Wann ist der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt?

Die Frage, ob und wann Zitronenmelisse im Winter zurückgeschnitten werden sollte, beschäftigt viele Hobbygärtner. Grundsätzlich ist die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) eine robuste Staude, die sich durch ihre Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Dennoch ist ein gezielter Rückschnitt zur richtigen Zeit essenziell, um ihre Gesundheit und Produktivität über die Jahre hinweg zu erhalten. Viele Gärtner sind unsicher, ob ein Schnitt im tiefsten Winter wirklich ratsam ist oder ob man besser bis zum Frühjahr wartet. Die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Zustand der Pflanze und den herrschenden Wetterbedingungen. Ein verfrühter oder zu starker Rückschnitt kann die Pflanze anfälliger für Frostschäden machen, während ein zu später Schnitt die Neubildung von Trieben im Frühjahr verzögern kann.

Ein allgemeiner Konsens unter erfahrenen Gärtnern besagt, dass ein radikaler Rückschnitt der Zitronenmelisse im späten Herbst oder frühen Winter nicht zwingend notwendig ist, solange die Pflanze oberirdisch noch intakt erscheint. Die alten Stängel und Blätter können die Wurzeln sogar bis zu einem gewissen Grad vor starkem Frost schützen. Wichtiger ist es, die Pflanze zu beobachten und auf ihre Signale zu achten. Wenn die oberirdischen Pflanzenteile stark vertrocknet sind und kaum noch grüne Anteile aufweisen, ist der Zeitpunkt für einen aufgeräumten Rückschnitt gekommen. Dies dient primär der Vorbereitung auf das neue Vegetationsjahr und der Vermeidung von Krankheitsherden.

Frostschutz durch alte Triebe

Es mag kontraintuitiv erscheinen, vertrocknete Pflanzenteile stehen zu lassen, doch gerade diese können als natürlicher Frostschutz dienen. Die abgestorbenen Blätter und Stängel bilden eine schützende Mulchschicht, die die empfindlichen Wurzeln im Boden vor extremen Temperaturen schützt. Dies ist besonders in Regionen mit strengen Wintern von Bedeutung. Wenn Sie sich für das Stehenlassen der alten Triebe entscheiden, ist es ratsam, sie erst im späten Winter oder sehr frühen Frühjahr zu entfernen, kurz bevor die neuen Triebe zu wachsen beginnen. Dies gibt der Pflanze die bestmögliche Chance, den Winter unbeschadet zu überstehen.

Wann der Schnitt unvermeidlich wird

Dennoch gibt es Situationen, in denen ein Rückschnitt im Winter sinnvoll oder notwendig ist. Wenn die Zitronenmelisse im Herbst sehr üppig gewachsen ist und die Triebe bereits stark vergilbt, welk oder von Krankheiten befallen sind, kann es ratsam sein, diese zu entfernen. Dies verhindert, dass sich Pilzkrankheiten oder Schädlinge über den Winter in den abgestorbenen Pflanzenteilen einnisten und im Frühjahr die neuen Triebe befallen. Ein sauberer Schnitt fördert die Hygiene im Kräuterbeet und legt den Grundstein für ein gesundes neues Wachstum.

Die Entscheidung, ob Sie Ihre Zitronenmelisse im Winter zurückschneiden, hängt maßgeblich vom Zustand der Pflanze und den lokalen Klimabedingungen ab.

Vorbereitung: Was Sie zum Schneiden benötigen

Bevor Sie sich der Zitronenmelisse widmen, ist eine sorgfältige Vorbereitung des Werkzeugs und des Arbeitsplatzes unerlässlich. Ein sauberer und scharfer Schnitt ist entscheidend, um die Pflanze nicht unnötig zu stressen und die Heilung der Schnittstellen zu beschleunigen. Stumpfe oder verschmutzte Werkzeuge können die Stängel quetschen, was die Wasseraufnahme behindert und Krankheitserregern Eintrittspforten bietet. Dies gilt für alle Gartenarbeiten, aber insbesondere beim Rückschnitt von Kräutern, die wir später verzehren möchten.

Für den Rückschnitt von Zitronenmelisse eignen sich am besten eine scharfe Gartenschere oder eine Heckenschere, je nach Größe und Ausdehnung der Pflanze. Bei einzelnen, kleineren Pflanzen ist eine Gartenschere die erste Wahl. Handelt es sich um eine größere Fläche oder mehrere Pflanzen, kann eine Heckenschere die Arbeit erheblich erleichtern. Achten Sie darauf, dass die Klingen sauber sind. Eine Reinigung mit Alkohol oder einer speziellen Desinfektionslösung vor und nach Gebrauch ist empfehlenswert. So stellen Sie sicher, dass keine Krankheiten von einer Pflanze zur nächsten übertragen werden. Tragen Sie bei Bedarf Handschuhe, um Ihre Hände vor Harz oder kleinen Schnitten zu schützen.

Das richtige Werkzeug auswählen

Die Wahl des richtigen Werkzeugs beeinflusst nicht nur die Effizienz Ihrer Arbeit, sondern auch die Gesundheit der Zitronenmelisse. Eine Rosenschere oder eine Bypass-Gartenschere ist ideal für saubere Schnitte. Diese Werkzeuge arbeiten wie eine Schere, indem sie zwei scharfe Klingen aneinander vorbeigleiten lassen, was zu einem sauberen Schnitt führt, ähnlich dem von einem Skalpell. Vermeiden Sie Amboss-Scheren, da diese das Stängelgewebe eher zerdrücken als schneiden. Wenn Sie viele Pflanzen zurückschneiden müssen, kann eine elektrische Heckenschere oder eine Astschere eine sinnvolle Ergänzung sein, um Ermüdung vorzubeugen.

Vergessen Sie nicht, auch den Bereich um die Pflanze aufzuräumen. Entfernen Sie abgestorbene Blätter und Unkraut, die sich im Laufe des Jahres angesammelt haben. Dies verbessert die Luftzirkulation um die Basis der Pflanze und reduziert das Risiko von Pilzbefall. Ein klarer Arbeitsbereich erleichtert zudem die Übersicht, welche Triebe geschnitten werden müssen und welche eventuell noch stehen bleiben könnten.

Reinigen Sie Ihre Gartenschere gründlich mit Alkohol, bevor Sie mit dem Schneiden beginnen, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern.

Die Sauberkeit und Schärfe Ihres Werkzeugs sind entscheidend für einen sauberen Schnitt, der die Heilung der Pflanze fördert.

Der Schnitt: Wie und wohin schneiden?

Beim Zurückschneiden der Zitronenmelisse im Winter geht es darum, die Pflanze für das kommende Frühjahr vorzubereiten und ihre Vitalität zu fördern. Da die Pflanze oberirdisch oft stark zurückfriert oder vertrocknet, besteht der Hauptschnitt darin, die abgestorbenen oder stark beschädigten oberirdischen Pflanzenteile zu entfernen. Ziel ist es, die Pflanze auf etwa 5 bis 10 Zentimeter über dem Boden zurückzuschneiden. Dieser Rückschnitt sollte sauber und nicht zu tief erfolgen, um die Überwinterung der Wurzeln nicht zu gefährden.

Achten Sie darauf, immer oberhalb eines gesunden Augenpaares oder einer neuen Austriebsstelle zu schneiden, falls vorhanden. Auch wenn die Pflanze im Winter oft nicht mehr aktiv wächst, sind unter der Erde Ruheknospen vorhanden, die im Frühjahr austreiben. Der Schnitt sollte idealerweise knapp über dem Boden erfolgen, aber nicht direkt am Boden ansetzen, um keine direkten Angriffsflächen für Krankheiten zu bieten, die im Boden lauern könnten. Der Schnitt selbst sollte schräg erfolgen, damit Regenwasser gut ablaufen kann und nicht auf der Schnittfläche stehen bleibt, was Fäulnis begünstigen könnte.

Wohin genau soll der Schnitt gesetzt werden?

Das Wichtigste ist, die alten, verholzten oder vertrockneten Stängel zu entfernen. Schneiden Sie die Pflanze auf etwa eine handbreit über dem Boden zurück. Wenn die Pflanze sehr kompakt gewachsen ist, können Sie auch etwas tiefer schneiden. Vermeiden Sie es jedoch, bis ins lebende Holz zurückzuschneiden, falls dies im Winter noch vorhanden ist, da dies die Pflanze unnötig schwächen könnte. Suchen Sie nach erkennbaren gesunden Trieben oder Knospenansätzen, auch wenn diese klein sind. Wenn die Pflanze stark zerfallen ist, können Sie auch versuchen, die Triebe einzeln zurückzuschneiden, um die Form zu erhalten und beschädigte Teile gezielt zu entfernen.

Der Schnitt dient auch dazu, die Pflanze aufzuräumen und ihr eine kompaktere Form für das nächste Jahr zu geben. Entfernen Sie alle abgebrochenen oder kranken Triebe. Wenn Sie die Zitronenmelisse im Topf überwintern, ist der Rückschnitt oft noch wichtiger, da der Wurzelballen kleiner ist und die Pflanze kompakter bleiben sollte, um gut durch den Winter zu kommen. Ein sauberer Rückschnitt fördert die Wurzelbildung und die allgemeine Vitalität der Pflanze, sobald die Tage wieder länger werden.

Setzen Sie den Schnitt etwa 5-10 cm über dem Boden an, um die überwinternden Wurzeln zu schützen und den Austrieb neuer Triebe im Frühjahr zu fördern.

Pflege nach dem Rückschnitt im Winter

Nachdem Sie die Zitronenmelisse im Winter zurückgeschnitten haben, ist die richtige Nachsorge entscheidend, um sicherzustellen, dass die Pflanze gut über die kalte Jahreszeit kommt und im Frühjahr kräftig austreibt. Auch wenn die Gartensaison zu Ende geht, ist das Kraut noch nicht ganz fertig gepflegt. Der Fokus liegt nun darauf, die Wurzeln zu schützen und die Pflanze vor extremen Wetterbedingungen zu bewahren.

Wenn Sie die Zitronenmelisse im Freiland haben, empfiehlt es sich, die zurückgeschnittene Fläche mit einer Schicht Laub, Reisig oder Kompost abzudecken. Diese natürliche Mulchschicht isoliert den Boden und schützt die empfindlichen Wurzeln vor tiefen Frösten, besonders in Regionen mit wenig natürlicher Schneedecke, die ebenfalls isolierend wirkt. Achten Sie darauf, dass die Mulchschicht nicht zu dicht ist, damit die Luft zirkulieren kann und keine Staunässe entsteht, die zu Wurzelfäule führen könnte.

Bewässerung und Schutz im Winter

Im Winter benötigt Zitronenmelisse nur sehr wenig Wasser. Wenn es längere Zeit nicht regnet oder schneit und der Boden nicht gefroren ist, kann eine sparsame Bewässerung an frostfreien Tagen sinnvoll sein. Dies hilft, ein Austrocknen der Wurzeln zu verhindern. Generell ist es aber wichtig, Staunässe unbedingt zu vermeiden, da dies die häufigste Ursache für Wurzelfäule ist, besonders in Kombination mit kalten Temperaturen. Die zurückgeschnittenen Pflanzen sind nun robuster, aber dennoch empfindlich gegenüber zu viel Feuchtigkeit bei Kälte.

Bei Zitronenmelisse im Topf ist besondere Vorsicht geboten. Der Wurzelballen friert in Gefäßen viel schneller durch als im Freiland. Topfpflanzen sollten an einem geschützten Ort platziert werden, idealerweise an einer Hauswand, gut isoliert mit Vlies, Jute oder Styroporplatten, um den Topf von unten und den Seiten zu schützen. Man kann den Topf auch eingraben, um ihn besser vor Frost zu schützen. Wenn möglich, stellen Sie den Topf an einen kühlen, aber frostfreien Ort wie ein unbeheiztes Gewächshaus, eine Garage oder einen kühlen Keller. Auch hier gilt: nur sparsam gießen, wenn der Ballen trocken ist und kein Frost herrscht.

Schützen Sie die Basis Ihrer zurückgeschnittenen Zitronenmelisse mit einer Laubschicht oder Reisig, um die Wurzeln vor tiefen Frösten zu bewahren.

Häufige Fehler beim Rückschnitt im Winter

Beim Rückschnitt von Zitronenmelisse im Winter können leicht Fehler passieren, die sich negativ auf die Pflanze auswirken können. Einer der häufigsten Fehler ist das zu frühe oder zu starke Zurückschneiden, bevor die oberirdischen Teile wirklich abgestorben sind. Dies kann die Pflanze schwächen und sie anfälliger für Frostschäden machen. Die Pflanze benötigt ihre oberirdischen Teile, auch wenn sie nicht mehr grün sind, oft als natürlichen Schutz für ihre Wurzeln.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Verwendung von stumpfem oder schmutzigem Werkzeug. Wie bereits erwähnt, führt dies zu gequetschten Stängeln und kann Krankheiten übertragen. Dies stresst die Pflanze unnötig und verzögert die Heilung. Sauberes und scharfes Werkzeug ist daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für gesunde Pflanzen.

Zu tief schneiden oder zu früh beginnen

Manche Gärtner neigen dazu, die Zitronenmelisse zu tief zurückzuschneiden, manchmal bis auf Bodenniveau, ohne Rücksicht auf mögliche Austriebspunkte oder die Notwendigkeit eines natürlichen Schutzes. Wenn Sie zu tief schneiden, entfernen Sie möglicherweise die Basis der Pflanze, von der aus neue Triebe im Frühjahr austreiben. Es ist ratsam, immer einen kleinen Teil des Stängels stehen zu lassen, idealerweise über einem gesunden Auge oder einem Knotenpunkt, von dem aus die Pflanze im Frühjahr neu starten kann. Der Schnitt sollte also nicht radikaler sein als nötig.

Das Zurückschneiden zu Beginn des Winters, wenn die Pflanze noch Vitalität zeigt oder die Temperaturen noch mild sind, kann ebenfalls kontraproduktiv sein. Es ist besser, mit dem Rückschnitt zu warten, bis die Pflanze deutlich Zeichen des Absterbens zeigt oder der Frost fortgeschrittener ist. Ein leichter Rückschnitt zur Beseitigung offensichtlich kranker oder vertrockneter Teile ist in Ordnung, aber ein kompletter Kahlschlag sollte eher gegen Ende des Winters erfolgen, kurz vor dem erwarteten Frühlingserwachen. Achten Sie auf die Witterung und den Zustand der Pflanze – das sind die besten Indikatoren.

Lassen Sie die vertrockneten Stängel ruhig stehen, bis der Winter fast vorbei ist; sie schützen die Wurzeln und bieten Kleintieren Unterschlupf.

Vermeiden Sie es, die Pflanze zu früh oder zu tief zurückzuschneiden, da dies ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und den Austrieb im Frühjahr beeinträchtigen kann.

Zitronenmelisse im Topf: Spezielle Winterpflege

Die Überwinterung von Zitronenmelisse im Topf erfordert besondere Aufmerksamkeit, da die Wurzeln im Kübel deutlich anfälliger für Frost sind als im Freiland. Der Rückschnitt spielt hier eine noch größere Rolle, da eine kompakte Pflanze weniger Platz beansprucht und leichter zu schützen ist. Wenn Sie Ihre Zitronenmelisse im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse überwintern möchten, sollten Sie sie zunächst wie im Freiland beschrieben zurückschneiden, um die Pflanze auf ihre Ruhephase vorzubereiten.

Danach ist der richtige Standort entscheidend. Wählen Sie einen möglichst geschützten Platz, idealerweise an einer Hauswand, die etwas Wärme abstrahlt und vor direkten, kalten Winden schützt. Der Topf selbst sollte gut isoliert werden. Wickeln Sie ihn in Vlies, Jute, Luftpolsterfolie oder Styroporplatten ein. Auch das Aufstellen auf Holzklötze oder isolierende Matten kann helfen, den direkten Kontakt mit dem kalten Boden zu vermeiden und so das Durchfrieren des Wurzelballens zu verlangsamen.

Standortwahl und Isolation für Topfpflanzen

Die Wahl des richtigen Standorts ist bei Kübelpflanzen wie Zitronenmelisse im Winter von größter Bedeutung. Ein kühler, aber frostfreier Ort ist ideal. Das bedeutet Temperaturen zwischen etwa 0 und 10 Grad Celsius. Helle Orte sind vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich, da die Pflanze in der Ruhephase ist. Ein unbeheiztes Gewächshaus, ein heller Kellerraum, eine Garage oder ein gut isolierter Schuppen sind ausgezeichnete Überwinterungsorte. Wenn Sie keine solche Möglichkeit haben, ist der geschützte Platz an der Hauswand mit guter Isolation die beste Alternative.

Die Bewässerung von Zitronenmelisse im Topf während des Winters muss sehr zurückhaltend erfolgen. Gießen Sie nur dann, wenn der Ballen merklich trocken ist, und nur an frostfreien Tagen. Staunässe ist der größte Feind der Wurzeln, da diese bei Kälte kaum noch Wasser aufnehmen können und leicht zu faulen beginnen. Es ist besser, die Pflanze lieber etwas zu trocken als zu nass zu halten. Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand der Pflanze und des Ballens.

Isolieren Sie den Topf Ihrer Zitronenmelisse sorgfältig mit Vlies oder Jute und stellen Sie ihn an einen gut geschützten, kühlen Ort, um ihn vor dem Durchfrieren zu schützen.

Warum der Rückschnitt die Pflanzen stärkt

Der Rückschnitt von Zitronenmelisse im Winter ist mehr als nur eine kosmetische Maßnahme; er ist ein wesentlicher Bestandteil der Pflanzenpflege, der direkt zur Stärkung und Langlebigkeit der Pflanze beiträgt. Durch das Entfernen der alten, oft kranken oder von Schädlingen befallenen oberirdischen Teile werden Ressourcen der Pflanze besser auf die lebenswichtigen Wurzeln und auf den Austrieb im Frühjahr konzentriert. Dies fördert eine kräftigere Neuentwicklung von Trieben und Blättern.

Ein sauberer Schnitt regt die Pflanze an, ihre Energie in die Heilung und den Schutz der Schnittstellen zu stecken, anstatt in die Erhaltung bereits geschwächter oder abgestorbener Pflanzenteile. Dies bewirkt eine Art 'Neustart' für die Pflanze, sobald die Wachstumsperiode beginnt. Die Entfernung von abgestorbenem Material reduziert zudem das Risiko von Pilzbefall und anderen Krankheiten, die sich im Winter in den vertrockneten Stängeln und Blättern einnisten und die Pflanze im Frühjahr heimsuchen könnten.

Fördert Austrieb und Gesundheit

Die Pflanze wird durch den gezielten Rückschnitt dazu angeregt, im Frühjahr aus den unteren Knospen oder der Wurzelbasis kräftigere Triebe zu bilden. Dies führt zu einer buschigeren und gesünderen Pflanze mit mehr Blattmasse für die Ernte. Ein zu starkes Verkahlen der Pflanze im Laufe der Jahre wird so vermieden. Sie können sich auf eine reiche Ernte im Sommer freuen, wenn die Zitronenmelisse ihr volles Aroma entwickelt.

Die Vitalität der Zitronenmelisse wird durch diesen Prozess nachhaltig verbessert. Eine gut gepflegte Pflanze ist widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten, toleriert Trockenperioden besser und produziert aromatischere Blätter. Der Rückschnitt ist somit eine Investition in die zukünftige Gesundheit und Ertragsfähigkeit Ihres Kräutergartens. Es ist ein grundlegendes Prinzip der Gartenpflege, das bei vielen Stauden und Kräutern angewendet wird, um ihre Lebensdauer und ihren Ertrag zu maximieren.

Ein gut durchgeführter Rückschnitt im Winter unterstützt die Pflanze dabei, im Frühjahr kräftiger auszutreiben und ihre allgemeine Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Die Rolle des Standorts für die Zitronenmelisse

Der Standort, den Sie für Ihre Zitronenmelisse wählen, spielt eine entscheidende Rolle für ihr Wohlbefinden und ihre Widerstandsfähigkeit, besonders im Hinblick auf den Winter und den Rückschnitt. Zitronenmelisse bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Zu tiefer Schatten kann dazu führen, dass die Pflanze spargelt, also lang und dünn wächst, und weniger aromatisch wird. Ein sonniger Standort fördert eine kompakte Wuchsform und ein intensiveres Aroma.

Was den Boden betrifft, so mag Zitronenmelisse durchlässige, humose und nährstoffreiche Erde. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie Wurzelfäule begünstigt. Dies ist besonders wichtig für die Überwinterung, da feuchter Boden bei Frost die Wurzeln stark schädigt. Ein gut durchlässiger Boden sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser schnell abfließen kann und die Wurzeln auch im Winter gut belüftet bleiben.

Was macht einen guten Standort aus?

Ein idealer Standort für Zitronenmelisse im Garten ist ein Platz, der ihr ausreichend Sonnenlicht bietet, aber auch vor extremen Witterungsbedingungen geschützt ist. Im Sommer profitiert sie von der Sonne, im Winter kann ein Schutz vor eisigen Winden von Vorteil sein, auch wenn die Pflanze selbst winterhart ist. Wenn Sie die Zitronenmelisse in einem Topf anbauen, ist die Auswahl des Standorts für die Überwinterung noch kritischer, wie bereits erwähnt. Hier zählt jeder Schutz vor Frost und Nässe.

Die Zitronenmelisse ist eine mehrjährige Staude, die sich bei guten Bedingungen stark ausbreitet, oft durch unterirdische Ausläufer. Wenn Sie dies kontrollieren möchten, ist ein Rückschnitt im Spätsommer oder Herbst ratsam, um die Pflanze einzudämmen, bevor sie im Winter zurückgeschnitten wird. Auch die Fruchtbildung, die im Spätsommer stattfindet, kann durch einen Schnitt im Herbst reduziert werden, was der Pflanze hilft, ihre Energie in das Überleben des Winters zu stecken, anstatt Samen zu produzieren.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort mit gut durchlässigem, humosem Boden ist ideal für gesunde und aromatische Zitronenmelisse.

Zitronenmelisse ernten und weiterverarbeiten

Obwohl der Fokus auf dem Winterrückschnitt liegt, ist es wichtig zu wissen, wann und wie Zitronenmelisse geerntet wird, da dies auch die Wintervorbereitung beeinflussen kann. Die beste Zeit für die Ernte ist in der Regel im Sommer, vor oder während der Blütezeit. Zu diesem Zeitpunkt ist das Aroma am intensivsten. Schneiden Sie die Stängel am besten am Morgen, nachdem der Tau getrocknet ist. Dies stellt sicher, dass die ätherischen Öle konzentriert sind.

Die geernteten Blätter können frisch verwendet oder getrocknet werden. Zum Trocknen werden die Stängel gebündelt und an einem luftigen, schattigen Ort aufgehängt. Alternativ können die Blätter auch auf einem Gitter ausgebreitet werden. Sobald die Blätter rascheltrocken sind, können sie von den Stängeln gezupft und in luftdichten Behältern gelagert werden. Getrocknete Zitronenmelisse behält ihr Aroma über viele Monate.

Verwendungsmöglichkeiten der Zitronenmelisse

Zitronenmelisse ist nicht nur ein schöner Blickfang im Garten und ein köstliches Kraut für die Küche, sondern auch eine geschätzte Heilpflanze. Ihr beruhigender Duft und Geschmack machen sie zu einem beliebten Tee, der bei Stress, Schlafstörungen oder Verdauungsbeschwerden Linderung verschaffen kann. Die frischen Blätter verleihen Salaten, Desserts, Fischgerichten und Getränken wie Limonaden oder Cocktails eine erfrischende Zitrusnote.

Auch in der Aromatherapie und in der Kosmetik findet Zitronenmelisse Verwendung. Ihr ätherisches Öl hat entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften. Die Pflege im Winter, einschließlich des richtigen Rückschnitts, stellt sicher, dass Sie im nächsten Jahr wieder reichlich frische Blätter für all diese Anwendungen zur Verfügung haben. Ein gut vorbereiteter Austrieb im Frühjahr ist die Grundlage für eine erfolgreiche Ernte über den Sommer.

Ernten Sie Zitronenmelisse vorzugsweise im Sommer vor der Blüte, um das intensivste Aroma für Tee, Küche und Heilzwecke zu erhalten.