Die Trugschlüsse beim Kauf von Winterblühern
Viele Gärtner träumen davon, auch im tiefsten Winter farbige Akzente im Garten zu setzen. Die Vorstellung von blühenden Pflanzen inmitten von Schnee und Eis ist reizvoll. Doch der Wunsch nach einem dauerhaft bunten Außenbereich führt oft zu ersten Fehlern. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass jede Pflanze, die als 'winterhart' deklariert ist, automatisch auch im Winter blüht. Dies ist schlichtweg falsch. Winterhärte bezieht sich primär auf die Fähigkeit, Frostperioden zu überstehen, nicht aber auf die Blütezeit. Viele als winterhart geltende Pflanzen ruhen im Winter und zeigen erst im Frühling oder Sommer ihre volle Pracht.
Ein weiterer Trugschluss liegt in der Annahme, dass 'blühend' immer gleichbedeutend mit einer auffälligen Blütenpracht ist. Manche Pflanzen bieten im Winter eher unscheinbare, aber dennoch wertvolle Blüten, während andere durch ihr wintergrünes Laub oder dekorative Beerenstruktur überzeugen. Wer uninformiert kauft, wählt Pflanzen, die nicht den Erwartungen an eine Winterblüte entsprechen und verpasst so die Chance auf echte saisonale Highlights. Die richtige Auswahl ist entscheidend, um Enttäuschungen zu vermeiden und einen Garten zu gestalten, der das ganze Jahr über attraktiv ist.
Die richtige Auswahl von winterharten blühenden Pflanzen ist der Schlüssel zu einem lebendigen Garten auch in der kalten Jahreszeit.
Das Missverständnis Winterhärte versus Blütezeit
Winterharte Pflanzen sind darauf ausgelegt, niedrige Temperaturen zu überstehen. Ihre Wurzeln und oberirdischen Teile können Frost aushalten, ohne abzusterben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie auch während dieser Periode aktiv wachsen oder blühen. Viele Pflanzen ziehen ihre Energie für den Winter in die Wurzeln zurück oder sterben oberirdisch ab, um im Frühjahr neu auszutreiben. Die Blütezeit ist eine genetisch programmierte Phase, die meist von Faktoren wie Tageslänge, Temperatur und Nährstoffverfügbarkeit gesteuert wird. Für Winterblüher müssen diese Bedingungen spezifisch auf die kältere Jahreszeit abgestimmt sein.
Wer also gezielt nach 'winterharte blühende Pflanzen' sucht, muss die Blütezeit explizit mit der Winterhärte kombinieren. Ein Handelspartner, der diese Unterscheidung nicht klar kommuniziert, oder eine ungenaue Recherche können leicht dazu führen, dass Sie Pflanzen erwerben, deren Blüte erst im späten Frühjahr beginnt. Achten Sie daher immer auf die Angaben zur Blütezeit, nicht nur auf die Winterhärte. Eine Christrose ('Helleborus') ist ein Paradebeispiel für eine Pflanze, die beides vereint: Robustheit im Winter und Blütenpracht, wenn andere Pflanzen längst nicht mehr blühen.
Die klare Trennung zwischen Winterhärte und tatsächlicher Blütezeit ist essenziell für die Gartengestaltung.
Falsche Standortwahl: Der häufigste Fehler
Selbst die robustesten winterharte blühende Pflanzen können an einem ungünstigen Standort scheitern. Ein typischer Fehler ist die Vernachlässigung der spezifischen Bedürfnisse der Pflanze in Bezug auf Licht, Boden und Feuchtigkeit. Viele Pflanzen, die im Winter blühen, bevorzugen beispielsweise einen halbschattigen Platz, um ihre Blüten vor starker Wintersonne zu schützen, die sie austrocknen oder schädigen kann. Andere wiederum benötigen volle Sonne, um ausreichend Energie für die Blütenbildung zu sammeln, selbst bei kühlen Temperaturen.
Ein weiteres Problem ist die Staunässe. Im Winter werden viele Böden durch Regen und Tau feucht gehalten, und wenn das Wasser schlecht abfließt, können die Wurzeln von winterharten Pflanzen faulen. Dies gilt besonders für Pflanzen in Kübeln, die keine ausreichenden Drainagelöcher haben oder in einem zu schweren Substrat stehen. Auch die Konkurrenz durch andere Pflanzen, die zu nah gepflanzt werden und um Licht, Wasser und Nährstoffe wetteifern, kann das Gedeihen von anspruchsvolleren Winterblühern beeinträchtigen. Eine sorgfältige Planung des Standorts, die die spezifischen Ansprüche der gewählten winterharte blühende Pflanzen berücksichtigt, ist daher unerlässlich.
Pflegefehler: Was Ihre Winterblüher wirklich brauchen
Selbst wenn Sie die perfekten winterharte blühende Pflanzen ausgewählt und den richtigen Standort gefunden haben, können Pflegefehler die Freude trüben. Ein kritischer Punkt ist die Bewässerung. Viele Menschen neigen dazu, im Winter weniger zu gießen, was grundsätzlich richtig ist. Doch 'weniger' bedeutet nicht 'gar nicht'. Insbesondere an frostfreien Tagen, wenn der Boden nicht gefroren ist und die Sonne scheint, verdunsten Pflanzen Wasser, auch im Winter. Immergrüne Pflanzen haben hier einen besonderen Bedarf, da sie auch im Winter Transpiration betreiben.
Besonders in trockenen Phasen oder bei starkem Wind ist eine gelegentliche, moderate Bewässerung wichtig. Achten Sie darauf, dies nur zu tun, wenn kein starker Frost angesagt ist, um Frostschäden an den noch feuchten Wurzeln zu vermeiden. Die Verwendung von kalkhaltigem Gießwasser kann bei empfindlichen Pflanzen zu Problemen führen. Ein weiterer häufiger Fehler ist die falsche Düngung. Während der Wachstumsperiode im Frühling und Sommer ist Dünger wichtig. Im Spätsommer oder Herbst sollte jedoch auf Stickstoffdünger verzichtet werden, um das Holz nicht zu weich für den Winter zu machen. Für viele winterharte blühende Pflanzen ist eine späte Gabe von Kaliumdünger vorteilhaft, da Kalium die Frostresistenz erhöht. Zu viel Dünger generell kann zu einem unnatürlichen, schwachen Wachstum führen, das den Pflanzen im Winter schadet.
Die beste Pflege für winterharte blühende Pflanzen im Winter ist oft ein behutsames Nichtstun, gepaart mit aufmerksamer Beobachtung.
Die Kunst des richtigen Gießens im Winter
Das Thema Wasser ist für winterharte blühende Pflanzen im Winter knifflig. Wenn der Boden gefroren ist, können die Pflanzen kein Wasser aufnehmen. Bei anhaltender Frostperiode und Sonnenschein kann es dann zu einer sogenannten Frosttrocknis kommen, bei der die Pflanze vertrocknet, obwohl sie von Wasser umgeben ist. Hier hilft nur, die Pflanzen mit einem Vlies oder Reisig abzudecken, um die Sonneneinstrahlung zu mindern, oder sie an einem geschützten Ort zu platzieren. An frostfreien Tagen, insbesondere wenn die Sonne scheint und die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen, ist eine vorsichtige Bewässerung angebracht. Dies gilt vor allem für immergrüne Arten und Pflanzen in sonnigen oder windigen Lagen. Verwenden Sie möglichst kalkarmes Wasser, das sich im Haus erwärmt hat, um Temperaturschocks zu vermeiden. Pflanzen in Kübeln trocknen schneller aus als jene im Freiland und benötigen daher häufiger kontrollierte Wassergaben.
Die Menge des Wassers sollte moderat sein. Es geht nicht darum, den Boden zu durchweichen, sondern darum, die Wurzelballen leicht feucht zu halten. Übermäßiges Gießen, auch im Winter, führt schnell zu Wurzelfäule, einem der häufigsten Todesursachen für Kübelpflanzen. Prüfen Sie die Feuchtigkeit des Substrats mit dem Finger; ist es trocken, ist es Zeit zum Gießen. Bei Pflanzen, die im Kübel stehen, ist die Drainage besonders wichtig. Stellen Sie sicher, dass überschüssiges Wasser abfließen kann, indem Sie den Kübel auf Füße stellen.
Überdüngung und falsche Nährstoffzufuhr
Während der Vegetationsperiode benötigen Pflanzen Nährstoffe, um zu wachsen und zu blühen. Doch die Zeit der Ruhe im Winter ist nicht für üppige Düngergaben gedacht. Ein häufiger Fehler ist, im Herbst noch mit stickstoffreichen Düngern zu arbeiten. Dies fördert ein letztes schnelles Wachstum, das die Pflanzen weniger widerstandsfähig gegen Frost macht. Das Holz reift nicht richtig aus, und die Zellen sind empfindlicher gegenüber tiefen Temperaturen. Stattdessen ist es ratsam, im Spätsommer oder frühen Herbst auf einen kaliumbetonten Dünger zurückzugreifen. Kalium stärkt die Zellwände und erhöht die allgemeine Frosttoleranz der Pflanzen.
Viele winterharte blühende Pflanzen, insbesondere solche, die für Kübel oder den Balkon gedacht sind, profitieren von einer jährlichen Erneuerung der oberen Substratschicht im Frühjahr. Hierbei wird altes, ausgelaugtes Substrat vorsichtig entfernt und durch frische, nährstoffreiche Erde ersetzt. Dies versorgt die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen für die kommende Saison, ohne die Notwendigkeit von häufigen Flüssigdüngergaben. Achten Sie auf die spezifischen Bedürfnisse der Pflanzen: Manche bevorzugen leicht saure Böden, andere kalkhaltige. Eine Bodenanalyse oder die Recherche der Pflanzenbedürfnisse hilft, Über- oder Unterdüngung zu vermeiden. Die Grundversorgung im Frühjahr ist oft wichtiger als üppige Gaben über das ganze Jahr.
Schutz und Rückschnitt: Wann und wie?
Ein weiterer Bereich, in dem Fehler gemacht werden, ist der Schutz der Pflanzen vor winterlichen Bedingungen und die richtige Handhabung des Rückschnitts. Nicht alle als winterhart deklarierten Pflanzen sind gleich robust. Manche empfindlichere Sorten oder junge Pflanzen benötigen zusätzlichen Schutz, insbesondere vor eisigen Winden oder starker Sonneneinstrahlung. Das bloße Bedecken mit Erde oder Laub kann bei starkem Regen schnell zu Fäulnis führen. Besser geeignet sind atmungsaktive Materialien wie Vlies, Jute oder Reisig.
Der Zeitpunkt und die Art des Rückschnitts sind ebenfalls entscheidend. Viele Gärtner schneiden ihre Pflanzen im Herbst zurück, um sie aufzuräumen. Dies kann jedoch dazu führen, dass die Pflanzen über den Winter Wasser verlieren oder anfälliger für Frost werden. Bei vielen winterharte blühende Pflanzen bleiben die Blütenknospen oder Fruchtstände den Winter über attraktiv und bieten zudem Schutz für das Innere der Pflanze. Ein Rückschnitt ist oft erst im späten Winter oder frühen Frühjahr sinnvoll, wenn die Gefahr von starkem Frost vorüber ist und die neuen Triebe beginnen zu wachsen. Das Entfernen erfrorener oder beschädigter Teile ist eine Ausnahme.
Der richtige Schutz vor Frost und Wind
Der Schutz von winterharte blühende Pflanzen ist keine Einheitslösung. Während robuste Arten wie die heimische Christrose oder bestimmte Sorten des Zwergmispel ('Cotoneaster') kaum zusätzliche Hilfe benötigen, sind andere, wie manche Rosenarten, mediterrane Kräuter oder junge Sträucher, anfälliger. Ein wichtiger Aspekt ist die Isolation des Wurzelballens, besonders bei Kübelpflanzen. Diese sollten an einem möglichst geschützten Ort platziert werden, beispielsweise an einer Hauswand nach Süden oder in einem kühlen, aber hellen Gewächshaus. Das Umwickeln der Kübel mit Jute, Noppenfolie oder das Aufstellen auf Holzfüße schützt die Wurzeln vor dem Durchfrieren.
Auch die oberirdischen Pflanzenteile können Schutz benötigen. Eine Mulchschicht aus Laub, Rindenmulch oder Reisig auf dem Boden um die Pflanze herum isoliert den Boden und schützt die Wurzeln. Bei empfindlichen Gehölzen kann ein locker gewickeltes Vlies oder das Aufstellen von Tannenzweigen die Triebe vor eisigen Winden und starker Sonneneinstrahlung bewahren, die zu Rissen in der Rinde führen kann. Achten Sie darauf, dass das Schattiergewebe oder Vlies nicht zu dicht ist, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten und Pilzkrankheiten vorzubeugen. Entfernen Sie den Schutz rechtzeitig im Frühjahr, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, damit die Pflanzen wieder Licht und Luft bekommen.
Rückschnitt-Fallen: Wann schneiden Sie wirklich?
Der Zeitpunkt des Rückschnitts ist entscheidend für die Blüte und Gesundheit vieler winterharte blühende Pflanzen. Viele Neulinge im Garten denken, dass ein Rückschnitt im Herbst notwendig ist, um die Pflanzen für den Winter 'aufzuräumen'. Dies kann jedoch nach hinten losgehen. Wenn Sie zum Beispiel spät blühende Sträucher wie Sommerflieder oder Hortensien (die nicht unbedingt zu den klassischen Winterblühern zählen, aber oft im Herbst zurückgeschnitten werden) im Herbst schneiden, entfernen Sie möglicherweise die Blütenknospen für das kommende Jahr. Bei einigen früh blühenden Pflanzen, die im Winter oder sehr zeitigen Frühjahr blühen – wie zum Beispiel Forsythien oder einige Ziersträucher – findet die Blüte an altem Holz statt. Ein zu früher Rückschnitt zerstört diese Blütenanlagen.
Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt hängt stark von der Pflanzenart ab. Generell gilt: Frühjahrsblüher, die am alten Holz blühen, werden direkt nach der Blüte geschnitten. Sommer- und Spätblüher, die an einjährigen Trieben blühen, können im späten Winter oder frühen Frühjahr zurückgeschnitten werden, bevor der neue Austrieb beginnt. Manche winterharte blühende Pflanzen, wie zum Beispiel Ziergräser oder Stauden mit dekorativen Samenständen, können bis ins späte Frühjahr stehen bleiben, da sie auch im Winter Struktur und Schutz bieten und die Samenstände Nahrung für Vögel sind. Entfernen Sie im Frühjahr nur erfrorene oder abgestorbene Triebe. Ein zu früher oder falscher Rückschnitt ist eine der häufigsten Ursachen für fehlende Blüten.
Die besten winterharte blühende Pflanzen für Ihren Garten
Nachdem wir uns den häufigsten Fehlern gewidmet haben, widmen wir uns nun der positiven Seite: der Auswahl der richtigen Pflanzen. Es gibt eine Fülle von winterharte blühende Pflanzen, die Farbe und Leben in Ihren Garten bringen, selbst wenn die Temperaturen sinken. Die Wahl hängt von Ihren spezifischen Standortbedingungen ab – ob Ihr Garten sonnig oder schattig ist, ob Sie einen Balkon haben oder einen großen Garten gestalten möchten, und welche Art von Boden Sie aufweisen.
Für sonnige Standorte eignen sich oft anspruchslosere Arten, die auch bei Kälte genug Energie für ihre Blüten sammeln können. Im Schatten oder Halbschatten finden wir wiederum Pflanzen, die zarte Blüten hervorbringen, ohne von direkter Sonneneinstrahlung irritiert zu werden. Auch für Kübelpflanzen gibt es wunderbare Optionen, die nicht nur winterhart sind, sondern auch den ganzen Winter über dekorativ bleiben. Die folgende Übersicht bietet Ihnen einige bewährte Beispiele, die Ihnen helfen sollen, Ihren Garten ganzjährig zu verschönern.
Sonnenanbeter für den Winter
Für sonnige Plätze im Garten, die auch im Winter noch Licht erhalten, eignen sich Pflanzen, die Kälte und Trockenheit gut vertragen und trotzdem blühen. Ein Klassiker ist der Lavendel ('Lavandula'). Zwar blüht er im Sommer am üppigsten, aber einige Sorten behalten ihre verholzten Stiele und duftenden Blätter auch im Winter und können mit etwas Glück kleine Blütenansätze zeigen. Noch besser geeignet sind bestimmte Sorten von Heidekraut ('Calluna' und 'Erica'). Die Knospenheide ('Erica carnea') blüht oft schon ab dem späten Winter und trotzt sogar leichten Frösten. Ihre Blüten reichen von zartrosa über weiß bis kräftig pink und setzen wunderbare Kontraste zum winterlichen Grau.
Auch einige niedrige Bodendecker wie bestimmte Zwergmispel-Arten ('Cotoneaster') sind nicht nur winterhart und immergrün, sondern tragen im Winter auffällige rote oder orange Beeren, die wie kleine Blüten wirken können, und einige bilden auch kleine, unscheinbare Blüten im späten Frühjahr. Sie sind robust und pflegeleicht. Für diejenigen, die etwas Besonderes suchen, sind winterharte Kamelien ('Camellia japonica' und verwandte Arten) eine Option, die an geschützten, halbschattigen Standorten mit gut durchlässigem Boden auch im Winter Blüten in verschiedenen Rottönen, Rosa oder Weiß hervorbringen.
Schattenkünstler und Halbschatten-Lieblinge
Im schattigeren Bereich des Gartens, unter Bäumen oder an Nordseiten von Gebäuden, wo die Sonne nur selten hinkommt, gibt es ebenfalls geeignete winterharte blühende Pflanzen. Die Königin dieser Bereiche ist zweifellos die Christrose ('Helleborus niger') und ihre Verwandten ('Helleborus orientalis'). Sie beginnt oft schon im Dezember oder Januar mit der Blüte und setzt mit ihren schalenförmigen Blüten in Weiß, Rosa, Violett oder Grün zarte Akzente. Sie bevorzugt einen humusreichen, gut durchlässigen Boden und kühlen Schatten.
Ebenfalls für den Schatten geeignet ist das Purpurglöckchen ('Heuchera'). Obwohl es primär für sein attraktives Laub in Rot-, Bronze-, Silber- oder Grüntönen geschätzt wird, bildet es im späten Frühjahr und Frühsommer zarte, glockenartige Blütenrispen, die auch im Winter noch Struktur bieten können. Die Schneeballhortensie ('Hydrangea sargentiana') oder bestimmte Sorten der Kaukasus-Vergissmeinnicht ('Brunnera macrophylla') sind weitere Optionen. Sie bieten im Sommer Blüten, aber ihr Laub ist oft immergrün oder bleibt lange attraktiv. Für schattige Lagen sind die Blätter oft genauso dekorativ wie die Blüten.
Winterblüher für Balkon und Kübel
Auch auf begrenztem Raum wie einem Balkon oder einer Terrasse müssen Sie nicht auf blühende Pflanzen im Winter verzichten. Viele der bereits genannten Pflanzen eignen sich hervorragend für die Kübelkultur. Die bereits erwähnte Knospentheide ('Erica carnea') ist eine ausgezeichnete Wahl für Balkonkästen und kleine Töpfe. Ihre lange Blütezeit macht sie besonders wertvoll. Auch das Zierkohl ('Brassica oleracea') ist zwar keine klassische Blühpflanze, aber seine farbigen Blätter in Rot, Violett und Weiß sind ein echter Hingucker im winterlichen Kübel und trotzen Frost.
Für einen etwas größeren Kübel oder einen geschützten Balkonplatz kann eine Kriechmispel ('Cotoneaster dammeri') als Bodendecker fungieren, die im Winter mit roten Beeren geschmückt ist. Oder denken Sie an klein bleibende Sorten von Zwergkoniferen, die zwar nicht blühen, aber durch ihre Form und Farbe ganzjährig Struktur bieten. Ergänzen Sie dies mit winterharte blühende Pflanzen wie Winterjasmin ('Jasminum nudiflorum'), der im Spätwinter leuchtend gelbe Blüten an seinen grünen Trieben zeigt. Mit der richtigen Wahl und etwas Pflege können selbst kleine Flächen zu einem Blickfang werden.
Häufige Fragen und Antworten zu winterharten blühenden Pflanzen
Die Auswahl und Pflege von winterharte blühende Pflanzen wirft oft spezifische Fragen auf. Hier beantworten wir einige der am häufigsten gestellten Fragen, um Ihnen zu helfen, Ihre Gartenträume auch in der kalten Jahreszeit zu verwirklichen. Von der Wahl der richtigen Arten bis hin zu speziellen Pflegetipps – wir decken die wichtigsten Aspekte ab.
1. Woran erkenne ich eine wirklich winterharte blühende Pflanze?
Eine wirklich winterharte blühende Pflanze ist so gezüchtet, dass sie nicht nur Frost übersteht, sondern auch im Winter oder sehr frühen Frühling blüht. Achten Sie auf die Blütezeitangabe: Sie sollte 'Winter', 'später Winter' oder 'frühes Frühjahr' (z.B. Dezember bis März) angeben. Die Winterhärte wird oft mit einer Zonen-Angabe (z.B. USDA-Zone 5-9) oder der Angabe von Minustemperaturen (z.B. bis -20°C) spezifiziert. Verlassen Sie sich nicht nur auf den Begriff 'winterhart', sondern prüfen Sie die Blütezeit.
2. Können alle winterharten blühenden Pflanzen in Kübeln wachsen?
Nicht alle winterharte blühende Pflanzen sind gleich gut für Kübel geeignet, obwohl viele es sind. Pflanzen mit sehr tiefen Wurzeln oder einem großen Platzbedarf gedeihen besser im Freiland. Für Kübel eignen sich meist kompakte Sorten, Zwergformen oder solche, die von Natur aus eher flach wachsen. Wichtig ist bei Kübelpflanzen immer eine gute Drainage und zusätzlicher Schutz des Wurzelballens vor starkem Frost.
3. Wann ist der beste Zeitpunkt, um winterharte blühende Pflanzen zu setzen?
Der beste Zeitpunkt, um winterharte blühende Pflanzen zu setzen, ist das Frühjahr oder der frühe Herbst. Im Frühjahr haben die Pflanzen genügend Zeit, sich vor dem Sommer zu etablieren. Im Herbst ist der Boden noch warm genug, sodass sich die Wurzeln gut entwickeln können, bevor der Frost einsetzt. Eine Pflanzung im späten Herbst oder frühen Winter ist nur bei sehr milden Temperaturen und gut durchlässigem Boden ratsam.
4. Wie viel Wasser brauchen diese Pflanzen im Winter?
Im Winter benötigen winterharte blühende Pflanzen deutlich weniger Wasser als in der Wachstumsperiode. Gießen Sie nur an frostfreien Tagen, wenn der Boden trocken ist. Immergrüne Pflanzen oder solche an sonnigen, windigen Standorten brauchen gelegentlich mehr Wasser. Vermeiden Sie Staunässe, da diese zu Wurzelfäule führen kann. Prüfen Sie die Bodenfeuchte regelmäßig mit dem Finger.
5. Muss ich meine winterharten blühenden Pflanzen im Winter düngen?
Nein, im Winter sollten Sie winterharte blühende Pflanzen nicht düngen. Die Pflanzen befinden sich in der Ruhephase. Eine Düngung im späten Sommer oder frühen Herbst mit einem kaliumbetonten Dünger kann die Frostresistenz fördern, aber während des Winters selbst ist keine Nährstoffzufuhr nötig.
6. Was tun, wenn die Blüten erfrieren?
Wenn die Blüten erfrieren, ist das meist kein Grund zur Sorge, solange die Pflanze selbst gesund ist. Viele winterharte blühende Pflanzen bilden im Laufe der Saison neue Blüten oder haben genügend Knospen, um nach einer Frostperiode weiterzublühen. Bei empfindlicheren Arten kann ein leichter Schutz helfen, aber meist erholen sie sich von selbst. Entfernen Sie erfrorene Blütenstände erst im Frühjahr, wenn Sie den Rückschnitt vornehmen.
7. Welche Pflanzen eignen sich für einen sehr schattigen Balkon im Winter?
Für einen sehr schattigen Balkon im Winter eignen sich robustere Pflanzen, die auch mit wenig Licht auskommen und dennoch Farbakzente setzen. Christrosen ('Helleborus') sind hierfür ideal. Auch das Purpurglöckchen ('Heuchera') mit seinen attraktiven Blättern ist eine gute Wahl. Ziergräser mit interessanten Halmen oder auch kleinwüchsige Farne können Struktur und Farbe bieten. Achten Sie darauf, dass die Kübel gut isoliert sind und die Pflanzen vor extremen Temperaturen geschützt werden.
