Die Dauer der Rhabarberernte: Ein Überblick

Die Frage, wie lange man Rhabarber ernten kann, beschäftigt jeden Hobbygärtner, der die sauren, erfrischenden Stangen liebt. Im Allgemeinen ist die Erntezeit für Rhabarber nicht unendlich lang, aber sie bietet über mehrere Wochen hinweg Freude. Wenn Sie sich fragen, wie lange Sie die Früchte – botanisch gesehen Gemüsesprossen – Ihres Rhabarberstrauchs genießen können, liegt die Antwort typischerweise zwischen Mai und Juni. Viele Gärtner halten sich an die traditionelle Regel, die Ernte vor Johanni (dem Johannistag am 24. Juni) einzustellen, um der Pflanze genügend Zeit zur Regeneration und Vorbereitung auf das nächste Jahr zu geben.

  • Die Haupterntezeit für Rhabarber liegt zwischen Mai und Mitte Juni.
  • Ernte vor Johanni (24. Juni) stoppen, um die Pflanze zu stärken.
  • Junge Pflanzen sollten nur kurz beerntet werden.
  • Kranke oder beschädigte Stangen frühzeitig entfernen.
  • Kontinuierliche Ernte fördert die Bildung neuer Stiele.

Diese Faustregel hat einen wichtigen praktischen Hintergrund: Nach dem Johannistag ist die Vegetation vieler Pflanzen auf dem Höhepunkt und die Nährstoffspeicherung für die Überwinterung beginnt. Wenn Sie den Rhabarber bis Ende Juni oder gar Juli beernten, entziehen Sie der Pflanze wertvolle Kraft, die sie für ihr Überleben im kommenden Winter und für eine kräftige Ernte im nächsten Frühjahr dringend benötigt. Die genaue Dauer der Ernte kann jedoch auch von der Sorte, dem Standort und der Pflege abhängen.

Für einen gesunden, langlebigen Rhabarber ist es entscheidend, ihm nach der Ernte eine Erholungspause zu gönnen. Dies stellt sicher, dass die Wurzeln genügend Energie aufnehmen können, um die Reserven für die nächste Saison aufzubauen. Übermäßiges Ernten schadet der Pflanze mehr, als es kurzfristig nützt. Doch wann genau beginnt die Saison und wie gehen Sie vor, um das Beste aus Ihrem Rhabarber herauszuholen?

Der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Rhabarberernte

Der Beginn der Rhabarberernte ist eng mit dem Frühling verbunden. Sobald die ersten kräftigen Stiele eine beachtliche Größe erreicht haben und stabil genug sind, um geerntet zu werden, ist es so weit. Typischerweise beginnt dies in den meisten Regionen Deutschlands im April oder frühen Mai. Der genaue Zeitpunkt hängt stark von den klimatischen Bedingungen des jeweiligen Jahres und dem Standort ab. Ein milder Winter und ein sonniger Frühling können die Erntezeit vorziehen, während kältere Perioden sie verzögern.

Wie erkennt man, dass der Rhabarber erntereif ist? Achten Sie auf die Stiele. Sie sollten mindestens 20 bis 30 Zentimeter lang und deutlich fleischig sein. An der Basis sollten sie einen Durchmesser von etwa einem bis zwei Zentimetern aufweisen. Die Farbe kann je nach Sorte von tiefrot über grünlich-rot bis hin zu rein grün variieren. Wichtiger als die Farbe ist jedoch die Festigkeit und Größe der Stiele.

Für eine gute Ernte ist die richtige Basislänge der Stiele entscheidend. Schneiden oder brechen Sie niemals Stiele, die kleiner als diese Mindestlänge sind oder noch sehr jung und zart aussehen. Eine frühe Ernte an noch unentwickelten Stielen schwächt die Pflanze und mindert den Ertrag für die kommenden Wochen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Beginn der Ernte ist das Alter der Rhabarberpflanze. Frisch gepflanzte Exemplare, oft im ersten oder zweiten Jahr, sollten nur sehr zurückhaltend oder gar nicht geerntet werden. Dies ermöglicht dem Wurzelwerk, sich kräftig zu entwickeln. Ab dem dritten Standjahr kann dann eine volle Ernte erfolgen, wobei die oben genannten Zeiträume und Richtlinien gelten.

Rhabarber ernten bis Johanni: Warum die Faustregel zählt

Die weit verbreitete Regel, die Rhabarberernte vor dem Johannistag am 24. Juni einzustellen, ist mehr als nur eine alte Tradition. Sie basiert auf gärtnerischem Wissen über die Bedürfnisse der Pflanze. Rhabarber ist eine ausdauernde Pflanze, die ihre Energie aus ihren kräftigen Wurzeln zieht. Im Frühling und Frühsommer nutzt sie diese Energie, um die begehrten Stiele zu bilden, die wir verzehren.

Wenn die Erntezeit über die Mitte des Sommers hinaus verlängert wird, muss die Pflanze weiterhin viel Energie für die Sprossbildung aufwenden. Dies geschieht auf Kosten der Energiereserven, die sie für die kommende Ruhephase und die Regeneration benötigt. Besonders wichtig ist dies für den Aufbau von Zucker und anderen Nährstoffen in den Wurzeln, die für die Neubildung von Blättern und Stielen im nächsten Frühjahr unerlässlich sind.

Stellen Sie sich die Pflanze wie ein Lebewesen vor, das sich auf den Winter vorbereitet. Wenn Sie ihm ständig Nahrung entziehen, kann es sich nicht richtig stärken und läuft Gefahr, den Winter nicht gut zu überstehen oder im Folgejahr nur schwach auszutreiben. Die Ernte bis Johanni gibt dem Rhabarber ausreichend Zeit, diese wichtigen Reserven wieder aufzufüllen. Das bedeutet für Sie, dass Sie sich auf eine gesunde Pflanze freuen können, die im nächsten Jahr wieder reichlich Ertrag liefert.

Was passiert, wenn man doch länger erntet?

Das Ernten von Rhabarber über den 24. Juni hinaus ist nicht sofort tödlich für die Pflanze, hat aber Konsequenzen. Die Stiele werden nach der Hauptwachstumsperiode oft dünner und faseriger, da die Pflanze ihre Energie in andere Prozesse lenkt. Die Erträge werden mit der Zeit geringer, und die Qualität der Stiele lässt nach. Langfristig schwächt es die Pflanze und kann dazu führen, dass sie im folgenden Jahr weniger kräftig austreibt. Bei einer sehr späten und ausgiebigen Ernte riskieren Sie sogar, dass die Pflanze im Winter Schaden nimmt, wenn ihre Reserven nicht ausreichen.

Die Ernte vor Johanni sichert die Vitalität der Rhabarberpflanze für viele weitere Jahre. Wenn Sie also das Maximum aus Ihrem Rhabarber herausholen möchten, ohne die Pflanze zu schädigen, halten Sie sich an diese bewährte Richtlinie. Die wenigen Wochen der Ernte sind ein Genuss, der die Mühe wert ist, die Pflanze danach zu schonen.

Wie man Rhabarber richtig erntet: Technik und Werkzeug

Die Art und Weise, wie Sie Ihren Rhabarber ernten, hat direkten Einfluss auf die Pflanze und die zukünftige Ernte. Es gibt zwei gängige Methoden: das Abschneiden und das Herausdrehen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, aber das richtige Vorgehen ist entscheidend, um die Pflanze nicht zu verletzen.

Die Dreh- und Brechmethode

Dies ist die von vielen Gärtnern bevorzugte Methode, da sie die Pflanze am wenigsten schädigt. Wählen Sie einen Stiel, der erntereif ist (mindestens 20-30 cm lang, kräftig). Fassen Sie ihn so nah wie möglich an der Basis an. Drehen Sie den Stiel mit einer leichten Drehbewegung und ziehen Sie ihn dann mit einem Ruck nach oben ab. Das saubere Herauslösen des Stiels aus dem Wurzelstock hinterlässt eine kleinere Wunde, die schneller heilt, als ein sauberer Schnitt. Vermeiden Sie es, einfach nur am Stiel zu ziehen, ohne zu drehen, da dies die umliegenden Gewebe beschädigen kann.

Die Schnittmethode

Wenn die Stiele sehr dicht beieinander stehen oder die Dreh- und Brechmethode aus anderen Gründen nicht möglich ist, können Sie auch ein scharfes Messer oder eine Gartenschere verwenden. Schneiden Sie den Stiel so nah wie möglich an der Basis ab. Achten Sie darauf, dass das Werkzeug sauber und scharf ist, um glatte Schnitte zu erzielen und Infektionen zu vermeiden. Eine stumpfe Klinge kann das Gewebe zerreißen, was die Heilung verlangsamt und die Pflanze anfälliger für Krankheiten macht.

Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, nur die erntereifen Stiele zu entnehmen. Lassen Sie jüngere, kleinere Stiele weiterwachsen. Entfernen Sie auch regelmäßig beschädigte oder kranke Stiele, um die Ausbreitung von Problemen zu verhindern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Entfernen der Blätter. Die Rhabarberblätter sind aufgrund ihres hohen Oxalsäuregehalts nicht zum Verzehr geeignet und müssen vor der Verarbeitung der Stiele entfernt werden. Bei der Ernte können Sie die Blätter direkt abschneiden und entsorgen.

Beim Ernten ist Vorsicht geboten, um die empfindlichen neuen Triebe nicht zu beschädigen. Sie wachsen aus dem Zentrum der Pflanze und sind das Potenzial für zukünftige Ernten.

Viele Gärtner empfehlen, die Ernte nicht auf einmal, sondern über mehrere Wochen verteilt durchzuführen. Dies simuliert einen natürlichen Prozess und spornt die Pflanze an, kontinuierlich neue Stiele zu bilden. Wenn Sie nach dieser Methode vorgehen, stellen Sie sicher, dass Sie immer nur die kräftigsten und reifsten Stiele auswählen, um die Pflanze nicht zu überlasten.

Rhabarber Pflege nach der Ernte: Warum sie essenziell ist

Sobald die Rhabarberernte abgeschlossen ist, zum Beispiel nach dem Johannistag, beginnt eine wichtige Phase der Pflege. Diese Nachernte-Pflege ist entscheidend dafür, wie gut Ihre Rhabarberpflanze über den Sommer und Winter kommt und wie üppig sie im nächsten Jahr wieder austreibt. Es geht darum, der Pflanze zu helfen, ihre Energiereserven wieder aufzufüllen.

Wasser und Nährstoffe nach der Ernte

Auch wenn die Stiele nicht mehr geerntet werden, braucht die Pflanze weiterhin Wasser, besonders in trockenen Sommerperioden. Eine gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung ist essenziell, damit die Wurzeln und die verbleibenden Blätter ihre Arbeit tun können: die Photosynthese zur Energiegewinnung. Wenn Sie einen sehr trockenen Sommer erwarten, kann zusätzliches Gießen notwendig sein, um die Pflanze zu unterstützen.

Eine Gabe Kompost oder gut verrotteten Mist im späten Frühjahr oder frühen Sommer, bevor die Haupterntezeit endet, kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Dies versorgt die Pflanze mit Nährstoffen, die sie für die Regeneration nach der Ernte und die Vorbereitung auf das nächste Jahr benötigt. Achten Sie darauf, die Nährstoffe nicht zu spät im Jahr auszubringen, da dies die Pflanze zu neuem Wachstum anregen könnte, das sie vor dem Winter nicht mehr abschließen kann.

Eine gut gepflegte Pflanze nach der Ernte ist die Garantie für eine reiche Ernte im Folgejahr.

Bodenpflege und Unkrautmanagement

Halten Sie den Bereich um den Rhabarber frei von Unkraut. Unkräuter konkurrieren mit den Wurzeln um Wasser und Nährstoffe. Da der Rhabarber stark zehrende Pflanzen sind, ist es wichtig, diesen Wettbewerb so gering wie möglich zu halten. Das Entfernen von Unkraut sollte vorsichtig geschehen, um die flachen Wurzeln des Rhabarbers nicht zu beschädigen. Eine Mulchschicht kann helfen, Unkraut zu unterdrücken und gleichzeitig die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Nachdem die Ernte beendet ist, empfiehlt es sich auch, die obere Bodenschicht leicht aufzulockern, sofern dies ohne Beschädigung der Hauptwurzeln möglich ist. Dies verbessert die Belüftung des Bodens und hilft, dass Wasser besser eindringen kann. Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile oder Blätter, die möglicherweise krankheitsanfällig sind, um die allgemeine Gesundheit der Pflanze zu fördern.

Faktoren, die die Erntedauer beeinflussen

Die allgemeine Richtlinie von Mai bis Mitte Juni oder vor Johanni ist ein guter Anhaltspunkt, doch die tatsächliche Erntedauer kann von verschiedenen Faktoren abweichen. Das Verständnis dieser Einflüsse hilft Ihnen, Ihre Ernte besser zu planen und das Beste aus Ihrem Rhabarber herauszuholen.

Sortenunterschiede beim Rhabarber

Es gibt zahlreiche Rhabarbersorten, die sich in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit, ihrem Ertrag und auch ihrer Erntezeit unterscheiden können. Einige frühe Sorten wie 'Elbs'e' oder 'Early Albert' tragen oft schon ab April Früchte und können tendenziell etwas früher in die Ernte gehen. Spätere Sorten oder solche, die auf kühleren Standorten wachsen, können ihre Ernteperiode etwas verlängern. Wenn Sie eine Sorte wählen, die für frühes oder spätes Ernten bekannt ist, können Sie die Erntezeit entsprechend anpassen.

Die Wahl der Sorte kann also maßgeblich beeinflussen, wie lange Sie Rhabarber ernten können. Informieren Sie sich über die spezifischen Eigenschaften der von Ihnen angebauten Sorten, um ein genaueres Gefühl für deren Erntefenster zu bekommen. Generell gilt jedoch auch für frühe Sorten, dass eine Ernte bis Mitte Juni der Pflanzengesundheit zuträglich ist.

Klimatische Bedingungen und Standortwahl

Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Ein warmer, sonniger Frühling fördert das schnelle Wachstum der Rhabarberstiele und kann die Erntezeit beginnen lassen. Frostperioden im Frühjahr können das Wachstum verlangsamen oder junge Triebe beschädigen, was die Ernte verzögert. Auch die Sonneneinstrahlung am Standort beeinflusst die Wachstumsgeschwindigkeit. Ein vollsonniger Standort ermöglicht oft eine etwas frühere und kräftigere Ernte als ein schattigerer Platz.

Darüber hinaus kann die Bodenbeschaffenheit eine Rolle spielen. Rhabarber bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche und gut durchlässige Böden. Ein Boden, der Wasser gut speichert, aber keine Staunässe bildet, unterstützt ein kräftiges Wurzelwachstum und damit auch eine gesunde Sprossbildung. Ein schwacher Boden kann die Erntezeit und -menge negativ beeinflussen.

Die Standortwahl und die klimatischen Bedingungen sind ausschlaggebend für den optimalen Erntezeitpunkt.

Alter und Pflege der Pflanze

Wie bereits erwähnt, ist das Alter der Rhabarberpflanze ein wichtiger Faktor. Junge Pflanzen (erstes bis zweites Jahr) sollten fast gar nicht oder nur sehr spärlich beerntet werden, um ihnen Zeit zum Aufbau zu geben. Ab dem dritten Jahr sind sie in der Regel voll erntefähig. Ältere, gut etablierte Pflanzen können über viele Jahre hinweg gute Erträge liefern, solange sie korrekt gepflegt werden. Eine vernachlässigte Pflanze wird schnell an Ertrag und Vitalität verlieren, unabhängig von Sorte, Klima oder Standort.

Die kontinuierliche Pflege mit ausreichend Wasser, Nährstoffen und Schutz vor Schädlingen und Krankheiten stellt sicher, dass die Pflanze ihre volle Erntekapazität über einen längeren Zeitraum, gemäß den saisonalen Grenzen, entfalten kann. Eine kranke Pflanze ist oft nicht mehr erntefähig, oder ihre Stiele sind von minderer Qualität.

Was tun mit Rhabarber nach der Saison? Lagerung und Verarbeitung

Wenn die Rhabarberernte abgeschlossen ist, denken viele Gärtner über die Lagerung und Verarbeitung der gesammelten Stiele nach. Auch wenn die Saison vorbei ist, möchten Sie die saure Delikatesse vielleicht noch genießen oder für später aufbewahren. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihren Rhabarber optimal nutzen können.

Frische Lagerung von Rhabarber

Wenn Sie Rhabarber frisch lagern möchten, gibt es einige Tricks, um ihn möglichst lange haltbar zu machen. Schneiden Sie die Stiele frisch und entfernen Sie sofort die Blätter, da diese der Pflanze Feuchtigkeit entziehen. Wickeln Sie die Stiele dann in ein feuchtes Küchentuch oder legen Sie sie in eine Plastiktüte mit einigen Luftlöchern. Bewahren Sie sie im Gemüsefach des Kühlschranks auf. So können sie oft noch einige Tage bis zu einer Woche frisch bleiben, ihre Textur und ihr Geschmack bleiben erhalten.

Für eine etwas längere Haltbarkeit können Sie die Stiele auch aufrecht in ein Glas mit etwas Wasser stellen und dieses dann in den Kühlschrank stellen. Stellen Sie sicher, dass die Blätter und der untere Teil der Stiele nicht im Wasser stehen, um Fäulnis zu vermeiden. Diese Methode hält den Rhabarber ebenfalls frisch und knackig.

Frischer Rhabarber lässt sich am besten direkt nach der Ernte verarbeiten, um sein volles Aroma zu entfalten.

Einfrieren von Rhabarber

Das Einfrieren ist die beliebteste Methode, um Rhabarber über die Saison hinaus haltbar zu machen. Sie können die Stiele entweder roh oder kurz blanchiert einfrieren. Für die rohe Lagerung schneiden Sie die Stiele in mundgerechte Stücke und füllen Sie diese in Gefrierbeutel oder geeignete Behälter. Achten Sie darauf, so viel Luft wie möglich aus den Beuteln zu entfernen. So eingefrorener Rhabarber behält seine Struktur gut für Kuchen, Kompott oder Marmelade.

Eine andere Möglichkeit ist das kurze Blanchieren: Schneiden Sie die Stiele in Stücke und geben Sie sie für etwa 1-2 Minuten in kochendes Wasser, danach sofort in Eiswasser abkühlen lassen. Gut abtropfen lassen und dann einfrieren. Das Blanchieren kann helfen, Enzyme zu deaktivieren und die Farbe und Textur zu erhalten, ist aber bei Rhabarber nicht zwingend notwendig. Gefrorener Rhabarber ist so für mehrere Monate haltbar.

Verarbeitung zu Kompott, Marmelade und Kuchen

Rhabarber ist unglaublich vielseitig. Er eignet sich hervorragend für verschiedene süße und auch herzhafte Gerichte. Klassiker sind Rhabarberkompott, Rhabarberkuchen (wie Blechkuchen, Streuselkuchen oder Torten) und Rhabarbermarmelade. Aufgrund seines sauren Geschmacks wird er oft mit Zucker kombiniert, um ein ausgewogenes Aroma zu erzielen. Aber auch in Kombination mit Erdbeeren, Äpfeln oder Ingwer entfaltet er sein Potenzial.

Für herzhafte Gerichte kann Rhabarber in Chutneys oder als Beilage zu Fleisch verwendet werden. Seine Säure schneidet durch fettere Speisen und sorgt für eine angenehme Frische. Beim Kochen und Backen mit Rhabarber beachten Sie, dass die Stiele mit der Zeit weicher werden. Die genaue Kochzeit hängt vom gewünschten Ergebnis ab.

Häufige Probleme und wie man sie vermeidet

Auch wenn Rhabarber als recht robust gilt, können einige Probleme auftreten, die die Ernte beeinträchtigen oder die Pflanze schwächen können. Mit dem Wissen um diese potenziellen Schwierigkeiten können Sie vorsorglich handeln und Ihre Pflanze gesund halten.

Schädlinge am Rhabarber

Rhabarber wird nicht übermäßig von Schädlingen befallen, aber einige können vorkommen. Dazu gehören Blattläuse, die sich auf jungen Trieben und Blättern ansiedeln können, und gelegentlich Rhabarberfliegen. Blattläuse können mit einem starken Wasserstrahl abgespritzt oder mit einer milden Seifenlauge bekämpft werden. Bei einem starken Befall können biologische Insektizide zum Einsatz kommen. Achten Sie darauf, dass Sie diese Produkte gemäß den Anweisungen verwenden, besonders wenn Sie die Stiele bald verzehren möchten.

Die regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge ist essenziell, um frühzeitig gegensteuern zu können.

Krankheiten am Rhabarber

Eine der häufigsten Krankheiten ist die Blattfleckenkrankheit, die durch Pilze verursacht wird und zu braunen oder rötlichen Flecken auf den Blättern führt. Diese Krankheit schwächt die Pflanze. Stark befallene Blätter sollten entfernt und entsorgt werden (nicht auf den Kompost werfen, wenn Sie sichergehen wollen). Eine gute Belüftung der Pflanze und die Vermeidung von Staunässe helfen, Pilzkrankheiten vorzubeugen. Auch eine übermäßige Stickstoffdüngung kann die Anfälligkeit erhöhen.

Eine weitere potenzielle Krankheit ist die Wurzelfäule, die meist durch Staunässe verursacht wird. Sie erkennen sie an welken Blättern und einem allgemeinen schlechten Zustand der Pflanze, obwohl der Boden feucht ist. Die beste Vorbeugung ist die Wahl eines gut durchlässigen Standorts und eine angepasste Bewässerung.

Probleme bei der Ernte und im Wachstum

Wenn Ihr Rhabarber dünne, faserige oder schwache Stiele produziert, kann dies verschiedene Ursachen haben. Oft liegt es daran, dass die Pflanze zu jung ist, zu lange beerntet wurde, unter Nährstoffmangel leidet oder einfach nicht genug Wasser bekommt. Überprüfen Sie Ihre Pflegepraktiken: Hat die Pflanze genug Zeit zur Erholung bekommen? Bekommt sie regelmäßig Nährstoffe und Wasser? Steht sie am richtigen Standort?

Wenn Ihre Pflanze trotz guter Pflege keine kräftigen Stiele mehr bildet, kann es sein, dass sie zu alt wird oder das Wurzelwerk zu dicht geworden ist. Eine Teilung der Pflanze alle paar Jahre kann helfen, die Vitalität zu erhalten und den Ertrag zu verbessern. Dies ist ein größerer Eingriff, der am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr durchgeführt wird.

Rhabarber anbauen: Die Grundlagen für reiche Ernte

Um lange Freude an Ihrem Rhabarber zu haben und eine reiche Ernte zu ermöglichen, ist der richtige Anbau entscheidend. Rhabarber ist eine anspruchslose, aber dankbare Pflanze, wenn ihre Grundbedürfnisse erfüllt werden. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie für erfolgreichen Rhabarberanbau beachten sollten.

Standortwahl und Bodenbeschaffenheit

Rhabarber liebt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Je mehr Sonne er bekommt, desto kräftiger sind in der Regel die Stiele, allerdings kann er auch im Halbschatten gut gedeihen. Entscheidend ist ein tiefgründiger, nährstoffreicher Boden. Schwere Lehmböden sollten mit Kompost oder Sand verbessert werden, um Staunässe zu vermeiden. Sandige Böden profitieren von der Zugabe organischer Substanz, um Wasser und Nährstoffe besser zu speichern. Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert ist ideal.

Achten Sie darauf, Rhabarber nicht dort zu pflanzen, wo bereits Rhabarber oder andere Starkzehrer wie Kohl oder Kartoffeln standen, da dies zu Bodenermüdung führen kann. Planen Sie für eine ausgewachsene Pflanze genügend Platz ein, da sie bis zu einem Meter im Durchmesser und etwa ebenso hoch werden kann.

Der richtige Standort ist das A und O für gesunden und ertragreichen Rhabarberanbau.

Pflanzung von Rhabarber

Rhabarber kann als Jungpflanze gekauft oder aus Samen gezogen werden, wobei letzteres meist länger dauert und die Eigenschaften der Mutterpflanze nicht garantiert sind. Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr oder der Herbst. Wenn Sie eine Jungpflanze pflanzen, graben Sie ein Loch, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Mischen Sie den ausgehobenen Boden mit Kompost. Setzen Sie die Pflanze so ein, dass die Knospen (die kleinen roten Punkte auf dem Wurzelstock) leicht über der Erdoberfläche liegen.

Gießen Sie die Pflanze nach dem Einpflanzen gut an und mulchen Sie die Oberfläche, um die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken. In den ersten ein bis zwei Jahren sollten Sie die Pflanze kaum oder gar nicht beernten, damit sie sich kräftig entwickeln kann. Dies ist eine Investition in zukünftige Ernten.

Düngung und Bewässerung im Detail

Rhabarber ist ein Starkzehrer, das heißt, er benötigt viele Nährstoffe. Eine jährliche Gabe reifen Komposts oder gut verrotteten Stallmistes im Frühjahr ist unerlässlich. Zusätzlich können Sie im Frühjahr eine Gabe eines stickstoffbetonten Düngers geben, der aber auch Phosphor und Kalium enthält, um die gesamte Pflanzengesundheit zu fördern. Organische Dünger sind hierbei oft die bessere Wahl, da sie den Boden verbessern und die Nährstoffe langsamer freisetzen.

Die Bewässerung ist besonders während der Wachstums- und Erntezeit wichtig. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. An heißen, trockenen Tagen kann es notwendig sein, die Pflanzen gründlich zu wässern. Gießen Sie bevorzugt am Morgen oder Abend, um die Verdunstung zu minimieren. Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und die Pflanze vor Austrocknung zu schützen.