Der richtige Zeitpunkt: Wann Rosmarin schneiden?
Die Frage, wann Rosmarin geschnitten werden sollte, ist entscheidend für seine Vitalität und Ergiebigkeit. Ein korrekter Schnitt fördert dichtes Wachstum und verhindert, dass die Pflanze holzig wird. Dieser Leitfaden erklärt die idealen Zeitpunkte und Techniken, um Ihren Rosmarin optimal zu pflegen und seine aromatischen Nadeln das ganze Jahr über zu genießen.
- Hauptschnitt nach der Blüte oder im Frühjahr.
- Leichter Rückschnitt zur Ernte jederzeit möglich.
- Vermeiden Sie radikale Schnitte im Herbst.
- Schneiden fördert Verzweigung und beugt Holzigkeit vor.
- Gesundheit und Wuchs sind Hauptgründe für den Schnitt.
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein robuster mediterraner Halbstrauch, der mit der richtigen Pflege über viele Jahre hinweg Freude bereitet. Einer der wichtigsten Aspekte dieser Pflege ist das regelmäßige Schneiden. Doch wann genau ist der beste Moment dafür, um sicherzustellen, dass Ihre Pflanze kräftig wächst, gut duftet und nicht verkahlt? Die Antwort ist nicht immer eindeutig, da es auf den Zweck des Schnittes und den Zustand der Pflanze ankommt. Grundsätzlich gibt es zwei Hauptzeitpunkte, die sich für den Rückschnitt eignen, und darüber hinaus Möglichkeiten, die Pflanze das ganze Jahr über zu pflegen und zu ernten.
Die falsche Zeit für den Schnitt kann dazu führen, dass die Pflanze geschwächt wird, anfälliger für Krankheiten ist oder im folgenden Jahr weniger aromatische Triebe bildet. Daher ist es wichtig, die Bedürfnisse des Rosmarins zu verstehen, um ihn zur richtigen Zeit zu beschneiden. Dies betrifft sowohl das Entfernen von abgestorbenen oder kranken Ästen als auch das gezielte Formen der Pflanze.
Warum ist das Schneiden von Rosmarin überhaupt wichtig?
Bevor wir uns den spezifischen Zeitpunkten widmen, lohnt sich ein Blick darauf, warum der Schnitt für Rosmarin so essenziell ist. Stellen Sie sich eine Pflanze vor, die sich unkontrolliert ausbreitet – sie würde viel Energie in das Wachstum von langen, dünnen Trieben stecken, die wenig aromatisch sind und leicht brechen. Ein gezielter Rückschnitt lenkt die Energie der Pflanze in ein dichteres, buschigeres Wachstum. Er fördert die Verzweigung, was zu mehr Trieben und damit zu einer reichhaltigeren Ernte führt. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Rosmarin für kulinarische Zwecke anbauen.
Darüber hinaus hilft das Schneiden, die Pflanze jung und vital zu halten. Mit der Zeit neigt Rosmarin dazu, im unteren Bereich zu verholzen. Wenn dieser verholzte Teil nicht durch neue, junge Triebe ersetzt wird, kann die Pflanze von innen heraus verkahlen und letztendlich absterben. Regelmäßiges Beschneiden regt das Wachstum neuer, saftiger Triebe an und hält die Struktur der Pflanze offen und luftig. Dies beugt auch Pilzkrankheiten vor, da eine gute Luftzirkulation Feuchtigkeit reduziert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vorbereitung auf die Wintermonate. Ein angepasster Schnitt vor dem Winter kann helfen, die Pflanze widerstandsfähiger gegen Kälte und Nässe zu machen, indem er unnötige, anfällige Triebe entfernt. Nicht zuletzt ist das Schneiden eine Methode, um die Form des Rosmarins zu kontrollieren, sei es im Topf auf dem Balkon oder ausgepflanzt im Garten, damit er sich harmonisch in seine Umgebung einfügt.
Der Frühjahrsschnitt: Neustart für Ihren Rosmarin
Der Frühling ist für viele Pflanzen die Zeit des Erwachens und des Neuanfangs, und Rosmarin bildet da keine Ausnahme. Der Hauptschnitt im Frühjahr ist oft der wichtigste, um die Pflanze nach der Winterruhe in Form zu bringen und sie auf die Wachstumsperiode vorzubereiten. Dieser Schnitt sollte erfolgen, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind und die Pflanze beginnt, neues Leben zu zeigen. Er dient dazu, abgestorbene oder erfrorene Triebe zu entfernen und die Pflanze zu einem buschigeren Wuchs anzuregen.
Wenn Sie Ihren Rosmarin im Freien überwintern, ist es besonders wichtig, im Frühjahr genau hinzusehen. Frostschäden können sich im Inneren der Pflanze verbergen, auch wenn die äußeren Nadeln noch grün aussehen. Entfernen Sie alle Zweige, die braun, brüchig oder offensichtlich tot sind. Schneiden Sie bis ins gesunde, grüne Holz zurück. Dies mag zunächst radikal erscheinen, aber Rosmarin ist sehr schnittverträglich und wird aus den gesunden Trieben neue, kräftige Schösslinge treiben.
Was genau wird beim Frühjahrsschnitt entfernt?
Der Fokus beim Frühjahrsschnitt liegt auf der Gesundheit und Form der Pflanze. Zuerst identifizieren Sie und entfernen alle Triebe, die den Winter nicht überstanden haben. Das sind typischerweise solche, die weich, braun oder schimmelig geworden sind. Schneiden Sie solche Triebe bis zur Basis oder bis zu einem gesunden Teil der Pflanze zurück. Achten Sie darauf, sauberes und scharfes Werkzeug zu verwenden, um die Pflanze nicht unnötig zu stressen und die Wundheilung zu unterstützen. Ein sauberer Schnitt verhindert auch die Einschleppung von Krankheiten.
Nachdem die erfrorenen oder abgestorbenen Teile entfernt sind, geht es darum, die Form zu optimieren. Schneiden Sie lange, dünne Triebe zurück, um die Verzweigung anzuregen. Ziel ist es, eine kompakte, gut proportionierte Pflanze zu erhalten, die nicht zu ausladend wird. Achten Sie darauf, nicht mehr als ein Drittel der Gesamtlänge eines Triebes abzuschneiden, es sei denn, es handelt sich um abgestorbene Äste. Wenn die Pflanze sehr dicht und verfilzt ist, können Sie auch einzelne Triebe im Inneren entfernen, um die Belüftung zu verbessern. Ein solcher Schnitt im Frühjahr legt den Grundstein für ein gesundes und produktives Gartenjahr.
Bringen Sie scharfes Werkzeug zum Einsatz: Verwenden Sie eine Rosenschere oder ein scharfes Messer, um saubere Schnitte zu erzielen. Stumpfes Werkzeug zerquetscht die Pflanzenteile und kann zu schlechterer Wundheilung und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen.
Der Sommerschnitt: Ernte und Formgebung
Während der Frühjahrsschnitt die Struktur und das Wachstum im neuen Jahr bestimmt, dient der Sommerschnitt primär der Ernte und der leichten Formgebung. Dies ist der Zeitpunkt, an dem Sie sich die aromatischen Zweige für Ihre Küche sichern. Aber auch hier gibt es Regeln, um die Pflanze nicht zu schwächen.
Sie können und sollten Ihren Rosmarin im Sommer regelmäßig ernten, indem Sie junge, grüne Triebe abschneiden. Dies fördert nicht nur die Verzweigung weiter, sondern stellt auch sicher, dass Sie stets frische, aromatische Kräuter zur Verfügung haben. Der beste Zeitpunkt für diese Ernte-Schnitte ist, wenn die Pflanze gut gewachsen ist und die Triebe eine angenehme Länge erreicht haben, aber bevor sie zu stark verholzen.
Wie und wie viel darf ich im Sommer ernten?
Die Ernte von Rosmarin ist im Grunde ein fortlaufender Schnitt. Wenn Sie junge, grüne Triebe abschneiden, tun Sie der Pflanze damit einen Gefallen, da sie dadurch angeregt wird, neue Seitentriebe zu bilden. Dies führt zu einer dichteren und buschigeren Pflanze. Schneiden Sie die Triebe immer mit einer sauberen Schere oder einem Messer direkt über einem Blattknoten ab. Dies fördert das Austreiben neuer Triebe direkt unterhalb des Schnitts.
Wie viel Sie ernten können, hängt von der Größe und Vitalität Ihrer Pflanze ab. Grundsätzlich gilt: Entfernen Sie nie mehr als ein Drittel der gesamten Pflanze auf einmal. Wenn Sie regelmäßig ernten, verteilen Sie den Entnahme-Schnitt über den Sommer, was für die Pflanze weniger belastend ist. Vermeiden Sie es, zu tief in das verholzte Holz zu schneiden, es sei denn, Sie möchten die Pflanze gezielt verjüngen – was aber besser im Frühjahr geschieht. Ein leichter Rückschnitt nach der Blüte kann auch dazu beitragen, dass die Pflanze einen zweiten Blüteschub ausbildet.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Ernte? Idealerweise ernten Sie morgens, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Zu dieser Zeit sind die ätherischen Öle am konzentriertesten, was dem Rosmarin sein volles Aroma verleiht. Vermeiden Sie es, direkt nach einem starken Regen zu ernten, da die Feuchtigkeit die Haltbarkeit und das Aroma beeinträchtigen kann. Der Sommerschnitt ist also eine wunderbare Symbiose aus Nutzen für Sie und Pflege für die Pflanze.
Der Schnitt im Herbst: Vorsicht ist geboten
Der Herbst bringt eine Veränderung in der Natur mit sich: Die Wachstumsphase verlangsamt sich, und die Pflanzen bereiten sich auf die Ruheperiode vor. Dies hat auch Auswirkungen darauf, wann und wie Sie Ihren Rosmarin schneiden sollten. Im Herbst ist Zurückhaltung beim Schneiden gefragt, insbesondere wenn Sie in einer Region mit kalten Wintern leben.
Ein starker Schnitt im Herbst, besonders kurz vor dem Einsetzen von Frost, kann negative Folgen haben. Neue Triebe, die durch einen späten Schnitt angeregt werden, sind oft weich und nicht ausreichend ausgehärtet, um den winterlichen Bedingungen standzuhalten. Diese jungen Triebe sind anfällig für Frostschäden und können die gesamte Pflanze schwächen, indem sie erfrieren und dann als Eintrittspforte für Krankheiten dienen. Daher ist es ratsam, größere Rückschnitte auf das Frühjahr oder den Sommer zu verschieben.
Welche Schnitte sind im Herbst erlaubt?
Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie den Rosmarin im Herbst komplett ignorieren sollen. Es gibt bestimmte Schnitte, die auch in dieser Jahreszeit sinnvoll sind. Dazu gehört vor allem das Entfernen von offensichtlich kranken, beschädigten oder abgestorbenen Pflanzenteilen. Wenn Sie beispielsweise einen Zweig entdecken, der von einem Schädling befallen ist oder durch eine Krankheit welkt, sollten Sie diesen umgehend entfernen. Schneiden Sie solche Teile bis ins gesunde Holz zurück, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Darüber hinaus können Sie natürlich weiterhin kleinere Mengen Rosmarin für den täglichen Gebrauch ernten. Diese Ernte-Schnitte sollten jedoch eher leicht und sparsam ausfallen. Vermeiden Sie es, die Pflanze stark zurückzustutzen. Wenn Ihr Rosmarin als Kübelpflanze gehalten wird und Sie ihn ins Winterquartier bringen, ist ein leichter Rückschnitt sinnvoll, um die Pflanze handlicher zu machen und sie an die Verhältnisse im Quartier anzupassen. Dieser Schnitt sollte aber nicht übermäßig ausfallen und ebenfalls vor dem ersten starken Frost erfolgen. Generell gilt: Weniger ist mehr beim Herbstschnitt.
Der entscheidende Unterschied zwischen einem pflegenden und einem schädigenden Schnitt liegt oft nur im Timing und der Intensität.
Der Schnitt im Winter: Ein absolutes Tabu?
Der Winter ist die wohl kritischste Zeit für viele Pflanzen, und auch für den robusten Rosmarin gilt es, ihn in dieser Phase so wenig wie möglich zu stören. Die Pflanze befindet sich in der Winterruhe, ihr Stoffwechsel ist stark verlangsamt, und sie ist besonders empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.
Ein Schnitt während des Winters, insbesondere bei kalten Temperaturen, kann der Pflanze erheblichen Schaden zufügen. Neue Schnittstellen sind offene Wunden, durch die Kälte, Feuchtigkeit und Krankheitserreger eindringen können. Da die Pflanze in dieser Zeit kaum in der Lage ist, solche Wunden schnell zu verschließen oder sich zu regenerieren, können diese zu ernsthaften Problemen führen. Frost kann tief in das Gewebe eindringen und die Pflanze von innen heraus zerstören. Daher ist die Regel beim Winterschnitt klar: Finger weg!
Gibt es Ausnahmen von der Winterschnitt-Regel?
Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen von dieser Regel, und diese sind meist Notfälle. Wenn Sie beispielsweise feststellen, dass ein Ast durch starken Wind oder Schneelast gebrochen ist und die Pflanze dadurch stark beschädigt wird oder eine offensichtliche Eintrittspforte für Krankheiten darstellt, dann müssen Sie handeln. In einem solchen Fall sollten Sie den Bruch so sauber und so nah wie möglich am gesunden Pflanzenteil entfernen. Verwenden Sie dafür unbedingt scharfes und sauberes Werkzeug, um die Wunde so klein und so sauber wie möglich zu halten.
Dies sollte jedoch nur im äußersten Notfall geschehen. Für alle anderen Zwecke, sei es zur Formgebung, zur Verjüngung oder zur Ernte, sind der Frühling und der Sommer die deutlich besseren und sichereren Zeitpunkte. Selbst wenn Sie im Winter versehentlich etwas zu viel abgeerntet haben, ist es besser, kleine Schäden zu akzeptieren und auf den Frühjahrsschnitt zu warten, als der Pflanze durch einen ungünstigen Schnitt weiteren Schaden zuzufügen. Die Winterruhe ist für den Rosmarin eine wichtige Phase der Erholung, die es zu respektieren gilt.
Spezielle Schnitte: Verjüngung und Formgebung
Neben den saisonalen Schnitten gibt es auch spezielle Schnitttechniken, die darauf abzielen, die Pflanze zu verjüngen oder ihre Form langfristig zu erhalten. Diese Schnitte sind etwas intensiver und erfordern ein genaues Verständnis des Wachstumsverhaltens von Rosmarin.
Ein häufiges Problem bei älteren Rosmarinpflanzen ist das starke Verholzen im Inneren, während die äußeren Triebe zwar wachsen, aber die Mitte verkahlt. Dies beeinträchtigt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Vitalität der Pflanze. Hier kommt der Verjüngungsschnitt ins Spiel. Dieser sollte idealerweise im zeitigen Frühjahr erfolgen, wenn die Pflanze kurz vor dem Austrieb steht. Dabei werden ältere, verholzte Triebe bis ins gesunde, grüne Holz zurückgeschnitten, manchmal sogar bis knapp über den Boden.
Wann und wie führe ich einen Verjüngungsschnitt durch?
Der Verjüngungsschnitt ist eine Maßnahme für ältere, aus der Form geratene oder verkahlte Pflanzen. Er ist nicht jedes Jahr notwendig, sondern nur, wenn die Pflanze Anzeichen von Schwäche zeigt oder stark verholzt ist. Der beste Zeitpunkt ist das frühe Frühjahr, wenn die Gefahr von starkem Frost vorüber ist, die Pflanze aber noch nicht in vollem Saft steht. Dies gibt den verbleibenden Trieben genügend Zeit, um neue, kräftige Schösslinge zu bilden und die Pflanze neu aufzubauen.
Beim Schneiden entfernen Sie etwa ein Drittel der ältesten, verholzten Triebe. Schneiden Sie diese Triebe bis auf wenige Zentimeter über dem Boden oder bis zu einer gesunden Verzweigung zurück. Es ist wichtig, dass Sie auch im Inneren der Pflanze nach neuen Trieben Ausschau halten, aus denen die Pflanze neu austreiben kann. Manchmal ist es notwendig, auch die äußeren, noch gesunden Triebe leicht zurückzuschneiden, um der Pflanze zu helfen, ihre Energie auf die neuen Schösslinge zu konzentrieren. Seien Sie nicht zu zaghaft – Rosmarin ist sehr regenerationsfähig. Nach einem solch starken Schnitt benötigt die Pflanze etwas Zeit und gute Pflege (regelmäßiges Gießen, aber keine Staunässe), um sich vollständig zu erholen und wieder dicht und buschig zu werden.
Erwägen Sie eine Teilung: Bei sehr alten, stark verholzten Pflanzen kann es einfacher sein, die Pflanze zu teilen, anstatt einen radikalen Schnitt durchzuführen. Dies geschieht im Frühjahr, indem man die Wurzelballen vorsichtig teilt und die einzelnen Teile neu pflanzt.
Rosmarin vermehren nach dem Schnitt
Einer der schönsten Nebeneffekte des regelmäßigen Rosmarinschnitts ist die Möglichkeit, die Pflanze einfach zu vermehren. Die abgeschnittenen Triebe sind nicht nur für die Küche wertvoll, sondern auch hervorragendes Stecklingsmaterial. Dies ist eine kostengünstige und lohnende Methode, um neue Rosmarinpflanzen für den eigenen Garten oder als Geschenk zu ziehen.
Die besten Stecklinge gewinnen Sie aus den Trieben, die Sie während der Hauptwachstumsperioden schneiden – also im späten Frühjahr, im Sommer oder im frühen Herbst. Achten Sie darauf, gesunde, kräftige und nicht zu junge, aber auch noch nicht zu stark verholzte Triebe zu verwenden. Die Schnitte sollten sauber und präzise sein, um die besten Erfolgschancen zu erzielen.
Schritt-für-Schritt: Rosmarin aus Stecklingen ziehen
Nachdem Sie Ihre Rosmarinzweige geschnitten haben, ist der nächste Schritt die Vorbereitung der Stecklinge. Entfernen Sie die unteren Nadeln von den Zweigen, sodass ein etwa 5-7 cm langer Abschnitt entsteht, der unten blattfrei ist. Dies ist wichtig, damit die unteren Blätter nicht im Wasser oder Substrat faulen. Sie können die Schnittfläche am unteren Ende der Stecklinge leicht anritzen oder sie in ein Bewurzelungspulver tauchen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Wurzelbildung zu erhöhen. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich, da Rosmarin auch ohne diese Hilfsmittel gut wurzelt.
Der nächste Schritt ist die Wahl des Mediums. Viele Gärtner erzielen gute Erfolge, indem sie die Stecklinge in ein Glas mit Wasser stellen. Achten Sie darauf, dass nur der untere, blattfreie Teil des Stecklings im Wasser steht. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden, um Fäulnis zu vermeiden. Stellen Sie das Glas an einen hellen, warmen Ort, aber nicht in direkte Sonneneinstrahlung. Nach einigen Wochen sollten sich die ersten Wurzeln bilden. Sobald die Wurzeln etwa 2-3 cm lang sind, können die Stecklinge vorsichtig in kleine Töpfe mit einer gut durchlässigen Kräutererde gepflanzt werden.
Alternativ können Sie die Stecklinge auch direkt in ein Anzuchtschalen mit einer Mischung aus Sand und Torf oder Perlite und Blumenerde stecken. Halten Sie das Substrat leicht feucht und decken Sie die Schale mit einer durchsichtigen Haube oder Folie ab, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Lüften Sie die Abdeckung regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Auch hier gilt: Geduld ist gefragt. Sobald die Stecklinge angewachsen sind und neues Wachstum zeigen, können sie wie junge Pflanzen behandelt und später an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden. Dies ist eine wunderbare Möglichkeit, Ihren Rosmarinbestand zu erweitern, und eine direkte Folge des Wissens, wann und wie man Rosmarin schneidet.
Pflegehinweise rund um den Rosmarinschnitt
Das Schneiden ist nur ein Teil der Rosmarinpflege. Damit Ihre Pflanze gesund bleibt und sich gut entwickelt, sind weitere Pflegemaßnahmen unerlässlich, die oft im Zusammenhang mit dem Schnitt stehen.
Ein entscheidender Faktor ist das Gießen. Rosmarin liebt es eher trocken und verabscheut Staunässe. Dies bedeutet, dass Sie ihn nur mäßig gießen sollten. In der Wachstumsperiode im Sommer benötigt er mehr Wasser als im Winter. Überprüfen Sie immer die Erde, bevor Sie gießen: Ist sie trocken, können Sie wässern. Ist sie noch feucht, warten Sie besser. Ein guter Drainage ist daher bei Rosmarin, ob im Topf oder im Beet, unerlässlich. Ein Schnitt kann die Wasseraufnahme beeinflussen, aber die Grundregel des sparsamen Gießens bleibt bestehen.
Das richtige Substrat und die Düngung
Rosmarin bevorzugt ein gut durchlässiges Substrat. Eine Mischung aus normaler Gartenerde, Sand und etwas Kompost ist ideal. Im Topf eignen sich spezielle Kräutererden oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand/Perlite. Zu viel Dünger schadet dem Rosmarin oft mehr, als er nützt. Er benötigt kaum zusätzliche Nährstoffe. Eine leichte Düngung im Frühjahr mit einem organischen Kräuterdünger ist meist ausreichend. Zu viel Stickstoff führt zu weichen, mastigen Trieben, die anfälliger für Krankheiten und Frost sind und weniger Aroma besitzen.
Achten Sie auf die Sonneneinstrahlung: Rosmarin liebt Sonne. Stellen Sie Ihre Pflanze an den sonnigsten und wärmsten Platz, den Sie bieten können. Mindestens 6 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag sind ideal für ein kräftiges Wachstum und intensives Aroma. Auch nach dem Schnitt benötigt die Pflanze ausreichend Licht, um schnell wieder auszutreiben.
Die Überwinterung ist ein weiterer wichtiger Punkt, besonders in kälteren Regionen. Rosmarin ist bedingt winterhart. Kübelpflanzen sollten frostfrei, aber kühl und hell überwintert werden. Freilandrosmarin kann bei Bedarf mit Reisig oder Vlies geschützt werden. Ein Rückschnitt vor dem Winter ist hierbei eher zu vermeiden, wie bereits erwähnt. Die richtige Kombination aus Schnitt, Bewässerung, Licht und dem passenden Standort sorgt dafür, dass Ihr Rosmarin prächtig gedeiht.
Fazit: Wann Rosmarin schneiden für maximale Vitalität
Die Kunst, den richtigen Zeitpunkt für den Rosmarinschnitt zu bestimmen, ist keine Hexerei, sondern basiert auf dem Verständnis der Wachstumszyklen und Bedürfnisse der Pflanze. Indem Sie den Hauptschnitt im Frühjahr durchführen, die Pflanze im Sommer regelmäßig für Ernte und Formgebung nutzen und im Herbst sowie Winter Zurückhaltung üben, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für einen gesunden, buschigen und aromatischen Rosmarinstrauch.
Ein gut geschnittener Rosmarin ist nicht nur optisch ansprechender, sondern auch produktiver und widerstandsfähiger. Die regelmäßige Entfernung von abgestorbenen oder überlangen Trieben fördert die Verzweigung, verhindert, dass die Pflanze von innen heraus verkahlt, und sorgt für eine kontinuierliche Versorgung mit frischen Kräutern. Die Vermehrung durch Stecklinge, die aus den Schnittabfällen gewonnen werden, ist ein zusätzlicher Bonus, der die Freude an dieser vielseitigen Pflanze noch vergrößert.
Denken Sie daran, dass jeder Schnitt eine Investition in die Zukunft Ihrer Pflanze ist. Mit scharfem Werkzeug und dem richtigen Timing machen Sie Ihrem Rosmarin ein Geschenk, das er Ihnen mit reicher Ernte und langanhaltender Vitalität dankt. Die Pflege ist überschaubar, wenn man die Grundprinzipien kennt und anwendet. Die Frage 'Wann Rosmarin schneiden?' beantwortet sich somit als ein Zusammenspiel von Saison, Zustand der Pflanze und Ihrem persönlichen Bedarf an diesem wunderbaren Kraut.
