Mittel wie Neemöl helfen. Gegen Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule hilft es, auf gute Durchlüftung zu achten, befallenes Laub zu entfernen und nicht auf bereits für Kartoffeln genutzten Flächen erneut zu pflanzen. Prüfen Sie, ob die Sorte resistent ist, und meiden Sie, wenn möglich, den Anbau von Kartoffeln im Topf, wenn dieser schlecht belüftet ist.
Tipps für das Pflanzen im Topf oder auf dem Balkon
Auch auf kleinem Raum müssen Sie nicht auf den Genuss eigener Kartoffeln verzichten. Mit ein paar Anpassungen lässt sich das Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln erfolgreich auf den Balkon oder in den Garten verlegen, selbst wenn nur begrenzte Fläche zur Verfügung steht.
Die Wahl des richtigen Behälters
Für den Anbau auf dem Balkon eignen sich spezielle Pflanztaschen für Kartoffeln, tiefe Kübel, große Eimer oder sogar stabile Säcke. Wichtig ist, dass der Behälter ausreichend groß ist, um den Wurzeln und Knollen Platz zu bieten – mindestens 20-30 Liter Fassungsvermögen pro Pflanze sind empfehlenswert. Achten Sie unbedingt auf Drainagelöcher am Boden, um Staunässe zu vermeiden, die schnell zum Verrotten der Knollen führen kann. Ein Untersetzer fängt überschüssiges Wasser auf.
Erde und Pflanzung im Behälter
Verwenden Sie eine hochwertige Kübelpflanzenerde, die gut durchlässig ist und Nährstoffe speichert. Mischen Sie bei Bedarf etwas Sand unter, um die Drainage zu verbessern. Füllen Sie den Behälter zunächst etwa zur Hälfte mit Erde. Legen Sie dann Ihre vorgekeimten Kartoffeln hinein, mit den Keimen nach oben, und bedecken Sie sie mit etwa 5-10 cm Erde. Lassen Sie genügend Platz zum Rand des Behälters, da Sie nach dem Austrieb der Pflanzen noch mehrmals Erde nachfüllen müssen (ähnlich dem Anhäufeln im Freiland).
Bewässerung und Düngung auf engem Raum
Pflanzen in Behältern trocknen schneller aus als im Freiland, daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Feuchtigkeit unerlässlich. Gießen Sie, sobald die oberste Erdschicht trocken ist. Achten Sie aber auch hier auf Staunässe. Da das Nährstoffreservoir im Topf begrenzt ist, ist eine regelmäßige Nachdüngung wichtig. Beginnen Sie etwa 3-4 Wochen nach dem Pflanzen mit einem flüssigen Gemüsedünger oder einem organischen Langzeitdünger, den Sie gemäß Anleitung anwenden. Dies unterstützt das kräftige Wachstum, das für eine gute Ernte im Topf notwendig ist.
Ernte im Topf
Die Ernte im Topf ist oft denkbar einfach. Wenn Sie frühzeitig junge Kartoffeln genießen möchten, können Sie vorsichtig von unten in den Behälter greifen und einige der größeren Knollen ernten, während die Pflanze noch grün ist. Dies nennt man auch „ernten im grünen Zustand“. Für die volle Ernte warten Sie, bis das Laub der Pflanze vergilbt und zu welken beginnt. Dann kippen Sie den Behälter vorsichtig über eine Plane oder eine große Schüssel und durchsuchen Sie die Erde nach den reifen Kartoffeln. Sie werden überrascht sein, wie viele Knollen auch auf kleinem Raum wachsen können.
Fazit: Der Lohn für das Vorkeimen und Pflanzen
Das Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln ist eine lohnende Praxis, die nicht nur den Anbauprozess beschleunigt, sondern auch die Erfolgschancen auf eine frühe und reichhaltige Ernte signifikant erhöht. Indem Sie die Knollen unter optimalen Bedingungen vortreiben und ihnen dann im Garten, auf dem Balkon oder im Topf den richtigen Platz geben, legen Sie den Grundstein für kräftige Pflanzen und gesunde, schmackhafte Kartoffeln.
Die sorgfältige Vorbereitung des Bodens, die Wahl des richtigen Zeitpunkts und die Beachtung der grundlegenden Pflege – vom Wässern über das Anhäufeln bis hin zur bedarfsgerechten Düngung – sind Schlüssel zum Erfolg. Auch wenn gelegentliche Probleme wie Schädlinge oder Krankheiten auftreten können, bieten bewährte Methoden und aufmerksame Beobachtung Lösungen. Selbst auf kleinstem Raum, wie in einem Topf, können Sie mit etwas Know-how eigene Kartoffeln anbauen und die Freude an selbst geernteten Produkten erleben. Die Mühe des Vorkeimens und des sorgfältigen Pflanzens zahlt sich spürbar aus, wenn Sie bald die ersten eigenen, frisch geernteten Kartoffeln genießen können.
Die Vorbereitung ist der Schlüssel: Vorgekeimte Kartoffeln pflanzen bedeutet, der Natur einen kleinen Vorsprung zu verschaffen und somit die eigene Erntezeit zu optimieren.
Wenn Sie diese Anleitung befolgen, sind Sie bestens gerüstet, um die Vorteile des Vorkeimens für sich zu nutzen. Genießen Sie das Gärtnern und vor allem den Geschmack Ihrer eigenen Kartoffeln!
